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Einigungsvorschtag in Giresa

Deutsch-französisch-italienische Formel.

Slresa, 14. September.

Dem Wirtschaftskomitee der Konferenz von Stresa lag ein Linigungsvorschlag der deutschen, italienischen und fran- Mschen Delegation vor, der eine Synthese zwischen dem Msereyzen- und dem Kontributionssystem darstellt.

Der österreichische und der schweizerische Vertreter er- Mten sich damit einverstanden, wobei der schweizerische Ver- ireter dem deutschen Delegierten ausdrücklich zustimmte. Der tschechoslowakische Vertreter stimmte dem rumänischen Dele- qierten zu, der den Plan grundsätzlich annahm, aber die be­kannten Vorbehalte dazu machte Holland, England und Bel­gien sind jetzt aufgefordert worden, ihre grundsätzliche Stel- inngnahme zu dem Vorschlag bekanntzugeben. In dem Fi­nanzkomitee gehen die Verhandlungen über den zu erstatten­den Bericht weiter.

Vramaiische Rettung aus Seenot

Ein Deutscher ertrunken.

London, 14. September.

Ein in Emden eingelaufener französischer Frachtdampfer hat einen schiffbrüchigen englischen Ingenieur namens Flet- cher, der mit seiner Motorjacht nördlich von Schouverbank Feuerschiff gekentert war, gerettet und nach Emden gebracht.

Die Rettung des Schiffbrüchigen gestaltete sich sehr dra- matisch. Er selbst und sein Begleiter, der Hamburger In­genieur Robert Schreiber, hingen, als der französische Dampfer in Sicht kam, an der Bordtakelage der umgeschla- genen Jacht. Infolge der stürmischen See war es unmög­lich, ein Boot zur Rettung der Schiffbrüchigen auszusetzen, doch gelang es der Besatzung unter großer Anstrengung mittels Rettungsringen und Strickleitern über das Seefall­reep eins Verbindung mit den beiden herzustellen.

> Ilel'cher konnte an Bord genommen werden. Jnge- aimr Schreiber dagegen war indessen derart erschöpft, daß er etwa in halber Höhe der Leiter wieder ins Wasser zurück- äel und ertrank.

Gorgulows Begnadigung abgelehnt?

Gerüchtweise verlautet, daß der Präsident der französischen Republit die Akten über den Fall Gorgulow ohne Unterschrift an das Justizministerium zurückgesandt habe. Das würde bedeuten, daß der Staatschef die Begnadigung des Mörders abgelehnt hat. 5n einem solchen Fall ist es üblich, die Hinrichtung spätestens drei Tage nach der Ablehnung der Begnadigung zu vollziehen. Gor- gut'om dürfte also spätestens am Donnerstag hingerichtet werden, man das Gerücht zutrifft.

Neue Südamerika-Fahrt desGraf Zeppelin". Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist unter Führung von Kapitän Lehmann mit neun Passagieren an Bord in Friedrichshafen >u einer neuen Südamerikafahrt, die diesmal von Pernam- >uco bis nach Rio de Janeiro ausgedehnt wird, aufgestiegen, infolge ungünstiger Wetternachrichten war der Start um !4 Stunden verschoben worden.

Ein umständliches Verkehrsunglück. An der Nähe des Flugplatzes in Weimar wurde plötzlich die Lichtleitung eines lersonenkrastwagens unbrauchbar. Ein Motorradfahrer,sah en in der Mitte der Straße haltenden unbeleuchteten Wagen ücht und fuhr auf. Bei dem Sturme löste sich der Tank- icrschluß und das herauslaufende Benzin entzündete sich an ier Karbidlampe des Motorrades. Nun ereignete sich eine kxplosion, die das Motorrad vollständig vernichtete. Der zahrer wurde zwar verletzt, ist aber durch entschlossenes Zu- steifen seines Sozius vor dem Verbrennungstode gerettet rothen.

Schwere Zusammenstöße bei einer Versteigerung. Im usammenhang mit der Versteigerung eines Hofes kam es n Kellinghufen (Schleswig-Holstein) zu ernsten Zusammen- ößen zwischen Landleuten und Polizei. Dabei wurden zwei solizeibeamte durch Steinwürfe schwer verletzt. Die Be­amten machten in der Notwehr von den Waffen Gebrauch, edoch wurde von den Demonstranten niemand verletzt. Die Sollet, die sich einer Menge von etwa 2000 Personen gegen- ibersah, nahm eine Anzahl Verhaftungen vor. Die Ver- teigerung ging, nachdem der Polizeischutz in Wirksamkeit getreten war, in Ruhe vor sich.

Ehemaliger Fremdenlegionär als Mörder. Der 26jäh= tige Erwerbslose Ernst Prell aus Katernberg bei Gelsen- irchen ist unter dem Verdacht verhaftet worden, die Mord­tat an dem 2Mhrigen Wirtssohn Hense, der am 8. Septem­ber ermordet aufgefunden wurde, begangen zu haben. Prell st im Jahre 1929 aus der französischen Fremdenlegion ent- tohen und wegen Körperverletzung verschiedentlich vorbe- traft. Er wurde dem Amtsgericht Gelsenkirchen zugeführt, gegen ihn Haftbefehl erlassen hat.

»Do. I in Düsseldorf. Das FlugschiffDo. X" ist in Düsseldorf zu einem etwa einwöchigen Aufenthalt einge- twsfen.

Riesen-Unkerschlagungen in Prag. Die beiden Sekre­täre des Verbandes der Lebensmittelindustrie Franz Von- y und Dr. Holub in Prag find unter dem Verdacht, °00 tschech. Kronen unterschlagen zu haben, festgenom- Wen worden.

Warenmarkt.

Mittagsbörse. (Amtlich. > Getreide und Oelsaaten per 1000 Ä tonst per 100 Kilo in Reichsmark ab Station: Weizen Aark. 205-207 (am 12.9.: 206-208). Roggen Mark. 160-162 l»l-7163). Braugerste 174-184 (174-184). Futter- und »riegerfte 167173 (167-173). Hafer Mark. 136-141 1^141). Weizenmehl 2530 (24,75-30). Roggenmehl 5^-24 (21,75-24). Weizenkleie 10-10,40 (10 bis M. Roggenkleie 8,408,90 (8,408,90). Viktoriaerbsen JA (21-2'4). Futtererbsen 14-17 (14-17). Wicken 17,20 Ä Leinkuchen 10,60-10,70 (10,60-10,70). ErdnUßkuchen 7 Prozent ab Hambnrg 11,70 (11,70). Erdnußkuckenmehl ab wnburg 11,90 (11,90). Trockenschnitzel 9,20-9,50 (9,20-9,50). ^labohnenschrot 11,30-12,10 (12-12,20).

gen und Stroh.

h ^Amtlich.) Erzeugerpreise für 50 Kilo ab märkischer Sta- .»frei Waggon für den Berliner Markt in Reichsmark: Mtgepreßtes Roggenstroh 0,65-0,80, desgl. Weizenstroh ~0,60, desgl. Haferstroh 0,500,60, desgl. Gerstenstroh 'J"0,60, gebündeltes Roggenlangstroh 0,650,85, bindfaden, Zreßtes Roggenstroh 0,50-0,70, desgl. Weizenstroh 0,45 ,355. Häcksel *,301,45. Handelsübliches Heu, gesund und 1,, gutes Heu, gesund und trocken, erster Schnitt £"2,15, zweiter Schnitt 1,301,50. Luzerne lose 2,002,30. Äotw> lose 2,102,40. Kleeheu, lose 1,90 2,20. Draht- Prßtes Heu 40 Pfennig über Notiz. - Tendenz: Stroh wußtet, Heu ruhig.

Turnen und ©Dort

T u r n e r ha n d b a l l. Tv. Meerholz Tv. Schlüch- : tern 6 :4 (4:1). Am vergangenen Sonntag holte sich I lSchlüchtern seine erste Niederlage in der diesjährigen Ver- ' bandsserie. Meerholz setzte mit überraschend flottem Tempo ein, hatte auch den Wind für sich und konnte schon in den ersten Minuten mit 2 Treffern in Führung gehen. Das dritte Tor für M. war ein klares Abseitstor, wurde jedoch vom Schiedsrichter gegeben. Schlächtern kam wegen des starken Gegenwindes nicht recht zur Entfaltung, brächte es daher auch nur zu. einem Treffer. (Ein zweites Tor wurde aufgrund der Aussage des Torrichters nicht gegeben! Die Zweite Halbzeit brächte Schlächtern wohl einmal den Aus= gleich, doch kommt M. durch zwei schöne Tinzelleistungen ZUm 5. und 6. Erfolg und damit zu den zwei Punkten, die ihm die Führung in der Tabelle bis auf weiteres sichern. Am nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr spielt hier Tv. Iahn" Gondsroth. Nach dem Tabellenstand zu urteilen, ist diese Mannschaft ein nicht leicht zu nehmender Gegner. Ein spannender Kampf steht daher in Russicht. Iedem Sport­freund ist der Besuch dieser Veranstaltung zu empfehlen.

Tabellenstand nach dem u. 9. 32.

Spiele gew.

verl.

unent

Punkte

T. V. Meerholz

3

3

6:0

T. V. Gondsroth

2

2

4:0

Tgs. Niederrodenbach

3

2

1

4:2

T. V. Schlächtern 1861

3

1

1

1

3:3

T. V. Lieblos

4

1

2

1

3:5

Tgm. Neuenhaßlau

2

1

1

2:2

T. V. Gelnhausen

3

2

1

1:5

Der Klein Kaliberschützenverein Schläch­tern hielt am 3. und 4. Sept., von schönem Wetter begün­stigt, sein erstes Preisschiehen ab. Die Beteiligung war sehr stark und die erzielten Ergebnisse als gut anzusprechen. Fol­gende Schützen erhielten preise:

Rltschützen (über 21 Iahre): 1. pr. Fr. Drusche!, Schlüch- tern 68 Ringe; 2. pr. 3. Abam, Schlächtern 68 R.; 3. pr. 3. Dorn, Elm 68 R.; 4. Pr. Rosenberger, Hohenzell 66 R.; 5. Pr. K. Alt, Drafenberg 66 R.; 6. pr. W. Gerbig, Schlächtern 66 R.; 7. pr. Fr. Reinhardt, Schlächtern 65 R.; 8. Pr. L. Garbas, Schlächtern 65 R.; 9. Pr. A. Dörr, Schlächtern 65 R.; 10. pr. W. Lasermann, Schlächtern 64 R.; 11. pr. Förster Molle, Weichersbach 64 R.; 12. pr. Fr. Weitzel, Schlächtern 63 R.; 13. Pr. E. Schulz, Schläch­tern 63 R.; 14. Pr. Weidling, Sterbfritz 63 R.; 15. pr. Gmmert, Sterbfritz 63 R.; 16. Pr. H. Wild, Tim 62 R.; 17. pr. H. 3ipf, Schlächtern 62 R.; 18. Pr. R. Rreß, Elm 61 R.; 19. Pr. Fr. Müller, Schlächtern 61 R.; 20. Pr. H. Simon, Hohenzel! 61 R. Iungschätzen (1721 Iahre): 1. pr. h. Fehl, Schl. 63 R.; 2. Pr. G. Luft, Schi. 62 R.; 3. pr. Strott, Weichersbach 62 R.; 4. Pr. Glock, Weichersbach 61 R.; 5. pr. Steinbad), Schl. 61 R,^ pr. .G. Alt, vraMbE. 54 R.; 7. pr. Fr. Venhard, Schl. 52 R.; 8. Pr. 3. Rüder, Hohenzell 52 R. Iugendschätzen und Schüler (unter 17 Iahren): 1. pr. H. Rasch, Schl. 52 R.; 2. pr. H. Freund, Schl. 45 R.;

3. pr. Q. Gerbig, Schi. 45 R.; 4. pr. H. Walter, Schl. 35 R.; 5. pr. H. Venhard, Schl. 31 R.

Schnellfeuerschießen (5 Schuß in 1 Minute auf Ring= strichscheibe): 1. pr. Förster Molle, Weichersbach 55 R.; 2. pr. W. Gerbig, Schi. 54 R.; 3. Pr. K. Iost, Gberkal- bach 53 R.; 4. Pr. E. Schulz, Schl. 50 R.; 5. Pr. R. Rohl- ) städt, Schl. 50 R.; 6. pr. K. Alt, Drafenberg 49 R.; 7. 1 Pr. Fr. Drusches, Schl. 48 R.; 8. pr. 3. Dorn, Elm 48 R.; 9. pr. R. Rreß, (Elm 46 R.; 10. pr. E. wester, Sckl. . 44 R.; 11. pr. 3. Abam, Schl. 40 R.; 12. pr. A. Dörr, Schl. 36 R.

1 Gewinnauszug

5. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche Staats-Lotterie.

Ohne Gewähr Nachdruck verboten

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

30. Ziehungstag 12. September 1932

In der heutigen Schluß-Ziehung wurden Gewinne über 400 M gezogen

2 Gewinne zu 1000 M. und 2 Prämien zu 500000 M. auf Nr. 341576 Ferner fielen:

2 Gewinne zu 50000 M. 157099

6 Gewinne zu 5000 M. 88199 159593 329640

12 Gewinne zu 3000 M. 12602 74804 85000 107613 214401 340125

26 Gewinne zu 2000 M. 1923 27714 88108 105932 105963 135670 > 147091 155984 251157 271231 301966 325292 339700 40 Gewinne zu 1000 M. 6519 7814 13621 14397 32602 53758 56179 57823 68708 100433 115319 163471 191872 271482 282643 303610 328891 336893 366234 386479

72 Gewinne zu 500 M. 567 1212 29465 31835 37265 47909 65593 81277 138457 138788 153912 162617 173397 194552 202156 211056 218501 218783 250182 251264 254247 262676 280839 281333 294753 308086 310039 322434 327030 338069 348909 353924 363791 384677 385117 393460

Schlutzprämien.

Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 3000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II:

13408 46034 58592 103139 108536 113963 118802 122874 129077 131960 134561 135180 140432 144457 158141 161135 165029 172364 175566 184376 194701 201394 222276 229112 231002 249234 255591 266698 271949 273347 275132 277629 281969 282078 292256 299792 306096 306479 309420 314375 317444 323293 332869 357909 369089 379246 387478 391259 392117 396100

Die Ziehung der 1. Klaffe der 40. Preußisch - Süddeutschen (260. Preußifch«nj Staalstottcrie findet am 21. und 2?. Oktober 1932 statt.

Die durch bie Reichstagsauflösung geschaffene Lage , hat den Reichsfunkkommissar Scholz veranlaßt, um jeden ' Rnschein parteipolitischer Rücksichten in seiner Amtsfüh­rung zu vermeiden, im Einvernehmen mit der Parteilei­tung der RSDAp. als deren Mitglied auszuscheiden.

Die Expedition des sowjetrussischen EisbrechersMa- lpgin" hat auf Rudolf-Land (81 Grad 47 Minuten nörd­licher Breite) die nördlichste Wetterwarte der Welt er­richtet.

fius Stadt, Kreis und Provinz

Mitteilungen lokalen Interesses aus dem Ureiegeblet sind für dies« Rubrik willkommen.

Die Mondfinsternis

Wenn das Wetter keinen bösen Streich spielt, werden o'e Freunde der Sternenkunde am heutigen Abend das Schauspiel einer Mondfinsternis bewundern können. Daß die Finsternis gut zu sehen ist, wäre um so mehr zu wün- chen, als sie für über ein Jahr die letzte sichtbare Finsternis sein wird. Zunächst taucht der Mond um 19.05 Uhr MEZ. in den Halbschatten der Erde. Von dieser Verfinsterung ist allerdings nicht viel zu sehen, da die Mondoberfläche immer noch von einer recht beträchtlichen Menge Sonnenlicht ge­troffen wird. Besser ist die erste Berührung des Kernschattens der Erde mit dem Mondrand um 20.18 Uhr zu beobachten. Wer ein Fernrohr besitzt, kann das Eintauchen der Mondkrater in den Schatten gut beobachten. So wird um 20.39 Uhr das RinggebirgeTycho" am Schattenrand lie­gen. Um 22.01 Uhr tritt die größte Phase der Finsternis ein. Rund 98 Prozent des Monddurchmessers sind vom Erd­schatten verhüllt. Für den Astronomen ist diese Finsternis alsopartiell", ihr Eindruck für den Laien kommt aber einer totalen Finsternis fast gleich. Dann wird der am stärksten verfinsterte Teil des Mondes (nahe dem Zentrum des Erd­schattens) in rötlichem Glanz leuchten. Diese Erscheinung kommt daher, daß in der Erdatmosphäre gebrochene und wie beim Abendrot rötlich gefärbte Sonnenstrahlen durch diese Brechung noch in den Schattenkegel der Erde gelangen. Dann wandert der Erdschatten wieder von der Mondscheibe weg, und um 23.43 Uhr tritt der Mond völlig aus dem Kern­schatten der Erde aus, während der Austritt aus dem Halb­schatten erst am Morgen des 15. September um 0.56 Uhr erfolgt.

Wetterberich t. Eine neue Störung liegt bereits vor England. In deren Bereich ist es über England zu ausge­dehnten Regenfällen gekommen. Ruch in unserem Bezirk wird es daher vorübergehend zu Niederschlagstätigkeit kom­men. Da jedoch der Luftdruck von Westen her langsam anfteigt, ist mit einer Beruhigung der Wetterlage zu rech­nen. Russichten für Donnerstag und Freitag: Noch nicht ganz beständig, aber meist freundliches Wetter wahrschein­lich.

Mit dem Wanderschein in der Hand... du den verschiedenen Einrichtungen des Reifens durch bargeld­losen Zahlungsverkehr erinnert sei nur an die MER- Reisegutscheine und die Reisekreditbriefe der Post kommt jetzt eine weitere, die der wandernden Iugend zugule kommt: der Wandergutschein. Der Reichsverband für Deut­sche Iugendherbergen hat einen solchen geschaffen. (Er ist auf einen Wert von 20 psg. normiert und soll in erster Linie dazu dienen, die wandernde Iugend zum Sparen für die Wanderzeit zu erziehen. Der neue Wandergutschein der sich vorzüglich als Geschenk für Iugendliche eignet, ist zur Lösung des Bleibenausweises bestimmt,, mit ihm können also in den Herbergen die Unterkunfts- und verpflegungs- Kosten bezahlt werden. Die Gutscheine werden von den Ortsgruppen einzeln oder in Heften zu 10 Stück ausgegeben. Ihre Dauer ist auf zwei Iahre ausgedehnt. Schon jetd können sich also die Augenblicken einen sicheren Fonds für Wanderungen im nächsten Sommer anlegen.

Gustav-Rdolf-Gedächtnis in den Schulen. Auf Anregung des Evangelischen Gberkirchenrats in Ber­lin hat das preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung folgendes verfügt:Die evangelische Ehri- stenheit wird am Sonntag, dem 6. November, das Gedächt­nis des Todes Gustav Rdolfs in der Schlacht bei Lätzen feierlich begehen. Die Bedeutung dieses Tages läßt es ge= boten erscheinen, im evangelischen Religionsunterricht aller «Schulen dessen zu gedenken, was Gustav Aböls für den Protestantismus getan hat."

Notruf der Blinden! Der Hessen-Naffauifche Blindenbund e. V. veranstaltet auf Grund einer Verfügung des Herrn Oberpräsidenten in der Zeit vom 16. September bis 2. Oktober eine Hausfammlung und vom i. Oktober mittags bis 2-Oktober abends eine Straßensammlung. Dem Bund sind zur Zeit über 400 Blinde teils als Einzelmitglie- der, teils durch die Blindenvereine Dillenburg-Biedenkopf, Frankfurt, Hanau, Kassel, Labn und Westerwald, Rüdesbeim- St. Goarshaufen und Wiesbaden angeschlossen. Der Erlös dieser Sammlung soll in erster Linie dazu dienen, die von den Selbstbilfeorganisationen der Blinden geschaffenen Für­sorgeeinrichtungen für Blinde, die bedingt durch die Verar­mung weitester Kreise unseres Volkes mehr denn je gefähr­det sind, zu erhalten, um so die durch ihre Blindheit schon hart genug betroffenen Menschen nicht vollends der Verzweif­lung anheim fallen zu lassen. Wenn Sie daher in der Zeit vom 15. September bis 2. Oktober von unseren Sammlerin­nen und Sammlern um eine Spende gebeten werden, dann verschließen Sie sich dieser Bitte nicht, dann bedenken Sie bitte, was für einen Menschen bedeutet, in ewiger Nacht wandeln zu müssen, was es heißt, blind und ohne helfende Freunde zu sein. Lassen Sie, die Sie im Vollbesitz Ihrer Kräfte sind, den Notruf der Blinden nicht ungehört verhallen und helfen Sie uns durch Ihre Spende ein klein wenig Sonne in die Herzen der vom Schicksal so sehr benachteilig­ten blinden Volksgenossen zu fragen.

Marburg. (Schwere Veruntreuungen). Der Kaufmann Emil Höhn in Rodheim-Lieber hat in den Iahren 1925 bis 1931, als er die Verwaltung der Rodheimer Verkoppel- ungskasse innehatte, insgesamt 16 845 Mk. veruntreut. Er gab jetzt vor dem hiesigen Schöffengericht seine Verfehlungen teilweise zu und will die Gelder in sein schwer darnieder- lkegendes'Geschäft gesteckt haben. Man hofft, daß ein Teil des Schadens durch Hypothekeneintragungen auf den Grund­besitz des Rngeklagten sowie Bärgschaftsäbernahme seitens n einiger verwandter gedeckt werden kann. Das Urteil lautete [ö wegen Veruntreuung auf 1 Iahr 2 Monate Gefängnis.