Das Vefenhafte jeder konservativen Weltanschauung ist ihre Verankerung in der göttlichen Ordnung der Dinge.
Das aber ist auch ihr grundsätzlicher Unterschied gegenüber der Doktrin, welcher die NSDAP. huldigt. Ihr Grundsatz der „Ausschließlichkeit" des politischen „Alles oder nichts", ihr mystischer Messiasglaube an den wortgewaltigen Führer als den einzigen zur Leitung der Geschicke Berufenen gibt ihr den Charakter einer politischen Konfession. Und eben darin sehe ich den unüberbrückbaren Unterschied zwischen einer konservativen Politik aus dem ©tauben und einem nationalsozialistischen Glauben aus Politik. Im Interesse des Volksganzen lehnen wir den Machtanspruch von Parteien ab, die ihre Anhänger sich mit Leib urch Seele verschreiben wollen. Alle diese Schranken der Parteien und Klassen müssen fallen.
Der sich in diesem stampfe nicht eindeutig und geschlossen hinter die Regierung stellt, ist ein Feind des deutschen Volkes.
Um Deutschlands willen.
Die Reichsregierung ist entschlossen, den ihr vom Herrn Reichspräsidenten erteilten Auftrag der Neuordnung unseres Staats- und Wirtschaftslebens bis zum Erfolge Surch- zuführen. Sie hat dazu den Willen und die wacht, und ich zweifle nicht, daß der Erfolg ihr das heute schon fühlbare Vertrauen der breiten Massen des Volkes vollends gewinnen wird.
Das Volk — Reich und Länder — sie müssen das neue Deutschland bauen. So möge von den Alpen bis zur We- mel der unsichtbare Kraftstrom des sacrum imperium, der unzerstörbaren Idee des Heiligen Deutschen Reiches, durch die Länder eilen!
Mit Hindenburg für ein neues Deutschland!
Mit dem Deutschlandlied klang die Kundgebung aus. Der Reichskanzler folgt« mit den Herren feiner Begleitung mittags einer Einladung des Verbandes zu einem Frühstück, das Gelegenheit gab, die Auffassungen der bayrischen Wirtschafts kreise dem Kanzler noch im einzelnen vorzutra- gen, aber auch über die wirtschaftspolitischen Pläne und Absichten der Reichsregierung weitere Klarheit zu bringen.
Vertagung des anhaltischen Landtages.
Der anhaltische Landtag vertagte sich bis nach den Reichstags- wahlen. Die Beratung des Etats wurde ebenfalls bis nach den Wahlen verschoben. Das Haushaltsgesetz, das am 31. Oktober ab- läuft, wurde auf nationalsozialistischen Antrag bis zum 30. November verlängert.
Verbot nationalsozialistischer Veranstaltungen.
Auf Anordnung der bayerischen Staatsregierung hat der Stadt- kommisiar den für den nächsten Sonntag in Koburg aus Anlaß des NSDAP.-Treffens geplanten Propaganda-Umzug verboten, ebenso die öffentlichen Platzkonzerte und das große Wecken. Die Kundgebung auf dem Sportplatz, bei der Hitler die Urkunde über das Ehrenbürgerrecht der Stadt Koburg übergeben werden soll, ist genehmigt, da der Platz umzäunt ist.
Sinnspruch.
Hinter goldenem Wort liegt oft ein eisern Herz.
Der Honig im Haushalt
In früheren Zeiten, ehe unsere Zuckerindustrie im heutigen Ausmaße bestand, war der Honig berufen, die Stelle des Zuckers im Haushalt zu vertreten. Dies verbietet sich heute schon des Preises wegen von selbst; aber eine möglichst starke Verwendung des Honigs sollte man aus gesundheitlichen Gründen doch anstreben. Zu Schwarz- und Weißbrot, besonders aber zu Brötchen, lieben ihn die Kinder als B r o t a u f st r i ch sehr. Aber auch nervenschwache und blutarme Erwachsene können kaum ein zweckmäßigeres Brotaufstrichmittel finden. In Milch-, Mehl- und Flocken- suppen sollte man ihn als Z u ck e r e r s a tz häufig verwenden.
Für den Anhänger der Rohkost, überhaupt für die Freunde vegetarischer Lebensweise ist der Honig von besonderer Bedeutung. Flockenspeisen, also Gerichte von Roggen-, Weizen-, Gersten-, Hafer- und Maisflocken, mögen sie roh oder gekocht sein, erhalten durch den Honig ein Aroma, das sie für jedermann zum Genuß macht.
Am meisten verwendet man den Honig wohl zu allerlei | Bäckereien, unter denen der Honigkuchen obenan steht. Das sogenannte H o n i g b r o t aber ist besonders einfach herzustellen und verdient die weiteste Verbreitung. X Liter Honig wird mit 250 Gramm Zucker und 6 Eßlöffeln Wasser langsam zum Kochen gebracht, gut abgeschäumt, mit der feingehackten Schale einer Zitrone, zwei Kaffeelöffeln feinem, gestoßenem Zimt und zwei Messerspitzen voll gestoßenen Nelken vermischt, worauf man die Masse auskühlen läßt und so viel Mehl hinzufügt, daß ein fester, solider Teig entsteht, den man zu kleinen Broten formt und langsam auf einem Blech bäckt. Die Brote werden in dünne Scheiben geschnitten und schmecken zu Kaffee oder Tee, aber auch zu Kakao und Schokolade vorzüglich.
In Rußland bereitet man aus Honig ein weinartiges Getränk (Kwaß), das so wohlschmeckend ist, daß es Nachahmung verdient. 2 Kilogramm Honig werden geläutert, mit 1 Kilogramm gestoßenem Zucker, der aus Zucker abgeriebenen Schale von vier Zitronen und dem Saft von sechs Zitronen vermischt und nach dem völligen Erkalten mit 8 Liter kaltem Wasser sehr gut verrührt, worauf man die Flüssigkeit in ein Fäßchen gießt, dieses verspundet und in den Keller stellt. Nach etwa 14 Tagen zieht man das Getränk auf Flaschen, verkorkt und versiegelt sie und läßt sie einige Wochen lagern, bevor man den Kwaß zu trinken beginnt.
etwa fünf Minuten in einer Kasserolle gedämpft, wobei man die Fleischstücke öfters aufschüttelt, damit sie nicht braun werden. Nun nimmt man das Fleisch heraus, röstet in dm zurückgebliebenen Saft 1 bis 2 Eßlöffel Mehl, gießt ein Glas Weißwein, auch Essig und Fleischbrühe daran, lätz das Fleisch darin kochen, dann an der Seite des Feuer; noch X Stunden dämpfen und schöpft das Fett ab. Di, Soße würgt man mit Salz und Pfeffer und zieht sie mit 2 Eigelb und etwas saurem Rahm ab. Unter Umrühr«, läßt man sie heiß, aber nicht mehr kochend werden, mengt den Saft einer halben Zitrone darunter und richtet sie durch ein Sieb über das Fleisch an.
Mengenangaben in der Küche. E5 ist nicht jeder Hau- frau möglich, bei der Zubereitung von Gerichten, die an Hand von Kochrezepten hergestellt werden, die in Gramm angegebenen Zutaten jedesmal abzuwiegen. Da wird es wertvoll sein, zu wissen, wie man solche Grammangaben löffelweise oder literweise umrechnet. 20 Gr. Butter sind etwa 1 gestrichener Eßlöffel, 50 Gr. = 1 gehäufter Eßlöffel 10 Gr. Mehl = 1 gestrichener Eßlöffel, 15 Gr. = 1 gehäufter Eßlöffel, 30 Gr. = ‘/i« Liter gestrichen voll, 500 Gr. = 1 Liter, 10 Gr. Kartoffelmehl = 1 gehäufter Teelöffel 110 Gr, Reis = X Liter, 100 Gr. Graupen — X Liter 100 Gr. Sago = X Liter, 90 Gr. Buchweizengrütze = X Liter, 80 Gr. Gries = X Liter, 20 Gr. Kristallzucker » 1 gestrichener Eßlöffel, 200 Gr. Kristallzucker = X Liter 10 Gr. Salz = 1 gestrichener Eßlöffel, 15 Gr. Salz = 1 ge' häufter Eßlöffel, 50 Gr. geriebenes Weißbrot = X Liter X Pfd. Mandeln = 100—120 Stück, '/» Liter Essig B 4 Eßlöffel, 1 Suppenteller mäßig voll = X Liter, 1 Su«. ponteller bis zum Rande gefüllt = X Liter.
Umstellung der Wohlfahrtsschulen
In einem Erlaß fordert der preußische Wohlfahrtminister von den Wohlfahrtsschulen, sich mit Rücksicht aus die Veränderungen der sozialpolitischen Lage zweckmäßiz umzustellen und bestimmte soziale Aufgaben stärker zu bt> rücksichtigen. Zu diesen neuen Arbeitsgebieten werden in erster Linie die Mütterschulung, der freiwillige Arbeitsdienst und die Heranbildung ehrenamtlicher Hilfskräfte des sozim len Dienstes gerechnet. Da der freiwillige Arbeitsdienst autf eine wichtige sozialpädagogische Aufgabe in Verbindung mit den verschiedensten praktischen Arbeiten zu erfüllen hat, köm nen die Wohlfahrtsschulen auch Träger der Schulungsarbeit von Leitern dieses Dienstes werden. Der Minister empfiehlt deshalb den Schulen, enge Fühlungnahme mit den von Reichsarbeitsminister für den freiwilligen Arbeitsdienst bo stimmten Bezirkskommissaren zu nehmen. Es ist ferner not wendig, mit den Kreisen der Jugendpflege und Jugend bewegung und mit den praktischen Arbeitsstätten und W rufsverbänden in Verbindung zu treten, die für die Au- Übung des freiwilligen Arbeitsdienstes vor allem in Frag! kommen. Diese Mitarbeit werde nur zu erreichen sein, wem Beherrschung der einschlägigen Bestimmungen, persönlich praktische Erfahrungen und Eignung sowie genaue Kennt nis von Land und Leuten den Anspruch unterstützen.
Um die Butter-kontingentierung
Berlin, 13. Oktober.
Mit'einer dänischen und zugleich einer filmischen Abordnung wurden hier Verhandlungen über eine Neuregelung der deutschen Butterkontingentierung eröffnet.
Copyright by Reell Dienet JM»«", ••Hie-Schmirgindbrf
(Fortsetzung 18)
Sie standen mitten in dem festlichen Raum, der durch einige Sofas und Pflanzengruppen den ungefähren Anstrich eines Salons bekommen hatte, während er sonst das Kneipzimmer des Vereins Concordia war.
Nun kam von einem dieser Sofas her eine ganze Gruppe auf sie zu: Andrees Mutter, Frau Buschmann, Fiddie Buschmann und einige junge Damen.
.,Hier unsere Freunde wollen hören, wann Ihr denn Hochzeit macht?" fragte Andrees Mutter heiter, „Herr Buschmann sagt, er müsse es sofort wissen, da die Kommerzienrätin einen großen Polterabend geben will und die jungen Herrschaften dazu riesige Anstrengungen machen wollen."
. Gbba erschrak. Sie fand diese Frage so vor allen Leuten, die das nichts anging, unerhört taktlos. Sie bedachte gar nicht, daß ihre Schwiegermutter in fröhlicher F«ststimmung diese heute so naheliegende Frage selbst erwögen haben mochte, daß es für sie gar keinen Mund gab, einem scherzhaft harmlosen Gespräch darüber auszuweichen.
Andres mit dem feinen, wachsamen Gefühl seiner Liebe spürte sofort, daß seiner Braut die Frage lästig war.
„Wir wissen es noch nicht," sagte er freundlich, „der obere Stock in unserem Haus muß erst neu hergerichtet werden."
„O, das geht heutzutage schnell," rief Fiddie Buschmann.
„Gleich nach Weihnacht, denk' ich," sagte da Andrees Mutter und sah fragend ihre Kinder an.
Tante Luise, die auch da,zugekommen war, pflichtete bei.
„Jawohl, gleich nach Weihnacht! Dabei bleibt es. Und ein Polterabend bei mir, wie er in Lünstedt noch nicht gewesen ist. Lieber Buschmann, Sie sind hiermit zum Festarrangeur feierlich ernannt." ” ö
In Ebba wallte eine blinde Empörung auf. Wie, hier bestimmte man über sie hinweg ihren Schicksalstag — nahm ihn als willkommene Gelegenheit zu schalen Vergnügungen, albernen Späßen? a a a
Jede Besinnung verließ sie.
„Wir wissen es wirklich noch nicht," sagte sie sehr laut, „denn ich gehe noch erst nach Berlin, um meine Maturitätsprüfung zu bestehen, und hoffe, dann noch ein oder zwei Semester zu studieren."
Sie fühlte es, wie Andres zufammenzuckte. Sie sah es, wie ihre Schwiegermutter dunkelrot wurde. Sie sah die Gesichter aller sie Umstehenden von Staunen starr.
Aber unwiderstehlich riß es sie fort. Hoch hob sie ihr Haupt, und mit einem Lächeln, welches dies Staunen der anderen zu bemitleiden schien, sprach sie: „Was ist denn daran so verwunderlich? Ihr könntet nicht andere Gesichter machen, wenn ich gesagt hatte, ich will seiltanzen lernen/
„Es ist nur, weil Sie Braut sind," sagte Frau Buschmann,
Koch-Rezepte
Frikassiertes Kaninchen. Ein ausgenommenes, abgehäutetes und sauber gewaschenes Kaninchen wird abgetrocknet, in kleine Stücke zerlegt, mit Salz und Pfeffer bestreut und mit einer zerschnittenen Zwiebel, einer halben, ebenfalls kleingeschnittenen Selleriewurzel und 100 Gramm Butter
die sich als gänzlich Unbeteiligte zuerst faßte, „sonst kommt es ja jetzt alle Tage vor. Früher, als Sie noch nicht verlobt waren, wunderte ich mich manchmal, daß Sie nicht irgend ein Examen machten, um für alle Fälle ’n Hinterhalt zu haben. Aber nun ist es doch unnötig."
Ebba empfand es gar nicht, daß Frau Buschmann einen alten Groll gegen sie nun sättigte, indem sie ihr demütigend zu verstehen gab, daß ihre Lage früher dürftig geschienen hatte.
„Unnötig!" rief sie, „als wenn es gar keine anderen Notwendigkeiten gäbe als die, welche der Geldbeutel diktiert. Und wenn ich Millionen hätte, es sollte mich nicht hindern, mich weiter zu bilden."
„Sehr richtig, sehr schön," sagte Frau Buschmann und stieß mokant ihre Nachbarin an.
„Solchen Unsinn wird Andres dir wohl noch austreiben," sprach Tante Luise endlich.
Ebba wollte scharf antworten. Aber da fühlte sie, daß Andres ihren Arm heftig, sehr heftig drückte. Der Instinkt des Gehorsams ward wach in ihr — sie schwieg.
„Tante Luisens diktatorischer Geist verleugnet sich nie," sprach Andreas Alteneck mit einem liebenswürdigem Lächeln.
„Werden Sie ihre Braut in Berlin oft besuchen?" fragte Frau Buschmann, die gern der Sache auf den Grund kommen wollte, denn sie hatte wohl gesehen, wie es der Mutter des Doktors Alteneck rot ins Gesicht stieg.
„Die Einzelheiten des Planes haben wir noch nicht festgesetzt, meine verehrte Frau," sagte er.
Die eisige Höflichkeit des Tones schreckte die Frau nun doch ab. Sie nahm den Arm der Kommerzienrätin Herlingen und zog sie mit sich fort. Die Jugend folgte.
Ebba stand allein mit ihrem Verlobten und seiner Mutter mitten im Saal.
Eine kurze, schwüle Pause. Dann sprach Andres: „Ich danke dir wenigstens, daß du auf Tante Luisens Anzapfung dich beherrschen konntest. Eine Familienszene vor diesen Zeugen — du fühlst wohl selbst, das das nicht ging."
Ebba schwieg.
„Mein Kind," begann nun die Mutter, „was hast du gesagt? Seit wann ist das beschlossen? Und ich höre zuerst vor fremden Leuten davon? Warum hast du es mir nicht mitgeteilt, Andres?"
„Ich habe es eben zuerst gejagt," sprach Ebba schnell, „aber mein Entschluß steht seit langem fest."
Andres biß sich auf die Lippen. Er hatte feine Braut scho- nen, seiner Mutter eine ausweichende Antwort geben wollen. Aber mit zerstörendem Trotz stellte Ebba sich selbst vor deren Augen bloß.
„Das hast du gekonnt?" rief die Mutter, und feindselig blitzte es in ihren Augen auf, „das? Ihm hier unvermutet vor aller Augen einen Dolchstoß versetzt?"
„Einen Dolchstoß?!" sagte Ebba achselzuckend. „Ich habe ganz einfach einen Entschluß erwähnt, weil diese indiskreten Menschen ja durchaus wissen wollten, wann wir heiraten.
„Haarglanz" heilt erkrankte«. Haar! Schlaff tmb spröb gewordenes Haar, das meist an gespaltenen Spitzen leidet, roitl durch „Haarglanz" wieder frisch und elastisch. „Haarglanz" er halten Sie mit jedem weißen Beutel Schwarzkopf-Schaumpo», dem milden Haarpflegemittel und auch mit dem hochwertiger, kosmetisch wirksamsten Schwarzkops-Extra. Für Bl^im „Extra-Blond", die aufhellende Spezial - Sorte l
Man provozierte die Mitteilungl"
„Ich bitte euch — alle Welt beobachtet uns," mahnte Air dree. „Wir wollen es morgen besprechen."
Morgen! Das hieß eine lange, qualvolle Nacht in Zon und Zweifel hinbringen.
Am leichtesten wurden ihre Stunden noch für Ebba. Zwei schlief sie wenig. Immer wieder sah sie es so feindselig im Auge ihrer Schwiegermutter aufblitzen, immer wieder fühlte sie den heftigen Druck, mit welchem Andree ihren Armpretzts, ihr so gebieterisch Schweigen anbefehlend. Und manchmal wallte ein Aerger in ihr auf, daß sie sich hatte befehle« lassen. Als ob das, was sie gesagt hatte, etwas Schimpfliche! fei! Als ob das, was sie wollte, ein so Ungewöhnliches wäre!
Und immer einfacher und immer selbstverständlicher erschiei es ihr, daß sie erst in die Welt hinausginge, sich das Lebe» anzusehen, sich geklärteres Wissen anzueignen, sich barübet einig zu werden, ob sie auch aus wahrhaft innerster Erkennt nis es auf sich nehmen dürfe, ihr ferneres Dasein in her Form hinzubringen, die ihr die Ehe mit Andres bot.
Wohl regte sich eine Stimme in ihr, die ihr streng vor hielt, daß es unschön gehandelt gewesen sei, Andres mi seiner Mutter so vor Zeugen, deren schadenfrohe Gesinnung sich doch vermuten ließ, ihren Entschluß ins Gesicht geworfen zu haben. Sie empfand darüber auch wirklich Reue und nanu sich vor, sowohl die gute alte Frau als auch ihren Verlobm EUwgen ehrlich um Verzeihung zu bitten, die beide ihr M : turlich keinen Augenblick vorenthalten würden.
Sie malte sich die nächste Zukunft sehr schön aus und b- leuchtete sie mit dem Licht, darin sie sich sehen wollte: jede« Sonnabend kam Andres und besuchte sie in Berlin bis zW Montag; dann erzählte sie ihm von dem Inhalt ihrer Wocht die unter enormem Fleiß und edelsten Kunstgenüssen ver fließen sollte. Und schließlich würde Andres schon einsehe« daß in feiner Ebba reichere Fähigkeiten steckten als diejenige«, welche man brauchte, um seinen Leinenschrank und feint Küche in Ordnung zu halten. Vor Ungeduld konnte sie nicht einschlafen: wenn sie Andres das alles so unter Küssen und Bitten vortrug, mußte er es einsehen! —
Sorgend wach lag Andrees Mutter und erwog in ihre«! gequälten Herzen, daß Ebba ihren herrlichen Sohn nicht liebte, wie er verdiente, geliebt zu werden. Sie litt feint Enttäuschung zehnfach mit, denn er mußte ja bei dieser Szen! darüber zur Erkenntnis gekommen sein.
Und da auch sie nur ein Mensch mit menschlichen Schwäche« war, rechnete sie es sich noch nach, wie warm und mit offenem Herzen sie doch das arme Mädchen als Schwiegertochter etn' pfangen hatte. Dafür hätte Ebba Dankbarkeit zeigen und empfinden müssen.
(Fortsetzung folgt.)