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Donnerstag den 2. Januar 1930

Nr. 1

nen Wohlfahrt von hoher Bedeutung sind, ver­einigen mir uns vor Ihrer ehrwürdigen Person in berechtigten, durch keine Schwierigkeiten zu er­schütternden Hoffnungen.

In dieser festen Ueberzeugung bitten mir Sie, Herr Reichspräsident, für Ihre Person und für das Deutsche Volk unsere aufrichtigsten Wünsche ent« gegenzunehmen.

Dev ÄsiGsvEdent

brwiderts auf die Worte des Botschafters, wie folgt:

Herr Botschafter! Sie haben mit freundlichen Worten dem Deutschen Volke zum Jahreswechsel im Namen des Diplomatischen Korps die aufrichtigsten Glückwünsche ausgesprochen und dabei auch in herz­licher Weise meiner Person gedacht. Ich bitte Sie hierfür meinen Dank entgegenzunehmen und ver­sichert zu sein, daß Ihre Glückwünsche beim Deut­schen Volke dankbaren und freudigen Widerhall finden.

Ein schicksalschweres Jahr liegt hinter uns. Im Völkerbund und auf internatio­nalen Kongressen haben die Staatsmänner aller Länder in harter Arbeit die Probleme zu meistern gesucht, von deren Lösung die Gestaltung der Völ­kerbeziehungen abhängt. Der Mann, der als Außen­minister hierbei Deutschlands Wortführer gewesen ist, weilt nicht mehr unter uns. In danke Ihnen, Herr Botschafter, daß Sie in dieser Stunde feiner gedacht haben.

Das Deutsche Volk hegt die Zuver­sicht, daß die 21 rb eii des letzten I ah- res mit Erfolg im neuen fortgesetzt werden wird. Schwere Lasten sind uns auf­erlegt.

Deutschland kann aber feine Aufgaben im Kreise der Rationen nur dann erfüllen, wenn es politische Freiheit und wirkschaskliche Ent- saltungsmöglichkeil hak. Die Ruhe und Sicherheit der Welk, die wir alle wün­schen, haben politische Gleichberech­tigung und wirtschaftliche Gesund­heit aller Staaken zur Voraussetzung.

In der Hoffnung, daß dieses Ziel erreicht wird, spreche ich Ihnen, Herr Botschafter, und Ihnen, meine Herren, zugleich auch für Ihre Staatsober­häupter, Regierungen und Völker im Namen des Deutschen Reiches und im eigenen Namen meine aufrichtigsten und herzlichsten Neujahrswünsche aus.

Nach dem Austausch der Ansprachen begrüßte der Herr Reichspräsident die einzelnen Botschafter, Gesandten und Geschäftsträger und wechselte mit ihnen Neujahrswünsche,

An dem Empfang nahmen Reichskanzler Her­mann Müller, Reichsminister des Auswärtigen Dr. Eurlius, der Staatssekretär Dr. Meißner und Dr. v, Schubert, der Chef des Protokolls Graf o. Tat- tenbach sowie die Herren der Umgebung des Reichs­präsidenten teil.

MsEahVsslirtkwünsche a^ Bte WehvmaEt

Berlin, 31. Dez. Aus Anlaß des Jahreswechsels werden folgende Erlasse an die Wehrmacht veröffentlicht:

Andie Wehrmacht! Der deutschen Wehr­macht, der Reichswehr und der Reichsmarine, ent­biete ich zrim Jahreswechsel meine herzlichsten Glückwünsche. Tut weiterhin in Gehorsam und treuer Pflichterfüllung Eure Schuldigkeit. Der Reichspräsident (gez.) v. Hindenburg.

An die Reichswehr! Allen Offizieren, Unteroffzizieren und Mannichasten, Beamten, An­gestellten und^Arbèitern wünsche ich ein gutes neues Jahr. Schwere Entscheidungen im Inneren ! und nach außen stehen dem deutschen Volk bevor. Ueber dem Streit des Tages, über Klassen und Ständen, über politischen Parteien und Bünden, dienen wir allein dem Staat, der deutschen Re­publik. Das Reich zu schützen und zu erhalten war und bleibt erste Aufgabe der Reichswehr. Diese Ausgabe fordert Zusammenstchen im Glauben und im Wollen. Je wirrer die Zeiten, umso fester die Wehr! (gez.) Gröner, Reichswehrminister.

An das R e i ch s h « e r ! Allen Angehörigen des Reichsheeres meinen Dank für die Arbeit im vergangenen Jahr und ein herzliches Glückauf für 1930. In Gehorsam und Vertrauen ruht die Kraft der Armee. Auf diesem Fundament wollen wir im neuen Jahre metterbauen! (gez.) Heye, Gene­ral der Infanterie und Chef der Heeresleitung.

An die Reichsmarine! Beim Jahres- wèchiel spreche ich allen Angehörigen der Reichs­marine meinen Dank für die treue Mitarbeit und meine besten Wünsche für das neue Jahr aus. Selbstlose Pflichterfüllung und treue Kameradschaft sollen auch im neuen Jahr unser Leitstern fein im

ir Volk dmirol.

Dienste für unsere geliebte Waffe, für uns«! und ' Vaterland! (gez.) Raeder, Ai Dr. h. c., Chef ber Marineleitung.

M«e KeuiahvsbotMaft

Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz!"

Die Neujahrsnummer derWormser Zeitung" enthält unter der UeberfdjrfftUeberwindung der deutschen Zwietracht" zwei Aufsätze des hessischen Staatspräsidenten Adelung und des Finanz- ministers Kienberger. In dem Artikel des Staatspräsidenten heißt es u. a.

In verschiedener Gestalt wandelt heute dieses alte deutsche Erbübel unter uns und vergiftet das öffentliche Leben. Da find zunächst Klasjenoorur- teile, mit denen heute sich die politischen Lager noch immer gegenseitig betrachten. Vor allem aber ist es jene üble Gepflogenheit, im politischen Kampf dem Gegner von vornherein unlautere Beweg­gründe für sein Handeln zu unterstellen. Die Verwilderung der politischen Sitten hat dazu ge­führt, daß bestimmte politische und sogenannte über« politische Organisationen deninneren Feind" mit . den Mitteln der Gewalt zu einer anderen Ueber­zeugung zu bekehren versuchen. Es ist eines der wsichtigst« n Problem« der Gegenwart in Deutschland, die Achtung vor der Ueber­zeugung des anderen wieder aufzurichten. Hier könnte ein stillschweigendes Uebereinkommen aller anständig Gesinnten Wunder wirken. Man hat oft darauf verwiesen, daß die Sportsleute ein besonders feines Gefühl für faires Verhalten gegen« über dem Gegn«r besitzen. Sollte dieses Gefühl nicht auch im politischen Leben Allgemeingut wer« den können? Demagogie und politisches Rowdytuni hätten sehr bald ausgespielt. Die politische De­magogie hätte es nicht so leicht, wenn wir UNS nicht

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London, 31. Dez. Durch einen Brand, der ... einem Lichtspieltheater in Paisley, 10 Kilometer von Glasgow ausbrach, kamen 72 Kinder ums

Leben.

Die Brandkakastrophe erfolgte während einer Kindervorstellung. Der Brand ging von dem Bor- führungsraum aus, und die Flammen griffen auf den Zuschauerraum über. Die in dem Kino wei­lenden Kinder stürzten nach der Hinlertreppe. Einige fielen im Gedränge zu Boden, Hunderte rannten in wilder Angst über sie hinweg. wie es scheint, sind die meisten Opfer dadurch zu Tode ge­kommen, daß sie erdrückt oder nicdergekreten wur­den. Es waren erschütternde Szenen, als viele Mütter auf die Rachricht von dem Brande berbei- eilten und in wilder Verzweiflung ihre Kinder zu retten versuchten. Erschütternd war auch das Bild am Krankenhaus, wo Wagen auf Wagen mit Toten und Verletzten eintraf.

Der Brandmeister Wilson bezeichnet die Brand- katastrophe als das schrecklich ste Ereignis seines Lebens. Er betonte, daß die Feuerwehr zwei Minuten nach dem Alarm an der Brandstelle eingetroffen fei. Das ganze Gebäude war in dichte Rauchwolken gehüllt. Zivilpersonen riefen ihnen zu: Setzt Eure Rauchhelme auf, man kann in den Rauch nicht hinein." Als aber feine Leute hörten, daß Kinder in Gefahr seien, warteten sie nicht erst auf die Rauchhelme, sondern machten sich an ihr Reltungswerk. Ein Feuerwehrmann, der in das brennende Gebäude eingebrungen war, erzählt, daß er eine feste Masse von Mensche n- leivern vorsand. Die verzweifelten Kinder packten die Feuerwehrleute bei ihren Rücken, und

Die poittiiche Lage in Oudieu

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Lahore, 31. Dez. Der allindische Nationalkongreß eröffnete feine Schlußsitzung unter großer Feier­lichkeit und in Llnwesenheit von vielen Tausen­den von Vertretern und Besuchern. Besonders ein­drucksvoll war es, als die Menge der Anwesenden vor Beginn der Sitzung stehend die indische Natio­nalhymneHeil dem Mutterland" an stimmte. Gandhi wurde minutenlang begeistert begrüßt, : als er sich zur Rednertribüne begab und den Antrag stellte, dem Vizekönig Lord Irwin und feinen Be- gl eitern die Glückwünsche zur Erretung bei dem kürzlichen Bombenanschlag zu übermitteln. Der > Kongreß nahm heute eine" Entschließung an, worin er die finanziellen Bürden, die unmittelbar oder . mittelbar Indien von einer fremden Gewalt auf- erlegt seien, als derart bezeichnete, daß ein freies ' Indien sie nicht tragen könne und man auch nicht erwarten könne, daß sie es trage! Jede Verpflichtung und jedes Zugeständnis, die elin un- ; abhängiges Indien erben werde, würden von einem ' unabhängigen Gerichtshof genau untersucht und, alls sie nicht gerecht und zu rechtfertigen seien, zu- mckgewiesen werden. Jawaharlal Nehru erklärte, t baf} biefe Zurückweisung die Schulden einschließe, die , England zum Zweck der Versklavung Indiens und : zur Durchführung seiner imperialliftischen Ziele ge­macht habe. 18. englische Unterhausmitglieder der ' Arbeiterpartei haben eine Botschaft an den ' Kongreß in Lahore genichtet, worin sie ihm dringend nahelegen, die ernste Einladung der Arbei­terregierung zu einer Konferenz in London, am runden Tisch, die das indische Problem lösen soll, nicht abzulehnen. I

so weit auseinandergelebt hätten. Zwar läßt sich I dieRote Fahne", so bezeichnet auch die Partei- die soziale Trennungslinie, die in der kapitalistischen Icitung das Dokument als eine von Anfang bis zu Wirtschaft zwischen'den einzelnen Ständen gezogen r ist, nicht kurzerhand burd) einen Beschluß beseitigen. Aber was geändert wenden muß, daß ist jene Welt der Vorurteile, von denen die Klassen wechselseitig

befangen sind.

Stärken wir", heißt es in dem Artikel des Staatspräsidenten zum Schluß,das Verant- w o r t l i ch k e i t s g e s ü h l des einzelnen, erwecken mir feine Willigkeit und Freudigkeit zur Mitarbeit an den Aul gaben der Allgemeinheit, machen wir die Demokratie zu einem leben­digen Volk saut, und ich bin gewiß, daß mir damit dem deutschen Erbübel die Axt an die Wur- ,z«l legen".

*1936 das Sahv dev ^üh^en Ä^ieVrrehmuttgert^

Mailand, 1. Jan. Arnaldo Mussolini er­klärt im Popolo d'Jtalia, daß 1930 das Jahr der kühnen Unternehmungen und des Sparsinns sein müsse. Die bürgerliche Jungmannschaft wird auf­gefordert, in die Kolonie auszuwandern oder sich sonst in der Welt umzutun.

Durch die Uebersülle der Pflichten des Reichs sei das Pflichtgefühl bei den einzelnen abgestumpft worden. Der Faschismus habe Milliarden für öffentliche Bauten ausgegeben. Nun wetteiferten Korporationen, Syndikate und Verbände in der Erstellung prunkvoller Bauten. Im neuen Jahr handle es sich aber darum, alle unnötigen Ausgaben zu vermeiden. Ein einzelner und blie Zentralge- wolt genügten nicht, die Grundlagen der Volkswirt­schaft zu ändern. Die führende Klasse müsse durch den Geist der Kühnheit, der Entschlossenheit und des Muts angespornt werden.

Pvoretz nm den kommuEMchsn Arrkvuf

Berlin, 1, Jan. Zu dem Hamburger Rundschreiben m dem von neuen Putschabsichten der Kommunisten und von einem Generalalarm am 12. 1. die Rede ist, nimmt jetzt das Zentralkomitee der Kommunisti­schen Partei Deutschlands offen Stellung. Wie schon

diese griffen, so viel sie nur greifen konnten, und eilten mit ihnen ins Freie. In der Rähe der Aus­gänge lagen in dichter Menge zusammengeballt bte Lebenden und die Toten.

Ins Krankenhaus sind insgesamt 150 Kinder eingeliefert worden, von denen jedoch nur ein ganz kleiner Teil ernstere Verletzungen davongetragen hat.

London, 1. Jan. Zurzeit befinden sich tm Kran­kenhaus in Paisley noch 37 Kinder, die bei dem schweren Unglück in einem dortigen Filmtheater verletzt wurden Zwölf von ihnen sind noch ohne Bewußtsein, und man ist in großer Sorge um ihr Schicksal. Von mehreren Familien sind zwei Kinder, von zwei Familien sogar drei Kinder ums Leben gekommen. Die Untersuchungen über die Entstehung des Unglücks haben einwandfrei ergeben, daß e i n= zig und allein die Panik an dem Tod von bisher 72 Kindern im Alter von 18 Monaten bis 15 Jahren die Schuld trägt. Der brennende Film, der den Zuschauerraum mit Rauch füllte, wurde innerhalb weniger Sekunden aus dem Apparat ins Freie geschafft. Ein Inspektor der Polizei erklärte, die Kinder seien nur dadurch ge­tötet worden, daß sie vor einer Gefahr geflohen feien, die gar nicht bestanden habe. Fast alle wur­den bei dem Drängen zu den Ausgängen e r st i ck t oder niedergetreten. Es steht zu befürchten, daß die Gesamtzahl der Toten mehr als 80 betra­gen wird. Der König und der Erste Minister haben Beileidskundgebungen gesandt und es wurde ein Fonds zur Unterstützung der betroffenen Familien eröffnet, für den der Stadtrat von Paisley 20 000 Mark zeichnete.

Die indischen Liberalen, die zurzeit in Madras tagen, haben sich für die Konferenz am runden Tisch ausgesprochen. Sie möchten, daß diese Konferenz noch vor dem Winter 1930 abgehalten werde. Das Ziel der Liberalen ist der D o m i n i a l« Status Sie haben einen Ausschuß eingesetzt, der aus einer Reihe bekannter gemäßigter indischer Politiker be­steht, und die Argumente für den Domintalen Sta­tus ausarbeiten oll. Die Schlußreden auf dem liberalen Kongreß liefen aus in einen Appell an die gemäßigten politischen Kreise Indiens, sich zu­sammenzuschließen, um den Extremismus der Kon­greßpartei zu bekänipfen und den Domintalen Status dadurch zu fördern, daß bei der Konferenz am runden Tisch in London im voraus festgelegte Ansprüche vorgebracht würden.

Die Mohammedaner, die in Kalkutta tagen, er­klären sich scharf gegen eine Aenderung des jetzigen Systems, bet der die britische Herrschaft in Indien durch die Herrschaft der Tyrannei der Mehrheit ab­gelöst werde. Jede Unabhängigkeit, erklärte ein niohanimedanischer Redner,, müsse die Rechtsan­sprüche der Mohammedaner berücksichtigen, anbev« falls würde sie sich in ein Chaos und in Anarchie! aufläsen. In Entschließungen wurde der Vorschlag einer Konferenz am runden Tisch willkommen ge­heißen, aber hinzugefügt, daß sie zwecklos wäre, wenn die Mohammedaner nicht die gleiche Ver­tretung wie die Hindus bekämen.

Ende freche, plumpe und ungewöhnlich dumme Fälschung. EinOrganisationsbüro des Zentral­komitees" existiere nicht mehr, und der Abgeord­nete Obuch, der Unterzeichner des Aufrufs, habe ihm niemals angehört. Schließlich hat Obuch selbst auf Anweisung des Zentralkomitees gegen den Hamburger Anzeiger" Strafantrag gestellt we­genwissentlicher Verleumdung und Urkundenfäl­schung". Es wird sich ja nun zeigen, ob es Herrn Obuch gelingt, vor Gericht den Beweis für die Unechtheit des Dokuments zu erbringen.

MsKssrmaS AVdMsoVdmmg fite üen KMMSMdasr seMnMgi

Essen, 2. Jan. Die Bergarbeiterver­bände haben die Normal-Arbeitsordnung für den Ruhrbergbau zum 31. März 1930 gekündigt mit der Begründung, daß manche Bestimmung infolge der Neuordnung arbeitsrechtlicher Gesetze überholt wären. Die bisherige Arbeitsordnung war feit dem Jahre 1921 in Kraft.

GlaEdeibM«« fäe iSnd- iiibe &Mt»iiDtttteéMittlett

Berlin, 1. Jan. Um Zweifel über die Unter« stützungsfahigkeit der ländlichen Fortbildungs­schulen auszuschließen, meist der preußische Land­wirtschaftsminister, dem Amtlichen Preußischen Pressediest zufolge, in eurem Nunder 1 auf folgendes hin. Unterstützungsfähig bleiben: die Pflichtfortbildungsschule mit mindestens 25 Schü­lern nach Maßgabe der Grundsätze vom 20. Dez. 1923, die Pflichtfartbildungsschulen mit mindestens 15 Schülern, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind, und wenn eine Zusammenlegung von Schulen mit weniger als 25 Schülern wegen der örtlichen Entfernungen oder der Wegeverhältnisse nach dem pflichtgemäßen Ermessen der Schulauf- sichtsbehövde undurchführbar ist, die PsKchtfort°i bildungsschulen mit mindestens zehn Schülern, wenn die vorgeschriebene Mindestschülerzahl durch Zusammenlegung kleinerer benachbarter Schulen nicht zu erreichen ist, wobei als benachbart solche

Schulen zu gelten haben, die höchstens vier Kilo­meter voneinander entfernt liegen, endlich die in der Verwaltung der Kreise stehenden Pflichtfort- | bildungsschulen, die Schulbeiträge oder Schulgeld nicht erheben.

Für die ländlichen Mädchenfortbildungsschuken gilt im laufenden Rechnungsjahr noch die Aus­nahme, daß die Einführung der Befuchspflicht nicht zu den Voraussetzungen ihrer Unterstützungsfähig- | keit gehört. Da für die Zukunft diese Erleichterung nicht mehr in Aussicht gestellt werden kann, emp- | fiehlt der Minister dringend, die Besuchspflicht f baldigst auch für die, ländlichen Mädchenfortbil­dungsschulen allgemein durchzuführen.

Inzwischen ist es gelungen, Mittel für die Un- s terstlltzung derjenigen ländlichen Fortbildungsschulen zu verlangen, die infolge des Geburtenrückgangs . als Kriegsfolge eine derartige Einbuße an Schülern i erleiden, daß sie vorübergehend unterstützungslos | werden würden. Diese Schulen bleiben also bis auf weiteres in der bisherigen Weise unter- | stützungsfähig, wenn begründete Aussicht auf Er- reichung der vorgeschriebenen Mindestschülerzahl : bei der Einschulung der Nachkriegsjahrvorgänge

vorhanden ist.

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Duisburg, 1. Jan. Der Vorsitzende des Deutsch­nationalen Arbeiterbundes am Niederrhein, Ge- werkschafisfekrotär Dudey, hat wegen der letzten Vorkommnisse in der Deutschnationalen Volks­partei seinen Austritt aus dieser Partei erklärt, nachdem er 11 Jahre lang aktiv in der Partei tätig gewesen ist. Der Deutschnationale Arbeiterbund hat seine satzungsgemäße Bindung an die Deutsch- nationale Volkspartei gelöst. Infolgedessen behält Dudey den Vorsitz im Deutschnationalen Arbeiter­bund am Niederrhein.

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RüMMii döv fn^nitoen Ztesßssmtts?

Paris, 1. Jan. Havas berichtet aus Hendaye, daß nach Gerüchten, die aus Madrid stammen, im Laufe des gestern abgehalkenen Ministerrates Gene­ral Primo de Rivera dem König den Gejamkrück- fritt der Regierung überreicht habe. Der König habe sich Vorbehalten, in drei Tagen eine endgültige Ant­wort zu geben. Andererseits soll der Finanzminister Primo de Riveras im Laufe des gestern abgehalke­nen Kabinettsrakes seine Demission überreicht haben; diese sei angenommen worden.

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Essen, 1. Ian. In der Silvesternacht kam

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. in verschiedenen Stadtteilen zu Schlägereien, wobei 15 Personen und zwar 2 durch Schüsse, 3 durch Schlagwerkzeuge und 10 durch Messerstiche,

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schwer verletzt wurden. 5 der Verletzten konnten sich nach Anlegung eines Rotverbandes nach Hause begeben, während die übrigen den Krankenhäusern zugeführt werden mußten. Bel vier Personen be­steht Lebensgefahr. Roch im Lause der Rächt ge- fn lang es der Polizei, 5 Täler zu verhaften. J11

Hamborn, 1. Jan. Eine Reihe blutiger Schlägereien, bei denen auch ein Menschenleben zu V klagen ist, hat sich in der SilveskemachkMAMi. â Der 31 Jahre alte Bergmann Franz Schwarz, fein Bruder und sein Schwager gerieten mit anderen 9* Personen in Streit, wobei Franz Schwarz mehrere Messerstiche in den linken Arm und die linke Brust erhielt. Er starb auf dem Transport zum Kranken­haus. Unser -em Verdacht der Täterschaft wurden

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drei Arbeiter verhaftel.

Ebers berg (Oberbayern), 1. Jan. In der Silvesternacht ist hier der 29 Iohre alte Fabrik­arbeiter Pritschet von einem Gendarmeriewachl- , meister erschossen worden. Der Bruder des Er- ' schossenen wurde durch drei Schüsse leicht verletzt. Der Gendarmeriebeamte wollte Heuke früh gegen

5 Uhr in einer Wirtschaft Ruhe gebieten. Es kam zu einer Aauseinandersehung, bei der die Schüsse fielen. >

Bern kastel, 1. Ian. In der Silvesternacht sangen vier junge Leute auf dem Marktplatz. Zwischen ihnen und dem hinzukommendm Rächt- Wächter entstand ein Wortwechsel, in dessen Ver­lauf der Wächter einem jungen Mann in den Kops schoß. Der Getroffene starb bald darauf.

KÄèsSzsssrtZsSüE auf eZrrsm NahAÄKsBsans Sechs Todesopfer

Königsberg, 1. Ian. Am Silvesterabend überfuhr ein Personenzug zwischen Insterburg und Blumenkal einen Personenomnibus der Stadt Insterburg. Von den Insassen des Sraskwagens wurden vier Personen getötet, sieben schwer unb vier leicht verletzt. Der Ueber- weg 4ff mit Schranken versehen, die Schranken waren aber nicht geschlossen. Der diensttuende Schrankenwärter wurde in seiner Wäclerbude be­wußtlos aufgefunben und mußte in das Kreis­krankenhaus übergeführt werden. Rach dem ärzt­lichen Gutachten ist alkoholische Einwirkung aus Grund der Bewußtlosigkeit, ausgeschlossen und vor- läusig nur anzunehmen, daß die Vewuhtlosigkeik auf einen durch Schwindel hervorgerufenen Schwächeanfall zurückzuführen ist. Ob möglicher­weise eine Kohlenoxydgasvergiftung vorticgt, muß erst durch genaue Blutuntersuchung seskgeskcllk wer­den. Bei dem Unfall entgleisten die Lokomotive und ein Wagen des Zuges; die Strecke war mehrere Stunden gesperrt. Die verletzten Insassen wurden in das Kreiskrankenhaus Insterburg befördert, wo eine Frau heute vormittag ihren Verletzungen erlag.

I n st e r b u r g, 1. Ian. Das schwere Aulobus­unglück hat ein sechstes Todesopfer gefordert, da wieder eine der schwerverletzten Dcfjonen, und zwar Frau Wllimzig, im Städtischen Krankenhaus in Insterburg ihren Verletzungen erlegen ist.

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Der Bruder des Papstes gestorben.

Rom, 1. Jan. In der Nacht vom 1. Januar verstarb plötzlich Graf Ferma Rntti, der Bruder des Papstes. Der Graf war vor zwei Tagen erkrankt; feine Frau und fein Sahn weilten an feinem Kran­kenlager. Auf die Nachricht von feinem Hinfcheiden eilten sofort Abgesandte des Vatikans an das To­tenbett des Grafen Ratti.

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