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23.3«nttM
1930
Das Ae«eKe
— Die deutschen Delegierten berichteten dem Reichskabinetè über die Haager Verhandlungen. Der Kanzler stellte Uebereinstimmung fest und sprach Dank und Anerkennung aus.
— Der Preußische Landtag begann die allgemeine Aussprache zur zweiten Beratung des Forstetats und schloß die Aussprache zum Gestütsetal.
— In Hann.-Münden kam es gestern zwischen Rakionalsozialislen und Kommunisten zu außerordentlich heftigen Kämpfen.
— Der neue amerikanische Botschafter Sackett ist gestern an Bord des „President Harding" nach Europa abgereist, vor seiner Abreise machte er eine für das deutsche Volk bestimmte Aeußerung.
— Die Zahl der Hauptunterstühungsempsânger in der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung dürste am 15. 3anuar dicht an 2 050 000 liegen.
— Der Mittwoch war in London mit Vorbereitungen für die heutige erste Vollsitzung der Flotten- konserenz ausgefüllt.
— In Berea (3llinois) wurden zehn Schulkinder, die mit einem lleberlandomnibus einen Ausflug machten, bei einem Zusammenstoß des Wagens mit einem Zug gelötet.
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London, 22. Jan. Alle Delegierten der Londoner ^Mvttenkoniferenz waren heute noch, estrig mit den
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Pamce ftattfinoenve erste Konferenz beschäftigt.
Laut „Evening News" wurde, nachdem die englisch-französischen Besprechungen anderthalb ^Stunden imgonge gewesen waren, Stimson dringend nach Downingstreek 10 berufen, weil sich ein wichtiger Punkt ergeben hatte, der seine Zuziehung notwendig machte. Tardieu erklärte nach der Sitzung dem Vertreter des Blattes: „Wir haben mit Macdonald und Henderson Fragen erörtert, die sich aus den Memoranden beider Regierungen vom 10. Januar.1930 ergaben, und wir haben entdeckt, daß gewisse Punkte revisionsbedürftig waren. Wir sprachen sie darauf sehr sorgfältig durch, und eine, weitere Sitzung wird zwischen uns am Freitag in Downingstreet stattfinden. Unsere Delegation trifft heute nachmittag mit der japanischen zusammen. Jedes Land wird seinen Stand p'u nk t so de u t- lich und ungeschminkt wie möglich barlegen, so daß wir genau wissen können, wo mir stehen." m
Sofort nach feiner Konferenz mit dem Prenner- minifter begab sich Stimson zur japanischen Delegation. Diè amerifnniiebe Delegation erklärte sich von dem erzielten Fortschritt befriedigt. Stimson sprach heute abend bei Grandi vor.
Laut ,Evening Standard" sind Grandis und Tardisus Besuche bet Macdonald nicht ohne Zu- fammenhang mit dem Wunsche Macdonalds und seiner Kollegen, die Meinungsverschiedenheiten dieser beiden Mächte vor Zusammentritt der Konferenz 5U vermindern. , ,
Tardieu begibt sich übers Wochenende nach Paris und kehrt am Montag nach London zunick. Die City von London gibt den Delegierten morgen ein Bankett in der Guild Hall, zu dem 750 Gäste geladen sind. Wie verlautet, werden Macdonald und Tardieu Reden halten.
Furchtbares Kutobusunslüch
Zehn Schulkinder bei einem Autobusunglück getötet
Cleveland, 22. Jan. In der Rahe des Städtchens Berea wurde an einem Bahnübergang ein mit Schulkindern besetzter Automobilomnibus von einem Personen,ua der Remyork-Centralbahn ersaht. Zehn Sinder und der Führer des Autobusses wurden auf der Stelle getötet. , ,
hierzu wird weiter berichtet, dah der Autobus mit insgesamt 23 Kindern beseht war. Acht Studenten der Hochschule von Berea waren, kurz bevor das Unglück geschah, ausgesticgen. Bei den Opfern handelt es sich um Schüler der unteren Klassen einer anderen Schule. Der Bahnübergang, an dem sich das Unglück ereignete. führt «ber ein- vier- gleisige Strecke der Rewyorker Eentralbahn. Der Autobus befand sich gerade aus der mitte oes Bahndammes, als er von einem nach Ehicago fahrenden Zug ersaht und völlig Zertrümmert wurde. Der 'Anprall war so gewaltig, vag die Trümmerstücke und verstümmelten Leichen Hunden Meter weit auf dem Bahndamm zerstreut wurden. Die Schmerzenruse der Verletzten und Sterbenden erhöhten den Schrecken des furchtbaren Unglücks. Das Personal des Unglückszuges, der sofort zum Halten gebracht wurde, beteiligte sich im Verein mu den Bewohnern der in der Rahe befindlichen Far-
Das rZeichssabineU »Miet die Saager Beschlüsse
Dev &omlee stellt AebevewMmmrms mH dev DeSesatko« fest
Berlin, 22. Ian. Das Reichskabinett beschäftigte sich unter dem Vorsitz des Reichskanzlers in seiner heutigen Vormittags- und Rachmittagssitzung mit dem Gesamtergebnis der Haager Konferenz.
Es nahm zunächst die Berichte des Reichsministers des Aeuheru Dr. Curtius, des Reichsministers für die besetzten Gebiete Dr. Wirth und des Reichsministers der Finanzen Dr. Moldenhauer entgegen. An die Berichte schloß sich eine Ansprache, in deren Verlaus der Reichskanzler im Ramen des Kabinetts der deutschen Abordnung für ihre Tätigkeit feinen Dank aussprach und auch den beteiligten Beamten für ihre Mitarbeit Worte der Anerkennung widmete. Abfchiiehend konnte der Reichskanzler die völlige Uebereinstimmung der Reichsregierung mit der Verhandlungsführung der Abordnung unb die einmütige Billigung der im Haag erzielten Ergebnisse sesistellen.
Die entsprechenden Gesetzesvorlagen werden auf Grund des heutigen Sabinettsbefchluffes so rechtzeitig dem Reichsrat zugeleitet werden, dah feine Beratungen Anfang nächster Woche beginnen können.
Auf diese Weise wird, wie wir hören, es möglich foin, daß der Reichstag spätestens am 3. Februar mit der Beratung des Doungplanes beginnt. Der Reichsfinanzminister beabsichtigt, schon in den nächsten Tagen mit den Führern der Regierungsparteien über die Gestaltung des Etats und die Nnanzrösovm zu verhandeln, liefern ^ywcce âM
über Deutschland
Botschafter SaSZtt erwartet ein uumtierbvocheues Wachse« des gesenserüseu Vertrauens
B e r l i n, 22. Ian. Der neue amerikanische Botschafter Sackett ist am Mittwoch an Borb des „President Harding" abgereist. Er begibt sich zuerst für einige Tage nach London, um vor der Uebernahme der Botschaft in Berlin Rücksprache mit Staatssekretär Stimson zu nehmen. Vor seiner Abreise empfing Sackett den Rewyorker Vertreter des Wolff-Büros und machte diesem einige für das deutsche Volk bestimmte Angaben.
Sackett erklärte: „Sie ersuchen mich um ein Wort an Ihr Volk vor meiner Abreise aus Amerika. Ich verlasse mein Heimatland mit dem Wunsche, dem deutschen Volke die Gefühle der Zuneigung und der Freundwilligkeit zu übermitteln, welche unsere Nation für das deutsche Volk hegt. Ich hoffe aufrichtig, daß ich dazu beitragen darf, die Bande, die unsere beiden Länder verbinden, noch enger zu knüpfen. Ich empfinde tief, welches Vertrauen mir Präsident Hoover erwies, als er mich damit betraute, als Dolmetscher des tiefen Gefühls der freundschaftlichen Zuneigung zu wirken, das amerikanische Männer und Frauen dem deutschen Volke entgegenbringen und von ihrer Bewunderung für die Errungenschaften des deutschen Volkes Zeugnis abzulegen. Mit Spannung sehe ich unserem Leben in Berlin und der freundlichen Aufnahme entgegen, deren wir gewiß sein dürfen. Und ich kann Ihnen versichern, daß meine Frau und ich bestrebt sein werden, in Deutschland enge und dauernde persönliche Beziehungen anzuknüpfen. Ich bin gewiß, daß wir während unseres Aufenthaltes in Deutschland ein ununterbrochenes Wachsen des gegenseitigen Vertrauens erleben werden, welches unter der gemeinsamen Fürsorge meiner verehrten Vorgänger und der hervorragenden Männer, die als Botschafter Deutschands in den Vereinigten Staaten die Freundschaft unserer beiden Nationen auf breitester Grundage aufbauten, bereits so schön erstarkt ist."
Wie bekannt ist Sackett ein auf wirtschaftlichem Gebiet besonders erfahrener Mann. Die Tatsache, daß der Präsident der Vereinigten Staaten eine
men an dem Rettungswerk. Dieses Aulobusunglück ist das vierte, das sich im Laufe der letzten dre» Wochen im Staate Ohio ereignet hat.
Bestrafte Sprengstoffverbrecher
In einer Juninacht vorigen Jahres wurde auf die Lorschußvereinsbank in Hannover ein Spreng-
auch die in Aussicht genommen« Konferenz der Finanzminister der Länder. Mit besonderem Interesse sieht man der Mitteilung entgegen, ob, wie die Regierung vor dem Eingreifen Schachts in ihr Finanzprogramm angekündigt hatte, für den Etat für 1930/31 noch mit Steuersenkungen gerechnet werden darf.
Berat««» in der D. v. «.-ReUbStaStraktto«
Berlin, 22. Jan. Die Reichstogsfraktion der Deutschen Volkspartei hielt am Mittwochabend ihre erste Sitzung nach der Weihnachtspause ab. Reichsaußenminister Dr. Curtius und Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer erstatteten, wie das Nachrichtenbüro des VDZ hört, einen Bericht über die Verhandlungen der Haager Sch l u ß k o n f e r e n z, der von der Fraktion beifällig ausgenommen wurde. Eine Diskussion darüber fand nicht statt. Die Fraktion beschäftigte sich dann eingehend mit dem Zündholzmonopolgesetz und der Kreuzer- a n l ei de. deren erste Lesung am Donnerstag im
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solche Persönlichkeit mit der Vertretung der Vereinigten Staaten in der Hauptstadt des deutschen Reiches betraut hat, beweist, daß man in Washington neben der von «shurman so befriedigend ein- geleiteten politischen und kulturellen Annäherung nun auch die wirtschaftlichen Aufgaben besonders pflegen will, in denen Deutschland und Amerika Zusammenarbeiten müssen, unb so dehnt sich der Wirkungskreis des amerikanischen Botschafters in Berlin immer weiter aus. Er stellt verantwortungsvolle, aber auch lockende Aufgaben, und man darf sich der Hoffnung anschließen, die der neue Botschafter aussprach, daß die Erfüllung dieser Aufgaben in immer wachsendem Maße zum Besten der beiden Völker gelingen möge.
Völker gelingen möge.
Dank Shurmans an sruseubuvs
Jacob
Der scheidende amerikanische Botschafter
Gould S hur ma n hat an den Reichspräsidenten von Bord des Dampfers „George Washington" nachstehendes Telegramm gerichtet:
„Beim Verlassen der deutschen Gewässer ist es mir ein Herzensbedürfnis, meine große Hochachtung und Verehrung für Euere Exzellenz nochmals zum Ausdruck zu bringen sowie die dankbare Anerkennung, mit der ich des besonderen Vertrauens und der Freundlichkeit stets gedenken werde, die mir wahrend der letzten fünf Iahre entgegengebracht wurden seitens Eurer Exzellenz und der Reichsregierung sowohl als auch des deutschen Volkes, das ich seit fünf Jahrzehnten kenne und bewundere und dem ich beim Abschied aufs herztichste Wohlergehen. Gluck und alles Gute wünsche."
stossatteniat verübt. Nach mehrtägigem Prozeß verurteilte gestern das Schwurgericht Hannover den Haupttäter Heinrich Buchholtz wegen Sprengftvfj- verbrechens zu 4 Jahren Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf vier Jahre. Sein V ru« der'Friedrich erhielt 8 Mcnate Gefängnis.
Russisch-chinefischev Sviede?
Am 26. Januar wird in Moskau die russisch-chinesische Friedenskonferenz zusom« mentreten, um die letzten zwischen den beiden Mächten noch bestehenden Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Die Konferenz wird in erster Linie die Streitfrage der Ostchinesischen Bahn endgültig zu lösen haben. Man wird in Moskau nachholen müssen, was im Jahre 1924 versäumt worden war. Denn damals wurde zwischen Tschangtsolin, dem Herrscher der Mandschurei, und der Sowjet- regierung nur vereinbart, daß die Ostchinesische Bahn als ein rein wirtschaftliches Unternehmen unter einer gemeinsamen russischchinesischen Verwaltung stehen sollte. Im Zeichen .der gemeinsamen Verwaltung sollte die Flagge der Bahn in der oberen Hälfte die Fünfstreifenflagge der chinesischen Republik, in der unteren Hälfte die Sowjetflagge zeigen. Die Rechtsprechung im Bereich der Bahn, die Polizen, die Verwaltung der in der Eisenbahnzone liegenden Städte, sowie die öffentliche Verwaltung waren China zugesprochen worden. An die Spitze der Verwaltung trat ein chinesischer Oberkommissar, dem ein russischer Generaldirektor untergeordnet wurde. Das Eisenbahnpersonal sollte paritätisch zusammengesetzt sein, aber von chinesischer Seite drängte man aus einer steten Furcht vor der bolschewistischen Beeinflussung der Bevölkerung durch das russische Personal schon immer auf Zurückdrängung der russischen Eisenbahnbeamten. Die Einnahmen der Bahn wurden zwischen beiden Mächten geteilt
Diese im Jahre 1924 getroffenen Vereinbarungen konnten auf keinen Fall die gemeinsame reibungslose Verwaltung der Bahn Kern, zumal sich die Gegensätze zwischen der chinesischen Nationalregierung und der so eifrig die bolschewistische Propaganda betreibenden Moskauer Regierung dauernd verschärften. Die im Jahre 1924 bereits vorgesehene Konferenz, die im einzelnen Richtlinien für die gemeinsame Verwaltung der Bahn festsetzen sollte, trat aber nie zusammen, und so kam, was kommen mußte: eine wachsende Spannung infolge der unklaren Verhältnisse, bis die beiden Mächte tm vergangenen Sommer kriegerische Maßnahmen ergriffen, obwohl weder in Nanking, noch in Moskau der ernste Wille bestand, den Kampf um die Ostchinesische Bahn mit den Waffen auszufechten.
Zweifellos fetzte sich die Chinesische Nationalregierung selbst ins Unrecht, als sie im vergangenen Sommer die russischen Eisenbahnbeamten einfach vertrieb, und sie handelte trotz aller berechtigten Furcht vor der bolschewistischen Propaganda durch die russischen Eisenbahnbeamten auch unklug, da sie wegen der verworrenen innerpolitischen Verhältnisse Chinas gar nicht in der Lage war, den rusii- schen Vertragspartner zur Anerkennung der Gewaltmaßnahmen zu zwingen. China mußte sich in eine gefährliche Sackgasse verrennen, und es hat denn auch im Dezember in Chabarowsk bei den Verhandlungen zwischen dem Vertreter des russischen Außenkommissariats und dem chinesischen Vertreter bereits Zugeständnisse machen müssen. Die Russen haben in Chabarowsk über den bisherigen Vertragsstand hinaus durchsetzen können, daß der russische Generaldirektor nicht mehr unter dem chinesischen Präsidenten stehen soll, sondern, daß er ihm gleichgestellt ist. Beide sollen fortan nur gemeinsam handeln können. Weiter hat sich China dazu verpflichtet, die weißrussischen Truppenkörper in der Mandschurei zu entwaffnen und alle weißrussischen Organisationen soweit solche noch in der Mandschurei vorhanden sind, aufzulösen. Statt der von China erhofften Zurückdrängung des rusii- schen Einflusses auf die Bahn und der bolschewistischen Propaganda in der Mandschurei hat die Nankinger Regierung sich also bereits auf Bedingungen festlegen müßen, die ihr nach beiden Richtungen hin die Hände binden.
Man wird das in Moskau von russischer Seite selbstverständlich richtig auszunutzen wissen, und es ist zu erwarten, daß Rußland mcht nur die volle paritätische Zusammen-
Die heutige Kummes umsatzi 1® Sette«