Nr. 52
Montag Len 3. Mrz 1930
Selts 5
Quecksilber vorgenommen habe^ wodurch der Tod des Mädchens herbeigeführt wurde.
Raubüberfall auf offener Strafte
: 3m August vorigen Jahres wurde in einer Seitengasse der Großen Sandgasse in Frankfurt a. M. der Wöinreifende Lehr von mehreren Burschen, mit denen er kurz vorher in einem Lokal gezecht hatte, und dabei eine wohlgespickte Brieftasche sehen ließ, niedergeschlagen. Den Räubern gelang es aber nicht, in den Besitz der größeren Geldsumme zu gelangen. Unter den Tätern befand sich auch der mehrfach vorbestrafte Arbeiter Theobald aus Frankfurt, den das Landgericht Frankfurt a. M. wegen versuchten schweren Raubs zu einem Jahr sechs Monate Gefängnis verurteilte. — Dieses Urteil ist jetzt rechtskräftig geworden, nachdem der 1. Strafsenat des Reichsgerichtes die vom Angeklagten eingelegte Revision als unbegründet verworfen hat.
Aus Kâ ttttb Sten.
— Rumpenheim, 3. März. Am 4. März feiert Fräulein Marianne Schweighofer, landgräfl. Pensionärin, m geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 85. Geburtstag.
Vom Auto erfaßt und getötet
— Offenbach o. 21L, 1. März. Am Freitag abend um 18 Uhr ereignete sich auf der Mainuferstraß« ein schwerer Unfall, dem der 20 Jahre alte Gärtner- gehÄfe Hans Geyer aus Oberrad zum Opfer fiel. Geyer fuhr mit einem Schubkarren, auf den er Gemüse geladen hatte, vom Felde nach Oberrad. Auf dem Wege wurde er von einem Auto aus Offenbach erfaßt und getötet. Der Chauffeur des Wagen wurde nach seiner Vernehmung durch die Polizei wieder entlassen.
Die vergessene Beerdigung.
— Asingen (Taunus), 1. März. Dieser Tage sollte hier die Beerdigung einer alten Frau stattfinden. Ein zahlreiches Trauergefolge hatte sich am Trauerhaus eingefunden. Um 15 Uhr sollte die Bestattung vor sich gehen. Der Totenwagen fuhr nicht vor, die Totenglocken schwiegen. Betroffen sahen sich die Trauernden an, als der Pfarrer mit feinen Meßdienern erschien. Noch immer wollten »e Glocken nicht läuten. Es wurde 15.30 Uhr. Da schickte man zum Rathaus, damit endlich unter dem Klang der Glocken die Beerdigung" stattfinden könne. Dort aber war die Beerdigung vergessen worden. Das Grab war noch nicht geschaufelt. Zwei Tage später erst konnte die Tote ihrer letzte Ruhestatt finden.
Die Geisteskranke im Warenhaus.
— Limburg, 1. März. Ein 21jähriges Mädchen aus Obertiefenbach erschien Freitag nachmittag mit einem großen Hund in einem Limburger Warenhaus. Man merkte an dem sonderbaren Benehmen der „Käuferin" bald, daß sie schwachsinnig war und man versuchte sie zu bewegen, das Geschäft zu ve^kosien^äs Mobmcn Netz sich jedoch nicht dar- ein. Der Respekt vor ihrer vierfüßigen Be- i» g'e&ung hielt den Geschäftsinhaber davon ab, von I seinem Hausrecht Gebrauch zu machen. Als nach Verlauf mehrerer Stunden der unerwünschte Besuch noch immer keine Anstalten zum Aufbruch machte, wurde die Polizei benachrichtigt. Zwei Wachtmeister führten die Schwachsinnige .zur Polizeiwache. Das war jedoch leichter gesagt als getan. De? Hund zeigte sich zwar nicht bissig, aber umso mehr seine Herrin. Sie biß den einen Beamten in den Finger, daß das Blut hervorquoll. Das Mädchen wurde schließlich mit dem Wagen abgeholt unit dürfte wahrscheinlich in der Heilanstalt Hadamar untergebracht werden.
Das Haus der Mutter angezündel?
— Kastel, 2. März. Am 26. Februar gegen 7.30 Uhr abends brach in Gieselwerder ein Brand aus, der die Häuser des Fuhrmanns Henne und der Witwe Warnecke vernichtete. Ein Vertreter des Oberstaatsanwaltes nahm alsbald nach Ausbruch des Brandes an Ort und Stelle die Ermittlungen auf, die ergaben, daß zweifellos vorsätzliche Brandstiftung vorlag. Gegen den Sohn der Witwe Warnecke, den arbeitslosen Gustav Warnecke, der alsbald festgenommen wurde, hat der Untersuchungsrichter die Voruntersuchung eröffnet und Haftbefehl wegen dringenden Verdachts der vorsätzlichen -Brandstiftung erlassen.
Schwerer Einbruch in ein Uhren- und Goldwaren- geschäst.
— Kassel, 1. März. In der vorletzten Nacht wurde in das Uhren- und Goldwarengeschäft Kogan in der Bahnhofstraße ein schwerer Embruchsdieb- stahl verübt. Den Tätern ist eine Beute im Werte von 4—5000 Mark in die Hände gefallen. Nach den bisherigen Feststellungen sind Vorstecknadeln, goldene und silberne Herrenuhren, Armbanduhren, Uhrketten, Halsketten, goldene Bleistifte und verschiedene Ringe gestohlen worden. Der Tat dringend verdächtig sind zwei jüngere Leute, die sich im Laufe des Tages längere Zeit vor dem Laden zu schaffen machten. Cs handelt sich um Leute im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Der eine wird beschrieben als etwa 1,75 Meter groß, schlank, bekleidet mit dunklem Mantel und dunklem Hut und Tuchgamaschen. Der zweite Verdächtige ist etwa 1,60 Meter groß, schmächtig, mit grauem Anzug und hellem Anzug bekleidet. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei.
Todessturz eines Greises
— Andernach, 2. März. Der 75jährige Landwirt Gottfried Breitbach in Kell stürzte, als er Heu holen wollte, mit dem Kopf gegen die Betondecke des Kellers. Der Verunglückte erlitt einen Schädelbruch und war sofort tot.
Tödlicher Unfall In einer Schiesergrube
— Kirchberg (Hunsrück), 2. März. In der Schie- f<*rgrube „Allen" bei Dickenschied stürzte plötzlich eine etwa 20 Zentner schwere Schieferwand ein und begrub den 20 Jahre alten Bergmann Jakob Hörbel aus Dukenschied unter sich. Trotzdem sofort die Bergungsarbeiten eingeleitet wurden, konnte der Ver- ungiückte bis jetzt noch nicht geborgen werden, so daß er als verloren gilt. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder.
iCCtiCC Tonnen am ^olttmbtts âar in Bsemevhaven
Ein seltenes Bild: Die Riefen-Schwesternschiffe „Bremen* und „Europa", das eine von der Ozean-fahrt, das andere von der glänzend verlaufenen Probefahrt zurückgekehrt, legten gleichzeitig am Kolumbuskai in Bremerhaven an.
FühVsvkorrseVenz des deuMeu VaEsamien- VeBSitSs
Am vergangenen Sonntag hielt der Gau Südwestdeutschland im Deutschen Bankbeamlen-Derein in Frankfurt a. M eine stark beschickte Führertagung ab. 48 Vertreter aus 18 südwestdeutschen Bankplätzen waren erschienen. In einem anschaulich gehaltenen Situationsbericht gab zunächst Gauvorsteher Decker einen kurzen Ueberblick über die wichtigsten Vorgänge auf gewerkschaftlichem, organisatorischem und sozialem Gebiet. Seit 1. April 1929 konnten im Gau rund 500 neue Mitglieder gewonnen werden; 85 Prozent aller südwestdeutschen Bankangestellten gehören damit dem Deutschen Bankbeamtenverein an. In den Betriebsräten von 131 südwestdeutschen Bankbetrieben zählte der D. B. V. Ende 1929 302 Mitglieder und besetzt damit nahezu sämliche Sitze in diesen Organisationen. Ueber 170 000 Mark an Gehaltsnachzahlungen, Abfindungen usw. wurden in den letzten 10 Monaten für die Mitglieder erstritten. Auch im Bildungswesen zeigen sich starke Fortschritte. An diesen Bericht, der mit großem Beifall ausgenommen wurde, schloß sich sine längere, sehr anregende und fruchtbringende Aussprache, in welcher insonderheit auch die durch die letzte Großbankenfusion für die Angestellten dieses Großbetriebes geschaffene Lage eingehend erörtert wurde. In der Enschlietzung wurde her âMWlMng und dein Gauvorstanü wärmster Dank zuteil, die anläßlich der Grohbankenverschmel- zung seitens der Organisation getroffenen Maßnahmen gut geheißen und die Bankangestellten Südwestdeutschlands aufgerufen, sich mit Nachdruck ebenfalls für die Fusion der Hauspensionskasse der Deutschen Bank mit der Neutralen Pensionskasse der Bankangestellten einzusetzen. Mit einem zündenden Appell zu weiterer recht kräftiger Mitarbeit im Jneresse der Bankangestellten fand die Konferenz nach 4%ftünbiger Dauer unter begeisterten Hochrufen auf den D. B. B. chr Ende. "
Kett-v âaMu"
Professor Samoilowitsch über die Fahrt des Eisbrechers ins Packeis — Die Rettung Marianos und Zappis — Wo kann man sich hier rasieren lassen?"
— Die Havarie der „Monte Cervantes“
21 Monate sind seit jener Katastrophe im Polareis vergangen, die für die Nobile-Expedition und die ganze miterlebende Welt den Höhepunkt einer unerhörten Tragödie bildete. Es schien, als seien die Akten über diesen Fall inzwischen längst geschlossen; da gab vor kurzer Zeit die Veröffentlichung des Urteils der italienischen Untersuchungskommission über Nobile den Anlaß, daß die Frage der Schuld an der unseligen Verkettung der Umstände von neuem zur Diskussion gestellt wurde. Ein Teilnehmer der Expedition, Prof. Behounek, ist noch einmal entgegen dem Spruch der Kommission für Nobile eingetreten; andere Zeugen, die bei der Rettungsaktion mitwirkten, haben' gleichfalls gegen die amtliche italienische Darstellung Einwände erhoben und besonders die Beurteilung des Verhaltens der einzelnen Expeditionsteilnehmer als unrichtig gekennzeichnet. Es mag nun für die Öffentlichkeit von Interesse sein, einen anderen, unbefangenen Hauptzeugen zu hören, Professor Samoilowitsch, den Leiter der russischen Hilsscxpedi- tion, die damals mit dem Eisbrecher „Kra sin" bis zum „Roten Zelt" vorstieß und die noch Lebenden rettete. Samojlowitsch weilt zurzeit in Berlin und gab im dortigen Institut für Meereskunde eine eingehende Darstellung seiner Erlebnisse.
Ein großer, kräftig gebauter Mann stellte sich den Hörern vor, der Typus eines Forschers, der sich auch in der knappen, sachlichen, fast zu sehr zurückhaltenden Art seines Vortrages nicht verleugnete. Samoilowitsch begann mit der Schilderung der Ereignisse, die binnen kürzester Zeit zum Einsatz der russischen Hilse führten. Als am 25. Mai 1928 die Funkstation des Luftschiffs „Italia" plötzlich verstummte — ein sicheres Zeichen, daß der Expedition irgend ein schwerer Unfall zugestoßen sein müße — bot die russische Regierung sofort ihre Hilfe an. Binnen drei Tagen sollte der „Krassin" der größte und stärkste Eisbrecher von 11 000 Tonnen Wasserverdrängung zum Auslaufen bereit gemacht werden, eine kaum zu bewältigende Arbeit, denn das Schiff stand seit Monaten außer Dienst, die Besatzung von nur 20 Mann mußte um das Sechsfache erhöht werden, man mußte 100—120 Tonnen Kohlen und für ein Jahr Proviant beschaffen. Trotzdem waren nach vier Tagen Schiff und Mannschaft marschfertig. Die Leitung der Expedition übernahm Samoilowitsch; als technischer Berater stand ihm ein Marineoffizier zur Seite,
außerdem waren noch einige Wissenschaftler und sieben Journalisten, darunter sogar eine Frau, an Bord. Am 5. Juni fuhr der „Krassin" von Leningrad ab nach Norwegen. Als er in Bergen einlief, um noch Kohlen und Proviant zu nehmen, herrschte dort fieberhafte Aufregung: Amundsen war am 18. Juni abgeflogen, und man hatte kein Lebenszeichen mehr von ihm vernommen; es bestand schon damals kaum noch Hoffnung, ihn zu finden. Hingegen wurde Nobile kurz darauf von dem schwedischen Flieger Lundborg gerettet. Ende des Monats erreichten dann die Russen die Nordküste von Spitzbergen; Nobile hatte noch telegraphisch darum gebeten, sich der Expedition anschließen zu dürfen, aber es war keine Zeit mehr zu verlieren. Zunächst wurde bei günstigen Eisverhältnissen ein südlicher Kurs eingeschlagen, bis undurchdringliche Eismassen Halt geboten. Ein Vorwärtskommen war ja auch für den „Krassin" nur dann möglich, wenn das Eis rissig war und Schollenbildung zeigte. Man bog also in nördlicher Richtung ab, an den sieben Inseln vorbei und kam auch dort nach kurzer Zeit in schwerstes Packeis, in dem sich das Schiff nur stoßweise vorarbeiten konnte. Zum Anlauf rückwärts, dann mit Volldampf auf die Eisdecke, die unter dem scharfen Kiel und dem ungeheuren Gewicht nachgab. Dieses Manöver mußte zwanzig- bis dreißigmal in einer Stunde wiederholt werden, um wenigstens einige Kilometer am Tag zurücklegen zu können. Schließlich war aber auch auf diese Weise nicht mehr weiterzukommen: als letztes Mittel blieb nur noch das Flugzeug. Am 8. Juli fand man endlich eure Eisscholle von 1 Ouadrakkilo- meter Umfang, die den Start für die große dreimotorige Junkersmaschine möglich machte. Nach einem kurzen Probeflug stieg die siebenköpfige Mannschaft unter Führung des Piloten Tschuch- nowsky zur Erkundung auf. Die Wettervoraussage war denkbar ungünstig. Die Funkspriiche des Flugzeugs meldeten nach kurzer Zeit dichten Nebel. „Zwecklos weiterzufliegen. Wir kehren um." Aber plötzlich traf eins verstümmelte Meldung ein, aus der'das Wort „Malmgreen" zu «Mzifjern war. Der Standort war nicht zu erfahren. Ein weiterer Funkspruch Tfchuchnowskys meldete roieiter dicken Nebel. Er könne den ,Krassin" nicht mehr finden und habe sich zur Notlandung entschlossen. Notlandung im Packeis! Mit fieberhafter Spannung wartete man auf den nächsten Anruf. Aber der Radioapparat blieb stumm. Es verging eine Stunde, zwei, drei, vier Stunden; es erfolgte nichts mehr. Der Mann am Kasten suchte verzweifelt, sendet unaufhörlich, bis endlich die erlösende Meldung von glücklicher Landung kommt. Nur das Fahrgestell der Maschine war gebrochen, aber die Mannschaft war ja mit Proviant versehen und konnte warten, bös es möglich war, sie em,zuholen.
Zuerst mußte die Malmgreengruppe gerettet werden. Tschuchnöwsky hatte die Stelle genau angegeben, infolge südöstlicher Winde hatten sich die Eisoerhältnisse gebessert; man erreichte schon nach zehn Stunden die bezeichnete Stelle. Die ganze Mannschaft war an Deck versammelt, als man plötzlich ganz in der Ferne einen Menschen sich über das Eis bewegen sah. Ein zweiter war in liegender Stellung. Wo war der Dritte, den Tschuchnöwsky gemeldet hatte? Der Mann, der sich kaum noch aufrecht erhalten konnte, — es war Zappi antwortete auf italienisch, unverständlich. Aber die Geste, mit der er aus das Eis wies, war nicht mißzuverstehen. Später erzählte er die bekannte Geschichte, daß Malmgreen schon vor einem Monat zurückgeblieben fei, auf eigenen Wunsch, weil et die beiden anderen nicht habe aufhalten wollen. Samoilowitsch verzichtete auf jede weitere Kritik, erinnerte nur an die Expedition Scott, die bis zum letzten Mann unterging, weil jeder bis in den Tod die Treue hielt. Später erwähnte er allerdings noch eine kleine Episode, die für Zappi höchst'bezeichnend ist Nach der Aufnahme der Viglierigruppe beschwerte sich Zappi über die Platzanweisung auf dem Schiff. Sie als Offiziere könnten doch nicht mit einem Unteroffizier zusammenkampieren. Er bitte dringend um eine Aenderung. Samoilowitsch wies daraufhin dem Unteroffizier die schönste Kabine des Schiffes an.
Die Fahrt wurde also bis zum „Roten Zelt" fortgesetzt. Cs befand sich auf einer Eisscholle, die schon rissig und vom Waffer überschwemmt war. Die Russen waren in letzter Stunde gekommen. Es wurde dem Redner schwer, von deni Erlebnis dieser Stunde zu sprechen, den Gefühlsfturin zu schildern, der Retter und Gerettete bewegte. Er ging rasch darüber hinweg und erzählte die heitere Episode, wie einer der Italiener mit der Frage aufs Schiff kam: „Sagen Sie mal, wo kann man sich hier rasieren lassen?" Samoilowitsch schilderte 'Sanu die Suche nach der Ballongruppe, die schon deshalb erfolglos bleiben mußte weil die italienische Regierung die attgeforberien Flugzeuge nicht zur Verfügung stellte. Auch die Beteiligung Nobiles an dem zweiten Vorstoß des .Krassin scheiterte an dem Verbot Roms. Zunächst wurde» mm die Ge-
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Am Samstag morgen verstarb in seinem Landhaus in Rengsdorf nach kurzer schwerer Krankheit der Gründer und Seniorchef der Firma Henkel & C o., Düsseldorf, Kommerzienrat Fritz
Henkel, im Alter von nahezu 82 Jahren. Wie bekannt, ist sein Sohn Fritz am 4. Januar d. I. gestorben. — Oberbürgermeister Dr. Lehr-Düsseldorf richtete an die Direktion der Henkel-Werke ein Beileidschreiben, in dem es heißt: „Ganz Düsseldorf trauert um den großen Mann, der durch eigene Kraft Ihr Werk zu Weltbedeutung führte, und uns allen ein großes Vorbild geistigen Ringens, unermüdlichen Schaffens, tätiger Menschenliebe und umfassenden Gomeinsinns war."
retteten nach Kingsbai gebracht, wo dem ,„Krassin" von Vertretern aller Nationen ein begeisterter Empfang bereitet wurde. Dann fuhr das Schiff weiter nach dem Süden, zur Vornahme her nötigen Reparaturen. Unterwegs erreichte es aber der Notruf des deutschen Vergnügung Stampfers „Monte Cervantes", der beim Zusammenstoß mit einem Eisberg eine schwere Havarie erlitten hatte. Ohne das rechtzeitige Eingreifen des „Krassin" wäre dieser Unfall wohl kaum so glimpflich abgelaufen.
Nach Beendigung der Reparaturen unternahmen die Russen eine zweite Expedition von Spitzbergen aus nach dem Franz-Josephs- und dem Alexandra- land. Trotz Flugzeugerkundung blieb die Fahrt erfolglos. Die Zeit war auch" zu weit oorangeschritten, es gab schon neue Eisbildungen. So mußte am 22. September dem Befehl Moskaus zur Heinikehr Folge geleistet werden. Am 5. Oktober lief das Schiff in Leningrad ein, vom Jubel von Hunderttausenden empfangen. Smnoilowttsch erzählte, daß er später zu unzähligen Vorträgen ganz Rußland bereisen mußte. Er sprach auch noch von der wertvollen wissenschaftlichen Ausbeute der Cxpe- ditton und von dein Plan, diese Ergebnisse im nächsten Jahr auf einer Polarfahrt des „Krassin" zu vervollständigen.
, Rundruntz-Nvogv^mme
Monlag, 3. März 1930
6.30: Wetterbericht und Zeitangabe. Anschließend: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Fastnacht-Montag . . .! 13.30—13.45: Werbekonzert (Schallplatten). 14: Berlin und Deutschlandsender, Königsberg, Hamburg, Köln, Stuttgart und Wien: Rosenmontagszüge in West- und Süddeutschland. 16—17.45: Von Homburg (nach Stuttgart): Konzert der Kurhauskapelle Burkart. 18: Albrecht Schaeffer liest aus eigenen Dichtungen. 18.35: Nach Stuttgart: „Wie entsteht ein Kupferstich und eine Radierung? Dortrag. Nach Stuttgart: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Nach Stuttgart: Kölsch« Karnevalslieder. 20: Von München: „Der Tanz ins Glück". Operette in 3 Akten. 22.15: Nach Stuttgart: Nachrichten. 22.35—24: Tanzmusik.
Sevekne. Mornmltmm
Oratorien verein. Dienstagprobe fällt aus. Zur
Probe am Freitag, %8 Uhr, müssen alle Mitglieder zugegen sein. 424
BekannimathtmsLtt
Oesfenkliche Mahnung fälliger Steuern und Abgaben?
Diejenigen Steuerschuldner, welche mit der Entrichtung der am 15. Februar 1930 fällig gewesenen
Hausziassleuera Grundoermögenssteuern kanalbcnuhungsgebührea Müllabfuhrgebühren für Februar 1930 Geiverbe-Ertragsteuer Verussschulbeitrag Handelskammerbeitrag für 1. Januar bis 31. März 1930 Gewerbefkeuer-Rachtrags-Umlage für 19^8 (4. Rate)
Schulgelder Hundesteuer für 1. Januar bis 31. März 1930 im Rückstände find, werden hierdurch ösfeutlich g«. mahnt, die Rückstände bis spätestens 6. März IMO an die unterzeichnete Kasse zu entrichten.
Von den folgenden Tagen ab werden die fällig gewordenen Rückstände nebst Zinsen und Gebühren im Wege der Zwangsvollstreckung ein- gezogen.
Eine Behändigung von Mahnzetteln findet nicht statt. Zahlungen im Giroverkehr oder auf Postscheckkonto Nr. 5104 Frankfurt a. M., müssen pätestens am obengenannten Tage der Kasia portofrei zugehen.
Hanau, 3. März 1930.
___Sladtkasse. Albert, Rendant._________
Für den Bezirk Neustadt-Ost ist Herr Lehrer Schäfer, Heraeusstraße 10, als Schied«mann und als Stellvertreter des Schicdsmonnes für den Bezirk Altstadt-West, Herr Kaufmann Friedrich Kuntz, vor der Kinzjgbrücks 5, neu gewöhn und vereidigt worden. Weitere Aenderungen sind nicht eingetreten.
Hanau, den 24. Februar 1930.
Der Magistrat: gez. Dr. Stift«