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Stift I

Donnerstag den 2. Januar 1930

Nr. 1

eins wegen besonderer Umstände hervorgehoben werden. Es trägt den Titel „Ausharren" und zeigt den Kranken, schon vom Tode Gezeichneten, wie er in einer Hängematte, die von einem mächtigen Bambusstamm herabhängt, von zwei kräftigen Söhnen Afrikas getragen wird, und wie er trotz aller Krankheit mit einem Sklavenhändler ver­handelt und für seine Neger bittet. Dieses Bild ist die Stiftung eines afrikanischen Häuptlings, der damals, als vor Jahren der erste Gedanke an die Errichtung eines Livingstone-Museums Gestalt an­nahm, das Geld unter seinen Stammesgenossen aufbrachte ».und es überbrachte; es ist genau nach den 'Angaben dieses Führers gemacht. Er hat auch noch schriftliche und mündliche Berichte überbracht, die alle die hohe Verehrung bekunden, die Living­stone bei ihnen genoß; er wurde in allen diesen Gegenden geradezu als der weiße Gott angesehen.

Gericht üdev die Liebe

Wieviel Liebhaber darf eine Frau vor der Ehe haben?

Drei Berliner Richter, Landgerichtsrat Lonnies, der Vorsitzende einer Zivilkammer des Landge­richts 3, und feine beiden Beisitzer, werden in den nächsten Tagen eine überaus wichtige Entscheidung zu fällen haben, und zwar über die Frage, wieviel Liebhaber eine ebenso schöne wie mondäne Dame der Gesellschaft vor ihrer Ehe haben darf. Vor der genannten Zivilkammer wurde dieser Tage bereits diese Frage in einem Ehescheidungsprozeß nach allen Richrungen eingehendst erörtert. Es war kein eigentlicher Ehescheidungsprozeß, sondern der Sohn eines sehr bekannten deutschen Großindustriellen klagte auf Nichtigkeit seiner im Juni 1928 mit der Tochter eines adligen pommerschen Großgrundbe­sitzers geschlossenen Ehe. Diese junge Dame, vorher schon einmal unglücklich verheiratet, hatte sich auf Veranlassung ihres jetzigen Mannes scheiden las­sen, sie heiratete ihn ohne Aufhebens davon zu machen, aber schon nach einem halben Jahre war das Glück zu Ende. Warum? Er gibt in dem jetzi­gen Prozeß an, er habe vor seiner Eheschließung nicht gewußt, daß seine Frau fünfzehn Liebhaber gehabt habe. Das erst habe er im Laufe der Mo- nate nach und nach erfahren und sein Herz sei ihm beinahe darüber gebrochen. Nun, das gebrochene Herz darf man nicht so ernst nehmen, denn der junge Ehemann hat sich, wie im Haupttermin zur Sprache kam, in reichem Maße getröstet und seine Ehefrau, die in der Widerklage die Ehescheidung beantragt, legte durch ihren Rechtsanwalt eine wahre Leporelloliste vor, auf der die Namen einer sehr großen Zahl verheirateter Berliner Damen, darunter einiger bekannter Filmschauspielerinnen, standen.

Drei Rechtsanwälte kämpften mit dem Gericht den Kampf der Worte um das galante Thema, wieviel Liebhaber eine schöne Frau haben darf. Dr. Graf Strachwitz und Dr. Knopf, die Rechts- bèiftände des Klägers, vertraten dabei folgende Ansicht: Nach den Grundsätzen der heutigen Moral sei nichts dagegen einzuwenden, wenn eine Dame der Gesellschaft zwei Liebhaber vor ihrer Ehe ge­habt habe, oder drei, aber — fünfzehn, das sei zu viel. Nur einer Junggesellin, allenfalls einer Schauspielerin, könne man ein derartiges Maß galanter Mrâer.âWWv.,. SlimlMSlSUM verheirateten Frau. Nein! erwiderte daraus Dr. Heinrich Werthauer, der für die Beklagte focht, (sie selbst war erschienen, eine hübsche, zarte Frau, eingehüllt in einen wundervollen Pelzmantel, aus dem die großen Augen träumerisch und etwas traurig hervorblicken.) Dieser Grundsatz sei voll­kommen verkehrt. Bor allem aber habe seine Man­dantin nicht fünfzehn, sondern nur sechs Liebhaber gehabt. Er zählte die Namen auf: eine Reihe der bekanntesten deutschen Herrenreiter, Matadore des grünen Rasens. Aber nicht genug damit. Die Exi­stenz von vieren dieser Liebhaber habe der kläge­rische Ehemann vor seiner Eheschließung bereits gewußt und auf die zwei ihm unbekannten sei kein Gewicht zu legen, denn das Oberlandesgericht Ro­stock habe in einer endgültigen Entscheidung ausdrücklich festgelegt, daß, wenn ein Ehemann Kenntnis von mehreren Liebhabern seiner Frau vor der Ehe gehabt habe, er die Ehe nicht anfech­ten könne, wenn ihm später noch einige mehr zur Kenntnis gelangten. Nicht auf die Höhe der Zahl komme es an, sondern auf die Vielheit an sich

Das Landgericht ist noch nicht zu einer Entschei­dung gekommen, aber «s hat durchblicken lassen, daß' es sich dem letzteren Standpunkt anschließt.

Rußlands ehrwürdigstes Heiligtum geschlossen.

Wie schon berichtet, stand das Weihnachtsfest in Rußland unter dem Eindruck fchärsster anti­religiöser Propaganda. Der Houptschlag wurde in Kiew geführt, wo Rußlands ehrwürdigstes Heilig­tum und seit Jahrhunderten besuchtester Wall­fahrtsort, „Kisw-Petscherski .Batura", geschlossen und militärisch besetzt wurde. Die Gründung die­ses Klosters ist für die Geschichte des Christentums in Rußland überaus bedeutsam gewesen. In Kiew ließ sich Fürst Wladimir im Jahre 988 taufen, weniger allerdings aus Ueberzeugung, als wegen des Umstandes, daß das Christentum den Wein- genuß nicht verbietet. Wladimar hatte sich durch einen mohammedanischen, christlichen und jü­dischen Geistlichen die Vorzüge jeder Religion vor­stellen lassen. Am meisten neigte er zum mohamme­danischen Glauben; jedoch daß Mohammed den Ge­nuß von Alkohol verboten hatte, erschien ihm un­erträglich. „Des Russen höchste Lust ist das Trin­ken", sagte er und entschied sich für das Christen­tum. Kiew wurde die Hochburg des neuen Glau­bens. Dank sreiwilliger Gaben entstand das Pet- schcrskikloster, das zuletzt einen Komplex von sechs verschiedenen Klöstern darstellt«. In der Lawra wurden die Reliquien zahlreicher russischer Hei­ligen aufbewahrt. Die Lawra besaß wertvolle Schmuckgegenstände, die ihr im Lause der Jahr­hunderte von russischen Fürsten und später von den Moskowiter Zaren geschenkt waren. Das Kloster erfreute sich einer weitgehenden Autonomie, besaß eine eigene Druckerei sowie eine Ker^n- fabrik. An der Spitze der Lawra stand der jewei­lige Metropolit von Kiew. Bei Ausbruch der Re­volution wurden die Schatzkammern des Klosters vom Pöbel geplündert. In den Anfängen der Sowjetherrschaft konnte die Lawra immerhin ihre Existenz weiter fristen. Der Gasthof des Klosters wurde allerdings in ein weltliches Hotel umge­wandelt. Viele Leute, die wegen der plötzlich ein- tretenden Wohnungsnot in Kiew keine Wohnung finden konnten, richteten sich im Klostergasthaus gemütlich ein und waren froh, von den Mönchen

<$ta 30 Sahve aliev Veurwasen auf der Fahrt von Vevliu nach Hamburg

Der Auloveleran in den Straßen Berlins

Um die Güte des deutschen Autofabrikats zu beweisen, ließ der A. D. A. E. am Branden­burger Tor einen mehr als 30 Jahre alten Benzwagen zur Fahrt nach Hamburg starten. Die Führung hat der alte Mitarbeiter von Karl Benz, Pfanz, der bereits vor 30 Jahren mit demselben Wagen dieselbe Strecke fuhr. Zur Begleituna des Autoveterans wurde eines der modernsten Benzautos mit auf die Reise geschickt.

bedient zu werden. Allmählich wurden di« Be­schränkungen der Klosterfreiheit immer schärfer. Vor einigen Monaten wurde das Abhalten des Gottesdienstes, das bisher ungestört vor sich gehen konnte, verboten. Jetzt ist das Kloster geschlossen und der Eintritt jedem Fremden streng verboten.

Vom Radium gerettet und getötet

In einem Londoner Krankenhaus sollte ein Krebskranker durch Radiumbestrahlung geheilt wer­den. Die Behandlung hatte guten Erfolg, und die Aerzte stellten eine rasche Wiederherstellung in Aussicht, als sie eines Sages entdeckten, daß die das Radium enthaltende Nadel verschwunden war. Der Patient wurde sofort mit Röntgenstrahlen durchleuchtet, wobei festgestellt wurde, daß die Na­del, die sich durch Zufall vom Apparat gelöst hatte, von den Geweben absortiert und in die Lungen- lügel des Kranken eingedrungen war. Der Kranke tarb den operierenden Aerzten unter den Händen, als Opfer der Nadel, die ihm die Heilung vom Krebs gebracht hatte. Die Wiedererlangung der Radiumnadel war deshalb wichtig, weil sie einen

erheblichen Geldwert darstellte.

Aechiung der Farbigen im Sport

Die Lawn Tennis Association der Vereinigten Staaten hat dem „Nationalverband zur Förderung der Farbigen" brieflich mitgeteilt, daß sie zu Wett­bewerben, die unter ihrer Aegide stattfinden, Ne­ger als Teilnehmer nicht zulassen könne. „Es war immer die Politik unserer Vereinigung Neger von den Wettbewerben um die Meisterschaft fernzuhal­ten", heißt es in dem betreffenden Schreiben, „und der Verbaich wird diese Politik auch in Zukunft weiter verfolgen, ohne damit etwa eine allgemeine Diskreditierung der farbigen Rasse auszusprechen". Der Brief war die Antwort auf einen Protest ge­gen die Zurückweisung von zwei schwarzen Ten­nisstars vom nationalen Wettbewerb um die Mei- sterschast der Junioren.

Jugoslawen verbietet die Vielehe

Am 1. Januar 1930 tritt in Jugoslawien ein neues Strafgesetz in Kraft, das den zahlreichen Mohammedanern des Landes eine unangenehme Ueberraschung bringt. Während für sie bisher le­diglich das islamitische Famllienrecht galt, das die Vielehe gestattet, ist künftig auch die Vielehe der Mohammedaner als Polygami strafbar. Nur die am 1. Januar bereits bestehenden Doppel- und Mehrehen werden geduldet. Rechtlich ist diese Be- timmung bedeutungsvoller als praktisch, denn tat» ächlich war und ist die Vielehe unter den jugo» lawischen Mohammedanern nicht sehr weit ver­breitet. Hauptsächlich wegen der schlechten wirt­schaftlichen Lage war die Einehe die Regel. Ein«

Ausnahme machten nur die noch die noch immer Adeligen und die Bauern in Nordbosnien

Mazedonien.

und

Die standhafte Rundfunkhörerin

Zu Louisville im Staat Kentucky brachte Frau den Mut auf, volle 106 Stunden vor

eine dem

Lautsprecher zu sitzen und während dieser Z allen Stimmen und Klängen, die ihr durch die Li

seit uft

vermittelt wurden, zu lauschen. Man denke: fünf Tag« unb vier Nächte hatte die brave Frau still­gesessen und Konzerte, Vortrüge und Reklamean­preisungen wahllos über sich ergehen lassen, ohne einen Augenblick die Augen zu schließen. Nur während der letzten Stunden dieser Kraftprobe machte sich eine zunehmende Abspannung bemerk­bar, die schließlich zu einer wohltätigen Ohnmacht führte. Die Heldin dieser neuesten Rekordspielerei ist die zweiundzwanzigjährige Mildred Daniel. An dem Wettbewerb — es handelte sich bei diesem Kampf in Louisville um die Austragung einer Wette — nahmen über 60 Personen beiderlei Ge­schlechts teil. Als Siegespreis erhielt tue standhafte Rundfunkhörerin einen Radioapparat im Werte von 200 Dollars, aber sie wird fich des wertvollen Apparats noch längere Zeit nicht erfreuen können, da sie aus dem Wettbewerb fo erschöpft hervor­ging, daß das Eingreifen eines Arztes sich als not­wendig erwies. Er ordnete sofort die Ueberführung nach einem Krankenhaus an, wo Frau Daniel län­gere Zeit bleiben muß, um ihre Nerven wieder ins Gleichgewicht zu bringen, was nach ihrer gewalti­gen Leistung nicht weiter verwunderlich ist. In­zwischen haben sich andere zum Aeußersten ent­schlossene Radiofreund« gemeldet, die den Rekord der Frau Daniels noch zu überbieten gedenken.

Trotz Mussolini — sinkende Geburtenzahl

„Ist die italienische Rasse zum Aussterben ver­urteilt?" Unter diesem alarmierenden Titel ist kürzlich im „Popolo d'Jtalia" ein Artikel erschienen, der mit den drei Steinen gezeichnet ist, mit denen der Duce feine Beiträge für das Blatte seines Bru­ders zu kennzeichnen pflegt. Es ist - eine dringende Warnung an das italienische Volk, dessen Zukunft der Verfasser gefährdet sieht, weil im Jahre 1929 die Zahl der Geburten zurückging, während gleich­zeitig die Todesfälle stark zunâhmen. Der Ver­fasser bezieht sich auf die Reden in der französischen Kammer, in denen die Lage in Frankreich in den düstersten Farben geschildert und der Furcht Aus­druck gegeben wurde, daß Frankreich bald keine Soldaten für sein Heer, keine Matrosen für seine Marine und keine Landarbeiter für seine Felder mehr haben wird. Die Italiener könnten sich kei­nes schweren Irrtums schuldig machen, als wenn sie sich mit der Zuversicht trösten wollten, daß das Unglück anderer Völker für sie nicht in Betracht komme. Solchem gefährlichen Optimismus wider-

sprächen die Statistiken, die bezeugten, daß in den ersten elf Monaten des Jahres 1929 die Zahl der Wnrctett-fMr^ertttwr'Tjm’-ÄJTIW

zent vermindert habe. Wenn sich dieser Rückgang fortsetze, so werde in zehn Jahren die italienische Geburtsrate die gleiche fein wie die Frankreichs, wenn sie nicht gar unter dieser zurückbleiben sollte. Dies sei umso bedenklicher, als sich die Zahl der Todesfälle des Jahres 1928 im Jahre 1929 um Zehntausende erhöht habe. Eingehendere Prüfung des Materials zeige, daß in Italien, ebenso wie in Frankreich und Deutschland, die unverkennbare Tendenz zum Rassenniedergang hervortrete.

Kinder im Skierkampf.

Der-

;e» ne

Die spanische Regierung hat soeben eine . ordnung erlassen, durch die' Kindern unter vierzehn Jahren verboten wird, Stierkämpfen beizuwohnen. Die Maßnahme soll die Heranwachsende Jugend vor „allzu starken und nachhaltigen Eindrücken b«- wahren, die später dazu beitragen könnten, un­günstige Vorstellungen über den Charakter und den Geschmack des spanischen Volkes zu wecken". Die Maßregel begegnete bei der Aussprache in der Kammer starker Opposition. Man sieht darin einen schweren Schlag, der gegen den Stierkampf gr sührt wird, und zwar nicht nur deshalb, weil fr Verordnung den beliebten Nationalsport in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, sondern vor allem auch aus dem Grund, well sie der Ausbildung der zukünftigen Generation von Stierkämpfern Hindernisse in den Weg legt. Bis­her wurden die Knaben schon frühzeitig für die Arena in Becerradas. heran gebildet, wo sie Ge­legenheit hatten, sich im Kampf mit halbausge- machsenen Stieren technisch« Routine zu erwerben. Um die erregte öffentliche Meinung zu beschwich­tigen, beschrankt sich der Regierungserlaß mchr aus das Verbot des Kinderbesuchs der Stierkänipfe, sondern erstreckt dieses Verbot auch auf die Box­kämpfe, deren Besuch trotz der wachsenden Be­liebtheit des neuen Sports 'Kindern unter vierzehn Jahren fortan verboten ist.

Drohender Rückgang der Bienenzucht und seine Folgen

Nach der amtlichen Statistik hat die Zahl der Bienenvölker in Deutschland seit dem Jahre 1912 um 682 000 Stöcke abgenommen. Ein weiterer star­ker Rückgang, gegen den die Fachverbände, die Reichs- und Landesregierungen vergeblich ankämpf­ten, ist zu erwarten. Durch den Rückgang der Bienenzucht werden der heimische Obst- und Ge­müsebau stark geschädigt, denn ohne die Tätigkeit der Bienen, die zur Befruchtung der meisten Obst­blüten und vieler Gemüseblüten unentbehrlich sind, gibt es kein Obst- und Genlüse. Die Ursache des Rückganges der Bienenzucht ist in der gesteigerten Einfuhr von überseeischen Königen zu suchen. Nach der amtlichen ......- - -

Statistik betrug diese Einfuhr aus

Die

Kuba . ,

Chile . .

Haiti . ,

Guatemala .

San Dominka

Mexiko

1924 (Ztr.) . 24 284 . 16 736 . 2 996

1928 (Ztr.)

27 096

20 570

17 504

14164

9 752

9 290

5 342

6 936

Jmportzahlen sind dem Buch des Landtags- abgeordneten im Preußischen Landtag Kickhoeffel- Seeser „Das Bienenwirtschastliche Slotprogramm" entnommen.

von dev âwobnbne.

Modernes Theater. „Die Frau imMond", der mit ufiel Reklame ungekündigte Usa-Großfilm, ist nun auch nach Hanau gekommen. Fritz Lang, der Regisseur der „Nibelungen" und „Metropolis', wagte diesmal den Flug nach den Sternen. Die Erde bietet ihm keine Sensation mehr und so muß der alte Traum von Jules Verne als Filmthema herhalten. Das Weltraumschiff, durch Prof. Oberths Versuche und das Raketenproblem aktuell gemacht, wird im Film Realität. Die Rakete saust zuin Mond. Unerhörte Sensation. Diese technischen Bil- der sind einzig in diesem Film. Aber dieser Flug nach dem Mond ist doch nur der Rahmen für eine Liebesgeschichte, die sich im Film und auf der phan­tastischen Mondlandschaft abspielt. Die Liebesge­schichte bleibt traditionell trotz der grandiosen Um­gebung, so daß hier das Aeuhere des Films den Hauptwert ausmacht. Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß die Ufa für ihren Groh- film eine Reihe erstklassiger Darsteller verpflichtet hat und daß phototechnisch eine Höchstleistung voll­bracht ist.

3m Eenkral-Thcaker läuft nur noch heute das reizende Lustspiel „Kehre zurück — alles vergeben". Es ist voller Verwicklungen und toller Streiche. Die Abenteuer, sie die „Heldin" erlebt, sind schon fast amerikanisch grotesk, lassen den Zuschauer aber vom Lachen gar nicht zum Nachdenken kommen. Dazu gibt es noch den Sensationsfilm „Geheim­polizisten", ein richtiger Eddi Polo mit wagehal­sigen Verfolgungen und tollen Streichen. Ein Programm, das man nicht versäumen sollte.

Kundfuttk-Vvosvamme

Donnerstag, den 2. Januar 1930

6.30: Nach Stuttgart: Wetterbericht und Zeit­angabe. Anschließend: Morgengymnastik. 12.15: Schallplatenkonzert: Unterhaltungsmusik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 16—17.45: Von Stutt­gart: Konzert d. Rundfunkorchesters. 18.05: „Presse und Rundfunk". 18.35: Nach Stuttgart: „Friedrich List", Vortrag. 19.05: Nach Stuttgart: Französi­scher Sprachunterricht. 19.30: Nach Stuttg.: Schall­plattenkonzert: Aus älteren Operetten. 20: Aus dem großen Saal des Saalbaues: Chorkonzert. 21.30 bis 22.30: Nach Stuttgart: Unterhaltungskonzert eines Orchesters arbeitsloser Berufsmusiker, veranstaltet vom Arbeitsamt Frankfurt a. M. 22.30: Nach Stuttgart: Nachrichtendienst. 22.45—24: Aus dem Rumpelmayer (nach Stuttgart): Unterhaltungs­musik.

veveitte, Sevsammrungen.

Deutscher Offhiersbunb. Freitag, 3. ds Mts., nachm. 4 Uhr findet die monatl. Damenzusammen- kunft im Adler statt. 104

Turngemeinde 1837. Heute Donnerstag, abends 8.30 Uhr, sehr wichtige Besprechung der aktiven Turnerinnen und Turner aller Abteilungen. Jeder muß anwesend sein. 1529

Erste Hanauer Earnevalgesellschast. Ausgabe der Mitgliedskarten für die große Damensitzung am Freitag, 3. Januar, abends 8.30 Uhr, im Ler­einslokal. 105

_ .^.ietoerejumuu^

9 Uhr Spielersitzung aller Aktiven im Dereinslokal. Kommenden Samstag, 4. Januar, Jahres-Haupt­versammlung, abends. 9 Uhr, im Vereinslokal. Mheres siehe Annonce im Inseratenteil 1527

Verein ehem. 6er Ulanen v. Lützow. Freitag, 3. Januar, abends 8.30 Uhr, Monatsversammlung im Vereinslokal. Wegen der wichtigen Tagesord­nung wird vollzähliges Erscheinen erwünscht. 1528

Freiwillige Feuerwehr Hanau. Hierdurch tei­len wir den Brandmeistern mit, daß die nächste Vorstandsfitzung nicht heute, sondern am Donners­tag, 9. Januar stattfindet. 1530

Städtische Nekanntmachunsen.

Oeffenlliche Mahnung fälliger Steuern unb Abgaben!

Diejenigen Steuerschuldner, meldte mit der Ent­richtung der am 15. Dezember 1929 fällig ge­wesenen

Hauszinssteuern

Grundvermögenssteuern

Kanalbenutzungsgebühren Müllabfuhrgebühren

für Dezember 1929 im Rückstands sind, werden hierdurch öffentlich ge­mahnt, die Rückstände bis spätestens 6. Januar 1930 an die unterzeichnete Kasse zu entrichten.

Von den folgenden Tagen ab werden die fällig gewordenen Rückstände nebst Zinsen und Gebühren im Wege der Zwangsvollstreckung eingezogen.

Eine Behändigung von Mahnzetteln findet nicht statt. Zahlungen im Giroverkehr oder auf Post­scheckkonto Nr. 5104 Frankfurt a. M., müssen spätestens am obengenannten Tage der Kasse porto­frei zugehen.

Hanau den 2. Januar 1930. ch

Stadtkasse, gez.: Albert, Rendant

Jagdverpachtung

Die Jagdnutzung in der Gemarkung Hanau und Hanau-Kesselstadt soll für die Zeit vom 1. Februar 1930 bis 31. Januar 1936 einheitlich oder in Teil- bezirken öffentlich meistbietend verpachtet werden. Die Pachtbedingungen liegen vom 2. bis einschl. 16. Januar 1930 im Rathaus, Zimmer 47, zur Ein­sicht offen.

Der Termin der Verpachtung wird auf Montag den 20. Januar 1930, vormitags 10 Uhr, im Rat­haus, Zimmer Nr. 1 (Magistratsfitzungsfaal) fest­gesetzt.

Hanau den 27. Dezember 1929.

Der Jagdvorsteher: gez. Dr. Blaum.

Verlagsdirektion: Paul Nack.

FI au pts eh riftleitu ng: Richard Hultsch.

Verantwortlich für Politik und allgemeinen Teil: Richard Hultsch, für Lokales und Feuilleton: Werner Rühle­mann. für Sport und Provinz: Hans Oehl­schläger, für Anzeigen und Reklamen: Fr. Sieben- h ü h n e r, sämtlich in Hanau. Rotationsdruck der Waisenhausbuchdruckerei Hanau. Fern- sprechanschluß Nr. 3956, 3957, 3958.

Sprechstunden der S c h r I f 11 e i t u n g täglich von 12—1 Uhr mittag« und von 6—6 Uhr nachmittags. Beiträge sind an richten: An die Redaktion, nicht »I' einzelne Rodaktionsmitglieder. Für unverlangt zu- gesandte Manuskripte kann eine Haftung nicht über­nommen werden. Rücksendungen erfolgen nur bei bei- gefügtem Rückporto.