Sorgfältige Pflege des
Wenn der von dm laiidivirlschastlichen Haustieren anfnllenbc Sialldmig nach bestem Kö-nncn gepflegt wirb, so kam man die im 3aljrc erzeugte 6tallbungmenge im Reich auf 200 Millionen Tonnen Sialldung ver° anfdjtageii. Leider ist die Behandlung des Stalldunges noch an vielen Orten so mangel« hast, dass ein Viertel bis ein Drittel jener Menge nutzlos verlorengeht. Das sind insgesamt etiva 00 Millionen Tonnen Stall» dung mit 300 000 Tonnen Stickstoff. Setzt man den Wert des Slalldunges mit 0,80 RM./<1x ein, so bedeutet jene Nachlässigkeit einen Verlust der Landwirlsel)aft von rund 500 Millionen RM. Wir sind zu arm, um solche Verluste auf die Dauer weiter zu ertragen, sondern müssen sie vermeiden und darum den Stalldung so gut als irgend möglich behandeln und verwenden.
Der beste Staltdung wird im Tiefstall erzeugt, weil er durch den Tritt der Tiere ständig fcstgetcclcn wirb. Bei reichlicher Einstreu kann der Harn der Tiere unzureichend zur völligen Duvehfeuchtung des Dunges fein; es empfiehlt sich, ihn alsdann mit Wasser von Zeit zu Zeit anzufeuchten. Beim Aussahren wirb man die oberste noch unoerrotfeie Schicht beiseite räumen und sie nach Abfuhr des reifen Düngers aufs Feld als erste Einstreu im Tiefstall benutzen.
3m Flachstall kann man die festen und flüssigen Ausscheidungen des Rindviehs g«- trennt oder vereint sammeln. 3m ersteren Falle wird durch besonderen Bau des Stalles und insbesondere der 3aud)crmnen dafür gesorgt, daß der Harn schnell in bk luftdicht abgebedite Faulgrube gelangt. Von hier aus wird die gehaltreiche Jauche mit besonderen Fauchedrills in den Boden gebracht. Die festen Teile, weint mit der Einstreu, werden auf der Drnrgstätt« ähnlich hebanbelf, wie im folgenden für die vereint gesammelten Aus- jcheiknngen beschrieben wird.
Weinen wie in der Regel die tierischen Aussä-eidungen vereint gesammelt, so benötigt man größer« Einstreumengen als bei
*; Flugblatt der Teutschen Landwirtschasts- Wesellschaft Ar. 116.
Das tiefe Llmgraben, eine wichtige Kulturarbeit im Garten
Aon riplomtanvwirt Dr. Hubmann
Der im Winter an den Gärten vorbei- geht, der steht oft ein recht unerfreuliches Bild. Mehr als die Hälfte aller Gärten liegt häufig da, ohne umgeqroben zu sein. Kohl- Itrünkc erhebe» ild) noch über dem Boden und -ersaulende Blätter und Pflanzenreste aller Art liegen zerstreut. Da, sieht nicht nur unschön aus, sondern ist auch für die Fruchtbar! -it be-. Boden» durchaus nicht günstig, wenn er tm Herbst nicht umgegraben wird. Da» tiefe Umstechen ist jetzt eine der wichtigst«» Kulturmaß- nahmen des Gartenbaue». Es wird "Uf diese »seife schon an und für sich der "öden gut gelockert. Dazu kommt dann noch er Frost, ner da, Erreich gar vollends zer- mürbt uns es In den günstigsten Zustand ver- 'etzl Hm eine bestmögliche Wirkung des T",»- zu Nz> len, muß der Boden in groben -hallen liegen bleiben. So können dann Regen und Frost besonders gut etnbrlnaen und ihre hervorragende Arbeit vollenden. Je zahn ner Boden ist, desto größer ist nie Hilfe, roeldjie er Winterfrost für die Bearbeitung des Gartenboden» bringt. Aber auch für den Sand- hoben rote für alle leichteren Bodenarten leistet das tiefe Umgraben stets sehr gute Dienste. Dabei kommt e, nicht einmal darauf
StaliDunges ist Gold Wert*)
getrennter Sammlung. Um die Aufsauge- fnhigkcit des Strohes zu erhöhen, empfiehlt es sich, das Stroh zu schneiden und nötigenfalls Torfstreu einzustrcuen*). Mit letzterer wird man vor allem die Rinnen ausfüllen, um allen Harn festzuhalte». Hat sich die Torfstreu vollgesaugt, so wird sie mit dem Stallmist auf die Dungstätte gebracht und durch neue ersetzt. Auch das Lager der Tiere kann aus Torfstreu bereitet werben; man deckt gern Stroh darüber, um eine B«- schmutzung der Tiere durch Torfstaub tunlichst zu vermeiden. Werden ander« Einftreumittel benutzt, so verfährt man sinngemäß.
Der anfallende Dung wird mit der Einstreu täglich entfernt und auf der Dungstätte gleichmäßig gebreitet. Die Dungstätte liege tunlichst schattig, oder sei von Bäumen umgeben, ober trage ein Dach Um den Statt« dung bestens zu pflegen, ahmt man seine Behandlung im Tiefstall nach, indem man ihn durch Jungvieh, Pferde und andere Haustiere sofort und stets festtreten läßt. Ein Aus- brechen der Tiere wird verhindert, wem die Dungstätte von einem Viehring umgeben ist. Man packe den Dung auf der Dungstätte so hoch! als möglich da feste und feuchte tage« rang wichtig für beste Rottung ist. Beim Ausfahren sollte man wie im Tiefstall die oberste ungenügend verrottete Schicht beiseite räumen und sie nach der Abfuhr zu Unterst in die Dungstätte breiten. Auf diese Weise wird eine stets gleichmäßige Rottung gesichert.
Um zu vermeiden, daß unverrottetes Stroh die Wfuhr des reifen Stalldunges verzögert, kann man auch so verfahren, daß man die Dungstätte in zwei oder mehrere Teile teilt und zunächst einen Teil mit Stalldung vollpackt und alsbann mit der Beschickung des zweitm Teiles beginnt. Ist auch dieser Teil vollgepackt, so ist der in der ersten Hälfte rottende Stalldung reif und kann ausgefallen werden. Kann er nicht sofort gebreitet und untergepflügt werden, so miete man ihn am Rande des abzudüngenden Schlages sorgfältig
*) Flugblatt 64: „Wie spart man Einstreustroh?" Flugblatt 88: „Über Torsstreu und den Wert des Torsstreudüngers."
an, daß er sehr lange und tief hinab gefriert. Es genügen selbst milde Winter, um die her- vorragende Wirkung des Frostes ganz zur Wirksamkeit kommen zu lassen.
Wie kommt es nun eigentlich, daß jetzt eta tiefes Umgraben und die Einwirkung des Frostes so erfolgreich ist? Der Boden wird in der günstigsten Weise gelockert, das nützliche Bakterlenleben bereichert sich und endlich werden durch chemische Vorgänge Bodennährstoffe löslich und für die Pflanzen aufnahmefähig gc- macht. Das frierende Wasser sprengt die Bodenteile, die dicht zusammenlagern, auseinander. Die kleinsten Bodenteilchen werden aus- geflockt und ballen sich dann infolge ihrer klebrigen Beschaffenheit zu Krümeln zusammen. Hierbei find viele Hohlräume »crschtcdencr Größe im Boden vorhanden. Dieser Zustand Ist sehr günstig, weil hierbei Lust und Wasser zweckmäßig verteilt sind. Die Wintcrfcnchlcg- ueit wird leicht aufgefaugt und doch stillt sich der Boden auch nicht zu stark mit Wasser an. ‘linkerseits werden Dllrrezciien von einem im Herbst tief umgegrabenen Garten besser vertragen wie von einem solchen, den man tn verwahrlostem Zustande den Winter über liegen ließ. Mit der Lockerung geht eine Anreicherung j des nützlichen Bakterienlebens Hand in Hand. |
ein und bedecke ihn oben und an der Seile gut mit Erde. Auch auf der Dungstätte kann ein gelegentliches Ab decken ober Zwischenschichten von Erde nur vorteilhaft sein, weil dadurch der Dung stets fest gelagert und vor Verlusten geschützt ist. Dieses Verfahren findet Verwendung beim sogenannten Waft'h Verfahren von DH. Henkel. Hierbei wirb die DtinggrUbe in vier Teile geteilt und ein Viertel mich dem andern beschickt unter häufiger Abdeckung mit Erde. Es ist besonders in Bayern bekannt.
3m letzten Jahrzehnt hat das Heißmist. verfahren von M. Krantz viel von fhij reden gemacht. 3m Gegensatz zu den bisher beschriebenen Verfahren bleibt der anfallende Dung zunächst locker gelagert, bis er sich auf etwa 60 Grad erhitzt hat. Alsdann wird er feffgepadet. Da diese Erhitzung etwa drei bis vier Tage in Anspruch nimmt, ist auch hier die Dungställe in vier ober mehr Abteile geteilt, die durch Bretter abgegranzt sind. Durch Erhöhen dieser Wandungen kann der Dung 6 bis 8 und mehr Meter hoch gepackt werden. Das Erwärmen auf 00 Grad soll die Gärung in erwünschte Bahnen leiten und schädliche Bakterien, Unhraulfamen usw. abtöten. Es erfordert besondere Sorgfalt, andernfalls können die Verluste luesentlich größer sein als bei den vorher beschriebenen älteren Verfahren. Da durch den Druck der Dnugmassen ein erheblicher Teil der 3aud)e ausgepreßt wird, so muß die Fanchegrnbe geräumig sein, um diesen Eickersast ausnehmen zu können. Da das Verfahren burd> Patent geschützt ist, so wird eine Lizenzgebühr je Stück Vieh erhoben, die neuerdings in eine DeratungsgcbUhr umgcnxmdclt ist.
Welches der in Kürze beschriebenen Per fahren man auch in der Wirtschaft annnnden möge, weil man von feinen Vorzügen und den Nachlcilfen der anderen mehr oben weniger überzeugt ist, wefenlllkl) ist und bleibt immer,, daß die Kernpunkte jedes Versahrens sorg e beachtet werben. Nur unter dieser usfetumg gelingt es, die eingangs er wähnten Verluste zu vermeiden unh der Wirt schaft die so gewonnenen Vorteile zukölnmm zu lassen.
Die Bakterien (Älelnlebemcfen) können sich eben auch in einem Boden, wo Lust und Wasser gut verteilt finb, besser entwickeln. Dagegen ist das ‘Bakterlenleben in einem um gepflügten Boden sehr gering. Durch hie Bak. tericir gehen viele her Dünger- und Pflanzen» bestandteile des Garleubodens leicht in Per- wesung über und geben so lösliche Pslnnzcm- nahrung ab. Durch Wasser unh Luft würden dann noch schiner löbliche, in denBvdeukörncheic enthaltene Nährstoff« niifge|rl)loHcn und zu flüssigen Pslnnzenuähcsiosseu nnigewandeit. Vor allem ist es her Sauerstoff her Lust, bei zerfetzend im Boden wirkt unh immer wieder Nührslosfe freimackt.
So wird durch ein tiefes Umgraben des Gartens und mit Hilfe bec Frostes ein garer Boden geschaffen. Die gare Gartenerde hat einen günstigen Wa fechaushalt, günstige Lustbewegung, bessere Üeinperatur- Verhältnisse, reichere rheinische llmlchnnaen, eine stärkere Bodenatmung nnh eine regere Balr terientäliakcit. Die Gare ist also der für hie Gemüsepflanzen und sonstigen Gartengewächse günstigste Bodenzustand unh gibt ein ganz uor- zügllchco Saatbeet ab. Das Hefe Umgraben des Gartens unh auch ble lioflenlofi Tätigkeit des Frostes verbilligen die Her-
ftelhingslioften für bic ©nrlcnerjcugnitj« ganz wesentlich. Ein tiefes Umgraben ist daher so viel wert wie eine halbe Düngung, weil sehr viel mehr Nährstosse aus dem Nähr- stoffkapital des Bodens den Gartenpflanzen zur Verfügung gestellt werden. 3e mehr es uns gelingt, die in den, Boden vorhandenen Nährstoffe in Bewegung zu bringen und den Pflanzen zugänglich zu machen, um so billiger wirtschaften wir.
Die Bodenbearbeitung des Gartens muß jetzt in zweckmäßiger Weise erfolgen. Das ganze Gartenland wird mit dem Spaten tief umgegraben. Hierbei können die Unkräuter mit der Wurzel erfaßt und ausgewogen werben. Bei den Wurzelunkräutern liefert jedes kleine Stückchen Wurzel, das im Boden zurückbleibt, ivieder neue Pflanzen. Am besten ist es, wenn der Boden nach dem Umgraben in groben Schollen liegen bleibt. So kann dann her Frost am besten seine zermürbende Tätig-
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Die Beschaffenheit des Heues beeinflußt das Wachstum. 3c länger das Jungtier mit der Muttermilch ernährt werden kann, desto besser verläuft bekanntlich seine Sugenbcntwiddung. Aus wirtschaftlichen Gründen ist es jedoch meist erforderlich, die Tiere möglichst bald abzusetzen und ihnen Ersatzfutter zu reichen. Trotz reichlicher Sinterung werden sie fid) aber nie so gut entwickeln wie Milchkälber, wenn nur die Mmye des Futters, nicht auch feine Güte, ausreichend berücksichtigt wird. Eineir ^entllchen Bciue.is dafür liefert ein neuer Versuch, worin mehrere Äalbcrgnippen mit verschiedenen Rationen gefüttert wurden und insbesondere Hen von ganz wechselnder Beschaffenheit — teils erstklassiges Heu, teils minderwertiges — er- hielten. Die zur Entwicklung der Tiere er« forderlichen Nährstoff-mengen wurden in Form nun Maismehl, Weizenkleie, Leinsaatmehl und Hafer ausreiegenb zur Verfügung gestellt, ferner erhielten alle Gruppen Mliieralien zur besseren Knocheukllduii-a und einzelne noch Milchpulver oder Bliilinehl. Das Kraftfutter konnte nach seiner Menge und Zusammensetzung allein also keine grundsätzlichen Entwicklungsunter- schiede der Tiere hervorrufen, abgesehen von mibc.heutenbcn Schwankungen. Das Bild ver- änberte sich aber durch die sehr verschiedene Heubcs-chaffenheit. Mit sechs Monaten Alter . iitW'tmeUen sich diejenigen Kälber erheblich über den sonstigen Normalzustand hinaus, die erstklassiges, gut eingeerntetes Luzerncheu erhalten hatten, während schlechtes Heu ihr Gewicht bis zu 27,5yo unter das normale Gewicht ihrer Altersklasse herabdrückte. Die Größe der Tiere gewährt keinen sicheren Anhalt für das beste Gedeihen; es zeigte sich nämlich bei den ermähnten Versuchen, daß die Unterschiebe der Fullcrgötc die Größenzunahme weit weniger beeinflußten als die Gewichtsentwick lang. Auch der "Appetit der Tiere wird durch die Be- s-chassenheit des gereichten Heues offenbar ent- scheidend beeinflußt: ble Tiere mit schlechtem Heu nahmen viel weniger Krasifutter zu sich als die Gruppen mit gutem Heu. Sowohl für Zuchtkälber als auch für die Schkachtkäsper ist deshalb nicht allein die Menge des Kraftfutters und RauhfuNers für bic Entwicklung entscheidend, sondern auch die Güte des letzteren. Se besser, gehaltreicher und aromatischer es ist, desto besser verlaust auch bic Gewichtszunahme nach der Entwöynung der Tiere. F.
Trocknung des Getreides auf dem Boden. Wer die Börsenberichte aufmerksam verfolgt, wirb festste!!«» können, um welch erhebliche Beträge die Getreidepreise je nad) her Qualität schwanken. Der Vorteil einer guten Ernte wirb zunichte gemacht, wenn das Getreide verregnet ist ober gar feucht und klamm eingehrncht wurde. Leider ist es in unserem Klima um das Erntewetter gewöhnlich schlecht bestellt; denn es regnet in den Erntemonaten oft mehr als in den Wnchotumsmonnlcn vorher. "Auf dem Stock kann feuchtes Getreide nicht besser, nur ichtcchter werben; übrigens sorgen schon Geld
Ueit enthalten. Durch abwechselndes , (Secieren und Auftauen während des Winters fallen die Schollen von selbst auseinander und bilden eine feine, krümelige Bodenschicht, die sich für die Bepflanzung in ganz hervorragender Weise eignet. Es wäre daher falsch, wenn man die aufgeworfenen Schollen mit dem Spaten zerkleinern wollte. Das tiefe Umgraben soll möglichst bald nach Aberntung der Garten- früdjtc erfolgen. Es darf nicht vorkommen, daß auch nur ein einziges Gartenbeet den Winter über unbearbeitet liegen bleibt. Jetzt ist ja für den Gartenbesitzer hierfür auch die Zeit vorhanden.
Wenn der Boden also recht tief umr gegraben worden ist, dann ist die Arbeit im Frühjahr wesentlich einfacher. Ohne viel Vorbereitung können dann die Sämereien dem Boden änvertraut werden. Die Saat bzw. das Verpflanzen erfolgt auf diese Weise frühzeitiger und frühere Ernten sind die Folgen.
mangel und veränderte Arbeitsmethode -dafür, daß das Getreide häufig oom Felde weg aus- gedroschen wird. Es muß daher iber Speicherbehandlung des Getreides erhöhte Aufmerksamkeit zugcwandt werden, damit an Qualität so viel wie möglich erhalten bleibt. Die Technik ist -auch -hier nicht stehengeblieben und hat Einrichtungen geschaffen, die eine schnelle und gründliche Entfeuchtung und Durchlüftung des Getreides besorgen. Diese Einrichtungen kosten ßre-ili-ch viel Geld. Es sei daher auf ein einfaches, altes Hausmittel hingewiefen, das zwar das Umfchanfeln nicht ganz ersetzt, aber doch die Trocknung sehr beschleunigt und nicht selten feuchtes Getreide vor dem Verderben rettet Dies Mittel besteht darin, daß man gebrannten Weißkalk auf den Speicher bringt Der Kalk zieht gierig das Wasser des Getreides an und verwandelt sich dabei in staub» lärmigen Löschkalk; er kann bekanntlich 30 v. H. seines Gewichts an Wasser ausnehmen. 3um Ausärocknen von 100 dz feuchten Getreides find atwa 2 dz gebrannter Weißkalk nötig, den man in Körben oder Säcken zivischen das Getreide stellt. Da der Kalk stark treibt, so sind die Behälter nur bis zu einem Drittel zu füllen. Die ganze Behandlung kostet so gut wie nichts, da der gelöschte Kalk zur Düngung verwendet werden kann. R.
Arlwitskalender für ben Gartenfreund.
3nt N o v»m der beginnt -das Auslichten von Obftbäumen und das Reinigen der Stämmic, das ein Ansiedeln von Flechten umb Krankheiten an groben Rindenteilen verhindern soll. Danach setzt -die Winterkespritzung ein, für die etwa zehnprozentiges Obstbaumkärboli- iiciim genominen werden kann. Hierbei ist auf die Eier des Rmgelsplinners und bic Ranpcn- nefter des Goldafters zu achten, die mit den Zweigen abg-eschnitten und verbrannt werden. Der Boden des Obstgartens oder die Baum- fdK'ibcn muffen nun gegraben und auch gedüngt sein. Zur Pflege des Beerenobstes gehört ein Ausschneiden alter, wenig tragender Zweige. Laub unter den Sträuchern wirb weggeharkt und der Boden gegraben; hier am besten mit einer Grabegabel, mit bei die Wurzeln am meisten geschont werden. Bei den Himbsgren werden die abgetragenen sowie -die überflüssigen und zu schwachen jungen Triebe entfernt. — Das Abernten bet Gemüsebeete ist, bis auf einiges Wintergemüfe, beendet; alles Land muß jetzt gegraben sein. Grün- und Rosenkohl kann bei froftfreiem Wetter in der Rahe des Hauses eingeschlagen werden, wo er eine leichte Schutzdecke erhält. "Auch abgeernteten Grünkohl schlage man ein; die Strünke treiben im Früh- jähr junge Sprosse, die ein gutes Gemüse geben. — 3m Ziergarten kann mit dem Düngen des Rasens mit Kompost oder gut verrottetem Dünger begonnen werben. Bisher noch nicht abgeräumte Sonnenblumenbeete werden umgegraben. In bic Winterszeit fallen auch bic Arbeiten zur Umänderung des Gartens, wie das Anlegen neuer Wege und Beet«, sowie
tue ^obennorbereitung zur ^Im^Vm^ von y»e- hölzen. Alte Gehölzgruppen mü^en äuögeHd)tet werden. Ein 3urüdifd)neiben von BlUtrn- gehölzen darf aber nur bei solchen oo»genommen werden, die an singen Trieben blühen. Bei den im Uebcrwinterungsrauni stehenden Topfpflanzen find jetzt wiederholt die gelb- werdenden und schlechten Blätter abzunehnien, beim Trockenwerden ist zu gießen. Schsd.
Die Kohlmeisen im Winter mit Jett füttern, sonst gehen sie an den Bienenstand. Durch "Aus- Hängen von abgedalgtem Raubzeug an den nächsten Bäumen, durch Hinstelieu von kleinen Näpfen mit irgendeinem billigen, harten Fett, das mit Sämereien vermischt ist, müssen wir über Winter für die Sättigung der fett, hungerigen Kohlmeisen sorgen. Geschieht das nicht, dann gehen sie an den Bienenstand, stehlen am Flugloch eine tote oder alters- schwache Biene weg und bringen durch ihr beständiges Gepicke am Ausflugbrett das gaiize Bienenvolk in Unruhe und llufregung Ein einfaches Mittel, die Dieiren von den Deuten fernzuhalten, besteht auch darin, ein ziemlich dichtes Netz von Zwirn vor hie Flug. Öffnung zu ziehen, bas zwar den Bienen tun etwaigen Austritt ermöglicht, aber bie Kohlmeisen fernhält. E—w.
Holländer Linsensuppe. (Für 4 Personen.) Zutaten: 2 gepökelte Schweinsohren, 60 g Schinkenspcck/ 375 g Linsen, 2 Zwiebel», 1 Knolle Sellerie, 10 Tropfen Maggi's Würze, geröstete Brotwürfelchcn. 3Übereilung: Die Linsen muß man am Abend vorher entweichen und im Einweichwasser garkochen. iHe Schweinsohren und -das Stückchen Speck kocht man mit den Zwiebeln und der Sellerieknolle in etwa 2ys bis 3 Liter Wafser gar. Die Linsen werden durchgestrichen, mit bei durch geseihten Päkelbrühe zu Suppe verkoci», uiib die würflig geschnittenen Schweinsohren, der Speck und -die klcingeschniltene Sellerieknolle hineingegeben. Zuletzt wird die Suppe nach Salz 'abgeschmackt, init Alaggi's Würze verbessert und mit kleinen gerösteten Brotwürfeln zu Tisch gegeben. L. H.
Wilde Ente. Die wilde Ente ist am besten vom August bis Ende Januar und wirb wie eine zahme Ente vorbereitet. Nachd-cin sie innen tüchtig mit Salz eingerieben ist, legt man sie aber auf Speehfeheiben in steigend« Butter, bic man mit dem Speck schon elwo - bräunlid) werden ließ. Sobald auch bie Ente ein wenig braun geworden ist, gießt man nach und »ach Fleischbrühe oder Wasser hinzu, begiefit sie fleißig und tut zuictzt ein wenig Wacholder und saure Sahne an die Soße, bie man noch mit einem Löffel Kartoffelmehl >w- fämen kann, wenn sie nicht sämig genug ist. Anstatt der sauren Sahne kann man noch ein Glas Rotwein darangießen, wodurch sie und) pikanter schmeckt. — Man muß übrigens wllbe Enten von großen Binnenseen ihres gitay- geschmackes wegen vor dem Braten kurze Zeit mit frischem Heu abkochen. Außerdem ist zu bemerken, daß alle wilden Enten möglichst bald nach beut Schusse gepflückt werden müssen, da es den Geschmack des Braten-.- sehr beeinträchtigt, wenn sie längere 3cit_ hindurch in den Federn hängen bleiben. Fr. Ad. in K.
Fugendkuchen. Hierzu werben sechs Eier sehr gut mit Streuzucker gerührt. Dann schmilz man 360 g Butter, läßt sie erkalten und rührt sie bann so lange, bis sie ganz weiß Luesieht, danach vermischt man sie mit ben gerührten Eiern. Zuletzt setzt man 360 g Weizenmehl hinzu. Den Teig streitig man qaiy dünn auf ein gut mit Butter be- strichencs Blech unb bäckt ihn im Ose» hellbraun. Ist der Kuchen gebacken, schmidet man ben Teig mitten durch, beftreicht die eine Hälfte mit 2ohannl»beergek«, tut die zweit» Hasste darüber und schneidet dann ben SCndien in schräge Streifen. Zur Verseln«ruug kann man die kleinen Kuchen noch glasieren. Znr Glasur benötigt man 100 g Puderzucker, ben man mit zwei Eßlöffeln Wasser ganz sorgfältig zusammenrührt. Es lassen sich durä>- schniltllch 75 Kuchen aus der angegebenen Teig, menge bcrftcUen. Frau K. R.RL.