Einzelbild herunterladen
 

Raum

VcmGlauben an das Wunder

Kunde von dem größ­ten Wunder aller Zeiten

und sie fürchteten sich sehr!" Es waren arme, notleidende und

Frau Rat Goethe an ihren Sohn

4. Dez. 1797.

. . . Deine zurückgeblieb- nen Sachen würden schon ihren Rückmarsch angetre­ten haben, wenn ich nicht hätte die Gelegenheit be- nützen wollen ein Christkindlein zugleich mit- ,zuschicken packe also den Kasten alleine aus damit weder Freundin noch Kind vor der Zeit nichts zu sehen bekommen den Confekt schicke wie natür­lich erst in der Christwoche nach. Sollte das was ich vor meine liebe Tochter ge­wählt habe, nicht gefallen, so schicke es nur wieder her und ich suche etwas anders aus mir hat es sehr wohl behagt aber daraus folgt Licht Laß es derjenigen vor die es be­stimmt ist auch gefallen muß heute wird noch für den lieben Augst aller­ley zusammengetribst und ich hoffe daß künftigen Freytag den 7. dieses die Raritäten auf den Post­wagen getan werden kön­nen

Caroline Schlegel an Schelling

20. Dez. 1800.

. . . Anbey kommt ein großer ächtenglischcrlleber- rock, der meinen Freund wärmen soll. Ein Weih­nachtsgeschenk soll er nicht seyn. Er war Dir schon lange bestimmt und beson­ders für das große Car- neval berechnet, aber ich habe ihn nicht eher von Hamburg bekommen. Wenn Dir nur halb so wohl darin ist als warm, so soll es mich freuen. Ich hab ihm befohlen, er soll sich recht um Dich herumschmiegen. *7 Die erstemale wird er einige Haare lasten, und es mird an Deinen Röcken viel auszubürsten seyn, das gibt sich aber . . .

DIE GEBURT CHRISTI

Charlotte Schiller an Fritz von Stein

Dezember 1804.

... Schiller grüßt Sie herzlich, lieber Freund, und bittet Sie, dieses kleine An­denken (denWilhelm Teil") auf den Tisch ^hrer lieben Frau Gemahlin zu legen, und tpr dabei zu sagen, wie sehr wir beide sie heben und ehren und welche Rechte der Freundschaft wir auf ihr Herz auch legen, dadurch, daß sie Ihre Frau ist und daß sie ®te glücklich macht. Nehmen Sie den ein- fabelt Sohn der Schweiz auf. Ich liebe den Teil auf eine wunderbare Weise; ich unde die Schweiz darin so lebendig wieder, ich aus Sehnsucht weinen mußte, als mir Schiller die ersten Scenen vorlas.

»L-d-ich d«S,°ß- an den Marquis HW'^ ,*%».« o Agens möglich wäre, Dir bald zu helfen, aber noch

sind wir nicht recht eins. Ich wünsche von

22. Dezember 1758.

... Ich habe dieses Leben recht satt. Der Herzen, daß die Besserung von Tage zu e®ige Jude kann nicht müder geworden sein Tage zunehmen möge, und daß Du wieder ® ich. Ich habe alles verloren, was ich Kräfte sammeln mögest. Ich gehe Donncre-

Erden am meisten liebte und achtete taa nach Berlin Laste doch Dr Cotheniu»

erfuhren. Undsie fürchteten sich sehr!" War es damals nicht ganz genau so wie heute? Findet uns dieses Weihnachtsfest einsame Menschen, jene nicht auch in Einsamkeit, Not und Armut? Hirten, die ersten, die Und sind nicht auch wir durch manches Leid in dunkler Nacht die und bittere Erfahrung unfähig geworden, k* an das Wunder zu glauben? Hat in unseren Herzen nicht auch die Furcht den größten

Ich bin von Unglücklichen umgeben, denen Hilfe zu bringen die jammervollen Zeiten mich verhindern. Noch immer steht mir das Elend unserer blühendsten Provinzen sowie die schauderhaften Taten vor Augen, die eine Bande, nicht von Menschen, sondern von Bestien, verübt hat; in meinen alten Tagen bin ich fast zu einem Theaterkönig herab» gesunken: kurz, Sie werden mir zugeben, daß eine derartige Lage nicht Reize genug hat, die Seele eines Philosophen an das Leben zu fesseln. Ich bin überladen mit Geschäften und Unannehmlichkeiten und führe das Leben eines Einsiedlers.

Friedrich der Große an seinen Kammerdiener

Dezember 1753.

Du hast diesmal keinen Weihnachten ver­dient. Deine unartige Krankheit hat mir viel

schreiben, wie es mit dir ist, daß ich alle Tage Nachricht habe. Hüte Dich vor allem, was Dir schaden kann, vor Aergernisse hauptsächlich; und warte nur mit Geduld, bis man Dir was Positiveres sagen kann. Gott bewahre!

Antworte mir nicht; Du bist zu matt und würdest Dir nur Schaden tun.

Wolfgang Mozart an seinen Vater

20. Dezember 1777.

Ich wünsche Ihnen, allerliebster Papa, ein recht glückseliges Neucsjahr und daß dero mir so werte Gesundheit täglich mehr zunimmt, und das zum Nutzen und zur Freude Ihrer Frau und Ihrer Kinder, zum Vergnügen Ihrer wahren Freunde und zum Trotz und Ver­druß Ihrer Feinde! Ich bitte Sie, mich das kommende Jahr auch so väterlich zu lieben wie Sie bisher getan haben! Ich meinerseits werde mich bemühen und be-

eingenommen? Furcht vor der un­gewissen Zukunft und vor der gewissen Gegenwart? Wo bliebe uns noch Raum

und Kraft für den Glauben an ein Wunder?

Gerade für uns und unsere dunkle Zeit hat das Weihnachtsfest heute besondere, tiefe Bedeutung. Auch damals wurde das Kind zu Bethlehem geboren, als die Not am größten war. Und das Kind half denen, die glaubten. Auch uns kann geholfen werden, wenn aus Mutlosigkeit und Verzweiflung die Kraft zu neuem Glau­ben und neuer Zuversicht aufwächst. Das Weihnachts­fest läßt den Schein seines Sternes leuchten über alle Menschen auf Erden. Es ist an uns, die Strahlen dieses ewigen Liebesfym- bols zu erkennen.

War je ein solches Weih­nachtsfest? Planche wer­den die Frage verbittert verneinen. Und doch, wenn wir uns der Notzeiten er­innern, von denen unsere Väter und Großväter zu erzählen wußten: auch da­mals gab es nichts an Aeußerlichkeiten, die dazu angetan sein könnten, eine Feier zu verschönen. Und trotzdem feierte ein ganzes Volk dieses menschlichste aller Feste. Es hatte den Glauben und die Zuver­sicht. Es konnte das Wun­der feiern auch in der ärmsten Hütte.

Ein Kind kam, um der Welt zu helfen! Kinder verstehen das Wunder leich­ter. Kinderherzen können fliegen. Wir Aelteren sind

__belastet, mit, Gedanken um gestern, heute und morgen. Darum sollen wir in die­sen Tagen uns von Kin­derhänden führen lasten in das Land der Wunder und des Wunderglaubens. Nur einmal wieder einige Tage und Stunden erleben, in denen wir unbeschwert der Freude und dem Er­lebnis der Weihnacht auf­geschlossen sind!

Denn unser Herz will glauben es sei Denn, wir hindern es daran. Unser Herz will lieben es sei denn, wir verhärten es mit Willen mehr und mehr. Und unser Herz will Erfüllung der ewigen Sehnsucht nach Erlösung finden!

Sehe ein jeder zu, daß auch in diesem Jahr das Kind von Bethlehem seine kleinen Hände nicht um­sonst nach uns auszustrecken Von Fra Filippo Lippi braucht!

fleißen, die Liebe eines so fürtrefflichen

Vaters immermehr zu verdienen!

Frau von Stein an Goethe

24. Dezember 1811.

Mir deucht es wäre so ein altes Recht, das Sie, bester Geheimerath, auf einen Wachsstock von mir zum Weihnachtsgeschenk haben; hier brennt mein Stückchen also ganz dehmüthig, da ich eigentlich nichts sinnigeres zu geben weiß das Ihrer würdig wäre, es ist doch noch immer ein Flämmchen das auf dem Ihnen errichteten Altar lodert.