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^^^ ......««^.....,,.

Das Kettest«

Die Mitglieder des Reichskabinetts, die für den Haag delegiert sind, hatten gestern noch ein­gehende Besprechungen mit ihren in Berlin zurück- hleibenden Ministerkollegen.

Die zweite Haager Konferenz nimmt heute Nachmittag 17 Uhr ihren Anfang.

Der Reichslandbund hat Hugenberg die wei­tere Gefolgschaft im Reichsausschuß für das Volks­begehren versagt.

3n Paris ist ein Gerücht verbreitet, das jedoch vorläufig nicht näher nachgeprüft werden kann, da die in Betracht kommenden französischen Minister nach dem Haag abgereist sind. Es soll nämlich beabsichtigt sein, daß sich noch im Laufe die­ser Monats Briand und Mussolini in Rapallo tref- fen wollen.

Ein gestern stattgefundener französischer Minister- tal ernannte an Stelle des zurückgetretenen Generals Debeney den General Weygand zum Ehef des Gene­ralstabes. Durch Erlaß des Präsidenten wurde Mar- schall Petain als Generalinspektor der Armee und als Vizepräsident des obersten Kriegsrates erneut bestätigt.

Primo de Rivera bezeichnet die Gerüchte von einer Regierungskrise als vollkommen falsch.

Die Epidemie unter den Kindern der deuffch- russischen Flüchtlinge im Lager Hammerstein Hal sich weiter ausgebreikel. Es handelt sich nicht um reine Mafernerkrankungen, sondern um eine eigen­artige Fieberkrankheit. Bisher find über 40 Kinder der Seuche erlegen.

Seit der feierlichen Bestätigung des Verspre­chens der russischen Regierung, sich jeder Propa- dsnda in England zu enthalten, find kaum zwei echen vergangen^ und schon bietet sich der eng-

Das Ende

des RelchsaussOMes

Wie dieLandvolk-Nachrichten" mittelten, haben die Präsidenten des Reichslandbundes, Minister a. D. schiele, Heppe und Bethke, an die geschâftsführenden Präsidenten des Reichsausschuf- ses für das deutsche Volksbegheren, Hugen­berg und Seidte, einen Brief geruhter, der praktisch das Ende des Reichsausschusses einleitet.

In dem Brief wird zunächst erklärt, daß der Reichslandbund in dem Kampf gegen die Kriegs- ichuldlügè und gegen den Tribulplan seine ganze Kraft für das Volksbegehren und den VolksenrrAeid eingesetzt habe, obwo^ diese Haltung nicht ohne Gefahren für den inneren Bestand des Landbundes und für feine Zusammenarbeit mit anderen Par­teien und Wirtschaftsgruppen gemeten sei. Im Gegensatz zu den Auffassungen, wie sie im Hugen­berg-Lager vertreten wurden, betont der Brief, daß nach Suffaftung des Reichsiandbundes der Reichs- nuschuß eine für die beofndere Aufgabe des Asiks- enffchsids geschaffene Einrichtung gewesen sei, die noch Erledigung drèjer Aufgabe aufgehört habe zu bestehen.

Schließlich wird in dem Brief noch heroorge- hoben, der ReichsionSbunS verrrete die Auffassung, daß für den Kampf um die deutsche Zukunft eine breitere Front gebaut werden müsse. Der Reichs­landbund sei bereit, die kommenden Ausgaben ge­meinsam mit allen nationalen und christlichen Kräften des Volkes in Angriff zu nehmen.

Die gleiche Auffaffung herrscht, wie dieLand­volk-Rachrichten" weiter erfahren, auch innerhalb der Christtich-Notiopalen Bauern- und Landvolk- Partei. Im Gegensatz zum Reichslandbund ist die Landvolk-Partei dem Reichsausschuß nicht korpo­rativ beigetreten, nur durch zwei ihrer Vorstands­mitglieder wurde eine Verbindung zum Reichsaus­schuß hergestellt. Wie auch aus einer Meldung der Nassauischen Vauernzeflung" dervorgeht, sieht die Landvolk-Partei die Tätigkeit ihrer beiden Vertreter im Reichsausschuß praktisch als beendet an.

Watt« die Reichswehr vvSsenüevt...

Berlin, 2. Jan. Ein Teil der Berliner Links­presse hat Anstoß daran genommen, daß die Ehren- fompagnte der Reichswehr bei der gestrigen Gra- tulationscour beim Reichspräsidenten vor dem aus dieser Angelegenheit einen politischen «Fall" zu machen und fordertsofortige Abhilfe". Es handelt sich um die Befolgung einer im April 1925 erlane- nen sogenannten Skandortsdienstvorschrif!. da be­stimmt, daß die Reichswehr die militärnchen Ehr:n- bs, Zeugungen nur dem Ä« ich sprä l i den t e n als Oberbefehlshaber, dem Reichswehrm n-lnr, den Generälen und Flagg-Offizieren zu ennepen ha.. Vor den Botschaftern der fremden Mächte wird m ihrer Eigenschaft als Vertreter der Staatsoberyaup- kr ebenfalls präsentiert. Die Bestimmunz, d'« seinerzeit in Vertretung des Reichspräsidenten von Dr. Simons erlassen und vom Reichswehr-

Freitag den

3. Sarma«

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1030

Voincars über Schacht und den Nounsvlan »Schacht etwas schroff und barsch, aber freimütig und offen" - ^Deutschland mutz sich fkuanziell i« die Lage setze«, den Souugvlan ausrusühven, auderufalls *

Paris, 2. Ian.Homme Libre" gibt Stellen aus einem neuen in der in Buenos Aires erscheinenden ZeitungRacion" veröffentlichten Artikels Poincares wieder, der sich mit dem Reichbankpräsidenten Schacht und weiter mit den Bedingungen und Folgen der Aus­führung des Poungplanes beschäftigt.

Poincarè versichert, daß er auf Grund der Be­obachtungen. die er schon seit mehreren Jahren an­stellt, an die persönliche Ehrlichkeit Dr. Schachts glaube. Dieser sei etwas schroff und barsch, aber freimütig und offen und wisse in den Wirt­schaftsangelegenheiten seines Vaterlandes gut Be­scheid. Die gegen den Doungschen Plan von ihm erhobenen Kritiken verdienten in erster Linie wegen der Vorwürfe gegèn die Finanzpolitik des Kabinetts Müller Beachtung. Ohne die von Schacht geforderte Finanzreform werde, wofür Poincarë als Zeugnis ihm gegenüber gefallene Aeußerungen Parker Gilberts anführt, weder der Dawessche noch der Doungsche Plan arbeiten können. Es genügt nicht, so heißt es, daß die Gläubiger Deutschlands sich über sämtliche Bestimmungen des Aoungplans und die Internationale Bank einigen; es genügt auch nicht, daß die Ausführungsgefetze in Berlin, Paris, Rom, London und Brüffel ange­nommen werden. Es genügt ferner nicht, daß jedes

schönes Gebäude auf einem Sandhaufen errichtet haben. Deutschland muß wissen, daß dies die Be­dingung ist und daß im Falle ihrer Nichterfül­lung das als Garantie noch besetzte Rheinland 1930, also fünf Jahre vor der im Versailler Vertrag vorgesehenen Frist, nicht ge­räumt werden kann. Diese Besetzung ist das eine uns für die Regelung des Problems der verspro­chenen Reparationen noch verbleibende Pfand. Wir können nur daraus verzichten, wenn Deutschland sich ehrlich bemüht, die herabgesetzten Doungplanannui- tâten zu erfüllen.

Man konnte geneigt sein, aus der obigen Mel­dung ein gewisses Bedauern Poincarës über die Nichrbeteiligung Schachts an der Haager Konferenz herauszulefen. Doch das wäre falsch. Die Aner­kennung, die Poincarè dem deutschen Reichsbank­präsidenten zollt, dient ihm lediglich als Mittel zum Zweck, die französische Delegation scharf zu machen, Bedingungen zu stellen. die die Ausfüh-

tanslfr Oie. Aauj^ uu. t r ^ ?K m-pi-a«- oeeentajeihe» ko

notwendig, daß Deutsch tun ü iu^ier ^ab« auf das Rheinlanöpsand Hinwei

grrsähri«sten toUen.

iell in die Lage setzt, den Daun

auszusühren; andernfalls würde man

bei der Einstellung Poincares nicht wunder 3 nehmen.

Aufmavsch

Hokel Central undHotel des Inder" Das vereinsamte Scheveningen konzen­triertes konferenzlebe«

Haag, 2. Jan. Die deutsche Delegation schlägt diesmal ihr Hauptquartier imHotel Central" auf. Das Zentralhotel liegt dicht an den Verhandlungsgebäuden, die langen Auto­fahrten der Delegationen vom Haag nach Sche­veningen sind überflüssig geworden, in Sche­veningen hat man geschlossen, die Hotelpaläst; filtd vereinsamt, und die steinernen Säulen- gänge am Strand mit ihren zahllosen Kaffee- haustischen liegen einsam dem Seewind preis­gegeben. Die Delegationen haben zum Der- Handlungslokal künftig eigentlich nur noch über die Straße zu gehen. Das »^otel Central", in dem die deutsche Delegation und, wie es heißt, auch ein Teil der englffchen Delegation wohnen werden, liegt auf derLangen Paten", pa­rallel den Gebäuden des Binnen- und Buiten- Hofes. Die Franzosen imHotel des Indes" haben einige Schritte weiter zu gehen, sie woh­nen dicht an dem wundervollen Weiher, der die Rückseite der burgartigen Parlamentsgebäude einnimmt. Diese Hauptquartiere der Delega- ti onen spielen ja nicht nur als Wohngebäude eine Rolle, sie find auch das Versammlungs­lokal der zahlreichen Konferenzbummler.

Wenn in Scheveningen diese inoffiziellen politischen Versammlungen im Zeichen des Strandkorbs und des Bademantels standen im Haag selbst wird es etwas stiller zupshen. Was sagt der Fremdenführer über die Hotels der Delegationen? rr$)otel Central"bas nur gesprochen moderne Ausiänderh.iel mit n großen Cafërestaurani". Hier, im modernen Ausländrrhotet" 0 die Deutschen logieren. Und ihre mehr oder weniger offiziellen Konferenzne- fpröche abhakten. Die Franzosen wohnen noch vornehmer. VomHotel des Indes" wird ausgesagt:Aeußerlich unsdfeinbar, ist es feist nach gründlichem. Umbau das vornehmste, allerdings wohl auch teuerste Hotel der Stadt, etwa den alten Parisern Häusern an der Place VendSme zu vergleichen". Der Ueber» blick über die Preise der Hotels bestätigt biete Aussagen, denn imHotel des Indes" fängt man erst mit 9,50 Gulden zu vermieten an, während man im Zsntraihotel immerhin schon für 5,50 Gulden wohnen kann. Es wird trotz­dem auch für die deutsche Delegation wohl wie­der Rechnungen geben, zu denen der Rech­nungshof krith'che Anmerkungen machen dürste. Zwischen Diesen beiden Hotels wird lebhafter Verkehr herrschen, denn m den ersten Tagen, am Samstag, am Sonntag wird man sich die vorgeschriebenen Besuche und Gegen­besuche abstatten. Schon bei der ersten Konfe­renz war die Gegend ninb um den Binnenhvf unter das Zeichen der Konferenz gestellt. Zei­tungsjungen mit Zeitungen aus aller Herren Länder bevölkerten den großen Platz vor Dem Buitenhof, bevölkerten den Plein, um den Re- gierungsgebäube stehen. Jetzt mit den Dele­gationen in unmittelbarer Umgebung wird es noch etwas lebhafter werden. Das Schutz­mannaufgebot Schutzleute mit großen blauen martialischen Topfhelmen war damals we­nigstens auf die Stadt und den Kurort Scheve- ningen verteilt. Jetzt wird es sich vor allem vor den Delegationshotels rmd vor dem Bin- nenhof selbst konzentrieren. Der friedliche Weiher mit feiner grünen Umgebung, an dem in den dienstfreien Nachmittagsstunden Angler auf ummauerten Ufern berumspazieren, wird diesmal sein friedliches Bild doch etwas ver­lieren. Umso nötiger werden die schönen licht­blauen runden Pappkärtchen fein, auf denen der Haager Polizeipräsident dieDergunmng verleent" polizeiliche Sperrketten zu passieren. Und für Komfort scheint Diesmal überhaupt noch besser als auf der ersten Konferenz gesorgt z« sein. Dir Journalisten werden zwar ebenso wie auf der ersten Konferenz einen runden mittelalterlichen Eckturm als ihr 5>aupi euern er und einen mittelallerlichen Ke'ler als -br .?" ftaurant behalten, aber Die Konferenz Tefbn wird aus dem engen Raum der ersten hoflän­dischen Kammer in den geräumigeren Z?r» iammlungsfaal der .pverten Kammer vmstehsn. Es heißt sogar, daß man für dis jjaupSe»?» gierten, die auf der ersten Konferenz etwas

werden

Mue Trübung des ensMch-vM.VevbÄüMes Das von Moskau gegebene SevspveHen, in England keine DottchewMenveovasanda zu tverben- gebrochen

L 0 nd 0 n, 2. Fan. Es ist ein eigenartiges Zusammentreffen, daß kurz nach dem Ein­treffen des sowjetruffifcheu Botschafters in London die Kommunistische Partei Englands ihr bisher wöchentlich erscheinendes Organ nunmehr täglich unter dem RamenDaily Wörter" erscheinen läßt. Die erste Rummer, die am 1. Januar herauskam, enthält ein Telegramm des Präsidiums der kommunistischen Internationale, das die neue Zeikuag als Waffe im Kampf gegen den Kapitalismus und die fozialfafâftische englische Arbeikerregierung bezeichnet, hierin erblicken polRsche Kreise, insbesondere solche der Opposition, einen Bruch der feierlich gemachten Zusicherungen Sowjetrntzlands, sich jeder Propaganda in England zu enthalten.

Jn derTimes" wird in einem längeren Aufsatz die Meinung vertreten. daß die in der netn kommunistischen TageszeitungDaily Wörter" obgedruckte Kundgebung des Präsidiums der Drit­ten Internationale einen Bruch der kürzlich von der Sotojetregierung eingegangenen Verpflichtun­gen bedeutet. In einemM0skau geht an die Arbeit" überschriebenen Leitartikel sagt die Times" ironisch, um zu sehen, wie die Sowjet­regierung ihr Versprechen, keine Propaganda zu treiben, auffaffe. Die von der neuen Zeitung ver­öffentlichte Botschaft der Kommunistischen Jnter- nationaie, die sich haupffächlich gegen diesozial- fascistische Arbefterregierung" richte, sei ein fla­granter Fall bolschewistischer Propaganda. Henderson versichert, die Sowjetregierung habe sich verstichtet, die Propaganda der Komintern zu zü­geln; es sei jetzt seine Aufgabe, zu handeln, und zwar mit einer Entschiedenheit, die jede Möglich­keit eines Mißverftälchniffes in Moskau ausfchließè. Ewe dkpromaükche KvMâ evfiett Standes*

London, 2. Jan.Evening News" behauptet, daßeine diplomatische Krisis ersten Ranges" drohe, well das vom russischen Bot-

schuster in London gegebene Versprechen, daß in England keine revolutionäre Propaganda gemach: werden würde, gebrochen worden sei. Das Blatt meint damit die von dem «Daily Wörter" veröffent­lichte Erklärung des Hauptquartiers der kommunisti- fchen Internationale in Moskau, in der der briti­schen Arbeiterregierung «Antisowjetintrigen, kolo­niale Brutalitäten und Vorbereitungen für einen imperialistischen Krieg" vorgeworfen werden.

Evening News" behauptet weiter, Macdonald ziehe persönlich« Erkundigungen wegen dieses neuen Ausbruches bolschewistischer Propaganda ein und habe heut deswegen aus Schottland in telephoni­scher Fühlung mit London gestanden. Hohe Beamte des Foreign Offices hätten heute den «Daily Wör­ter", der die Botschaft der kommunistischen Inter­nationale enthielt, durchgesehen, und es sei eine wettere Nummer des Blattes an Macdonald nach Loffiemouch gesandt worden. In den nächsten Tagen würden Konferenzen darüber ftattfmben, ob eins Aktion unternommen werden solle. Die Sowjet- botschaft teilte einem Vertreter der «Evening News" mit sie könne augenblicklich keine Erklärung ad- geben.

minister Geßler gegen gezeigt et wurde, hat bei dem Empfonqszeremomeit der letzten Jahre unbe- - '- " - ^ ^ Es ist auch.

amstaad«! ihre ÄmvendsnH gesund«».

wir hören.

nicht beobsichrigr, von

Brauch in Zukunft adzu weichen.

äâeiem

U. E. ist es ein Ding der llmnöglichteii Latz der Reichskanzler als Ehef der Regierung sSlechter ge­steift wird als ein Wrhrminifwr Unter diesen Um-

tänSen wäre es angebracht, diese Dicaftvorfchrist doch zu ändern.

Zwei Todesopfer eines Streites

Kapstad«, 2. San. Einen furchtbaren Auszug nahm ein Streit zwischen zwei Europäern in Rech (Dranjefreiftaat). Ser eine Europäer brachte eine Sitte mit 25 Mo Dynamit unter dem Bett de» anderen zur Explosion; beide Männer wurden da­durch völlig in Stücke gerissen.