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Die genaue Fahrtroute.
Hamburg, 21. März. Die endgültige Fahrtroute für die Südamerikafahrt des „Graf Zeppelin" ist nunmehr festgestellt: Die Fahrt beginnt am 10. Mai in Friedrichshafen, führt zunächst nach Sevilla nnd von dort nach eintägigem Aufenthalt über die kanarischen Inseln nach Pernambuco oder Rio de Janeiro. In Rio de Janeiro wird bei günstigem Wetter für 24 Stunden gelandet und zu einer Rundfahrt aufgestiegen. Das Luftschiff fährt dann nach Pernambuco weiter und macht dort für drei Tage am Ankermast fest. Dann setzt es seine Reise nach Havanna fort. Dort wird bei gutem Wetter eine Zwischenlandung stattfinden. Schließlich fährt „Graf Zeppelin" über Lakehurst — ‘ ~
Aufenthalt — nach Sevilla und von
Friedrichshafen.
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Dem Vekrugsdezernat der Berliner
drei Tage dort nach
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Kriminal-
Polizei ist es gelungen, einen seit langem gesuchten Heiratsschwindler und Erpresser, den 44 Jahre alten angeblichen Kunstmaler Alfed Sukowski, festzunehmen, der in Berlin und in zahlreichen anderen . Stabten mit einer fast unglaublichen Dreistigkeit unzählige Betrügereien begangen hat.
Sukowski ist erst im Oktober vergangenen Jahres aus dem Gefängnis entlassen worden, nachdem j er eine längere Freiheitsstrafe wegen Betruges und i Erpressung verbüßt hatte. Die Polizeibehörden mn= Iren schon vor längerer Zeit auf einen Mann aufmerksam geworden, der bei gesellschaftlichen Veranstaltungen, großen Bällen oder bei Vorträgen die § Bekanntschaft von Töchtern achtbarer Familien suchte, sich mit ihnen in verschiedenen Fällen auch verlobte, und es verstand, teils von den Eltern der Mädchen erhebliche Summen herauszulocken, indem : er Geheimnisse, die er über Familienverhältnisse erfuhr, zu Erpressungen benutzte. Er drohte den Eltern mit Skandal, wenn sie nicht die von ihm geforderten Summen opferten. Der Betrüger trat unter gutklingenden Namen auf. Er gab sich für einen Dozenten der Technischen Hochschule, einen Konservator des Zoo oder Direktor eines Museums aus. Es bedurfte langer Zusammenarbeit mehrerer deutscher Polizeibehörden, bis man seststellte, daß sich unter allen Namen Alfred Su- stowski verbarg. Erst durch einen Zufall erhielt das Berliner Betrugsdezernat Kenntnis davon, daß Yukowski sich bei einer Frau in Vorsigwalde auf-, hielt, der gegenüber er sich gleichfalls für einen I
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amstag, den 22. März 1930
Wissenschaftler ausgegeben hatte. Als Beamte den Betrüger dort festnehmen wollten, trafen sie ihn nicht an. Er hatte gerade die Wohnung gewechselt. Inzwischen hatte er die Kühnheit gehabt, eine Beschwerde an den Justizminister zu richten, worin er , sich darüber beklagt, daß ihm von den deutschen Be- i Hörden nachgestellt werde. Er berief sich darauf, daß er polnischer Staatsangehöriger sei und den Schutz der Gesandtschaft in Anspruch nehmen werde und daß die politische Regierung seine Verfolgung zum Anlaß nehmen werde, um gegen in Polen wohnhafte Deutsche in ähnlicher Weise vorzugehen. Wieder durch einen Zufall erfuhr die Polizei, daß Su- kowski vor seiner Flucht aus Borsigwalde bet dem dortigen Postamt hinterlassen hatte, daß man seine Briefschaften nach der Ritterstraße in Berlin nachsenden solle. Dort konnte man seiner endlich habhaft werden. Vor dem vernehmenden Kriminalbeamten verweigerte er jede Aussage.
Eine fèüBmUche Sevsammluns Lüdenscheid, 21. März. Die heutige Versammlung der NationatsoziaWen in der Großen Schützenhalle nahm einen stürmischen Verlauf. Di« Kommunisten hatten durch Flugblätter dazu aufgefordert, öein NattonalsoMlisten eine Abfuhr zu erteilen und bombardierten sofort bei Beginn der Versammlung auf ein Zeichen hin mit Stühlen und Aschenbechern das Rednerpult und die das Pult umgebenden Nationalsozialisten. Diese gingen zum Gegenangriff vor und räumten in wenigen Minuten den Saal vollkommen. Mehrere Nationalsozialisten — etwa fünf — wurden teilweise erheblich verletzt und mußten verbunden werden. Wieviel Verletzte die Kommunisten haben, ließ sich nicht feftstellm, da sie unter Mitnahme der Verwundeten abrückten. Nach Wiederherstellung der Ruhe wurde die Versammlung fortgesetzt, und der Redner Josef Wagener-Bochum konnte seinen Vortrag beginnen. Aber bereits nach wenigen Minuten löste die Polizei die Versammlung auf und räumte den Saal und den Vorplatz der Schützenhall«.
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Berlin, 21. März. Dor vier Jahren verschwand plötzlich aus Berlin der damalige Rechtsanwalt Dr. Theodor Ahrens, der sich in verhältnismäßig kurzer Zeit eine nicht unbedeutende Straf- und Zioll- praxis erworben hatte. In eiugeweihten Kreisen ging Has Gerücht, daß der begabte jung« Anwalt èin Opfer des Kokains und der Spielleidenschaft geworden sei. Er hatte auf einmal seine Praxis völlig vernachlässigt und sich auf zweifelhafte Geschäft«
eingelasten, die eine Reihe von Strafanträgen gegen ihn zur Folge hatten. Nach einem völligen seelischen Zusammenbruch verließ Dr. Ahrens Hals über Kopf Berlin und hat seitdem ein abenteuerliches Leben im Orient geführt. Er hat sich seinen Lebensunterhalt als Pianist in Kinos und Jazzband-Kapellen, als Portier in großen Hotels, als Kantinenpächter in Kleinasten und schließlich als Koch auf einer Segelyacht im Mittelmeer verdienen müssen. Nach vierjährigem Aufenthalt im Orient hat er nun den Entschluß gefaßt, unter sein Abenteuerleben einen dicken Strich zu machen und sich zur Erledigung des Strafverfahrens den Gerichtsbehörden zur Verfügung zu stellen. Rechts- anwast Dr. Kurt Fontheim hat für ihn den Antrag auf sicheres Geleit bei der Staatsanwaltschaft gestellt und will geltend machen, daß. soweit überhaupt eine strafbare Handlung vorliegen sollte, diese nur im Zustand kwnthafter Störung der Geistes- tätigkeit, Hervorgsrufen durch übermäßigen Kokain- gonuß, begangen sein könne.
Eigenartiger Selbstmord.
Mörs, 21, März. Auf eigenartige Weise oer- Wte gestern abend ein Kräftwagenführer in seiner Garage Selbstmord. Er ließ den Motor des Wagens laufen, nahm das Auspuffrohr in den Mund und atmete die giftigen Gase ein. Wie aus einem hinterlassenen Briefe hervo^geht, haben Ehezwistigkeiten den Mann in den Tod getrieben.
Verunglückte Alpinisten.
. Paris, 22. März. Die beiden deutschen Alpinisten, die bei der Requin-Hütte oberhalb im Montblanc-Gebiet durch «in« Lawine den Tod gefunden haben, sind Robert Göbel aus Stuttgart und Edgar Defranz aus Innsbruck. Die beiden Geretteten sind Rudolf Rolfer und Albert Pallupanz aus Stuttgart.
Sprachunterricht mit Röntgenstrahlen.
Die Aussprache hängt sehr von der richtigen Stellung der Sprechorgane ab. Um ihre von außen nicht erkennbare Lage beim Sprechen zu erforschen, bedient sich jetzt Prof. C. E. Parmenter der Universität Chicago sogar der Röntgenstrahlen. Die Versuchsperson wurde so gesetzt, daß ihr Kopf durch einen kleinen Holzkasten unverrückbar festgehälten wurde. Dann wurde ihr eine ganz dünne Goldkette zum Verschlucken gegeben, die, aus dem Mund« heraushängend, die Lage der Sprech- und At- ungsorgane während des Sprechens auf einer Röntgenaufnahme kennzeichnete, ähnlich wie der Kontrastbrei bei Aufnahmen der Berdauungs- organe Die Feststellungen der Lage des weichen Gaumens bei französischen Reden erklärten, warum Amerikaner nie richtig die französische Aussprache erlernen können, weil sie nämlich zu faul sind, den
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Hanau, den 18. März 1930.
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