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Semetag, ben 22. Mr, 1930

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fluß, wie sie kein anderes Staatsoberhaupt in der Welt zur Zeit besitzt." Wenn ein Aus­länder solche ehrende Worte findet, dann sollten wir nicht zurückstehen in der Ehrung Hinden­burgs, die nicht besser geschehen kann, als daß wir seinen einzigen und höchsten Wunsch er­füllen.

Der Reichstag hat in der abgelaufenen Woche u. a. mit großer Mehrheit das Republik- schutzgesetz verabschiedet und die Finanz­gesetze, d. h. im wesentlichen die Vorlagen über eine Erhöhung des Benzin- und Benzol­zolles, die Erhöhung der Biersteuer und die Einführung einer Mineralwassersteuer in erster Lesung angenommen und dem Steuerausschuh übertDiefem Die übrigen Finanz- und Steuer­probleme sind noch nicht reif zur Behandlung, die seit Wochen bestehenden Meinungsverschie­denheiten innerhalb der Regierungsparteien sind nach wie vor vorhanden, aber es läßt sich doch erkennen, daß die Kundgebung Hinden­burgs auch auf die Regierungsparteien Ein­druck gemacht hat. In parlamentarischen Krei­sen wird versichert, daß jetzt Aussicht bestehe, die Regierungsparteien zu einer Einigung zu bringen unddaß die Mehrheit des Par­lamentes sich ihrer Pflicht zur Verantwortung bewußt sei und so Reich und Volk vor einer Kris« mit unabsehbaren Folgen bewahren werde." Zu einer Finanz- und Steuerreform- Debatte im Reichstag wird es wahrscheinlich in der nächsten Woche kommen. Bis dahin wird man etwas klarer sehen, denn zweifellos wird das ganze Finanzproblem von dem Ausgang des Mannheimer Parteitages der Deutschen Volkspartei nicht unwesentlich beeinflußt werden. Bemerkenswert war in der ersten Lesung der zur Beratung stehenden Finanzgesetze die Ankündigung des Reichs­finanzministers, daß es in der Absicht der Re­gierung liege, nach der Sanierung der Finan­zen der Wirtschaft die notwendige Steuer­erleichterung zu bringen. Hoffen wir, daß es nicht nur die Absicht der Regierung ist, sondern daß die Regierung diese Absicht auch verwircklicht. Die Notwendigkeit die­ser Verwirklichung braucht nicht mehr dargelegt zu werden,denn jeder einzelne Voiks- genoffe spürt seit geraumer Zeit die Folgen der Steuerlasten, die auf der Wirtschaft ruhen, am eigenem Leibe.

Der frühere amerikanische Botschafter Shur- man hat auf der erwähnten Empfangsfeier in Newyork noch weitere Ausführungen gemacht, die uns Deutle interessieren. 2Ber je mit Ameri­kanern zusammengetroffen ist, kennt, na sagen wir: zur Genüge, den Satzanfang:Wir in Amerika . . Und er weiß, daß diesem An­fang eine Ausführung zu folgen pflegt, die die Vorzüge amerikanischen Wesens, Lebens, Sports, amerikanischer Kleidung, Recht- aerad« unter den Scheffel Ausführungen ist meistens zwischen den Wor­ten das Bedauern und Mitleid mit den Völkern desalten Europa" zu lesen, die es leider noch nicht zu solcher Vollkommenheit gebracht haben und es nach Ansicht der Amerikaner auch nicht so weit bringen - werden. Aehnliches mußte man sehr häufig auch aus politischen Reden herauslesen, die von amerikanischen Persönlich­keiten gehalten wurden, Reden, in denen Europa und namentlich Deutschland als rück­schrittliche, unbedeutende, oberflächlich zu be­urteilende Weltgegenden angesprochen und be­handelt wurden. In letzter Zeit hat sich nun in dieser Beziehung ein Wandel vollzogen, den ja auch Prof. Dr. Hoetzsch in seinem kürz­lich in Hanau abgehaltenen Vortrag feststellte und für den auch die Worte Shurmans spre­chen. Shurman sprach die Erwartung aus, daß Deutschland wieder eine den größten Well­mächten ebenbürtige Macht werden würde. Deutschland und Amerika hätten politische Ideale, die sich zum großen Teil decken, .^in­dem wir", so schloß Shurman,die Friedens­hände mit Deutschland befestigen, einigen wir alle friedliebenden Nationen in der Freund­schaft mit uns und stärken die Grundlagen des Friedens in der ganzen Welt." Wir freuen uns über die anerkennenden Worte, freuen uns, daß man auch jenseits des Ozeans beginnt, die Welt anders bzw. richtiger zu sehen als dies in den letzten Jahren der Fall war. Wir streben nach derebenbürtigen Macht", wir wollen den Fortschritt der Menschheit genau wie die Amerikaner, wir kennen keinen schöne­ren Gedanken als den des Weltfriedens und wir werden das alles erreichen, wenn man in Amerika weiterhin bestrebt ist, Deutschland so zu sehen, wie es wirklich ist, und wenn man sich von dem Jsolierungsgedanken vollkommen befreit. R- H.

Reichspavtettas dev Deutschen Dotsspavtet

Mannheim, 21. März. Nachdey, der Parteivor- stanü gestern abend getagt hatte, begann heute vor­mittag die Reichsparteitagung der Deuschen Volks­partei mit der Sitzung des Zentralvorstandes. Die Tagung ist außerordentlich zahlreich besucht. Auch die Reichsminister Curtius, der feinen Erholungs­urlaub in Locarno unterbrochen hat, und Molden­

Hauer sind nach Mannheim gekommen. Im Vorder­gründe der Sitzung des Zentraloorstandes stehen die großen Finanz- und Wirtschaftsprobleme. Sie nahmen den Hauptraum in dem groß angelegten Referat ein, mit dem der Parteiführer Dr. Scholz die Zentralvorstandssitzung eröffnete. Den mit großem Beifall aufgenommenen Darlegungen Dr. Scholz's folgte eine eingehende Aussprache an der sich u. a. auch Reichsfinanzininister Dr. Moldenhauer beteiligte.

Das Ergebnis der Aussprache über die Finanz- und Steuersragen konnte der Vorsitzende unter Zu- stimmung des ganzen Zentralvorstandes dahin zu­sammenfassen, daß die Partei im Interesse des Reiches und Volkes eine Entlastung der Wirtschaft durch Steuersenkung für unbedingt erforderlich halte. Sollte " herausstellen, daß die Fraktion trotz stärkster Be­mühungen nicht das Maß von Sanierung unserer Wirtschaft und Finanzen durchsetzen könne, das sie zu erreichen für notwendig halte, dann stehe sie vor der Frage letzter Konsequenz. Das sei die sach­liche Polittk, auf deren Boden sich die ganze Partei

sich

zusammenfinden müsse.

Nach einer weiteren Meldung faßte der Z«n- traloorstond am Freitag nachmittag ein« Ent­schließung, in der er den Ausführungen des Par­teiführers und Vorsitzenden der Reichstagsfraktion zur politischen Lage, Beschlüssen des Reichsaus­schusses und der Reichstagsfraktion vom 2. März zustimmt und die Erwartung ausspricht, daß die Reichstagsfraktion daran unbeirrt festhalten wird. Dem Parteiführer und der Fraktion spricht der Zentraloorstand sein V « r - t r a u en aus. Wie bekannt, wurde vom Partei- vorstand, vom Reichsausschutz und von der Reichs­tagsfraktion einstimmig ein Beschluß gefaßt, indem u. a. der Auffassung Ausdruck verliehen wird, daß das Kernstück jeder Finanzreform eine Entlastung der Wirtschaft, die Wiederherstellung der Rentabi-

poMk Dokumente vor sich gehabt hätte wie dm Daroesplan und den Poungplan, so hätten sich viel­leicht nicht einmal Kreise von rechts damals zu­rückgehalten, solche Lösungen anzunehmen. Wirth legte dann die wirtschaftliche und politische Unver­nunft des Londoner Ultimatums dar. Ein Ver­gleich zwischen dem Dawes-Plan und dem Poung- Plon zeige, daß Ler neue Plan objektiver und realistischer sei, wenn auch nicht ohne starken poli­tischen Einschlag. Unter dem Poung-Plan käme

Neuen Wan definitiv noch oben begrenzt seien. Beim Dawes-Plon habe niemand sagen können, wann sich Las System einmal lotlaufen würde. Beim Tronsfermorotorium werde es sich zeigen, ob lediglich juristische Formen endgültig entschei­den oder ob Lie tatsächliche wirtschaftliche Lage Deutschlands und der Wett zu einer Abänderung des Planes führen müsse.

Sanktionen, so führte Wirth aus, hätte es im Versailler Vertrag gegeben, also Repressatien, die die Gegner anfetzem könnten mit der Gewißheit, daß Deutschland diese Maßnahmen nicht als feind­liche ansehen könnte. Sanktionen in diesem Sinne bestünden jetzt nicht mehr. Die Paragraphen des Versailler Vertrages seien in diesem Punkte aus- jelöscht. Die Möglichkeit eines bewußten Bruches »er Haager Abkommen hält der Minister in der heutigen Zeit des Hochkapitalismus für unmöglich. Auch läge es in Deutschlands Hand, Repressalien, die etwa Frankreich ergreife, für feindselige Hand­lungen zu erklären. Kein Minister könne eine Pott- ik treiben, unter der nicht auch ür das Rheinland ein gewisses Risiko bestehe. Die- "es Risiko werde sich aber vermindern, wenn das rheinische Volk politisch bleibe. Noch sei das Rhein- land ein Land minderen Rechts. Aufgabe der Poli­tik sei es, daraus ein Land gleichen Rechts machen, und zwar mit politischen Mitteln.

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TSttskettSveE dev REsvoft

vom

Berlin, 21. März. Dem Reichstag ist _____ Reichspostministerium soeben ein Tätigkeitsbericht ür 1929 vorgelegt worden. Aus ihm geht hervor, laß das nächste Jahr im Zeichen des weiteren Aus-

Das vbern Me L^nitmm mW dw ^ottn^-Geletze

Eine Rede MM».

SH*, 21. März. Der Parteiausschuß der rhei- mjchen Zentrum sparte; trat heute vormittag hier zur Besprechung der Poung-Gesetze zusammen, un- tcr den Amögenden bemerkte man den Reichs­minister Dr. Wirch, Len Reichsminister von Guèrard, den Wohlfahrtsminister Hirtsieser, den Reichstag soizevräsidenten Esser und zahlreiche Landtags- uno Reichstagsabgeordnet«. Der Vor­sitzende, Jm't^rat Moennig, dankte der Reichs tag srratüon für ihre Haltung bei der Der- abichieLung Les Gesetzes. Reichsminister Dr. Wirth ging nach derKöln. Bu^." bei der Be­sprechung Ler Stellung des rheinischen Gebietes im Völkerrecht zu den Haager DeNhandlungen über. Er habe, so erklärte er, 1921 an her Wiege her heutigen Revarationspolittk gestanden. Damals ki er von der FraMon gerade dazu gepreßt wor- den, als Kanzler Las Londoner Ultimatum anzu-

baues der in Organisation, Verwaltung und Be­trieb in den letzten Jahren eingeleiteten und durch, geführten Reformmaßnahmen stand. Der Selbst­anschlußbetrieb machte gute Fortschritte; Ende 1929 waren 45 v. H. aller Hauptanschlüsse an selbsttätig betriebene Vermittlungsstellen herangeführt. Im Rahmen der Betriebsbedürsnisse konnten umfang- reiche Lieferungsaufträge an die allgemeine Wirt­schaft vergeben werden. Die Bestrebungen der Reichsregierung auf wirtschaftliche Berücksichtigung des deutschen Ostens sowie der besetzten und der sonstigen Grenzgebiete wurden durch Vergebung von namhaften Aufträgen wirksam unterstützt. Die Verkhrszahlen lassen erkennen, daß das wettere Abgleiten der Konjunktur die Ver- kehrsentwicklung der Deutschen Reichspost im Jahre 1929 noch nicht we­sentlich beeinflußt hat. Der Gesamtoer- kehr hat sich vielmehr im allgemeinen zufrieden­stellend entwickelt. Im gewöhnlichen Briefverkehr ist eine leichte Abschwächung eingetreten. In allen übrigen Dienstzweigen liegen die Verkehrszaylen durchweg höher als im gleichen Zeittaum 1928.

DevVebvSversch echtevnns bei dev rreichsba; n

Berlin, 21. März. In dem Februar-Bericht der Reichsbahnhauptverwattung wird darauf hiugewie- fen, daß, obwohl bei dem günstigen Wetter mit einem früheren Beginn der Frühjahrsfeldbestellung und der Bautätigkeit und infolgedessen mit größe­re» Güterbewegunge» gerechnet «erd« mußfc, bet

lität in Landwirtschaft, Handel, Handwerk und In­dustrie sowie die Förderung der Kapitalbildung sein muß. Protestiert wird gegen eine neue Erhöhung der direkten Steuern, gleich­viel unter welcher Bezeichnung sie erfolgt. Gefor­dert wird: Gesetzliche Sanierung der Ausgaben­senkung im Reich, Ländern und Gemeinden, ins­besondere auch durch Sanierung der Arbeitslosen­versicherung und unter Festlegung einer Senkung dieser Steuern vom Beginn des nächsten Haus­haltsjahres ab.

Der eigentliche Parteitag, der vor folgenschweren Entscheidungen steht, beginnt am heutigen Sams­tag. Von den Verhandlungen wird es wesentlich abhängen, ob die Besprechungen über das Finanz­pogramm der Reichsregierung einen neuen An­trieb erfahren und schließlich zu einer Verständi­gung führen oder ob der andernfalls unvermeid­liche Bruch der jetzigen Regierungskoalition im Reiche eintritt, der die Inkraftsetzung des Steuer- programms durch Notverordnungen zur Folge ha­ben müßte. Aller Augen sehen deshalb gespannt auf den Mannheimer Parteitag. Von Interesse ist in diesem Zusammenhang der Begrüßungsartikel, den der badische Landtagsobgeordnete Burger in der »Pfälzischen Rundschau" veröffentlicht und in dem es heißt:

Gerade wir aus dem Südwesten des Reiches möchten die kraftvoll führende Art der Deutschen Volkspartei in der Reichsregierung nicht vermissen, und nur dann ist für unsere Auffassung das Aus­scheiden der Deutschen Volkspartei aus dieser Re­gierung gekommen, wenn keine Hoffnung besteht, mit den beiden andern großen Parteien der deut­schen Wirtschaft (Sozialdemokratie und Zenttum) Arbeit und damit vielen unglücklichen deutschen Ar­beitslosen wieder Arbeit, Verdienst und Lebens­freude zurückzugeben."

Eine weitere interessante Frage, die auf der Tagung zweifellos zur Sprache kommen wird, ist der Konflikt zwischen Thüringen und dem Reich. Er ist für die Deutsche Volkspartei naturgemäß besonders delikat, weil sie sowohl in der Reichsregierung wie auch in der thüringischen Staatsregierung vertreten ist.

Güterverkehr insgesamt gegenüber dem Vor­monat wiederum zurückgegangen ist. Die rückläu­fige Verkehrsentwicklung ist im allgemeinen zurück­zuführen auf die weitere Verschlechterung der all­gemeinen Wirtschaftslage, die Aufrechterhaltung des Betriebes auf den Binnenwasserstraßen, den fort­schreitenden Wettbewerb des Kraftwagens sogar im Fernverkehr und die fortschreitende Rationali­sierung vieler industrieller Betriebe.

Im Monat Januar wurden 360,63 Millionen Mark Einnahmen erziett. Die Ausgaben stellten sich insgesamt' auf 38K95 Millionen, Die aufgekömme-

SN.

nen Einnahmen blieben sogar hinter dem an sich geringen Einnahmeergebnis im gleichen Monat des Vorjahres erheblich zurück. Der durch die Einnah­men des Berichtsmonates nicht gedeckte Betrag von 28,32 Millionen wurde zunächst dem Vortrage des Vorjahres entnommen.

MAdeEttvss Msvomrorss-ond

Ilm 400 000 Mark herabgesetzt

Berlin, 21. März. Gegenüber dem Jahre

1929

ist der Dispositionsfonds des Reichspräsidenten um 400 000 RM geringer, nämlich auf 2 Millionen Reichsmark angesetzt worden. Es sind veranschlagt 13 Millionen an Unterstützungen für ehemalige Kriegsteilnehmer und 700 000 RM für laufende Zuwendungen. Die Unterstützungen sind, wie bis­her, nur für Teilnehmer am Feldzuge 1870/71 und an den vor 1870 geführten Kriegen sowie für Hin­terbliebene dieser Teilnehmer bestimmt. Für die Verwendung der Ausgabemittel trägt die Verant­wortung das Reichsfinanzministerium.

Dev SMMvM des KeskevunsSvvSftdenten von Votsdam

Berlin, 21. März. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Minister des Innern Prof. Dr. Waentig unterm 21. März d. I. an den Regierungspräsidenten Momm das folgende Schreiben gerichtet:

Sehr geehrter Herr Regierungspräsident! Ihr Rücktritt aus dem bisher von Ihnen verwalteten

Amte des Regierungspräsidenten in Potsdam hat mich mit aufrichtigem Bedauern erfüllt. Die Gründe, di« Sie zu diesem Entschluß bestimmt ha­ben, geben mir besondere Veranlassung, mit dank­barer Anerkennung der zahlreichen Verdienste und schönen Erfolge zu gedenken, die Sie sich in jahr­zehntelanger treuer und gewissenhafer Pflichterfül­lung nicht nur in Ihrer letzten Dienststelle, sondern auch auf allen übrigen von Ihnen bekleideten Po­sten erworben haben. Das Bewußtsein eines in aufopfernder und selbstloser Hingabe im Staats­dienste gewit meten Lebens und die unveränder­liche Hochachtung aller Menschen, mit denen Sie dienstlich oder außerdienstlich in Berührung gekom­men sind, begleiten Sie in Ihren Ruhestand und werden Sie alle die Kämpfe und Enttäuschungen, die Sie zur Zeit erleben, überwinden lassen.

Mit dem Ausdruck meiner besonderen Wert­

at

schätzung bin ich Ihr sehr ergebener (gez.) Waentig.

Glnbernfttns des Ses Wen La dtass

Darmstadt, 21. März. Der Präsident des Land­tages hat soeben das Plenum für Freitag den 28. März zu einer kurzen Sitzung zusammenberufen. Auf der Tagesordnung steht als wichtigster Punkt die Erstreckung des Finanzgesetzes, da der Etat nicht mehr rechtzeitig verabschiedet werden kann. Da­neben wird noch die Hefrag-Uebergabe an die Preußag, Mb bU Aufhebung be« Immunität de»

kommunistischen Abgeordneten Sumpf wegen der ' Vorgänge in den Opelwerken behandelt werden.

Im Finanzausschuß des Hessischen Landtages ' ging am Freitag die Aussprache bei Kapitel 57 t Volksschule weiter, brachte jedoch noch keine Kcä- i rung, da sich die Regierungsparteien in der geftri« gen interfraktionellen Sitzung noch nicht völlig s einig geworden sind. Sie wollen daher am Montag l zu einer letzten Beratung zusammenkommen, um f dann am Dienstag die ausstehenden Abstimmungen s nachholen zu können. Hinsichtlich der Förder- < klassen war sich die Mehrheit der Ausschußmitglie- \ der darüber einig, daß bei dem notwendigen Ab- i bau des Schulapparates zunächst an die Aufbau- ; ' schulen und die Klassen mit erweiterten Lehrzielen I. herangegangen werden müsse, ehe man an die all- [ gemeine Volksschule rühre. Auch bei der Zuweisung der Kinder in die Förderklassen solle etwas größer, E Vorsicht walten. Die Regierung vertrat den Stand- punkt, man möge es bei den von ihr vorgeschlage- , nen Sparmaßnahmen belassen. Hinsichtlich der I Fortbildungsschule erklärte die Regierung bereits 1 wesentliche Abstriche gemacht zu haben, weshalb sie e den weitergehenden Anträgen des Landbundes und i der DVP widerspreche. Landbund und Volkspartei s verlangten die Streichung der 14 000 RM für f Werkunterricht. Von sozialdemokratischer Seite ; wurde anerkannt, daß angesichts der Notlage des [ Staates mit Einsparungen an der Volksschule nicht j vorübergegangen werden könne. Zum anderen sei : aber auch eine Heranziehung der Gemeinden zu ; den Schulkosten gerechtfertigt. Die vom Finanzmini- ° sterium unterbreiteten Ziffern hätten ergeben, daß , die Gemeinden bei dem inneren Finanzausgleich , wesentlich besser gestellt seien als in anderen Lau- s dern. Vielleicht sei aber ein geringerer Beitrag als 200 RM pro Schulstelle schon ausreichend.

Die Mehrheit des Ausschusses regte dann noch an, bei der Aufhebung von einklassigen Schulen mit / größtmöglicher Schonung heranzugehen. Der s Ausschuß setzt seine Beratungen am Dienstag der j kommenden Woche fort.

GvSftttuns ^ev dvabtlpse« KerrrwVeEvevâStttss Vevtim-rvo ve Lanervo

Berlin, 21. März. Heute nachmittag fand im Kaiserhof die feierliche Eröffnung der Lrwhtlofeu Fernsprechverbindung von Berlin nach Rio de Janeiro statt. Staatssekretär Dr. von Schubert begrüßte am Fernsprecher den Vertreter des braisitianischen Außenministers Dr. Bean Delloso, durch Len er Lem Präsidenten von Brasilien und ^Lem brasilianischen Außenminister die Grüße der Reichsregierung übermittelte. Die llsLerbrückung der gewaltigen Entfernung durch das gesprochene Wort bedeute nicht nur einen Fortschritt der Tech­nik, sondern auch ein Mittel weUerer Verstänidlgung und Annäherung beider Völker. Der St>aatssekretär gab dem Wunsche Ausdruck, die neue drahtlose Ver­bindung möge Lazu beitragen, die zahlreichen ' freundjchafttichen Beziehungen zwischen Deutschland und Brasilien enger zu gestalten. Dr. LeaL Bello so übermittelte seinerseits die Grüße b Ä brasilianischen Regierung und ihr« Wünsche lhMZ

schon Brasilien und Deutschland ein Fakto^»»^ größter Tragweite für die Zukunft der freunLschaft« lichen Beziehungen zwischen Leiden Ländern mit werde.

Anschließend tauschten der Staatssekretär des Reichspostmimsteriums Dr. Feyerabend, Lek die Möglichkeiten eines weiteren Ausbaues der Verbindung betonte, der brasilianische Gesandte in Berlin Guerra Duyal. Prof. Georg Bern­hard als Vorsitzender des Reichsverbandes der deutschen Presse und der Präsident der deutsch- brasiliauiischen Handelskammer in Hamburg mit dem brasilianischen Verkehrsmimster, dem deutschen Ge­schäftsträger in Rio de Janeiro, einem Vertreter des Verbandes der brasilianischen Presse und dem Präsidenten des deutsch-brasilianischen Firmenver- Landes in Rio Ansprachen aus. Die Verständigung war vorzüglich.

AklendSebstahl in Berlin.

Berlin, 21. März. Aus dem verschlossenen Kraft­wagen des Reichskommissars für Getreidewirtschaft Dr. Baade, wurde vor einigen Tagen eine Akten« mappe, die wichtige Dokument« enthielt, gestohlen. In dem Auto war ein Fenster eingeschlagen und die Mappe Herausgenomen worden, die Akten über die derzeitigen Verhandlungen über die Stützung Les Roggenpreises und über das deutsch-polnische Liquidationsabkommen enthielt. Ferner hatte der Dieb einen Mantel mitgenommen. Es wird am genommen, daß es sich um einen politischen Dieb­stahl handelt und daß die Mitnahme des Mantel nur einen gewöhnlichen Diebstahl Vortäuschen sollte. Gestern abend erhielt der Reichskommissar die Akten in Packpapier eingewickelt von einem Mann zurück, der sie angeblich auf dem Fahr- Lamm gesunden haben wollte. Die Vermutung liegt nahe, daß die Dokumente in der Zwischen­zeit photographiert worden sinü.

Feuer im Obdachlosenheim. Gin Todesopfer.

Bautzen, 21. März. Gestern nachmittag ent­stand in dem an der Spree gelegenen Obdachlosen­heim ein Brand, der den Dachstuhl des Laufes völlig vernichtete. Eine 67 Jahre alt« Frau wurde aus dem Boden erstickt aufgefunden. Die Heiminsasse» wurden vorläufig in Ler Turnhalle untergebracht.

Pulverexplosion Drei lose, zwei verletzte

Dover (New Persey), 21. März. Ein schweres Anglück ereignete sich heute im Arsenal der Bundesarmee in picatinny. Als versuche mit einer neuen Art von rauchlosem Pulver angesiellt wurde», erfolgte eine heftige Explosion. Ein Offizier und zwei Zivilangestellte wurden getötet und zwei ver­letzt.

Letzte Telegramme.

Leitte Gemeinschaft Llovd-Aavaa

Bremen, 22. März. In den Presfenachrlchlei« über eine Gemeinschaft Norddeutscher Lloyd unb hapag (siehe auch unsere Meldung im Handelst»« v. Red.) erklär« der Vorstand des Norddeutsche» Lloyd, daß ihm darüber nicht bekannt sei. 3« Uebereinstimmung mit dem Vorstand der Hapag habe er zu erklären, daß beide Vorstände dies«