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Nr. 50

Stettag den 28. Aèbrvar 1930

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fassend gestalten kann, ohne irgendwie aus dem Rahmen zu fallen. Zum Tuchmantel trägt man übrigens den steifen Hut, zum Ulster niemals, eben­sowenig wie dazu und zum Regenmantel auch ein Zylinder geschmackvoll wäre. Die Auswahl der rich­tigen Stiefel bereitet auch feine Schwierigkeiten. Ai den eigentlichen Gssellichastsanzügen paßt na­türlich niemals der brauens Stiefel, der zum Straßsnanzug gehört. Zu den ausgesprochenen Ge- fellschastsanzügen trägt man niemals grellfarbige Strümpfe oder Schlipse. Bunte Taschentücher, die so oft aus der linken oberen Außentasche hervor­schauen, sind in jedem Falle talmielegant und ge-

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Absturz vom Piz Bernina

Zürich, 26. Febr. Von zwei deutschen, vermutlich bayrischen Touristen, die in Begleitung einer Dame den Piz Bernina (4055 Meter) mit Skiern bestei­gen wollten, brach der voranschreitende Tourist plötzlich in eine große Gletscherspalte ein und stürzte, da das Seil riß, in den Abgrund. Eine Rettungskolonne ist heute früh von Pontresina zur Unglücksstelle aufgestiegen. Die Namen der Tou­risten sind bis jetzt nicht bekannt.

Eine Schaluppe gesunken 17 Personen ertrunken

Wami, 27. Febr. Erst heute wird durch die Mit­teilungen von Reisenden, die von der Insel Nassau hier eingetroffen sind, bekannt, daß sich am 17. Februar auf der Höhe von der zu den Bahama- Jnseln gehörenden Insel Abaco ein schweres Un­glück ereignet hat. Dort schlug die Schaluppe Pre­toria infolge hohen Seeganges voll Wasser und sank. Von der 20 Mann starken Besatzung er­tranken 17, nur 3 Mann gelang es, den Strand der Insel zu erreichen.

Wolkenbrüche in Südikalien Bier Tole

Losenza, 26. Febr. Infolge heftiger Wolken­brüche ereignete sich in San Giovanni in Fiore ein Erdrutsch, der zwei Häuser völlig zerstörte. Bis jetzt sind vier Tote und vier Schwerverletzte zu ver­zeichnen.

Eine ganze Versammlung verhaftet

Chicago, 26. Febr. Eine große Anzahl von Arbeitslosen versuchte heute. in einem Saal eine Versammlung abzuhalten. Da die Polizei fürchtete, daß es, wie in der letzten Woche, wieder zu einem

Sie alle haben Chancen,

des Berliner

das Rennen in der Spitzengruppe zu beenden, so ausgeglichen ist die Besetzung Sechstagerennens, das heute gestartet wird. (Zeichnung von Kellerer).

Marsch der Arbeitslosen zum Rathause kommen könne, sonderte sie etwa 150 Arbeitslose im Saal ab und verwehrte den übrigen den Zutritt. Dabei kam es zu Zusammenstößen, bei denen einige der Demonstranten von den Polizeibeamten niederge­schlagen wurden. Nach längerem Hin und Her ent­schloß sich die Polizei, die Abhaltung der Versamm­lung zu gestatten, doch wurden später sämtliche Teilnehmer unter der Beschuldigung der Land­streicherei verhaftet.

Japans Kampf gegen die Prostitution.

Von den Präfekturen Japans haben sich in letz­ter Zeit fünf gegen die gesetzliche Prostitution aus- g^prochen und ihre Abschaffung befürwortet. Die Nachricht wird von vielen Japanern mit Genug­tuung begrüßt werden, die jedoch durch die Wahr­nehmung beeinträchtigt werden dürfte, daß es noch immer 41 Präfekturen gibt, die es nicht für ange­zeigt halten, zu dieser wichtigen Frage Stellung zu nehmen. Die Agitation wird, wie der in Tokio er­

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scheinende ^apan Advertrser" hevoorhebt, beson­ders im Bezirk Nagano seit sieben Jahren lebhaft betrieben und durch andauernde Petitionen unter­stützt. Die letzte dieser Eingaben trägt 60 000 Un« tevschriften und stellt damit einen Rekord dar, da der Bezirk der Präfektur 1,6 Millionen Einwohner zählt, sodaß auf jedes fünfte Haus eine Unterschrift entfällt. Der eifrigste Vorkämpfer in diesem Kampf ist Jsoo Abe, der Führer der Arbeiterpartei im japanischen Parlament. Seine Angriff« auf die Regelung der Prostitution, wie sie in Japan be­steht, stützt sich aber nicht etwa auf moralische Gründe oder den Hinweis auf die Volksgesundheit, sondern es ist die Form der Sklaverei, die für ihn den Stein des Anstoßes bildet. Das genannte Tokioter Blatt unterstützt den Parteiführer durch den Hinweis, daß die gesetzliche Prostitution ge­radezu derGrundstein und Schild" des Sklaven­handels sei. Ohne den gesetzlichen Schutz-würde das System unweigerlich zusammenbrechen. Selbst wenn man auf den Vorteil verweist, daß dieses System di« Straßen reinhält und die Prostitution in ge­sonderte Viertel verbannt, so werde doch dieser Vorteil reichlich dadurch ausgewogen, daß die Hei­ligkeit des Gesetzes hier tatsächlich di« Versklavung von 60 000 Frauen sanktionierte.

Abdul Hamids Warmorkifch.

In einem Kaffeehaus in Sarajevo entdeckt« man zufällig eine Tischplatte aus Marmor, die laut In­schrift dem Sultan Abdul Hamid gehörte. Der Be­sitzer des Kaffeehauses, der lange Jahre auf der kostbaren Platte, ohne ihren Wert zu kennen, sei­nen Kaffee getrunken hatte, erwarb sie von einem österreichischen Offizier. Die Tischplatte meist reich­sten Ornamentenschmuck auf. Die Edelsteine, die sich früher an verschiedenen Stellen befunden hat­ten, sind ausgebrochen. Eine arabische Inschrift lautet:Burd; die Thronbesteigung Sultan Ha­mids wurde der Erdkugel wahrlich neue Ehre zu­teil. Besonders mit dem Regierungsjubiläum stellte sich der Ruhm ein und begleitete alle Fest­lichkeiten. Es stellte sich der Steg ein und gab allem große Bedeutung. Der silberne Bajram endet« mit vollkommenem Ruhm". Der Tisch ist wahrscheinlich das Geschenk des Schahs an den Sultan Abdul Ha­mid zu dessen fünfundzwanzigjährigem Jubiläum.

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