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Denkspruch.
Das Glück macht alles gleich, den Faulen und den Tät'gen — arm und reich. (Goethe.)
Macht Suppe dick?
Viele Menschen sind ängstlich darauf bedacht, feine Suppen zu essen, weil sie befürchten, davon dick zu werden. Der Hauptbestandteil der Suppe ist aber die Flüssigkeit, die gegenüber den anderen Bestandteilen für den Fettansatz gar nicht in Frage kommt. Schon diese einfache Ueberlegung zeigt, wie unbegründet der Kampf war und ist. den die zeitweiligen Modetorheiten, wie die der schlanken Linie und dgl. gegen die Suppe führen. Wissensck-aftlich aber steht fest, dag der Suppe die wichtige Aufgabe zukommt, die Appetit- und Verdauungssäfte anzuregen, um so den Magen für die nachfolgenden festen Speisen gut vorzubereiten. Diese werdet« dann besser ausgenommen und leichter verdaut.
Wer gern Suppe ißt, braucht also nicht auf diesen Genuß verzichten. denn die Suppe erfüllt eine wichtige Mission in der Ernährung. Ist ihre Zubereitung aus besonderen Gründen einmal zu zeitraubend oder zu umständlich, dann kann man sich mit den von unserer hochentwickelten Nahrungsmittel-Industrie (Maggi u. a.) hergestellten Suppenwürfeln helfen die in den verschiedensten Sorten zu haben sind und deren rasche Herrichtung denkbar leicht ist. Man erweist seinem körperlichen Wohlbefinden durch den Genuß einer Suppe einen nicht hoch genug einzuschätzenden Dienst.
Kisch-Guppen
Zu Fischsuppen eignen sich nur Süßwasserfische, von denen man jede beliebige Sorte verwenden kann, indem man sie gut schuppt, ausnimmt, säubert und das Fleisch aus Haut und Gräten löst.
Eine einfache Fischsuppe stellt man auf folgende Weise her. Man schneidet das ausgelöste Fleisch von einem Hecht oder Karpfen in Stücke, wendet sie in Mehl um und brät sie in Butter gelb, gießt drei bis vier Liter kräftige, mit Wurzelwerk und Zwiebeln gekochte Fleischbrühe hinzu, läßt sie eine halbe Stunde lang damit langsam dämpfen, rührt sie durch ein Sieb, wobei die Fischstücke zerrieben werden, gibt etwas gehackte Petersilie daran und richtet sie über gerösteten Semmelwürfeln an.
Braune Fisch-Suppe. In 100 Gramm Butter werden zwei Zwiebeln, ein halber Selleriekopf, zwei Mähren, eine Pastinake und eine Porreezwiebel, alles in Scheiben geschnitten, bräunlich geröstet, dann zu ein Kilogramm in Stücke zerschnittenem, gut geputzten Hecht oder Weißfisch in ein Kasserol mit 125 Gramm zerlassener Butter getan und mit den Fischstücken langsam gedämpft, bis der Fisch weich ist, worauf man denselben mit einem Löffel Mehl bestäubt und mit dünner Erbfenbrühe mit Fisch und Wurzelwerk eine Stunde kocht. Dann verrührt man alles gut, reibt die Suppe durch ein Haarsieb und richtet sie über gebotenen Mehlerbsen oder Semmelwürfeln an.
Weiße Fisch-Suppe. 54—1 Kilogramm Fisch wird in Salzwasser gekocht, von den Gräten befreit und mit zwei hartgesottenen Eiern, nebst zwei in Milch geweichten und
wieder ausgedrückten Mundbroten tm Mörser gestoßen, worauf man die Masse mit einer hellen Mehlschwitze über dem Feuer verrührt, mit einer dünnen Brühe von getrockneten Erbsen, Satz und Wurzelwerk auffüllt, eil*-' Stunde darin verkocht, durchschlägt und über gerösteten Semmel- schnitten anrichtet.
Glückselige Romanik
5um 75. Todestag von Joseph Freiherr von Eichendorff.
„Ich aber warf mich in das tiefste Gras und sah stundenlang zu, wie Wolken über die schwüle Gegend wegzogen. Die Gräser und Blumen schwankten leise hin und her über mir, als wollten sie seltsame Träume weben, die Bienen dazwischen so sommerhaft und in einemfort — ach! Das ist alles wie ein Meer von Stille, in dem das Herz vor Wehmut untergehen möchte." Das sind Worte „Aus dem Leben eines Taugenichts" und in dieser Novelle Joseph von Eichendorffs, die eines der herrlichsten Werke der romantischen Literatur ist, steht die ganze Wahrheit über diesen prächtigen Menschen, der uns die herrlichsten Lieder gesungen hat, denn daß Eichendorff Staatsbeamter war und sich als Oberpräsidialrat in Königsberg um den Aufbau der Ma- rienburg verdient machte, ist alles nebensächlich, denn der Eichendorff, den wir lieben, lebt in seinen dichterischen Träumereien. Müssen wir es wissen, daß er als Sproß eines alten katholischen Adelsgeschlechtes am 10. März 1788 auf dem Schlosse Lubowitz bei Ratibor in Oberschlesien geboren wurde? Müssen wir es wissen, daß er vor 75 Jahren am 26. November 1857 in St. Rochus bei Neiße gestorben ist? Das ist nicht notwendig, aber wer die deutsche Seele in ihrer ganzen Innigkeit spüren will, der muß seine Lieder kennen, und barmn ist es gut, daß es solche Gedenktage gibt, die uns ermähnen, uns der köstlichen Schütze zu erinnern, die uns gottbegnadete Dichter hinterlassen haben.
Eichendorff war gottbegnabet, aus inniger Frömmigkeit und begeisterter Liebe zur Natur entsprangen seine Lieder, die wie selten eines Dichters Worte zum Volksgut geworden sind.
„Wem Gott will rechte Gunst erweisen", „In einem kühlen Grunde", „Wer hat dich, du schöner Wald", „O, Täler weit, o, Höhen", wer möchte diese Lieder entbehren, von denen jedes einzelne tausend Schlager aufwiegt. Bei Eichendorff kann man es lernen, Gedichte zu lesen, da hebt man immer neue Perlen aus dem Urgrund seiner Seele, und den deutschen Liederkomponisten hat dieser Dichter Verse geschenkt, die sich fast von selbst in Melodien auflösen. Wer kennt nicht die beiden Eichendorfs-Lieder Schumanns: „Es war als hätte der Himmel die Erde still geküßt", jenes wundersame Gedicht einer Mondnacht, das wie aus Mondlicht selbst gewoben erscheint, und das andere Lied: „Es zogen zwei rüffge Gesellen", oder das Duett von Mendelssohn: „Wohin ich geh und schaue". Noch viele andere Lieder Eichendorffs, wie „Abendlich schon rauscht der Wald" oder „Laue Luft kommt blau geflossen"", gehören zu den schönsten deutschen Chorliedern.
Aber was nutzt es, über Dichtungen zu sprechen, die einem nur durch die eigene Empfindung offenbart werden können. Man kann nur mahnen und predigen: Geht hin und nehmt Eichendorffs Gedichte zur Hand, lest eine seiner köstlichen Novellen, verliebt euch in jenen herrlichen Taugenichts, wenn ihr wieder jung werden wollt, wenn ihr eim mal erzahEu-wsitt.-daß zum GlüAin unserer allzu sachlichen Gegenwart eben jener köstliche Schuß Romantik fehlt, der unsere Seele wie durch einen ewigen Sonnentag schreiten läßt. „Schloß Dürande", „Das Marmorbild". „Dichter und
? ihre Gesellen . alles Novellen, die ein empfindendes @e, müt auch heute noch durch ihre edle Schönheit berühren. I» Eichendorff erleben wir die Romantik, die so wunderlich, Blüten trieb, in ihrer schönsten Form, und als romantische Lyriker ist diesem deutschen Dichter die Unsterblichkeit gewiß Glückselige Romantik ist es, die sich überall in feinet. Werken widerspiegelt. Was Eichendorff in schönen Versen sagt:
„Viele Boten gehn und gingen
Zwischen Erd und Himmelslust, Solchen Gruß kann keiner bringen, Als ein Lied aus frischer Brust!"
Das yat er auch erfüllt. Er hat immer und immer mietet neue Lieder gesungen, so wie er sie dem Waldesrauschen ab. lauschte, dem springenden Quell oder dem Vogelfang, so wi, er sie erträumte, wenn er stundenlang im tiefen Grase lag und in die wandernden Wolken blickte, dieser einzige, un. vergeßliche, herrliche „Taugenichts", Joseph Freiherr Don Eichendorff.
Das Alter -er Fleischbeschau
Die Fleischbeschau ist, wie man annehmen könnte, te!. neswegs eine moderne Angelegenheit; sie ist vielmehr ei« ziemlich alte Einrichtung. Schon im Altertum kannte man eine Ueberwachung des Fleischverkehrs und der Fleischlich rung. Den Priestern, die damals vielfach auch Aerzte waren, lag die Pflicht der Fleischbeschau ob. Ehe das Fleisch M Verkarst .mgte, mußten diese nach der Schlachtung bos Blut bc .. n und das Fleisch der Schlachttiere begutachten, Je nacl es von ihnen für rein oder unrein befunden wurde, durfte es dem öffentlichen Verkauf unterstellt werde, I oder nicht.
Auch noch im Mittelalter befaßte sich die Geistlich!«« damit, und besondere Vorschriften verboten den Genuß öes Fleisches kranker oder verendeter Tiere, weil er zu schwere» Krankheiten führte. Schon im 12. Jahrhundert gab es in einzelnen Städten öffentliche Schlachthöfe mit berufsmäßig angestellten Fleischbeschauern, um den Fleischverkehr zu ton- trollieren. Die älteste bekannte Fleischordnung stammt aus dem Jahre 1120. In ihr wurde zum Beispiel geforbert, „mit aller Schärfe gegen Personen vorzugehen, die ungs wissenhaft genuo solche allgemein schädliche Ehware oerfau. fen, als wovon so leicht die bösartigsten Faulfieber zu entstehen pflegen."
O Ungalant. Als auf dem Wiener Kongreß im Jahre 1814 die schöne Fürstin L. allerlei nicht gerade schmüchel hafte Bemerkungen über den preußischen Staatskanzlei Fürsten Hardenberg gemacht hatte, gelang es ihr wirklich, den Kaiser Alexander I. von Rußland gegen diesen einju. nehmen. Der energische Fürst Hardenberg aber durchhie! rasch den Knoten dieser Jntrige, indem er sich beim Zarei dagegen verwahrte. Nach einer Aussprache unter vier Auge» meinte der Kaiser schließlich lächelnd: „Nun, es, maren wenigstens doch schöne Lippen, die Ihnen jenes Leid zufügim! Wenn man den reizenden Mund der Fürstin ansieht, [i muß man unwillkürlich an eine Rose denken." „Gewiß" - erwiderte gelassen der ungalante Hardenberg, „aber an eine — Klatschrose!"
Flieger Smith startet noch einmal. Der junge südafrika- nische Flieger Victor Smith, der bei dem Versuch, einen neuen Flugrekord auf der Strecke Kapstadt—London aufju- stellen, in Französisch-Westafrika eine Notlandung Dornes men mußte und dann nordwärts weitergeflogen war, ist in Dran gelandet. Er wird seinen Rekordversuch wiederhole».
• P g 0 D Ö »»f Fortsetzung 35)
Ihr Gesicht war rot, ihre Wangen brannten, ihre Stimme war heiser. Die andere sah es, wohl, von Zurechnungsfähig- keit war keine Rede.
„Du bist verrückt," sagte sie ruhig, sich in ihrem Schreibtischstuhl zurücklegend und zu Ebba emporsehend, „was gehen dich seine Vorurteile gegen meine Person an? Was weiß er von mir? Er kennt mich ja gar nicht! Wie kann ein Mann sich anmaßen, ein Weib kennen und beurteilen zu wollen, mit dem er sich einmal im kurzen Rausch einer Leidenschaft zusammenfand? Er weiß nichts von meiner Arbeit, meinen Zielen, meiner Entwickelung. Er weiß bloß, daß ich schöne Augen hatte und durstige Lippen. Ein Mensch kennt den anderen nur, wenn er ihn in seiner Arbeit genau beobachtet, verfolgt, versteht. Also, Herr Doktor Andreas Alteneck kennt mich nicht."
„Aber doch — du allein —ja gewiß, wäre ich nicht zu dir gegangen, hätte er mich zurückzugewinnen versucht . . ."
„Ach — so herum?" sagte Fausta.
Sie stand auf, ging nachdenklich hin und her und dachte immer: Armes Kind — armes Kind!
Zuletzt lächelte sie ein bißchen melancholisch in sich hinein.
Es gibt keine Vergangenheit, dachte sie; wie ich's immer sage: alles, was war, behält ganz verborgen die Kraft einer Gegenwart und steht immer wieder auf.
Sie trat an Ebba heran und legte eine Hand auf ihre Schulter.
,Hch verstehe vollkommen, was in dir vorgeht. Also lebe wohl! Nur weißt du, wenn's dir einmal ganz schlecht geht — keinen unnützen Hochmut dann. Ich denke noch lange Kurfürstenstraße 36 wohnen zu bleiben."
„Fausta . .
„Es ist gut. Adieu!"
Das Verlangen war gesättigt. Ein jämmerliches Gefühl blieb zurück.
Trude schlug die Hände über den Kopf zusammen und wollte auf der Stelle eine Versöhnung anbahnen. Aber es wäre Ebba zu kindisch vorgekommen, jetzt um Verzeihung zu bitten. Da, als Fausta so lächelnd wehmütig sagte, daß sie no± lange Kurfürstenstraße 36 wohnen zu bleioen denke, da saß ihr die Bitte, nein, der Schrei: „Vergib!" schon im halse.
Aber nur in dem Augenblick, ganz aus frischer Tat konnte er ausgerufen werden. Schließlich begriff Trude das, hatte auch das Gefühl, daß es Fausta vielleicht beliebe, sich für eine Weile unnahbar zu machen, und sagte nur noch: „Du beraubst dich selbst deiner Freunde!"
Ja, das tue ich immer, dachte Ebba.
Weihnacht kam, und Trude reiste richtig zu ihrem Bruder. Bis eine Stunde vor Abgang des Zuges arbeitete sie noch mit Ebba und legte dann schnell und sacht ein bißchen Wäsche
und ein Kleid in ihren Handkoffer, und mit einemmal war sie weg.
Nun war Ebba allein. Sie hatte einen ganzen Haufen von Arbeit vor sich für die wenigen Ferientage: einen großen deutschen Aufsatz: Goethes Leben und Werke von 1776 an.
Aus Lünstedt kamen zwei Kistchen. Eines von Tante Luise, enthaltend einen Kleiderstoff und ein Dutzend Taschentücher nebst etwas selbstgebackenem Kuchen; eines von Helene, mii Parfüm, Seife, Konfitüren und einem Köppingschen Glas.
Ebba wußte nicht, ob sie lachen oder meinen sollte: Kleiderstoff und Taschentücher waren von der derben, soliden Qualität, wie sie Tante Luise sonst für ihre Köchin einkaufte; die Tante hatte wohl gedacht, daß es jetzt besonders darauf an- käme, daß die Sachen hielten, nicht, daß sie hübsch seien. He- lenens Sendung aber paßte für die Bedürfnisse einer sehr luxuriösen Dame.
Meine allernächsten Verwandten haben die richtige Tor für mich verloren, dachte sie und wollte es komisch finden
Aber sie brach in Tränen aus.
Sie redete sich ein, es fei Sentimentalität, daß sie Heu« Das Alleinsein schwer empfände. Es gab ja Tausende von Einsamen, die es auch nicht besser hatten!
In der Wohnung war es laut, und würzige Düfte zogen durch die Türritze. Die Frau kochte für ihren Mann und zwei seiner Kumpane Karpfen in Bier, und es schien lauter Eintracht und Fidelität heut' zwischen den Gatten. Die bevorstehenden Eß- und Trinkgenüsse machten die Gemüter wohl friedlich. ,
Mit einemmal kam es Ebba grotesk vor, daß sie hier saß und über diese Menschen interessiert nachdachte. Ihr ganzes Berliner Leben kam ihr grotesk vor.
Was hatte sie eigentlich gewollt? War sie darum mit voreiligen Siegesfanfaren in die Welt hinausgelaufen, ein so dürftiges, arbeitsames, verstecktes Leven zu führen? hatte ihr nicht etwas vorgeschwebt von Glanz, Festen, Ruhm?
Sie hatte ein „freies Leben" erwartet, ohne sich etwas Bestimmtes dabei -uftellen. Nun wußte sie es längst, daß Trude recht hatte: „Der ganze Unterschied ist, daß das moderne Weib nicht bloß das Recht, sondern auch die Pflicht hat, zu arbeiten. Im übrigen bleibt Weib Weib, beut' mir vor dreitausend Jahren, Da gibt’s keine neue Ethik, weil kein neues Naturgesetz gibt."
Eine Fausta in der Kühnheit des künstlerischen Genies, bar männliche Freiheit und weibliche Feinheit in sich einte, sonnte der uralten Gesetze spotten! —
Aber nein, auch sie, sie spottete nicht. Sie stellte sie aus drücklich als die ewige Wahrheit hin. Sie, die das Leben ooi allen Seiten, auch vielleicht den dunklen, kannte.
Und es war Ebba in der Stille dieses Weihnachtsabends als gehöre sie selbst sich gar nicht mehr an. Sie war ein gefügt worden in einen ungeheuren Mechanismus.
Wie ihr die nächsten Tage verflossen, wußte sie später eigentlich nie recht. Wahrscheinlich in einer stumpfen Ergebung in einer matten Gleichgültigkeit gegen alles.
Aber dann an einem Morgen kam Trude wieder, schnell und still, als wäre sie nur zu einem kurzen Gang fortge- wesen. Sie sagte, daß sie beim Essen von ihren Feiertage»
erzählen werde.
Es kam ein Telegramm an Ebba.
Als sie es in der Hand hielt, wußte sie: es konnte nur ein Unglück verkünden.
„Dein Vater sehr krank, Herkommen erwünscht, Tack
Ccbba stand ganz verdummt, frierend mit blauen Sippen und starren Augen — sie konnte gar nicht sprechen.
Trude besann sich nicht lange. Sie holte aus ihrem Hand koffer, den auszupacken sie sich erst in der Mittagspause ha!« Zeit nehmen wollen, ein kleines Kursbüchlein. Nach zwei Minuten sagte sie, ihre Taschenuhr in der Hand: „Du kannst ben Schnellzug nach Hamburg ein Uhr zehn erreichen. In Hamburg hast du gleich Anschluß, freilich nur mit einem LokalM Aber du bist doch um Sieben in Lünstedt.
Was kann ihm fehlen? dachte Ebba zitternd. Für dreW Pfennig mehr hätte Tante Luise ein wenig Klarheit geben können!
War er vielleicht schon tot?
SBeibno '" hatte er aber noch geschrieben, kurz, liebend! wie immc. MuzuicUen hatte er nichts als immer nur d« Tatsache seines treuen Gedenkens. Von einer Krankheit obet nur einem weniger guten Befinden stand nichts in dem Brief
Das versteinerte, fahle Gesicht Evbas jammerte Trude.
. „Soll ich dir deine Sachen zusammenpacken? Du mußt dich lieber für einige Zeit einrichten," sprach sie und ging schon« das Schlafzimmer.
Nach einigen Minuten kam sie zurück.
Ebba stand noch immer am Fenster und sah stier hinaus. „Wie ist es mit dem Geld? Zu Neujahr werden doch Rechnungen von deinen Lehrern kommen?"
Trude dachte immer gleich an alles.
Das junge Mädchen zerrte einen Schlüssel aus der Tasche „Da — du weiht ja — ganz unten im Schloßkorb — unter der Wäsche — rechne nur alles aus — nimm nur alles -
Und plötzlich rief sie: „3$ will zu Fausta."
Sie raunte davon, »es der Treppe noch an ihrer Jane knöpfend. Sie tarn bet Fausta an, atemlos, wie vor drei chen, als sie mit ihr brechen wollte, — ohne Besinnen wie dm mals — aber ohne Mut, ohne Zorn — nur gejagt, kraftlos.
In Tränen, m tiefstem Schmerz weinte sie an Fausta« Hals und stammelte Dank, Dank für alles. —
„Nun, du kommst ja wieder," sprach Fausta beruhigt, „sicherlich, du kommst wieder----4
Der alte Mann wird ein Sterbender sein, dachte sie, deck sonst würde Tante Luise nicht so telegraphiert hauen.
Und dann kam Ebba ja wi-Hich bald wieder! ,
„Er wird sicher schnell genesen. Solche Naturen sind M sagte sie aber in zuversichtlichstem Ton.
Ebba meinte immer wilder.
„Soll ich mttdir fahren, dich nach Lünstedt begleiten?'
„Aber wenn du mich bra-' ' 0? . . .*
u3a, dann ruf' ich dich . .
(Fortsetzung folgt)