ÄwzeLgerfür^
kErscheint tSgldh mit Ausnahme der ©01m« und Feiertage. / »ezngspreis: Für den halben i Monat RM. 1.-, für den ganzen Monat RM. 2.- ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10, Freitag 15, tSamStag 12 R-pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Breite [8 R-pfg., im Reklamekeil von 68 mm Breite 25 R-pfg. ✓ Offertengebühr 50 R-Pfg.
AM
Erfüllungsort «rd Gerichtsstand für Mt« Teile ist Hanan. ✓ Bei unverschuldet«» Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder aus Rückzahlung des Bezugspreises. / Fürplahdorschrtfi u. Erscheinungsto« der Anzeige wird keine Gewähr geleistet./Geschäftsstelle: Hammerstr.S / Fernspr. 3956,3951,3958
„™^^^ ......«„«^.....,,.
►
Das Kettest«
— Die Mitglieder des Reichskabinetts, die für den Haag delegiert sind, hatten gestern noch eingehende Besprechungen mit ihren in Berlin zurück- hleibenden Ministerkollegen.
— Die zweite Haager Konferenz nimmt heute Nachmittag 17 Uhr ihren Anfang.
— Der Reichslandbund hat Hugenberg die weitere Gefolgschaft im Reichsausschuß für das Volksbegehren versagt.
— 3n Paris ist ein Gerücht verbreitet, das jedoch vorläufig nicht näher nachgeprüft werden kann, da die in Betracht kommenden französischen Minister nach dem Haag abgereist sind. Es soll nämlich beabsichtigt sein, daß sich noch im Laufe dieser Monats Briand und Mussolini in Rapallo tref- fen wollen.
— Ein gestern stattgefundener französischer Minister- tal ernannte an Stelle des zurückgetretenen Generals Debeney den General Weygand zum Ehef des Generalstabes. Durch Erlaß des Präsidenten wurde Mar- schall Petain als Generalinspektor der Armee und als Vizepräsident des obersten Kriegsrates erneut bestätigt.
— Primo de Rivera bezeichnet die Gerüchte von einer Regierungskrise als vollkommen falsch.
— Die Epidemie unter den Kindern der deuffch- russischen Flüchtlinge im Lager Hammerstein Hal sich weiter ausgebreikel. Es handelt sich nicht um reine Mafernerkrankungen, sondern um eine eigenartige Fieberkrankheit. Bisher find über 40 Kinder der Seuche erlegen.
— Seit der feierlichen Bestätigung des Versprechens der russischen Regierung, sich jeder Propa- dsnda in England zu enthalten, find kaum zwei echen vergangen^ und schon bietet sich der eng-
Das Ende
des RelchsaussOMes
Wie die „Landvolk-Nachrichten" mittelten, haben die Präsidenten des Reichslandbundes, Minister a. D. schiele, Heppe und Bethke, an die geschâftsführenden Präsidenten des Reichsausschuf- ses für das deutsche Volksbegheren, Hugenberg und Seidte, einen Brief geruhter, der praktisch das Ende des Reichsausschusses einleitet.
In dem Brief wird zunächst erklärt, daß der Reichslandbund in dem Kampf gegen die Kriegs- ichuldlügè und gegen den Tribulplan seine ganze Kraft für das Volksbegehren und den VolksenrrAeid eingesetzt habe, obwo^ diese Haltung nicht ohne Gefahren für den inneren Bestand des Landbundes und für feine Zusammenarbeit mit anderen Parteien und Wirtschaftsgruppen gemeten sei. Im Gegensatz zu den Auffassungen, wie sie im Hugenberg-Lager vertreten wurden, betont der Brief, daß nach Suffaftung des Reichsiandbundes der Reichs- nuschuß eine für die beofndere Aufgabe des Asiks- enffchsids geschaffene Einrichtung gewesen sei, die noch Erledigung drèjer Aufgabe aufgehört habe zu bestehen.
Schließlich wird in dem Brief noch heroorge- hoben, der ReichsionSbunS verrrete die Auffassung, daß für den Kampf um die deutsche Zukunft eine breitere Front gebaut werden müsse. Der Reichslandbund sei bereit, die kommenden Ausgaben gemeinsam mit allen nationalen und christlichen Kräften des Volkes in Angriff zu nehmen.
Die gleiche Auffaffung herrscht, wie die „Landvolk-Rachrichten" weiter erfahren, auch innerhalb der Christtich-Notiopalen Bauern- und Landvolk- Partei. Im Gegensatz zum Reichslandbund ist die Landvolk-Partei dem Reichsausschuß nicht korporativ beigetreten, nur durch zwei ihrer Vorstandsmitglieder wurde eine Verbindung zum Reichsausschuß hergestellt. Wie auch aus einer Meldung der „Nassauischen Vauernzeflung" dervorgeht, sieht die Landvolk-Partei die Tätigkeit ihrer beiden Vertreter im Reichsausschuß praktisch als beendet an.
Watt« die Reichswehr vvSsenüevt...
Berlin, 2. Jan. Ein Teil der Berliner Linkspresse hat Anstoß daran genommen, daß die Ehren- fompagnte der Reichswehr bei der gestrigen Gra- tulationscour beim Reichspräsidenten vor dem aus dieser Angelegenheit einen politischen «Fall" zu machen und fordert „sofortige Abhilfe". Es handelt sich um die Befolgung einer im April 1925 erlane- nen sogenannten Skandortsdienstvorschrif!. da bestimmt, daß die Reichswehr die militärnchen Ehr:n- bs, Zeugungen nur dem Ä« ich sprä l i den t e n als Oberbefehlshaber, dem Reichswehrm n-lnr, den Generälen und Flagg-Offizieren zu ennepen ha.. Vor den Botschaftern der fremden Mächte wird m ihrer Eigenschaft als Vertreter der Staatsoberyaup- kr ebenfalls präsentiert. Die Bestimmunz, d'« seinerzeit in Vertretung des Reichspräsidenten von Dr. Simons erlassen und vom Reichswehr-
Freitag den
3. Sarma«
------------------------
1030
Voincars über Schacht und den Nounsvlan »Schacht etwas schroff und barsch, aber freimütig und offen" - ^Deutschland mutz sich fkuanziell i« die Lage setze«, den Souugvlan ausrusühven, auderufalls • ♦ • *
Paris, 2. Ian. „Homme Libre" gibt Stellen aus einem neuen in der in Buenos Aires erscheinenden Zeitung „Racion" veröffentlichten Artikels Poincares wieder, der sich mit dem Reichbankpräsidenten Schacht und weiter mit den Bedingungen und Folgen der Ausführung des Poungplanes beschäftigt.
Poincarè versichert, daß er auf Grund der Beobachtungen. die er schon seit mehreren Jahren anstellt, an die persönliche Ehrlichkeit Dr. Schachts glaube. Dieser sei etwas schroff und barsch, aber freimütig und offen und wisse in den Wirtschaftsangelegenheiten seines Vaterlandes gut Bescheid. Die gegen den Doungschen Plan von ihm erhobenen Kritiken verdienten in erster Linie wegen der Vorwürfe gegèn die Finanzpolitik des Kabinetts Müller Beachtung. Ohne die von Schacht geforderte Finanzreform werde, wofür Poincarë als Zeugnis ihm gegenüber gefallene Aeußerungen Parker Gilberts anführt, weder der Dawessche noch der Doungsche Plan arbeiten können. Es genügt nicht, so heißt es, daß die Gläubiger Deutschlands sich über sämtliche Bestimmungen des Aoungplans und die Internationale Bank einigen; es genügt auch nicht, daß die Ausführungsgefetze in Berlin, Paris, Rom, London und Brüffel angenommen werden. Es genügt ferner nicht, daß jedes
schönes Gebäude auf einem Sandhaufen errichtet haben. Deutschland muß wissen, daß dies die Bedingung ist und daß im Falle ihrer Nichterfüllung das als Garantie noch besetzte Rheinland 1930, also fünf Jahre vor der im Versailler Vertrag vorgesehenen Frist, nicht geräumt werden kann. Diese Besetzung ist das eine uns für die Regelung des Problems der versprochenen Reparationen noch verbleibende Pfand. Wir können nur daraus verzichten, wenn Deutschland sich ehrlich bemüht, die herabgesetzten Doungplanannui- tâten zu erfüllen.
Man konnte geneigt sein, aus der obigen Meldung ein gewisses Bedauern Poincarës über die Nichrbeteiligung Schachts an der Haager Konferenz herauszulefen. Doch das wäre falsch. Die Anerkennung, die Poincarè dem deutschen Reichsbankpräsidenten zollt, dient ihm lediglich als Mittel zum Zweck, die französische Delegation scharf zu machen, Bedingungen zu stellen. die die Ausfüh-
tanslfr Oie. Aauj‘^ uu. t r ^ ?K„ m-pi-a«- oeeentajeihe» ko
notwendig, daß Deutsch tun ü iu^ier ^ab« auf das Rheinlanöpsand Hinwei
grrsähri«sten toUen.
iell in die Lage setzt, den Daun
auszusühren; andernfalls würde man
bei der Einstellung Poincares nicht wunder 3 nehmen.
Aufmavsch
„Hokel Central“ und „Hotel des Inder" Das vereinsamte Scheveningen — konzentriertes konferenzlebe«
Haag, 2. Jan. Die deutsche Delegation schlägt diesmal ihr Hauptquartier im „Hotel Central" auf. Das Zentralhotel liegt dicht an den Verhandlungsgebäuden, die langen Autofahrten der Delegationen vom Haag nach Scheveningen sind überflüssig geworden, in Scheveningen hat man geschlossen, die Hotelpaläst; filtd vereinsamt, und die steinernen Säulen- gänge am Strand mit ihren zahllosen Kaffee- haustischen liegen einsam dem Seewind preisgegeben. Die Delegationen haben zum Der- Handlungslokal künftig eigentlich nur noch über die Straße zu gehen. Das »^otel Central", in dem die deutsche Delegation und, wie es heißt, auch ein Teil der englffchen Delegation wohnen werden, liegt auf der „Langen Paten", parallel den Gebäuden des Binnen- und Buiten- Hofes. Die Franzosen im „Hotel des Indes" haben einige Schritte weiter zu gehen, sie wohnen dicht an dem wundervollen Weiher, der die Rückseite der burgartigen Parlamentsgebäude einnimmt. Diese Hauptquartiere der Delega- ti onen spielen ja nicht nur als Wohngebäude eine Rolle, sie find auch das Versammlungslokal der zahlreichen Konferenzbummler.
Wenn in Scheveningen diese inoffiziellen politischen Versammlungen im Zeichen des Strandkorbs und des Bademantels standen — im Haag selbst wird es etwas stiller zupshen. Was sagt der Fremdenführer über die Hotels der Delegationen? rr$)otel Central" — „bas nur gesprochen moderne Ausiänderh.iel mit n großen Cafërestaurani". Hier, im modernen Ausländrrhotet" 0 die Deutschen logieren. Und ihre mehr oder weniger offiziellen Konferenzne- fpröche abhakten. Die Franzosen wohnen noch vornehmer. Vom „Hotel des Indes" wird ausgesagt: „Aeußerlich unsdfeinbar, ist es feist nach gründlichem. Umbau das vornehmste, allerdings wohl auch teuerste Hotel der Stadt, etwa den alten Parisern Häusern an der Place VendSme zu vergleichen". Der Ueber» blick über die Preise der Hotels bestätigt biete Aussagen, denn im „Hotel des Indes" fängt man erst mit 9,50 Gulden zu vermieten an, während man im Zsntraihotel immerhin schon für 5,50 Gulden wohnen kann. Es wird trotzdem auch für die deutsche Delegation wohl wieder Rechnungen geben, zu denen der Rechnungshof krith'che Anmerkungen machen dürste. Zwischen Diesen beiden Hotels wird lebhafter Verkehr herrschen, denn m den ersten Tagen, am Samstag, am Sonntag wird man sich die vorgeschriebenen Besuche und Gegenbesuche abstatten. Schon bei der ersten Konferenz war die Gegend ninb um den Binnenhvf unter das Zeichen der Konferenz gestellt. Zeitungsjungen mit Zeitungen aus aller Herren Länder bevölkerten den großen Platz vor Dem Buitenhof, bevölkerten den Plein, um den Re- gierungsgebäube stehen. Jetzt mit den Delegationen in unmittelbarer Umgebung wird es noch etwas lebhafter werden. Das Schutzmannaufgebot — Schutzleute mit großen blauen martialischen Topfhelmen — war damals wenigstens auf die Stadt und den Kurort Scheve- ningen verteilt. Jetzt wird es sich vor allem vor den Delegationshotels rmd vor dem Bin- nenhof selbst konzentrieren. Der friedliche Weiher mit feiner grünen Umgebung, an dem in den dienstfreien Nachmittagsstunden Angler auf ummauerten Ufern berumspazieren, wird diesmal sein friedliches Bild doch etwas verlieren. Umso nötiger werden die schönen lichtblauen runden Pappkärtchen fein, auf denen der Haager Polizeipräsident die „Dergunmng verleent" polizeiliche Sperrketten zu passieren. Und für Komfort scheint Diesmal überhaupt noch besser als auf der ersten Konferenz gesorgt z« sein. Dir Journalisten werden zwar ebenso wie auf der ersten Konferenz einen runden mittelalterlichen Eckturm als ihr 5>aupi euern er und einen mittelallerlichen Ke'ler als -br .?" ftaurant behalten, aber Die Konferenz Tefbn wird aus dem engen Raum der ersten hofländischen Kammer in den geräumigeren Z?r» iammlungsfaal der .pverten Kammer vmstehsn. Es heißt sogar, daß man für dis jjaupSe»?» gierten, die auf der ersten Konferenz etwas
werden
Mue Trübung des ensMch-vM.VevbÄüMes Das von Moskau gegebene SevspveHen, in England keine DottchewMenveovasanda zu tverben- gebrochen
L 0 nd 0 n, 2. Fan. Es ist ein eigenartiges Zusammentreffen, daß kurz nach dem Eintreffen des sowjetruffifcheu Botschafters in London die Kommunistische Partei Englands ihr bisher wöchentlich erscheinendes Organ nunmehr täglich unter dem Ramen „Daily Wörter" erscheinen läßt. Die erste Rummer, die am 1. Januar herauskam, enthält ein Telegramm des Präsidiums der kommunistischen Internationale, das die neue Zeikuag als Waffe im Kampf gegen den Kapitalismus und die fozialfafâftische englische Arbeikerregierung bezeichnet, hierin erblicken polRsche Kreise, insbesondere solche der Opposition, einen Bruch der feierlich gemachten Zusicherungen Sowjetrntzlands, sich jeder Propaganda in England zu enthalten.
Jn der „Times" wird in einem längeren Aufsatz die Meinung vertreten. daß die in der netn kommunistischen Tageszeitung „Daily Wörter" obgedruckte Kundgebung des Präsidiums der Dritten Internationale einen Bruch der kürzlich von der Sotojetregierung eingegangenen Verpflichtungen bedeutet. In einem „M0skau geht an die Arbeit" überschriebenen Leitartikel sagt die „Times" ironisch, um zu sehen, wie die Sowjetregierung ihr Versprechen, keine Propaganda zu treiben, auffaffe. Die von der neuen Zeitung veröffentlichte Botschaft der Kommunistischen Jnter- nationaie, die sich haupffächlich gegen die „sozial- fascistische Arbefterregierung" richte, sei ein flagranter Fall bolschewistischer Propaganda. Henderson versichert, die Sowjetregierung habe sich verstichtet, die Propaganda der Komintern zu zügeln; es sei jetzt seine Aufgabe, zu handeln, und zwar mit einer Entschiedenheit, die jede Möglichkeit eines Mißverftälchniffes in Moskau ausfchließè. „Ewe dkpromaükche KvMâ evfiett Standes*
London, 2. Jan. „Evening News" behauptet, daß „eine diplomatische Krisis ersten Ranges" drohe, well das vom russischen Bot-
schuster in London gegebene Versprechen, daß in England keine revolutionäre Propaganda gemach: werden würde, gebrochen worden sei. Das Blatt meint damit die von dem «Daily Wörter" veröffentlichte Erklärung des Hauptquartiers der kommunisti- fchen Internationale in Moskau, in der der britischen Arbeiterregierung «Antisowjetintrigen, koloniale Brutalitäten und Vorbereitungen für einen imperialistischen Krieg" vorgeworfen werden.
„Evening News" behauptet weiter, Macdonald ziehe persönlich« Erkundigungen wegen dieses neuen Ausbruches bolschewistischer Propaganda ein und habe heut deswegen aus Schottland in telephonischer Fühlung mit London gestanden. Hohe Beamte des Foreign Offices hätten heute den «Daily Wörter", der die Botschaft der kommunistischen Internationale enthielt, durchgesehen, und es sei eine wettere Nummer des Blattes an Macdonald nach Loffiemouch gesandt worden. In den nächsten Tagen würden Konferenzen darüber ftattfmben, ob eins Aktion unternommen werden solle. Die Sowjet- botschaft teilte einem Vertreter der «Evening News" mit sie könne augenblicklich keine Erklärung ad- geben.
minister Geßler gegen gezeigt et wurde, hat bei dem Empfonqszeremomeit der letzten Jahre unbe- - '- " - ^— ^— Es ist auch.
amstaad«! ihre ÄmvendsnH gesund«».
wir hören.
nicht beobsichrigr, von
Brauch in Zukunft adzu weichen.
äâeiem
U. E. ist es ein Ding der llmnöglichteii Latz der Reichskanzler als Ehef der Regierung sSlechter gesteift wird als ein Wrhrminifwr Unter diesen Um-
•tänSen wäre es angebracht, diese Dicaftvorfchrist doch zu ändern.
Zwei Todesopfer eines Streites
Kapstad«, 2. San. Einen furchtbaren Auszug nahm ein Streit zwischen zwei Europäern in Rech (Dranjefreiftaat). Ser eine Europäer brachte eine Sitte mit 25 Mo Dynamit unter dem Bett de» anderen zur Explosion; beide Männer wurden dadurch völlig in Stücke gerissen.