Das Lübecker Halstentor gefährdet.
Das historisch wertvolle Holftentor in Lübeck bedarf dringend einer Reparatur. Bei einer Untersuchung stellte man im Innern große Riffe fest. Ferner wurde eine starke Neigung der beiden Türme festgestellt, die auf hölzernen Rasten auf schlammigem Grund erbaut sind.
Neue Krücke über die Elbe.
Der Bau der Tangermünder Elbbrücke ist soweit fortgeschritten, daß das Einschwimmen vorgenommen werden konnte. Im nächsten Jahr wird die Brücke dem Verkehr übergeben.
Henne.
Winkler.
Fünf neue Weltrekorde
stellten die deutschen Motorradfahrer Walfried Winkler (unten) und Ernst Henne (oben) bei ihren Rekordversuchen auf der Tatstrecke bei Budapest aus. Henne erzielte dabei mit seiner 750-Kubikzentimeter-BMW.-Maschine die bisher unerreichte Motorradgeschwindigkeit von 250 Kilometern in der Stunde. Bei fliegendem Start drückte er den Kilometer- Weltrekord des Engländers Wright auf 15,02 Sekunden, was einem Stundenmittel von 239,68 Silometern entspricht. Winkler war auf seiner 250-Kubikzentimeter-DKW.-Maschine bei den Angriffen auf den Weltrekord viermal erfolgreich.
Interessante Fußballspiele
Reger Betrieb am Allerheiligentage in Süd- und Westdeutschland.
Der katholische Feiertag Allerheiligen brächte in Süd- und Westdeutschland interessante Fußballspiele. Im Münchener Stadion fand auf schneebedecktem Boden eine Großveranstaltung mit zwei Stümpfen statt. Einmal spielte die Spielvereinigung Fürth gegen München 1h60 3 :1, im anderen Spiel trennten sich Wacker- München und 1. FL. Nürnberg unentschieden 0:0. — Ein Städte- spiel zwischen 2 t r a ß b u r g und Stuttgart endete ebenfalls torlos. In Mülhausen (Elsaß) konnte der'SC. Freiburg gegen die Dortige Berussspielermannschaft ein 4:4 erringen.
In Düsseldorf war der Sieg von Fortuna über Bayern- München die große Ueberraschung. Die Westdeutschen schlugen den deutschen Meister 2:1, Im Städtekampf Aachen—Brüssel blieben die Deutschen mit 3 :1 Sieger.
Die Europameisterschaft im Fliegengewicht gewann in Lilie der Franzose Gyde gegen den deutschen Meister Metzner. In der achten Runde gab der Deutsche aus mehrere schwere Leber- und Magenhaken, die ihm die Lust raubten, auf.
ipräsidentenwechsel im ADAC. Landesbaurat Dipl.-Ing. Fritz- München, der langjährige Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs, hat sein Amt niedergelegt. Er begründet feinen Schritt mit einem schweren Leiden, das sich von Jahr zu Jahr o-rschlimmert hat.
Der Triumph von Roßbach
Es gibt Schlachten in der Weltgeschichte, die groß und gewaltig waren, aber im Volke vergessen wurden, weil sie mit dem Grundgefühl der Nation in keiner Weise verbunden sind. Wo aber Kampf und Sieg mehr bedeuten als Gewinn des Schlachtfeldes und großer Beute, wo neben dem materiellen Gewinn zugleich ein ideeller und moralischer Sieg erstritten wird, da jubelt das Volk mit und feiert seine Helden. Darum ist es eine Notwendigkeit, solche Siege zu feiern, und zwar auch an dem Tage, der das Gedenken vermittelt So möge, nachdem man vor mehreren Wochen . auf dem Schlachtfeld von Roßbach ein Denkmal enthüllt hat, am Tage der Schlacht, am 5. November, in unserem herzen ein Denkmal errichtet werden.
Roßbach, einer der glänzendsten Siege der Weltgeschichte, ist viel bedeutsamer als nationaler, denn als militärischer Erfolg. Diese schlechtgeführten Franzosen und Reichstruppen waren wahrlich keine ebenbürtigen Gegner für die von ihrem Fritz geführten preußischen Musketiere. Wenn man liest, wie die Seydlitzschen Reiterschwadronen den Feind einfach wegfegten, der sich mitten auf dem Marsch überraschen ließ; wenn man erfährt, daß eine Viertelstunde preußisches Infanteriefeuer dazu genügte, ein fast dreifach überlegenes Heer in chaotische Auflösung zu bringen, dann begreift man jenen in allen deutschen Gauen mit Hohn und Spott zitierten Vers:
„Und tommt -der große Friedrich, Und klopft nur an die Hosen,
So läuft die ganze Reichsarmee, Panduren und Franzosen."
Damals ist der alte Fritz der Preußen erst zum Friedrich dem Großen für die ganze Nation geworden.
Wenn die beiden schlesischen Kriege auch eine historische Notwendigkeit gewesen sein mögen, sie waren dennoch ein bedauerlicher Kamps Deutscher gegen Deutsche. Im Siebenjährigen Krieg ist die Situation bereits wesentlich verschoben. Aus Friedrich dem Eroberer wurde Friedrich der Verteidiger, der sich in einem beispiellosen Heldenkampfe gegen eine Welt von Feinden wehren mußte. Schon hofften die Franzosen nach der Unglücksschlacht von Kolin, auf deutschem Boden billige Geschäfte machen zu können; schon hat- i ten sich die hochmütigen Truppen des Prinzen Soubise ähnlich den Raubheeren Ludwigs XIV. in Deutschland aufgeführt, da kam der Tag von Roßbach, und die Siegesfreude wurde zur Freude der ganzen deutschen Nation. Die stolzen und gefürchteten Franzosen, mußten mit der bisher von ihnen selbst verachteten Reichsarmee die Bürde der Lächerlichkeit zu gleichen Teilen tragen, wie es Koser so trefflich ausdrückt. Als in der Nacht nach der Schlacht die Lagerfeuer brannten, die mit den weggeworfenen Gewehrschäften der Feinde unterhalten wurden, da klangen dankerfüllte Choräle zum Himmel empor aus tiefster Ergriffenheit der rauhen Kriegsleute.
Wie peinlich diefe Niederlage der Franzosen für ihr gekränktes Ehrgefühl war, geht vor allen Dingen aus einem vertraulichen Brief von Soubise hervor, in dem er schreibt: „Unsere Disposition war, wie ich meine, sehr gut, aber der König von Preußen hat uns nicht Zeit gelassen, sie aus- zuführen. Vor allen Dingen gilt es jetzt, soweit es angeht, die Ehre der Nation zu retten und das Unglück auf die Reichstruppen zu schieben." Aus diesem Schreiben spricht die Dummheit und Verlegenheit des Prinzen Soubise ohne jeden Kommenrar. Voltaire, der allzugern über seinen einstigen Freund Friedrich gespottet hatte, schrieb enttäuscht: „Jetzt hat er alles erreicht, was er immer sich ersehnt hat: den Franzosen zu gefallen, sich lustig über sie zu machen und sie zu schlagen."
Run, wir Deutschen glauben, daß der Tag von Roß- bach uns noch mehr gebracht, nämlich jene moralische Wirkung, die diesen Triumph über andere Kriegserfolge hin- aushebt, daß der Deutsche wieder einmal gemeinsam über die Kraft seiner Söhne Stolz empfand und in dem Sieg der preußischen Truppen zugleich einen Sieg des nationalen Deuffchlands empfand.
Lorinth-Bild gefälscht. Die Kasseler Staatsanwaltschaft führt zurzeit ein Ermittlungsverfahren gegen einen bekannten jungen Kasseler Maler, der beschuldigt wird, im Jahre 1931 ein eigenes Bild mit dem Namenszug des 1925 verstorbenen Malers Lovis Corinth versehen und an einen Kasseler Sammler für den Preis von 3000 RM verkauft zu haben. Die thematische und stilistische Behandlung wie auch die technische Ausführung des in Frage stehenden Bildes sollen kaum Unterscheidungen von einem echten Corinth aufweisen, hingegen ist der auf dem Bilde befindliche Namene- zug Corinths zweifellos gefälscht.
300. Todestag Gustav Adolfs.
Am 6. November jährte sich zum 300. Male der Todesii Gustav Adolfs. Unser Bild zeigt das Bronzerelief des gr ßen Schwedenkönigs auf einem Gedenkstein in Schwedt d. Oder. Die Stadt hatte das Ehrenmal vom Gustav AdsI Fonds als Geschenk erhalten zur Erinnerung an das M lager Gustav Adolfs bei Schwedt im Jahre 1631.
Das „Sorgenkind"
Nicht von mißratenen Kindern oder von einem krär lichen Buben oder einem ungezogenen Mädel soll hier! Rede sein, sondern von einem ganz anderen Sorgens das nicht eigentlich ein Kind, vielmehr eine Pflanze ist. 3 blumenarmen Winter möchte man etwas Grün in der W nung oder im Büro nicht vermissen, und so wendet ® seine Naturliebe und Sorgfalt vielfach einer Zimmerpff» zu, von der es heißt, daß sie eine dankbare und leicht behandelnde Pflanze ist. Wer aber solch eine Zimmerpad' zu betreuen hat, merkt alsbald, daß ihre Behandlung nicht so ganz einfach ist, daß sie zuweilen eine größere W und Betreuung verlangt als die Blumen und Gewächsei' Sommers. Anfangs geht alles ganz schön, doch eines Tezi bekommen die lanzenartigen Blätter gelbe Spitzen, beginn zu vertrocknen, und damit nimmt allmählich das Verhäng« seinen Anfang. Die treubehütete Pflanze wird zum Sorgt' kind des Haushalts, und nun beginnen die Experim«- Jm Büro scheint die Luft zu heiß und zu trocken zu!« also bringt man den grünen Topf in die Wohnung. 1 wandert auf das Fensterbrett, ooch schon sagt uns ein mann, hier stehe er zu kalt. Die Palme wird immer tiger. Die einen Freunde meinen, wir gießen zu wer« die anderen sagest, wir gießen zu viel. Schließlich, M alle Stränge reißet, wird die Palme umgepflanzt, und! letzte Rettung soll der Vlumendünger bringen. Unsere g<® Hoffnung ist plötzlich zerschlagen, wir haben da ein Sorf kind im Hause, das dem Schwund verfallen zu sein f^11 Und weil diese Fälle jetzt nur gar zu häufig sind, mes wir, ein paar gute Ratschläge könnten von Nutzen P Wärme ist in jedem Falle für die Zimmerpalme W nur darf es keine trockene Wärme sein, sondern eine fem Wenn man zum Beispiel ab und zu einen Tops HE Wassers im Zimmer zuni mählichen Verdunsten bringt ist ein Teil des Zwecks schon erreicht. Das kühle Fentj breit ist als Standort auf jeden Fall zu vermeiden. aber steht es nun mit dem Gießen? Was eine richtige e? tifche Palme ist, die läßt sich die Bewässerung mittels W kanne nun mal nicht bieten. Zimmerpalmen, namens wenn sie noch jung und nicht ausgewachsen sind, n* von unten bewässert werden. Man muh sie also inilp dem Blumentopf in ein Gefäß stellen, in dem sich ste^ viel Wasser befindet, daß die Flüssigkeit durch das Boden?' durchzuziehen vermag. Mit der Topferde darf man nas lich nicht geizen, denn die Palme pflegt ihre WuE in vertikaler Richtung ins Erdreich zu senken. Wenn s diese elementaren Regeln beherzigen, werden wir bald" Sorgenkind mehr haben, sondern mir werden bei Zimmerpalme sichtbare Fortschritte feststellen können. haben wir eines Tages wirkliche Freude an jener PM- und könnnen sie mit Stolz jedem Besucher zeigen I