Achlachterner Suwny
Kreis-Amtsblatt * Allgemeiner amttich er Anzeiger für 6m Kreis Scklüchtero
Nr. 152
Y. Blatt)
Dienstag, den 20. Dezember 1932
84. Pabra.
Amtliche Bekanntmachungen.
> r ei s a n s f ch atz,
Zvfatzrevtr für Lriegsbekchädiate und Kriegstzrirtn-biiebenr.
3 .-Ht. 26819 5- Die Lmpfi^zer ron AaSatzrrnZe» üiö ^^rEnusger-cg verMiLte» jed? 3eni*er-T§ in &- Dk« ,L5^ZLN«N für den Besu^ der Retten der 5ürixge ^3> troerzüaFch aaMzeiaeir. Hierzu geboren xsceibnJe« 9ur. xbre eher fcoerbsx-.räeb, LiLt^-n: des <E-.fe:>-nr.its ^üc der Ebefrrru _und Kinder), weg-all der Wriem«rte iter Hi-.dCTjUta«. Oad ecr.es K tues u'". Ueber Habens 3u= terente muß nach den gesetzlichen Vorschriften in jedem 5ü[Ie zurückgefordert werden.
Die Kriegsbeschädigten, Kriegs^interbltebenen und Vor- minder Don Waden, die ousatzrente beziehen, ersuche ich, diese Bestimmungen künftighin genau zu beachten, damit Überzahlungen und Rückforderungen an Zwatzrente Der- mieden werden.
Schlächtern, den 13. Dezember 1932. '
Kreiswohlfahrtsamt. Dr. Müller.
3 .«Rr. 5459 K. R. Nachdem die Standesregifter und Formulare für das Kalenderjahr 1933 hier eingegangen sind, ersuche ich die sperren Standesbeamten des Kreises, dieselben umgehend im Kreisausschußbüro hierselbst abholen zu lassen. Bei der Abholung sind gleichzeitig die Kosten für die alphabetischen Register an die Kreiskommunalkasse hierselbst einzuzahlen. Dieselben betragen für:
Schlächtern
0,92 X#
Neuengronau
0,81 ^ut
Steinau
0,92 ,
Oberkalbach
o,59 «
Salmünster
0,80 „
Lberzell
0,60 „
Bad Soden
0,60 ,
RomSlbal
0,70 ,
Am
0/59 ,
Sannerz
1,05 ,
Gundhelm
o,59 .
Schwarzenfels
0,60 ,
Heii^ack. .
Winter steinau
1,01. .
0,59 r
St£rbfr!K
Ulmbach
- ^92 ^,- 0,70 ,
Hohenzell
0,59 ,
Uttrichsh^ .ifen
0,60 ,
Hütten
0,59 r
Vollmerz
0,60 ,
Marjoß
o,59 ,
Wallroth
0,70 ,
Mottgers
0,72 ,
Aünterebach
0,60 ,
Die Kosten fallen den Gemeinden des betreffenden Stan«
deramtsbezirks zur Last.
Lchlüchtern, den 16. Dezember 1932.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses. Dr. Müller.
Gegen Störungen des WeihnachtSfesieS
Vom Evangelischen Pressedienst wird uns geschrieben:
Im Zusammenhang mit der breit angelegten Anti- Weihnachts-Campagne in Rußland hat der Moskauer Sender für Heilig-Abend einen Vortrag über „Marxismus — Leninismus" angesetzt, der zur Verhetzung der' deutschen Arbeiterschaft dienen soll. Wie der kommunistische „Arbeiter- Sender" mitteilt, soll diese Sendung „den freidenkerischen deutschen Arbeitern ermöglichen, am Abend des 24. Dezember (sogenannter Heilig-Abend) trotz der deutschen Sende- programme, ohne provoziert zu werden, zu hören." Dieser unerhörte Versuch einer Störung des d-urichen Weihnachts- lkkes durch den iowjetrulnichen Sender der kommunistischen Internationale bedeutet eine Einmi-chung in innerlichste Ungelegenstes des deutschen Volkes und erfordert gedie- un'ch ^e andere Maßnahmen
Sdoard Bernstein t
Berlin, 18 De^mder.
Der frühere Reichstagsabgeorduet« Eduard Bernstein, öaec der ältesten Vertreter Der deutschen Sojiü deTnotrabe, ist hu tast vollendeten 83. Lebensjahre an Alters'chwach. gestorben. Er hat dem Deulscheu Reichstag sehrzoch angehört. zuletzt von 1920 bis 1928.
Bernstein zählte zu den persönlichen Bekannten von Marx und Engels. Unter dem Einfluß des engl: ten co= ’ialismus bekämpfte er die radikale Richtung 'einer P-- -l und wurde Begründer des Revisionismus.
— Unter den indianischen Farmern des Lares-Taler in Ptni wütet eine geheimnisvolle Seuche, der bereits 500 Menschen zum Dpfer gefallen sind.
| WWÄNI I in jeder Stärke I I sofort lieferbar durch I I H. Steinfeld Söhne. I
Moratorium und Zinsensenkung
Neue Durchsührungs- und Ergänzongsverordnaag.
Berlin, 18. Bejember.
Zu der Hypocheteumoratorno»»-Lerordnmig vorn 11. NruemÄer 1932 und zu der Verordn ug über die land- wirst chcst'iche Zins-enkung »am 27 September 1932 hu: die ReichsreZierurg unter dem 16. D-z-mder 1932 je eine Durchfichrimgs- unk Ergänz -csr »rar.: ang erir "en.
Die Verordnung erweitert zunächst die Doransietzungen, unter denen ein säumiger Schuldner durch Nachzahlung rückständiger Beträge seine Schuld noch dem Moratorium unterstellen kann.
Während dies bisher nur dann geschehen konnte, wenn eins Hypothek vorzeitig fällig geworden war, weil sie >elb>: unpünktlich bedient worden war, eröffnet die Durchführungsverordnung auch für die Fälle die Möglichkeit einer solchen Nachzahlung, in denen der Grund der vorzeitigen Fälligkeit darin lag, daß ein aus einer anderen privaten oder öffentlichen Grundstückslast geschuldeter Betrag nicht pünktlich gezahlt worden war.
Die Durchführungsverordnung regelt ferner den Einfluß des Moratoriums auf Tilgungs- und Abzahlungs- Hypotheken.
Eigentliche Tilgungshypotheken, bei denen Zinszuschläge zur allmählichen Tilgung der Kapitalschuld vereinbart sind, werden von dem Moratorium überhaupt nicht berührt. Umgekehrt unterliegen Abzahlungshypotheken, bei denen die Jahresrate über fünf vom Hundert der ursprünglichen Kapitalschuld hinausgeht, in vollem Umfange dem Moratorium. Bei geringeren Raten ist wegen der wirtschaftlichen Verwandtschaft solcher Abzahlungshypotheken mit Tilgungshypotheken die Verpflichtung zur Weiterabzahlung bis zu drei vom Hundert der ursprünglichen Kapitalschuld für ein Jahr vorgesehen worden. Schließlich erweitert die Durchführungsverordnung
VtT ^ VV • u< i M* wW • V11 .*. v* j.. liiUllij üt» £li.viu.l>.iunl» : für kurzfristige-kredikgewöhrungen dahin, daß es nicht Darlehnsforderungen zu fein brauchen, sondern daß auch andere Forderungen außerhalb des Moratoriums bleiben, wenn den Umständen zu entnehmen ist, daß eine langfristige Kreditgewährung nicht beabsichtigt war. Namentlich gilt dies für gewisse Arten von Sicherungshypo- theken, bei denen für einen Gläubiger ein Recht an einem Grundstück entsteht, ohne daß es sich hierbei um einen Vorgang des Realkredits handelt, so besonders bei Zwangsvollstreckungen in Grundstücke.
Bedeutung der Wirischastskonferenz Generalversammlung der deutschen Bankiers. — Eine Rede Dr. Solmssens.
Berlin. 19. Dezember.
Der Eentralverband des deutschen Bank- und Bankiergewerbes hielt in Berlin seine diesjährige Generalvestamm- lung ab. Der Präsident des Verbandes. Dr. Georg 6olmj:en. gab einen Rückblick über die Ereignisse bes letzten Jahres und führte darin aus, die Banken und Bankiers müßten in einet sich a'v'chüfng bewegenden Wirtschaft zwangsläufig in est- Bilua: er geraten, der sie nidn gewach- :en ^7u könnten Auf die stesamHage der Wirtschaft ergehend erklärte Redner weiter:
Die leidende Menschheit blickt nunmehr in Gestalt vo» 25 000 000 Arbeitslosen volle- Erwartung auf die Welt- wirftchastskoviereu; and hostt, baß der Skepliziswus, der 6e- firAfet Saß nach diele Loufereuz wiederum der SpieibaO polibsther 3ntrigen werden würde, sich als nicht gerecht- fertigt erweise. Zeden-olls detrochlen wir deutsche» Baasen und Bantiers es als unsere Pflicht, vorans scheuend die Notwendigkeiten zu prüfen und zu verfolgen, denen auf dieser Deltwirtichastskonferen; zum Leben verhalfen werden muß. Die Grundlage muß die Fordernag sein: „unbedingte in- fernatioMte Achtung des Privateigentums",
Redner bekannte sich anschsießend in einer Front gegenseitigen guten Willens „gegen die Veneuchung der Liri- schaft durch die Politik". Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die deutsche Regierung das Bestreben unterstützen werde. Sem Grundsatz jeder kapilalist:<chen Wirlicha « zu seinem Recht zu verhelfen, nämlich der Erzielung von Ueber» schüssen und damit die Ermöglichung von Kapiralbildung.
Thüringen führt Gchlachtsteuer ein
Weimar. 19. Dezember.
Das thüringische Kab'nert bar :e chia ' >n, t-.* eäladit« fteuer in Thüringen einzuführen. D-e'e Mahnavme erf- ae. da das Reich für feine finan zielle ? :e an T.: .ringen die Bedingung geknüv' haue, daß vorher im re Steuer- quellen voll ausge möpft werden mühten. Da der LanArag erst m Februar wiever tuiammencnn, wird die Em° ihrung der Steuer durch Norge'erz erwigen.
Sitzung des Reichskabinetts
Av'hebung der innerpolikiichen Notverordnungen.
Berlin, 18 Dezember.
Die Sitzung des ReichskLbineüs am So--.abend tcuerte über zwei er „-den. Im Vordergrund der Berr-.gev sta"d - Lu'debmsg der Norserordnungen über 2er Terror. Über die Sondergerichre und die $re:e.
Diele verordn vagen werden nach der €fl fixier wog des Rei^skobiaelis zum größte» Teil aufg^oben. was noch au allgemeinen Bestimmungen in Start bleiben muß, wi'd in eine Verordnung eingebaut, die in den ersten Tagen dieser wcche veröi'entlicht werde» wird. Gleichzeitig wird man in diese neue Verordnung voraussichtlich auch gewisie Bestimmungen des Repnblik'ch'.'.tzgeietzes übernehmen, das mit Lade dieses Jahres abtäuft
Dabei handelt es sich in erster Linie um die Schutzbe- stimmungen für den Reichspräsidenten. Die Strafvestim- mungen gegen Ausschreitungen dieser Art sollen verschärft werden, da die Würde und Ehre der Nation verlangen, daß das Reichsoberhaupt unter allen Umständen aus der Gehässigkeit des Tageskampfes herausgehalten wird. Die weiteren Bestimmungen, die aus dem Republikschutzgesetz übernommen werden, sind die zum Schutze der Wehrmacht, der Staatsform und der Reichsfarben.
Schließlich hat sich das Reichskabinelt auch noch mit der Winterhilfe beschäftigt. Die Beratungen hierüber sind nach Auskunft unterrichteter Stellen ziemlich weit gediehen. Das Kabinett wird alle Anstrengungen machen, um die Winterhilfe so schnell wie möglich zu vermutlichen.
Kaiser-Paragraph und Notverordnung
Berlin, 18. Dezember.
Im Zusammenhang mit den Kabinettsbesprechungen über die Aufhebung und Umänderung der politischen Notverordnungen ist in der Presse davon die Rede, daß mit dem Ablauf des Republikschutzgesetzcs auch der sogenannte Rai» u >:. ^ 'j i rbmmjt niHt wieder ausgenommen werden soll.
von zuständiger Stelle wird darauf hingewiesen, daß diese Darstellung völlig abwegig ist, da dieser „Kaiser-Paragraph", wonach dem früheren Kaiser die Rückkehr nach Deutschland verboten war, überhaupt nicht mehr besteht.
Bei der Verlängerung des Republikschutzgesetzes im März 1930 ist dieser Paragraph bereits gestrichen worden, da im Reichstag nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit vorhanden war. Angesichts dieser Tatsache gehen alle Erörterungen, die auch in der ausländischen Presse über die Rückkehr des früheren Kaisers an die angeblich beabsichtigte Streichung des Paragraphen geknüpft worden sind, völlig fehl.
Hitler über die Politik der NEOAP.
Tagung der mitteldeutschen Amtswalter und Gauleiter.
Halle, 19. Dezember.
vor etwa 2000 Amtswaltern und Orlsgruppeuleileru aus Milteldeuticblaud sprach Adolf Hitler über den künftigen weg der NSDAP. „Die NSDAP.", so führte Hitler aus, „verlange die Macht und die politische Führung, und zwar ohne lebe Klausel und Einschränkung.
Die Rlauteln st en ihm aber in der Horst -g urteilt worden, man körne 3:e -:SDL1 zw: bis drei Jahre aus» nutzen und sie dann einfach ab'chüi.ein. Dem Da 'che einer großen Anzahl von 8c k-ge-o-stn. irs^em i die Stete- r-ng hineinzagehen und con s-nen j-raus p arrr .en, dabe man n a- faloe - tö en D e S arke der NSDLk kty n der S achen des ^zltzi in :<r Treae. in der Grc-e der Zc?!. in der Idee. Auf diestr 2bene sei sie itlegbar, aber auf dem Parkett der Jntrige- and der Ä ? ?V da werde sie mit ihren harre genagelten er eln i±t a sicher stehen wie die anderen in ihren Lackschr en. ste anderen aber würden auf ihrem Parker: beim Tanz- rnrer weil 'chneller müde werden als die Rationaliozia- iren draußen in der frühen Luft des Volkes. Die Idee der Bewegung erschöpfe sich nicht in der Eroberung einiger ..kinisterposten. sie wolle viel mehr, nämlich den deutschen Menschen erobern und ihm feine deutsche Seele wieder» geben. Dazu brauche sie aber die Macht, die ausschlaggebende sielluna.
Adolf Siller in Magdeburg
Magdeburg, 19 Dezember.
Vor rund 4000 Amrswaliern des Gaues Magdeburg- Anhalt der NSD.siP äußerte sich Adolf Hitler in der Maadeburger erabthaUe in einer weiteren Rede über die Po! ü! der NSDU L Der Rational'ozialismus, so führt« Hitler aus, dürfe die Machr nur dann nehmen, wenn er überzeugt fei. daß er sie auch halten könne Wenn man ei -rai ach Berlin gebe. dürfe man n.chr wieder heraus- gehe ■ H :1er erklär:.' daß er kein anderes Lebensziel kenne, ils daß die Bewegung :>;e. Denn irgendeiner das Ziel «erlasse i ' iwme e ihn das nicht. Er werde btemen mn wenn Jas Schi st zugrunde gehe.