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Stießt hier 6er Pfahl und wird er nicht aBbaT6 erneuert, so begünstigt et das Umbrechen dicht über dem Boden, ist also nicht nur überflüssig, sondern schädlich.

Neves aus Stall und Hof.

Bei ber Entfernung von Echafzecken darf Nicht in der Weise vorgegangen werden, daß die Zecken einfach abgerissen werden, denn dann bleibt der Kopf in der Haut stecken und Eite­rungen, die das Tier stark belästigen, sind die Folge. Betupft man aber die vollgezoae- nen Zecken mit etwas Terpentinöl, dann lösen sie sich leicht vollständig ab und fallen zu Boden, wo sie vernichtet werden müssen. Die kleine Wunde aber schließt sich rasch. E—w.

Einiges über Pelztierzucht. Wenn wir heute unsere Fach- und Tageszeitungen einer Durch­sicht unterziehen, dann fällt uns auf, daß über­all in unserem Vaterlande Pelztierzuchten ein« gerichtet werden. Soweit sich die Sache über, blicken läßt, scheinen sich die Pelztierfarmen ganz gut zu rentieren. Selbstverständlich ver­langt der Betrieb einer solchen Farm viele Kenntnisse, die durch Studium und Praxis «r» worben werden müssen. Nur der Fachmann wird es ohne größere Verluste zum Erfolg bringen. Das ist hier nicht anders als in jedem anderen Geschäft auch. Die ersten Silberfuchs­tierfarmen entstanden in Nordamerika, und wohl anfangs aus dem Grunde, um diesen stark ver- folgten Pelztieren eine Heimstätte zu bereiten, um sie vor dem Untergange zu bewahren. Man kam aber bald zu der Ansicht, daß die Zucht der Edelpelztiere ein gutes Geschäft war imd schuf eine nicht zu unterschätzende Industrie. Mehr als die Silberfuchszucht interessiert uns nun heute die Zucht des edlen Nerzes. Die Zucht dieses Pelzträgers ist auch, leichter zu betreiben. Nerze find weniger Krankheiten unterworfen als Silberfüchse. Die Zucht be- onsprucht auch ganz entschieden weniger Kapital und weit weniger Raum. Allein aus diesem Gründen wird die Zucht dieses munteren Tieres eine große Zukunft haben. Noch eins spricht zu- gunsten des Nerzes: Während der Silberfuchs streng in Einehe lebt, kann ein Nerzmännchen zwei bis vier Weibchen decken. Die Fähe wirst im Jahre bis acht Junge. Aus all diesen Gründen kann man feststellen, daß die Nerzzucht bei uns schnell vorwärts schreitet Nur selten wird es heute schon ein Nerzzüchter nötig haben, die Jungtiere zu balgen, er findet zu weit höheren Preisen noch genügend Absatz dafür als Zuchttiere. Neben der Nerzzucht betreibt man auch die Zucht des Waschbaren, des Opossums, und nicht zuletzt kann man auch die Pelz-, Kaninchenzucht nur sehr empfehlen, sie ist sehr lohnend. Kl.

Beim Abladen von Kunstdünger im Hofe ober in dessen Nähr ist nicht zu vermeiden, daß Teilchen davon aus den Erdboden gelangen, die dann von den frei umherlaufenden Tieren,

xvic Hunden und Hühnern, begierig aufgeleckt werden. Sie nehmen dadurch weit größere Mengen auf als ihnen bekömmlich ist. Be­sonders wird der salzig schmeckende Dünger von ihnen bevorzugt, zumal sie durch den ihnen angenehmen Salzgeschmack gereizt wcr- sollten während des Düngerabladens die Tiere von dieser Stelle ferngehalten werden und sofort nach beendetem Abladen der Platz gründlich mit­tels Besens reingefegt werden. Im Garten, der sich in der Nähe des Hofes befindet, wird man den Kunstdünger möglichst sofort nach dem Ausstreuen unterharken. W—e.

Neues aus Seid und Garten, Treibhaus und Vlumenzimmer.

Ein gesunder Kalkzustand des Bodens sichert die Stickstoffwirkung. Die verschiedenen Stick- stofsdüngemittel zeigen eine sehr unterschied­liche Wirkung je nach dem Kalkzustand des Bodens. Ist dieser nämlich befriedigend und zeigt der Boden somit keine stark saure Be­schaffenheit, dann ist auch die Wirkung der Stickstoffgaben weit besser und ausgeglichener. Das möge beachtet werden, denn es gibt Auf­schluß über die oft so verschieden sich äußernde Stickstoffwirkung. Ein gewisser Kalkgehalt und eine nicht zu saure Beschaffenheit des Bodens sind Vorbedingung für die Wirkung unserer Kunstdüngemittel, besonders aber der stick­stoffhaltigen, die dann erst eine sichere Werbung Jeigen und eine höhere Ernte gewährleisten, elvstverständlich aber auch nur dann, wenn an en übrigen erforderlichen Nährstoffen kein Mangel im Boden herrscht. Sz.

Sarteobaukalender für Februar.

Ziergarten: 3m Ziergarten werden die Sträucher geschnitten. Es gilt nur jenen, die am alten Holz blühen. Die aber, deren Blüten vor dem Laubwerk erscheinen, werden erst im Juni, also nach dem Abblllhen, geschnitten» Das Schneiden erfolgt auch nicht derart, daß die Sträucher einfach wie Besen in irgendeiner Höhe geschoren werden, sondern es werden die vieljährigen, alten, überstarken Aeste möglichst dicht am Boden herausgeschnttten Schnee­glöckchen. Leberblümchen. Alpenheide, Seidel­bast blüheit als erste. Sie und die Krokus sind, soweit nötig, freizulegen von Laub. Die Ge- Sgruppen werden gegen den Rasen hin er abgestochen und das Erdreich in ihnen flach umgestochen. Man holt zum Antreiber, eie eingetopften Hyazinthen, Tulpen, Krokus, Osterblumen, Narzissen in das warme Zimmer. Immer aber jene zuerst, die gut in den Töpfen durchgewurzelt sind

Obstgarten: Wenn noch nicht geschehen, wird es mit dem Aussichten der Beerensträucher höchste Zeit. Oft beginnt Ende des Monats bereits der Laubtrieb. Ende Februar beginnt auch die Pflanzzeit für das Steinobst, be« sonders Aprikosen, Pfirsich- und Kirschbäume. Diese Obstarten können zu dieser Zeit auch ver­edelt werden. Wenn die Haselnüsse blühen und das Wetter ist trocken-warm, sollen die Sträucher geschüttelt oder abgeklopft werden, daß sie stäuben. Das dient dem guten Ansatz. Das Aussichten und Beschneiden der Bäume und edlen Reben muß beschlossen werden. Die Baumscheiben sind möglichst geräumig um« zugraben. Die Insektenfanggürtel werden ab»

genommen und mit den darin gefangenem Schädigern verbrannt.

Gemüsegarten: Möhren (Karotten) und Zwiebeln, auch Erbsen können nicht früh genug gesät werden. Sie wollen den Boden n der vollen Winterfeuchte. Nur muß er frost­frei und abgetrocknet fein. Die ersten Ans­aaten von Frühkohl aller Art (Blumen-, Kopf-, Wirsingkohl, Kohlrabi, Kopfsalat) er­folgen in das Frühbeet und in Ermangelung eines solchen im Zimmer am sonnigen Fenster. Man sät Spinat in ein ungebüngtes Beet von nicht leicht aufschießender Sorte, wie etwa Triumph, Grüiibleibciidcr Spätauffchießender. In beständig warme Frühbeete werden aus Zimmer- sollten bereits Kopfsalat, Treibkohlrabi, Friih- karotten, Radies gepflanzt bzw. gesät. I.

Neues aus Haus, Nüche und Keller.

Kartoffelsalat mit Rotwein. Nachdem die Kar­toffeln gekocht, geschält und recht, fein zerschnitten sind, gießt man eine Obertasse kochendes Wasser oder kochende Fleischbrühe darüber und deckt sie zu, während man die Tunke bereitet. Hierzu vermischt man sechs Eßlöffel feinstes Speiseöl mit sechs Eß­löffeln Rotwein, vier Löffeln Essig, ein bis zwei feingehackten Schalotten, Pfeffer, tzvalz und einer Prise Zucker, gießt alles über die Kartoffeln, die man vorsichtig damit durchschwenkt. Der fertige Salat wird mit Rapünzchen oder roten Rüben gar­niert. Frau A. in L.

Enlen-Ragonk. Eine Ente wird halbweich ge­braten, dann in Stücke zerlegt, die man mit ‘/s Liter Fleischbrühe, einer mit Gewürznelken be­steckten Zwiebel, etlichen Pfeffer- und Gewürz- körnern sowie der Schale einer halben Zitrone langsam weichkochen läßt. In einer anderen Kasserolle bräunt man 70 g Butter, schwitzt einen Kochlöffel Mehl darin, gießt die durchgeseihte Entenbrühe nebst einem Glas Portwein hinzu und würzt mit dem Saft einer Zitrone und dem nötigen Salz. Sobald die Tunke mit dem Mehl glattgekocht ist, gießt man sie über die Entenstücke und schmückt die Schüssel mit gerösteten Semmel­schnittchen. Frau A. in L.

Tortelettes, bestehend aus 500 g Mehl, 250 g Butter, 100 g Zucker und sechs Eiern. — Nach­dem man das Mehl auf den Tisch gesiebt hat, macht man in die Mitte eine Vertiefung und tut in diese die in kleine Stücke zerflückte Butter, den Zucker, zwei ganze Eier und vier Eigelb. Mög- sichst rasch werden diese Zutaten nun zu einem glatten Teig geknetet, den man bis zum Gebrauch an einem kühlen Orte ruhen läßt. Auch kann man, um die Bindekraft zu vermehren, einen Eßlöffel Wasser beim Kneten über den Teig spritzen. Nach­dem derselbe auf einem mehlbepuderten Backbrett in der Dicke eines halben Federkiels ausgerollt ist, ssicht man mit dem Rand eines in Mehl getauchten Glases kleine runde Platten, rollt von den Ab- fällen des Teiges mit der Hand einen Streifen, legt von diesem um jede der Platten einen Rand, indem man die beiden Enden zusammensügt, be. streicht ihn mit zerquirltem Ei und bäckt die Torte­lettes in mäßig heißem Ofen zu goldgelber Farbe. Dieselben werden mit eingemachtem Beerenobst be­legt und serviert. Frau Ad. in K.

Neue Bücher.

F. Neumanns Taschenbuch für Landwirte 1930.

36. Jahrgang, drei Teile. Vertag von I. Neumann, Neudamm. Preis 4,50 RM.

Das, was der Verlag dem Landwirt jetzt in feinem Taschenbuche bietet, ist vielerlei. Im e r st e n Teile das Kalendarium, Listenpapier, Lohn- und andere Register, wichtige Tabellen über Düngung, Fütterung, Milchwirtschaft, Viehhaltung, Geflügelzucht. (Preis 2 RM, bei Mehrbezug billiger.) Im zweiten Teile knappgehaltene, aber hervorragend inhaltreiche Aufsätze aus berufener Feder. Um eins aus dem Bielen herauszugreifen: Bekanntlich ist, richtig durchgesührl, der einträglichste Zweig unserer gesamten Viehhaltung die Schäferei, besonders die Lämmermast. Wir finden im zweiten Teil des Taschenbuches einen Auf­satz darüber mit so genauen Angaben über Haltung und Fütterung, daß dem nichts hinzu­zufügen ist. Weitere Aufsätze über Schweine-, Kälber-, Pferdesütterung und deren Haltung folgen, und in dem Aufsatz über Anbau von Obst und Gemüse wird so vieles geboten, daß jeder daraus lernen kann. Sortenregister sind weiterhin vertreten. Die gesamten Züchter­vereinigungen Deutschlands sind vollständig ge­nannt. Weiterhin sind sämtliche Reichs- und Staatsverwaltungen, Verbände und landwirt­schaftlichen Vereine und Unterrichtsanftalten angeführt. Ihnen schließen sich technische Be­zeichnungen und Umrechnungstabellen sowie kleine technische Ratschläge an. (Preis von Teil I und II 3 RM, vei Mehrbezug billiger.) Der dritte Teil des Taschenbuches be« richtet aus der Maschinen- und Gerätetechnik der Landwirtschaft und ist von Dr. H. Schwanecke. Berlin-Wannsee, geleitet, der uns durch feine vortrefflichen Aufsätze längst ein beliebter Berater und Führer auf diesem Ge­biete geworden ist. Auch der Inhalt dieses dritten Teiles ist so unendlich reich und viel­seitig, daß es wegen des knappbemessenen Raumes unmöglich ist, auch nur die Ueber« schriften der zahlreichen Ausführungen anzu­geben (Preis aller drei Teile 4,50 RM.) So­mit kann das Taschenbuch in seinem bekannten dauerhaften braunen Leinengewrmde jedem Landwirt als treuer Weggenosse wohl emp­fohlen werden.

Frage und Antwort.

Ein Ratgeber für jedermann.

Pe»Ins»n«e« tat Bit Beantwort»«« von Anfragen: r-r gröhte Tei; der Rtagen mut schriftlich beantwortet werden, da ein Abdruck aller Antworten räumlich unmöglich ist Leèhald mut jede Anfrage die genaue Adr elfe bei Rrageftelleri enthalten. Anonyme Fragen werden grunbfäßltd) nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frage ein Au»we>», das, Fragesteller Bezieher unsere« Blatte» ist, sowie als Portverlag der Betrag von 50 Rps. beizufügen. Für jede weitere Frage find gleichlall» je 60 Elps, mitzulenden Anfragen, denen weniger Porto beigefügt wurde, werden zurückgelegt und erst beantwortet, wenn der volle Portoerlatz erstattet worden ist. Im Briestasten werden nur rein laiidwtrtschaltltch« Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, Sie sich nicht dem Rahmen unsere« Blatte« anoallen, taun Auttunsl »icht erteilt werden Die Schristleitun^

Frage Nr. 1. Eine Erstlingskuh, die vor etwa acht Wochen gekalbt hat, hat eine faust­

große Verhärtung im Euler über den hinteren Strichen. Tägliche Massage mit Schweine­schmalz und warmem Oel hatte keinen vollen Erfolg, es bildeten sich zweimal an der hinteren Seite des Euters hühnereigroße Geschwüre, aus denen nach dem Aufbrechen eine e rige Masse floß und die nach einigen Tagen ver- narbten? Nach bissen Eiterausbrüchen ist die Verhärtung auf fast die Hälfte zurück» gegangen. Auch die Freßlust hat sich seitdem bedeutend gesteigert. Welche Mittel gebraucht man, um den Fehler zu beseitigen? G. R. inB.

Antwort. Bei der Kuh handelt es sich um eine eitrige Euterentzündung mit Durch­bruck des Eiters nach außen. Das Tier ist diät zu halten: schwer verdauliche, eiweißreiche Futtermittel sind zu vermeiden; man gibt Grünfutter, Heu, dünne Kleientränke, rohe Kartoffeln, Rüben und dergleichen. Die ört­liche Behandlung besteht in Entfernung des Sekretes durch häufiges, sanftes, alle ein bis zwei Stunden wiederholtes Melken des erkrankten Viertels. Weiter ist zu empfehlen sanftes Frottieren und. Massieren des Euters unter Verwendung von Oe len, Fetten und milden Salben, z. B. Kampfersalbe, Bor­salbe, graue Salbe, Iod - Iodkasisalbe, Sob« nafogen usw. Bei Abszeßbildung ist frühzeitige Spaltung mit nachfolgender Desinfektion an« gezeigt. Das ermolkene Sekret ist unschädlich zu beseitigen. Stall und Stallgerätschaften sind gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Dr. Lz.

Frage Nr. 2. Eine Kuh leibet an Scheidenâusfiuß und ist schon seit Mai vorigen Lahres nicht mehr tragend geworden. Was soll ich jetzt tun, um den Scheidenausfluß zu be­seitigen. E. S. in L.

Antwort: Zur Behebung des Ausflusses aus der Scheide sind Spülungen mit körper­warmen ein- bis zweiprozentigcn wässerigen Lösungen mit doppeltkohlensaurem Natron oder Kochsalz angezeigt. Auch Spülungen mit ver­dünnter Jodtinktur (5 Tropfen auf 100 ccm abgekochtes Wasser) können versucht werden. Sehr bewährt haben sich auch die Chinovagin- tabletten, die Sie am besten durch ihren Tier- arzt beziehen. Im allgemeinen genügen drei Tabletten, die in bestimmten Zwischenräumen in die Scheide eingelegt werden. Das Tragend­werden wird, sofern es sich lediglich um eine Erkrankung der Scheide handelt, nicht beein­trächtigt. Dr. Lz.

Frage Nr. 3. Eine Färse im Alter von einem Jahr macht einen durchaus ge­sunden Eindruck, frißt gut und befindet sich auch in einem guten Fulterzustande. Die Tränke besteht aus einer Brühe von Kleie mit Lein­mehl, und zwar je Mahlzeit ein Eimer voll. Das Tier ist jeden Morgen vollkommen nah geschwitzt, während diese Erscheinung bei den Kühen, die im Stalle stehen, nicht beobachtet werden kann. Worin beruht die Ursache für bi^es Schwitzen und wie läßt es sich be« seifigen? 3. R. in B.

Antwort: Das Schwitzen bei 3hrer Färse kann auf verschiedene Ursachen zurück­zuführen sein. Vielleicht liegt eine Störung des Stoffwechsels vor. Pielleichi arbeiten die Nieren auch nicht genug, und schließlich besteht TüetuTögntönet^ kcit aufnimmt und daß der Stasi zu warm ist. Liegt die letzte Ursache vor, so kann diese leicht abgeftellt werden. Um zu verhindern, daß die Färse zu viel Wasser aufnimmt, möchten wir 3hnen empfehlen, Kleie und Leinkuchenmehl trocken zu verabreichen. Das Tränkwasser ist in klarer Form, und zwar leicht verscylagen, anzubieten. Bon dem klaren Tränkwasser wird das Tier weniger ausnehmen als von der Brühe. Empfohlen werden kann ferner, durch Verabreichung von gelind abführenden Mitteln, wie Glaubersalz und Karlsbader Salz, die Verdauungstätigkeit und damit den gesamten Stoffwechsel anzuregen. Auch darf die Fütte­rung nicht zu reichlich bemessen werden. Sollte es möglich sein, dem Tiere Bewegung zu ver­schaffen, so kann dieses nur empfohlen werden. Um einer Erkältung Dorgubeugen, ist es zweck­mäßig, das naßgeschwitzte Tier morgens mit einem Strohwisch ober mit Sackleinen kräftig abzureiben. Dr. Bn.

FrageNr. 4. Ein 3 Monate altes Ferkel, welches bis jetzt einen gesunden Eindruck ge« macht und auch gut gefressen hat, bekommt regelmäßig bei Anfang des Fressens einen Krampfansall. Es wird steif, nimmt eine blaue Färbung an und fällt um. Worin beruht die Erkrankung? 3. B in 6

Antwort: Bei Fhrem Ferkel handelt es sich um epileptische Anfälle, die bei Ferkeln fehl häufig zur Zeit des Zahnens auftreten). Vielleicht ist zu dieser Zeit eine Steigerung der Empfindlichkeit des Zahnfleisches vorhanden. Die Tatsache, daß die Krankheitserscheinung beim Fressen eintritt, würde diese Annahme rechtfertigen. Die Behandlung ist sehr schwer und in vielen Fällen mit wenig Aussicht aus Erfolg. Während des Anfalles kann gar nichts unternommen werden. Handelt es sich um reine Fallsucht so kann Baldrian und Bromkalt ver­abreicht werden. Auch kalte Duschen sind zu empfehlen. Lassen diese Anfälle nicht nach, so bürste ein baldmögliches Abfchlachlen des Ferkels angebracht fein Dr. Bn.

Frage Nr. 5. Vor fünf Fahren wurden 26 Ar mit Luzerne bepflanzt und der Boden zweimal mit Thomasmehl gedüngt und danach aufgeeggt. Kann man setzt Kalk streuen und wieviel je 2500 qm? I. N. inW.

Antwort: Da die Luzerne bereits fünf Jahre steht und nur zweimal Thomasmehl erhalten hat, so behandeln Sie dieselbe von jetzt an wie folgt. Sebes Fahr im Herbst wird kräftig geeggt, kreuz und quer. Wenn die Pflanzen dabei etwas übererbet werden, so schadet das nicht. Nur der Frost soll nicht in bas frisch geeggte Feld schlagen. Als Kalk­düngung können Sie jetzt bei offenem Wetter, aber nicht auf Schnee, auf 26 Ar geben: 600 kg kohlensauren Kalk, wenn der Voden f a n b i g e r Natur ist. oder 300 kg Brannt­kalk (Aetzkalk), wenn er lehmig und steif ist. Nach dem Streuen bleibt der Kalk bis zum Frühjahr liegen und wird dann mit dem anderen Kunstdünger vercaat. Sin zeitigen

Friihsahr, wenn der Schnee fort ist, werben an Kunstdünger auf 26 Ar noch gestreut: 200 kg Kainit oder 50 kg 4Oprojentiges Kalisalz mrd dazu 75 kg Thomasmehl. Kalidünger und Thomasmehl können kurz vor dem Aus-i streuen gemischt werden. Die Mischung ist sorgfältig auszuführen! 3st alles gestreut, so wird beim ersten passenden Wetter, wenn der Boden schön krümelt, noch einmal geeggt. Wenn Sie einen Erfolg sehen, sollten Sie die Kali- und Thomasmehldüngung in jedem Fahr wiederholen. Dr. E.

Frage Nr. 6. Eine Wiese, welche meist Schmitgras, auch Humus, trägt, will ich, nach­dem ich den darin befindlichen Graben mit 4-Zoll-Röhren dräniert habe und die an dem Graben befindlichen Pappelsträucher ausacrodet sind, umpflügen. Womit muß ich dieselbe nun cinfäen, und wann bzw. mit welchen Gräsern kann ich sie im ersten oder zweiten Zähre ein« säen. Der Untergrund ist lehmig ja sogar ton­artig. Besteht Aussicht, durch die Umkultivie­runa den Humus zu vernichten? — 3ft reine Brikettasche für eine Wiese vorteilhaft, ober hat selbige keine Wirkung? Sn welcher Weise kann ich dieselbe verwerten? P. 6. in V.

Antwort: Das anscheinend starke Auf. treten von Humus beutet an, daß die Wi'ese reichlich naß und der Boden kalkarm ist. Der Ersatz des Abzugsgrabens durch Röhrendränage ist gut. Zu überlegen wäre aber, da die Drä- nung einmal oorqcnommcm wird, ob die ge­plante einfache Entwässerung auch ausrcichL Vielleicht würde es sich empfehlen, auf jeder Seite des vierzölligen Abzugsstranges noch je zwei bis drei Saugstränge anzulegen. Die Not­wendigkeit und bie Anzahl muß die genaue Besichtigung lehren. — Der möglichst restlosen Wurzelbeseitigung der Pappelsträucher ist größte Aufmerksamkeit zu schenken, da zurück- bleibende Stücke wieder Wasserwurzeln treiben, die in die Dränagestränge hineinwachsen und zu Verstopfungen führen. Um dies möglichst hintanzuhalten, empfiehlt es sich, die Stoß­fugen der Röhren mit einer starken Lage Strohhäcksèl zu überdecken. Der Strohhäcksel wird von dem Wurzelwerk gemieden und lange Zeit nicht Durchwachsen. 3ft die Dränage beendet, würden wir vor dem Umbrechen 20 Zentner je Hektar (10 000 qm) Branntkalk ausstreuen und dann Die Narbe noch im Win­ter bei passendem Wetter umlegen. 3m zeiti­gen Frühjahr werden noch einmal 20 Zentner je Hektar Branntkalk gestreut und beim Zer» eggen der gestürzten Grasnarbe mit ringe» arbeitet. Später werden 6 Zentner Thomas, mehl und 12 Zentner je Hektar Kainil .ge­streut und bei Bereitung des Saatbettes ein» geeggt. Als erste Frucht sollte Hafer folgen. Wird es für dessen Bestellung zu spät, ist bis Anfang Mai auch Gemenge (Hafer und Wicken) zum Grünfüttern zu nehmen. Das Mischungs« Verhältnis ist: 50 kg Hafer und 150 kg Wicken je Hektar. Das Wickfutter verträgt eine späte Bestellung im Mai. Es ist aber dann statt des Hafers besser Gerste zu nehmen, weil der Hafer, so spät im Jahre bestellt, in bet Regel stark unter Fritfliegenvefall leidet. — 3m Herbst 1930 wird die Stoppel zeitig gestürzt und im Winter das Stück adgem^.

im Herbst sauber gepflügt; im Februar werden aus die rauhe Furche 6 Zentner je Hektar Thomasmehl und 12 Zentner je Hektar Kainit gestreut. Der Acker nach und nach, damit recht viel Unkrautsamen auflaufen, mit Egg« und Walze recht fest und fein gemacht und je nach Witterung etwa Mitte April 1931 folgende Grasmischung cingesät: Bastardklee 1,2 kg, Wiesenschwingel 12 kg, Wiesensies-chgras 3 kg, Wiesenrispe 5 kg, Wieseusuchsschwanz 3 kg, Knaulgras 2 kg, weißes Strausgras 2 kg, deutsches Weidelgras 3 kg. Soll bie Wiese dauernd gute Ertragnisse geben, so ist sie all« jährlich im Herbst mit 6 Zentner Thomasmehl und 12 Zentner Kainit je Hektar abzudüngen. Sehr zu empfehlen ist es, zu der Thomasmchl- Kainitdüngung eine Kalkstickstoffdüngung von 4 Zentner je Hektar hinzuzudüng«n.' Vm Winter kann natürlich auch gejaucht werden, wenn guter mit Kalk durchsetzter Kompost vor­handen ist, gibt man alle drei Zähre eine Kom- vostdecke im Spätherbst. - Brikettafclje hat für die Wiese einen so geringen Dungwert, oaß sich das Ausfahren und Streuen nicht be­zahlt macht. Wenn Sie Gartmabfälle haben, empfehlen wir, beides zusammen zu kom­postieren. Dr. E.

Frage Nr. 7. Anliegend übersende ich eine Stachelbeerwcinprobe mit der Bitte um Untersuchung und Begutachtung. Für den Wein wurde eine gut reife Frucht verwendet, die mit zwei Paketen Tokeier Bicrka • Hefe an- gesetzt wurde. Nach dem Abpressen mit der Fruchtpresse wurde der Saft mit 7,5 kg Zucker auf 30 Eiter unter Zusetzung von zwei Paketen Nährsalz angesetzt. Schon bei der wilden Gärung kam der Wein nicht richtig aus sich heraus. Die weitere Vergärung unter Gär­verschluß (Glasrohr mit Wassers bei einer Temperatur von 20 bis 22 Grad verlies nor­mal Bei dem ersten Abziehen von der Hefe zeigte der Wein einen nicht angenehmen ®ci schmack Nach weiteren neun Wochen stiegen keine Blasen durch das Gärrohr auf; es wurde zum zweiten Male abgezogen Der Geschmack hatte sich wesentlich gebessert, ist aber nicht so, wie der Wein sonst durchschnittlich ausfällt. Zum Auffüllen der Flaschen nach dem Abziehen wurde abgekochtes Wasser ohne Zusatz ver. wendet. Die «ingesondte Probe ist dem zur Klärung abgestellten Wein entnommen. S. in G.

Antwort. Der Stachelbeerwein ist noch zu jung und schmeckt dementsprechend krautig. Durch längere Lagerung würde er sich ausbauen. Sein Alkoholgehalt beträgt 12 Volumprozent. Zucker ist nicht mehr vorhanden. Wir raten nun, entweder mit Kristallsühstosf nachzusüßcn und bann längere Zelt gut verschlossen zu lagern, ober den Wein nochmals umzugären. Zu diesem Zwecke wären erforderlich; 2,25 kg Zucker. 10 g Chlorammonium, welche ohne Wasser in dem Weine aufgelöst werden, und frische, gut angekeimte Reinhefe. Der Wein ist vorher von dem Bodensatz obzuztchen. Es ist aus Gör- temperatur von 20 bis 25* 0 zu achten und Unterkühlung zu vermeiden. Prof. Dr. Ks.