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Kana« «Stadt und Land
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«eujahvsempfSnge bei Sindenbueg
Dev Reichsprästdeni mahnt, Vavtetgerst und StrtevefseMMW Hiniev die svoSs« vatevraudZschett GeftchtsNunkie zu stellen ^ie Lebensfvagen unseres Volkes müsse« alle Deutsche« zu einer vreiteu eittheitüchsu Formel zusammenschlieSe«^
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Aus Anlaß des Neujahrstages fanden auch in diesem Jahre beim Reichspräsidenten die üblichen Empfänge statt. Gegen 10 Uhr traf die Wache mit der Kapelle des Wachtregiments am Hause des - chspräsidenten ein. Reichspräsident von Hindenburg empfing sie am Portal des Hauses. Anschließend brachte die Kapelle dem Reichspräsidenten iw Park ein Ständchen. Um 12 Uhr mittags empfing der Reichspräsident die Chefs der b-im Reich beglaubigten fremden bip = l l' m"tsem°-s« Vertretungen, denen eine im Ehn.yas'.^ Reichspräpdentenhauses aufge- ft"W Abteilung Reichswehr militärische Ehrenbe- MDtngen erwies.
Sodann brachte der französische Vot - l ch c e d e M a r ^e r i' die Glückwiinsche des Diplomatischen Korps dem Reichspräsidenten dar, worauf der Reichspräsident erwiderte.
Darauf hielt Re-chskanzler Müller eine Ansprache an den Reichspräsidenten, worauf dieser Worte des Dankes erwiderte. Um 13 Uhr brachte das Re i chstags p r ä f id i u m, bestehend aus dem Reichstagspräsidenten Löbe und dem Vizepräsidenten von Kardorff dem Reichsprä-
sidcaien die Glückwünsche des Retchsagss dar. An-
r a t e s, bestehend aus dem Kultusminister Dr. Becker, dem fächi ben Gesandten Dr. Gradnauer,
dem württemberqischen Gesandten Dr. Bosler unb dem braunschweigischen Gesandten Exzellenz Boden. Die Glückwünsche der Wehrmacht überbrachten der Reichswehrminister Dr. h. c. Gröner, General der Infanterie Hasse als Vertreter des Chefs der Heeresleitung, General Heye und der Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder, Generaldirektor Dr. h. c. Dorpmüller überbracht« die Glückwünsche der deutschen Reichsbahn. Anschließend erschien Reichsbankpräsident Dr. Schacht im Namen des Reichsbankdirek- t o r i u m 5.
An dem Neujahrsempfang waren außerdem anwesend Reichsaußsnminister Dr. Curtius, die Staatssekretäre Dr. Meißner und Dr. von Schubert, der Chef des Protokolls, Graf Tattenbach, sowie die Herren der Umgebung des Reichspräsidenten. Nach Beendigung der Empfang« trat Reichspräsident von Hindenburg auf den Balkon feines Haufes und wurde von der in der Wilhelmstraße versammelten Volksmenge durch lebhafte Hochrufe begrüßt.
Dee Glückwunsch des Reichskanzlers
den
Um 12.30 Uhr empfing der Reichspräsident Reichskanzler, die Reichsminister und Staatssekretär« der Reichsregierung. Der Reichskanzler
hielt folgende Ansprache: ,
Herr Reichspräsident! Wiederun: habe ich die Ehre, Ihnen am heutigen Tage die aufrichtigen und herzlichen Glückwünsche der Reichsregierung auszusprechen. Mit dem Deutschen Volke, das in Ehrerbietung zu Ihnen aufblickt, hofft die Reichsregierung, daß auch im neuen Jahre Ihnen Gesundheit'und Wohlergehen befd)iebcn sein mögen. Das deutsche Volk ist glücklich, in Ihnen, Herr Reichspräsident, ein Oberhaupt zu besitze», das in der ganzen Welt geachtet und in Deutschland verehrt wird. Sie sind uns in der unermüdlichen und treuen Pflichterfüllung, mit der Sie Ihr hohes Amt versehen, Vorbild und Ansporn.
Im vergangenen Jahre hat es uns an schweren Sorgen wahrlich nicht gefehlt. Sie werde» auch in Zukunft unseren Weg begleiten, der wie jeder Pfad, der aufwärts führen soll, hart und schwer fein wird.
Aber ich glaube doch, daß ein Rückblick auf das vergangene Jahr, der am Jicujaljrstage sich unwillkürlich aufdrängl, uns mit frischem
M u f und neuer Zuversicht erfüllen kann. Im Mittelpunkt unserer politischen Arbeit stand im vergangenen Jahre das Ringen um die endgültige Gestaltung der für Deutschland durch den verlorenen Krieg zu tragenden Laste». In langwierigen Verhandlungen haben die brutschen Sachverständigen in Paris ein Ergebnis herbeigeführt, das Gegenstand schwieriger internationaler Verhandlungen auf der Haager Konferenz gewesen ist. In diesen Erörterungen ist die Räumung der zweiten Zone des besetzten Gebietes vor dem Vertrags-
Ammer noch die SauHtiotten-Fvose
Dev Gedanke au voüirfche Gauktlouen aussesede« - dafür wivtsGaMche und siuanzielle Sanktionen
Paris, 1. Zan. Das „E ch o d e P a r i s" beschäftigt sich heute erneut mit den Straf- matznahmen, die gegen Deutschland ergriffen wurden, falls es bei der Ableistung feiner Kriegsschulden versagen sollte. Es handelt sich um die Frage der sogenannten Sanktionen, die angeblich von den Engländern bei den Verhandlungen der französischen und britischen Finanzsachverständigen in London Anfang Dezember aufgerührt worden sein soll.
Die Sanktionen wirtschaftlicher und finanzieller Art, die im gegebenen Fall gegen Deutschland griffen würden, find, so behauptet das Blatt, offenbar bereits mehr oder weniger in den Vertragsplan h i n e i n g e a r b e i t e l. den vor 14 Tagen in Brüssel die Juristen der beteiligten Regierungen ausgearbeitet haben. Es soll ein Schieüs-
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gericht vorgesehen sein, vor das alle Schwierigkeiten gebracht würden, fei es zwischen den llnter-
- -Ecysages oar. im- .xichnermächlen der geplante« Haager Konvenlio«,
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internationale Zahlungen. Diese Letztgenannte fall als ganz besonderes Vorrecht die Eigenschaft einer Person internationalen Reefes bekommen, eine Stellung, die bisher nur souveränen und unabhängigen Staaten genossen und die nicht einmal der Völkerbund zugesprochen bekommen habe. Die Arkeilssprüche dieses Schiedsgerichts sollen ohne weiteres für die beteiligten Staaten rechtsverbindlich
sein.
Hierzu ist zu bemerken, daß das „Echo de Paris", das bekanntlich kürzlich den Versuchsballon der politischen Sanktionen hatte oussteigen lassen, heute nur noch von w ir tscha f! ich e n und finanziellen Sanktionen spricht, zu deren Auslösung der Beschluß eines Schiedsgerichts erforderlich wäre. Man hat sich also auch in diesem Blatte zu der Auffassung durchge- rungen, daß der kommerzielle Charakter des Joung- Planes sich mit einem Rechte der Gläubiger, p o - litische Sanktionen zu verhängen, nicht vereinbaren läßt. "
Diese bessere Einsicht dürfte aus die in den letzten Tagen stattgofundenen Verhandlungen, die durch die deutsche Botschaft mit dem französischen Außenministerium über das Sanktionsproblem ge- führt worden sind, zurückzuführen sein. Die Reichs- rsgierung hat bei diesen Verhandlungen den folgerichtigen Standpunkt vertreten, daß, nachdem der Poung-Plan das feierliche deutsche Zahlungs- verf pr ech en zu der einzigen Garantie der deutschen Reparationsleistungen gemacht hat, sämtliche Sanktionsdrohungen bei der neuen Regelung Wegfällen müssen, zumaH auch die Instanz, welche bisher derartige Sanktionen allein zu verhängen in der Lage war, nämlich die Reparationskommission, ihrer reparationspolitifchen Funktionen, wenigstens was die deutschen Zahlungen betrifft, verlustig geht, da diese Funktionen nunmehr von der Internationalen Bank übernommen werden sollen. /
mäßig festgesetzten Termin erreicht worden. Die dritte Zone soll spätestens am 30. Juni dieses Jahres von den Besatzungstruppen geräumt und damit Deutschland wieder frei werden! Ein Ziel, nach dem alle Deutschen sehnsüchtig blicken.
Wir hoffen, daß das Ergebnis der Verhandlungen. die in den nächsten Tagen das Werk der Sachverständigen unb die Arbeiten der Haager Konferenz zum Abschluß bringen sollen, dem Frieden und einer wahren Verständigung der Völker dienen wird.
Im Zusamenhang mit der vorgesehenen Erleichterung unserer Lasten hat die Reichsregierm^ eine Reichsfinanzreform in Angriff genommen und dazu die Grundzüge eines umfassenden Programms vorMegt. Durch die bereits gesetzlich festgelegte Schuldentilgung, die in dem be- schlotzenen Umfang entschlossen durchgesührt werden muß, werden in Ausmaß und Tempo dieser Reform Aenderungen an dem ursprünglichen Plane eintreten müssen. Jede Finanzreform, die diesen Naiven wirklich verdient, muß auf einem in Einnahme und Ausgabe ausgeglichenen Reichslwushalt beruhen, der auch die Kasse des Reiches von Belastungen befreit, die aus der Vorgamenheii auf sie drücken, Die Erledigung dieser Aufgghell wird nach
Wenn jetzt von einem Schiedsgeri cht die Rede ist, dem die möglichen Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten bei der Auslegung der Texte unterbreitet werden sollen, so würde dem nichts entgegsnstehen, denn auf derartige Schiedsgerichte wird in der letzten Zeit in verschiedenen internationalen Abmachungen Bezug genommen, die darin eine Sicherheit für die reibungslose Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen er-
aC.ycR' ' „Saatuonsioage ma>.s zu tun. auu spricht aber das „Echo de Paris" von wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen. In welcher Weise diese Sanktionen zu spielen hätten, darüber schweigt sich das Blatt aus.
Man wird wertere Aufklärung abwarten müssen. Anderseits muß man von deutscher Seite erklären: Wenn man den ^ou ng pla n mit irgendwelchen Sanktionen aus statte' besteht keinerlei Aussicht auf eine Annahme in Deutschland.
Gegen He Anwendung von Zwangsmaßnahme«
Paris, 2. Jan. Das Gewerkfchaftsblatt „L e Peuple" fragt, ob die französische Delegation im Haag die Sanktionsfrage, von der doch im August nicht die Rede gewesen fei, aufmerfen -werde und ob im Falle der Nichtcmssü-hrung Les Boung-Planes die Gläubigermächte Zwangsmaßnahmen anwenden, vor allem, ob das Rheinland wieder besetzt werden soll. Das Blatt wendet sich, wie gestern der „S o i r", gegen eine derartige Möglichkeit, indem es schreibt: Die Sanktionsfrage könne nicht aufgeworfen werden, ohne die GrunLlag« der geplanten Verhandlungen selbst in Frage zu stellen. Das Charakteristikum des Noung-Planes ist, irgend -welche politischen Garantien Lurch einen finanziellen Mechanismus zu ersetzen. Der grundlegend« Gedanke der Ausführungen ist, daß Deutschland sich seinen Perpstichtungcn nicht entziehen kann, ohne sich Kreditschoden zuzufügen. Di« Regelung der deutschen Schulden wird Die Rheinlandräumung zur Folg« haben, diese Konsequenz kann man nicht in Frage stellen.
Abschluß der Haager Verhandlungen die vordringlichste Sorge der Reichsregierung sein. Gesunde Finanzen sind eine Vorbedingung politischer Freiheit.
Die Regierung bedarf zu der Lösung dieser und anderer wichtigen Ausgaben aber nicht nur des Vertrauens des Reichstages, sondern der tätigen Mitarbeit aller Kräfte deutschen ©elftes und deutscher Arbeit.
Das Deutsche Volk hat seit dem Kriegsende unter den schwierigsten Verhältnissen seine Friedenswirtschaft wieder aufgebaut und ihr erneut Weltgeltung verschafft. Es hat gleichzeitig in steigendem Maße das Gefüge des Staates gesichert und verstärk:. Daraus Mpfen wir das Vertrauen zu einem durch nichts zu brechenden Lebenswillen des deutschen Volkes. Darauf beruht unser unerschütterlicher Glaube an den weiteren Wiederaufstieg unseres Reiches und Volkes!
âdenbnvss Mahnung
Reichspräsident v. Hi»de«d«rg er-f widerte mit folgenden Worten:
Herr Reichskanzler ! Für die Glückwünsche her Reichsregierung, die Sie mir in so freundlichen Worten dargel-eatzt haben, zage ich äWa meinen 1
«rufrichsigsten Dank. Ich erwidere sie mit den besten Wünschen pr Ihrer Aller persönliches Wohlergehen wi« für den Erfolg der Arbeit, die vor Ihnen liegt
Daß diös« Arbeit eine überaus schwierige fein wird, haben Sie, Herr Reichskanzler, soeben mit Recht betont. Wir wollen hoffen, daß der auf dem Gebiete der Außenpolitik eingeschlagene Weg, den rheinischen Landen, die immer noch die Lasten fremder Besatzung tragen und deren Bewohner mir daher auch in dieser -stunde in herzlicher Anteilnahme gedenken, endlich die Freiheit bringt und die Re pa ra tio n sfr ag s einer Lösung eni- gegensührt, die den Lebensinteresse» des deutschen Volkes und dem Geiste eines wahren Friebens entspricht. Die richtige Verteilung der uns auferlegten Lasten, die Stärkung der deutschen Wirtschaft, insbesondere die Durch- und Weiterführung der zur Wiederherstellung der Rentabilität unserer notleidenden Landwirts cha ft eingeleiteten Maßnahmen, unb die Daschaffung von Arbeitsmög- lichkeiten für die große Zahl der Erwerbslosen sind die weiteren Ausgaben, die im neuen Jahre ihrer Regelung harren.
Wenn alle diese schweren Fragen so gelöst werden sollen, wie es das Wohl unseres Vaterlandes unb die Verantwortung für besieh Zukunft fordern, bann müssen Parleigeist unb Jntemfenpolilif hinter die großen vaterländischen Eesichispunktx zurück-
Front znjammenlchließca. ach spreche dayer « «te- ser Stunde erneut die Mohnuna aus, daß hoch über den Parteien das Vaterland stehen muß? Wer entschlossen Hand mit anlegt und m i ta r b ei t e i an den Aufgaben bet Gegenwart unb am Aufbau der Zukunft, der Handelk wahrhaft not,onal. wir sind reich an Kräften des Seches und der Arbeit: wenn sie sich alle im Gedanken an das Vaterland zusammen finden, dann brauchen wir um die Zukunft Deutschland, nicht zu bangen. Day bas neue Jahr solche Erkenntnis festigen möge, heute mein treue rDunfch!
Die GrSSwüttMs des DwlomaMche« âovvs
Der französifche Botschafter de Margerie brachte als ranoäitester Botschafter dem Reichspräsidenten die Glückwünsche des Diplomakschen Korps in folgender Ansprache zum Ausdruck:
Herr Reichspräsident! Im Namen des in Berlin beglaubigten Diplomatischen Corps habe ich d-e Ehre, Ihnen all unsere guten Wünsche zum Ausdruck zu bringen, die wir anläßlich des Jahreswechsels für Ähre Person hegen. Ihr W o hl - wollen uns gegenüber hat uns im Laufe des Jahres 1929 vielfach Gelegenheit gegeben zu sthen. mit welch weiser Umsicht Sie dank einer trotz uhrcs hohen Alters unerjchüttenen Gesund heft die schwere Aufgabe erfüllen, die das deutsche Volk Sie gebeten hat auf sich zu nehmen.
Die hiesigen Vertreter der fremden Mâckte beobachten mit Aufmerksmnkeit die Bestrebungen, die alle Regierungen im Völkerbünde wie auf den großen internationalen Konferenzen verfolgen mit dem Ziele, dem Frieden seine wahre moralische und materielle Grundlage zu geben, um auf diese Weise in Zukunft Konslikre ober drobende Konftiktsmag- lichkeiten auszuschalten, die entstehen könnten, wenn entgegengesetzte ober abweichende Interessen die Völker zeitweise in Gegensatz zueinander bringen.
Als Zeugen des geradezu heroischen Eifers, mit welchem der hervorragende 'Vertreter Deutschlands im Rate der Völker sich trotz drückender Kranlbe ! so lebhaft diesem dauernden Suchen nach friedlichen Vereinbarungen und Lösungen gewidmet bar, wünschen meine Kollegen und ich die ®efü?.e, «in denen das gesamte D'iptmnsatische Korps vor kurzem an der Trauer des Deutschen Volkes teilgcnom- men hat, heute vor dem Staatsoberhaupt errcu: zum Ausdruck zu bringen.
In been soeben abgelaufenen Sabre haben mir )te schwierigsten Probleme zur Beratung kommen «hen, von denen in Europa und der übrigen Welt Ruhe und Sicherheit ab hängt, ohne die sich iu' Menschheit nicht mit Erfolg der Arbeit wdmen könnte, die doch für jeden von uns Lebensgefctz und Lebensfreude ist. An gutem Willen ba< es nirgends gefehlt und heute, wo an der «schwelle des neuen Jahres die Lösung so vieler Frage» gesucht wird, die für den Wiederau'Sau der Wett und ihre glückliche Weiterentwicklung au? den Bahnen der Eintracht, Gerechtigkeit und aBgemet
Die Me U«mmss «ms aß* Id Seü$tt