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Seile 2

Donnerstag, den 6. Februar 1930

Nr. 31

Finangveform in einem so Überstürzten Tempo vor- genommen werden müßte, daß die Interessen der Länder dabei s«hr gefährdet werden würden.

Die KbMmmuns

Der bayerische Dertagungsantrag fand nicht die erforderliche Unterstützung, so daß er nicht zur Abstimmung gestellt werden konnte.

Der Gesandte für Mecklenburg-Schwerin er­klärte, feine Regierung könne dem Haager Abkom­men nicht zustimmen, weil darin Deutschland uner­träglich belastet werde und die Saarfrage noch nicht gelöst sei. Mecklenburg-Schwerin werde aber auch nicht dagegen stimmen, um nicht den Anschein zu erwecken, als wolle es die Befreiung deutscher Gebiete von fremder Besatzung verzögern.

Für die preußischen Provinzen Ostpreußen, Pommern, Brandenburg und Niederschlesien gab dann Freiherr von G a y l eine Erklärung ab des Inhalts, daß die Vertreter der genannten Provin­zen den neuen Plan und die damit zusammenhän­genden Vorlagen ab lehnen. Unsere Bedenken können umsoweniger zurückgestellt werden, als uns die für die Durchführung des Planes notwendige Umstellung der gesamten Wirtschafts- und Finanz- politit bisher keineswegs gewährleistet erscheint. Die erwünschte und erhofft« Befriedung der Welt durch den neuen Plan kann nicht durch einseitige und unerfüllbare Opfer Deutschlands herbeigeführt werden.

Die thüringische Regierung ließ erklären, daß Thüringen das Haager Abkommen ablehne.

Sie Regierung des Freistaates Sachsen erklärt«, sie stimme trotz schwerer Bedenken dem Haager Abkommen zu in der Voraussetzung. daß auch die Länder an den aus dem Dockngplan entstehenden Erleichterungen beteiligt werden.

Der Neu« Plan wurde dann mit 48 Stimmen gegen 6 Stimmen (Thüringen, Ostpreußen, Bran­denburg, Riederschlesien, Pommern) und bei 12 Enthaltungen die Stimmen Bayerns und Meck­lenburg-Schwerins angenommen.

Im weiteren Verlauf der Reichsratssitzung wurde das Reichsbankgesetz angenommen, und zwar mit einem Antrag der Stadt Berlin, wonach Schuldverschreibungen inländischer kommunaler Körperschaften ebenso behandelt werden sollen, wie die des Reichs oder die der ßänber. Der Antrag Berlins wurde mit 38 gegen 25 Stimmen bei drei Enthaltungen angenommen. Reichsaußenminister Dr. Curtius erklärte, daß sich die Reichsregie- rung in diesem Punkte eine Doppelvorlage Vorbe­halte. Das Reichsbankgesetz wurde dann mit der dazu beantragten Entschließung in einfacher Ab­stimmung angenommen.

Ohne' Aussprache wird «dann auch das Reichs­bahngesetz mit Mehrheit angenommen, ebenso das deutsch-amerikanische Schuldenabkommen.

Der Reichsrat beschäftigte sich dann mit dem

Liquidalionsabkommen.

Auch hierüber berichtete Ministerialdirektor Dr. Brecht. Nach dem Versailler Vertrag konnten die Gläubigermächie deutsches Vermögen liquidieren u. den Erlös behalten. Die deutschen Vertreter haben nochmals versucht, diesen Zustand zu ändern, leider nur geringem Erfolg. Der WertdesEroer Biqui- dation freigegebenen Vermögens wird geschätzt bei Belgien auf 20 Mill., bei Frankreich eben­falls 20 Mill., bei Canada auf 6,5 Mill., bei England auf 40 Mill., bei Australien auf 5,5 Mill, und bei Neuseeland auf 370 000 Mark, insgesamt also rd. 92 Mill. Der Wert des von England nicht freigegebenen Vermögens wird auf 11 Mill. geschätzt. Die Ausschüße haben be­dauert, daß nicht mehr erreicht werden konnt«. Aber durch eine Verweigerung der Ratifizierung des Ab­kommens wären Ehrlose nicht freigeworden. Im Ge- gcntell wäre die Liquidation fortgesetzt worden.

Gemeinsam mit diesem Abkommen werde auch das

polaische Abkommen vorgelegt. Darin verzichtet auch Polen auf weitere Liquidationen. Der Wert der Freigabe wird auf 5570 Mill. geschätzt. Die Ausschüsse billigten das Ziel der Reichsreaierung, zu einer Verständigung mit Polen zum Schutze der deutschen Minderhei­ten in Polen zu kommen.

Freiherr von Gayl erklärte, das deutsch- polnische Abkommen sei für die Vertreter des deut­schen Ostens unannehmbar.

Reichsauhenmiuister Dr. Curtius erklärte, für die Reichsregierung würde eine Ablehnung des deutsch-polnischen Abkommens unannehmbar sein.

Der ostpreußische Antrag aus Ablehnung des deutsch-polnischen Abkommens wurde abgelehnt» und zwar mit 37 gegen 21 Stimme bei 8 Enthal­tungen. Gegen das Abkommen stimmten Ostpreu- ßen, Grenzmark Posen-westpreußen, Brandenburg, Ober- und Riederschlesien, Pommern. Schleswig- fiolffein, Westfalen, Rheinprovinz, Bayern und Mecklenburg-Schwerin. Enthalten haben sich Würt­temberg, Thüringen, Bremen und Oldenburg.

Die unveränderte Liquidationsvorlage wurde mit 43 gegen 12 Stimmen bei 11 Enthaltungen ange­nommen.

Damit war die Tagesordnung der Reichsrats­sitzung erledigt.

Ansvevßatts dev &, P. D"

Berlin, 5. Febr. Ein Düsseldorfer Mittagblatt hat vor wenigen Tagen behauptet, daß Vertreter der Kommunistischen Partei mit Unter­händlern der Sozialdemokratie über den Verkauf des gesamten unbeweglichen Eigen­tums und eines Teils des beweglichen Eigentums der KPD. in Verhandlung stehen. Als Kaufpreis seien 15 Millionen RM gefordert worden, die schließlich auf 8,5 Millionen RM ermäßigt worden leien. Die Unrentabilität der kommunistischen Be­triebe wurde als Grund der Verkaufsverhandlun­gen angegeben.

DieRote Fahne" hat am Mittwoch abend so­wohl die Tatsache der behaupteten Verhandlungen, wie auch die Unrentabilität der kommunistischen Betriebe bestritten. Es fei ein Schwindel, daß das an der Spitze der KPD. stehende Geheimdirekto- plane, das gesamte Parteisigentum der KPD. ___ Gebäuden, Druckereien usw., das einen Wert von 15 Millionen RM darstellt, für 8,5 Mill. RM

rium plane, das

an

ausgerechnet an die Sozialdemokratie zu verkaufen.

Die Mittwochabendausgabe desVorwärts" bemerkt zu diesen Behauptungen derRoten

Reichskabinett und Oat nenev Nanzevevenzevfrven

Berlin. 5. Febr. Das Reichskabinett hat Henke nachmittag 4 Uhr die Beratungen über die Ausgestaltung des Reichshaushaltsplanes für 1930 angenommen.

lieber die Sitzung des Reichskabinetts wukde folgendes amtliche Kommumguce ausgegeben:

Dos Rüichskabinett trat heute unter dem Vor­sitz des Reichskanzlers in eine erste Beratung über die Gestaltung des Etats für 1930 ein. Der Reichsfinanzminister erstattete über den gegen­wärtigen Stand der Vorberatung des Haushaltes und die sich daraus ergebenden Notwendigkeiten einen ausführlichen Bericht, dem eine eingehende Aussprache folgte. Cs wurde in Aussicht genom­men, am Freitag vormittag mit den Parteiführern eine Besprechung über den gleichen Gegenstand zu veranstalten."

Ueber die Art, wie Dr. Moldenhauer sich die Sanierung der Finanzen denkt, hören wir folgen­des: Das voraussichtliche Defizit des Etats für 1930 wird sich nach den Berechnungen des Finanz­ministeriums auf rund 700 Millionen belaufen. Um den Fehlbetrag zu decken, sollen die Ausgaben für die Arbeitslosenversicherung aus dem Reichselat herausgenommen werden. Man will die, erreichen dadurch, daß der Versicherung Kredite gegeben wer­den sollen, von der Angestelltenversicherung aus der einen und der Landesversicherung aus der anderen Seite. Diese Regelung ist für einen Zeitraum von zwei Jahren in Aussicht genommen. Alsdann würde, so hofft man, die Arbeitslosenversicherung in der Lage sein, die Kredite aus eigenen Mitteln

abzutragen. 1----- ------r... ~. u-----tr

Der noch verbleibende Fehlbetrag soll ausge- Zwischenlösung gefunden sein, glichen werden durch eine Erhöhung der Biersteuer, | -

Wieder Gankttonsdeobunsen

AnslesnnssknnMüBe Tardieus

Paris, 5. Febr. 3n dem Bestreben, feine etwas brüchig gewordene Mehrheit wieder fester zufammenzukitlen, gab Tardieu in der gestrigen Be- prechung mit den Fraktionsführern der Mehrheits- wrteien eine aufsehenerregende Erklärung über die Ergebnisse der Haager Konferenz ab, die von einem Teil der Presse mit Stillschweigen übergangen wurde. Sie ist augenscheinlich dazu bestimmt, die Rationalisten vom Schlage Franklin Bouillon und Marin, die das Kabinett während der letzten außen­politischen Debatte wütend angriffen, zu befriedigen und ihre Stimme bei der kommenden Aussprache über die Haager Abmachungen zu gewinnen. Tar­dieu erklärte nämlich, daßnach dem Wortlaut hier zustandegekommenen Abmachungen Frankreich im Falle eines Aufhörens der deutschen Reparation«-

iluatl. .,, v,tk .,,.,.,; Ju.nu»»vu«. bi* sechs einladenden Mächte unterzeichnet. Polen Gerichtshofes das Recht Habe, entweder ist nicht eitzb«BM.

MNach dem heutigenEcho de Paris" soll Tardieu

Zahlungen nach einer Feststellung des 3nternationa-

>eutsche Häfen oder Kohlengruben mit Beschlag zu belegen oder das Rhein­

land wieder zu besetzen."

Diese Fesffkellung Tardieus, die von den Ver­tretern der Rechtsparteien mit stürmischem Beifall unterstrichen wurde, hat in den hiesigen politischen Kreisen großes Aussehen erregt. Es ist das erstemal, daß feit dem Abschluß der Haager Ver­handlungen von offiziöser Seite djie Lösung der Sanktionssrage auf die Formel gebracht wurde. Diese Drohung Tardieus mit einer Wiederbesetzung >eutschen Gebietes ist nicht geeignet, eine Atmo- phâre be«c Vertrauens herzustellen. Man muß sich ragen, wie sich Briand und Loucheur zu dieser Interpretation der Haager Beschlüsse stellen.

Was Stettin dam fast

Berlin, 5. Febr. In einem Artikel in einer Ber­liner Morgenzeitung behauptet der deutschnatio-

Fahne" unter dem tötetAusverkauf der KPD.", daß selbstverständlich bei her sozialdemo­kratischen Partei niemals die Absicht bestanden habe, Druckereien zu kaufen, um in ihnen kom­munistische Zeitungen zu drucken. Es sei also ganz offenbar, daß an der Erzählung desDüsseldorfer Mittag'' manches nicht stimmen könnte. Das ZK. der KPD. möge daher seinen Anhängern mitteilen, was an dieser Geschichte Wahrheit sei.

Darüber hinaus erklärt der Sozialdemokratische Pressedienst,

es stehe fest, daß seit dbr zweiten hâlste des Oktober die maßgebende kommunistische Instanz bemüht ist, die Druckereien und Gebäude der k. p. D. möglichst schnell zu veräußern und daß als letzter Termin dieser Veräußerung der

1. Februar in Aussicht genommen war.

Es wurde zu diesem Zweck u. a. nicht nur mit dem Hugenberg-Konzern, sondern zugleich auch mit dem Elbmühlkonzern in Wien Verhandlungen geführt, in deren Verlauf eingehende Besichtigungen der kommunistischen Druckereibetriebs und Kontrollen stattgefunden haben, die insbesondere einen genauen Ueb erblick über die Verschuldung der K. P. D. ge, statteten.

wollte eine Leiche kaufen

In der Hamburger Bürgerschaft erklärte laut vorwärts" bei der Aussprache über den mißglück- fen Aufstandsversuch tuet k P. D. der iozialdemo- kratische Redner Senator Ehrrnleit, daß der Groß­vater des durch eine Kugel tödlich verletzten Lehr­lings, der als Unbeteiligter in die ersten Zusammen­stöße hineingeraten war. mitgeteilt Hal. bei ihm seien Vertreter der K. P. D. gewesen und hätten die Unterschreibung eines Reverses angetragen, die Leiche seines Enkels der K. P. D. zur Beerdigung auszuliesern. Die k. P. D. werde die Beerdigungs­kosten übernehmen und ihm außerdem noch 2000 Mark bezahlen. Diese. Ansinnen ist von der Fami- üe mit Entrüstung abgelehnt worden. Diese Mittei- lung löste in der Bürgerschaft stürmische Entrüstung aus.

aus der man Mehreinnahmen in hohe von etwa 180 Millionen erwartet, und eine Heraufsetzung der Umsatzsteuer um X Prozent, von den aus dieser Steuer erzielten Einnahmen würden >m Elalsjahr 1930 auf das Reich 190, auf die Länder 80 Millio­nen entfallen. Aus diese Weise würden 370 Millio­nen abgedeckt. Der Fehlbetrag müßte dann durch Ersparnisse aufgebracht werden. Das ist in großen Zügen die Reform, die Minister Moldenhauer vor­schlägt. Die Steuerfenkungsaktion, die im ursprüng­lichen Finanzprogramm vorgesehen war, wird ver­schoben werden müssen.

*

In der Presse war die Behauptung aufgestellt worden, die Frage der Etatsansätze für das Panzer­schiffB" werde einen wichtigen Raum in den Kabinettsberatungen über den Haushaltsplan spie­len. Das dürfte, wie dasBerl. Tageblatt ' mittelst, nicht der Fall gewesen sein. Das Kabinett bemüht sich vielmehr, den Konflikt in seinen eigenen Reihen zu vermeiden. Als ein Weg hierfür wird in Regie­rungskreisen der Vorschlag betrachtet, das Schiff im Etat mit einem nominellen, geringfügigen Betrag 100 000 Mark erscheinen zu lassen, um es sozusagen präsent zu halten. Auf der anderen Seite würde der Reichswehrminister an anderen Stellen des Wehretats sehr viel größere Ersparnisse man spricht von mehreren Millionen durchführen. Da­

mit würde ohn« Austrag der grundsätzlichen Frage vom Standpunkt der Finanznot des Reiches eine

nale Reichstagsabgeordnete Dr. von Frey- tagh-Loringhoven, daß Polen durch die Haager Abmachungen das Recht erhalten habe, seine Forderungen gegen Deutschland gegebenen­falls auf dem Wege von Sanktionen einzutreiben. In Berliner politischen Kreisen betrachtet man diese Ausführungen deshalb besonders bedauerlich, weil sie unter dem Namen eines bekannten Völker­rechtslehrers veröffentlicht worden sind. Sachlich ist dazu zu bewerten, daß im Haag die Sanktionen endgültig beseitigt worden find und kein Sank­tionsrecht mehr besteht, daß der Artikel also von falschen Voraussetzungen ausgeht. Außerdem ha­ben das Abkommen über die Sanktionsfrage nur

sich über die Haager Abkommen zu der Sanktions­frage dahin geäußert haben, daß Frankreich das Recht habe, die Rheinhäfen und das ganze rhei­nische Gebiet im Falle von Nichtzahlung der deut­sch«» Schulden wieder zu besetzen, ohne daß Deutschland etwas dagegen unternehmen könne. Eine Bestätigung darüber, daß das Blatt die Aeußerung Tardieus authenisch wiedergegeben hat, liegt an Berliner amtlichen Stellen noch nicht vor. Es wird aber schon jetzt in unterrichteten Kreisen betont, daß diese Auffassung im Vertrag keinerlei Begründung findet, da im Falle einer Zerreißung des Vertrages Schritte der Gläubigermächte nur im Rahmen des allgemeinen Völkerrechtes erfol­gen können und außerdem noch von der Entschei­dung des Internationalen Gerichtshofes abhängig gemacht sind.

Tumult bei d. ÄehsVfÄÄvuus dev Leiche d. Abs. Dv.LNeyes

Berlin, 5. Febr. Bei der Ueberführung der Leiche des kommunistischen preußischen Landtags­abgeordneten Dr. Meyer kam es heute in den Nachmittagsstunden vor dem Karl-Liebknecht-Haus am Bülow-Platz zu Tumulten, wegen deren die Polizei einschreiten mußte. Als der Leichènzug sich nach dem Krematorium in Bewegung setzte, wo der Tote morgen verbrannt werden soll, versuch­ten große Menschenmengen, sich dem Trauerzuge anzuschließen. Der wiederholten Aufforderung der Polizei, sich aufzulösen, leisteten die Demonstran­ten keine Folge, so daß die Beamten von ihren Gummiknüppeln Gebrauch machten und die Wider­spenstigen mit Gewalt zerstreuten.

Gtabrheimmann evkchlasen

Auf dem Heimweg von Ammendorf bei Halle war, wie gemeldet, in der Nacht zum Sonntag der 25jährige Walter Graefe aus Bessen, Mitglied des Stahlhelms", von Kommunisten überfallen und schwer mißhandelt worden. Graef« ist gestern abend seinen Verletzungen erlegen. Unter der Bevöl­kerung herrscht, wie dieNachtausgabe" berichtet, groß« Erregung, do es in wenigen Wochen der zweite Fall ist, daß hier ein Stahlhelmmitglied nachts von Kommunisten überfallen und tödlich verletzt worden ist.

Ankunft des VottchatteeS «atkett

Berlin, 5. Febr. Der neue ameyikanifche Bot­schafter Sackett, ist heute abend in Berlin eingetrof­fen. Er sagte bei dem Empfang auf dem Bahnhof, er habe eine ausgezeichnete Ueber fahrt hinter sich, freue sich auf seine neue Tätigkeit und kenne und schätze Deutschland von früheren Reisen her, deren letzte ihn im Sommer 1928 durch Deutschland ge­führt habe. Dem Vertreter des WTB. erklärte Botschuster Sackett, er wünsche, daß seine Beziehun- gen zur Presse in Deutschland so ausgezeichnet sein

würden wie die Beziehungen die er in Washington als Senator zur arnerikanischen Presse unterhalten habe. Zum Empfang des Botschafters hatte sich u. a. auch der Reparattionsagent Parker Gilbert «ingsfunden.

Von dev Klotteuksttkeveur

London, 6. Jan. In derDaily News" sagt Wilson Harois: Es ist sicher, daß die Flotten- konferenz den Bau von Ersatz-Schiffen der gegen­wärtigen Linienschiffe bis November 1936 aufschie­ben wird. Es werde ein Vorschlag geprüft, bereits jetzt eine Anzahl Großkampfschiffe abzubrechen und zwar 8 britische, 6 amerikanische und japanische. Dies würde die Großkampfschiffe der drei Länder auf 12:12:7 vermindern, was dem ursprünglichen Washingtoner Verhältnis von 5:5:3 entspräche. In diesem Zusammenhang sei die Haltung Frankreichs wichtig, das den Bau neuer Großkampfschiff« er­wäge, um ein Gegengewicht gegen dieErsatz Preußen" und ihre künftigen Schwesternschiff« zu haben. Dies sei aber keine wirkliche Schwierigkeit, denn Derttschland könne nur 6 Fahrzeuge dieses Typs bauen und werbe es wahrscheinlich gar nicht auf diese Zahl bringen. In dem Artikel wird wei­ter ausgeführt, gestern abend hätten die Haupt­delegierten beschlossen, den Gedanken einer völligen Abschaffung der U-Boote fallen zu lassen. Dem Ber- »ehmen nach soll der Versuch gemacht werden, ein internationales Statut zu schaffen, um ihre Ver­wendung in Kriegszeiten zu regeln.

Times" meldet, die britische Regierung werde vorschlagen, alle Ersatzbauten bis 1936 aufzuschie­ben und vor dem genannten Jahr eine Konferenz , abzuhalten, um zu untersuchen, ob der Bau von Ersatzfahr,zeugen nicht noch weiter aus geschoben werden könne, sollte aber der Ersatz beschlossen werden, dann soll vereinbart werden, die Tonnage der Schlachtschiffe auf 25 000 Tonnen und die Ee- schützkaliber von 18 auf 16 Zoll herabzusetzen.

Auschras auf den NvLsrdstttstt von MesèWo

Rewyork, 5. Febr. Wie Associated preß aus Mexiko meldet, feuerte ein junger Mann sechs Schüsie auf den Präsidenten Rubio ab, als dieser nach der Einführung in sein Amt den Rational­palast verließ. Der Präsident wurde am Kiefer ver­wundet. Die Kugel ist auf operativem Wege ent­fernt worden. Die Aerzte des Krankenhauses, in dem die Operation vorgenommen wurde, erklärten, daß der Zustand des Präsident nicht besorgnis­erregend sei. Auch die Gattin des Präsidenen und seine kleine Richte Ofelia Ortega wurden leicht ver­letzt.

Der Attentäter wurde festgenommen und er­statte bei seinem verhör, er heiße Daniel Flores und sei 22 Jahre all. Er sei Anhänger von Jose Vasconcellos, des Kandidaten der Partei gegen die Wiederwahl eines Präsidenten, der im Wahlkampf von Rubio geschlagen wurde.

Rcwyork, 6. Febr. Nach einer Meldung M Presse aus Mexiko teilte der frühere Präsident Por­tes Gil, der provisorisch wieder die Leitung der Re­gierung übernommen hat, der Presse mit, daß Frau Rubio bereits vor einigen Tagen einen anonymen Brief erhielt, in dem es heißt, ihr Gatte werde den Amtseid niemals leisten sönnen. W führt in daß die von Daniel Flores abgegebenen Schüsse Hen s Präsidenten und feine Gattin verletzt hätten, mqn= - rend der Wagenführer unverletzt blieb. Glückliches- i weise feien die Schüsse, obwohl Kopfftreisschüsie, . doch nicht gefährlich. Die Tat zeige erneut, daß un« gesunde Elemente im Lande seien, die vor keinem Verbrechen zurückschreckten und die Nation ins Ver­derben führen müßten. Die Aerzte hoffen, daß der Präsident in einigen Wochen wieder hergestellt sein wird. Die Schußoerletzungen im Unterkiefer seien nicht als gefährlich anzusehen, obwohl ein Knochen­stück entfernt werden dürfte. Bei dem Täter Daniels

Flores wurde außer einigen religiösen Sachen ein Pesedo-Goldstück gefunden.

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Dev ârmbachev Katt «sch nicht entichiesen

München, 5. Febr. Wie die Gerichtspressestelle Bayreuth über den Fall Meußdörffer mitteilt, er­scheinen die Selbstbezichtigungen von Schuberth und Popp mit Rücksicht auf die keinesfalls voll­ständig geklärten VorMnge, durch die sie veranlaßt wurden und auf die übrigen der Untersuchungs- bewürbe bekannten Umstände durchaus noch nicht so überzeugend, daß die Untersuchung der Aufgabe enthoben wäre, das Vorbringen der Beiden in allen jeinen zum Teil unklaren, zum Teil widerspre­chenden Einzelheiten auf feine Richtigkeit oder Glaubwürdigkeit zu prüfen und die Zusamnien- Hänge klarzustellen. Insbesondere haben die merk­würdigen Angaben des angeschuldigten Meuhdörf- , ser über sein Verhallen bei dem erstmaligen Betre­ten des Schlafzimmers feiner Frau und nach deren Tod durch das Vorbringen von Schuberth und Popp noch keine Erklärung gefunden.

Schweres Molorradunglück

Rheinfelden (Bad.), 6. Febr. Gestern abend fuhr ein mit zwei Personen besetztes Motor­rad bei Beuggen auf einen mit Holzwolle beladenen Handwagen auf. Der 35 Jahre alte verheiratete Adolf Müller war sofort tot, der 45 Jahre alte Rudolf Ruh starb zwei Stunden später Im Kranken­haus. Beide stammen aus Rheinselden.

Gerüsleinfturz

Duisburg, 5. Febr. Ein Gerüst, das zum An- bringcn einer Richtreklame an der Börse aufgestellt war, brach heute nachmittag aus noch ungeklärter Ursache zusammen. Ein Monteur und ein Arbeiter stürzten auf den Bürgersteig. Sie waren sofort tot. Die übrigen auf dem Gerüst beschäftigten Arbeiter konnten sich rechtzeitig sesthalteii.

Eine Griechin zurMiß Europa" gewählt.

pari«, 5. Febr. Heute wurde hier von einer Jury aus 19 Malern und Bildhauern verschiedener Länder die Schönheitskönigin Europas gewählt. 19 Nationen, darunter Deutschland, waren durch ihre Schönheitsköniginnen vertreten. Die Wahl fiel auf die Vertreterin Griechenlands, die 18jäh- rige Tochter eines Advokaten. Alioe Diplaraku, die 10 Stimmen erhielt, während die französische Schönheitskönigin 3, die belgische zwei und all« ander«» je eine Stimm« «Hielte»,