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Tür seine Bemühungen um die Parlamentsrechte und um die Verfassung von Weimar (Heiterkeit).

Von den Kommunisten wird der Abg. Torgler vorge­schlagen.

Zum ersten Vizepräsidenten wird der Abg. Esser (g.) gewählt mit 445 Stimmen. Aus den Abg. Torgler (komm.) sielen 93 Stimmen.

Loebe dritter Vizepräsident

Bei der Wahl des dritten Vizepräsidenten erhielten Abg. Hugo (DVP.) 204, Abg. Lobe 193, Abg. Torgler (Komm.) 87 und Abg. Graef (Dnat.) 52 Stimmen.

Bei der Stichwahl entfallen auf Dr. Hugo und Löbe je 205 Stimmen. Vizepräsident Esser teilt daraus unter all­gemeiner Heiterkeit mit, daß nunmehr durch Los die Ent­scheidung gesucht werden müsse. Gezogen wurde das Los des des Abg. Hugo. Bei der Nachprüfung der Abstimmung er­gab sich aber, daß auf Dr. Hugo nur 204 Stimmen entfallen sind, während Abg. Löbe 205 Stimmen erhalten hat, der da­mit zum dritten Vizepräsidenten gewählt ist.

Nach der Wahl des Präsidiums wurden dann noch die 12 Schriftführer gewählt und die Mitglieder des Auswär­tigen Ausschusses und des Ueberwachungsausschufses, die sich nunmehr konstituieren werden, benannt.

* Fünf Haftentlassungen beschlossen

Im weiteren Verlauf der Sitzung beantragte Abg. Torg­ler sofortige Abstimmung über die Anträge der Kommunisten auf Haftentlassung von drei kommunistischen Abgeordneten. Abg. Dr. Frick'(Natsoz.) erklärte, er werde keinen Wider­spruch erheben, wenn die Abstimmung auch für die beiden nationalsozialistischen Abgeordneten gelte.

Anschließend wurde dann mit den Stimmen der Ratio* nalsozialisten und der Kommunisten die Haftentlassung der fünf Abgeordneten beschlossen.

Die Tagesordnung für Mittwoch.

Die nächste Sitzung soll nach dem Vorschlag des Vize­präsidenten Esser am Mittwoch, 2 Uhr nachmittags, stattfin- den. Auf der Tagesordnung soll nach seinem Vorschlag stehen der Gesetzentwurf über die Vertretung des Reichs­präsidenten, Anträge auf Aenderung der Notverordnung vom 4. «eptember, Amnestie-Anträge und Anträge auf Winterhilfe und Arbeitsbeschaffung.

Abg. Löbe (Soz.) beantragte, auch die Entgegennahme der Regierungserklärung und die Anträge auf Abschaffung der Sondergerichtsbarkeit auf die Tagesordnung zu setzen.

Abg. Torgler (Komm.) verlangte, daß schon morgen die Anträge auf Aufhebung aller Notverordnungen und die Mißtrauensanträge gegen die Regierung Schleicher auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Nach längerer Aussprache wurde der kommunistische An­trag, das Mißtrauensvotum schon morgen auf die Tages­ordnung zu setzen, mit allen gegen die der Kommunisten ab­gelehnt. (Die Kommunisten rufen zu den Nat.-Soz. hinüber: Die Retter Schleichers!")

Gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten wurde auch der sozialdemokratische Antrag auf Regierungspro- grammdebatte abgelehnt. Es bleibt beim Vorschlag des Präsidiums.

Sportfliegerin abgestürzt

Berlin, 7. Dezember.

Auf dem Berliner Flugplatz Staaken, etwa 200 Meter von der BerlinHamburger Chaussee entfernt, stürzte die dem Brandenburgischen Flugsportverein gehörige Klemm- Sportmaschine L 25 bzw. D 1485 ab. Die Maschine wurde schwer beschädigt. Die Führerin, die 22jährige Marie von Löben, Berlin N 58, Claudiusstraße 10, hat bei dem Absturz schwere Schädelverletzungen sowie Arm- und Beinbrüche erlitten.

Hoover gegen Zahlungsaufschub

Botschaft des Präsidenten an den Kongreß.

Washington, 7. Dezember.

In Washington wurde der Kongreß mit einer Botschaft des Präsidenten Hoover zu seinem letzten Tagungsabschnitt in der alten Zusammensetzung eröffnet. Als Programm der gegenwärtigen Kongreßtagung fordert Hoover eine weitere Herabsetzung aller Bundesausgaben, eine Reform des Pri­vatbanksystems und eine enge Zusammenarbeit mit dem Auslande in Wirtschaftsfragen.

Den Wunsch der alliierten Schuldner nach Aufschub der am 15. Dezember fälligen Kriegsschuldenzahlungen lehnt Präsident Hoover in seiner Jahresbotschaft mit der Begrün­dung ab, daß Vertrauen und Freundschaft nur dann °rhalten werden könnten, wenn man Verträge getreulich erfülle, bis sie durch ein gegenseitiges Abkommen geändert seien und eine für beide Teile segensreiche Lösung gefunden sei. Wei­ter teilt hoover mit, daß die Verhandlungen mit den alliier­ten Regierungen noch andauern, er werde dem Kongreß eine ergänzende Botschaft übermitteln, sobald diese Verhand­lungen abgeschlossen seien.

In der Botschaft wird angedeutet, daß Hoover für die­jenigen Staaten, bei welchen Transfer schwierig- ketten bestehen, Maßnahmen zur Behebung dieses Hinder­nisses vorzuschlagen gedenkt. Von der W e l t w i r t s ch a f ts- konferenz erhofft Hoover eine Besserung der Waren­preise, der Beschäftigung und des Geschäfts im allgemeinen, und zwar insbesondere durch Stabilisierung der Währungen und Abbau der Handelsschranken.

Staatsrat gegen Landtag.

Der Preußische Staatsrat hielt eine Vollsitzung ab und be­schloß mit allen gegen die Stimmen der Kommunisten, gegen ein vom Landtag beschlossenes Gesetz Einspruch zu erheben, das aus Grund eines kommunistischen Antrages Enteignungsmaßnahmen zu Gunsten der Erbpächter der Große Fehn-Gesellschast (Moer- kolonie in Ostfriesland) forderte.

Am Donnerstag auch wieder Reichsrat.

Der Reichsrat hält am Donnerstagabend wiederum eine Voll­sitzung ab, um sich mit einer Reihe von Vorlagen zu besassen, die ihm schon seit längerer Zeit vorliegen aber bisher nicht verab­schiedet werden konnten, weil in der Konsliktszeit Preußen im Reichsrat nicht vertreten war und in dieser Zeit nur die aller- jy^n^ihinsfßn Entwürfe behandelt werden sollten.

Brandstifter am Wert

Zwei Großfeuer.

Heidelberg, 7. Dezember.

Vermutlich durch Brandstiftung brach in der Scheune des Landwirts Josef Guenlher in Gerlachsheim (Kreis Wosbach) Feuer aus, das rasch um sich griff und zehn mit Maschinen und Fultervorräten gefüllte Scheunen und ein Wohnhaus bis auf die Grundmauern einäscherte. Bei den sechsstündigen Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Der Sachschaden beträgt insgesamt 120 000 RM.

Würzburg, 7. Dezember.

In Dettelbach (Unterfranken) brach in der Nacht in den Scheunen der Landwirte Alfons Gamer und Fried­rich Gassenbauer Feuer aus. Der Brand nahm in dem schachtelartig ineinandergebauten Scheunenviertel rasch gro­ßen Umfang an. In kurzer Zeit waren zwei Wohnhäuser und acht Scheunen eingeäschert. Zwei andere Wohnhäuser erlitten beim Löschen durch die Wassermassen so schweren Schaden, daß sie abgetragen werden müssen. Viel Feder­vieh kam in den Flammen um. Neben den Erntevorräten sind auch die landwirtschaftlichen Maschinen verbrannt. Ver­mutlich ist das Feuer durch Brandstiftung entstanden.

Vom Schnellzug zermalmt

Schweres Unglück am Bahnübergang. Vier Tote.

Warschau, 7. Dezember.

Beim Ueberqueren des Bahndammes bei Radom wurde ein Bauernwagen von einem Schnellzug erfaßt. Vier In­sassen, vom Markt heimkehrende Händler, sind von der Lokomotive zermalmt worden. Der Führer des Gespanns kam ohne Verletzungen davon.

103 Matrosen ertrunken

Untergang eines japanischen Zerstörers.

Tokio, 7. Dezember. I

Der bei einem schweren Gewittersturm bei Formosa steuerlos gewordene japanische ZerstörerSawarabi" ist gekentert. Obwohl mehrere Dampfer zur Rettung an die Unfallstelle eilten, konnten bisher nur 15 Mann geborgen werden. Ueber das Schicksal der vermißten 103 Mann der Besatzung ist noch nichts bekannt. Man muß damit rechnen, daß sie alle den Tod in den Wellen fanden. Da das Schiff kieloben treibt, besteht Hoffnung, den 900 Tonnen großen Zerstörer zu bergen.

Schiffstragödie im Eismeer

Die nach dem vermißten russischen EisbrecherDew- yalka" ausgesandten Suchexpeditionen fanden an der Küste, etwa 60 Meilen von Archangelsk entfernt, ein Rettungsboot des Eisbrechers mit sieben erstarrten Leichen. Spuren des Eisbrechers selbst konnten nicht entdeckt werden. Das ver­schollene Schiff, das am 24. Oktober von Archangelsk aus­gelaufen war, hatte 39 Mann an Bord. Sie dürften alle umgekommen sein. Die Nachforschungen wurden eingestellt.

Nordschleswigs Vertreter im Folkething.

Als einziger deutscher Abgeordneter vertritt Pastor Schmidt- Wodder die Interessen Nordschleswigs im neu­gewählten dänischen Parlament.

Süddeutscher Fußballsieg in Paris.

In der französischen Hauptstadt traten sich die Fußball­mannschaften von Süddeutschland und Paris zu einem Wettspiel gegenüber, aus dem die Deutschen mit 5 :2 als Sieger hervorgingen. Unser Bild zeigt die Spielführer beim gegenseitigen Austausch ihrer Fahnen zur Erinnerung an das Treffen.

Japanischer Erfolg

Ehlnesengeneral mit Truppenteilen interniert.

Moskau, 7. Dezember,

Gegen den chinesischen General Supingwen ist die japanische Aktion erfolgreich verlaufen. Er wurde in der Mandschurei endgültig geschlagen und war gezwungen, mit dem Reste seiner Truppen sowjetrussisches Gebiet zu be­treten. wo die Reste seiner Armee entwaffnet und internier! wurden.

In einer ergänzenden Meldung der russischen Tele­graphenagentur aus Tschila heißt es: Von der Station Mandschuria aus brach ein aus 43 Wagen bestehender Zug auf russisches Gebiet durch; er wurde von Truppen des Sowjetgrenzschutzes angehalten. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, daß sich im Zuge u. a. General Supingwen mit seinem ganzen Stäbe befand. Der General und seine Offiziere wurden entwaffnet und interniert. Sie flüchtenden chinesischen Truppen führten von Mandschurla aus drei Waggons mit japanischen Ansiedlern und chine­sischen Angestellten des Staates Mandschukuo mit sich, die auf dem von General Supingwen besetzten Gebiete der Mandschukuo lebten. Die Japaner und die chinesischen An­gestellten der Mandschukuo wurden nach der Station Matziewskaja gebracht, um je nach Wunsch nach der Mandschurei oder nach Japan weiterzufahren.

Kriegsopfer-Appell an die neue Reichsregierung.

Der Reichsverband Deutscher Kriegsopfer hat sich telegraphisch an den Reichspräsidenten und den neuen Reichskanzler m Schleicher mit der dringenden Bitte gewendet, im Rahmen bet geplanten sozialpolitischen Maßnahmen der neuen Reichsregieruvz auch der Not der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebe« zu steuern. Mit besonderem Nachdruck weist er darauf hin, deß sich die Hilfe der Reichsregierung vor allem erstrecken müsse auf die stark gefährdeten Kriegersiedlungen und auf eine ^Beseitigung der unbilligen härten bei Anrechnung der Kriegsrente auf Soziel- bezüge und Erwerbslosenunterstützungen.

Ueberfall auf einen Hauswirt. Beim Betreten les Flurs seines Hauses im Berliner Osten wurde der 26jährigk Hauswirt Albert Stöffiri von unbekannten Tätern über fallen, zu Boden geschlagen und der einkassierten Mieis- gelder in Höhe von etwa 2000 Mark beraubt. Die Täter hatten dem Hauswirt aufgelauert, ihm mit einer Blend­laterne ins Gesicht geleuchtet, so daß er die Angreifer nicht erkennen konnte, und ihn dann durch einen Schlag auf den Kopf betäubt. Der Hauswirt hat einige leichtere Verletzun­gen im Gesicht davongetragen.

Politischer Ueberfall. Der Chauffeur Johann Klein- wächter, der Mitglied der SA. ist, wurde in der Nacht in Michelsdorf im Kreise Landeshut (Schlesien) von zwei un­bekannten Männern überfallen und in den Goldbach gt- worfen. Auf seine Hilferufe wurde er von dem Sohn eines Gasthofbesitzers gerettet. Der Ueberfallene hat lebensgefähr­liche Verletzungen am Kopf und an der Wirbelsäule davm- getragen. , ,

In der Notwehr erschossen. In Gelsenkirchen erfdjoi ein Schutzpolizeibeamter in Zivil den 26jährigen Erwerbs­losen Kiel. Der Beamte wurde vorläufig festgenommen. Er hat die Tat in Notwehr begangen.

Bergarbeiterstreik in Ungarn. In den Kohlengrube» s der Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft in der Umgebung« 1 Fünfkirchen sind 2000 bis 2500 Bergleute in den Ausstanl £ getreten, weil sie am vorigen Freitag nur 30 Prozent ihm u Löhne erhalten hatten.

Von Wölfen zerrissen. Bei Kowel in Wolhynien wurde ein Bauer von einem Rudel Wölfe überfallen und zerrisst | Zwei in der Nähe weidende Pferde wurden ebenfalls « F den Wölfen angegriffen. Die Bevölkerung, die vor te überhandnehmenden Wolfsplage in ständiger Furcht « . bereitet umfassende Maßnahmen vor

Kleine politische Meldungen

Verbot derNeuen Zeitung". DieNeue Zeitung" in » ! chen wurde durch die Polizeidirektion auf die Dauer von 4 » Tagen verboten.

Konvertierungsplan für die Anleihen in Griechenland. I: griechische Regierung beschäftigt sich gegenwärtig mit dem W 1 einer Umwandlung aller inneren Anleihen in eine einzige st * prozentige Anleihe.

. Sparmaßnahmen in Neuyork. Als erste Sparmaßnahme £ Behebung der mißlichen Finanzlage der Stadt Neuyork ist Abstrich von 20 Millionen Dollar an den Bezügen der städiW Angestellten angeordnet worden.

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K. H a n a u. Ein junger Landwirtschaftsgehilfe aus M hards (Kr. Schlächtern) hatte beim Viehhüten mit ei«! der gleichen Beschäftigung obliegenden noch nicht 14 W s alten Mädchen aus Reinhards unzüchtige Handlungen genommen und war, als der Vorgang bekannt wurde, f Untersuchungshaft genommen worden. Jetzt stand er den Schranken der Großen Strafkammer Hanau, die u# Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte. Der HngeW war geständig, doch gab er an, nicht gewußt zu haben, M er sich bei dem Einverständnis der Partnerin strafbar chen würde. Das vernommene Mädchen gab nur zHch Auskunft und verneinte auch das angebliche Einverständ^ Der Antrag des Staatsanwaltschaftsvertreters lautete M, Monate Gefängnis, das Gericht erkannte auf die Mim strafe von 6 Monate Gefängnis und Aufhebung des W befehls. Eine Strafaussetzung ist vom Ausfall der w stellenden Ermittelungen abhängig gemacht worden.

Wo ist der flüchtige Bankdirektor Sdj-äf^ Wie aus München berichtet wird, soll sich der wegen M schlagungen in Höhe bis fünf Millionen Mark steckbfst verfolgte ehemalige Direktor Wilhelm Schäfer der Beutst Bank in Düsseldorf noch im Oktober in Bad Reichest ausgehalten haben. vor etwa 14 Tagen sei er abermab Bad Reichenhall gesehen worden. Er soll auch in Bert? i gaben und Salzburg aufgetaucht sein. Berliner Blätter ® len wissen, daß diese Unterschlagungsaffäre noch we> Kreise um sich ziehen wird.

Emulsion >»»300

Apotheke Schlächtern.