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Nr. 29

neuen Sreunbe ein Lokal nach dem anderen aus. juchten und überall eine Unmenge Alkohol zu sich nahmen. Der ehemalige Leutnant war nicht wenig enrlcht, in einer Einzelzelle des Moskauer Äesâng- n -es für konterrevolutionäre Verbrecher aus fei nein Rausch zu erwachen. Man hatte den bewußt- >o!cn Mann in ein Flugzeug geschleppt und noch Moskau transporttert. Die Moskauer Zeitungen enthielten einige Sage darauf die Nachricht. 6or der Weißgardist Echoltanowfky im berauschten Zu- Oanb gewagt habe, die sowjetrussische Grenze zu Hbm^reiten, und von der polstischen Miliz g«. sangan genonMien worden fei. Einen Tag später er­fuhr man, daß derselbe Weißgardist wegen seiner sowjetfeindlichen Tätigkeit im Auslande .gesetzlich liquidiert", ü. h. standrechtlich erschossen ivorden war. —

Ein anderer ähnlicher Fall betrifft einen un­getreuen Sowjetbeamten, der die Regierung um einige hundertausend Rubel geprellt hatte. ' Vor einigen Jahren hatte die Sowjetregierung in Hob land 300 Flugzeuge bestellt und eine Kommission zur AbnalMè ins Ausland entsandt. Ein Mitglied der Kommission, ein Ingenieur namens Maschewsky bestellte bei der betreffenden Firma alte Flugzeuge, legte aber der Regierung Rechming für neue Ma­schinen vor. Er verdiente dabei die Kleinigkeit von 300 000 holländischen Gulden. Mit dieser Summe verschwand Maschewsky, um ein Jahr später in Paris unter anderem Namen aufzutauchen. Herr Sobakin, wie sich Masä-ewsky jetzt nannte, führte ein vergnügtes Leben und war Stammgast in allen Nachtlokalen der Weltstadt. Eines Tages ward So­bakin nicht mehr gesehen. Freunde Sobakins woll­ten wissen. daß er die Bekanntschaft einer russischen Dame gemacht hatte, mit der er eine Vergnügungs­reise durch die Pariser Nachlokale hat!« untern d)= men wollen.

Die fiudenir-che vöLkerwattderutts

Wieviel Ausländer studieren in den einzelnen Ländern? — Die Anziehungskraft der deutschen wisjenschaft. — England in der Verteidigungsstel­lung. — Amerika macht auch hier Europa den Rang streitig. — Frankreichs intellektuelle Vasallen.

Seit Kriegsende ist in allen Teilen der Well eine bemerkenswerte Erscheinung festzustellen; die 'Steigerung der Zahl der Studierenden, di« ins Ausland gehen, um an fremden Universitäten zu studieren oder ihre in der Heimat erworbenen Kenntnisse zu ergänzen und zu erweitern. Die Bedeutung dieser Wanderbewegung erläutern einige statistische Zahlen. So besuchten im Uni- versirâtsjahr 1928-29 5917 Ausländer die Universi­täten und Technischen Hochschulen Deutschlands, 5168 studierten in Großbritannien, 8932 wandten sich den Hochschulen der Vereinigten Staaten zu, 11159 waren an französischen Universitäten imma­trikuliert. Frankreich stehr also als Gasttand an der spitze, und zwar nicht nur im Hinblick aus die absolute Zahl, sondern auch mit Bezug auf dir relative Ziffer, da der französische Student, wie der Franzose überhaupt, erfahrungsgemäß nur geringe Neigung zum Besuch des Auslandes bekundet. Die Folgerungen, die sich aus diesen Zahlen ergeben, liegen auf der Hand. Die Studenten, die ein an=

Land auffuchen. wir dort M^UWUens finden sich in einem Alter, in dem der menschliche Geist in voller Entwicklung steht, das Gedächtnis am frischesten und die Aufnahmefähigkeit am regsten ist. Sie lernen nicht nur die Sprache des Landes und passen sich seiner Kultur an, sondern orientieren oft genug auch ihren Geschmack nach den literarischen und künstlerischen Strömungen des Gastlandes, sie nehmen feine Moden und knüpfen freundschaftuchs Beziehungen mit den Kommili­tonen an. So bilden sie, in ihre Heimat zurück­gekehrt, natürliche Mittelpunkte der geistigen und wirtschaftlichen^ Verbindung mit dem Lande, in dem sie ihre Studien gemacht haben. „Ein beson­ders markanter und aktueller Zug dieser Studen­tenbewegung" schreibt ein ausländischer Betrach­ter, der das statistische Material der Pariser Zeit­schrift „La (Kooperation intellectuelle" zur Grund­lage feiner Beu-achtungen macht, „und der Folgen, die diese für dis Verbreitung der Sprache und Kul­tur der Völker in den oerichiedenen Ländern haben kann, ist das «rwachende Asien.'Es ist bekannt, daß alle Länder Asiens, die in mehr oder weniger revolutionärer Form ihr« Unabhängigkeit von der europäischen Bevormundung anstreben, ihre jungen Leute in großer Zahl ins Ausland schicken, damit sie sich dort die Methoden jener westlichen Kultur aneignen, die ihnen als unerläßliche Vor­bedingung der ersehnten Autonomie erscheint. Die revolutionären Minderheiten, die die Republik China geschaffen haben, haben sich ihre Bildung in den Hörsalen amerikanischer Universitäten er­worben. Die Inder, die um das „Sroaraj" ringen, sind in London oder Oxford erzogen, die gegen die französische Oberhoheit aufbegehrenden Jndochine- sen haben fast ausnahmslos das „Pariser Latei­nische Viertel" bevölkert. Es kann sein, daß morgen Indien autonom sein wird und Indochina sich mit China vereint; doch werden die gebildeten Inder und Jndochinesen, wenn nicht für immer, so doch gewiß für lange Jahre gute Kunden der Moden- und Büchermärkte Englands und Frankreichs bleiben.

Die vorliegenden Statistiken der vier Länder Deutschland, Frankreich. Großbritannien und Ame­rika erfassen gewiß nicht die gesamte Studenten­bewegung, sie enthüllen ober den Kernpunkt der ganzen Frage. Was Deutschland betrifft, so re-

Unser Mitarbeiter, der die Länder des Fernen Ostens bereift hat, schildert die Zu­stände auf der Philippineninsel Culion aus eigener Anschauung.

Der Europäer verbindet mit dem Begriff Ferner Osten die Vorstellung des Märchens, unbe­rührter Natur, tropischer Wälder, undurchdring­licher Dschungeln, paradiesisch-primitiver Zustände, einer Welt von exotischem Reiz. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Vor einiger Zeit brachte eine große illustrierte Zeitung eine sehr aufschlußreiche Gegenüberstellung von zwei Bildern einer bekann­ten Stadt des Fernen Ostens, von denen das eine das Traum- und Wunschbild des Europäers, das andere das Konterfei der Wirklichkeit war. Die zweite Photographie enthüllte mit eindringlicher Deutlichkeit die Tatsache, daß der Ferne Osten we­nigstens an den Punkten, wo er Europäern zu­gänglich ist, keine märchenhaften Schönheiten und besonderen Reize mehr zu gewähren hat, sondern daß die großen Städte ant Rande des Stillen Ozeans das getreue Abbild ihrer amerikanischen Schwestern sind. Daß im Uebrigen Not und Ent­behrungen in jener fernen Welt heimisch sind, be­weisen erst jetzt wieder die erschütternden Nach­richten aus dem hungernden China, das sich gerade erst von den Greueln des Bürgerkrieges erholt jattc. Die dunkelsten Punkte in diesem keineswegs onnigrfreundlichen Bild sind jedoch die Lepra- tationen, über die einige Länder in Ostasien ver­fügen. In Siam, einigen Malaienstaaten und in China kann es dem ahnungslosen Fremden da­gegen wohl geschehen, daß ihm ein Seprat runter über den Weg läuft. Bei diesem Anblick bedarf es tarker Nerven. Schlimmer noch, wenn leprakranke Bettler hinter dem Europäer Herloufen und ihn ganz unbewußt berühren. Gerade China hält in dieser Beziehung furchtbare Ueberraschungen be­reit. Wehe dem Fremden, der in einer typischen Chinesenstadt, in die er sich studienhalber hinein­gewagt hat, unter Leprakranke gerät. Sie heften ich ihm auf die Fersen und lassen nicht mehr von hm ab. Da hilft kein Rickschah, keine noch so große Freigebigkeit; sie kommen aus ihren stinkenden, verpesteten Häusern, Kranke und Gesunde, und verlangen Geld, Geld, Geld. Nicht mit Worten, nicht mit Bitten, sie jammern und klugen nicht, aber ihr Schweigen ist furchtbar, und die Sprache dieser entstellten Körper eindringlicher und unver­geßlicher als das erschütterndste Menschenwort. Es ist, als wüchsen tausend und abertausend Hände aus dem Erdboden, verkrüppelt, verdorrt, eiternd, um nach der Gesundheit zu greifen oder den Ge­sunden mit hinabzuziehen in das Tal des Grauens, in ihre Welt lebender Verwesung Das Bild dieser Unglücklichen verläßt den, der es gesehen, nie mehr. Die entstellten Gesichter, die der Aussatz zerfressen hat, denen das menschliche Aussehen verloren ge-1 gangen ist, verfolgen ihn noch lange im Schlaf.

reiche Aussätzige; aber dort sind sie vollkommen isoliert und auf der Insel Culion untergebracht. Nur ein Regierungsdampfer hält die Verbindung auftecht. Kein anderes Schiff, gleichgüllig welcher Flagge, darf sich Cullon nähern, geschweige denn dort anlegen. Der Dampfer, der alle Woche ein­mal im Hafen von Culion Anker wirft, bringt Post, Lebensmittel oder — neue Kranke. Bringt auch oft Besucher, die Angehörige aufsuchen, mit denen sie im Beisein von Wärtern unter Beob­achtung gehöriger Distanz sprechen dürfen. Ich habe auf Culion erschütternde Beweise selbstloser Men­schenliebe gesehen, habe beobachtet, wie selbst, diese schrecklich« Krankheit Frauen und Männer nicht da­von abhielten, ihren Angehörigen nach Culion zu folgen, um ihnen allezeit nahe zu sein. Manchmal tritt die ganze Familie mit Kindern den Weg in diese abgeschiedene Welt an. Nicht nur Einge­borene sondern auch Weiße sind auf Culion unter­gebracht und müssen hier fern der Heimat aus­harren, bis ihnen der Tod die ersehnte Freiheit

krutiert sich sein ausländisches Studentenkontingent vornehmlich aus den Nachbarländern mit deutsch­sprachiger Bevölkerung, aber sein Einfluß erstreckt sich in Europa auch auf alle Balkanländer und im allgemeinen auf das östliche Europa — an deut­schen Hochschulen studieren 490 Rumänen und 426 Bulgaren — sowie auf die skandinavischen Länder, 234 Schweden, 170 Norweger. Das Prestige der deutschen Wissenschaft hot sich rasch wieder von der Erschütterung des Krieges erholt und befestigt. Es ist auch noch immer stark genug in Asien (China stellt 155, Indien 46, Japan 40, Palästina 19, Persien 24, Syrien 10, die Türkei 70 Studenten in Deutschland.) Frankreich hat eine ausgesprochene auf Europa begrenzte Einflußsphäre; es zählt nicht viel in Asien, mit Ausnahme seines unmittelbaren Kolonialbesitzes, Die Kraft seiner Kultur straht auch auf die Länder seiner Feinde von gestern aus, bei­spielsweise auf Deutschland, das 696 Studenten nach Frankreich, und auf Oesterreich, das 117 Studierende nach dort schickt, während Frankreich selbst in Deutschland nur durch 23 Studenten vertreten ist.

Stas Lutton, bei den Aussätzigen

Besuch auf der 3nfd der Dcprafranfcn. — Dos ..Freudendarf", ein Ort der Ausgesloßenrn. — Die Forfchritte der mobernen Lepraforschvng. — Der Aussatz nicht ansteckend.

Von Paul Tesmar.

wiedergibt. Die Aussätzigen wohnen zusammen in einem Dorf, daß zwischen hohen Bergen einge­bettet, unter schlanken, himmelstrebenden Palmen liegt. Man möchte es das Dorf der Toten nennen und erfährt von dem Begleiter, daß die Lepra­kranken selbst es als „Freudendorf" bezeichnen. Denn auch diesen Unglücklichen scheint die Sonne, auch ihnen winkt einmal der erlösende Tod. Sic sind die verstoßenen Kinder Gottes, deren Tränen unsichtbar fliehen, und deren Seufzer ungehört in den Bergen verhallen. Auf Culion sind die Ein­geborenen fast alle Christen geworden, als ihnen das Evangelium umgepredigt wurde. Sie waren be­glückt, als sie hörten, daß der Sohn des Zimmer­manns von Nazareth die Leprakranken geheilt habe. Nun hoffen sie auf den Messias, daß er auch sie heile. Rings um das Dorf sind Läden, wo sie ihre Einkäufe besorgen. Das Geld wird in einen mit einem Desinfektionsmittel gefüllten Eimer ge­worfen. Ein Strich am Boden zeigt das Ende des Dorfes an, die Grenze, wo die ersehnte Welt der Gesunden beginnt.

Ist es für die Leprakranken aussichtslos, je­mals wieder in diese Welt hinüberzuwechseln? Die neuesten Forschungen haben auch hier tröstlichere Augenblicke eröffnet. Vielleicht wird einmal Dr. Walker von der California-Universität, der viele Jahre auf den PhUippinen und in Honolulu, also in den Hauptzentren der Krankheit, zugebracht bat, ein Wohltäter der Leprösen genannt werden. Dr. Walker widerspricht scharf der bis jetzt allge­mein gültigen Annahme, der Aussatz sei eine an­steckende Krankheit, ansteckend im gewöhnlichen Sinn des Wortes, also direkt übertragbar von einem Körper zum anderen. Wäre dies der Fall, so müßte eigentlich jeder Arzt, jede Schwester, jeder Wärter davon befallen werden, der in den Leprastationen und Krankenhäüsern allernächsten Umgang mit den Unglücklichen hat. Es hat sich ferner gezeigt, daß in Privathäusern, wo ein Sepratranfer, der zunächst noch seine Krankheit verbergen konnte, bedienstet war, keiner der übri­gen Hausbewohner angesteckt wurde. Daher be­kämpft Dr. Walker die grausame Ausschließung und Absperrung der Unglücklichen. Er hält diese Methode für zwecklos, denn, so folgert er, sie müßte doch zur Folge haben, daß im Lauf der Jahre bei den übrigen Bewohnern dieser Länder, die gegen die Ansteckungsgefahr „geschützt" seien, ein Rück­gang der Krankheit zu bemerken wäre. Dies ist nun" keineswegs der Fall. Woher kommen diese Mißerfolge? Weil man auf dem falschen Wege gehe. Der Erreger des Aussatzes ist jenes Bakte­rium, das feit den Jahren 1879 und 1880 nach den Forschungen des Norwegers Hansen und des Deutschen Neiffer allgemein als solcher angesehen wird; der Erreger ist überhaupt kein richtiges Bakterium, sondern in Wirklichkeit ein primitiver

Der Fungus gehört zu einer Klaffe der Actino- myces, die ein pflanzliches Verwesungs- und Fäul­nisprodukt des Erdbodens darstellen und in tro­pischen Ländern sehr verbreitet sind. Wenn dieser Fungus in eine Fußwunde eindringt, was in den Tropenländern leicht geschieht, da dort das Bar­fußgehen sehr weit verbreitet ist, erfolgt die An­steckung. Von einer direkten Uebertragbarkeit von einem Körper zum andern kann man nur insoweit reden, daß ein Gesunder, der eine Wunde, einen Schnitt, hat und von einem Leprakranken berührt wird, sich infizieren muß. Wenn also der Aussatz in den Ländern, wo er früher stark verbreitet war, fast völlig verschwunden ist, so ist daran haupt­sächlich das Tragen von Schuhwerk und natürlich auch die Verbesserung der hygienischen Verhält­nisse schuld. Die Vorbeugung ist also hier aus­sichtsreicher als die Heilung, obwohl man auch bei der Heilung gute Erfolge mit dem aus einem indischen Baum gewonnenen Chaulmoogra-Oel erzielt.

Die wahren intellektuellen Vasallen Frankreichs stellt das östliche Europa. So sendet Polen 2298 Studenten nach Frankreich, Rumänien 2034. Es folgen Bulgarien mit 871, Griechenland mit 420. Eine verhältnismäßig große Zahl kommt auch aus Litauen (342) und aus Estland (202).

Großbritannien erhält feinen Studentenzustrom hauptsächlich aus seinen Dominions. Es erfüllt da­mit die Funktion eines Binde- und Vermittlungs- gliedes, die ihm aber von der angelsächsischen Welt immer mehr von den Vereinigten Staaten streitig gemacht wird. Das ergibt sich ohne weiteres aus der Statistik. Kommen doch aus Kanada 811 Stu­denten nach U. S. A., während nur 203 den Weg nach England finden. Der französische Einfluß am Mittelmeer übt eine ähnliche, mit England kontrastierende Anziehungskraft in den Ländern, die ihm entweder unterworfen sind, oder auf die es seine Hand gelegt hat, beispielsweise Aegypten, von wo 635 Studenten nach Frankreich und 382 nach England gehen. Auch in China ist der englische Einfluß von den Vereinigten Staaten

Dee rKavallsvrewkvekienv de«! RoiGSwebv z. Generalleutnant evnannt

Generalmajor Brandt,

der Inspektor der Kavallerie der Reichswehr, mürbe i zum Generalleutnant ernannt

weit zurückgedrängt, was ine Zahl von 1196 E chinesischen Studenten in Amerika bezeugt. Selbst K Frankreich macht England in dieser Beziehung im b Vorrang streitig; es beherbergt 348 chinesische f Studenten, während man in England nur 93 zählt | Dafür aber behält Großbritannien seine Monopol" 1 stellung unter den indischen Studenten, die in einer | Zahl von 1537 vertreten sind, und in Südasrike, I das nach England 574 Studenten, nach U. S. A. 551 und nach Deutjchlanr 19_ entsendet. Dieses Vor | dringen der Vereinigten Staaten auf kulturellem D Gebiet wird viele Europäer überraschen, die da [ glauben, daß die Amerikaner nichts Besseres tu» i könnten, als die altangesehenen Universitäten Euro- 1 pas zu besuchen. In der Tat schicken die Vereinig-1 ten Staaten auch eine große Zahl junger Leute nach europäischen Universitäten — nach Groß". britannien 556, nach Frankreich 528, nach Deutsch­land 141. Das hindert aber nicht, daß sie beson­ders auf die Asiaten eine große Anziehungskrcht ausüben und auch auf die Europäer, für die Haupj-z sächlich die Technischen Hochschulen Amerikas in Betracht kommen. China gibt mit seinen 1196 Stu­denten, Japan mit seinen 743, Krrea mit 149 den Bereinigten Staaten den Vorzug vor jedem ande­ren Land. Ueberroschen muß vor allem, daß selbst in ferner gelegenen asiatischen Ländern die Per-. einigten Staaten Europa mehr und ■ mehr flügeln. So entsendet die Türkei bereits 50 4» deuten nach den Vereinigten Staaten, eine ?Ä die immerhin gegenüber 181, die sie nach . ^FM reich schickt, und 7.0 mit denen sie in DeuOLÄW vertreten ist, bedeutend erscheint In demMekd^tz

Armenier (109) selbst Persien schickt, nach den einigten Staaten eine größere Zahl Studenten nach Großbritannien (24 gegen 21). Die studM L tische Auswanderung Italiens endlich wird durit' M 29 Studenten, die nach England, 49, bié.wqi Deutschland, 214, die nach den Vereinigten Star ■ ten, und 442, die nach Frankreich gehen, oeftrcla

Selbstmord eines unschuldig Beschuldigten

In Wandsbek hat vor kurzem der ehemaW Dragonerunteroffäzier Franz Marien Selbstmord ■ begangen, indem er auf einen Mast der lieb erlaub' Leitung kletterte und sich durch den elektrischen Strom hat töten lassen. Marten war seinerzeit angeilagt gewesen, in Gumbinnen den Rittmeister von Stofel erschossen zu haben. In der ersten Instanz wurde Marten sreigesprochen, in der zweiten — im August 1901 — zum Tode verurteilt. Im Januar 1902 wurde das Todesurteil jedoch wieder aufgehoben. Marten, der eine Witwe und ein Ivjährigès Töch­terchen hinterläßt, scheint einen Nervenzusammen­bruch erlitten zu haben, der mit den Vorgängen vor 29 Jahren im Zusammenhang stehen dürfte. Er hinterließ einen Abschieüsbrief, in dem er sagt, daß seine Nerven zermürbt feien und er nicht mehr wei­ter könne. Die fünf Monate, die zwischen dem Todesurteil und dessen Aufhebung durch das Reichs­militärgericht .gelegen hätten, faien die schwersten seines Lebens gewesen. In der Tasche des Toten fand sich auch ein Briefumschlag mit verschiedenen Zeitungsausschnitten über das damalige Drama in Gumbinnen.

Sechs Fälle von Papageienkrankheit auf einem Dampfer

Kopenhagen, 4. Febr. Auf dem dänischen Damp­fer „Louisiana", der Montagnachmittag im hiesigen Hasen eintraf, sind sechs Mann der Besatzung unter typhusortigen Erscheinungen erkrankt. Man glaubt, daß es sich um Papageienkrankheit handelt. Die „Louisiana" tam von Brasilien und hatte 30 Papageien an Bord, die sämtlich dem hiesigen Seruminstitut übergeben wurden. Die sechs er­krankten Matrosen wurden einem Krankenhaus zu- gosührt.

Weisse Woche

Sponsel