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Erscheint täglich mit Ausnahme der Gönn. und Feiertage. / Bezugspreis: Für den halber Monat RM.1.-, für den ganzen Monat AM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitags SamStag 12 N-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breit« 8 N-Pfg., im Nellameteil von 68 mm Breite 25 N-Pfg. z Offertengebühr so R.pfg

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ErWungSort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hamm, z Bei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises, z Für plahvorschrift u. Erscheinungslage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet., Geschäftsstelle: Hammerstr.S z Fernspr. 3956,3957,3958

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Neue Giuisunssveesuche im âbknett

Die Entichewutts des KeLGskahknetss abermals verschoben - Ginrenken der Denischen Solksvavtei? - â Aoiovkev in Form einev Awanssanlewe?

Das KstteKe

Gestern vormittag wurde in einer Minifier- besprechung über die Deckungsvorschläge zum Reichs- haushalsplan 1930 beraten. Die Verhandlungen über die Steuergesehe und Steuersenkungsmatz­nahmen für 1931 werden Heuke fortgesetzt. Gestern abend ist eine Entspanung der Lage eingetrelen.

Der Hauplausschutz des preußischen Land­tages begann gestern die Vorbereitung des Haus­haltes der Justizverwaltung. Justizminister Dr. Schmidt machte längere Ausführungen über den Haushalt.

Der Streik über den Rücktritt Grzefinskis wird auch heute fortgesetzt.

Für eine große Koalition in Sachsen hat die Sozialdemokratie neue Bedingungen aufgestellt.

Die große Befreiungsfeier für das besetzte Gebiet wird nach der Räumung der dritten Zone am 6. Juli in Mainz fialkfinden.

Aus dem Süden Frankreichs werde« große Aeberschwemmungen gemeldet, die einen beängstt- genden Umfang annehmen.

I« Rantan W nettern mittag im Alter von 78 Jahren der frühere russische Admiral Grigoro- witsch gestorben. Er war Adjutant des Zaren und von 1912 bis 1917 Marinemmifier.

Gevesktts sssen Vnischpanik

Berlin, 4. März. Bei einer großen Kundgebung anläßlich des fünfjährigen Jubiläums der Ver- emigung für polizeiwisfenschastlich« Fortbildung, die gestern abend unter Anwesenheit vonzahl­reichen Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden in den Kammersälen stattfand, hielt Reichsinnen- minifter Severing eine Rede, in der er auf zahlreiche aktuelle politische Fragen programma­tisch einging. Wir befinden uns augenblicklich, so führt« Severing aus, auf einer bedeutsamen Station des Leidensweges, den das deutsche Volk in der Nachkriegszeit durchmachen muß. Die 2,3 Millionen Arbeitslosen und die eine Million Aus­gesteuerten sind nicht allein eine Folge der Ratio­nalisierung. Deshalb ist die Arbeitslosigkeit sehr viel ernster zu bewerten, als es heute noch vielfach geschieht. Je mehr die Radikalen von links und rechts schreien, desto weniger werden sie tun. Aber di« geheimen Vorbereitungen zu Putschen, wie sie die NationaGozElisten jetzt zu beginnen scheinen, können wir unter keinen Umständsn dulden. Die Nationalsozialisten sind im Augenblick eine ernstere Gefahr als die Kommunisten. Die starken Der- mögensverschiebungen ins Ausland und besonders in die Schweiz sind nicht nur eine Flucht vor hohen Steuern, sondern die Sorge, daß durch Putsche die Existenz der wirtschaftlichen Unterneh­mungen in Frage gestellt wird. Deshalb muß die Polizei mit aller Energie gegen derartige Zustände Eingreifen. Augenblicklich, so führte der Mimster weiter aus, bestehe Aussicht, daß die wirtschaft­lichen Verhältnisse sich bald bessern. Infolgedessen müsse man gerade setzt die Nervenbehalten. Seve­ring sprach sich energisch füreine einmalige Heran­ziehung der großen Vermögen aus. Der Vor­sitzende der Preußischen Polizeibeamtenvereiniqnng habe ihm ebenso wie eine Anzahl von anderen Beamteniubrern erklärt, daß ein Notopfer, mich wenn es die Polizeibeamtenschaft treffen wurde, bei der Polizei populär fei. (Starker Verfalls. Der Minister dankte den Deamtenführern und den Be­amten für ihre Stellungnahme, die umso nobren- diger sei, als sonst unter Umständen die ungeheure Gefahr einer Einbehaltung von Gehaltsteilen der Beamten am Monatsende entstehen würde. Zur Reichsreform erklärte der Minister, wenn wir die Reichsreform überstürzt durchfichren wollten, so würde das Resultat sein, daß die Parlamente un­serem Vorgehen die Ratifizierung versagen, wo­durch wir weiter zuriickgeworfen wurden, als wir bisher schon sind. Wir haben kein Interesse an einem Einheitsstaat, der so schwach ist. daß er von einem Reichsbankpräsidenten in Schach gehalten werden kann. Aber die Reichsreform ist unbedingt -notwendig, und wir werden mit aller Energie an ihrer Verwirklichung arbeiten.

35 000 Batten Baumwolle durch Feuer vernichtet

Rew Orleans, 3. März. Am Sonntag abend brach am Kai des Mississippi-Flusses ein Brand aus, der mehrer Lagerhäuser in Asche legte. Es wurden 35 000 Ballen Baumwolle vernichtet und 100 00n Ballen beschädigt. Der Schaden wird auf 3 Mulm nen Dollar geschätzt.

Die gestrigen

Vermittlungsversuche

Berlin, 3. Märtz Heule vormittag wurde in einer Ministerhesprechung unter dem Vorsitz des Reichskanzlers über die Deckungsvorschläge zum Reichshaushallsplan 1930 beraten. Die Verhandlungen über die Steuergesehe und Sleuersenkungsmatzaahmen für 1931 und die damit zusammenhängenden Fragen werden morgensortgesetzt.

Das Reichskabinett hat, wie aus obigem amt­lichen Bericht hevvorge-ht, nun doch fürs erste den bequemsten Ausweg, den der Vertagung, gewählt, der ihm zunächst einmal die Möglichkeit gibt, etwas Mem zu schöpfen. Bis zur heutigen Sitzung wird der Reichsfinanzmimfter, einem Wunsche des Ka­binetts entsprechend, noch einige Unterlagen für di« vorliegenden Vorschläge beibringen, und dann bürste sich endgültig zeigen, ab und welche Möglichkeiten eines Kompromisses noch bestehen. Der Umstand, daß das Kabinett sich gestern nicht aufgelöst hat, wird hier und da in politischen Kreisen als Zeichen dafür gedeutet, daß man vielleicht doch noch durch ein Kompromiß um die Krise herumkommen werde. Man führt dabei Meinungsäußerungen aus Wirt- iMiâeijcn an, dl«, die, heMkrw tische Entschließung vom gestrigen Tage schon ge­tan hat, von dem Zusammenbruch des Kabinetts verhängnisvolle Wirkungen auf Staat und Wirt­schaft befürchten. Tatsache ist, daß Vermittlungs­versuche im Gange sind.

SsikmMfchs Austastung

Berlin, 3. März. Die am Nachmittag noch pessi­mistische Beurteilung der politischen Lage hat in den Abendstunden einer merklich optimistischen Auf­fassung Platz gemacht. Es wird vor allem der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß es schließlich doch gelingen werde, auch die Deutschs Dolkspartei für eine in der Richtung des Dennittlungsvorschlages der Demokraten sehende Lösung zu gewinnen. Man hofft, die Volksparte! zu diesem Schritt geneigter zu nwchen durch die bindende Zusicherung des Ka­

GsOwMevsaiafiVSShe in SüdßeanSveiO SevsMedens G adis und Sstschaften von iedem SevkebV avgehchLosfen - AabSveiche Personen nmS Leven gekommen

wasser, «och G«s and elektrische« Strom. Bas Elektrizitätswerk ist vollständig überschwemmt. Ein Rettungsboot zerschellte an einer Mauer. Einer der Insassen ertrank. Infolge der kritischen Loge sollen die Behörden ein vorläufiges Aussetzen der Rek- tungsarbeiten angeordnet haben, um nicht weitere Menschenleben zu gefährden. Beim Einsturz einer Brücke wurde ein Auto von den Fluten verschlun­gen.

Die bei Toulouse gelegene Ortschaft Villemar ist ebenfalls schwer heimgesucht worden. Auch diese Ortschaft ist vollkommen von der Umwelt abge­schlossen. In einer überschwemmten Fabrik sitzen 600 Arbeiter eingeschlossert. Aus den Straßen

in der Rahe von Toulouse steht da, Wasser teilweise bi, ,« 5 Meter hoch.

2 Hängebrücken find weggeschwemmt. Die Regen­güsse halten an unb die Flut steigt noch immer.

Aus Albi wird gemeldet, daß in der Umgebung 3 Brücken eingestürzt

sind und 3 Personen ums Leben gekommen sind.

Bei Carcassonne ist der

Berriac-Tunnel infolge der anhaltenden Regen­güsse eingestürzt

Die Reisenden werden mit Postanlos weiter beför­dert.

Rach einer imPetit Journal" verSffevMchdn Meldung sollen im Ueberschwemmungsgebiel

10 Personen ums Leben gekommen

sein. DieEre nouvelle" spricht sogar von 2 0 Personen.

Paris, 3. März. Ueber Béjiers ist eine Wasserhose niedergegangen, die die Straßen der Stadt innerhalb kurzer Zeit in Flüsse verwan­delte. Die Stadt ist ohne Licht, und es sehlt an Trinkwasser, da die Wasserwerke ebenfalls über- schwemmt sind. Mehrere Häuser mußten schleunigst geräumt werden. Sämtliche Flüßchen der Umge­bung sind über die Ufer getreten. Die wolkenbruch- artigen Regen halten an. Auch die Gegend von Carcassonne wurde von einem Wirbelsturm ijeimgefudA. Zwischen verschiedenen Ortschaften sind alle Verbindungen unterbrochen. Zahlreiche Vier­tel von Rarbonne stehen unter Wasser.^ 3m Departement Tarn sind ähnliche Verhältniße; überall fehlt es vor allem an Licht und Trink­wasser.

Paris, 3. März. Aus Montauban wird be- richtet, daß das Hochwasser des Tarn bereits den Stand des Hochwassers von 1875 überschritten hak. Ein Stadtviertel von Montauban steht vollkommen unter Wasser. In der Umgebung stehen zahlreiche Bauernhäuser unter Wasser; mehrere Häuser sind dem Einsturz nahe. Man befürchiel, dah einige Personen ertrunken sind.

Paris, 4. März. Die Uebcrschivrinmung des Tarn-Flusses hat außerordentliche Dimensionen angenomen. Die Stadt Montandon ist von allen Seiten von jedem Verkehr abgeschnitten. 3n meh­reren Stadtvierteln sind Häuser eingestârzk.

10 Soldaten, die mit Keffttngsarbeifen beschäf­tigt waren, fehlten beim Apell.

2 Soldaten sollen bei den Rektvngsarboiten ertrnn- ken sein. Die Stadt Monkm»b<m hat weder Trink-

binetts und aller andern Fraktionen, daß die für 1931 möglichen Steuersenkungen durch einen gesetz­geberischen Akt nicht nur festgelegt werden, sondern daß in diesem Gesetz auch die Höhe der Summe fest­gelegt wird, um die di« direkten Steuern gesenkt werden sollen. In diesem Vermittlung-vorschlag ist ferner eine feste Bindung auf den Zeitpunkt vor­handen, zu dem die Senkung der bireften Steuern in Kraft treten soll, also voraussichtlich der 1. April 1981. In diesem Zusammenhang wird aus Regie­rungskreisen weiter darauf hingewiefen, daß wirt- schaftlichs Kreise bereits der Deutschen Dolkspartei und besonders dem Minister Moldenhauer gegen­über die Auffassung vertreten hätten, es dürfe nicht zu einem Rücktritt der volkspartsilichen Minister und Mm Ausscheiden der Deutschen Dolkspartei aus der Koalition kommen.

Auf Grund dieses KompromißvorschlaAss wird nunmehr vor allem in der DeutjchenDolkspartei ver­handelt werden.

Moldenhauer verbandest

Berlin, 4. März. Die durch die Vertagung der Entscheidung im Reichskabinett gewonnen« Frist wird eifrig für Verständigungsoersuche unter den Regierungsparteien benutzt. Reichsfmanzminister Dr. Moldenhauer verhandelt lautB. X.' mit volks- parteilichen Politikern. Nach Ansicht des Blattes mehren sich neuerdings die Anzeichen dafür, daß gerade führende wirtschaftliche Kreise, di« der Dolks­partei nahcstehen, ihren Einfluß dafür in die Wag­schal« werfen, daß die Dolkspattei nicht alle Mög-

(Fortsetzung auf ©eite 2)

Drohende Wolken über Indien

Achmedabod, 3. Märtz Der Feldzug eine* allgemeinen Gehorsamsverweigerung mit Emschluß bet Richtabsührung von Steuern wirb nach Erklä­rungen verschiedener sührender Mitglieder der in­dischen Kongreßpartei im Laufe der nächsten Tage eröffnet werden. Gandhi hat dem Vizekönig von Indien durch Sonderkurier ein achttägiges Ultima­tum überbringen lassen. Die im Falle der Ableh. nung der indischen Forderungen in Aussicht genom­menen Maßnahmen Gandhis werben nicht näher bargelegt, so tm§ Gandhi selbst die Enlschciduag darüber überlassen bleibt, welch« Teile des Befrei­ungsprogramms, wie ;. B. Boykott der Kegierungs- beamten oder widerstand der Landbevölkerung gegen die Verwaltungsmaßnahmen bet Regierung er zu­nächst durchführe« will.

*

Mahatma Gandhi, der große ^Führer her indischen Freiheitsbewegung, hat Folgerungen aus den Beschlüssen des allindischen Kongresses, im Dezember des vergangenen Jahres gezogen« Damals wurde unter großer Begeisterung der Mehrzahl der Anwesenden die Forderung der völligen Unabhängigkeit Indiens aufgestellt und angenommen. Die gebildete und fortschrttt- siche Hchfchl des inütscheu Losies begnügte sich nicht mehr mit einem Dominialstatus innerhalb des britischen Imperiums, sie verlangte völlige Loslösung aus dem Bestand des englischen Weltreiches. Jetzt soll es mit dem auf dem cSe indischen Kongreß gefaßten Beschluß ernst wer­den. Gandhi hat an den britischen Bizekönig in Indien ein Ultimatum gerichtet, von heften Schicksal der Gang der Ereignisse in Serbien aufs entschiedenste beeinflusst wird. Für Eng« land steht der Besitz seiner wichtigsten und reitst ften Kolonie auf dem Spiel, für Indien der Er­folg oder der Zusammenbruch der nationalen Freiheitsbewegung.

Es ist bereits das zweite Ultimatum, des Gandhi an die britischen Behörden gestellt hat. Das erste Ultimatum, das die Forderung ent­hielt, innerhalb eines Jahres den Dominim» status in Indien einzuführen, lief am 31 De­zember 1929 ab. Es enthielt die Drohung, ba§ Indien eine völlige Loslösung von England et» streben wird, falls das Ultimatum abgelehrkt werden würde. London hat es nicht für nöt^j gehalten, dieses erste Ultimatum Gandhis allzu ernst zu nehmen. Es war nun für Gandhi en» Ehrenpflicht, die vorher angekündigte Aktion rechtzeitig einzuleiten. Dies ist nunmehr jetzt geschehen. Der Kampf in Lichien ist hiermit in ein neues, recht akutes Stadium getreten.

Die Gefolgschaft Gandhis ist augenblicklich viel größer als vor zwei Monaten wahrend d« Tagung des allindischen Kongresses. Damals hofften die versöhnlich eingestellten indische Liberalen, daß England sein Möglichstes tun würde, um die Erhebung Indiens zum Domi­nion zu beschleunigen Der Bericht der berüch­tigten Simon-Kommission, die seit zwei Jahr«, die Eignung Indiens zur Autonomie studier^, war damals gerade in Abfassung begriffen. Die gemäßigten indischen Politiker wollten nicht daran zweifeln, daß der Simon-Bericht bie Gründung des indischen Dominions hefürwor, ten werde. Inzwischen haben sie sich davon überzeugen können, daß die Labour-Regierung ebensowenig geneigt ist Indien gegenüber ein Entgegenkommen zu beweisen, wie es die kon­servative Regierung getan hat. Unter dem Druck dieser Tatsache haben sich die indischen Liberalen jetzt hinter Gandhi gestellt.

Die Schlagkraft der neuen national» indischen Kampagne ist durch die weitgehende Einstimmigkeit im Lager der indischen Poliiiker erheblich gestärkt. Wird sie aber ausreichew um London zur Nachgiebigkeit zu bringen? Dies muß man bezweifeln. Die Engländer wer­den sich wohl sagen, daß die Boykottandrohurrg Gandhis diesmal ebenso verstanden wird, wie es schon bei der ersten großen Kampagne Gandhis unmittelbar nach dem Kriegsende der

Vke hetttrse Stammer umfaßt

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