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Samstag, den 11. Januar 1930

Nr. 9

««fwevttttts vötkftändiger GebattSberügr

Nach § 242 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist der Schuldner verpflichtet, die Leistung so zu verwir­ken, wie Trau und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern. Dieser Grundsatz gilt auch, wie die Deutsche Bcamtenbund-Karrespon- denz mitteilt, im öffentlichen Recht. In einer Ent­scheidung des Reichsgerichts vom 7. Mai 1929 A. 3- 392 28 wird folgendes ausgeführt: Ge- Haltsbeträge, meldfe fällig und während der In­flationszeit rückständig geblieben waren, unter­liegen demnach einer freien Aufwertung. Dieser Auffassung stehe auch Artikel 7 der Verordnung vom 12. Dezember 1923 nicht entgegen. Keine An­wendung finde hingegen der im privaten Rechts­verkehr maßgebende Grundsatz, daß eine unge­wöhnliche Verzögerung der Geltungmachung eines Aufwertungsanspruchs als gegen Treu und Glau­ben verstoßend zuweilen dessen Wirkung herbei- führ«, auf^ öffentlich-rechtliche Gehaltsanfprüche gegen den Staat oder gegen sonstige öffentlich- rechtliche Körperschaften. Was den Aufwertungs­stab anlange, so seinen rückständige Beamtenge­hälter mit Forderungen des Wirtschaftsverkehrs keineswegs gleichzustellen. Für Beamte komme keine Aufwertung im gewöhnlichen Sinne in Be- rracht, es handle sich vielmehr um eine Umrechnung der verspätet ausgezahlten Gehälter in dem wirk­lich geschuldeten Geldwerte. Beamtengehälter kön­nen nicht als Entgelte für geleistete Dienste ange­sehen werden, sondern werden für die Erfüllung einer öffentlich-rechtlichen Pflicht einer öffentlich- rechtlichen Körperschaft bezahlt, um den Beamten einen -angemessenen Lebensunterhalt zu gewähren. Habe das Gehalt eines Beamten zwischen Fälligkeit und Auszahlung durch Währungsverfall erheblich an Wert verloren, so daß es für den angemessenen Lebensunterhalt eines Beamten nicht mehr aus­reiche, so sei die Körperschaft verpflichtet, dem Be­amten ein ausreichendes Gehalt für einen ange­messenen Lebensunterhalt zu gewähren. Durch die Nachzahlung in einer Gehaltsperiode habe der Be­amte bereits einen gewissen Ausgleich der Geld­entwertung bekommen. Neben der Aufwertung könne aber nicht noch Verzinsung der Aufwertungs- fumme verlangt werden.

Unsere Leser be

Das kranke Repertoir

Jeder Einsichtige weiß, daß das deutsche Theater gegenwärtig seine Stofen hat. Daher wird das Pu­blikum mancherlei Rücksicht nehmen müssen und darf sich nicht wundern, wenn leider! die so­genannten Kassenstücke in den Vordergrund treten. Aber die Geduld mancher Theaterbesucher wird doch zu sehr auf die Probe gestellt, wenn ihm, wie es hier in letzter Zeit geschieht, eine Reihe recht an­spruchsloser Stücke vorgesetzt werden. Nach einem recht verheißungsvollen Anfang schien die Saison so viel zu versprechen! _2lber nun werden Stücke geboten, die äußerliche Spannungen erstreben und die man seit demHexer" kennt. Oder Lustspiele, die wohl geschickt gebaut sind und allerhand lieber« raschungen aufweisen, die aber nur dem flachen Amüsementsbedürfnis dienen und letzten Endes den Besucher leer ausgehen lassen. Auch unter wirt­schaftlich ungünstigen Verhältnissen im Theaterbe­trieb muß der Grundsatz einerguten Mischung" bei der Programmgestaltung zu seinem Recht kom­men. 'Aufführungen von aktuellen oder Zeitdramen werden auch in Hanau Freunde finden. Schließlich sollte bei der Auswahl der Stücke nicht vergessen werden, daß die letzte Mission der Kunst darin be­steht, den Menschen zu erinnern, daßer Gottes ist und eine Seeele hat". Z. H.

Omnibuslinie zum Freigericht

Zu dem in der Ausgabe vom 2. November mit dieser Ueberschrift erschienenen Artikel wird uns vom Magistrat geschrieben: Wie dem Einsender der Anfrage nicht unbekannt sein dürfte, befindet sich unsere Straßenbahn A.-G. in der Umstellung zum gemischten Betrieb mit Straßenbahnwagen und Autoomnibussen. Das Unternehmen ist, nachdem es in der unmittelbaren Nachkriegszeit und Inflation

Gerrinseirev Mietwevt des Eisen- wohnhauses

wegen Unsicherheit der Lage

Der Mietwert des Eigsn-wohnhauses wird nach den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes nach den üblichen Mittelpreisen des Verbrauchsortes ermittelt und der Einkommenbesteuerung unterstellt. Nach der Steuerrechtspraxis soll der Pflichtige, der sein eigenes Haus bewohnt, gerade so gestellt wer­den, wie wenn er seine Wohnung zum ortsüblichen Mittelpreis an sich selbst vermietet hätte. Er hat daher als Wert des Genusses feiner Wohnung den Betrag zu versteuern, den er für den Gebrauch der Wohnung als Mieter zu zahlen hätte.

Bei den herrschaftlichen Einfamilienhäusern hat der Reichsfinanzhof in seiner Entscheidung be- stmmrt,' daß sich der höhere Bnttrhaltnnasamw.md in einem höheren Mietwert widerspiegeln muß. Sind also in solchen Fällen erhöhte Werbungs- kosten, wie z. B. Renovierung künstlerisch ausge- slaiteter Zimmer usw. zum Abzug von Einnahmen geltend gemacht, so muß diesen Ausgaben ein höherer Mietwerl gegenüberstehen. Der Reichs- Minister der Finanzen hat hierbei die Finanzämter zum Zwecke der Vereinfachung angewiesen, den Nettomietwert zu ermitteln, von dem nur noch die Schuldzinsen abgezogen werden dürfen. Als Netto­mierwert kommen bei herrschaftlichen Dillen 3 bis 3% v. H. des Einheitswertes für den 1. Januar 1938 in Betracht.

In einem jüngsten Urteil des Reichsfinanz­hofes wird der Mietweri einer Villa in einem Vil­lenort ermittelt. Bei diesen Villen läßt sich häutig ein regelmäßiger Mietpreis nicht ermitteln und als­dann ist davon auszugehen, wie sich der Wert für

einen Eigenbesitzer darstellt und gleichzeitig, wie er sich für einen Vermieter bei längerem Mietvertrag ergeben würde. Dabei kann von dem angelegten Kapital ausgegangen werden. Dazu gehört für "den Vermieter der Wert des Grund und Bodens und des Bauwesens. Liegt eine Villa abgelegen von der regelmäßigen Besiedlung, so muß der Unistand der Unsicherheit mitberücksichtigt werden. Denn eine solche Billa verliert an Wert. Es ist auch nicht zu bestreiten, daß eine unsichere Lage die Bequem­lichkeit des Wohnens stört und den Mietwert drücken kann.

Me Lage dev Landwirtschaft

Auf Grund der Berichte der Preuß. Landwirt­schaftskammern ergibt M folgendes Bild über die Lage der Landwirtschaft in Preußen im Dezem­ber 1929:

Alge in eines: -

In der Belastung der Landwirtschaft mit Steuern und Verbrauchsabgaben ist eine Besserung nicht eingetreten. Die Kreditlage war infolge der Unmöglichkeit preiswürdiger Verwertung der Erntevorräte weiterhin sehr angespannt. Der Grundstücksverkehr war im allgemeinen gering, stellenweise sind Not- und Zwangsverkäufe vorge- temmen.

Ackerbau:

Die Pflugarbeiten für die Frühjahrsbestellung konnten bis zu dem gegen Mitte des Monats ein- feyenDen ersten Frost sortgeführt und größtenteils beendet werden. Der Stand der Wintersaaten ist befriedigend bis gut, stellenweise sogar etwas dicht und üppig. Wiesen, Weide- und Fuitsrschläge zei­gen ein befriedigendes Aussehen. In einigen Be­zirken konnte das Rindvieh infolge der milden

) Einsendungen, die unter Dieser Rubrik oeröffeni ächt werden sollen, müssen bis Freitag mittag in Den Händen der Redaktion fein. Die Vcrantworlung für die Bittgänge trägt der Einsender. Dio Nedaktton.

klagen sich..*)

seinen Betrieb vorübergehend einstellen mußte, unter äußerster Vorsicht wieder zu einem den Er­fordernissen unserer Stadt dienenden Verkehrsmittel zweckmäßig ausgebaut worden. Die teilweise Um­stellung auf Autoomnibusverkehr, die in erster Linie infolge der Einengung der Stadt durch die vielen Eisenbahnübergänge veranlaßt wurde, hat naturge­mäß die Kräfte des Unternehmens stark beansprucht. Vor der Einrichtung geplanter neuer Linienführun­gen müssen daher noch weitere Erfahrungen über die Rentabilität des gemischten Verkehrs und seiner Ausgestaltung gesammelt werden. Die Bewohner der dortigen Gegend müssen sich also bis zur Ver­wirklichung des Planes leider noch eine Zeitlang gedulden.

Beleuchtung auf den Eisbahnen

Die Eislüufer freuen sich, denn es ist wieder kälter geworden. Die Hoffnung, daß es diesen Win­ter Eisbahnen gibt, ist wieder da. Die Stadt hat emsig alles vorbereitet, um auch bei leichten Frö­sten schon mit einer Spritzeisbahn nufzuwarten. Es hat sich aber im vorigen Jahr wie auch schon früher wieder herausgestellt, daß die Eisbahnen von vielen Sportlern und Erholungsbedürftigen nicht benutzt werden können, da es an der nötigen Beleuchtung fehlt. Es würde dankbar begrüßt werden, wenn die Stadt die Eisflächen auch be­leuchten würde. Bis zur Dunkelheit werden die Eisflächen von Schülern benutzt, die Erwachsenen sind da oft eine Gefahr für die Kinder. Darum wäre es ratsam, die beleuchteten Flüchen dann nur für Erwachsene zur Verfügung zu stellen und die Eisbahnen ständig bewachen zu lassen, da ge­rade durch Nichteisläufer und Spaziergänger oft mutwillig oder durch kindlichen Unverstand tue Flächen stark beschädigt werden. Ein kleines Ent­gelt für derartig abgefperrte, beleuchtete und ge­pflegte Eisflächen wird sicher gern bei Benutzung gezahlt werden. Am Tage sollen die Eisbahnen möglichst von Schulen besucht werden.

Hanauer Eisläufer.

Witterung noch auf die Weide gelassen werden. Klee- und Luzerneschläge weisen ebenfalls stellen­weise einen guten Stand auf. Das Interesse für pflegliche Behandlung des Grünlandes und ratio­nelle Futtergswinnung und -konfervierung ist im Steigen begriffen.

Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse haben zum Teil weiter nachgegeben, sodaß das Mißverhältnis zu den Preisen Dér Bedarfsgegen­stände noch größer geworden ist.

Viehzucht und Viehhaltung:

Für die Warmblutpserdezucht bestand nur in einigen Bezirken geringes Interesse; die Nachfrage nach Kalkblutzuchtmattrial ist stellenweise gestiegen, im allgemeinen aber auch außerordentlich gering. In der Rindviehzucht machte das Komrollvereins- wefen gute Fortschritte. Die Milchwirtschaft litt je­doch unter den niedrigen Milch- und Futterpreisen. Dem stellenweise ausgetretenen Rauhfuttermangel schaftseigenem Getreide, zum Teil, bei erhöhter Rübengabe, abgeholfen werden. Die Aufstellung von Zuchtsauen hat nachgelassen, da erneute Rück­gänge der Schweinepreise befürchtet wurden. Das Angebot an Ferkeln war groß, die Kauflust jedoch nicht überall ausreichend. Die Geflügelzucht und -Haltung gewinnt auch für die bäuerlichen Betriebe immer größere Bedeutung. Neuzeitliche Geflügel­farmen und Musterg«flügelhaltun>g«n sind einge­richtet worden. Im allgemeinen wurde eine be­friedigende Entwicklung der Legetätigkeit beobach­tet. Trotz des Rückgangs der Eierpreise gewann die genossenschaftliche Eierverwertung an Aus­dehnung. Forstwirtschaft: Herbstkultur- Und Bodenvorarbeiken für die Frühjahrskulturen konnten weitergeführt werden. Der Holzeinschlag ist im vollen Gange. Auf dem Holzmarkt war die Nachfrage mit wenigen Ausnahmen bisher ge­ring.

F e l d g e m ü f e -, Garren- und W e i n b a u: B

Die Frostschäden des vergangenen Jahres könn- [ ten zum Teil durch Neuanpflanzungen ausge. I glichen werden. Die milde Witterung gestattete £ bisher immer noch die Fortsetzung der gärtnerischen I Pflegearbeiten. Die Obstbäume zeigen «inen^ver- f hältnismähig guten Blütenknospenansatz. Spät- k gemüse waren überall reichlich vorhanden, sodaß die Märkte regelmäßig beschickt werden konnten. L Die Obsternte war zum großen Teil nur schwer und f zu geringen Preisen abzusetzen. Die Weinernte I wird günstig beurteilt. Fischerei u im T e i ch w i r t f ch a f t: Die Abfischungen der Teiche | wurden im allgemeinen beendet. Die Erträgnisse | haben zum Teil befriedigt. Das Weihnachtsgeschäft I war durch die allgemeine Geldknappheit etwas be-1 einträchtigt. Landwirts ch aftl i ch e Be-I d a r f s g e g e n st ä n d e: Der Ankauf von Kunst-1 düng er und Saatgut wurde auf das äußerste ein- b geschränkt. Der Futtermittelzukauf bewegte sich | gleichfalls in mäßigen Grenzen, da in steigendem ß Maße wirtschaftseigenes Futter verbraucht wurde. | An Maschinen und Geräten wurden nur die aller- ß notwendigsten Anschaffungen und Reparaturen | vorgenommen. Landwirtschaftliche! N e b e ngew e rbc: Die Zuckerfabriken haben r ihre Kampagne größtenteils beendet. Die Kartoffel-1 brenneneien und -trocknereien sind noch im Betrieb. | A r b ei t e r ve r h ä l t n i s s e: Die Nachfrage | nach Arbeitskräften hat fast ganz nachgelassen. I Trotz reichlichen Angebots von ländlicheni Personal | konnte der Bedarf an ländlichem Gesinde, beson- | ders an weiblichem, nicht immer gedeckt werden, I nur gute Familien mit Hofgängern konnten unter- | gebracht werden. ^stellenweise wurde von For- I Gerungen nach höheren Löhnen in der Landwirt- t schaft berichtet. Sonstiges: Bis zum Ein­tritt des Frostes haben die in Angriff genommenen I Meliorationen gute Fortschritte gemacht. Not- | stünde: In einzelnen Bezirken wurden durch die i Stürme und Niederschläge der letzten Wochen Nie- s derungen und Auße-noeichländereien vollständig I überschwemmt. Stellenweise sind auch die Deiche beschädigt worden.

* Die Volkszählung auf 1931 verschoben. Die t für Juni 1930 vorgesehene allgemeine Volkszäh- lang, die mit einer Berufs- und Betriebszählung j verbunden werden sollte, ist im Hinblick auf die : gegenwärtige Finanzlage des Reiches und der Lân- È der endgültig auf den Juni 1931 verschoben war- den. Der Reichswirtschaftsminister hat jedoch er- st klärt, daß ihm eine nochmalige Verschiebung über f das Jahr 1931 hinaus nicht trgbar erscheint und hat | die Länderregierung gebeten, für die Bereitstellung 8 der notwendigen Mittel zur Durchführung einer | Volkszählung im Haushaltsplan 1931 Sorge zu | tragen.

* Es bleibt bei 8 Jahren Zuchthaus. Der 63= ! jährige Küfer Heinrich Seipel, der vom Ha- i nauer Schöffengericht wegen Raubes zu 8 Jahren | Zuchthaus verurteilt worden war, hatte Berufung i eingelegt, mit der sich die Strafkammer gestern be- ( faßte. Der Angeklagte hatte in der Nacht zum 8. | September zwischen 1 und 2 Uhr einen etwas an» : getrunkenen Mann überfallen und ihm Uhr. Porte­monnaie, Trauring und eine geladenen Revolver & abgenommen. Der Angeklagte war von einep.- m- deren Mann beobachtet worden, der die KWiMül- pölizei 'unterrichtete, die sofort die Versolgru,na st- nahm. Man traf den Angettaglen, auf De n ran I sofort Verdacht hatte. Er wurde einer _ Durch- | suchung unterzogen, die auch den gestohlenen Re­volver zutage führte. Beim näheren S)tadysict)au« 3 gewahrte man auch in nächster Nähe das --

Begen Wind u-Schnee

NIVEA ^CREME

gegen spröde Haus

Bevorstehender Rücktritt des Nuvgtheatevdkvektovs

o DieNeue Freie Presse" meldet, daß am Wiener Burgtheaier eine Krise ausgebrochen fei und daß der Rücktritt des Direktors Hofrat Herte- rich schon in- den nächsten Tagen erfolgen werde. Unter den prominenten Mitgliedern des Burg- theaters zeigte sich schon seit längerer Zeit große Unzufriedenheit mit Direktor Herterich, und sie rührten bei der vorgesetzten Behörde des Direktors Beschwerde, daß Hofrai Herterich zur Führung des Schauspiels nicht beiähügt sei und daß sie nicht weiterhin mit ihm Zusammenarbeiten könnten. Da Herterich auch in der gegenwärtigen Saison mit den zur Aufführung gebrachten neuen Stücken von 6 Neuaufführungen waren 3 Durchfälle, wobei es bei der Sylvefteraufführung von FodorsWiegen­lied" sogar zu unliebsamen Zwischenfällen kam wenig Erfolg hatte, konnte sich auch die vorgesetzte Behörde den Beschwerden der Schauspieler nicht verschließen. Herterich ist dem Burgcheater als Direktor noch für 3 Jahre verpflichtet und dürfte nach seinem Rücktritt als Direktor im Verband des ; Burgtheaters als Regisseur verbleiben.

o Stadlthealer. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Für die 15. Vorstellung im Mittwoch- Abonnement wird heute Samstag, abends 8 Uhr, zum ersten MaleDie heilige Flamme" Schauspiel in 3 Akten von W. S. Maugham miederholf. Maugham, der Dichter, bringt in diesem Werk ein ernstes Problem. Es ist gerade aufgebaut und zeigt feine Psychologie. Es ist ein ausgezeichnetes Theaterstück, vollendet in Sprache und Technik. Morgen Sonntag, abends 7% Uhr, erfolgt die Erst­aufführung des noch nie dagewesenen Lachersolges Weekend im Paradies" Schwank in 3 Akten von Arnold und Bach. Wie schonUnter Geschäfts­aufsicht",Hurra, ein Junge",Die spanische Fliege" usw. bewies, ist ein Schwank von Arnold und Bach immer ein Schlager. Darum gilt die Devise: wer einen frohen und heiteren Abend verleben will, der gehe zumWeekend" ins Stadttheater.

o 3m vierten Städtischen Konzert am 23. Ja­nuar 1930, 19% Uhr, in der Stadthalle mit dem

Landes-Symphonie-Orchester unter Leitung von Herrn Generalmusikdirekt. Prof. Ernst Boehe wirkt Lotte Leonard (Sopran) Berlin, eine Sängerin allerersten Ranges als Solistin mit. Nachstehend einige Auszüge aus Besprechungen über Lotte Leonard: Berlin: Es reicht kein Wort der Be­wunderung aus! (Tageblatt) Proben einer echten Künstlerschaft, untadeliges Können! (Voss. Ztg.) Lotte Leonard, über sich sebst ins Metaphysische, fast Ueberlebensgroße sich erhöhend! (Montagsp.). Musikalität bis in die Fingerspitzen! (Tempo). Be­törender Wohlklang! (Morgenpost). Ueberirdisch chöne Wirkung! (Germania). Weiche, glockenreine Stimme! (Volkszeitung). Lotte Leonard gehört zu den ganz großen! (Allgem. Musikzeitung). Paris: Als Solistin trat eine wunderbare Sän­gerin auf (Paris fair). Eine Sängerin allerersten Ranges, vollendete Künstlerin! (Courier musical). Ergreifende, glockenreine, wunderbar sitzende Stimme! Erfolg, wie bisher nur wenigen deut­schen Künstlern beschieden war. Herrliche Stimm­mittel seltene Kultur des Vortrags. (Paris- Bericht). Wir hatten das Glück, eine wunderbare Sängerin zu hören! Enthusiastischen Beifall!! (Ehantecler). Amsterdam: Lott« Leonard zau­berte die Hörer in eine Stimmung von reiner Harmonie und unbefangener Schönheit! Eine Atmosphäre von Sommer und Glück! (De Tele­graf). Genf: Das ist eine Künstlerin ersten Ranges! . . . von Lotte Leonard gehört hat, wird es nie vergessen! Schönheit der Stimme, vollendete Technik, überlegene Musikalität!! (Journal Ge­nève). Zürich: wirkt beinahe wie ein Natur­phänomen! (Züricher Zeitung). Lotte Leonard fingt im 4. Städtischen Konzert 2 Arien von G. F. Händel und 3 Lieder von Rich. Strauß. Vor­verkauf bei Ed. Schaaf, Marktplatz 15 (Tel. 2144).

o Richard von Schenck f. Einer der populärsten Frankfurter Bühnenkünstler, der Opernsänger Richard von Schenck, ist gestern im Alter von 44 Jahren an einer Herzschwäche gestorben. Der Künstler, der 1917 vom Wiesbadener Hof­theater nach Frankfurt kam, konnte im November 1927 fein Wjähriges Bühnenjubiläum feiern. Wäh­rend der Silvestervorstellung erlitt er einen Sturz, der möglicherweise Die Herzschwäche heruorgerufen hat, die jetzt seinen Tod herbei stihrte.

o Das Schicksal des Welsenschatzes. Nachdem der Welfenschatz von drei Frankfurter Firmen erworben worden ist, hat sich über das weitere Schicksal dieser wertvollen Sammlung eine lebhafte Diskussion ent­wickelt. Insbesondere taucht immer wieder die Behauptung aus, daß sie nach Amerika gehen wird. Wie uns von maßgebender «eite mitgeteilt wird, ist diese letztere Vermutung völlig unzutreffend. Der Schatz befindet sich wohlverwahrt in den Safes und die Experten werden jetzt daran gehen, eine Publi­kation über den Welfenschatz auszuarbeiten. Erft dann bürsten die drei Frankfurter Firmen einem Verkauf näher treten. Jedenfalls wird Dann der Welfenschatz nicht als geschlossene Einheit, sondern nach und nach zum Verkauf gelangen.

Bevufskundttche Liievaiuv

Der berufskundliche Ausschuß bei Der Haupt- stelle Der Reichsanftalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, der sich aus hervorragen­den unabhängigen Sachkennern und Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammensetzt, gibt berufskundliche Schriften heraus.

Bisher find im Verlag Reimar Hobbing, Ber­lin SW. 61, erschienen:

.Heft 1: Die Hauptberufe des Baugewerbes: Maurer, Zimmerer, Dachdecker. Von August Win- nig. Heft 2: Die Frau in der Krankenpflege. Von Dr Käth« Gaebel unter Mitwirkung von Else Sander. Heft 3: Die mittleren technischen Berufe. Von Dipl-Ing. Alfred Froehlich. Heft 4: Die krankenpflegerischen Nebenberufe. Von Dr. Äätlje Gaebel, Oberreg.-Rat. Heft 5: Das Uhren­gewerbe. Von Ing. Friedrich Anton Kames. Heft 6: Die Seeschiffahrt. Von Kommodore Hans Ruser. Heft 7: Die Binnenschiffahrt. Von .Kom­modore Hans Ruser. Heft 8: Die technische Assistentin, a) Die technische Assistentin an medi­zinischen Instituten. Von M. v. Bovet. b) Die Metallographin. Von M. v. Bovet. <?) Weibliche Hilfskräfte für Laboratorien in Der chemischen In­dustrie. Vom Landesarbeits- und Berufsamt der Rheinprovinz, Düsseldorf. Heft 9: Die Haupt­berufe der Photographie, a) Der Fachphotograph. Von Frau Schroeder-Erler. b) Der Film-Ope­rateur. Von H. Ponder. Heft 10: Die Handels­und Büroangestellte. Bon ßâmma Walther.

Heft 11: Das Personal im Gasthausgewerbe. Von Prof. Dr. Robert Glücksmann. Heft 18: Der | Tischler. Vom Reichsverband des Deutschen Tisch­lergewerbes. Heft 21: Der Kraftwagensührer. Von Oberbaurat Quedefeld.

Die nachfolgenden Schriften für Die Berufe des Metallgewerbes find unter Mitwirkung des Deut­schen Ausschusses für Technisches Schulwesen her­ausgegeben: Heft: 12: Der Elektro-Jnstallateur. Von Studienrat Dipl.-Ing. Paul Kämpf. Heft 13: Das Klempner- und Jnstallateurgewerbe. Bon Karl Maier. Heft 14: Former, Gießer, Schmied. Von Werkschuldirektor Reich. Heft 15: Der Dre­her und Werkzeugmacher. Von Redakteur Paul Haase. Heft 16: Die Berufe Der feinmechani­schen Technik. Heft 17: Der Gürtler und Drücker. Äon Schwintzer und Schuch. Heft 22: Der Schlosser. Von Werkschuldirektor Kaiser.

Diese Schriften sind besonders geeignet, den be- rufskundlichcn Unterricht zu befruchten. Ebenso können sie durch ihre allgemeinverständliche Fas­sung den Schülern oder Deren Eltern selbst in Die Hand gegeben werden.

Der Text ist z. T. durch gutes Bildermaterial ergänzt, so daß auf recht anschauliche Art und Weise ein vollkommenes Berufsbild sich beim Lesen abrollt. Es sind sehr gut Die körperlichen und gei­stigen Voraussetzungen, die Ausbildung, die wirt­schaftlichen und sozialen Verhältnisse in Diesen Schriften hernusgearbeitet. Die Schriften er­scheinen unter Verantwortung Der Verfasser: sie werden vor der Herausgabe von Fachleuten Des Berufsgebietes geprüft.

Beobachtungen

Manche Menschen gelangen genau wie eine Klaviersaite erst durch Anschlag zu ihrer Be­stimmung.

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Nur keine zu hohe Achtung vor einem vollen Bücherschrank! _Djt ist er nicht höher zu bewerten als die gefüllte Speisekammer eines reichen Schlem­mers.

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Es gibt Menschen, Die suchen mit Der gleichen rücksichtslosen Habgier nach Erkenntnissen, mit der ein Geiziger seine Taler sammelt.