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Ein Briand-Denkmal

girb von dem berühmten französischen Bildhauer Guillaume geschaffen. Die Statue wird in Pacy sur Eure aufgestellt uod wahrscheinlich am Todestag Briands, am 7. März, ent­hüllt werden.

bereiten habe, die nicht durch Wert- oder Warenübergabe ge­rechtfertigt seien. Die Arbeiten dieser Konferenz mühten mit denen der Weltkonserenz verbunden werden. Die Zah­lung am 15. Dezember könne nur dann zugelassen werden, wenn die Vereinigten Staaten vorher den Zusammentritt I dieser Konferenz vor der nächsten Verfallsfrist annähmen.

Ueber die Entschließung der Kammerausschüsse verläu­ft noch, daß möglicherweise im Verlauf der Montagssitzung der Kammer, in der die Schuldenfrage zur Debatte steht, eine neue Formel aufgesetzt wird, zumal noch nicht feststeht, | ob die Regierung die für die Zahlung am 15. Dezember not« I wendigen Kredite überhaupt beantragt.

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Litauen bittet um Zahlungsaufschub

Litauen hat in einer Note an die amerikanische Regie- . rung um Aufschub der am 15. Dezember fälligen Zinsrate in Höhe von 92 000 Dollar sowie um Revision des Schulden- abkommens ersucht. Im Staatsdepartement betont man. daß angesichts der Weigerung des Kongresses, auf die in einer Einheitsfront gegen Amerika gerichteten Forderungen um Zahlungsaufschub einzugehen, nichts anderes übrigbleibe, als auf Zahlung zu bestehen.

Mutter läßt ihren Sohn umbringen

Ein Mord — drei Todesurteile.

Torgau, 12. Dezember.

Wegen der Ermordung des 28jährigen Arbeiters Otto Thieme verurteilte das Torgauer Schwurgericht den 21jäh- rigen Schmiedegesellen Willi Berndt und den 24jährigen Arbeiter Otto Pietzschke zum Tode und zu dauerndem Ver­lust der bürgerlichen Ehrenrechte, die Mutter des Ermorde­ten, die Witwe Thieme, wegen Anstiftung zum Mord gleich­falls zum Tode und zum dauernden Verlust der bürger­lichen Ehrenrechte, schließlich die 18jährige Schwester des Ermordeten, Emma Thieme, wegen versuchter Anstiftung zum Mord zu einem Jahr Gefängnis. Der 28jährige Ar­beiter Max Pietzner wurde freigesprochen.

Die Verhandlung entrollte ein trauriges Bild des Familienlebens der Thiemes Zwischen der Mutter und ihrem Sohn war es oft zu harten Auseinandersetzungen gekommen. Gegenüber Berndt, Pietzschke und Pietzner äußerte sich die Mutter,

am besten wäre es. ihren Sohn um die Ecke zu bringen, dann krähe kein Hahn mehr nach ihm. Den Anstoß zur Tat gab die von Thieme eingelegte Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Wittenberg, das ihm wegen wieder­holter Diebstähle drei Jahre Gefängnis zuerkannt hatte. Berndt und Pietzschke, die bei den Diebstählen mitgewirkt hatten, aber nicht angeklagt worden waren, befürchteten, daß Thieme sie in der Berufungsverhandlung verraten könnte.

Am 8. Juni d. J. lockten sie Thieme in den frühen Morgenstunden nach einem Teich, wo sie angeblich fischen wollten. Berndt gab dort vier Schüsse aus einem Militär- gewehr aus Thieme ab und versetzte ihm mit dem Gewehr­kolben noch mehrere Schläge. Als Thieme tot war, warfen sie die Leiche in den Teich.

Bei Begehung der Tat hat Berndt unter dem besonde­ren Einfluß von Pietzschke gestanden, der ausdrücklich mit­gekommen war, um die Durchführung der Tat zu über­wachen.

12 Todesopfer in premnih

Ralhenow, 11. Dezember.

Das schwere Explosionsunglück im Premnitzer J. G. Farben-Werk hat noch ein Todesopfer gefordert; der schwer­verletzte Werksarbeiter Hinz ist im Krankenhaus feinen Verletzungen erlegen. Damit hat sich die Zahl der Todes­opfer auf 12 erhöht.

Bombenanschlag in Aegypten

Kairo, 12. Dezember.

& In den königlichen Gärten ist eine Bombe explodiert. ®l< hat jedoch keine Opfer gefordert.

Polizei gegen Rotsronikampfer

Bei einer Wehrsportübung überrascht. — 29 Verhaftungen.

Erfurt, 11 Dezember.

In Erfurt war in letzter Zeit eine besonders starke Akti­vität des verbotenen Rotfrontkämpferbundes festgestellt worden. Durch eingehende Beobachtungen wurde ermittelt, daß die aufgelöste Ortsgruppe Erfurt sich in ihrem Bestand stark vermehrt hatte, daß von ihr regelmäßige Wehrsport- und Schießabende und nächtliche Uebungen Veranstalter wurden.

Da die Polizei von einem Uebungsobend aus dem Ge­lände des Arbeiterschuhbundes Gispersleben Kenntnis er­halten hatte, besetzte ein größeres Aufgebot von Schuh- und Kriminalpolizei das Gelände. Beim Eindringen in die Bau­lichkeiten wurde der Polizei heftiger Widerstand entgegen­gesetzt, der sich zu tätlichen Angriffen steigerte. Die Polizei war daher gezwungen, zur Brechung des Widerstandes von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, wobei ein Mitglied des RFB. verletzt wurde. 29 Personen wurden sestgenom- men. Erhebliches Material sowie eine Anzahl Waffen wur­den beschlagnahmt.

Kommunistischer Vezieksparteitag aufgelöst.

Der 14. Bezirksparteitag der Kommunistischen Partei, der in der Dortmunder Westfalenhdlle stattfinden sollte, ist auf Anordnung des Polizeipräsidenten wegen drin­genden Verdachtes der Vorbereitung illegaler Maßnahmen aufgelöst worden.

Steüiner Bezirkstag Der KPO aufgelöst

Stettin, 12. Dezember.

Der pommersche Bezirkstag der KPD. rourt/e von der - Versammlungsleitung aufgelöst, nachdem die Polizei die Ver- j sammlung durchsucht und dem Vortragenden die Erörterung seines Themas untersagt hatte, weil diese eine Vorbereitung zum Hochverrat darstellte.

Eisenbahnunfall bei preßburg

Preßburg, 12. Dezember.

In der Nähe von preßburg stieß ein Personenzug bei einem Gleisübergang mit einem mit Marktfahrern besetzten Autobus zusammen. Dabei wurden zwei Personen auf der Stelle getötet und vier schwer verletzt. Nach Blättermeldun­gen sollen von den Schwerverletzten bereits drei ihren Ver­letzungen erlegen sein.

Die Feier für den Nobelpreisträger

Stockholm, 12. Dezember.

Den diesjährigen Nobelpreisträgern wurden am Sonn­abend die Preise unter den üblichen Feierlichkeiten im Stock­holmer Konzertpalais überreicht. Der Präsident des Nobel­komitees für Chemie, Prof. Söderbaum, begrüßte in einer Ansprache den Preisträger für Chemie, Dr. Irving L a n g - m u i r aus den Vereinigten Staaten. Langmuir empfing seinen Preis aus der Hand des Königs. Hiernach folgte die Aushändigung des Preises für Physiologie und Medizin, der den englischen Professoren Charles Sherrington oort 'trerilnmerfitiit OxfvrtHunlnE. D:Ad tt am vrm^er Univer­sität Cambridge zuerkannt worden ist. Sodann feierte der schwedische Dichter M. Anders Oesterling den englischen Schriftsteller John E a l s w o r t h y, der den Preis für Li­teratur erhielt.

Die vorläufige Leitung der Reichsanstalt.

In einer Dorstandssitzung der Reichsanstalt für Arbeitsver­mittlung und Arbeitslosenversicherung dürste auch die Frage der Leitung besprochen worden sein. Wie aus politischen Kreisen ver­lautet, wird nicht damit gerechnet, daß eine endgültige Ernennung eines neuen Präsidenten bevorsteht, vielmehr dürfte, solange der bisherige Präsident Dr. Syrup das Reichsarbeitsministerium ver­waltet, nur eine kommissarische Leitung der Reichsanstalt in Frage kommen. Dafür wird der Präsident des Landesarbeitsamtes in Stuttgart, Kälin, genannt.

Bilanz der reichsgefetzlichen Krankenkassen.

Nach einer Schätzu.,g werden sich die Gesamteinnahmen der reichsgefetzlichen Krankenkassen im Jahre 1932 auf 1208 Millio­nen RM — gegen 2109 Millionen RM im Jahre 1929 — be­laufen, von denen 1150 Millionen R-M aus die Beiträge ent­fallen. Die Gesamtausgaben können auf rund 1200 Millio­nen RM geschätzt werden. Hiernach werden sich also die Gesamt­einnahmen und Gesamtausgaben im Jahre 1932 etwa die Waage halten.

DVp. gegen Schwarzarbeit.

Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat einen Jnitiativgesetzentwurf eingebracht, der die Verhinderung von Schwarzarbeit zum Ziele hat. Dieser Entwurf sieht vor, daß zur Verhinderung von Schwarzarbeit der Gewerbeschein bzw. die Arbeitskarte eingeführt werde. Arbeiten oder Lieferungen dürften nur von denjenigen Personen ausgeführt werden, die sich im Besitze des Gewerbescheines oder der Arbeitskarte befänden.

Großhandelspreise vom 7. Dezember 1932.

Die vom Statistischen Reichsamt für den 7. Dezember be­rechnete Großhandelsindexzifser ist mit 92,7 gegenüber der Vor woche (93,3) um 0,6 Prozent gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 85,1 (—1,6 Prozent), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,3 (—0,3 Prozent) und industrielle Fertigwaren 113,7 (—0,1 Prozent).

Flieger Klausmann heimgekehrt. Mit dem Dampfer „Neckar" traf in Bremen der Flieger Klausmann, der Lei­densgefährte des längere Zeit verschollen gewesenen Austra- lienfliegers Bertram ein, wo er von seinen Verwandten und seinen nächsten Bekannten empfangen wurde. Von den gro­ßen Strapazen, die der Flieger überstanden hatte, und seiner Erkrankung sah man Klausmann nichts mehr an. Dr. Kösterlitz, der den Flieger auf der Ueberfahrt begleitet hatte, konnte die freudige Mitteilung machen, daß sich auch die Wahnvorstellungen bei Klausmann nicht mehr gezeigt hätten.

3m Kurparkhotel des Seebades Ahlbeck in der Dünen - strafte brach Feuer aus, das sich sehr schnell aus das anlie­gende Strandkino ausbreitete. Obwohl die Feuerwehr rasch zur Stelle war, brannte das Hotel bis auf einen Seitenteil nieder. Das Strandkino wurde völlig eingeäfchert, nur ein geringer Teil der Möbel konnte gerettet werden. Die Ur­sache des Brandes ist noch unbekannt.

| pus Stadt, Kreis und Provinz

Mitteilungen lokalen Interesses aus dem lireiegebiet

: sind für diese Rubrik'willkommen.

Wetterbericht. Ueber Südengland hat schwacher Luftdruckfall, das im Raume zwischen England und Island liegende Hoch etwas abgebaut. Da aber über Osteuropa der Luftdruck ansteigt, ist eine^wefentliche Aenderung der trocken­kalten Witterung zunächst "nicht zu erwarten. Bei mehr auf- geheitertem Himmel verschärfen sich die Fröste besonders nachts. Witterungsaussichlen für^Dienstag ^Weiterhin trete kcn und kalt, Winde vorwiegend aus O.st.

. 5 ch l a ch t st e u e r. Die achte Durchführungsbestimmung zum Schlachtsteuergesetz erscheint in nächster Hummer.

Reich sfernsp rechbuch. Wie uns die GberpostdireK- tion Rassel mitteilt, werden z. 3t. die Fernsprechteilnehmer von Werbern für ein Reichsfernsprechbuch besucht. 3ur Be­seitigung von Zweifeln wird darauf hingewiesen, daß es sich bei dem Reichsfernsprechbuch nicht um ein amtliches Unternehmen handelt, von der Deutschen Reichspost wird alljährlich für jeden GberpostdirsKsionsbezirK ein amtliches Fernsprechkuch herausgegeben, in das die vorhandenen Fern­sprechteilnehmer von Amts wegen kostenlos ausgenommen werden, sofern für die Eintragung. nicht mehr als 3 Dcuch- zeilen benötigt werden. Anträge auj Aenderung seitheriger und Aufnahme weiterer Eintragungen sind stets schriftlich an das zuständige Post- oder Telegraphenamt zu richten.

Ltadtverord netensitzung Steinau. Dienstag, den 13. ds. IHts. abends 8 Uhr findet im Sitzungs­zimmer des Rathauses eine öffentliche Stadtorroröneten- sitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Beschlußfassung über den abgeänderten Haushaltsplan 1932. 2. Verkauf von Viehhofsparzellen. 3. Verschiedenes. 4. Geheime Sitzung.

Frankfurter S ch l a ch tv i e h m ark t vom 12.12. 1932. Der Auftrieb des heutigen Hauptmarktes bestaub aus 1572 Rändern, darunter 435 Ochsen, 143 Bullen, 512 Kühen, 423 Färsen, ferner 530 Kälbern, 177 Schafen und 4214 Schweinen. Bezahlt wurde:

Ochsen a 1 27—30, 23—27, 21—22,

Bullen a 24—27, 20-23,

Kühe a 23—25, 20—22, 17—19, 12—16,

Färsen a 28-30, 24—27, 21—23,

Kälber b 34-3 7, 30-33, 25-29,

Schafe 22—25, 18—21,

Schweine b 39-41, 38-41, 37—40, 34-38.

Verlauf des Marktes: Rinder ruhig, Kälber und Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig.

Frankfurt a. lU. (Ein frecher Raubüberfall,.) Sonntag abend kurz vor 10 Uhr wurde auf den Kaufmann Julius Bierbaum ein frecher Raubüberfall verübt. Als er sich - geab^.iaujdn^ im vprMtsn^ seiner, im .Hause Krögerftrafte 1 gelegenen Wohnung befand, traten ihm plötzlich zwei maskierte Männer mit vorgehaltenen Pistolen entgegen, entrissen ihm, ehe er sich zur Wehr setzen konnte, seine Aktentasche, die die Tageseinnahmen der von ihm verwalteten Kinos in Höhe von etwa 800 Mark enthielt und flüchteten eiligst. Die von der Polizei sofort eingelei­teten Ermittelungen haben bisher zw keinem Ergebnis ge­führt.

Mainz. Freitag vormittag legierte sich in einem hiesigen Hotel ein gut gekleideter Herr ein. Gegen 9,50 Uhr ertönte in dem Zimmer, das der Unbekannte gemietet hatte, ein Schuß. Als dem Hotelier auf fein Klopfen nicht geöffnet wurde, ließ er die von innen verschlossene Tür^durch einen Schlosser öffnen. Der Fremde wurde in dem Zimmer mit einem Schuß im Kopf bewußtlos ausgefunden und in das Städtische Krankenhaus gebracht, wo er Samstag vormittag gestorben ist. Es wurde festgestellt, daß es sich um den 47 jährigen verheirateten Hauptlehrer Friedrich Gablenz aus Frankfurt a. M.-Dberrad handelt.

Wiesbaden. (Dor den Augen der Mutter tödlich über­fahren.) Die zehnjährige Schülerin Elli Ländler, die mit Zeitungsaustragen beschäftigt war, wurde Samstag Abend das Opfer eines Verkehrsunfalls. Das Rind, das zu seiner Mutter aus die andere Straßenseite wollte, wurde von der Mutter aus ein herannahendes Personenauto aufmerksam gemacht. Dabei übersah es ein von der andern Richtung kommendes Lastauto. Leim Ueberschreiten der Straße wurde das Mädchen von dem Lastauto überfahren und so schwer verletzt, daß es alsbald verschieden ist.

Gießen. (Brotpreisfenkung). Die hiesige Läckerinnung hat mit sofortiger Wirkung den preis für ein Vierpfund-Rog- genbwt von 65 auf 60 Pfennige und für ein Vierpfund- 1'17i chbrot von 75 auf 70 Pfennige herabgesetzt. Damit ist der Brotpreis in Gießen im Laufe dieses Jahres zum fünften Male gesenkt worden: ' "

Gemeiner Racheakt. In ihrer Wohnung in der Wickler- straße in Berlin wurde die 60jährige Ehefrau Emilie Gubbe von dem 39jährigen Schlosser Friedrich Jacobs Überfällen und gefesselt. Der Bursche durchsuchte alle Räume der Wohnung und raubte ein Sparkassenbuch. Nachmittags er­schien die 16jährige Enkelin der Uebersallenen. Jacobs öffnete die Tür, riß die Kleine sofort in die Wohnung und überschüttete sie, als sie um Hilfe schrie, mit Salzsäure. Hilfeschreie des Mädchens hatten aber Nachbarn gehört, so daß der Täter noch in der Wohnung festgenommen werden konnte. Er ist der Familie Gubbe bekannt, bei der er früher gewohnt hat. Seit er aber eine Gefängnisstrafe verbüßt hatte, wurde er in der Familie nicht mehr ausgenommen. Aus Rache dürfte er die Tat begangen haben.

Inserate müssen sein —

Kundschaft kommt nicht von allein!