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UHvGeneral Änzeiger Lur^W^ d.^auau Stadt und Land
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Mittwoch bett
miMt Stadt und Land
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15. La«««
1930
Dev -KonsWt mit Schacht beigelegt
Dev Reichs-ank wird die VeteMguus au der Lèutevnaüoualett Zahluugsbauk geietzUch auf- evlest - Das âabrnett bMßst die Haltung dev Delesatkou - Meine Ginst-vänkung dev LinabhSttgiskeit dev Reiwsbank - Sevsiändiguug übev die veftlichen Svasen bevorstehend
Die panikartige Krise, die der Brief des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht über die Nichtbeteiligung der Reichsbank an der Bank für Internationale Zahlungen in den Kreisen der deutschen Delegation und in der deutschen Oeffentlichkeit hervorgerufen hat, ist erfreulicherweise sehr schnell überwunden worden. Die deutsche Delegation im Haag wird die notwendigen Schritte tun, um gesetzmäßig eine Beteiligung der Reichsbank an der Bank für Internatioale Zahlungen zu gewährleisten. Der Reichsbankpräsident hat erklärt, daß er für den Fall einer gesetzlichen Festlegung dieser Beteiligung der Reichsbank an der Bank für Internationale Zahlungen sich den daraus ergebenden Verpflichtungen nicht entziehen werde. Damit ist die Mitwirkung der Reichsbank an der Bank für Internationale Zahlungen gesichert.
Reichsfinanzminister Moldenhauer war gestern nachmittag beim französischen Finanzminister Charon. Dieser wollte ihm offenbar den von der französischen Abordnung gefaßten Beschluß überreichen, daß die französische Regierung auf den Beitritt der Reichsban! bestehen müsse. Der Aushändigung dieses Beschlusses kam Moldenhauer mit der Bemerkung zuvor: „Herr Charon, ich habe Ihre Bedenken ... Die Reiäsbank ist bereit.
MSchëU" ^r ertfiiTtti-teiSWllM
Châron erklärte sich für befriedigt. In den Youngschen Plan soll jetzt ausdrücklich ausgenommen werden, daß die R e i ch s b a n k die Funktionen, die ihr in der Internationalen Bank zustehen, übernehmen wird. Die bisher grundsätzlich freigegebene Wahl anderer Bankgruppen soll damit für Deutschland ausgeschaltet werden. Auf diese Weise glaubt man auch von einer Aenderung des in Baden-Baden vorbereiteten neuen Reichsbankgesetzes absehen zu können.
Die MomvvomMfovmel
Berlin, 14. Jan. Die deutsche Delegation im Haag hak heute folgendes Kommunique ausgegeben: '
Die deutsche Delegation wird in der morgigen Sitzung die erforderlichen Schritte tun, um die Beteiligung der Reichsbank an der Bank für internationalen Zahlungsausgleich und die Mitwirkung der Reichsbank bei den Ausgaben der Bank für den internationalen Zahlungsausgleich gesetzlich zu gewährleisten.
Wie wir weiter hören, hat der Reichsbankpräsident in einer Besprechung mit Reichsfinonzminisler Moldenhauer erklärt, sich selbstverständlich für diesen Fall den daraus sich ergebenden Verpflichtungen nicht zu entziehen.
Damit ist die Mitwirkung der Reichsbank gesichert. In einer sich anschließenden Besprechung des Reichs- bankpräsidenlen mit sämtlichen vier deutschen Delegierten wurde die Uebereinstimmung aus vorstehender Grundlage festgestellt.
GvASvtMsett Dv. Schachts
Dr. Schacht empfing am Dienstag morgen verschiedene Pressevertreter und gab ihnen über die gestrigen Vorgänge in den Verhandlungen des Aus- fchuffes für die JBZ. nähere Angaben, in denen er erklärte, es habe ihm vollkommen ferngelegen, durch seine Stellungnahme, die man nach seinem Brief habe erwarten müssen, irgendwelche Sabotage der bisherigen politischen Ergebnisse der Haager Konferenz zu treiben. Er sei im Haag lediglich als Sachverständiger und habe mit den gesamten politischen Fragen nicht das mindeste zu tun. Ueber seinen Brief, von dem die deutsche Delegation Kenntnis gehabt habe, könne er Einzelangaben nicht machen. Es stimme jedoch, daß der Brief drei Fragen enthalte, nämlich 1. Totalbelastung, 2. die moralische Sicherung deutscher Privateigner und 3. die moralische Gleichbehandlung der Deutschen ohne lebe neue Bestätigung des Sanktionsrechts. Wenn bey Berühren dieser Fragen allerdings schon Politik genannt werde, dann könne er sich nur freuen, daß diese moralischen Fragen wenigstens einmal bet einer Gelegenheit der Haager Verhandlungen zur Sprache gekommen seien.
Sein Standpunkt in den Verhandlungen des Ausschusses sei lediglich von her Ueberlegung bestimmt, daß es sich hier um ein Geschäft handle, bei dem fcstzustcstcn sei, ob die moralische Grundlage sicher stehe. An einem Geschäft, dessen moralische
Die Lösung der Reftsvage«
Die allgemeine Auffassung fevem am Samsias a
Haag, 14. Jan. Die auf morgen vormittag 11.45 Uhr anberaumte Sitzung der sechs Mächte soll in erster Linie der Bereinigung der Mobilisierungsfrage dienen. Die Vorbereitung hierfür stellte die heutige Besprechung Moldenhauer-Chëron dar. Das Ziel dieser Verhandlungen wird in dem Abschluß eines Gentleman agreement erblickt, in dem Deutschland keinerlei Rechtsverpflichtungcn übernimmt, sondern lediglüh der französischen Delegation Mitteilungen über die Begebung von Ausländsanleihen für die nächste Zeit macht. Das Bestreben Deutschlands geht dabei dahin, hierfür eine möglichst beschränkte Frist fcstzusetzen, da Deutschland sich unter keinen Umständen irgendein Embargo auf seine Anleihepolittk auferlegen kann Ferner wird die Lage erörtert werden, die durch den Zwischenfall mit Dr. Schacht entstanden ist.
schließendes Bild über die Fragen des Doung- Planes vorliegt und wahrscheinlich zur Veröffentlichung der Texte übergegangen werden kann, die zwischen den sechs einladenden Mächten vereinbart worden sind.
Voraussichtlich wird dann am Donnerstag mit den kleineren Mächten über die deutschen Reparationen verhandelt werden, freilich ohne die Sicherheit einer Erledigung am gleichen Tage. Die allgemeine Auffassung geht dahin, daß die Konferenz am Samstag abend beendet sein wird. Ob allerdings dann die Ostreparationen schon bereinigt sein werden, steht noch dahin. Die deutschen Reparationsfragen dürften aber dann erledigt sein, so daß der Poung-Plan durch die sechs einladenden Mächte unterzeichnet und in Kraft gesetzt werden könnte.
Die Sanktionsformel, die nunmehr ferfiggeftellf ist, und morgen, wenn die Dispositionen eingehalten werden, mit verschiedenen anderen Schriftstücken bekannt gemacht werden soll, ist von Tardieu einer Bestechung mit seinen Ministerkollegen unterzogen worden. Rach seiner morgigen Rückkehr, und, wenn Tardieu die französische Bestätigung mitbringt, wird diese eine Hauptfrage der Konferenz abgeschlossen sein, und zwar in einem nach deutscher Ueberzeugung für uns durchaus tragbaren und politisch unbedenklichen Sinne. Es handelt sich dabei um einen ziemlich kurzen Notenaustausch, der den Umfang von insgesamt zwei bis drei Schreib- maschincnseiken nicht überschreiten wird.
Grundlagen nicht als tragbar betrachtet werden könnten, könne weder er noch die Reichsbank teilnehmen, wenigstens nicht freiwillig.- Die Beteiligung anderer deutschen Banken anstelle der Reichsbank hänge ganz von dem Vertrauen ab, das diese Firmen genössen. Dagegen habe er nicht die Absicht, irgendwelche Sabotage zu treiben, wie ihm das nachgesagt werde, denn er sei doch zu sehr von seiner Pflicht als deutscher Staatsbürger überzeugt. — Auf eine Frage, ob er seine Demission einreichen werde, wenn seine Ansprüche nicht erfüllt werden sollten, erklärte Dr. Schacht: „Logischerweise demissioniere ich nur, wenn ich bestimmt das Gefühl habe, unrecht gehandelt zu haben. Aber ich werde nicht demissionieren, weil es einigen Herren paßt. Die Leitung der Reichsbank und die Verantwortung für ihre Haltung ist mir durch deutsches Reichsgesetz mb internationale Abmachungen übertragen worden, ohne daß ich etwas dafür kann. Ich werde die- er Verantwortlichkeit nicht ausweichen und mich ihr auch nicht durch die Flucht entziehen. Das Vertrauen in die Finanz-, Kredit- und Währungspolitik der Reichsbank kann meiner Ansicht nach nur dadurch erhöh: werden, wenn man sieht, daß die Reichsbank in einem Geschäft, dessen moralische Grundlage sie nicht für richtig hält, nicht mitwirkt."
Das RelAskabine« Mi »em ^onlR»
Berlin, 14. Jan. Das Reichskabinett hat, sich heute jèhr ausführlich mit bett Vorgängen im Haag
gebt dahin, -atz -re -Kon- bett- -eett-et sein wird
Tav-ieu erstattet -em LNMistevvat Devicht übev
-e« Haag
Paris, 14. Jan. In dem Ministerrat, der heute vormittag unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik Doumergue und in Anwesenheit der beiden aus dem Haag zurückgekehrten Kabinettsmitglieder, des Ministerpräsidenten Tardieu und des Arbeitsministers Loucheur, stattfand, erstattete Ministerpräsident Tardieu, wie Havas meldet, Bericht über alle Verhandlungen, die er und seine Kollegen, Außenminister Briand, Finanzminister Chèron und Arbeitsminister Loucheur, seit dem 3. Januar im Haag geführt haben. Er betonte die unbedingte Einigkeit, die stets zwischen den Delegationen der einladenden Gläubigermächt«, näm- lich England, Frankreich, Italien und
gation korrekt und gut gewesen seien.
Der Ministerpräsident beschrieb alsdann den Verlauf der Verhandlungen über die deuffchen Reparationsfragen, die auf der Tagesordnung der Haager Konferenz stehen: er sagte, die meisten dieser Verhandlungen seien heute beendet oder stünden unter günstigen Bedingungen vor ihrem Abschluß.
Arbeitsminister Loucheur erstattete über die Verhandlungen zur enbgültigen Regelung der Ostreparationen Bericht.
Mer Ministerrat hat einstimmig die von der französischen Delegation im Haag eingenommene Haltung gebilligt, die sie zu den bereits jetzt erzielten Ergebnissen beglückwünscht und hinsichtlich derjenigen Fragen, die noch zu regeln sind, feine früheren Beschlüsse bestätigt.
Svavkveich habe Grund zur VssvK-igUttS
Paris, 15. Jam „Mat in" berichtet über die zahlreâchsn Jürgen Unterredungen, die Tardieu gestern während seiner Anwesenheit in Paris mit Ministern. Parlamentariern und Pressevertretern hatte, sie haben den Eindruck hinterlassen, daß die langwierigen Verhandlungen über ben Voungplon nunmehr ihrem Ende entgegen gehen. Verhandlungen, die was Dauer und Schwierigkeit betreffe, mit den Friedensverhandlungen zu vergleichen seien. Wenn wie zu hoffen, so soll Tardieu erklärt haben, am Samstag die Konferenz beendet sein wird, dann werde Frankreich keine Enttäuschung zu verzeichnen, aber Grund zur Befriedigung haben.
beschäftigt und über seine Sitzung folgendes Kom- muniquee herausgegeben:
„Das Reichskabinett hat sich in feiner heutigen Sitzung mit dem Gang der Haager Verhandlungen besaßt und, soweit ein Ergebnis vorliegt, der Haltung der deuffchen Delegation zugestimmt. Rach- dem die Reichsregierung im Einvernehmen mit dem Reichsbankpräsidenten die Reichskreditgesellschaft und die preußische Staatsbank ersucht hat, anstelle der Reichsbank bis auf weiteres als Gründer der I. B. Z. aufzulreten, haben sich diese Banken dazu bereit erklärt. Zum Zwecke der notwendigen Verhandlungen reifen im Laufe des heutigen Abends die Herren Direktor Riffcher und Präsident Schroeder nach dem Haag." .
Darüber hinaus ist man sich einig geworden, ine Mitwirkung der Reichsbank an der Internationalen Bank zu den Pflichtausgaben der Reichsbank zu machen. Diese Maßnahine ist kreditpolitisch zweifellos nicht ohne Bedenken, denn man darf nicht vergeßen, daß das Vertrauen der deuffchen Währung zum großen Teil auf dem Vertrauen zu der absoluten ÜnaN)ängigMt des Reichs bankprasiden- ten beruht. Die Abänderuna des Reichsbankstatuts ist im übrigen keine rein deutsche Angelegenheit, sondern bedarf internationaler Zustimmung. Wenn also das Kabinett sich darin einig geworden ist, das Statut abzuändern, so kann dieser Beschuiß nur dahin lauten, entsprechende Vorschläge um Haag zu machen Von sozialdemokraffscher und demokratischer Seite mar über diese Aenderung hinaus gefordert worden, daß Ms Statut in der Richtung abgeändert werde, daß der Leichsbankpräfident van
der Reichsregierung abberufen werden könne. Sin derartiger Beschluß ist in der Kabinettssitzung nicht gefaßt worden. Das dürfte zum Teil mit darauf zurückzusühren sein, daß
Reichsfinanzminister Moldenhauer unzweideutig erklärt hat, daß er fein Amt zur Verfügung stellen würde, wenn eine Aufhebung der Un- abhäuigkeil der Reichsbank beschlossen werden sollte.
Für die Haltung Moldenhauers war die Auffassung maßgebend, daß eine Sanierung der Reichs- finanzen ohne eine vollständige Unabhängigkeit der Reichsbank unmöglich sei. Mit den heutigen Beschlüssen dürfte der Konflikt zwischen Reichsregierung und Reichsbankpräsident beendet sein.
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Der obige Beschluß des Reichskabinetts ist durch die Ereignisse im Haag (Einigung über die Beteiligung der Reichsbank an der I. Z. B.) stark überholt. Die beiden Herren Ritscher und Schröder, die sich bereit erklärt haben, als Vertreter der Reichskreditanstalt und der Preußischen Seehandlung nach dem Haag zu kommen, haben ihre Reise auf Grund der vom Staatssekretär Schafer unternommenen Schritte angetreten. Sie
gruppe vorläufig ni <fy mehr in Betracht kommt.
Basel ett-süMg Sitz dsv L. 1 B.
Haag, 14. Jan. Eine prinzipielle Entscheidung über die I. Z. B., die von höchster Bedeutung ist, ist heute nachmittag in den Beratungen der Juristen des Bankkomitees gefallen: Basel ist offiziell als Sitz der Internationalen Zahlungs- bank bestätigt und angenommen.
Dee vorwärts ruft: „Sovt mit Schacht'.-
Das sozialdemokrattsche Zenttalorgan erhebt heute auf feiner Titelseite in großer Ausmachung die Forderung: Fort mit Schacht!" Das Blatt nennt die Präsidentschaft des Herrn Schacht einen furchtbaren Schaden für die Wirtschaft und einen unerträglichen Zustand für den Staat. „Gerade das Theater, das Herr Schacht am Montag im Haag aufführte, hat einen neuen unwiderleglichen Beweis dafür geliefert, daß Schacht ein unmöglicher Reichsbankpräsident ist, und daß er verschwinden muß. Ihn weiter schalten lassen wie bisher, heißt die Verfassung entseelen, den demokratischen Staat entmachten, dem internationalen Finanzkapital die Herrschaft überlassen. Weil wir das nicht wollen, darum fort mit Schacht! So denken heute in Deutfdr land Millionen gewerkschaftlich organisierter Arbeiter, Millionen Wähler der sozialdemokratischen Partei, Millionen überzeugte Republikaner. Eine Volksbewegung ist im Gange. Wer in Deutschland ober im Ausland Politik treibt, wird gut tun, mit dieser Tatsache zu rechnen".
Das „B. T." benutzt die Gelegenheit um gegen die Reichsbank selbst zu polemisieren, und auch die hohen Bezüge der Reichs bankdirek - t o r e n selbst zu beleuchten. Das Gehast des Reichs- banfpräfibenten betrage fast das zehnfache eines Ministergehalles, nämlich 340 000 Mark, während die übrigen Mitglieder 180 000 Mark erstellen. Bei ihrem Ausscheiden erhielten sie außerdem den achtfachen Betrag eines Iah res- gehaltes. Das Matt fragt dann, ob der Reichsbankpräsident in feiner Eigenschaft als Generalrat der Golddiskontbank noch besondere Aufwendungen beziehe. „Ist es richtig, daß die Direktoren der Golddiskontbank Doppelgehälter von Reichsbank und Galddiskontbank beziehen? Ist es richtig, daß diese Rieseneinkommen auf Grund einer Verfügung des Reichsbankdirektoriums m geheimen Konten geführt werden? Ist es richtig, raß für den Reichsbankpräsidenten ein jederzeit auf« üUbarer Dispositionsfonds eingerichtet :'tl •
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