$rage und Antwort Gemeinnütziger Ratgeber für jedermann
Bedingungen für die Beantwortung von Anfragen: Der weitaus größte Teil der Fragen wird schriftlich beantwortet, da ein Abdruck aller Ant- Worten räumlich unmöglich ist. Deshalb muß jede Anfrage die genaue Adresse des Fragestellers enthalten. Anonyme Fragen werden grundsätzlich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frage ein Ausweis, daß Fragesteller Bezieher unseres Blattes ist, sowie als Portoersatz der Betrag von 50 Rvf. beizufügen. Für jede weitere Frage, auch desselben Fragestellers, sind gleichfalls 50 Rpf. mitzusenden. Anfragen, denen zu wenig Porto beigefügt ist, werden zurückgelegt und erst beantwortet, wenn der volle Portoersatz erstattet wird. Im Briefkasten werden nur rein landwirtschaftliche und unmittelbar einschlägige Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, die sich nicht dem Rahmen unseres Blattes anpassen, kann Auskunft keinenfalls erteilt werden. Unsere Ratschläge geschehen ohne jede Verbindlichkeit. Die Schriftleitung
Frage: Ziege hat Knochenweiche. Eine sechsjährige Ziege ist seit dem Lammen hauptsächlich auf beiden Vorderbeinen sehr schwach. Meistens ‘liegt sie beim Fressen auf den Knien. Schon vor dem Lammen 'schonte sie die Vorderbeine. Sn diesem Jahr warf sie zum erstenmal drei Lämmer, sonst immer zwei. Lämmer. Das Futter besteht aus Kartoffel- schalen, Tränke aus Weizenkeimen, ein klein wenig Salz sowie in letzter Zeit etwas Zusatz von FutterkaN und Grünfutter. Ueber Winter war das Futter dasselbe, statt Grünfutter Wiesenheu. Ist es ratsam, sie jetzt nochmals zuzalassen. Der Milchertrag ist gut (4 bis 5 Liter je Tag). H. 5). in E.
Antwort: Die Ziege ist an Knochenweiche erkrankt. Tiere mit hoher Milchleistung und von großer Fruchtbarkeit sind den hohen Ansprüchen, welche die Milchbildung und vor allen Dingen die Erzeugung der Lämmer an den Körper stellen, nur bei ganz besonders sachgemäßer Fütterung und Pflege gewachsen. Ihre Fütterung reicht nicht aus, um das sehr leistungsfähige Tier gesund zu erhalten. Mischen Sie sich ein Kraftfutter aus 20 Teilen Sojaschrot, 20 Teilen Erdnußkuchenmehl, 20 Teilen Leinkuchenmehl, 35 Teilen Haferschrot, 5 Teilen phosphorsaurem Kalk. Von diesem Kraftfutter erhält die Ziege täglich 2 bis 3 Pfund, mit etwas Wasser zu einem dicken Brei verrührt, daneben Kartoffelschalen, Grünfutter, Heu und Wasser. Viel Bewegungsfreiheit in der Sonne ist nötig. -Im Stall muß gleichfalls durch ein großes Fenster für Luft und Licht gesorgt werden. Ein Salzleckstein ist anzubringen, um dem Tier Gelegenheit zu geben, sein Sailzbedürfnis stets genügend zu decken. Schm
Frage: Einjährige Katze hat Schnupfen. Die Katze leidet daran schon seit längerer Zeit. Ist er ansteckend für die kleinen Kätzchen? Was kann ich dagegen tun? K. K. in D.
Antwort: Da Ihre Katze nach Ihrer Beobachtung schon lange den Schnupfen hat und die Kätzchen bis jetzt noch nicht erkrankt sind, dürfte es sich um einen nicht infektiösen Najenkatarrh handeln. Da sich Katzen aber schlecht behandeln lassen, möchten wir Ihnen raten, bei einem so geringfügigen Leiden überhaupt von einer Behandlung abzusehen. Sollte der Nasenausfluß aber eitrig werden, müßten Sie Nasenduschen mit einer dreiprozentigen Kreolinlösung metzmals am Tage vornehmen. Weitere Ratschläge entnehmen Sie aus dem bekannten Buch: Dr. Wieland, Die Hauskatze, Preis 8ORpfg., Verlag I. Neumann, Neudamm. Vet. Frage: Anbau von Klee. 15 Morgen meines Dienftackers sind an meinen Nachbar verpachtet. Derselbe hat darauf, soviel ich mich erinnere, Roggen, Hafer, Gerste, Roggen und auch wohl etwas Gemenge angebaut. Alles ohne Stalldung, nur mit etwas Kunstdung. * Der diesjährige Roggen steht leidlich. Ich will das Land wieder selbst bewirtschaften und möchte im nächsten Jahre Hafer mit Einsaat von Klee anbauen. Da ich keine Land- wirtschaft mit Viehhaltung betreiben möchte, so will ich den Klee zur Selbstwerbung verpachten. Ich spare auf diese Weise für zwei Jahre die Beackerung. Im Anschluß daran dachte ich Roggen anzubauen. Welche Arbeiten und welche Dünger sind nötig, um einen guten Erfolg zu sichern? Der Boden ist sicher kalkarm, da Sauerampfer reichlich wächst. Stalldung habe ich nicht. L. Z. in L.
Antwort: Sie haben leider keine Mitteilung über die Bodenbeschaffenheit gemacht. Die angebauten Früchte deuten hin, daß er
Alle Zusendungen an die Lchristleitung, auch Anfragen, sind zu richten an den Berlag J. Neumann, Neudamm tBez. Ffo.)
nicht kleefähig ist. Um Sie aber vor Enttäuschungen zu bewahren, empfehlen wir daher nur Kleegrasmischungen. Ist der Boden klce- sicher, aber zur Zeit nur kalkarm, so verfahren Sie wie folgt: Sofort nach der Ab- erntung des Roggens streuen Sie auf die Stoppel vor dem Umbruch je Morgen 10 Zentner kohlensauren Kaibk. Dann wird die Stoppel umgebrochen und vor Winter die Saatsurche gepflügt. Bei offenem Wetter im Spätherbst wird die Kalkung mit 5 Zentner kohlensaurem Kalk je Morgen (2500. qm) wiederholt. Der Kailk bleibt obenauf liegen. Im März streuen Sie je Morgen noch 2 Zentner Thomasmehl und 1,5 Zentner 4Opro= zentiges Kalisalz. Kalk, Thomasmehl und Kali werden dann sorgfältig durch Grubbern mit dem Boden vermischt. Kurz vor der Hasersaat werden noch 30 bis 35 kg schwefelsaures Ammoniak gestreut und mit der Saat- egge leicht untergebracht. Der Hafer muß knapp gesät werden. 10 bis 12,5 kg. genügen. Wird der Hafer bereits Ende März gesät, dann wird der Klee Mitte Apriil breitwürfig eingesät, noch besser eingedrillt. Kommen Sie erst Anfang bis Mitte April zur Hafersaat, dann können Sie Klee und Hafer zusammen-« mischen und beides zusammen aussäen. Der Boden muß dann aber gut fest gemacht sein, damit der feine Kleesamen nicht zu tief kommt. Erstere Saatmethode wird von vielen Landwirten vorgezogen Ist der Boden nicht ausgesprochen kleefähig, dann wählen Sie für Ihre Zwecke besser eine gute Kleegrasmischung. Vorbereitung des Bodens und Düngung bleibt dieselbe. Als gute Mischung empfehlen wir bei einer Nutzung von zwei bis drei Jahren: Je Morgen 2 kg Rotklee, 1 kg Gelbklee, 1 kg Schwedenklee, 1 kg deutsches Weidelgras, 1 kg Timothy 1 kg Glatthafer und 2 kg Knaulgras. Dr. E.
Frage: Apfelblattfauger. Einige Zrveige des erkrankten Baumes habe ich zur Untersuchung eingesandt. Von 30 Apfelbäumen, die in einer Wiese stehen, sind vier von einer Krankheit befallen, wie beiliegender Ast zeigt. Während alte anderen Bäume kräftig trugen, sind die vier kranken Bäume ohne Früchte. Wie heißt die Krankheit und wie ist sie zu beseitigen? H. W. in M.
Antwort: An dem eingesandten Zweig- stück waren noch die Schädigungen durch den Apfelblattsauger zu bemerken, dessen Bekämpfung vornehmlich im Februar auszuführen ist. Mit einer etwa zehnprozentigen Lösung eines guten’ Obstbaumkarbolineums sind zu dieser Zeit die Bäume so abzuspritzen, daß alle Zweige damit fein überspruht werden. Die eigentliche Ursache der Krankheit liegt aber sicher tiefer. Schon an den jungen Teilen des eingesandten Zweiges war eine Vergrünung der Rinde zu bemerken. Das deutet unbedingt darauf hin, daß der Baum entweder auf zu feuchtem Boden steht oder 'heinie genügend große Baumscheibe um ihn herum gegraben ist. Wenn Bäume nach dem Pflanzen ganz von Gras umwachsen werden, so leiden niete Apfelsorten sehr unter dem entstehenden Luftmangel im Boden. Um den Bäumen auf die Beine zu helfen, muß also in erster Linie eine öfter umzugrabende Baumscheibe angelegt werden, die auch im Herbst zu düngen ist. Sollte ein K Hoher Grundwasserstand (ober auch Ueber« lemmung) die Schuld tragen, dann kann nur eine Entwässerung Abhilfe schaffen. Bei aUebem ist eine Behandlung der Baume im Winter mit Obstbaumkardol in eum gut zur Entfernung von Algen und Moos auf den Zweigen. Srhfd.
Frage: Spargelrost. In meiner Spargel- anlage sind mehrere Pflanzen vom Spargel- rost befallen. Worauf ist diese Krankheit zu- rückzuführen und wie kann sie bekämpft werden? O. H. in B.
Antwort: Zur Bekämpfung des Spargelrostes ist das befallene Kraut im Sommer und'^ Herbst sorgfältig zu sammeln und zu verbrennen. Im Herbst sind die Beete so zu graben, daß alle kleinsten Teilchen mit untergegraben werden. Im Frühjahr wird der Boden nur gelockert, nicht gegraben. Nach dem Stechen und nicht erst beim Erscheinen, der Krankheit, ist die ganze Anlage in Ab- ständen von etwa 14 Tagen einige Male mit 0,5= bis iprozentiger Kupferkalkbrühe zu spritzen. Als Düngung ist alle zwei bis drei Jahre im Herbst je Quadratmeter 300 g Düngesalz, bei schwerem Boden Aetzkalk zu geben. Sofort nach der Stechzeit ist ein Jahr mit Stalldünger, wenn möglich Kuhdünger, das nächste Jahr, falls Kuhdünger knapp ist, mit einem Volldünger, am besten Nitrophoska, je Quadratmeter 60 g zu düngen. Im Herbst ' bis Winter kommt noch alljährlich 30 bis 40 g tOprozentiges Kalisalz und 40 bis 50 g Thomasmehl hinzu. Rz.
Frage: Kamelie leidet unter Pilzbefall. Auf allen neuen Blättern zeigen sich die schwarzen Punkte, wie bei den eingesandten Blättern. Die Kamelie hat keine Knospen gehabt. Die kranken Blätter fallen alle leicht ab. Was kann ich dagegen tun? D. inC.
Antwort: Das eingesandte Blatt war von Blasenfüßen und dem Pilze Phylosticta amnhigena befallen. Zur Bekämpfung dieser Uebelstände schneiden Sie die -stärker be= fallierten Blätter ab und verbrennen diese. Danach spritzen ober waschen i6ie die übrigen Blätter und jüngsten Zweige abwechselnd in Abständen von acht bis vierzehn Tagen mit einprozentiger Kupferkalkbrühe, das andere Mal mit zwei- bis dreiprozentigem Varasitol ober Exodin. Diese Arbeit ist einige Male zu wiederholen. Sollte der Topfballen versauert sein, so ist die Pflanze in moorhaltige Erde umzutopfen. Rz.
* Frage: Brombeerwein ist herb. Eine Weinprobe habe ich zur Untersuchung einge- schickt. Es ivurbe nach folgendem Rezept verfahren: 10 kg Brombeeren wurden gequetscht, danach 500 g Zucker hinzugesetzt und die Beeren acht Tage stehengelassen. Hieraus wurden die Brombeeren ausgepreßt und 6i/2 Liter Saft erzielt. Darauf wurde der Saft in einer 20-Litcr-Gärflaschc unter Zusatz von 1Ü- Liter Wasser sowie 4 kg in 3 Liter kochen- bem Was,er aufgelöstem Zucker zu Wein an-- gesetzt. Die Gürflasche stand an einem warmen Ort. Vorschriftsmäßiger Gärverschluß war vorhanden. Künstliche Hefe war dem Wein nicht hinzugesetzt worden, trotzdem gärte der Wein gut und ist jetzt schon dreimal abgezogen worden, ohne daß sich der sehr herbe Geschmack verliert. Was soll ich tun? H. E in N.
Antwort: Die Probe enthielt 15 Volumprozent Alkohol, ist völlig ausgegoren und- flaschenreif. Der herbe Geschmack rührt von dem in Wild- und Halbfriichtcn reichlich vorhandenen Gerbstoff her, welcher sich durch längere Lagerung vermindert. Ueberhaupt baut sich Brombeerwein erst mit der Zeit aus und bekommt bann einen portweinälmlichen Charakter. Den Gerbstoff durch künstliche Versuche zu entfernen, ist zwecklos, höchstens ein Verschnitt mit einem milden Wein, wie z. B. Stachelbeerwein, Prof. Dr. Ks.
Allgemeine Leitung für Landwirtschaft, Gartenbau und Hauswirtschaft
4i.2adrg. Schriftleitung: Oetononlierat Grundmann, Neudamm • Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Blatter wird gerichtlich verfolgt (Beleg vom 19. Juni 1901)
1932
Einwandfreies Schlachten des (Geflügels, feine Verwertung und die Anforderungen, die der Markt an das Gchlachtgefliigel stellt
Von Diplomlandwirt Dr. A. Albrecht Mit vier Abbildungen
Einige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind deshalb schwer verkäuflich oder erzielen keinen ihrem Wert entsprechenden Preis, weil sie in einer Form auf dem Markt erscheinen, die den heutigen Ansprüchen der städtischen Käuferschast nicht entspricht.
Ich habe mir in jetziger Zeit, also in der Zeit, in der das bäuerliche Schlachtgeflügel verkauft wird, einige Wochenmärkte west- und mitteldeutscher Städte daraufhin angesehen, in welcher Art dort das Geflügel angeboten wird. Leider mußte ich feststellen, daß gut hergerichtetes Geflügel nur in verschwindend geringer Zahl vorhanden war. Drei Fälle, die den deutlichen
Abbildung 1. Einwandfreies Schlachten dur ch Schnabelschnitt
A Aufhängebügel (Schlachthaken) für Geflügel
Beweis dafür brachten, wie schlechte Aufmachung die Kauflust beeinträchtigt, sind mir besonders gut in Erinnerung: Eine schlecht befleifchte Ente, die dazu einen großen Teil ihrer Haut beim Rupfen hatte lassen müssen, sollte einer Käuferin aufgeschwatzt werden. Sie lehnte sie ab. Ein geschlachtetes Hähnchen, das rotfleckig war und dem am Kops noch das Blut vom Schlachten anhaftete, würbe ebenfalls zurückgewiesen; es zierte den Markt noch am Nachmittag. In einem Masten standen lebende weiße Enten schweren Schlages mit recht gutem Fleischansatz zum Verkauf. Das Gefieder der Tiere war jedoch derartig beschmutzt, oaß manche Stadtfrau davor zurückschrecken muffte. Ihre Kauflust wurde bestimmt durch diesen Anblick nicht gereizt, ein Fehler, der durch ganz geringe Mühe, eine bessere Einstreu, hätte abgestellt werden können.
Wir dürfen uns deshalb auch nicht wundem, wenn der Verbrauch an Geflügelfleisch je Kopf
der Bevölkerung bei uns in Deutschland viel geringer ist als z. B. in England und Amerika, und wenn trotzdem jährlich noch für viele Millionen Mark Qualitäts-Schlachtgeslügel aus dem Ausland eingeführt wird. Der Verbrauch an Geflügelfleisch und der Absatz guter deutscher Ware muß demnach noch steigerungsfähig sein. Diejenigen Käufer, die gewohnt sind, ihr Schlachtgeflügel regelmäßig aus guten Farmbetrieben zu beziehen, haben bereits die großen Vorzüge deutschen Qualitätsgeflügels kennengelernt gegenüber der ausländischen,' gefrorenen Ware. In diesen Haushaltungen ist das zarte Geflügelfleisch heute auch schon viel begehrter als früher.
Welche Wege müssen wir nun einschlagen, um dem deutschen Schlachtgeslügel einen dauernden Absatz bei relativ guten Preisen zu sichern? Dazu ist die Erfüllung verschiedener Bedingungen notwendig.
Der bäuerliche Geflügelhalter, in dessen Händen sich die Hauptmasse des Geflügels befindet, muß es auch lernen, sein Schlachtgeflügel schön und appetitlich angerichtet auf ben Markt zu bringen. Das vorschriftsmäßige Schlachten und Dressieren (Herrichten des geschlachteten Geflügels) erfordert allerdings einige Übung. Daß es aber auch sozusagen „nebenberuflich" von jeder Landwirtsfrau erlernt werben kann, das beweisen einige Gegenden, Wie z. B. Sussex in England und die Umgebung von Hamburg, wo die Mast und das Schlachten feinster Qualitäten von Geflügel von kleinen Geflügelhaltern neben ihrem eigentlichen Beruf ausgeführt wird. Die Vorbedingung für das gute Aussehen des verkaufs- fertigen Tieres bildet das richtige Ausgaugs- material. Durch Krankheit abgemagertes und notgeschlachtetes Geflügel kann durch das geschickteste Dressieren nicht zu appetitlicher Verkauss- ware gemacht werden. Es gehört nicht auf ben Markt, da es nicht allein dem Verkäufer das Geschäft, sondern auch dein Verbraucher ben Appetit am Geflügelfleisch gründlich verdirbt. Es komnien also nur gut fleischige oder fette Tiere in Betracht. Am meisten bevorzugt werden Rassen mit hellem Gefieder und hell fleischfarbiger Haut. Bei dunkel gefiederten Rassen lassen sich Jungtiere imb • alte, die in der Mauser sind, häufig nicht schön herrichten, da die dunklen nachstoßenden Kiele der Haut ein schmutziges Aus- seheri- verleihen.
Wer zum ersten Male schlachtet, rupft und dressiert, der nehme sich am besten ein altes Suppenhuhn vor, da sich diese am leichtesten zurechtmachen lassen. Wo Gelegenheit dazu ist, lasse man sich die richtige Ausführung von einer gelernten Person zeigen.
Aber auch an Hand einer Beschreibung und geeigneten Bildmaterials läßt sich das richtige
Schlachten, Rupfen und Dressieren lernen. Das Huhn wird, wie es Abbildung 1 zeigt, an einer Schlinge oder einem Schlachthaken aufgehängt. Durch einen Schlag auf den Kopf wird es betäubt, die linke Hand ergreift sofort den Kopf des Huhnes — Kamm nach unten, Kehllappen nach oben — und hält durch einen Druck hinter dem Schnabel denselben auf. Die rechte Hand fährt nun mit einem möglichst zweischneidigen oder anderen spitzen Messer durch ben Schnabel in den Hals und schneidet in schräger Richtung zum Schnabel von oben nach unten die beiden Hals- schlagadern durch. Man kann schräg nach links und rechts schneiden; bei der nötigen Übung trifft
C
Abbildung 2
Schmerzloser, sofort wirkender und hygienischer Schlachtschuitt
A Halsinnenschnitt, B Gehirnschnitt, C zweischneidiges Schlachtmesser
man jedoch die beiden Schlagadern mit einem Schnitt. Alsdann sticht man sofort durch die Gaitinenspalte an der Stelle zivischen ben Augen in das Gehirn, wodurch das Tier sich leichter rupfen läßt. Abbildung 2 zeigt, wie beide Schnitte ausgeführt werben. Diese Schlachtmethode hat den Vorteil, daß keine äußerlich sichtbare Wunde entsteht. Sie kann bei allen Arten von Geflügel angewendet werden. In Emgland tötet man häufig durch llmdrehen des Genickes. ?luch hierbei findet Verbluten statt, das Blut sammelt sich jedoch int Hals.
Nach dem Ausbluten beginnt sofort das Rupfen; ein Überbrühen mit heißem Wasser darf bei Verkaufsgeflügel nicht stattfinden. Sinn