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Moakag, ben 3. Februar 1930
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men mit dem Feuer der verschiedenen Waffen fast die Grenze sperren, so daß dem Gegner ein Durchbruch unmöglich gemacht wird. Hinter ihnen werden Verkehrswege und Eisenbahnen angelegt, um schnell von rückwärts Verstärkung erhalten oder Truppen an besonders bedrohte Punkte abschieben zu können.
Bei allen Befestigungsfragen spielt die Räumung Les Nhsinlandes eine große Rolle, wodurch, nach den Ausführungen des Kriegsministers Maginot, Frankreich" ganz besonders feine Nordostgrenze in Verteidigungszustand setzen müsse. Erst wenn dies ausgeführt sei, könnten die Deckungstruppen (ormée de couverture) ihre Aufgabe erfüllen. Sonst müßte das Land stets" mit einem plötzlichen feindlichen Einfall rechnen, dessen Erfolg dem Lande den größten Schaden zufügen könne. Der Kriegsminister erklärte u. a. noch, daß alle Anlagen mir einen defensiven Charakter hätten, was die öffentliche Meinung im Ausland gewiß erkennen werde. Frankreich läge jede Angriffsabficht gegen irgendein Volk fern; es wäre von dem "festen Willen beseelt, alles zu tun, um seine Sicherheit und seine Unabhängigkeit zu gewährleisten.
Frankreich baut seit Jahren unter diesen Begründungen seine Wehrmacht, seine Grenz- '?fe>tigungen in stärkstem Maße aus. Wer greift denn seine „Sicherheit und Unabhängigkeit an?
^taf Ievver ns" Sabvivvosvamm
Bafel 1. Febr. Dr. Eckener hat in der vergangenen Woche in Genf und in Bern geweilt und Vorträge über die Weltreise des „Graf Zeppelin" gehalten. In Bern hat er einem Vertreter der Basler Nationalzeitung" gegenüber interessante Ausführungen über das Fahrtenprogramm im Jahre 1930 gemacht. Zunächst bemerkte Dr. Eckener, daß die
Polcrrfahrk nun endgültig aus dem Programm ausgeschieden
sei, nachdem es unmöglich war, die notwendigen Versicherungsabschlüsse zu kontrahieren. Die beiden legten Monate des vergangenen Jahres sind dazu benutzt worden, um das Luftschiff für diese pro- ■ stierte Fahrt zum Nordpol klar zu stellen. Alle die eingebauten, besonderen Instrumente und Apparaturen werden, wie Dr. Eckener sich aus- drückte, zurzeit wieder „herausgerisfen". Es werden gegenwärtig die Maschinen einer gründlichen Revision unterzogen und Aenderungen an den «labilisierungsflächen vorgenommen. Ende März wird das Luftschiff wieder „fahrklar" sein. Dann hat es sich durch einige Probefahrten wieder über seine Lufttüchtigkeit auszuweisen.
Nach diesen Probefahrten ist eine kleinere Mit- ielmeerfahrt beabsichtigt, woraus bereits anfangs Moi eine
große Südamerikarrile angetreten wird. Dabei soll in Sevilla eine Zwischenlandung eingeleitet werden, worauf der Flug über den Ozean nach Rio dsJaWirb 'lchstèM uch nach Parnambuco führt, wo eine zweite Landung vollzogen wird, um speziell neue Betriebs- stofst an Bord zu nehmen. Die Route der Weiter- fahrt ist noch nicht fixiert. Sie führt — sagt Dr. Eckener — entweder nach Nordamerika (Newyork) oder direkt wieder zurück dem europäischen Kontinent zu. Im Somer werden erstmals
Fahrten nach dem hohen Borden, speziell nach Spitzbergen,
zur Ausführung kommen. Es haben sich bereits eine Anzahl Interessenten für diese Fahrten gemeldet, die ohne Zweifel ganz besondere Reize bie» ten werden.
Dr. Eckener äußerte sich schließlich noch über den
Bau des L. Z. 128.
Die neue Lustschisfhalle in Friedrichshafen ist '-rtiggestellt und die Vorarbeiten für den Bau Oes neuen Luftriefen sind soweit fortgeschritten, baß der mächtigere L. Z. 128 Mitte des nächsten Jahres startbereit fein wird. 500 Arbeitstage sind notwendig, um dieses Schiff zu bauen, das noch größer« Dimensionen aufweisen wird, als „Graf Zeppelin".
Dr. Eckener persönlich wird am 11. März sich nach Amerika «inschifsen, um neue Verhandlungen aber künftige Fahrten und Luftverkehrspläne zur Abklärung zu bringen. Der Aufenthalt dürfte ungefähr drei Wochen betragen.
Es mag bei dieser Gelegenheit daran erinnert werden, daß das Luftschiff „Graf Zeppelin", bevor es Ende letzten Jahres zur Ueberholung und zur Vornahme einiger Abänderungen außer Dienst gestellt wurde, seine 50. Fahrt aussührt«. Es wurden ausschließlich Besatzung befördert 1574 Per- mnen, also durchschnittlich 31 auf jeder Fahrt. Auf 42 Fahrten wurde Post befördert, und zwar insgesamt rund 820 000 Sendungen an Postkarten und Briefen. An Proviant wurden mitgeführt 639 Kilo- aromm jede Fahrt. Di« gesamte Nutzlast betrug 397 656 Kilogramm, also für bie Fahrt 7953 Kilogramm. Bei den größeren Fahrten wurde im Jn- ieresse größerer Sicherheit eine verhältnismäßig naße Reierve an Brennstoffen mitgenommen, so ch sich bei späteren Fahrten die Nutzlast noch vergrößern dürfte.
Diese Angaben dürsten genügen, um zu «‘gen, das bas Lai 'hisi .Graf Zeppelin" K n „Meswr- werk" gründlich und vorzüglich absolviert hat.
Bauavbertev und âvrsennntevsiüüuus
Die Bauarbeiter hatten eine gemeinsame Eingabe an das Reichsarbeitsministerium gemacht, worin sie eine Unter stellung der arbeitslosen Bauarbeiter unter bie Krisenunterstützung forderten. Am 31. Jdnuar haben nun zwischen den Bauarbeiteroerbänden, unter ihnen auch der Christliche Bauarbeiterverband, Verhandlungen mit dem Reichsarbeitsministerium über ihren Antrag stattgesunden. Der Reichsarbeitsminister, der an diesen Verhandlungen leibst teilnahm, hat zwar anerkannt, daß die augen- blickliche Arbeitslosigkeit im Baugewerbe nur zum Teil saisonbedingt ist, zu ihrem größeren Teil jedoch auf die Einflüsse der Konjunktur zurückzu- führen ist Der Arb«itsmlntp«r sah sich
Mr den Aiiichluü SeMeuS an VrenSen
Gitte ^mtdsevtttts dev Deutsche« Solksvavter cheffeus
Frankfurt a. M„ 2. Febr. Auf einer Tagung des Landes« usschufs es der Deutschen BoIfspartei in Hessen, di« sich mit der außen- und innerpolitischen LaM im Reich durch einen unpassenden Bericht des Führers der Partei, des hessischen Raichstagsabgeordneten Dingelvey, und danach mit den hessischen Verhältnissen beschäftigte, kam es zu einem in seiner Stärke überraschenden Bekenntnis einer Reihe von Rednern zum Anschluß an Preußen. Wenn auch keine Entschließung gefaßt wurde, weil die Frage gar nicht auf der Tagesordnung stand, und wenn man auch in den Entschließungen noch nicht davon spricht, so wird sich doch schon die erste Landesausschußsitzung damit besassen. Der Widerhall, den namentlich die Worte des Freiherrn von Heyl zwsèfÄsfrei bei der Mehrheit der Versammlung fanden, war so stark, daß dagegen die einschränkenden Worte einiger andrer Redner nicht durchzudringen vermochten.
Mit allem Sparen werde man in Hessen eine durchgreifende Gesundung Hessens doch nicht e r = reichen -meinte Freiherr von Heyl, solange es ein selbstâiges Hessen gebe, das sich eine eigne Gesandstä-aft in Berlin und viele andre heute entbehrliche Dinge leiste. Man müsse zu dem Leipziger 'Parteiprogramm zurückkehren und
die Reichsvereinheiklichung fordern.
Das habe mit Hcsfentreue und dergleichen nichts zu tun. Die Zusammengehörigkeit der einzelnem Landestelle sei nur auf dynastische Gründe zurückzuführen. Damit sei es doch für all« Zeiten vorbei. Aus dem Munde des Staatspräsidenten Adelung nähmen sich Worte von der Freiheit Hessens eigenartig genug aus. Wenn man den größeren Divisor habe, den Preußen biete, werde "die ganze Verwaltung einfacher und billiger.
Ebenso lebhafte Zustimmung wi« Freiherr von Heyl, der als Rheinhesse sprach, fanden ober- hes sische Red ner.
Einer von ihnen wies darauf hin, es gehe selbstverständlich nicht auf dem von Leuschner und Adelung vorgeschlagenen Wege, daß man von Preußen erwarte, es werde Frankfurt und di« übrigen Gebiete an ein Großhesstn abgeben. Daran sei ernstlich nicht zu denken. Es sei auch gar nicht gesagt, daß man deshalb einen Kulturmittelpunkt verliere. Bei dem viel größeren Hannover sei doch auch alles gut gegangen, ebenso bei Kurhessen. Und mit der hessischen Eigenart sei es eigentlich Humbug. Oberhessen und Rheinhessen gehörten stammlich so wenig wie Oberbayern und Rheinpfälzer zusammen. Sie seien durch dynastische Verhältnisse, aber wahrhaftig
MMM Die Eröffnung der Grünen Woche
Berlin, 1. Febr. In der Ausstellungsstadt am Kaiserdamm wurde heute vormittag 10 Uhr die ünfte „Grüne Woche Berlin", die raditionelle Anstellung und Messe der Landwirtschaft eröffnet. Nahezu 1000 Vertreter der Regierungsstellen und des Magistrats, der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Technik und der Presse wohnten der Eröffnungsfeier im Ehrsnhof der Halle I in Gegenwart von zahlreichen Mitgliedern des Diplomatischen Korps bei.
Hans Jürgens von Hake vom Ausstellungs-, Messe- und Fremdenverkehrsamt der Stadt Berlin begrüßte die Erschienenen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die „Grüne Woche Berlin" auch bei der Bevölkerung der Reichshauptstadt Verständnis wecken möge für die schwere Lage der Landwirtschaft.
Hierauf nahm als Vertreter der Reichsregierung, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Dietrich, das Wort zu feiner Eröffnungsansprache. Er wies darauf hin, daß sich die deutsche Landwirtschaft in einer schweren Krise befinde, deren Ursache vornehmlich in der Zollgesetzgebung des Jahres 1925 und darüber hinaus in der Auswirkung der Reparationslaften zu suchen sei. Wenn auch die Verschuldung zu einem gewissen Stillstand gekommen zu sein scheine, so sei doch die Zinslast unerschwinglich. Man müsse Wege suchen, um den Jnlandsverbrauch des Roggens zu vermehren. Der jetzige Zustand, bei guter Ernte ein halb Millionen Tonnen oder noch mehr Roggen ins Ausland zu verschleudern und gleichzeitig für 500 oder 600 Miktionen Mart Weizen zu importieren, sei, so führte der Minister weiter aus, unhaltbar. Dort, wo die Möglichkeit bestehe, müsse in Zukunft an Stelle des Roggens Weizen angebaut werden, selbst wenn eines Tages bei ungünstiger Roggenernte der Roggenpreis dem Weizenpreis nahekommen sollte. Im vorigen Jahre stand die „Grüne Woche" im Zeichen der Selbsthilfe, dieses Jahr stehe sie im Dienste der Meliorationen. Ungeheuer viel sei noch auf diesem Gebiete zu tun. Ueber allem, so schloß der Minister, was uns wirtschaftlich, parteipolitisch und weltanschaulich trennt, haben wir alle — und voran die Landwirtschaft — ein gemeinsames großes Ideal: die Wiederherstellung der Macht und Größe und Freiheit unserer Heimat. Möge auch die diesjährige
aber, wie der „Deutsche" mitteilt, außer st and«, bie Bauarbeiter, wie gefordert war, der Krisenunter stützung zu unterstellen, da ihm die notwendigen Mittel hierfür nicht zur Verfügung stehen. Der Reichsarbeitsminister hat die Bauarbeiterverbän-de an die Parteien gewiesen.
Seeltaee ^undaebun« d«v Sta»l6e!m-6ei6ftbilfe
Berlin, 2. Febr. Die Arbeitnehmer-organisation des Stahlhelm, die Stahlhelm-Selbsthilse, veran- palte heute im Lehrervereinshau» eine Runb-
nickst wegen ihrer Eigenart zusammengekommen. Wenn erst
Hessen zu Preuße» käm«, würden die anderen schon von selbst kommen, rief unter starkem Beifall dieser Redner aus.
Ein Vertreter der Provinz Starkenburg forderte, daß die Dolkspartei in dieser Frage Führer sein müsse. Ander« Sprecher meinten, erst müsse man selbst eine Gesundung herbebführen. Man dürfe nicht als Bittsteller kommen und sich auf Gedeih und Verderb hingeben.
In seinem Vortrag hatte zuvor Reichstagsab- aeordneter D i n g e l d « y zur Innenpolitik des Reiches mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß die Volkspartei im Frühjahr und im Herbst ganz klare Finanz Pläne vorgelegt habe und daß für die nächste Zukunft ein Zusammenbleiben der Regierungsverbindung nur denkbar sei, wenn es 311c Durchführung dieser Gesundung smaßnahmen tmnmc. Als vordringlichste Aufgabe der Deutschen Volkspartei bezeichnete zum Schluß seiner Aussührun- gen der Abgeordnete Dingeldey die Zusammenfassung der bürgerlichen Kreise zu einer großen Mittelpartei. Diese Frage müßte nun endlich mit aller Entschiedenheit aufgegriffen werden, wenn man überhaupt noch weiterbestehen wolle.
In einer Entschließung spricht der Landesausschuß Sem Abgeordneten Dingeldey den Dank und das Vertrauen aus. Der Ausschuß bekennt sich zu der opferbereiten staatsbewußten Arbeit der Partei, insbesondere ihrer Minister Dr. Curtius und Dr. Moldenhauer, für deren zielbewußte Vertretung der deutschen Belange auch bei der zweiten Haager Konferenz der Landesausschuß herzlichen Dank ausspricht. Man erwartet von der Reichstagsfraktion, daß sie die Gesundung der Kassenlags des Reichs und in diesem Jahre auch zugleich die Inangriffnahme der längst dringend notwendigen Steuerreform sich zum Ziel der nächsten Politik setzt und 'davon auch nötigenfalls ihr Verbleiben in der jetzigen Regierungsmehrheit abhängig macht.
Ueber die hessische Landespolitik berichtete der Fraktionsführer Dr. Keller, der das Sparprogramm der Regierung als dürftiges Flickwerk bezeichnete, das es genug fein lasse im Abbau einiger Beamtenanwärter und im übrigen nur eine Verschiebung der Ausg «benbescha ffüng vornehme, indem an Stelle des Landes die Gemeinde oder die Allgemeinheit gesetzt werde. In einer Entschließung, die nach lebhafter Aussprache einstimmig angenommen wurde, wurde diese Kritik erweitert und unterstrichen.
„Grüne Woche" ein Markstein sein auf dem harten Wege, der unsere Landwirtschaft einer besseren Zukunft entgegenführt.
Für den Freistaat Preußen sprach sodann Staatsminister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Dr. h. c. Steiger, der vor allem auf die Bedeutung von Wasserwirtschaft und Landeskultur hinwies. Die Regelung der wasserwirtschaftlichen Verhältnisse und die Verbesserung des deutschen Bodens seien Maßnahmen, bie mehr als je zur Hebung und Weiterentwicklung der deutschen Landwirtschaft notwendig seien und durch die allein das Ziel, die ausreichende Ernährung des deutschen Volkes aus eigener Scholle zu sichern, erreicht werden könne. Alle Meliorationen hätten das Endziel, uns von der Einfuhr ausländischer Lebensmittel, die das deutsche Volksvermögen alljährlich um annähernd vier Milliarden Reichsmark verringere, unabhängig zu machen. Die Landeskulturschau gebe zum ersten Male einen umfassenden Ueberblick über die Meliorationstätigkeit aller deutschen Länder, über die von Wissenschaft und Praxis geleistete Arbeit, aber gleichzeitig auch über die noch zu erfüllenben Aufgaben.
Für die Stadt Berlin unb ihr Ausstellung^-, Messe- und Fremdenoerkehrsamt sprach Bürgermeister Scholtz, der Reich und Staat Dank aus« sprach für die zuteil gewordene Unterstützung der „Grünen Woche". Gerade die Entstehung und Entwicklung der „Grünen Woche Berlin" beweise, daß der Gedanke der Berliner Fachausstellungen und Fachmessen auf keiner künstlichen Züchtung aus rein fremdenverkehrspolitischen Erwägungen beruhe, sondern auf einer breiten volkswirtschaftlichen Grundlage aufgebaut sei. Bürgermeister Scholtz schloß mit der Hoffnung, daß die Gemeinschafts, arbeit zwischen Stadt und Land, auf deren Grundlage die „Grüne Woche Berlins" erwachsen sei, symbolisch sein werde für die Ueberwindung der ge- ge-nwärtigen Notzeit in Stadt und Land durch ein einträchtiges Zusammenwirken aller Teile unseres Volkes.
Die Deutschlandhymne bildete den Abschluß der Feier, die auf alle deutschen Sender übertragen wurde. Ein Rundgang durch die acht Hallen der nunmehr größten aller bisherigen Berliner Ausstellungen schloß sich an.
gebung, zu der etwa 100 Delegierte aus dem Reich erschienen waren. Es sprachen der Landesführer für Groß-Berlin, Major v. Stephani, der erste Vor- sitzende der Stahlhelm-Selbsthilfe, Karl Halbig und die Bundesführer Seldte und Düsterberg. Cs wurde auf die bereits erzielten Erfolge bei Betriebsratswahlen hingewiesen und als Zweck der Arbeitnehmerorganisationen u. a. bezeichnet, bas Kame- radschaftsoerhültnis des Krieges in das Wirtschaftsleben zu übertragen und die Ideen des Stahlhelms an andere Menschengruppen, besonders an die Ar, beitcrschaft, heranzubringen. Dabei sprach u. a. Major v. Stephani sein Bedauern darüber aus, daß die Bestrebungen des Stahlhelms bei den Arbeit
gebern nicht immer das richtige Verständnis finden, I und erklärte, die Wirtschaft habe ebenfalls die Aüj' j gaben des nationalen Aufbaues zu erfüllen und I fei nicht Selbstzweck.
für GerrehttttgSwiffettichaft
Braunschweig. 2. Febr. Das Forschungsinstitut. für Erziehungswissenschaften zu Braunschweig; wurde heute im Beisein des Reichsministers des i Innern Severing, der Mitglieder der Laadesregi«. I irung und zahlreichen Vertretern der deutschen und i ber ausländischen Spezialwissenschaft eröffnet. 2os | Forschungsinstitut wurde im Sommer 1929 mit | Genehmigung des Braunschweigischen Landtags È vom Staatsministerium des Freistaats errichtet und [ mit den Rechten einer milden Stiftung ausgeftattet, j Der Deutsche Lehrerverein trat der Stistung um | mittelbar nach ihrer Errichtung als dauernder Foy f derer bei. Die Stadt Braunschweig stellte dem In- | führt in der Villa Hörstel ein würdiges Heim zur I Verfügung. Das Institut hat für alle größeren I Länder ber Erde Referate eingerichtet. Es will bie I erziehungswissenschaftliche Forschung zu einer im I ternationalen Angelegenheit machen.
Nach einer Besichtigung des Instituts durch den I Reichsminister und die geladenen Gäste erfolgte ge-' | gen Mittag der feierliche Eröffnungsakt im Wil- I helm-Garten. Reichsminister Severing über- | brachte die Glückwünsche der Reichsregierung. Er | führte u. a. aus, dieses neue Institut sei nicht nur I eine neue und einzigartige Anstalt im Land, es sei | neu und auch im Reich und für die ganze Welt. | Wenn er dem neuen Institut eine nationale Bebern | tung beilegen könne, so fei es die, dazu beizutragen, diese Voraussetzungen für Deutschlands Arbeiterschaft, Techniker und Kaufleute zu erfüllen. In seiner Eigenschaft als Minister wolle er dem Institut nicht nur individuelle und moralische Unterstützung leihen, sondern er gedenke auch einen kräftigen Baustein dem neuen Unternehmen zu stiften. 3m weitern Verlauf seiner Ansprache berührte dec Minister noch die allgemeinen wirtschaftlichen Fragen und sagte u. a., wer Europa aufbauen wolle, müßte in ber nächsten Zeit schon gründlich untersuchen, ob die Zollschranken im Interesse der deutschen Erzeugung liegen, oder ob sie dazu angetan sind, bie friedliche Gemeinschaftsarbeit der Europäer in der ganzen Welt zu verhindern. Der Minister schloß mit den Worten: Es kommt auf den Geist an. Das Haus ist errichtet:, machet ein Lehrgebäude der Menschheit daraus.
, Zum Schluß begrüßte^der erste Vorsitzende des Deutschen Lehrervereins, Schulrat Wolff-Berlin, d-c Errichtung des Forschungsinstituts. Er dürfe im Namen der Lehrerinternatioiiale versichern, daß bie gesamte ihr angeschlossene Lehrerschaft dieses Werk , fördern merbe.
Gnibülluns des SchandMâiLe
Belgrad, 2. Febr. Wie aus Serajewo ge=^ meldet wird, wunde dort heute die an einem Privat-Ä Hause angebrachte Plakette zur Erinnerung an 1 Gabriel Princip und die übrigen Teilnehmer bei Attentats von Serajewo enthüllt. Borher hatte eine kirchliche Gedächnisfei« (!) ftattgefM^L An V und ehemalige Freunde Princips teil, dagegen offiziös erklärt wird, leine Vertreter von BehAW den oder Verbänden.
Die affäee «uilevow p
Auf der Spur der Entführer. -^ Die Frau als Lockmittel.
Paris, 2. Febr. Der ehemalige Botschaftsrat B e s s e d 0 w s k l hat während seiner Amtstätigkeit vom Lefter der Pariser G.P.U. erfahren, daß einer der Chauffeure des verschwundenen Generals K u t i e p 0 w in feinem Solde Mhe. Da man Kuttepow jedoch als sehr vorsichtig kannte, sei man auf den Plan verfallen, ihn durch eine Frau in den Hinterhalt locken zu lassen. Man versuchte zunächst, ihn mit einer schönen Kaukasierin bekannt zu machen, Loch wâr er zu vorsichtig, um hieraus hereinzufallen. Man wählte dann als Lockvogel die Frau eines ehemaligen Generals der russischen Armee, deren Wohnung ganz in ber Nähe derjenigen Les Generals lag und die sich gleich ihm häufig in Nizza aufhielt. fTrotz aller Liebesbriefe, die diese Frau ihm zukommen ließ, blieb Kutiepow standhaft. Er war im übrigen stets auf dem Laufenden über alle gegen ihn geplanten Entführungsversuche, da der Gegenspionagedienst der russischen Emigrantenkreise in Paris in dieser Beziehung sehr gut funktionierte. Gerade diese Tatsache läßt auch die Annahme auftauchen, daß Kutie- vow das Opfer eines Verrats aus feinen eigenen Kreisen geworden, ist.
Ein Pariser Autodroschkenführer, der früher Fliegeroffizier war, hatte die Polizei auf die Spur der Frau im hellbraunen Mantel gebracht, bie in der Angelegenheit eine höchst mysterische Rolle spielt und die sich in den bolschewistischen Pariser Kreisen viel bewegt. Die Frau, eine gewisse Ludmilla Jwanowsa P., bewohnt ein Haus in der Nähe der Sow>trussischen Botschaft! Sie ist eine intime Freundin der Frau Iwanowitsch, deren Mann leitender Kommissar der Tscheka in Paris ist.
Die G«»wah» in rravvoii« weilèv
Paris, 2. Febr. Bei der Kammernachwahl in Rappoltsweiler (Stichwahl) wurde heute der Kandidat der französischen nationalgesinnten Katholiken Rieder mit 6253 Stimmen gewählt. Der Kandidat ber Katholischen Voltsoereinigung erhielt 4310 Stimmen, der kommunistische Kandidat 98. Die Sozialisten hatten für die Stichwahl Stimmenthaltung angeorbnet. Es handelt sich um bie Neubesetzung dès durch die Wahl des Abgeordneten Pfleger (Kathol. Volksvereinigung) zum Senator freigewordenen Abgeordnetenmandats.
Sturm an der französischen Sübmeftlüfte.
Pari«, 3. Febr. An der Südwestküste Frankreichs herrscht gegenwärtig Sturm. In der Gegen) von La Rochelle wurde ein Damm zerstört unb eine am Ufer gelegene Ortschaft vollkommen über- fchwemmt Schwere Sturmschaden werden auch aus Portugal gemeldet, auch Menschen sind infolge des Unwetiters in Portugal ums Leben gekommen.