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Nr. 1

Donnerstag den 2. Januar 1930

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I Dev erste Tag im neuen Labs

Kein Tagesanbruch im ganzen Jahr wird von Ifo vielen Menschen gefeiert mie der des ersten Manuar. Wenn die Uhren der Stadt ihr 12 Schläge über die Stadt hallen lassen, dann achten nur s wenige daraus, am Silvesterabend aber ist kaum einer, «der nicht auf dieses Ereignis wartet mit einer Un­geduld, als gälte es eine Sensation zu erleben. Und dann ist es 12, von allen Türmen läutet es und dasprosit Neujahr"-Rufen will kein Ende nehmen. Es ist, als ob sich die ganze Welt ver­brüdern wollte. Unbekannte Menschen schütteln sich die Hände, Feuerwerk knallt, Raketen zischen, Pünschgläser klingen und frische Kreppel, zu Bergen gehäuft, verschwinden schnell. So feiert man die Geburt des neuen Jahres. So war es auch diesmal in Hanau. Schon am Nachmittag sah man die Herren mit Punschflaschen nach Hause eilen und Kuchenpakete wurden den ganzen Tag über ge­schleppt, und als der Abend kam, begann man das Neujahr zu feiern. Je nach Temperament und Laune. Der eine blieb beschaulich zu Hause und wartete hinter dampfendem Glase die Geburts­stunde des 1. Januar ab. der andere suchte die Ge­sellschaft, und da fand man genug. Alle Lokale waren gut besucht, von der Stadthalle bis herab zur kleinsten Wirtschaft. Man tanzte, trank und zwar keine Kuhmilch war fröhlich und ausge­lassen.

W Auch im Stadttheater herrschte Hochbetrieb. Ein ausverkauftes Haus holte sich Stimmung bei unse­ren Künstlern.Fernsehen ist Trumpf", so hieß das Motto, das über dem Abend stand. Und man be­kam allerhand zu sehen, besser gesagt zu hören. -Alle Solomitglieder trugen zum Gelingen des ^Abends bei. Im ganzen waren es 24 Nummern, die das Programm aufwies. Man kann sie nicht aufzählen. Es wurde vor allem viel und schön ge­sungen. Aber auch Vortrag und Tanz kamen zur Geltung. Der Erfolg war groß. Es erübrigt sich, einzelne Leistungen hervorzuheben, man kann sagen, daß jeder sein Bestes gab. Und nach dem Theater ging man dann schnell in den Kreis der Menschen, mit denen man das neue Jahr anfangen wollte. Als es 12 Uhr schlug oder man kann auch sagen, als es am 31. Dezember 1929 24 Uhr war, begann das große Glückwünschen. Wenn doch nur der zehnte Teil von dem gewünschten Glück auf uns kommen "möchte. Es würde schon genügen.

*

Der alte Kalender liegt im Papierkorb, an der sWand bläht sich der Block des neuen, aber heute - schon ist die erste Seite abgerissen. Wir sind wieder im Alltag.

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Vorraussase für 1036

Viele Propheten falsche Propheten?

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Das Jahr 1929 ist nun auch zu Ende, und mehr oder minder berühmten modernen Propheten überschütten uns wieder mit ihren letzten Weishei­ten. Sie orakeln lustig los auf das Jahr 1930 und hoffen zuversichtlich, daß ihnen die leichtgläubigen ând leichtoergeßlichen Menschen auch alles aufs ^Worj glauben werden. Sie scheinen ganz und gar zu vergessen, daß sie mit ihren Prophezeiungen für dieses Jahr samt und sonders eine riesengroße Pleite erlebten. Denn wahrhaft meisterhaft gelang es den verschiedenen Wahrsagern aus aller Herren Länder, immer das Unrichtige zu prophezeien.

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K In England erscheint jahraus, jahrein ein astro­logisches Wahrsagebuch, genannt:Moors". Für das Jahr 1929 hatte dieses Buch folgendes Unheil prophezeit. Noch im Monat Januar entsteht im Osten ein Krieg, und ein Mitglied des englischen Königshauses wird sterben. Im Februar wird zwi­schen Griechenland und der Türkei ein ernster diplomatischer Konslikt ausbrechen, im März in Indien eine große Naturkatastrophe sich ereignen, und im April werden je ein berühmter japanischer und ein australischer Politiker das Zeitliche segnen. Im Juli sollte nach dieser Prophezeiung die eng-

Roman von Hans Schulze

17. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

K Kurt hob ihn auf und schaute ihn mit leeren Augen an.

Der Anblick der kleinen Waffe zerriß für einen flüchtigen Augenblick den Vorhang vor seinem Bewußtsein.

Doch schon rannen wieder andere Gedanken über seine Seele, die ihm fremd und rätselhaft waren und allmählich zu einer Kette wuchsen, die ohne Ende lief.

Er wußte auf einmal nicht mehr, wo er war, was ihn in dieses Haus geführt hatte.

I Die Zeit verfloß ineinander und die Räume verschoben sich um ihn her und versanken.

I So verharrte er lange in dumpfer Betäubung.

In feinem Kopf ging es bald wie éin Brausen von Gießbächen, bald wie ein Klappern eiliger Hufe.

,1 Mit einer achtlosen Bewegung schob er endlich den Revolver in feine Jackettasche und schwang sich wieder zum Fenster hinaus, ging langsam und Wuhig durch ben schweigenden Park und stieg in sein Auto.

Es dämmerte schon sacht.

! Jin Osten war ein zartes Frühlicht aufge- standen.

Eine Drossel fang herzbewegend in einem ver­wunschenen Garten.

I Und dann schoß die erste Garbe rotgoldenen Sonnenlichts empor und erfüllte die ganze weite Korgcnmclt mit Duft und Glanz.

Wie ein Träumer fuhr Kurt durch den wachen- rn Tag.

Noch immer lag die grenzenlose Benommenheit vie ein dunkler Mantel über seiner Seele.

Mit automatenhafter Sicherheit bediente er die Steuerung des Wagens, gab Gas und schaltete die )ebel um und wußte dabei doch nicht, was er tat.

Jetzt zeichnete sich ein schlanker Kirchturm in

>cn durchsichtigen Ring des Horizonts.

lisch« Regierung demissionieren, und im August in Argentinien eine Revolution vonstatten gehen. Nichts dergleichen geschah.

Der amerikanische Astrologe Witecomb hatte gewahrsagt, daß dem amerikanischen Nationalhel­den Lindbergh eine Flugzeugunglück zustoßen werde. Dieses Unglück ist auch tatsächlich eingetros- fen. Und doch hatte der Astrologe nicht recht be­halten. Lindbergh und seine Braut stürzten, das Flugzeug wurde zerschmettert, doch die beiden blie­ben unversehrt. Seither hat Lindbergh schon einige Flüge absolviert, auch hat er sich eine Armbeschä- digung geholt, aber der Prophet mit seiner Prophe­zeiung, daß der erste Ozean-Ueberquerer nie mehr ein Flugzeug besteigen würde, hat sich doch bla­miert.

Lee, ein anderer amerikanischer Wahrsager, hatte wiederum für das Jahr 1929 eine Menge schwarze Börsentage vorausgesagt. Er war aber ein wenig übereifrig, und dies wurde ihm zum Ver­hängnis. Er orakelte nämlich: im Monat Februar wird in Wien, im Mai in Newyork, einen Monat später in Paris, im Oktober in Berlin und zum Jahresschluß in London ein Börsenkrach stattfin­den. Und tatsächlich: an Börsenkrachs hatte es wahrhaft nicht gefehlt. Aber von der einzig ern­sten, der Oktober-Börsenkatastrophe in Newyork, batte der vortreffliche Wahrsager keine Ahnung ge­habt. Das stand eben nicht in den Sternen ge­schrieben.

Die französischen Astrologen waren etwas opti­mistischer. Aber auch ihnen gelang es nicht, sich zu behaupten. Der eine prophezeite zum Beispiel, daß Poincarès Macht sich stärken, und daß er im Laufe des Jahres die deutsche Reichshauptstadt be­suchen werde. Was hat er heute zu dieser feiner Prophezeiung zu sagen ?

Mme. Laplace wahrsagt aus der Hand. Ginge es nach ihr, so würde jetzt in Moskau eine Gegen­revolution toben und der Völkerbund müßte sich mit unlösbaren diplomatischen Konflikten befassen. In Moskau gibt es jedoch keine Gegenrevolution, und auch der Völkerbund befaßte sich nicht mit un­lösbaren Konflikten.

Natürlich auch die deutschen Astrologen sind an der Wahrsager-Pleite beteiligt. Professor Hüter, Gelehrter der Astrologie, schrieb sogar ein Buch über Deutschlands zukünftiges Schicksal. Er prophezeite allerlei schöne Dinge. Ec behauptete unter ande­rem, die Konstellation der Sterne habe ihm ver­raten, daß Stresemann noch im Jahre 1930 große Erfolge haben wird. Er hat sich geirrt, Dafür aber hat leider Scheermann das Richtige vorausgesagt. Zwei Tage vor dem Tod Stresemanns sah er Re Schrift Stresemanns und erklärte, daß Stresemann in zwei Tagen sterben werde. Scheermann ist aber nur ein Graphologe und kein Astrologe.

Und nun das kommende Jahr. Nach Mme. Fraya, der berühmten Pariser Pythia, steht das kommende Jahr im Zeichen von Merkur und Sa» turnus. Und diese beiden Sterne bedeuten bekannt­lich Fleiß und Ueberlegung. Der Zufall wird im kommenden Jahr behauptet Madame Fraya keine wesentliche Rolle spielen. Hoffen wir, daß diese Dame ihren Ruf besser zu behaupten wissen wird als ihre Kollegen vom Jahre 1929.

Gterre«ievm?ne

Monat Januar 1930.

a) Reich und Preußen.

5. Lohnsteuer.

Hauszinssteuer pp.

10. Einkommensteuer.

Körperschaftssteuer für das 4. Vierteljahr 1929 (außer Landwirtschaft). Umsatzsteuer (Schonfrist 15. 1. 1930) für das 4. Vierteljahr 1929.

Börsenumsatzsteuer.

b) Hessen.

6. Letzter Tag für verzugszinsenfreie Zahlung Zahlung der am 27. Dezember 1929 fälligen Landessteuern.

25. Kommunalsteuern.

Die Außenwerke der alten Residenz Potsdam öffneten sich.

Still und vornehm standen die langen, geraden Straßenzüge in der hellichten Sonne.

Der Stieber blühte in den verschlafenen Gär­ten, tiefblau, violett und weiß, überflammt von den gelben Seidenfahnen des Goldregens.

Wie eine funkelnde Schale wölbte sich der hohe Frühlingshimmel vom Pfingstberg zum Brauhaus­berg hinüber.

Das Glockenspiel der Garnisonkirche sang sein ehrwürdiges Lied.

Dann wieder Felder mit junger Saat, reife Wiesen mit trägem Vieh.

Blaue Seen und heißdurchsonnter Nadelwaw.

Nach vielen Stunden hielt er endlich in einem verlassenen Dorfkrug eine kurze Rast.

Der Wirt, ein graubärtiger Alter, mit einem verwitterten Gnomengesicht, brachte ihm ein Glas Milch und versuchte ein ländliches Gespräch.

Doch Kurt gab ihm nur ganz einsilbige Ant­worten und starrte aus blicklosen Augen in die sonnige Weite.

Der Riß in seinem Bewußtsein hatte sich all­mählich zu einer unüberbrückbaren Kluft vertieft, daß er sich auch der letzten Beziehungen zu seinem einstigen Sein und Ich entrückt fühlte und wie in einer brennenden Wirrnis lebte, in der all seine Gedanken einmündeten und vergingen.

Am späten Nachmittag saß er endlich wieder im Auto und strebte von neuem der unbekannten, sehnsüchtigen Ferne zu.

Er hatte bereits die höchste Geschwindigkeit ein­geschaltet und jagte mit achtzig Kilonieter durch die fliehende Ebene, doch immer wieder erschien ihm die Art seiner Fortbewegung wie ein Schnecken­tempo.

Der Abend mar unterdes langsam Hereinge­sunken.

Um die alten Obstbäume flirrte das Licht der scheidenden Sonne wie gesponnenes, blauglitzern­des Glas.

Ein Dorf flog vorbei, ein zweites.

Verzehnfacht hallte das Toben des Motors von den Gebäudewänden zurück, daß Menschen und Tiere entsetzt zur Seite flohen.

Und immer noch wuchs die Schnelligkeit der tapferen Maschine, als ob es einem Wettlauf gelte mit dem lockenden Phantome der Ferne, die an

** Kath. Pfarrgemeinde. Das Süjährige Priester­jubiläum unseres hl. Vaters wurde von der kath. Pfarrgemeinde am letzten Sonntag in gebührender Weise 'gefeiert. Schon morgens im Hauptgottes­dienst wies die Festpredigt des Herrn Pfarrer Dunkel auf den Stellvertreter des Königtums Christi auf Erden hin und forderte die Gläubigen zum stillen Gebet für den hohen Priesterjubilar auf. Der Pfarrfamilienabend im Saale des Goldenen Stern" sollte ein Abbild sein der innigen Verbundenheit des gläubigen Volkes mit dem Fel­sen Petri Weihnachtsboum und Papstbild, das waren die Zeichen des Abends. In feiner Be­grüßungsansprache hieß Herr Pfarrer Dunkel den Festredner des Abends, Herrn Rechtsanwalt Helf­rich aus Frankfurt a. M., herzlich willkommen, der trotz seiner Erkrankung nach Großauheim gekom­men war. Nach stimmungsvollen Darbietungen der Decherschen Kapelle ergriff Herr Rechtsanwalt Helfrich das Wort zu seinem Vortrag. In über­aus fesselnder und feinAeschliffener Sprache zeigte der Redner zuerst die Bedeutung des Konkordates, das ein Sieg der Rechtsidee über langjähriges Un­recht darstellt, und dem Gefangenen des Vatikans die feinem hohen Amte gebührende Freiheit wie­dergab. Somit ist nicht eine weltliche Macht des Papsttums aufgerichtet, nur die geistige Herrschaft aufs neue gestützt. Der zweite Teil des Vortrages zeichnete ein Lebensbild des heiligen Vaters, wobei der Redner immer wieder die zahlreichen Beziehungen des Pabftes zu dem deutschen Volke darlegte und das tiefe Verständ­nis hervorhob, das er stets allen Klassen und Schich­ten der Bevölkerung entgegenbrachte. Mit einer Aufforderung zur unentwegten Treue zum Felsen Petri und einem Hoch auf den hl. Vater schloß Herr Rechtsanwalt Helfrich seine begeisterten Aus­führungen, die reicher Beifall lohnte. Die Begei­sterung klang aus in der Papsthymne. Ein Licht­bildervortrag führte die hl. Stätten des Peter­domes und des Vatikanes den Zuschauern vor, wobei Herr Pfarrer Dunkel persönliche Erinnerun­gen von seiner Romreise im hl. Jahr erzählte.

** Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbei- kräge. Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sind ab 1. Januar 1930 von 3 auf 3% Prozent erhöht worden. Für arbeitslosenversicherungs­pflichtige Angestellte mit über 300. RM Gehalt pro Monat wurde der monatliche Beitrag von 9. RM auf 10.50 RM erhöht.

** Homöopathischer Verein. Wir verweisen noch mals auf das am nächsten Samstag im SaaleZur Rose" stattfinüen'de Stiftungsfest. In dem Pro­gramm wirken u. a. unsere einheimischen Solisten

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jeder Wegebiegung immer weiter in die flammende Glut des Himmels hineinwich.

Jetzt schwang sich eine Chaussee in einem wei­ten Bogen zu einem Walde hinauf.

Unwillkürlich schaute Kurt zurück.

Eine ungeheure Staubwolke stieg. unablässig aus der brausenden Spur des Autos auf und legte einen Schleier über das abendliche Land.

Und plötzlich dünkte es ihm, als forme sich aus den wirbelnden Massen das graue Gespenst eines zweiten Wagens.

Ein seltsamer Fahrer hockte über dem Steuer­rad.

Unter der Lcderkappe grinste ein fnörfjerner Totenschädel mit gefletschten Zähnen höhnisch zu ihm herüber.

Mit einem heiseren Schrei schlug er die Hände erschauernd vor das Gesicht: eine furchtbare Er­innerung war plötzlich in ihm aufgesprungen.

Wie ein wildgewordeires Pferd bäumte sich das steuerlose Auto mit den Vorderrädern steil in die Höhe.

Staub stob nach rechts und links.

Ein krachen und splittern, ein schmetterndes Prasseln.

Dann Totenstille.

In tausend Trümmern lag der Wagen quer über dem Straßendamm.--

8. Kapitel

Die Mordkommission war schon in den frühen Morgenstunden zur Villa Karr herausgekommen, nachdem der Kamerdiener Franz, der seinen Herrn als erster tot im Schlafzimmer aufgefunden hatte, in höchster Erregung unverzüglich das Polizeirevier in Wannsee alarmiert hatte.

Die Leiche Karrs mar sofort amtsärztlich un­tersucht und ebenso wie der ganze Tatort photo­graphisch ausgenommen worden.

Der Tod war offenbar durch einen aus nächster Nähe abgegebenen Brustschuß erfolgt und zweifel­los auf der Stelle eingetreten; bei der Obduktion ergab sich, daß das Herz durch die Sprengwirkung des Nahschusses vollkommen auseinander gerissen war.

Die Kriminalpolizei konstruierte nach den ersten Erhebungen den mutmaßlickien Tatvorgang dahin, daß ein ju dem offenen Schlafzimmerfenster ein­

K. Lukas (Bariron) und Aug. Simon (Baß) mit. Saalöffnung 7 Uhr, Beginn 8 Uhr. Das Belegen von Plätzen ist untersagt. Wir bitten unsere Mit­glieder und Freunde, die für die Tombola bestimm­ten Gegenstände bis nachmittags 5 Uhr in der Rose" abzugeben.

** Kath. Arbeiterverein. Am Sonntag, 5. Jan., nachmittags 4 Uhr, findet imGasthaus zum Anker" unsere diesjährig« Weihnachtsfeier statt. Die Kinder der Mitglieder werden beschenkt. Später für die Erwachsenen Verlosung und gemütliches Beisam­mensein unter dem Christbaum. Die Mitglieder werden gebeten, nach Möglichkeit zur Sammlung beizusteuern und Gegenstände zur Verlosung zu stiften. Vollzähliges Erscheinen mit Familie Ehren­sache.

* Daten für 2. Januar 1930. Sonnenaufgang 8.05, Sonnenuntergang 16.03, Mondaufgang 10.11, Monduntergang 18.14 Uhr. 1-582: Eröffnung der Universität Würzburg. 1801: Der Schriftsteller Johann Caspar Lavater in Zürich gestorben. 1858: Der Schauspieler I. Kainz zu Wieselburg in Ungarn gestorben. 1921: Der Maler Franz von Defregger in München gestorben.

* Briefumschläge mit unzulässigem Ausdruck. Die bisher zum 31. Dezember 1929 festgesetze Auf- brouchsfrist für Briefumschläge mit unzulässigem Aufdruck ist nach einer Mitteilung des Reichspost­ministeriums auf unbestimmte Zeit verlängert für solche Briefumschläge, bei denen die Deutlichkeit der Anschrift durch die Anordnung der Absender­angabe nicht beeinträchtigt wird.

* Silveskerpreisrätsel. Die ersten Lösungen unserer Silvesterpreisrätsel sind schon eingegangen, teilweise wurde nur ein Rätsel (Brüd. Grimm) gelöst, wir machen darauf aufmerksam, daß mit Preisen nur diejenigen bedacht werden können, die alle drei Rätsel richtig gelöst haben.

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August Bergmai«, Zauulstrabe 20.

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gestiegener Einbrecher wahrscheinlich hinter dem Fenstervorhang versteckt gewesen sei und im Augen- bick seiner Entdeckung auf dem ziemlich engen Raum zwischen Fenster und Bert im unmittelbaren Einandergegenüberstehen auf Karr gefeuert habe.

Eine Fußspur im Park, die sorgfältig in einem Gipsausguß ausgenommen wurde. Beschädigun­gen an der Hausmauer und am Weinspalier und deutliche Fingerabdrücke auf dem Fenstersims gaben einen einwandfreien Hinweis auf den Weg, den der Täter genommen haben mußte.

Eine Beraubung des Ueberfallenen hatte an­scheinend nicht ftattgefunben, wenigstens wurde die sehr wertvolle Plattnuhr und eine 'Brieftasche mit einem bedeutenden Barbetrag noch bei der Leiche vorgefunden; offenbar war der Ein­brecher durch einen bisher noch unaufgeklärten Umftanb vorzeitig verscheucht worden, da der Knall des Schusses in der Stille der Nacht weithin ver- nehmbar gewesen sein mußte.

Die wsiblichen Dienstboten, die im Souterrain des gegenüberliegenden Gebäudeflügels unterge­bracht waren, vermochten hierzu allerdings nichts von Belang auszusagen: auch der noch ganz ver­störte alte Franz, der allein mit dem Ehepaar Karr in der gleichen Stage schlief, wollte von einem Schuß nicht gehört haben.

Seine eingehende Dernehnmng ergab jedoch einen ziemlich sicheren Anhalt für den wahrschein­lichen Zeitpunkt des Verbrechens, das nach seiner Auffassung nur während der Dauer seiner Abwe­senheit etwa zwischen ein und zwei Uhr nachts ge­schehen sein konnte, als er aus Anordnung Karrs noch einen Brief nach Schlachtensee besorgt und in der Wohnung des Empfängers erst nach län» gerem Warten Einlaß gefunden habe.

Die gnädige Frau fei zur Zeit der Tat über­haupt nicht in der Villa anwesend gewesen.

Sie habe' nach der Rückkehr aus dem Theater mit ihrem Gatten im Gartensaal noch zur Nacht gespeist und dann gegen zwölf Uhr durch die grobe Eingangshalle, in der er noch mit Aufräumungs­arbeiten beschäftigt gewesen sei, in großer Eile da» Haus verlassen.

(Fortsetzung folgt?