Bunter Wochenspiegel
Dom Goldenen Sonntag in die Weihnachtslage. — Das Weihnachtsgeschenk der Reichsbahn. — Znkunftsverkehr. —
Lob der Hausfrau. — Ein Goethewort.
Es ist ein eigenartiger Zauber um die Weihnachtszeit, selbst in diesen Tagen, wo mancher nicht wußte, woher er das Geld zu einem noch so bescheidenen Fest nehmen sollte. Im legten Augenblick war doch noch etwas da, und diese Woche zwischen dem Goldenen Sonntag und Weihnachten war ein einziges großes Vorbereiten. Vor allen Dingen ist hierbei auch der Hausfleiß wieder zu Ehren gekommen, und mancher lange Winterabend galt ; den Weihnachtsarbeiten. Die Geschäftswelt, die mit nicht allzu hoch gespannten Erwartungen dem Goldenen Sonntag und den darauf folgenden Tagen entgegengesehen hatte, ist wenigstens nicht unangenehm enttäuscht worden.
Die eine Feststellung konnte man bei den Weihnachts- besorgungen machen, daß in Zeiten, in denen der Geldbeutel das Schenken erschwert, die Geschenke mit größerer innerer Anteilnahme ausgewählt werden, d. h daß man wieder mehr mit dem Herzen schenkt. Gerade das ist die Kunst, mit Kleinigkeiten Frende zu bereiten, das erfordert Ueber« l e g u n g und Gemüt. Eine freudige Ueberraschung war es bestimmt auch, daß sich die Preise für die Weihnachts- bäume in angemessenen Grenzen bewegt haben.
Die Reichsbahn hat ihr Weihnachtsgeschenk schon vor den Feiertagen zur Schau geführt, den „Stromlinien- wagen", der in bisher unerreichter Rekordfahrt die Strecke zwischen Berlin und Hamburg bewältigte. Es sind damit dem Eisenbahnverkehr ganz neue Zukunftsmöglich- keiten eröffnet worden, und trotz aller technischen Fortschritte j im Verkehrswesen in der Luft und auf dem Lande, scheint : das Zeitalter der Eisenbahn noch nicht vorüber zu sein. Die neuen „Stromlinienwagen" mit ihren hohen Geschwindigkeiten werden zumindest der Konkurrenz des Kraftwagens vorläufig, was die Leförderung der Massen anbetrifft, ein Ziel setzen.
Nun ist aber ein kleiner Wortstreit über den ersten Stromlinienzug zwischen Hamburg und Berlin entstanden. Die Berliner nennen diesen Zug den „Fliegenden Hamburger", während die Hamburger im allgemeinen vom „Rasenden Berliner" reden. Wenn man gerecht ist, muß man eingestehen, daß bei dieser Taufe die Berliner etwas höflicher als die Hamburger gewesen sind, und diese Höflichkeit wird wahrscheinlich den Sieg davon- tragen, indem man wohl auch weiterhin vom „Fliegenden Hamburger" sprechen wird. Wie mag einmal der Ber - kehr der Zukunft aussehen, wenn erst Flugzeug und Luftschiff als Massenverkehrsmittel in Aktion treten? Wird es dann noch Stromlinienwagen geben? Sicherlich, denn noch für lange Zeiten wird auch bei einem noch so fortgeschrittenen Verkehr die Eisenbahn Zubringcrdienste zu leisten und den Massengüterverkehr zu bewältigen haben. Aber wir freuen uns doch, daß uns die Reichsbahn den schnellsten Zug der Welt zu Weihnachten geschenkt hat.
Ein, ach so sehr ersehntes Weihnachtsgeschenk scheint in dem Augenblick, wo diese Zeilen geschrieben werden, in manchen Gegenden recht dürftig auszufallen. der Weih । nachtsichner, und eine große Anzahl Winteriportler müssen i auf die Neujahrstage vertröstet werden. Trotz allem ist aber auch für die Weihnachtstage reger Verkehr nach den beliebtesten deutschen Wintersportzielen zu erwarten. Die größte Reisesehnsucht ist natürlich in den Großstädten zu finden, und allein von der Berliner Reichsbahndirektion find 152 außerfahrplanmäßige Vor- und Nachzüge sowie 10 Sonderzüge vorgesehen, deren Zahl bei Bedarf noch erhöht wird. In der Provinz kann man sich den auf den Berliner Bahnhöfen herrschenden Andrang gar nicht vorstellen, denn der Weihnachtsverkehr auf dem Lande ist bei weitem beschränkter, aber dafür um so idyllischer. Während der Heilige Abend oder der Erste Feiertag zumeist ganz der Familie gehört, ist der Zweite Feiertag der Tag der Besuche. Man muß doch sehen, wie der Weihnachtsmann bei - den lieben Nächsten ausgefallen ist und die Stollen der lieben Nachbarin kosten
Wenn wir hier im Dienste der Allgemeinheit an das Weihnachtsfest denken, dann ist uns innigster Wunsch, daß recht vielen Menschen diese Festesfreude beschert sein möge. Es ist ein schönes Zeichen guten G e m e i n s ch a f t s g e i - st es, daß in allen Kreisen mit besten Kräften danach gestrebt wurde, auch den Aermsten der Armen eine Weih- nachtsfreude zu bereiten. Nun aber wollen wir daran denken, daß diese Hilfsbereitschaft nicht nur für die Weihnachtszeit Geltung haben darf, denn in Deutschland beginnt der Winter Jür gewöhnlich erst nach Weihnachten hart zu werden. So wollen wir auch die köstliche Feststimmung über die Feiertage hinaus mit allem Glanz der Liebe im Herzen tragen, und wir werden uns selbst bereichern. Nur dadurch werden die Festtage zu neuen Kraftspendern, wenn wir es verstehen, uns wirklich zu erholen.
Bei diesen Gedanken müssen wir unseren Hausfrauen ein besonderes Lob spenden. Die Hausherren vergessen nur allzuoft, daß die Feiertage mit ihren besonderen Genüssen für die Frauen zumeist Tage d o p - v.elter Arbeit sind, oder daß die Zeit der Erholung die ihnen gegönnt ist, durch die Last der Vorbereitungen mehr als genug ausgewogen wird. Gerade in diesen stillen Leistungen der Hausfrauen wird uns ein großes Geschenk zuteil. Sie sorgt für Behaglichkeit, sie sorgt dafür, daß wir mit neuer Spannkraft in den Kampf des Alltages treten. Deutsche Weihnacht, wie schön bist du! Möchten alle unsere lieben Leser es empfinden, daß wir uns niemals unsere frohen, erhebenden Feste rauben lassen dürfen, und mögen sie erkennen, wie wahr und groß Goethes Worte sind:
Tages Arbeit, abends Gäste, Saure Wochen; frohe Feste, Das sei unser Losungswort!
________ Jörg.
— Die Verjährungsregelung bei Fürforge-Erfatzan- fprüchen. Mehrfach haben Bezirksfürsorge-Verbände von Hilfsbedürftigen, die sich noch laufend in öffentlicher Fürsorge befinden, insbesondere von Kleinrentnern, eine Anerkenntnis der bisher gewährten Unterstützung gefordert, um hierdurch die Verjährung zu unterbrechen. Der Reichskom- mifsar für das preußische Innenministerium führt hierzu in einem Erlaß aus, daß eine solche Forderung den gesetzlichen Bestimmungen widerspreche, soweit sie mit der An- drohung der Einstellung der Unterstützungszahlung verbunden werde. Derartige Maßnahmen würden nur als un« nötige und verbitternde Belastung empfunden
Gir Richard Arkwright
Zum 200. (Geburtstag des Erfinders der Spinnmaschine.
Viele Menschen betrachten die Maschine als ihren Feind, der ihnen Arbeit und Brot raubt, und in der Geschichte industrieller Erfindungen besonders in ihren Anfängen begegnen uns immer wieder verzweifelte Menschen, die zu Maschinenstürmern werden. Am 23. Dezember feiert England, ja die ganze Welt den 200. Geburtstag eines der größten Erfinder auf diesem Gebiete, den Geburtstag Sir Richard Arkwrights, des Erfinders der Spinnmaschine. Eigentlich müßte man sagen des Vollenders der Spinnmaschine, denn schon vor Arkwright hatte Hargreaves eine Maschine gebaut, seine „fpinning jenny", mit der er acht Spindeln zugleich bedienen konnte. Die Leistungen Arkwrigths sind aber so groß, daß ihm der zuteil gewordene Ruhm mit Recht gebührt.
Am 23. Dezember 1732 erblickte er in Preston in der Grafschaft Lancashire das Licht der Welt. Als 13. Kind armer Eltern, ohne jede Schulbildung hatte er nur wenig Aussichten auf irgendwelchen Aufstieg, und so begann er auch zunächst als Barbier sein Dasein zu fristen. Obwohl er fast ein Analphabet war, brannte in ihm eine ungeheure Sehnsucht, sich mit technischen Fragen zu beschäftigen, und wenn er sich mit den Webern und Spinnern, die seine Kunden waren, über technische Dinge unterhielt, dann konnte er mit Fragen gar nicht müde werden.
Ein chemisches Haarfärbemittel verschaffte ihm bessere Einnahmen und gab ihm die Möglichkeit, seinen Erfinderträumen nachzugehen. Zunächst scheiterte er zwar an dem Problem des Perpetuum mobile, aber nachdem er Hargreaves „fpinning jenny" kennengelernt hatte, sah er auf dem Gebiete der Spinnmaschine Entwicklungsmöglichkeiten. deren Verwirklichung er sich zutraute. Arkwright hatte eine verschwenderische Frau, und als sie sah, daß ihr Gatte statt für sie das Geld für seine Experimente verbrauchte, zerstörte sie ihm das erste Modell seiner neuen Spinnmaschine, um ihn von seinen Phantastereien zu kurieren. Aber Arkwright wurde nicht kuriert sondern jagte seine Frau aus dem Hause. Am 3. Juli 1769 erwarb er sein erstes Patent, und am 16. Dezember 1775 jenes entscheidende Patent, das allein 10 Hilfsvorrichtungen und Erfindungen umfaßte, die Wasserkraft zum Spinnen ausnutzte und der Spinnerei den Weg aus der Heimindustrie zur Großstadtindustrie ebnete. Schon im Jahre 1769 hatte er mit Need und Strott zusammen eine Textilfabrik in Nottingham gegründet, jedoch die Erfolge kamen erst in Cromford, wo am Derwentfluß eine Fabrik eingerichtet wurde.
Noch einmal wurde das Werk Arkwrights ernstlich gefährdet, denn die Arbeiter, die durch die" Maschinen ihre Existenz bedroht sahen, stürmten 1779 eine Fabrik Arkwrights in Birkacre, zertrümmerten sie vollständig und brannten sie nieder. Sogar Menschenopfer hat es damals gegeben, denn selbst das Militär sah untätig zu und rührte keine Hand, um das Werk zu retten.
Arkwright war aber nicht der Mann, der den Mut verlor. Im Unglück verdoppelte sich nur feine Energie. Obwohl ihm obendrein noch die Konkurrenz seine Patente raubte, wurde er bald in der Textilindustrie Englands zum Diktator. Auf einem Landgut in England erbaute er sich einen schloßartigen Wohnsitz. Noch' der fünfzigjährige Arkwright auf der Höhe seiner Erfolge bemühte sich eifrig, mit den Schwierigkeiten des Schreibens und der englischen Grammatik fertig zu werden, das hinderte ihn aber nicht, den König von England bei einem Besuch jener Gegend zu begrüßen. Arkwright beglückwünschte den König, der kurz vorher einem Attentatsversuch glücklich entgangen war, und Georg III. fand die Rede so gut, daß er Arkwright in den Ritterstand erhob. Wahrlich eine abenteuerliche Laufbahn, das Beispiel eines selfmademan, wie man es sonst nur in Amerika findet. Arkwright starb am 3. August 1792 in Cromford als achtfacher Millionär. Die Textilindustrie erblickt in ihm einen ihrer größten Bahnbrecher. Freilich hat Arkwright den Zauber der Spinnftuben bis auf letzte Reste vernichtet, hat einer starken Heimindustrie ein hartes Ende bereitet, aber trotzdem ist seine Erfindung ein Segen für die Menschheit geworden, wie jede Erfindung ein Segen sein kann, wenn wir Menschen sie dazu benutzen, das Dasein dadurch zu erleichtern. Es muß uns nur gelingen, der Maschine den Fluch zu nehmen, daß sie den arbeitenden Massen das Brot raubt.
Bestätigtes Todesurteil. Der vom Schwurgericht Sten- dal am 26. Oktober wegen Mordes zum Tode und dauernden Verlust der Ehrenrechte, sowie wegen versuchten Mordes in zwei Fällen und Schußwaffenvergehens zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilte Tischlermeister Georg Große aus Varnebek (Altmark) vermochte mit seiner beim Reichsgericht eingelegten Revision nur eine Zurückverweisung der beiden Mordversuche an die Vorinstanz zu neuer Straffestsetzung । zu erreichen. Er hatte am 12. Juli d. I. nach einem kurzen Wortwechsel, der wegen Pachtstreitigkeiten entstanden war, die Landwirtsehefrau Schulze aus Barnebek durch Revolver- schüsse getötet und außerdem ihren Ehemann und ihren Sohn durch Schüsse und Hiebe verletzt. Entsprechend dem Antrag des Reichsanwalts brächte das Reichsgericht die rechtlich bereits durch den sonstigen Schuldspruch miterfaßte Verurteilung wegen Schußwaffenvergehens in Wegfall, für I die vom Schwurgericht eine Strafe von acht Monaten Gefängnis in Anrechnung gebracht worden war. Im übrigen wurde das ergangene Urteil im Schuldspruch rechtskräftig bestätigt; die wegen des vollendeten Mordes verhängte Todesstrafe bleibt also bestehen.
Blutige Familientragödie. Ein 51jähriger Dresdener Kaufmann geriet mit seiner 19jährigen Tochter in einen Streit, in dessen Verlauf er das Mädchen durch einen Kopf- lchuß tötete. Darauf jagte er sich selbst eine Kugel in den Kopf, die seinen sofortigen Tod herbeiführte.
Das unruhige Alkona. Wie die Altonaer Polizeipressestelle meldet, gaben mehrere unbekannte Täter, vermutlich Anhänger der KPD., etwa 50 Schüsse auf ein nationalsozialistisches Verkehrslokal ab. Die Täter flüchteten darauf in die Hafengegend. Ihre polizeiliche Verfolgung war ohne Erfolg. Ein SS-Mann wurde durch Beinsteckschuß und Rückenstreifschuß schwer verletzt. Sämtliche Fenster des Lokals und auch der darüberliegenden Wohnung sind durchschossen worden. Ferner warfen unbekannte Täter, die mit einem Kraftwagen unterwegs waren, in der Nacht an verschiedenen Stellen der Stadt bei Verkaufsläden der „Produktion" sowie auch bei einigen Verkehrslokalen der SPD und der KPD. die Fensterscheiben ein.
Rundfunk-programme.
Frankfurt a. M. und Kassel (Siivwestfuiik).
Jeden Werktag wiederkehrende ProgrammnuimM«: ß ^ Wetter, anschließend Gymnastik I; 6.45 Gymnastik II; yV Wetter, Nachrichten; 7.20 Konzert; 8.20 Wasserstaus, Meldungen; 11.45 Zeit, Wirtschaftsmeldungen, Wetter- 15 Konzert; 13.15 Nachrichten, Wetter; 13.30 Konzert; 14 richten; 14.10 Werbekonzert; 15 Gießener WetterberM 15.10, 16.50, 18.15, 19.15, 22.20 Zeit, Nachrichten, Vetter. 17 Konzert.
Sonntag, 25. Dezember: 6.35 Hafenkonzert; 8.30 Morgenfeier; 9.30 Stunde des Chorgesangs; 10.30 Collegi,,» muficum; 11.30 Lachkautatc; 12.05 Mittagskonzert I- 13 Mittagskonzert II; 14.30 Stunde des Landes; 15 Jugend stunde; 16 Konzert; 18 Kunterbunt erzählt ein Abenteuer Märchensendespiel; 19 Bunte Stunde; 19.45 Sport; 20 Mr chenstunde; 20.30 Konzert; 22.30 Zeit, Nachrichten, ^Better Sport; 22.45 Nachtmusik.
Montag, 26. Dezember: 6.35 Hafenkonzert; 8.30 ChoG blasen; 9.15 Stunde des Chorgesangs; 10 FestgottesdiE 11.30 Lachkantate; 12 Platzkonzert; 13.30 Musikalisches Durcheinander; 14.30 Mutter Schrödern, lustige Schwiegermutter geschichten; 15 Das tapfere Schneiderlein, Weihnachtsfurl Märchen; 16 Konzert; 18 Arm und doch glücklich, besinn!!' Stunde; 18.40 Sport; 19 Musikalische Reiseermnerungr 20.05 Großes Konzert; 22.20 Zeit, Nachrichten, Wett Sport; 22.45 Tanzmusik.
Dienstag, 27. Dezember: 15.20 Hausfrauenstunde; 18. Preußischer und fridericianischer Sozialismus, Vortrag; 18, Das Lebenslicht, Weihnachtsmärchen; 20 Bunter Abend; 22, Nachtmusik-
Mittwoch, 28. Dezember: 15.15 Jugendstunde; 18. Stunde der Arbeit; 18.50 Zeitfunk; 19.30 Seltsames Bilb buch; 20 Grenze im Osten; 20.30 Klaviermusik; 21 Stil anzeige: Peter Huchel; 21.20 Die Jagd nach dem Er des Kapitäns Kid; 22.45 Tanzmusik.
Donnerstag, 29. Dezember: 15.30 Jugendstunde; 18. Stunde des Films; 18.50 Gedanken über den Begriff | Wirtschaftlichkeit, Vortrag; 19.20 Nachrichten aus Kunst u Wissenschaft; 19.30 Zum hundertsten Todestag Ludwig D rients; 20 Zeitfunk; 20.30 Konzert; 21.45 Timm Krög von Leuten eigener Art; 22.45 Nachtmusik.
Freitag, 39. Dezember: 18.25 Ein ganz gewöhnlicher T in Indien, Vortrag; 18.50 Der Himmel im Januar u Februar, Vortrag; 19.30 Wer ist es?, literarisches Näts 19.45 Deutsch im Rundfunk; 20 Orchesterkonzert; 21 Stimm der Nacht; 22.45 Tanzmusik.
Samstag, 31. Dezember: 15.30 Jugendstunde; 18 3t scheu den Jahren, Konzert; 19.20 Zeit, Wetter, Wirtschaf Meldungen; 19.30 Ringsendung; 23.45 Konzert; 24 Tm musik.
Warenmarkt.
Mittagsbörse. (Amtlich.) Getreide und Oelsaaten per 11 Kilo, sonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station: Wen Mark. 186-188 (am 21.12.: 185—187). Roggen Mark. 153-1 (152-154). Braugerste 166-175 (166-175). Futter- und 3 dustrieaerste 158—165 (158—165). Hafer Märk. 114-119 (L brs 118). Weizenmehl 23,25—26,25 (23,25—26,25). RoggenmL 19-21,40 (19-21,40). Weizenkleie 8,80—9,20 (8.80-9,20). «oj genflete 8,70—9 (8,70—9). Viktoriaerbsen 21-26 (21-26). M Vpeiseerbsen 20-22 (20—22). Futtererbsen 13—15 (13-15). Peluschken 13-14,50 (13-14,50). Ackerbohnen 13,50-15,5( (13,50—15,50) Wicken 14—16 (14—16). Lupinen blaue 8-1 (8,50-10,25), gelbe 11,75-13 (11,75-13). Seradella neue 18-21 (18—24). Leinkuchen 10 (10). Erdnußkuchen 10,30 (10,40). Erdnußkuchenmehl 10,50 (10,60). Trockenschnitzel 8,80 (8,80). Sojabohnenschrot 9,70—10,20 (9,70—10,20). Kartoffelstock, 13,40-13,60 (1340-13,60).
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 22. Dezember. Zufuhr 82 Rinder, 901 Kälber, 113 Schafe, 696 Schweim, davon 270 Memelländer. Bezahlt wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht: Kälber: —, 35 bis 38, 31 bis 34, 25_ bis 30, Schafe: 24 bis 26, —, 20 bis 23; Schweine nicht notiert; Marktverlauf: in allen Gattungen rege ausverkauft.
Munitions- und Waffsnfunde. Auf dem Schlosse bes im Zusammenhang mit dem Sprengstoffdiebstahl in Kym verhafteten Barons von Zedlitz-Neukirch wurden in den letzten Tagen weitere Haussuchungen von der Waldenburg» Kriminalpolizei vorgenommen, wobei 6000 Schuß Infanterie-Munition in Kisten verpackt und eingemauert gefunden wurden Im nahen Walde wurde ein Unterstand entdeckt, in dem sich ein Gewehr und Munition befand.
Der schwere Flugzeugabsturz in Paris hat noch mehr Opfer gefordert als man ursprünglich annahm. Außer den beiden getöteten Insassen des Militärflugzeugs sind 19 Verletzte zu beklagen. Der Apparat ging beim Aufschlagen om das Dach des Hauses im Feuer auf. Bald darauf stand w ganze Dach in Flammen und stürzte kurze Zeit darauf eitb die im Hause befindlichen Bewohner unter sich begraben! Bei den Löscharbeiten und Rettungsversuchen wurden w schiene Anwohner verletzt.
Antwerpener Schelde-Tunnel eröffnet. Der Tunnel für Fahrzeuge, der die beiden Scheldeufer von Antwerpen verbindet, wurde vom König eröffnet. Die Unterführung m 2100 Meter lang und die Fahrbahn 6,75 Meter breit. erlaubt den gleichzeitigen Verkehr von beiden Ufern aus
# Drei Ukrainer zum Tode verurteilt. Drei M.t-ch^r der geheimen ukrainischen Militärorganisation, die einen W Überfall auf das Postamt in Grodek-Jagiellonski verübt F ten, wurden vom Standgericht zum Tode durch den StiÄ verurteilt.
# Brand in einem Fort. — Drei Tote. Arbeiter, ® im Lagerraum der Flugzeuglandungsraketen des Forts W (sechs Kilometer südlich von Rom) beschäftigt waren, lW eine^Kiste mit Raketen zu Boden fallen. Die Kiste ging f°IüL “ Flammen auf. Drei Arbeiter kamen ums Leben. ,
# Neue Erdstöße in Griechenland. In Saloniki und m der Challidike wurden ziemlich heftige Erdstöße wahrgen^
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# Acht englische Seeleute ertrunken. Der Kapitän g sieben Mann der Besatzung des britischen Dampfers tes head" ertranken beim Untergang des Schiffes auf der M von Seaham Harbour nach einem Zusammenstoß mit " Dampfer „Miranda". ü
# Scharmützel in Senegal. Aus Saint Louis (Seneg^ wird gemeldet, daß Anfang des Monats ein Eingeboren--' stamm unter Führung des fanatischen Häuptlings MolM"' Maamun in die Gegend von Rio de Oro vorgestoßen M die französischen Vorposten sowie die Einaeborenen-Dog stark beunruhigt hat. Es kam zu einem lebhaften Feuerge^- bei dem auf französischer Seite sieben Mann fielen.