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Wo* langen â â lammenden "Winter? - 1/e* 'ReinKc-Sd Samsne*. 4Wm
Der Tanzwinter steht vor der Tür und mit ihm die ununterbrochene Folge von Tanztees, Bällen und Gesellschaftsabenden, am denen die Freunde modernen Tanzes die türzen Nachmittage und langen Nächte verbringen.
Aber man will up to date sein, man will — ganz entsprechend der Kleidermode — sich nach neuestem Pariser, Londoner oder auch Berliner Chick drehen und wenden und die Frage taucht aus:
Wie wird man nun in diesem Winter tanzen?
art, die fremd und darum reizvoll war. Eifrig folgten die deutschen Fachleute dem Ruf: „Paris, die Stadt des neuen Tanzes!" Tage-, Nächte-, ja wochenlang trieben sie sich in den verschiedensten Dancings herum, um nur ja den letzten Kniff zu erhaschen, die moderne Note mit nach Hause zu bringen.
Denn in Berlin und Deutschland hatte man andere, schwerere Sorgen. Hier war der Tanz der Ausdruck einer bewegten, ungeordneten Zeit. Was kümmerten da Stilfragen des modernen Tanzes? Man hüpfte und sprang, wie es gerade paßte, und wenn
Der Haupttanz ist der „Quickstep". Erne schnelle Foxtrottart, aus der deutsche Kapellen leider meist Marschmusik machen. 52 bis 56 Takte in der Minute. Ein leicht hüpfender, faszinierender Rhythmus. Viertelwendung, Rechts- und Linkswendung. Zick-Zack, gekreuztes Chassèe und twincle step sind die Grundschritte. Sie alle zu beschreiben würde zu weit führen. Die Zeichnungen mögen als Anleitung dienen. Der Borwärtsgehende, auch die Dame, setzt den Hacken zuerst auf. Aber nicht zu viel, dami! das Herunterklappen der Sohle nicht
mürt^^en?^ "^rechts betrachtet, den ko^ Gang für die Dame vorwärts und für den H.an Dick-
wâr^ ââet zeigen sie dasselbe, für den Herrn vorwärts und für die Dame rückwärts. Der Vor-
sehen s (!), setzt also immer den Hacken zuerst auf Betrachte überdies die korrekte Haltung. Beide Partner
* ....... 0 in ander vorbei Die ausgestreckten Hände befinden sich, bei leicht gebeugten Armen. etwa in Augenhöhe.
Gekreuzter Chasséeschriit im Quickstep.
Der Herr steht nach Beendigung des Schrittes links neben der Dame, den rechten Fu/i vorwärts.
Six-eight.
Linksmendung steht nach der ersten halben K en- dung links neben der Dame
Die Antwort auf diese Frage lautet: „Tanzt englischen Stil!" Erst war Paris die Zauberformel, und nun ist es London.
Gewiß, einst war Paris die Metropole alles tänzerischen Fortschrittes. Reiche argentinische Studenten, widmeten sich mehr dem Tanz als ihrem Studium, fanden neue Schrittverkettungen, neue Wendungen. Nicht minder wohlhabende Iankees, die gekommen waren, um in Paris Europa zu studieren, bewegten sich im Vollbewußtjein ihres materiellen Wertes in ihrer heimischen Tanzweise und zeigten so manchen neuen tänzerischen Kniff, manche stilistische Eigen-
ein „neuer Tanz aus Paris", durch die Zeitung lanciert, in Mode kam, so machte man ihn mit. Schlecht und recht.
Jedoch die Zeiten haben sich geändert. Auch nach Berlin und ins Reich kamen die guten Tanzkapellen. Auch hierzulande ent- standen fabelhafte Tanzpalüste. Deutscher Fleiß und deutsche Gründlichkeit schufen in den deutschen Tanzklubs einen eigenen, allerdings vom Auslande angeregten Tanzstil, der sich im Kreise internationaler Tänzer sehen lassen kann.
Und London? Wo blieb es während der ganzen Zeit?
Es blieb in sich geschlossen. Unbeirrt um alle Drehungen und Wendungen auf den Berliner und Pariser Parketts schuf es eine eigene, ruhige, fließende Tanzform, die mir als das Höchste erscheint, was ich bis jetzt auf diesem Gebiet gesehen habe.
Worin besteht nun eigentlich der „englische Stil?" In Wenigem oder Vielem, je nach der Auffassung; in wenigen Schritten, die auf typische Grundformen für jeden Tanz festgelegt sind. Fremde Partner können auf diese Weise, ohne miteinander eingetanzt zu sein, in einfachen Formen sich tänzerisch bewegen, und nur wer mehr können will, den Tanz als künstlerischen Sport, als eine Art harmonischen körperlichen Trainings betreibt, dem bietet eine unendliche Zahl reizvoller Variationen ein weites tänzerisches Feld. Beschränkung also der Technik, zugunsten einer wunderbar fließenden, ruhigen Linie. Wer die Spitzenpaare des englischen Amateur- und Professionalgesellschaftstanzes gesehen hat, wird verstehen, daß es wünschenswert erscheint, diesen. eleganten, das Auge faszinierenden Tanzstil auch auf deutschem Parkett heimisch zu sehen.
And welches sind die Tänze, die getanzt werden?
eine Bereicherung der Tanzkarte, wenn er richtig, d. h. im Tempo 32 Takte, mit Grund, schritt, Rechts- und Linkswendung und mii tilt step getanzt wird. Man sollte dieser Tanz pflegen.
Tango hat eine internationale Stam dardform erhalten. Ganz gleich ob in Berlin. Paris oder London, man tanzt ihn einheit- lich, schlicht und gemessen, im Tempo 28 Takte pro Minute. Argentinischer Marsch, Promenade und Habaneraschritt gehören in sein Repertoire. Deutsche Tänzer bevorzugen viele kunstvolle Variationen, die aber nur für diejenigen in Frage kommen, die die erwähnten Grundformen beherrschen.
betont wird. Von links nach rechts be= trachtet geht die Dame, von rechts nach links verfolgt, der Herr vorwärts. So haben Beide etwas Anschauliches. Gekreuzter Chassèeschritt ist ein seitlicher Wechselschritt nach außen, der aber mit Vorkreuzen des rechten Beines des Herrn links neben der Dame endigt. (Siehe Zeichnung.) Dann folgt meist Rechtswendung. Auch twincle step entwickelt sich aus dieser Nebeneinanderstellung, die überhaupt für die korrekte Durchführung des Quickstep bei diesen Schritten und für die aus ihnen re-
Von neuen
®’ ist der fügsame Gegensatz. Beinahe Techs-AKèl-Täkt, ijritChassseMritte» u cditi Allies, 38 bis 42 Takte in der Minute! Ein und links, immer auf je drei Taktschläge - ein ewiges Fließen und Gleiten. Dem un- " " " ■ - ' • ■■ ■
gewohnten Zuschauer scheint es, als ob dieser ganze Tanz, bei dem man sich, wie übrigens bei allen Tänzen, hoch auf die Spitzen erhebt, nur aus zwei schnellen und einem oder zwei langsamen Schritten besteht. And doch unterscheidet man Federschritt, Dreierschritt, Rechts- und Linkswendung und — wenn man ganz tüchtig ist — noch Welle. Alle Schritte aber wie gesagt in der erwähnten Zusammensetzung von schnellen und langsamen Schritten. Es ist ein schwieriger Tanz, trotz seiner verhältnismäßig einfachen Technik, eben wegen seines langsamen Tempos. Man kann in ihm viel an Körper- beherrschung und Linienführung zeigen.
, Englischer Walzer ist gleichfalls in Mode. Entzückende Melodien machen ihn besonders beliebt. Einfache Technik. Einige Rechts- und Linksdreher, aber das Ganze musikalisch wundervoll durchgebildet. Wir können diese Form gern zugunsten der schnelleren des alten Wiener Walzers an- nehmen. 36 bis 40 Takte pro Minute ist das übliche Tempo.
Der Blues ist bei uns unbeliebt, wird rn England aber noch geschätzt. Er bedeutet
Schritt, also rechts vorwärts, links seitl-ich, rechts anziehen, dasselbe links vorwärts begonnen und im Drehen rechts herum. Dir Linkswendung 'st der offenen Tangolinkswendung entnommen und geht links vor. rechts seitlich, links rück, dann Pause. Die Dame steht dann mit dem rechten Fuß neben dem Herrn (siehe Zeichnung). Nun folgt rechts rück, links seitlich, rechts vor, und der Herr steht mit seinem rechten Fuß neben der Dame. Ein Chassäeschritt, mit dem linken Fuß begonnen, bringt wieder die Partner in vis-â-vis-Stellung. Dann ein einfacher Seit-- schritt, dem Pasodoble entnommen. Alles in allem ein wirklich einfacher Tanz für Sanguiniker und Leute gereifteren Alters
Es ist die einzige neue Tanzform, die sich durchsetzen wird. Und das ist gut so. Denn nicht in der Fülle der Neuerscheinungen liegt der Reiz und das Wesen des Gesellschaftstanzes begründet. Sondern in der feinen stilistischen Durchbildung einiger bewährter Grundformen ruht 'das Positive moderner Tanzformen. Einheitlicher, gesellschaftlicher Stil und eine vernünftige, dem deutschen Kulturniveau entsprechende Linie sind das erstrebenswerte Ziel.
Hier werden englische Staatsmänner erzogen..
Eton's Geist. — Deutschland und die englische
Jugend.
Von Dr. Curt Abel-Musgrave.
Jahrzehntelang hatte ich in englischen Schulen unterrichtet, hatte englische Kinder lieb gewonnen, hatte versucht, ein Band zwischen ihnen und meinem deutschen Vaterlande zu knüpfen. Das Band war jäh zerschnitten worden, langjährige Arbeit war in kurzer Zeit zerstört worden. Und nun fragte man mich, ob ich den Eton-Boys einen Vortrag über mein deutsches Vaterland halten wolle. Ich nahm an.
Es gibt leblose Dinge, die eine Seele haben. Orte, die Zeugen großer Ereignisse gewesen sind. Die Seele von Sarssouci, die Seele des Brandenburger Tors, die Seele der Westminster Abbey, der St. Pauls Cathedrale, des grausigen Towers und des Schlosses Chillon — sie alle rufen und mahnen. Und in England spricht keine Seele lauter, als die des Eton Colleges.
Hier wurden seit Jahrhunderten die Großen und Größten erzogen, welche die Geschicke des Britischen Reiches lenkten und somit die Gesckicke
der Welt. Staatsleute, Feldherren, Seehelden, Wissenschaftler und Dichter, deren Gebeinen die höchste Ehrung der Nation zuteil geworden ist — die Bestattung in Westminster und St. Paul, verlebten hier ihre glückliche Jugend, sogen hier die Grundsätze und Lebensanschauungen ein, die später Wohl und Wehe für viele Millionen bedeuteten. Und daneben das ungezählte Heer der Mitglieder der britischen Aristokratie, die hier vorgebildet wurden, um überall in der Welt treue Verwalter britischer Errungenschaften zu werden.
Wenn man über die Themse geht, die Eton von der Künigstadt Windsor trennt, ist man nicht mehr allein. Der Geist Eton's wartet an der Brücke. Er kommt mit den Eton Boys, den Schülern und Scholaren, er kommt mit den Magistern und mit der Tracht, die die einzelnen Mitglieder der großen Gemeinde kennzeichnet, trennt und einigt. Er schwebt um Türme und Kuppeln der ehrwürdigen Gebäude, und er steht an der Brücke, wenn der junge Knabe kommt, um voll von Erwartung mit eigenen Augen in das Paradies zu schauen, von dem er seit frühester Jugend gehört hat. Denn der Vater ist hier erzogen worden, der Großvater, der Urgroßvater, und er selbst wurde bei seiner Geburt schon in die Liste der Kandidaten einge- traaen. die sich um Zulassung zum College bc-
warben. Der Wunsch, „Eton Boy" zu werden, vererbt gch seit Jahrhunderten in den meisten hervorragenden Familien, und so wirkt der Gerst von Eton, sobald der Knabe denken und ehrgeizig wünschen kann.
Dm Knaben sind in Gruppen eingeteilt, je -0 bis 30, unter Obhut eines Lehrers, der mit lernen Zöglingen eine besondere Gemeinschaft bildet Diese Gemeinschaften stehen im Wett- bewerb miteinander, und jede ist während des Jahres bemüht, in Arbeit, Sport und Betragen als Sieger hervorzugehen. Wer sich nicht ein- iugt, oder bei Erreichung eines gewißen Lebensalters nicht eine gewisse Stufe erklommen hat, muß die Schule verlassen. Nirgends herrscht Komfort oder eine Einrichtung die der Verweichlichung der Schüler dienen konnte.
Herr C. P. T. 2. X., der Vorstand einer der Gemeinschaften war, mit der ich in einem uralten, winkligen Gebäude wohnte, führte mich zu seinen 17 und 18 Jahre alten Schülern Sehr angenehm überraschte mich die Tatsache,, daß alle Jungen imstande waren, sich mit mir ohne Schwierigkeit auf Deutsch zu unterhalten. Nach- oem wir ein wenig gesprochen und übersetzt Hallen, verlangten die Jungen erwartungsvoll nach meinem Vortrag,
Ich schlug vor, man solle mich fragen, was man zu wissen wünsche, aber man müsse mir erlauben, das zu sagen, was ich für Wahrheit hielte, auch wenn meine Anschauung der der Zuhörer nicht entspräche.
Nach einigen Augenblicken des Ueberlegens erklang die erste Frage: „Well, Sir, what do you think of Hindenburg?“ — „Nun, Herr, was halten Sie von Hindenburg?"
Das war so echt englische Jungenart, frisch und fröhlich hinein gesprungen in das Problem. Meine Antwort lautete:
»Ich werde Ihnen gern meine Meinung über Hindenburg sagen. Aber zuerst möchte ich wissen, was Sie selbst von unserem Reichspräsidenten halten?"
„Not much!“ — „Nicht viel!"
Das war ein herrlicher Anfang. Ich erzählte also von Hindenburgs Laufbahn von seinem Leidensweg durch Neid und Mißgunst von seinem Verholten dem Kaiser gegenüber von seinen Taten bei Tannenberg, von seinem Einspringen bei Festigung der Republik im Augenblick höchster Gefahr. Und als ich dann schließlich fragte: „Was halten Sie jetzt von Hindenburg, da antwortete mir der Frager, ein Urenkel des großen Gladstone: Well Sir- wenn ich das früher gewußt hätte,"dann hätte ich anders gedacht und gesprochen."