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18. Sebkuav
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^mum Gladt und Land
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103C
Die Negierung Tardieu gestürzt
Dev «Kampf um die Mmom» LhSvonS - «HSeou Rei« die oevieauenssrase - Die «esieruus bleibt mit fünf Stimmen in der LNiudevheit
Abweisung dev Mage gegen VvenSen
Leipzig, 17. Febr. In dem verfassungsrechtlichen Streitverfahren des Völkisch-Rationalen Blocks und der Volksrechkspartei gegen das Land Preußen über die Verfassungswidrigkeit von Bestimmungen des preußischen Landeswahlgesehes ist der Staalsgerichtshof zu folgendem Spruch gekommen: Die Anträge werden zurückgewiesen.
In der Begründung wurde u. a. folgendes ausgeführt: Der von der klagenden Partei dem Staats- gerichtshof unterbreitete Streit über die Verfassungsmäßigkeit einiger Bestimmungen des preußischen Landeswahlgesetzes ist ein Verfassungsstreit innerhalb eines Landes im Sinne § 19 RV. Zur Entscheidung dieser Frage ist der Staatsgerichtshof berufen, da kein anderes Gericht des Reiches oder des Landes Preußen zuständig ist. Eine Verfassungswidrigkeit geltend zu machen, ist jede Partei befugt.
t Die Entscheidung muß zuungunsten der Ankrags- jtetlerinnen ausfallen, weil die von ihnen als mit ■bem Grundsatz der Gleichheit unvereinbar und da-
als verfassungswidrig bezeichneten Beffimmun- mit den Vorschriften des Reichswahlgesetzes Mereinstimmen.
Die Miedeelass des ttraurSMcheu Kabinetts
Paris. 17. Febr. Die Regierung Tardieu ist heute nachmillag in der Kammer bei einer Abstimmung über einen Steuer etgän}un geant rag der Finanzkömmistion geordneter Bedeutung mit fünf Stimmen in der Minderheit geblieben. Die
von unter
ergab 386 Stimmen gegen.
fünf Stimmen in der Minderheit geblieben. Die Abstimmung . 381 Stimmen für die Regierung.
Der Ministerpräsident Tardieu, der bekanntlich das Bett hüten muß, verfaßte das Demiffionsschreiben des gesamten Kabinetts, das gegen %10 Uhr dem Präsidenten der Republik überreicht wurde.
Der Präsident der Republik Doumergue hat die Demission angenommen.
Beim Verlassen des Elysees rklärke Briand den Journalisten, die ihn wegen seiner „ reise nach London befragten, er reise nicht nach London. Auf eine Frage nach dem Verbleib des Marineministers Leygues in London erwiderte Briand, es sei möglich, baß der Marineminister nach Paris zurückkehre.
Ab-
Das Kabinett Tardieu, das im November v. J. unter heftigen Geburtswehen zustande kam — die Radikal-Sozialisten versagten ihre Mitarbeit,
Maringmppe angehörenden Abgeordneten Denais zurückzuführen. Finanzminister Chèron erklärte, die Aufrechterhaltung dieses Artikels würde einen Ein-
Tardieu müßte sich deshalb rechts auf die Gruppe nahmeausfall von 60 Millionen Franken zur Folge
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Marin stützen
Deutschland und die «konfevem der Seemächte
(Londoner Brief)
Die Konferenz der Seemächte ist in der vorigen Woche endlich an die fachlichen Kernfragen herangetreten. Ihre Beratungen haben dabei zunächst den Eindruck hinterlassen, daß die Mächte vor außerordentlich großen Schwierigkeiten stehen, die das Schicksal der Konferenz zunächst noch als ziemlich ungewiß erscheinen lassen. Das einzige bisher erzielte positive Ergebnis, die Einigung Englands und der Bereinigten Staaten auf volle Gleichstellung ihrer Flotten ist zwar nicht in Frage gestellt, aber doch einer Revision unterzogen worden. Dazu kommt die Weigerung Japans und Frankreichs, auf die Verwendung der Unterseeboote zu verzichten, das Verlangen Japans nach völliger Gleichstellung in der U-Boot-Waffe mit den Vereinigten Staaten und England und schließlich die Aufstellung leines französischen Flottenbauproyramms, das
Klommen anzuerkennen. Eine starre Bindung jebes leinenen der Derfassungsgrundsätze bis zur letzten »Konseguenz durchzuführen," kann der Verfassungs- Igeber nicht gewollt haben. Aus diesem Grunde hat Wer Vsrfassungsgesetzgeber dem ordentlichen e i n eto iffe 5 Maß vd n Freiheit übertragen.
Ob und inwieweit Abweichungen von den ein= leinen Wahlgrundsötzen im Interesse der Cinheit- f lichkeit des ganzen Wahlsystems und zur Sicherung der in ihm verfolgten Ziele geboten sind, hat der ordentliche Gesetzgeber zu entscheiden. Diesen Entscheidungen kann der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich nur entgegentreten, wenn sie vffensichtlich der inneren Rechtfertigung entbehren und wenn von ihnen gesagt werden kann, daß Jie dem in Artikel 22 offenbarten Willen des Verfassungsgesetzgebers zuwiderlaufen. Dieses trifft aber nicht zu. Diese Vorschriften haben ihre Grundlage in der Erwägung, daß eine gewisse Zurückdrängung der kle in en P a rte ie n erforderlich sei, um die Bildung großer Regierungsparteien zu ermöglichen. Diese Erwägung vermag der Staatsgerichtshof nicht als unsachlich zu bezeichnen. Sie Beschränkung geht auch nicht über das vom Verfassungsgesetzgeber zugelassene Maß hinaus.
Die umstrittenen preußischen Wahlrechtsvorschriften stimmen genau überein mit den entsprechenden des Reichswahlgesetzes. Sind diese aber verfassungsmäßig anzuerkennen, dann muß d as gleiche für die preußischen Bestim - wungen gelten. Aus dein Artikel 17 der RV. ist zu entnehmen, daß die Wahlrechte der Länder möglichst die gleichen Bestimmungen haben sollen, wie das Wahlrecht des Reiches. Daher sind diese Bestimmungen nicht verfassungswidrig.
VroieMelesvamm an den SterchsKnanzmrnrftev
nungsverschiedenheit g Frage der Steuerbehn treibenden, welche ihre
ihren
beschäftigen. Diesem Mißgeschick dürste keine übertriebene Bedeutung beizumessen sein und man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß das neue Kabinett ebenfalls wieder den Namen Tardieu führen wird. Tardieu hat sich durch seine Haltung im Haag und in London bei der Rechten in Frankreich einen recht guten Namen gemacht, und die Linke ist zu uneinig und zersplittert, um sich zu einem Block gegen Tardieu zusammenzufinden. Wohl wird darauf hingewiesen, daß Poincarè nach glücklich beendeter Kur wieder nach Paris zurückgekehrt sei, und eventuell für ein Kabinett in Frage käme, doch für diese Lösung ist wenig Wahrscheinlichkeit vorhanden. Es ist anzunehmen, daß die Krists sehr bald behoben sein wird.
Die VovseschrchLe dev Msdevlase
Paris, 17. Febr. Die Abstimmungsniederlage des französischen Kabinetts hatte folgende Vorgeschichte: Die französische Kammer hatte am Montag nachmittag die Beratungen der Artikel des Finanzgesetzes wieder ausgenommen und sich zunächst mit den Artikeln beschäftigt, die am Samstag zurückgestellt werden mußten, da die hierfür vorgesehenen Redner nicht anwesend waren. Es handelte sich hierbei besonders um Artikel 2, der eine Herabsetzung der Grundsteuer für unbebaute Grundstücke von 18 auf 16 v. H. vorsieht und für den Staat einen Steuerausfall von etwa 50 Millio-
Bremen, 17. Febr. Wie Bößmanns-Telegraphen- büro erfährt, hat bie Deutsche Volkspartei Bremen an den Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer und an den Fvaktionsfllhrer Dr. Scholz nachstehendes
Telegramm gesandt:
Nach Zeitungsberichten beabsichtigt Reichsminister neues Programm zur Sanierung der Reichskasse vorzubringen und dazu anstatt der seit Iah- ^sfrift in Aussicht gestellten Steuersenkungen neue Steuern in erheblichem Umfange vorzuschlagen. Dieses Vorgehen ist für die Volkspartei untragbar. Die Not der Wirtschaft fordert gebieterisch Beginn des Abbaues der Steuern. Wirtschaft muß sehen, daß Reichsrcgierung anerkennt, daß Kulminations- V'Nkt in steuerlicher Beziehung überschritten ist und Abbau begonnen wird. Dann wird billiger werdendes Geld den Beginn eines Aufstieges ermöglichen.
führt 1930 zu weiterer Krise und Vermehrung der Arbeitslosigkeit. Grundlegende Reform der Erwerbslosenversicherung ist unvermeidbar und dwß erzwungen werden.
Gkedenftttttdenfchkchi
Essen, 18. Febr. Die „Deutsche Dergarbeiter- -eètuing", das offizielle Organ des Deutschen Berg-
neu Franken bedeuten würde.
Finanzminister Chèron verlangte zunächst die Abtrennung dieses Artikels, sah sich aber gegenüber der Hartnäckigkeit der Kammermehrheit gezwungen, im Namen Zartrieus die Vertrauensfrage ' " ™" """ ten 270 Stimmen wurde
zu stellen. Mit 290 gegl der Regierung das Vertrag Ergebnis der Abstimmung beweis-, VuD u.t <A.a-. der Regierung in den mit dem Finanzgesetz zusammenhängenden Fragen alles weniger als günstig ist. Sie Mehrheit von nur 20 Stimmen ist in erster Linie den 23 Ministern zuzuschreiben, die naturgemäß für die Regierung stimmten.
Der Kampf zwischen Ch è ron und der
lauen au-
sgesprochen. Dieses eist, daß die Lage
Kammer entbrannte dann auf der ganzen Linie. Finanzministcr Chèron hatte die Abtrennung des Artikels 3c, der eine Pauschalermäßigung der Steuern auf industriellen und Handelsgewinn für die im Geschäft ihres Mannes arbeitende Frau vorsieht, gewünscht und in diesem Zusammenhang die Vertrauensfrage gestellt. Der betreffende Artikel war auf einen Antrag des der
Abgeordnete M a k o y, I derte das Haus auf, gegen die Abtrennung dieses Artikels, also gegen die Regierung zu stimmen; denn dieser Artikel interessiere 700 000 bis 800 000 Kaufleute, während er das Budgetgleichgewicht nicht gefährde. Sie Tatsache, daß es sich nicht um eine politische Frage handele, sei dadurch erwiesen, daß der der Maringruppe angehörige Abgeordnete Denais den Antrag eingebracht habe, und daß der Finanzausschuß, der eine andere Mehrheit habe, ihn befürworte. Der Abgeordnete Denais selbst erklärte vor der Abstimmung, daß er angesichts der Vorbehalte des Finanzministers gegen feinen eigenen Antrag auf Abtrennung stimmen werde.
Sie Kammer hat dann, wie bereits gemeldet, die Abtrennung des Artikels 3c mit 286 gegen 281 Stimmen abgelehnt. Die Regierung ist also mit fünf Stimmen in der Minderheit geblieben. Finanz- minister Chèron und Justizminister Lucien Herbert verließen die Kammer, während man den Rus hörte: „Es lebe Tardieu!"
Paris, 18. Febr. Sie 286 Abgeordneten, die gestern gegen die Regierung gestimmt haben, setzen sich wie folgt zusammen: 23 Radikale-Linke, 4 Unabhängige, 7 bei keiner Fraktion, 106 Radikale, 11 Mitglieder der unabh. Linken, 13 Soz. Republikaner Gr. Painlevè, 13 Soz. Republikaner Gr. Eharbrun, 99 Sozjialistcn, 10 Kommunisten, 8 haben sich der Stimme enthalten. 22 Abgeordnete waren beurlaubt. — 2 Kommunisten durften an der Abstimmung nicht teilnehmen. Alle übrigen haben für die Regierung gestimmt.
SvamsMche PresseMmmett
Paris, 18. Febr. Nach dem Sturz des Kabinetts Tardieu schreibt der „M a t i n" : Sie Stunde scheint gekommen zu sein, das Kabinett der republikanischen Konzentration zu bilden, das seit Beginn dieser Legislaturperiode nicht zu verwirklichen gewesen war.
„Echo de Paris" erklärte: Tardieu muß das neue Kabinett bilden. Er geht aus dieser Abstimmung keineswegs in feinem Prestige geschwächt hervor.
Das Blatt Daladiers „La Republique" schreibt: Für den oberflächlichen Beobachter ist d a z Kabinett bas Opfer eines Zufalles geworden, für den aber, der nachdenkt, war es durch seine Zusammensetzung selb st verurteilt. Der Beweis ist erbracht, daß die Kammer das Land nicht der Reaktion auszuliefern gedenkt. Sie Richtung der Linken hat das Kabinett gestürzt, die Richtung der Linken mutz die Regierung übernehmen.
(Weitere Meldungen auf Seite 2).
arboiterverbundes, kündigt 'm einem Artikel eine arbeitsrfchaft nach Einführu Aktion für die SicbenstiMdenfchicht schicht ihre Ablehnung durch
Internationale
im Bergbau an. In dem Artikel wird mit geteil t, daß bis zur Junikonferenz des Jntevwârnalerr Arbeitsamts bie Bergarbeiter einen erhöhten Druck auf die Regierungen ihrer Länder ausüben wcr- den. Am Schluß heißt es: „Wenn bie deutschen Unternehmer auf die erneute Forderung der Derg
iruna der Sèebenstlmden- ) einen Hinweis auf die
internationalen Wèttbewerbsoerhältnisse begründen, so ist damit die Frage der Siebenstundenschicht für die Bergarbeiter durckmus nicht abgetan. Was auf nationalem Gebiet allein nicht erreicht werden
kann, muß im Rahmen einer internationalen Aktion verwirklicht werden'«
Mr völlige Gleichstellung der englischen und der amerikanischen Flottenstärke hat zur Folge, daß das gegenseitige Stärkeverhältnis der englischen, amerikanischen und japanischen Flotte in Bezug auf Schlachtschiffe neu festgesetzt werden muß. Nach den Abmachungen der Washingtoner Konferenz ist dieses Verhältnis 20:18:10. Als neue Verhältnisziffer wurde in Aussicht genommen 15:15:9. Aber diele Lösung stand zunächst nur auf dem Papier. Denn es erhob sich die Frage: Welcher Art sollen die Schiffe sein, die England aus dem Bestand seiner Schlachtflotte streicht? «ollen es moderne Schlachtschiffe mit 15-Zoll- Geschützen oder frühere Bauten mit 13,5-Zoll- Geschützen sein. Ueber diese Frage vermochte man sich nicht einig zu werden. Selbst die englische Arbeiterregierung schreckte davor zurück, fünf moderne Schlachtschiffe zu opfern. Noch eine andere Streitfrage tauchte auf: Sollten die Vereinigten Staaten anstatt der in Aussicht genommenen drei ihre vier ältesten Schlachtschiffe opfern und dafür das Zugeständnis erhalten, ein Riesenichlachrschisf nach dem Vorbild des englischen Rodney-Modells zu bauen. Gegen eine" solche Lösung wehren sich die Engländer mit allen Kräften. Nach ihrer Ansicht würde die Parität einer starken amerikanischen Ueberlegenheit Platz machen.
Die Unterseeboot-Frage versetzte der Einigkeit der Konferenz einen zweiten Stoß. Japan und England lehnte die Abschaffung der U- Boot-Waffe ab und die französische Delegation zeigte in diesem Punkt eine vollkommen unerbittliche Haltung. An eine Abschaffung der U-Boot-Waffe ist also nicht zu denken. Aber es bleibt die Frage, ob nicht eine ernsthafte Einschränkung der Zahl und der Größe erreicht werden kann. Hier wird es wahrscheinlich noch zu recht kritischen Auseinandersetzungen kommen. Frankreich strebt zweifellos nach der stärksten U-Boot-Flotte. Japan verlangt in Bezug auf das Unterseeboot mit England und den Vereinigten Staaten gleichgestellt zu werden. Ferner fordert es an Zerstörern V» der englischen und amerikanischen Stärke. In den ostasiatischen Gewässert, läuft diese Forderung auf eine volle Gleichstellung hinaus. Kein Wunder, daß sich in den Kreisen der englischen und der amerikanischen Delegation gegen diese Parole der schärfste Widerstand be merkbar macht.
Am stärksten wurde die Konferenz indessen durch die Aufstellung des französischen Flottenbauprogramms erschüttert. Darnach will Frankreich — ganz abgesehen von seinem Ehrgeiz auf dem Gebiete des U-Boot-Baues —
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