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Dchluchtemer Zutuns

Krrts-Kmtsbtatt * Myemeiner amtlich erKuKeitzer Mr Srrr Kreis Schlüchtan

Nr. 134 <1. Blatt)Dienstag, den S. November 1932

84. Iahrg.

Die Reichstagswahlen seit 1919

Nationaloers.

19.1.19.

Reichstagswahl

6. 6. 20.

Reichstagswahl

4. 5. 24.

Reichstagswahl

7.12. 24.

Reichstagswahl

20.5. 28.

Reichstagswahl

14. 9. 30.

Reichstagswahl

31. 7. 32.

Reichstagsw 6. 11. 32.

Wahlberechtigte (in Millionen)

36,76

35,95

38,37

38,99

41,24

42,97

44,22

gültige Stimmen (in Millionen)

30,40

28.20

29,28

30,29

30,73

34,95

36,88

35,38

Wahlbeteiligung (in %)

82,68

78,43

76,30

77,69

74,53

82,00

84,00

79^00

gesamtzahl der Abgeordneten

421

459

472

493

491

577

608

582

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitze

Stimmen Sitz«

lauf.

Taus.

lauf.

lauf.

lauf.

lauf.

lauf.

Taus.

1. NSDAp.

1918,3 32

907,3 14

810,1 12

6 409,6 107

13 745,8 230

11705,2 19t

2. Sozialdemokralische Partei

.1509,1 163

6104,4 102

6 008,9 100

7 881,0 131

9153,0 153

8577,7 143

7 959,7 133

7 231,4 121

3. Kommunistische Partei

589,5 4

3 693,3 62

2 709,1 45

3 264/8 54

4 592,1 77

5 282,6 89

5970,8 1«

4 Zentrum

5 980,2 91

3 845,0 64

3 914,4 6-5

4118,9 69

3 712,2 62

4127,9 68

4 589,3 75

4 228,3 7(

5. Deutschnationale Volkspartei

3121,5 44

4 249,1 71

5 696,5 95

6 205,8 103

4 381,6 73

2 458,3 41

2177,4 37

3061,6 51

6. Bayerisch« Volkspartei

1238,6 21

946,7 16

1134,0 19

945,6 16

1059,1 19

1 192,7 22

1081,6 U

7. Deutsche Volkspartei

1345,6 19

3 919,4 65

2 694,4 45

3 049,1 51

2 679,7 45

1 578,2 30

436,0 7

659,7 11

8. Deutsche Staatspartei

5 641,8 75

2 333,7 39

1655,1 28

1919,8 32

1505,7 25

1 322,4 20

371,8 4

337,9 2

g. Ehristlich-Sozialer Volksdienst

869,6 14

364,5 3

412,5 E

10. Wirtschaftspakte!

275,1 4

218,6 4

693,6 10

1005,4 17

1 395,7 23

1321,8 23

146,8 2

110,1 ;

11. Deutsche Bauernpartei

- -

481,3 8

339,6 6

137,1 2

149,0 l

12. Landbund

574,9 10

499,4 8

199,5 3 .

194,0 3

96,9 2

13. Deutsches Landvolk

581,8 10

1 108,7 19

90,6 1

46,2 C

14. Volksrechtspartei

-

2

244,2 1

46,0 C

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsawk.

3m Monat Dktober sind folgenden Personen Jagdscheine ausgestellt worden:

a)Iahresjagdschein« : Schchmann, Wilhelm, Metz­ger, Uttricfrs bauten; Kempel, H.nnrich, IDalöfdiltp; tpv [teinau; Klag, Hans, Lade Pachter, Brücke nau,' Dehler, Leo, Prokurist, Schlüchtern,' Lecker, Elfe, Llisadethenhof: An= toni, Ludwig, Jagdaufseher, Salmünfter; Diegelmann, Tmil, Gastwirt, Urtrichshausen: D'egelmann, Karl, Metzger, Ut- richshauien l Xohn, Klerander, Kaufmann, Schlüchlern.

i) Tagesjagdscheine: Pleines, Karl, Förster, Mii- tesieemen.

c) Unentgeltliche Jagdscheine: Weiß. Gerhard, 5taaisforstgehilfe, 5teinau.

Schlächtern, den 1. November 1932.

Der Landrat. 3. D.: Vuwe.

Diejenigen Dnspolizeibehörden, welche mit der Erledig­ung meiner Verfügung vom 24. Februar 1927 Nr. 1244 Lchlücht. 3tg. Nr. 26, betr. Bekämpfung der Mükenplage, noch im Nückitande sind, werden hiermit an die alsbal- dige Vorlage des Beritts erinnert.

Lchlüchtern, den 2. Nov. 1932.

Der Landrat. 3. V.: Vuwe

Der Landwirt Ludwig Klug ist als Zchiedsmann und der Landwirt Adam Müller zu Weiperz als Schiedsmanns- stellvertreter gewählt und bestätigt worden.

Lchlüchtern, den 3. Nov. 1932.

Der Landrat. 3. D.: vuwe.

Kreisaussihuß.

I.-Nr. 4779 K. A. Die Herren Bürgermeister des Kreis ser mache ich auf das ihnen zugegangene Rundschreiben des Herrn Landeshauptmannes der Provinz Hessen-Nassau Haftpflichtversicherungsanstalt in Kassel vom 2. Novem­ber d. 3$. nochmals besonders aufmerksam. Indem ich auf den Inhalt dieses Rundschreibens Bezug nehme, ersuche ich die Herren Bürgermeister, im Sinne desselben aufklärend Zu wirken und die Bestrebungen der Haftpflichtversiche­rungsanstalt zu unterstützen und zu fördern.

Lchlüchtern, den 4. Nov. 1932.

Der Landrat. Dr. Müller.

' -Nr. 4716 K. A. Die Herren Bürgermeister der Stadt- »nd Landgemeinden des Kreises ersuche ich, mir binnen 8 *40gen den in diesem Jahre erzielten Erlös aus verkauftem Gemeindeobst mitzuteilen.

Schlächtern, den 5. November 1932.

Der Vorsitzende des Nreisausschusses: Dr. Müller.

Dr. v. Hülsen endaülttg Oberprüstdent vsn Hessen-Uassa«-

Kassel. Dem kommissarischen Gbelpräsideuten Dr. u. Hülsen ist mit Wirkung vom 3. November die Stelle des Göerpräsidenten der Provinz Hessen-Nassati endgültig über­ragen worden.

Das Wahlergebnis in Hessen Nassau und Hessen.

Uerlnste bei der riKDAx., SPD., Z-ntrnm. Ge­winne bei Kommunisten, Deutschnationalen, Deut­sche Dolkspartei.

Die Wa»,i»n iiW..^iis»n iL-jf.u.«d -HsLDW-.. hab-u ^^_ über der letzten Reichstagswahl einen kleinen Rückgang der abgegebenen Stimmen gebracht, während in Hess.-Nassäu bei der letzten Wahl 1 491 986 Stimmen abgegeben wur­den, waren es diesmal nur 1 447 327. In Hessen betragen die entsprechenden Zahlen 853 616 und 826 607. Angesichts dieser geringeren Wahlbeteiligung ist die starke Zunahme der kommunistischen Stimmen besonders bemerkenswert. Die Kommunisten gewannen in Hellen rund 26 000. in Heisen- Nassau sogar rund 39000 Stimmen. Die Deutschnationalen haben zwar den erwarteten Gewinn aufzuweisen, sind aber hierin von der Deutschen Volksparrei übertrumpft worden, die in beiden Wahlkreisen ihre Stimmen fan verdoppeln konnte. Line geringe Zunahme haben auck die Staatspartei und die Christlich-Sozialen zu verzeichnen, von den übrigen Parteien hat die Wirtschaftspakte; prozentual den stärksten Verlust erlitten. Sie büßte in Reifen fast zwei Drittel, in Hessen-Nassau fast die Hälfte ihrer Stimmen ein. National­sozialisten und Sozialdemokraten haben in beiden Wahlkrei­sen viele Stimmen verloren, die Sozialdemokraten prozen­tual am meisten. Auch das Zentrum nt geschwächt aus der Wahl hervorgegangen. *

3m Wahlkreis 19 Hessen-Nassau erhielten Stimmen: Nach 596 285 (am 31. 7. 1932: 645 394), Soz. 291 839 (330 855) Kom. 194 216 (155 033), Zentr. 202 753 (222 580), Dn. 72 266 (59171), DVP. 42 385 (25 573), Stp. 12 807 (10 287), Lhr.-Soz. 21 522 (18 489), Wp. 26 023 (48 018), Landvolk 4109 (4105).

3m Wahlkreis 33 Hessen-Darmstadt erhielten Stimmen: Nats. 529 521 (564 736), Soz. 190 007 (221 720), Komm. 112 326 (86 183), Zentr. 114 366 (125 667), Dn. 24 727 (15 715), DVP. 24 152 (12 743), Stp. 6091 (4840), Tbr.- Soz. 9989 (7621), wp. 712 (2058), Lo. 217 (0).

Die R-ugewählt-n in Hessen Nassau.

In Hessen-Nassau sind gewählt worden: Nationalsoziali­sten 9 Abgeordnete (bisher 10), und zwar: Sprenger-Frank­furt a. M., Seidler-Landershausen, Lindner-Frankfurt a. M., von Ulrich-Rassel, Dberlindober-Gbermenzig, Lengemann- Rassel, Beckerle-Frankfurt, Schmidt-Rassel: Sozialdemokra­ten 4 und 1 durch Listenverbindung mit Hessen (bisher 5), und zwar: Scheidemann-Berlin, Metz-Berlin, Lecker-Her- born,' Schnabrich-Hersfeld, Witte-Wiesbaden; Kommunisten 5 (bisher'2), und zwar: Münzenberg-Lerlin, Barthel-Rasiel, Franziska Nessel-Frankfurt a. M., Zentrum 5 (bisher 3), und zwar: Dr. Vessauer-Frankfurt a. Bt. Dr. Münzebrock- Berlin, Schwarz-Frankfurt a. M.t Deutschnationale 1 (bis­her 1), und zwar: Hergt-Göttingen: Deutsche Volkspartei 1 durch Listenverbindung mit Hessen (bisher 0), und zwar: Merton-Frankfurt a. RR

llach Meldungen aus Berlin, ist dort am Sonntag auch wieder ein kommunistischer Geheimsender gehört worden.

^ ' Wahlverlauf

Berlin, 7. November.

Der fünfte Großwahliag dieses Jahres ist im allgemei­nen ruhig und reibungsloser verlaufen als die vorangegan- tamps mit besonderer Lchmr.- geführt wurde, ist es sap nirgends, nach den bisher vorliegenden Meldung m, ja be­achtlicheren Zwifchenfällen gekommen.

In Berlin, das auch am Wahltag noch im Zeichen des Verkehrsstreikes und des Notverkehrs nur eines Teiles der Straßenbahnlinien stand, wurde geradezu ein Rekord an geringen Zwangsgestellungen erreichn In der Nacht vor der Wahl belief sich die Zahl der Festgenommenen auf vier­undzwanzig, am Vormittag des Wahirages selbst wurden nur lechsundzwanzig Personen sisliert, neben Angehörigen der KPD. und der NsDAP. einige Reichsbannerleuie und ein größerer Teil Parteilostr. Die Feststellungen erfolgten am Wahltag fast ausschließlich wegen Verteilung von ver­botenen Flugblättern. Das Srraßsnbild der Rei^sbaupt- stadt erhielt auch diesmal wieder, wie bei früheren Wahlen, insbesondere in den Wohngegenden, sein Gepräge durch den Flaggenkrieg.

Der Wahlakt selbst stand zunächst im Zeichen einer er­heblich schwächeren Wahlbeteiligung als bei den vergangenen Wahlen. Bis gegen Mittag hatte bei weitem noch nicht die Hälfte der Wahlberechtigten ihrer Pflicht genügt! Offensicht- lich ist dieser Unterschied gegen die letzten Wahl auf die Jahreszeit und die Witterung zurückzvfuhren, die nicht wie am 31. Juli zu Ausflügen lockt, und so ein früheres zur Wahl Gehen veranlaßt.

Wie üblich, fanden die M i n i st e r w a h l l o k a l c ein besonderes Interesse. Das Cafe in der Kanonierstraße, in dem der Reichspräsident wählt, war schon vor Beginn der Wahlzeit von Schaulustigen und Photographen umlagert.

Reichspräsident von Hindenburg

erschien früh um 9.15 Uhr im Ministerwahllokal in Beglei­tung des Staatssekretärs Dr. Meißner. Schon lange vor Be­ginn der Wahlzeit hatte sich eine große Menschenmenge an­gesammelt.

Als der Wagen vorfuhr, brächte die menge dem greifen Generalfeldmarschall begeisterte Ovationen dar. Ein alter Regimentskamerad des Generalfeldmarfchalls, der unter Hindenburg im dritten Garderegiment zu Fuß gedient hatte, und ein ganz junger Rekrut hatten sich eingefunden, um den Reichspräsidenten bei dem Wahlakt begrüßen zu können.

Auch der Reichskanzler von Papen, der gegen 10.30 Uhr zur Wahlurne ging, wurde stürmisch begrüßt.

Kleinere Zwischenfälle

Aehnlich wie in Berlin war auch im ganzen Reich die Wahlbeteiligung am Vormittag fast allgemein geringer als das letztemal. In N o r d - und N o r d w e st d e u t s ch la nS ist der Vorabend des Wahltages, die Nacht und der Wahl­tag selbst, gleichfalls ruhig verlaufen. In Bremen wurde ein Nationalsozialist von Kommunisten schwer verletzt Die Polizei nahm dreiundzwanzig Personen fest, bei denen Schußwaffen, Schlagwerkzeuge und eine Kiste mit Glas­scherben gefunden wurden. Bei einer Schlägerei in Braun schweig erlitt ein Nationalsozialist einen <-cha- delbruch, ein anderer einen Stich in den Arm, auch einige Reichsbannerleute wurden verletzt. Kleine Plänkeleien gab es auch in M i e s b » r g (Hannover), in Oldenburg und in