Gilvestergedanksn
Aus Jahren ist die Zeit gewoben, Die Zeit, des Menschen Wanderkleid. Weit prächl'ger schmückt den Herrgott droben Das Feierkleid der Ewigkeit.
Drum soll der Mensch sich still bescheiden; Ihm gilt der Zeitlichkeit Gebot, Und seine Freuden, seine Leiden Grenzt Frühlicht ab und Abendrot.
Aus Tagen ist das Jahr gewoben. Du webst es selbst mit deiner Hand. Tag, Jahr und Leben wirst du loben, hast du der Stunde Wert erkannt.
Die „Zwölften"
Die größte Festzeit der Germanen fiel in die „Zwölf' ten", in die heiligen zwölf Tage und Nächte der Winterson- nenwende, in die Zeit des stillstehenden Sonnenrades. Auch „Zwischnächte" nannten unsere heidnischen Altvorderen die zwölf Nächte, die weder zum endenden noch zum beginnenden Jahre zählten und nach dem heutigen Kalender vom Vorabend des 25. Dezember bis zum Dreikönigsabend dauern. Gespensterhaft und bedeutsam erscheint die Zeit und zeigt ein Gemisch von heidnischen Ueberbleibseln mit christlichen Gebräuchen. Zur Abwehr gegen das heidnische Unwesen, besonders gegen das wütende Heer, räucherten die christlichen Priester Kirchen und Kapellen mit Weihrauch. So bildete sich der Name Rauchnächte, wovon die Rauhnächte haften blieben. In den „Zwölften" durchzogen nach germanischem Glauben die Göttergestalten die Dörfer, Höfe und Fluren, um die Arbeit der Menschen zu segnen. Hier war es besonders die weibliche Göttin, die mütterlich zum Rechten sah. Dann betrat sie unsichtbar die Häuser, prüfte die Werke der Hausfrau, die Zucht der Kinder, den Fleiß der Spinnerinnen. Da mußte das Haus festlich gerüstet, der Flachs abgesponnen sein, sonst verwirrte Frau Holle der säumigen Spinnerin den Rocken.. Die „Zwölften" hielt man für das Wetter des ganzen Jahres für maßgebend, indem man aus der an den einzelnen Tagen herrschenden Witterung auf die der kommenden zwölf Monate schließen wollte. Die Weihnachtszeit ist vorzüglich geeignet für die Erforschung der Zukunft in den verschiedensten Beziehungen; vor allem sind Liebe und Tod, der Ausfall und Wert der künftigen Ernte Gegenstände des Ratens und Prophe- zeiens. Das Wetter der drei Weihnachtstage wird als ausschlaggebend für das Wetter in den drei großen Ernten des nächsten Jahres (Heu, Getreide und Grummet) betrachtet. Freude und Fröhlichkeit ist das Zeichen der Jahreswende, denn jedermann will in guter Stimmung in das neue Jahr eintreten. Die laute und ausgelassene Lustigkeit, die bei der Neujahrsfeier herrscht, hängt mit dem uralten Glauben zu sammen, daß von dem Tun und Treiben am Jahresanfang das ganze neue Jahr beeinflußt werde. Der Tag, an dem wir heute Neujahr begehen, trennt die zwölf Rauhnächte in zwei halbfolgen. Die Verlegung des Neujahrsbeginns im kalendarischen Sinne auf den 1. Härtung hat es bis heute noch nicht völlig vermocht, den alten Neujahrsbeginn ab- zusetzen — das sogenannte Groß-Neujahr, den Dreikönigstag (6. Januar). Die Dreiheit der drei Könige öder der drei Weisen aus dem Morgenlande mit den so wenig orientalisch klingenden Namen ist ein Ueberbleibsel der germanischen Götterdreiheit Wodan, Donar und Loge.
Ihm war es manchmal, als führe er hier hinter dem Sarge feistes Weibes . ..
Und dann blickte er wieder auf und sah die Gegenwart und sah die Zukunft, und sein Kind jammerte ihn.
Wär' ich auch nur erst tot! Dann hätte sie es leichter, dachte er. Aber wenn er dann in ihre Augen sah, erschrak er vor seinen eigenen Gedanken.
Nein, nein, er mußte leben, damit sein Kind nicht noch mehr meinen müsse . . .
Er streichelte ihr die Hand.
Aus dem Kirchhof wartete schon der Pastor. Er hatte gerade vorher eine andere Beerdigung gehabt und deshalb nicht die Familie von ihrem Hause aus begleiten können.
Als man dann hinter dem Sarge her zur Gruft schrill, sah Ebba, daß noch andere Leidtragende da waren — Teilnehmende, von denen Helene sich wohl nie hätte träumen lassen, daß sie ihr Tränen nachweinen würden.
Eine Schar halbwüchsiger und kleiner Mädchen stand da, sthen sich zusammendrängend, Kinder der Drewsschen Schule. Für Ebba „schwärmten" alle diese jungen herzen. In das Alltagsleben der Schule hatte sie so viel neue, beschwingte Fröhlichkeit gebracht. In den Freistunden konnte sie wie ein Hinb mit den Kleinen lachen und springen.
Nun wollten die Mädchen auch den Kummer ihres Geliebten Frauleins mit tragen.
Und dann noch zwei Trauernde.
Andres und feine Mutter.
~ ging Ebba entgegen. Er trat an ihre Seite und blieb neven ihr — fest und ernst, als einer, der das Recht und den unerschütterlichen Willen hat, dazustehen.
./er Geistliche sprach kurze und rührende Worte. Es war ia auch fast unmöglich, hier zu sprechen, ohne zugleich zu rut)ren.
/ber als er der Toten noch hinab in ihre Gruft rief: "vchiafs in Frieden, schwergeprüftes Weib, dein Kind wird Opferm'U'Hf -^e^" in der Obhut treuester Liebe, höchster
Da brach der alte Mann in lautes Weinen aus .
Und auch der Junge, Starke mußte die Zähne fest in die ?pen pressen, um sich zu bezwingen. Sein Auge ward naß, ho '"unendlicher Liebe sah er aus die, welche die Worte ^ geistlichen Mannes also rühmten. —
Helene war begraben Sie forderte nichts mehr von den oenben, die Stille schlief aus immer im stillen Bett.
Zögernd nur verließ Ebba die Gruft, auf sonnenbestrahltem zwischen blühenden Büschen und von Blumen prangen- 'n Wbetn ging sie dahin. Mit ihr war Andree, vor ihr “"«ater mit Frau Alteneck.
^/^Pastor, entfernte sich mit dem Möllerschen Paar nach
, Sie gekommen sind .. . daß Sie gekommen sind .. ." wann der alte Mann. Er meinte, er müsse höflichen Dank
war aber zu bewegt, um rechte Worte zu finden, und N'ckte nur immar vor sich hin.
Leid ist das unsere. Gehören wir nicht zusammen?" We Andreas Mutter sanft.
Lr wurde ganz verlegen.
Drösickes wollen Hummer essen
Eine Neujahrsgeschichle von E. Jepsen-Föge.
Herr Brösicke, Prokurist in Firma Theodor Stahl & Co., hatte so nebenher einige recht einbringende Geschäftchen gemacht und nahm sich nun vor, ein slottes Neujahrsfest zu feiern, an dem nicht gespart werden sollte. Er wollte diesmal außer anderem auch Hummer auf dem Tisch sehen.
Frau Brösicke seufzte. Hummer, ausgerechnet Hummer! Die Kinder jubelten und brüllten vor Begeisterung, denn der Vater hatte versprochen, einen lebenden Hummer zu kaufen; Frau Brösicke aber schüttelte sorgenvoll den Kopf
„Gerade zu Neujahr! Muß das sein, Ferdinand? Jetzt um die Neujahrszeit, wo so viele Menschen Hummer essen und die Hotels alle auf Hummer aus find, werden sie hohe Preise verlangen. Ich finde, wir sollten uns mit einem schönen fetten Karpfen begnügen."
„Ach was, der Preis ist bald derselbe", widersprach Herr Brösicke, „und lange nicht so spaßig zu sehen Außerdem joll man das immer durchsetzen, was man sich einmal vorge- nommen hat."
*
21m 28. Dezember kam Herr Brösicke nach Hause mit zwei großen Paketen. Er hatte eine geheimnisvolle Miene
-Ich habe also einen Hummer", sagte er zu seiner Frau, „es war Ausverkauf in einem Fischgeschäft und den habe ich benutzt."
„Du bist wohl nicht recht gescheit? Hummer im Ausverkauf, — der mag ja schön frisch sein!"
„Ja, da kannst du überzeugt sein, er ist quistschlebendig Es ist ein sehr großes Tier. Er wiegt über vier Pfund und hat mich nur 20 RM gekostet."
*
Es war am Nachmittag des 31. Dezember. Frau Brösicke war beim Einkäufen, die Kinder bei einer Neujahrsleier. Diese Gelegenheit benutzte Liese, das Mädchen, um ihren Bräutigam zu empfangen, der eine kleine Schlosserei in der Nähe hatte.
Liese war sicher, daß ihre Herrschaft nicht vor dem Mittagessen nach Hause zurückkehren würde, und die jungen Leute hatten es sich im Eßzimmer bequem gemacht, als Liese plötzlich hörte, daß die Korridortür geöffnet wurde.
Zur Ueberlegung blieb nicht lange Zeit, Liese fand es für ratsam, den Bräutigam unter den Betten im herrschaftlichen Schlafzimmer zu oerstecken; sie selbst machte sich im Schlafzimmer mit dem Abstauben zu tun.
„Es ist recht gut, daß Sie im Schlafzimmer Ordnung halten, Liese," sagte Frau Brösicke, als sie ins Zimmer trat, „aber es wäre noch viel vernünftiger, wenn Sie sich jetzt um das Mittagessen bekümmerten, es ist schon sechs, mein Mann wird gleich hier sein. Ich habe von dem furchtbaren Spektakel in der Stadt schwere Kopfschmerzen bekommen und will gleich zu Bett gehen."
_ Geknickt ging Liese in die Küche und machte sich große sorgen, was nun aus ihrein Bräutigam unter dem Bett der Gnädigen werden solle?
*
Als Hans in seinem Versteck hörte, daß Frau Brösicke zu Bett gehen wolle, brach ihm der Angstschweiß aus. Was sollte er tun? ,
Herr Brösicke, der ziemlich spät nach Hause gekommen war, schlich vorsichtig in das Schlafzimmer, um nachzusehen, wie es seiner Frau ginge.
Dann aß er allein zu Mittag, und als er fertig war
„Wir? Ich denke ... es ist doch ... ach leider . . ." stotterte er.
Sie blieb stehen.
„Sehen Sie diese beiden?"
Und er sah sein Kind daherkommen, mit dem Mann, der seinen Arm um ihre Schultern gelegt hielt.
„Ja, Vater," sagte Ebba. „wir wollen es noch einmal zusammen wagen, Andree und ich."
Der alte Mann mit dem Kinderherzen tat, wie Kinder tun: noch waren seine Wangen naß von Schmerzenstränen, da ging ein strahlendes Lächeln in seinen Zügen auf — unbefangen, wie die Natur, in welcher der jähe Wechsel vom Tod zum Leben, vom Leid zum Glück des Selbstverständliche ist.
„Ich habe mich gewehrt," fuhr Ebba fort, „ich glaubte, ich dürfe ihm nicht so viel Lasten ins Haus bringen. Aber er will es so. Und nun habe ich sie ihm gegeben, die arme, leere Hand . . ."
„Leer?" rief Andree, „leer? Gefüllt ist sie, und voll goldener Saat! Und jetzt werde ich sie festzuhalten wissen."
Und anstatt die Geliebte in seine Arme zu nehmen und das zweite, das ewige Bündnis, das er mit ihr schloß, durch einen heißen Kuß auf ihre Lippen zu besiegeln, nahm er ihre Hand.
Tief neigte er sich, und voll Ehrfurcht küßte er sie, die heilige, die säende Hand des Weibes — seines Weibes.
Ende
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Wir beginnen jetzt mit dem Abdruck von I
Wer sehnt sich in diesen aufregenden Zeiten 1 nicht nach etwas Ruhe und Poesie? Wir bieten un j seren Lesern mit dieser gefühl- und gemütvollen Er j zählung einen schönen, ergreifenden Schicksals- 3 - oman, durch den die Süße Schubertscher Musik weht. In der Heldin, Fanni Stolzenthaler, lernen wir I eine hübsche liebenswürdige Wienerin kennen, die j als Primgeigerin der Damenkapelle „W jener / Schwalben" in opferbereiter, unglücklicher Liebe 7 st, einem flotten Heidelberger Studenten aufgeht. Wie sie sich durchringt, wie sie Frieden und Trö stung findet, während der trotz seines Schwurs un treue Geliebte später vom Schicksal schwer betroffen wird, — das alles ist in einer feinsinnigen Weise dramatisch geschildert, so ba^'aüe unsere Leserinnen hochbefriedigt sein werden.
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und die Kinder, die mit ihm gekommen, unterdessen zu Bett gebracht worden waren, schickte er Liese auf ihr Zimmer.
Das junge Mädchen, das stundenlang nur an den Bräutigam dachte, der unter dem Bett der Herrschaft gefangen lag, ging weinend in ihr Zimmer hinauf.
Die, Stunden, in denen der unglückliche Hans unter dem Bett lag, schlichen vorüber und kamen ihm unendlich vor. Er zählte jeden Glockenschlag.
Um 10 Uhr ging auch h.rr Brösicke zu Bett, Frau Brö- stcke aber schlief fest und hörte es nicht. Das gab Hans neuen Mut. Er nahm sich vor, daß er, sobald das Ehepaar fest schlief, sich hinausjchteichen wolle. Es würde sicher gut gehen. Die Türe stand glücklicherweise offen, und erst einmal draußen, würde er schon die Beine unter die Arme nehmen
Leider aber hatte Herr Brösicke die schlechte Angewohnheit, im Bett noch die Abendzeitung zu lesen, und er sing damit an. Das Papier knisterte in seinen Händen
Plötzlich fuhr der junge Schlosser, dessen Gesicht der Tür zugewandt war, in furchtbarem Schreck zusammen.
Er sah auf der Türschwelle ein merkwürdiges Tier, das nach kurzem Zögern ins Zimmer hereinkroch.
Es war der Hummer, der sein nasses Element verlassen hatte und sich auf Entdeckungsreisen befand, um vielleicht ein weniger künstlich hergestelltes Meer zu finden....
Es war ja ein ungewöhnlich großer Hummer, aber in seinem Entsetzen kam er dem Schlosser als ein Ungeheuer vor. Sein Entsetzen erhöhte sich, als er sah, wie das Un geheuer mit seinen mächtigen Scheren auf ihn zusteuerte.
Herr Brösicke war so in seine Zeitung vertieft, daß er den ungewöhnlichen Besuch nicht bemerkte.
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Jetzt ist das Tier dicht vor dem Mann unter dem Bett. Der arme Schlosser rückt so weit zurück, wie es möglich ist. Er berührt bereits die Wand.
Das Tier hält nicht ein auf seinem Weg! Es kommt immer näher! Der Monn, außer sich vor Schreck, versucht, das Tier wegzuschieben, aber es läßt sich nicht verscheuchen und packt mit seiner Schere plötzlich seinen Hosenboden.
Da stößt der Unglückliche einen wilden Schmerzensschrei aus, dem Entsetzensrufe von feiten des Ehepaares Brösicke folgen. Der Schlosser, sinnlos vor Schreck und Schmerz, kriecht aus seinem Bersteck hervor und stürzt hinaus in den Korridor, den Hummer an den Hosen hängend. Es ist ein I komisches Bild, aber Herr und Frau Brösicke haben jetzt ; keinen Sinn für Komik, halb gelähmt vor Entsetzen bleiben < sie im Bett liegen und schreien um Hilfe. Als sie sich endlich | io weit gefaßt haben, daß sie aus den Betten springen können, ist der Schlosser natürlich längst verschwunden.
*
Man fand den Hummer auf dem Absatz des zweiten Stockwerks. In seiner Schere hatte er noch ein Stückchen von der Hose des „Einbrechers". Denn für Herrn Brösicke bestand gar kein Zweifel, daß der Bandit, der sich unter dem Bett versteckt hatte, nur darauf wartete, daß sie einschlafen sollten, um sie dann zu berauben und vielleicht — wer । weiß? — zu ermorden.
Beide aber waren sie überzeugt, daß der kluge und mutige Hummer die Absicht des Verbrechers gefühlt und sich auf ihn gestürzt habe, um sie zu retten. Sie konnten darum unter keinen Umständen ihren Retter verzehren und schenkten ihn dem Aquarium des Zoologischen Gartens.
Sie begnügten sich mit einem bescheidenen Karpfen am Silvesterabend und gedachten dabei dankbar ihres Hummers
Gilvesterbräuche
_ Der Jahresabschluß wäre an und für sich Grund genug, Silvester mit Karpfen und allerlei Scherzen zu feiern. Aber Siloefterfyern gab es schon vor dem 16. Jahrhundert, in dem der Kalender umgestellt und der 31. Dezember zum Jahresende wurde. Als aber später der 1. Januar Anfang des bürgerlichen Jahres wurde, feierte man an Silvester „Ende gut, alles gut!"
Allgemein weiß man diesen Abend bei Punsch, Leckereien und Obst mit Freude und Humor auszufüllen. So wird im abendlichen Dunkel auf den Tisch des Hauses eine große Wasserschüssel gestellt. Nußschalen mit Wachs und brennenden Dochten gondeln auf der spiegelglatten Fläche als Lichtschiffe. Jede Einheit dieser mystischen Flotte hat einen Namen. Aus dem Nähern, dem Sichverbinden oder Abrücken der Geisterschiffe wird so allerlei gedeutet von Liebe und Kameradschaft, von Meiden und Scheiden. Die weibliche Jugend hat hierfür noch andere untrügliche Zeichen, die Kunst des Pantoffelwerfens. Wenn die „Schlap- i pen", die Hausschuhe, die Morgenpantoffeln an die Wand fliegen und auf den vorgelegten Teppich fallen, so kann ; aus ihrer Lage ein Blick in die Zukunft getan werden.
Auch das Tellerorakel muß herhalten, um zu ersehen, ob das Lichterschifflein und der Pantoffel nicht zu schalkhaft geneckt haben. Leere Teller werden auf dem Tisch umge
; stülpt. Großmütterchen legt unter sie je einen Ring, 'in Geldstück, Brot, Salz, ein Kreuz, Strickgarn usw. Bei ab- geblenderem Licht verwechselt sie die untergelegten Dinge. Dann ruft sie die Silvestergesellschaft wieder ins Zimmer, von der jede Person einen Teller „befragen" darf. Daß der Ring auf Verlobung, das Brot auf guten Verdienst, das Kreuz auf Kummer usw schließen läßt, ist nicht schwer zu erraten. Ein weiterer Silvester-Zeitvertreib ist das Blei- gießen. Zischend zerfließt oder zerspritzt das Bier in einem bereitgestellten Wasserbecken und gibt durch die phantasie- vollem oft wunderlichen Figuren Anlaß zu vielseitiger Den tung. Zwischendurch sind die „Siloesterkarpfen" gesotten und stärken die sehnsüchtig Mitternacht Erwartenden, bis dann Der Glockenschlag zwölf Uhr und somit das neue Jahr verkündet.
Der Führer des oberschlesischen Grenzschutzes, General Karl Hoefer, wird heute 70 Jahre all.
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Er wurde am 29. Dezember 1862 tn Pleß in Oberschiesien geboren und wurde im Jahre 1885 Infanterieosfizier in Breslau
Kriege führte er zunächst ein Reserve-Regiment und'dann die 117. Infanterie-Brigade. Er verlor durch Verwundung einen Arm. blieb aber doch an der Front und ist jener einarmige General von dem der englische .Heeresbericht wiederholt erwähnte, daß er seine Truppen pern ich zum Sturm führte. Als im Mai 1921 der Ansstond Sorja.mp usbrach, wurde er Führer der deutschen Selbstschutzerganisationen in Oberschiesien die so tapfer die deutsche Erde gegen das übermächtige Polentum verteidigten.