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Nr. IIS

Gchlüchterner Zeitung

3. Blatt.

Hindenburg und die Zugend

Würde, Weisheit und Herzensgute waren von jeher die vornehmsten Eigenschaften des Alters. Sie sind vor allem der Grund dafür, daß die Jugend in Ehrfurcht zu dem Alter aufblickt. Auch die heutige Jugend, soweit sie sich nicht in eitler Selbstüberheblichkeit verloren hat, erbaut sich gern an Idealen, schaut bewundernd auf zu großen erhebenden Vorbildern, wie sie der Welt aller­dings nicht allzuoft geschenkt werden. Die deutsche Jugend kann sich glücklich schätzen, daß sie solch eine ideale Gestalt besitzt, die gewissermaßen alle guten Eigenschaften des deutschen Volkes in sich vereinigt: Hindenburg, das große Symbol deutscher Charaktergröße, ein Mann, durchdrungen von eisernem Pflichtbewußtsein und tiefstem Gerechtigkeitssinn, ein Mann von seltener Be­scheidenheit und starkem Gottvertrauen, dabei aber auch der Inbegriff von Mut, Entschlossenheit und Tatkraft, kurzum ein Ideal, das gerade in unserer heutigen Zeit so überaus wertvoll ist.

Hindenburg verkörpert die beste Tradition des deutschen Volkes. Als junger Offizier hat er die Kämpfe um die deutsche Einheit mitgemacht, im Spiegelsaal zu Versailles war er Zeuge der denkwürdigen Proklamation des deutschen Kaiserreiches, und in langen Friedensjahren durfte er an verantwortlicher Stelle mit helfen an dem Aufbau der deutschen Wehrmacht, um dann bei Kriegs­ausbruch die Verteidigung des deutschen Ostens gegen einen übermächtig erscheinenden Feind zu übernehmen. Dem Sieger von Tannenberg wurde dann der Oberbefehl über das gesamte deutsche Heer übertragen. Durch seine überragende Feldherrnkunst hat er bis zum Kriegsende den Feind von den deutschen Grenzen ferngehalten und die Heimat vor den Schrecknissen und Verwüstungen des Krieges bewahrt. Auch nach dem Abschluß des vier­jährigen Kampfes stellte er seine ganze Kraft dem Vater­lande zur Verfügung und sorgte für eine reibungs­lose Rückbeförderung der Truppen in die Heimat. Hier zeigte sich Hindenburg in der vollen Größe der Pflicht­erfüllung.

Aber noch sollte Hindenburgs Aufgabe nicht erfüllt sein. Der Wille des Volkes rief ihn, der schon längst einen ruhigen Lebensabend verdient hätte, zu neuer Arbeit in den Dienst des Vaterlandes. Mehr als sieben Jahre steht der Reichspräsident jetzt schon an der Spitze des deutschen Staatswesens, als Führer und Erzieher des deutschen Volkes, der unter Zurückstellung seiner eigenen Person ganz im Dienste des Vaterlandes aufgeht und immer wieder alle Volkskreise zu gemeinsamer einträchtiger Ar­beit aneifert.

Muß nicht dieses bewunderungswürdige Beispiel rest­loser Pflichterfüllung bis ins höchste Greisenalter gerade auf unsere Jugend nachhaltigsten Eindruck machen und sie zur Racheiferung anspornen? Auf diese deutsche Jugend hat der Reichspräsident in erster Linie seine Hoffnung gesetzt. Ihr will er die Wege bereiten für eine lichtere Zukunft, ihrem Wohl gilt seine besondere Sorge. Die Förderung der Jugendertüchtigung durch Einrichtung eines besonderen Kuratoriums ist nicht zuletzt auf den Wunsch des Reichspräsidenten zurückzuführen, der die Er­ziehung der Jugend zu Zucht, Ordnungsliebe, Kamerad­schaft und Opferbereitschaft für die Gesamtheit als die vornehmste Aufgabe des Staates betrachtet. Er will bei der Jugend vor allem die Liebe zum gemeinsamen Vaterland und zum Boden der Heimat erwecken, das allein ist der Zweck der Jugendertüchtigung. Und in diesem Werke wird sich der Reichspräsident auch durch die böswilligen Hetzereien der französischen Regierung nicht irremachen lassen.

Absturz eines Geilbahnzuges

Das Förderseil gerissen.

Tambach-Diekharz (Thüringen), 30. September.

An der Drahtseilbahn der Harksteinwerke Tambach-Diet- harz, die den Speicher am Bahnhof mit dem Steinbruch verbindet und etwa 7,5 Kilometer lang ist, ritz aus noch nicht geklärter Ursache unweit der Verladestelle das Förder­seil. Alle 108 beladenen Förderkörbe, jeder etwa 12 Zent­ner schwer, stürzten aus einer Höhe von 40 Metern in die Tiefe. Glücklicherweise sind Menschen nicht zu Schaden ge- kommen. Ein an der Strecke auf einem Mast arbeitender Aufseher konnte sich im letzten Augenblick durch Abspringen

! Mehrere auf das Feld niederstürzende Körbe gefähr- Ken dort beschäftigte Erntearbeiter. Eine Landstraßen- tzoerbrücktmg wurtze von einem der Körbe durchschlagen.

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Bereite eine kalte Perfillauge. 1 Eßlöffel persil auf je 2 Liter Wasser. Wasche das Wäschestück kurz durch, vermeide Reiben und wringen.

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Ist abends der Himmel grau, ohne Sterne, dann ist der Ziegen nicht mehr ferne.

Neue Hindenburg-Marke.

Am 1. Oktober gelangen sieben neue deutsche Marken mit dem Kopf des Reichspräsidenten an den Postschaltern zur Ausgabe.

Hindenburg-Gedenkmünze.

Anläßlich des 85. Geburtstages des Reichspräsidenten von Hindenburg gelangt durch die Zentralwerbestelle Deutscher Gedenkmünzen Berlin eine nach dem Entwurf des Professors Oskar Gloeckler von der Preußischen Staatsmünze Berlin geprägte Gedenkmünze in Bronze und Silber zur Ausgccke.

Wirbelsturm über Psrionco

Ueber 200 Tote. Riesige Zerstörungen in der Hauptstadt.

San 3uan, 29. September.

Von einer schweren Wirbelsturmkatastrophe wurde die Antilleninsel Portorico heimgesucht. Ein Orkan von nnge- wöhnlicher Stärke raste über die Gegend und machte alles dem Erdboden gleich. Bisher forderte der Tornado über 200 Tote, über taufend Verletzte wurden aus den Trümmern der zerstörten Häuser geborgen. Die gesamte Ernte von Früchten und Kaffee ist vernichtet.

Am schwersten von dem Unglück betroffen sind A r e - c i b o und F a j a n d o, hauptsächlich das Gebiet zwischen Fajando und Carolina, wo alle Städte dem Erdboden Keichgemachr sind. Hunderte von Obdachlosen irren hilf-- los in den Straßen umher.

Die Hauptstadt San Juan bietet den Anblick vollkom­mener Zerstörung. Die Stadt ist ohne Wasser, Licht und Fernsprechbelrieb. Die Dächer der Lagerhäuser sind forkge- kragen, die Warenlager durch die Wolkenbrüche stark be- schädigt. Die Instrumente der meteorologischen Büros sind durch den starken Sturm weggefegt worden, das Büro selbst ist vollkommen überschwemmt.

Hilfeleistung ist organisiert worden von Kirchen und Schulen, deren Gebäude in Lager für die Obdachlosen um- gebildet worden sind. Das amerikanische Rote Kreuz schickt Zucker, Kleider und Medikamente durch ein Kriegsschiff. Ebenso nehmen die Armee und die Marine der Vereinigten Staaten an der Hilfeleistung teil. Gefangene helfen der Bür­gergarde beim Treimachen der zerstörten Straßen.

Die Zerstörungen sind größer als im Jahre 1928, als schon einmal ein Wirbelsturm die Insel verwüstete. Man schätzt den Sachschaden auf viele Millionen Dollar. Leider ist zu befürchten, daß derSchaden noch größer wird, da der Wirbelsturm seinen Weg nach Haiti genommen hat und die dominikanische Republik bedroht. In großer Furcht sehen die Einwohner der Naturkatastrophe entgegen.

Das Erdbeben auf dem Balkan

Das schwere Erdbeben, das auf dem Balkan wütete, läßt sich in seiner Auswirkung noch nicht restlos übersehen, da die telephonischen Verbindungen unterbrochen sind. Je­doch läßt sich schon soviel sagen, daß die Verwüstungen am größten aus der Halbinsel C h a l c i d i c e sind.

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So wircTs gemacht:

Spüle gut in kaltem Wasser. Etwas Rüchenessig im ersten Spülwasser frischt die Farben auf.

Drücke das Stück vorsichtig aus nicht wringen und rolle es mehrmals in Tücher ein und aus.

Wollsachen richtig in Form ziehen, auf tuchbedecktem Tisch liegend trocknen lassen, niemals wolle auf Wolle.

Runstseidene Sachen noch feucht mit mäßig warmem Eisen unter Ruflage eines Tuches bügeln.

hier wurden 23 Ortschaften zum größten Teil zerstört. Die Zahl der Todesopfer wird auf 150 geschätzt. Die Ein­wohner wurden von der Naturkatastrophe im Schlaf über­rascht und konnten sich, da schon der erste Schlag zahlreiche Häuser umlegte, nur mit Mühe ins Freie flüchten. Es ent- stand eine ungeheure Panik, die sich dauernd vergrößerte, da das Beben fast drei Stunden anhielt. Auch am anderen Tage waren noch Erdstöße wahrzunehmen, so daß die ge- ängstigten Bewohner nicht wagen, in die Häuser zurückzu- kehren. Das historische Kloster auf dem Berg Athos ist stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Eine unbewohnte Insel ist im Meer versunken.

Llnwetter in Oberitalien

Ein hessiges Unwetter, das über den Gegenden von Pi- stoja, Prato und Obertal des Mugello niederging, hat in einigen Ortschaften Ueberschwemmungen verursacht und stellenweise den Verkehr unterbrochen. Im Oberta! des Mugello sind zwei Brücken eingestürzt. Man befürchtet, daß Menschenleben zu beklagen sind.

Neue Erdstöße auf Ehalkidike

Etwa 200 Todesopfer. Schwierige Hilfeleistung.

Athen, 30. September.

Neue Erdstöße in Griechenland haben die Einwohner­schaft in panikartigen Schrecken versetzt. Tausende befinden i sich auf der Flucht von der Halbinsel Ehalkidike, auf der das l Erdbeben weil größere Verwüstungen angerichlet hat, als man zuerst angenommen hat, Die Zahl der Toten ist aus : etwa 200 gestiegen. Ueber 2500 Häuser sind eingestürzk oder so beschädigt, daß sie unbewohnbar sind.

Ein kleiner Fluß in der Nähe von Jerissos ist infolge des Erdbebens verschwunden. An verschiedenen Stellen sind mineralhaltige Quellen entstanden. In dem Dorf M a h a l a hat sich der Boden um zwei Meter erhöht, s Die Verbindungen mit dem Berg Athos sind wiederherge- : stellt. Die historischen Klöster sind unbeschädigt geblieben, i Einige Stunden vor der Erschütterung begannen die war­men Quellen von Apollonia so reichlich zu fließen, daß in der Nachbarschaft

Ueberschwemmungen

eintraten, während der Arnaria-See, der 60 Kilometer vom Mittelpunkt des Erdbebengebiets entfernt lag, austrocknete.

Die Hilfeleistung gestaltete sich ungeheuer schwierig und ist vom Lande her nur unter Ueberwindung vieler Hinder­nisse möglich. Infolge ausgedehnter Erdrisse bleiben die : Beförderungsmittel einfach stecken. Man versucht daher, die Opfer aus dem betroffenen Gebiet möglichst auf dem Wasser­wege abzutransportieren. In Eavalla ist der griechische Tor. pedoboolzerstörerPergamos" eingetroffen. Er hatte 50 Menschen an Bord, die bei dem Erdbeben auf der Halbinsel Ehalkidike verletzt worden sind. Ein Verletzter ist unter­wegs gestorben.

Frankreich und England haben ebenfalls ihre Hilfe zugssagt. Der französische Ministerpräsident überwies persönlichen Beitrag ftur Unterstützung der Opfer des Erdbebens. Alle verfügbaren Schiffe der englischen Mittelmeerflotte haben Befehl erhalten, sich zur Hilfeleistung zur Verfügung zu stellen. Fünf britische Zerstörer sind bereits an der Küste von Ehalkidike eingetroffen, während die übrigen britischen Seestreitkräfte im Mittelmeer, soweit sie sich bei Mudros im Aegäischen Meer befanden, unterwegs nach der Halbinsel Ehalkidike sind.

Ueberschwemmungen in Italien

Aus vielen Teilen Italiens kommen alarmierende Nach­richten über ungeheure Ueberschwemmungen, die durch die schweren Gewitter der letzten Tage und das Hochwasser der Flüsse verursacht wurden. Die Eisenbahnlinie RomBologna war wegen Gefährdung einer Brücke unterbrochen. In der Umgebung von Bologna wurde ein alter Mann von den reißenden Wassermassen eines Flusses überrascht und ertrank.

Schließung der Notschächte. In den nächsten Tagen werden in Ostoberschlesien sämtliche von den Arbeitslosen errichteten Notschächte zugeschüttet. Ein Teil der Schächte soll vorher gesprengt werden. Bereits Anfang dieser Woch» mußte die Förderung in den Notschächten völlig eingestellt werden. In ganz Ostoberschlesien befinden sich über 2006 Notschächte, in denen rund 10 000 Erwerbslose arbeiten.

Typhuserkrankungen im polnischen Heer. Unter den Soldaten der Kattowitzer Garnison ist eine Bauchtyphus- Epidemie ausgebrochen, die bis jetzt fünf Todesopfer gefor­dert hat. Insgesamt hat man bis jetzt 88 Erkrankungen gezählt.