Seile 2
Donnerstag, den 6. Februar 1930
Nr. 31
Finangveform in einem so Überstürzten Tempo vor- genommen werden müßte, daß die Interessen der Länder dabei s«hr gefährdet werden würden.
Die KbMmmuns
Der bayerische Dertagungsantrag fand nicht die erforderliche Unterstützung, so daß er nicht zur Abstimmung gestellt werden konnte.
Der Gesandte für Mecklenburg-Schwerin erklärte, feine Regierung könne dem Haager Abkommen nicht zustimmen, weil darin Deutschland unerträglich belastet werde und die Saarfrage noch nicht gelöst sei. Mecklenburg-Schwerin werde aber auch nicht dagegen stimmen, um nicht den Anschein zu erwecken, als wolle es die Befreiung deutscher Gebiete von fremder Besatzung verzögern.
Für die preußischen Provinzen Ostpreußen, Pommern, Brandenburg und Niederschlesien gab dann Freiherr von G a y l eine Erklärung ab des Inhalts, daß die Vertreter der genannten Provinzen den neuen Plan und die damit zusammenhängenden Vorlagen ab lehnen. Unsere Bedenken können umsoweniger zurückgestellt werden, als uns die für die Durchführung des Planes notwendige Umstellung der gesamten Wirtschafts- und Finanz- politit bisher keineswegs gewährleistet erscheint. Die erwünschte und erhofft« Befriedung der Welt durch den neuen Plan kann nicht durch einseitige und unerfüllbare Opfer Deutschlands herbeigeführt werden.
Die thüringische Regierung ließ erklären, daß Thüringen das Haager Abkommen ablehne.
Sie Regierung des Freistaates Sachsen erklärt«, sie stimme trotz schwerer Bedenken dem Haager Abkommen zu in der Voraussetzung. daß auch die Länder an den aus dem Dockngplan entstehenden Erleichterungen beteiligt werden.
Der Neu« Plan wurde dann mit 48 Stimmen gegen 6 Stimmen (Thüringen, Ostpreußen, Brandenburg, Riederschlesien, Pommern) und bei 12 Enthaltungen — die Stimmen Bayerns und Mecklenburg-Schwerins — angenommen.
Im weiteren Verlauf der Reichsratssitzung wurde das Reichsbankgesetz angenommen, und zwar mit einem Antrag der Stadt Berlin, wonach Schuldverschreibungen inländischer kommunaler Körperschaften ebenso behandelt werden sollen, wie die des Reichs oder die der ßänber. Der Antrag Berlins wurde mit 38 gegen 25 Stimmen bei drei Enthaltungen angenommen. Reichsaußenminister Dr. Curtius erklärte, daß sich die Reichsregie- rung in diesem Punkte eine Doppelvorlage Vorbehalte. Das Reichsbankgesetz wurde dann mit der dazu beantragten Entschließung in einfacher Abstimmung angenommen.
Ohne' Aussprache wird «dann auch das Reichsbahngesetz mit Mehrheit angenommen, ebenso das deutsch-amerikanische Schuldenabkommen.
Der Reichsrat beschäftigte sich dann mit dem
Liquidalionsabkommen.
Auch hierüber berichtete Ministerialdirektor Dr. Brecht. Nach dem Versailler Vertrag konnten die Gläubigermächie deutsches Vermögen liquidieren u. den Erlös behalten. Die deutschen Vertreter haben nochmals versucht, diesen Zustand zu ändern, leider nur geringem Erfolg. Der WertdesEroer Biqui- dation freigegebenen Vermögens wird geschätzt bei Belgien auf 20 Mill., bei Frankreich ebenfalls 20 Mill., bei Canada auf 6,5 Mill., bei England auf 40 Mill., bei Australien auf 5,5 Mill, und bei Neuseeland auf 370 000 Mark, insgesamt also rd. 92 Mill. Der Wert des von England nicht freigegebenen Vermögens wird auf 11 Mill. geschätzt. Die Ausschüße haben bedauert, daß nicht mehr erreicht werden konnt«. Aber durch eine Verweigerung der Ratifizierung des Abkommens wären Ehrlose nicht freigeworden. Im Ge- gcntell wäre die Liquidation fortgesetzt worden.
Gemeinsam mit diesem Abkommen werde auch das
polaische Abkommen vorgelegt. Darin verzichtet auch Polen auf weitere Liquidationen. Der Wert der Freigabe wird auf 55—70 Mill. geschätzt. Die Ausschüsse billigten das Ziel der Reichsreaierung, zu einer Verständigung mit Polen zum Schutze der deutschen Minderheiten in Polen zu kommen.
Freiherr von Gayl erklärte, das deutsch- polnische Abkommen sei für die Vertreter des deutschen Ostens unannehmbar.
Reichsauhenmiuister Dr. Curtius erklärte, für die Reichsregierung würde eine Ablehnung des deutsch-polnischen Abkommens unannehmbar sein.
Der ostpreußische Antrag aus Ablehnung des deutsch-polnischen Abkommens wurde abgelehnt» und zwar mit 37 gegen 21 Stimme bei 8 Enthaltungen. Gegen das Abkommen stimmten Ostpreu- ßen, Grenzmark Posen-westpreußen, Brandenburg, Ober- und Riederschlesien, Pommern. Schleswig- fiolffein, Westfalen, Rheinprovinz, Bayern und Mecklenburg-Schwerin. Enthalten haben sich Württemberg, Thüringen, Bremen und Oldenburg.
Die unveränderte Liquidationsvorlage wurde mit 43 gegen 12 Stimmen bei 11 Enthaltungen angenommen.
Damit war die Tagesordnung der Reichsratssitzung erledigt.
Ansvevßatts dev &, P. D"
Berlin, 5. Febr. Ein Düsseldorfer Mittagblatt hat vor wenigen Tagen behauptet, daß Vertreter der Kommunistischen Partei mit Unterhändlern der Sozialdemokratie über den Verkauf des gesamten unbeweglichen Eigentums und eines Teils des beweglichen Eigentums der KPD. in Verhandlung stehen. Als Kaufpreis seien 15 Millionen RM gefordert worden, die schließlich auf 8,5 Millionen RM ermäßigt worden leien. Die Unrentabilität der kommunistischen Betriebe wurde als Grund der Verkaufsverhandlungen angegeben.
Die „Rote Fahne" hat am Mittwoch abend sowohl die Tatsache der behaupteten Verhandlungen, wie auch die Unrentabilität der kommunistischen Betriebe bestritten. Es fei ein Schwindel, daß das an der Spitze der KPD. stehende Geheimdirekto- plane, das gesamte Parteisigentum der KPD. ___ Gebäuden, Druckereien usw., das einen Wert von 15 Millionen RM darstellt, für 8,5 Mill. RM
rium plane, das
an
ausgerechnet an die Sozialdemokratie zu verkaufen.
Die Mittwochabendausgabe des „Vorwärts" bemerkt zu diesen Behauptungen der „Roten
Reichskabinett und Oat nenev Nanzevevenzevfrven
Berlin. 5. Febr. Das Reichskabinett hat Henke nachmittag 4 Uhr die Beratungen über die Ausgestaltung des Reichshaushaltsplanes für 1930 angenommen.
lieber die Sitzung des Reichskabinetts wukde folgendes amtliche Kommumguce ausgegeben:
„Dos Rüichskabinett trat heute unter dem Vorsitz des Reichskanzlers in eine erste Beratung über die Gestaltung des Etats für 1930 ein. Der Reichsfinanzminister erstattete über den gegenwärtigen Stand der Vorberatung des Haushaltes und die sich daraus ergebenden Notwendigkeiten einen ausführlichen Bericht, dem eine eingehende Aussprache folgte. Cs wurde in Aussicht genommen, am Freitag vormittag mit den Parteiführern eine Besprechung über den gleichen Gegenstand zu veranstalten."
Ueber die Art, wie Dr. Moldenhauer sich die Sanierung der Finanzen denkt, hören wir folgendes: Das voraussichtliche Defizit des Etats für 1930 wird sich nach den Berechnungen des Finanzministeriums auf rund 700 Millionen belaufen. Um den Fehlbetrag zu decken, sollen die Ausgaben für die Arbeitslosenversicherung aus dem Reichselat herausgenommen werden. Man will die, erreichen dadurch, daß der Versicherung Kredite gegeben werden sollen, von der Angestelltenversicherung aus der einen und der Landesversicherung aus der anderen Seite. Diese Regelung ist für einen Zeitraum von zwei Jahren in Aussicht genommen. Alsdann würde, so hofft man, die Arbeitslosenversicherung in der Lage sein, die Kredite aus eigenen Mitteln
abzutragen. 1----- ------r—... ~. u-----tr
Der noch verbleibende Fehlbetrag soll ausge- Zwischenlösung gefunden sein, glichen werden durch eine Erhöhung der Biersteuer, | - ■
Wieder Gankttonsdeobunsen
AnslesnnssknnMüBe Tardieus
Paris, 5. Febr. 3n dem Bestreben, feine etwas brüchig gewordene Mehrheit wieder fester zufammenzukitlen, gab Tardieu in der gestrigen Be- prechung mit den Fraktionsführern der Mehrheits- wrteien eine aufsehenerregende Erklärung über die Ergebnisse der Haager Konferenz ab, die von einem Teil der Presse mit Stillschweigen übergangen wurde. Sie ist augenscheinlich dazu bestimmt, die Rationalisten vom Schlage Franklin Bouillon und Marin, die das Kabinett während der letzten außenpolitischen Debatte wütend angriffen, zu befriedigen und ihre Stimme bei der kommenden Aussprache über die Haager Abmachungen zu gewinnen. Tardieu erklärte nämlich, daß „nach dem Wortlaut hier zustandegekommenen Abmachungen Frankreich im Falle eines Aufhörens der deutschen Reparation«-
ilu„atl. .,„„, v,„tk .,,.,.,„;„„„„ „„ Ju.nu»»vu«. bi* sechs einladenden Mächte unterzeichnet. Polen Gerichtshofes das Recht Habe, entweder ist nicht eitzb«BM.
MNach dem heutigen „Echo de Paris" soll Tardieu
Zahlungen nach einer Feststellung des 3nternationa-
>eutsche Häfen oder Kohlengruben mit Beschlag zu belegen oder das Rhein
land wieder zu besetzen."
Diese Fesffkellung Tardieus, die von den Vertretern der Rechtsparteien mit stürmischem Beifall unterstrichen wurde, hat in den hiesigen politischen Kreisen großes Aussehen erregt. Es ist das erstemal, daß feit dem Abschluß der Haager Verhandlungen von offiziöser Seite djie Lösung der Sanktionssrage auf die Formel gebracht wurde. Diese Drohung Tardieus mit einer Wiederbesetzung >eutschen Gebietes ist nicht geeignet, eine Atmo- phâre be«c Vertrauens herzustellen. Man muß sich ragen, wie sich Briand und Loucheur zu dieser Interpretation der Haager Beschlüsse stellen.
Was Stettin dam fast
Berlin, 5. Febr. In einem Artikel in einer Berliner Morgenzeitung behauptet der deutschnatio-
Fahne" unter dem tötet „Ausverkauf der KPD.", daß selbstverständlich bei her sozialdemokratischen Partei niemals die Absicht bestanden habe, Druckereien zu kaufen, um in ihnen kommunistische Zeitungen zu drucken. Es sei also ganz offenbar, daß an der Erzählung des „Düsseldorfer Mittag'' manches nicht stimmen könnte. Das ZK. der KPD. möge daher seinen Anhängern mitteilen, was an dieser Geschichte Wahrheit sei.
Darüber hinaus erklärt der Sozialdemokratische Pressedienst,
es stehe fest, daß seit dbr zweiten hâlste des Oktober die maßgebende kommunistische Instanz bemüht ist, die Druckereien und Gebäude der k. p. D. möglichst schnell zu veräußern und daß als letzter Termin dieser Veräußerung der
1. Februar in Aussicht genommen war.
Es wurde zu diesem Zweck u. a. nicht nur mit dem Hugenberg-Konzern, sondern zugleich auch mit dem Elbmühlkonzern in Wien Verhandlungen geführt, in deren Verlauf eingehende Besichtigungen der kommunistischen Druckereibetriebs und Kontrollen stattgefunden haben, die insbesondere einen genauen Ueb erblick über die Verschuldung der K. P. D. ge, statteten.
wollte eine Leiche kaufen
In der Hamburger Bürgerschaft erklärte laut „vorwärts" bei der Aussprache über den mißglück- fen Aufstandsversuch tuet k P. D. der iozialdemo- kratische Redner Senator Ehrrnleit, daß der Großvater des durch eine Kugel tödlich verletzten Lehrlings, der als Unbeteiligter in die ersten Zusammenstöße hineingeraten war. mitgeteilt Hal. bei ihm seien Vertreter der K. P. D. gewesen und hätten die Unterschreibung eines Reverses angetragen, die Leiche seines Enkels der K. P. D. zur Beerdigung auszuliesern. Die k. P. D. werde die Beerdigungskosten übernehmen und ihm außerdem noch 2000 Mark bezahlen. Diese. Ansinnen ist von der Fami- üe mit Entrüstung abgelehnt worden. Diese Mittei- lung löste in der Bürgerschaft stürmische Entrüstung aus.
aus der man Mehreinnahmen in hohe von etwa 180 Millionen erwartet, und eine Heraufsetzung der Umsatzsteuer um X Prozent, von den aus dieser Steuer erzielten Einnahmen würden >m Elalsjahr 1930 auf das Reich 190, auf die Länder 80 Millionen entfallen. Aus diese Weise würden 370 Millionen abgedeckt. Der Fehlbetrag müßte dann durch Ersparnisse aufgebracht werden. Das ist in großen Zügen die Reform, die Minister Moldenhauer vorschlägt. Die Steuerfenkungsaktion, die im ursprünglichen Finanzprogramm vorgesehen war, wird verschoben werden müssen.
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In der Presse war die Behauptung aufgestellt worden, die Frage der Etatsansätze für das Panzerschiff „B" werde einen wichtigen Raum in den Kabinettsberatungen über den Haushaltsplan spielen. Das dürfte, wie das „Berl. Tageblatt ' mittelst, nicht der Fall gewesen sein. Das Kabinett bemüht sich vielmehr, den Konflikt in seinen eigenen Reihen zu vermeiden. Als ein Weg hierfür wird in Regierungskreisen der Vorschlag betrachtet, das Schiff im Etat mit einem nominellen, geringfügigen Betrag — 100 000 Mark — erscheinen zu lassen, um es sozusagen präsent zu halten. Auf der anderen Seite würde der Reichswehrminister an anderen Stellen des Wehretats sehr viel größere Ersparnisse — man spricht von mehreren Millionen — durchführen. Da
mit würde ohn« Austrag der grundsätzlichen Frage vom Standpunkt der Finanznot des Reiches eine
nale Reichstagsabgeordnete Dr. von Frey- tagh-Loringhoven, daß Polen durch die Haager Abmachungen das Recht erhalten habe, seine Forderungen gegen Deutschland gegebenenfalls auf dem Wege von Sanktionen einzutreiben. In Berliner politischen Kreisen betrachtet man diese Ausführungen deshalb besonders bedauerlich, weil sie unter dem Namen eines bekannten Völkerrechtslehrers veröffentlicht worden sind. Sachlich ist dazu zu bewerten, daß im Haag die Sanktionen endgültig beseitigt worden find und kein Sanktionsrecht mehr besteht, daß der Artikel also von falschen Voraussetzungen ausgeht. Außerdem haben das Abkommen über die Sanktionsfrage nur
sich über die Haager Abkommen zu der Sanktionsfrage dahin geäußert haben, daß Frankreich das Recht habe, die Rheinhäfen und das ganze rheinische Gebiet im Falle von Nichtzahlung der deutsch«» Schulden wieder zu besetzen, ohne daß Deutschland etwas dagegen unternehmen könne. Eine Bestätigung darüber, daß das Blatt die Aeußerung Tardieus authenisch wiedergegeben hat, liegt an Berliner amtlichen Stellen noch nicht vor. Es wird aber schon jetzt in unterrichteten Kreisen betont, daß diese Auffassung im Vertrag keinerlei Begründung findet, da im Falle einer Zerreißung des Vertrages Schritte der Gläubigermächte nur im Rahmen des allgemeinen Völkerrechtes erfolgen können und außerdem noch von der Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes abhängig gemacht sind.
Tumult bei d. ÄehsVfÄÄvuus dev Leiche d. Abs. Dv.LNeyes
Berlin, 5. Febr. Bei der Ueberführung der Leiche des kommunistischen preußischen Landtagsabgeordneten Dr. Meyer kam es heute in den Nachmittagsstunden vor dem Karl-Liebknecht-Haus am Bülow-Platz zu Tumulten, wegen deren die Polizei einschreiten mußte. Als der Leichènzug sich nach dem Krematorium in Bewegung setzte, wo der Tote morgen verbrannt werden soll, versuchten große Menschenmengen, sich dem Trauerzuge anzuschließen. Der wiederholten Aufforderung der Polizei, sich aufzulösen, leisteten die Demonstranten keine Folge, so daß die Beamten von ihren Gummiknüppeln Gebrauch machten und die Widerspenstigen mit Gewalt zerstreuten.
Gtabrheimmann evkchlasen
Auf dem Heimweg von Ammendorf bei Halle war, wie gemeldet, in der Nacht zum Sonntag der 25jährige Walter Graefe aus Bessen, Mitglied des „Stahlhelms", von Kommunisten überfallen und schwer mißhandelt worden. Graef« ist gestern abend seinen Verletzungen erlegen. Unter der Bevölkerung herrscht, wie die „Nachtausgabe" berichtet, groß« Erregung, do es in wenigen Wochen der zweite Fall ist, daß hier ein Stahlhelmmitglied nachts von Kommunisten überfallen und tödlich verletzt worden ist.
Ankunft des VottchatteeS «atkett
Berlin, 5. Febr. Der neue ameyikanifche Botschafter Sackett, ist heute abend in Berlin eingetroffen. Er sagte bei dem Empfang auf dem Bahnhof, er habe eine ausgezeichnete Ueber fahrt hinter sich, freue sich auf seine neue Tätigkeit und kenne und schätze Deutschland von früheren Reisen her, deren letzte ihn im Sommer 1928 durch Deutschland geführt habe. Dem Vertreter des WTB. erklärte Botschuster Sackett, er wünsche, daß seine Beziehun- gen zur Presse in Deutschland so ausgezeichnet sein
würden wie die Beziehungen die er in Washington als Senator zur arnerikanischen Presse unterhalten habe. Zum Empfang des Botschafters hatte sich u. a. auch der Reparattionsagent Parker Gilbert «ingsfunden.
Von dev Klotteuksttkeveur
London, 6. Jan. In der „Daily News" sagt Wilson Harois: Es ist sicher, daß die Flotten- konferenz den Bau von Ersatz-Schiffen der gegenwärtigen Linienschiffe bis November 1936 aufschieben wird. Es werde ein Vorschlag geprüft, bereits jetzt eine Anzahl Großkampfschiffe abzubrechen und zwar 8 britische, 6 amerikanische und japanische. Dies würde die Großkampfschiffe der drei Länder auf 12:12:7 vermindern, was dem ursprünglichen Washingtoner Verhältnis von 5:5:3 entspräche. In diesem Zusammenhang sei die Haltung Frankreichs wichtig, das den Bau neuer Großkampfschiff« erwäge, um ein Gegengewicht gegen die „Ersatz Preußen" und ihre künftigen Schwesternschiff« zu haben. Dies sei aber keine wirkliche Schwierigkeit, denn Derttschland könne nur 6 Fahrzeuge dieses Typs bauen und werbe es wahrscheinlich gar nicht auf diese Zahl bringen. In dem Artikel wird weiter ausgeführt, gestern abend hätten die Hauptdelegierten beschlossen, den Gedanken einer völligen Abschaffung der U-Boote fallen zu lassen. Dem Ber- »ehmen nach soll der Versuch gemacht werden, ein internationales Statut zu schaffen, um ihre Verwendung in Kriegszeiten zu regeln.
„Times" meldet, die britische Regierung werde vorschlagen, alle Ersatzbauten bis 1936 aufzuschieben und vor dem genannten Jahr eine Konferenz , abzuhalten, um zu untersuchen, ob der Bau von Ersatzfahr,zeugen nicht noch weiter aus geschoben werden könne, sollte aber der Ersatz beschlossen werden, dann soll vereinbart werden, die Tonnage der Schlachtschiffe auf 25 000 Tonnen und die Ee- schützkaliber von 18 auf 16 Zoll herabzusetzen.
Auschras auf den NvLsrdstttstt von MesèWo
Rewyork, 5. Febr. Wie Associated preß aus Mexiko meldet, feuerte ein junger Mann sechs Schüsie auf den Präsidenten Rubio ab, als dieser nach der Einführung in sein Amt den Rationalpalast verließ. Der Präsident wurde am Kiefer verwundet. Die Kugel ist auf operativem Wege entfernt worden. Die Aerzte des Krankenhauses, in dem die Operation vorgenommen wurde, erklärten, daß der Zustand des Präsident nicht besorgniserregend sei. Auch die Gattin des Präsidenen und seine kleine Richte Ofelia Ortega wurden leicht verletzt.
Der Attentäter wurde festgenommen und erstatte bei seinem verhör, er heiße Daniel Flores und sei 22 Jahre all. Er sei Anhänger von Jose Vasconcellos, des Kandidaten der Partei gegen die Wiederwahl eines Präsidenten, der im Wahlkampf von Rubio geschlagen wurde.
Rcwyork, 6. Febr. Nach einer Meldung M Presse aus Mexiko teilte der frühere Präsident Portes Gil, der provisorisch wieder die Leitung der Regierung übernommen hat, der Presse mit, daß Frau Rubio bereits vor einigen Tagen einen anonymen Brief erhielt, in dem es heißt, ihr Gatte werde den Amtseid niemals leisten sönnen. W führt in daß die von Daniel Flores abgegebenen Schüsse Hen s Präsidenten und feine Gattin verletzt hätten, mqn= - rend der Wagenführer unverletzt blieb. Glückliches- i weise feien die Schüsse, obwohl Kopfftreisschüsie, . doch nicht gefährlich. Die Tat zeige erneut, daß un« gesunde Elemente im Lande seien, die vor keinem Verbrechen zurückschreckten und die Nation ins Verderben führen müßten. Die Aerzte hoffen, daß der Präsident in einigen Wochen wieder hergestellt sein wird. Die Schußoerletzungen im Unterkiefer seien nicht als gefährlich anzusehen, obwohl ein Knochenstück entfernt werden dürfte. Bei dem Täter Daniels
Flores wurde außer einigen religiösen Sachen ein Pesedo-Goldstück gefunden.
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Dev ârmbachev Katt «sch nicht entichiesen
München, 5. Febr. Wie die Gerichtspressestelle Bayreuth über den Fall Meußdörffer mitteilt, erscheinen die Selbstbezichtigungen von Schuberth und Popp mit Rücksicht auf die keinesfalls vollständig geklärten VorMnge, durch die sie veranlaßt wurden und auf die übrigen der Untersuchungs- bewürbe bekannten Umstände durchaus noch nicht so überzeugend, daß die Untersuchung der Aufgabe enthoben wäre, das Vorbringen der Beiden in allen jeinen zum Teil unklaren, zum Teil widersprechenden Einzelheiten auf feine Richtigkeit oder Glaubwürdigkeit zu prüfen und die Zusamnien- Hänge klarzustellen. Insbesondere haben die merkwürdigen Angaben des angeschuldigten Meuhdörf- , ser über sein Verhallen bei dem erstmaligen Betreten des Schlafzimmers feiner Frau und nach deren Tod durch das Vorbringen von Schuberth und Popp noch keine Erklärung gefunden.
Schweres Molorradunglück
Rheinfelden (Bad.), 6. Febr. Gestern abend fuhr ein mit zwei Personen besetztes Motorrad bei Beuggen auf einen mit Holzwolle beladenen Handwagen auf. Der 35 Jahre alte verheiratete Adolf Müller war sofort tot, der 45 Jahre alte Rudolf Ruh starb zwei Stunden später Im Krankenhaus. Beide stammen aus Rheinselden.
Gerüsleinfturz
Duisburg, 5. Febr. Ein Gerüst, das zum An- bringcn einer Richtreklame an der Börse aufgestellt war, brach heute nachmittag aus noch ungeklärter Ursache zusammen. Ein Monteur und ein Arbeiter stürzten auf den Bürgersteig. Sie waren sofort tot. Die übrigen auf dem Gerüst beschäftigten Arbeiter konnten sich rechtzeitig sesthalteii.
Eine Griechin zur „Miß Europa" gewählt.
pari«, 5. Febr. Heute wurde hier von einer Jury aus 19 Malern und Bildhauern verschiedener Länder die Schönheitskönigin Europas gewählt. 19 Nationen, darunter Deutschland, waren durch ihre Schönheitsköniginnen vertreten. Die Wahl fiel auf die Vertreterin Griechenlands, die 18jäh- rige Tochter eines Advokaten. Alioe Diplaraku, die 10 Stimmen erhielt, während die französische Schönheitskönigin 3, die belgische zwei und all« ander«» je eine Stimm« «Hielte»,