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flus Stadt, Kreis und Provinz

Mitteilungen lokalen Interesses aus dem Kreisgebiet find für diese Rubrik willkommen.

Die schlechte Kunst des Lügens (

Man muß dem Zeugenverhör einer größeren Gerichts­verhandlung beiwohnen, um ermessen zu können, wieviel und wie oft leichtfertig die Unwahrheit gesprochen wird, und man wird gleichfalls dabei feststellen können, wie offensicht­lich und plump alle diese Lügen sind. Lügen ist eine schlechte Kunst, und wer sie schon betreiben will, muß ein gutes Ge­dächtnis haben! Wüßten viele Menschen, wie leicht man sie durchschaut und wie minderwertig sie durch solche Unwahr- Haftigkeitsmanöver erscheinen, sie würden es sich für immer und ewig abschwören noch eine einzige Unwahrheit über ihre Lippen kommen zu lassen. Aber das schlimme ist ja eben, daß die Menschen das nicht wissen, daß sie glauben, der Andere habe den Eindruck unbedingter Richtigkeit und Zuverlässig­keit. Das ist das Geheimnis, warum immer und immer wie­der gelogen wird. Würde der Richter seinem Zeugen jedes­mal wenn er ihn bei einer Unwahrheit ertappt hat. ins Ge- ficht sagen:Ich glaube Ihnen das nicht, lieber Freund! Was Sie da sagen kann nicht stimmen!" Ich bin überzeugt davon, es wäre ein abschreckendes Mittel. Aber Rich­ter kennen die Menschen wie keine anderen; sie wissen, daß die Aussage mit der Lüge sooft Hand in Hand geht, darum sind sie schon müde des ewigen Ermahnens und Erinnerns. Sie machen sich ihren eigenen Vers, und nur im Urteil kommt nicht selten zum Ausdruck, wie die Glaubwürdigkeit des einen oder anderen Zeugen zu bewirten war. Vor Ge­richt gibt es Notlügen,^Lügen aus Nächstenliebe, weil man vielleicht einen guten Freund nicht hereinreißen will, oder weil man seinen Gegner, der da auf der Anklagebank sitzt, nur zu gerne eins auswischt. Und sehen wir ins Leben hin­ein; beurteilen wir die Menschen um uns, Menschen in unse­rem Bekanntenkreise, im Geschäftsverkehr, solche, die sich unsere Freunde nennen, überall versuchen sie ihre schlechte Kunst des Lügens zu offenbaren. Jene Leute im Mittelalter, die einmal die schwarze Kunst des Zauberns betrieben, sie wurden entweder für vogelfrei erklärt oder öffentlich zur Schau gestellt. Man sollte auch die Lügner von heute künf­tighin öffentlich zur Schau stellen, unsere Zeit würde viel­leicht wieder ehrlicher, die Menschen wahrheitsliebender wer­den!

Rechtsenischeide in Mieierschuhsachen

Folgende neue Rechtsentscheide des Kammergerichts in Mleterschutzsachen, beide vom 25. Juni d. I., seien des all­gemeinen Interesses wegen hier mitgeteilt: Gegen eine Ent­scheidung des Mieteinigungsamtes über die Kosten des Ver­fahrens steht den Beteiligten die Rechtsbeschwerde nur zu, wenn die Kostenentscheidung zugleich eine Entscheidung über die Hauptsache bedeutet und die Rechtsbeschwerde sich auch hiergegen richtet (17. Y 13/32). - Ist bei der Festsetzung eines Zwangsmietvertrages gemäß § 4 Abs. 2 des Woh- nungsmangelgefefees angeordnet, daß die Gemeinde an Stelle des Wohnungsuchenden als Mieter gilt, so ist eine Inanspruchnahme der Wohnung als unbenutzt oder als dem­nächst unbenutzt werdend (§ 5 Abf. la des Berliner Woh­nungsnotrechts vom 23. 12. 1931) nicht deshalb zulässig, weil die Gemeinde dem Vermieter den Zwangsmietvertrag gekündigt hat. Auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des etn= ^'Anen Wohnungsuchenden kommt es dabei nicht an

Y 14/32).

Wetterbericht. Starke Erhitzung und damit ver­bundener kräftiger Luftdruckfall löste gestern einen Vorstoß kühlerer maritimer Luftwaffen aus. Sie führten bei ihrem Eindringen in die überhitzte Luft auch in unserem Bezirk und zwar vornehmlich in der Nacht zum Sonntag vielfach zum Auftreten von Gewittern, denen sich am Sonntag noch einige Nachregen anschlossen. Die HauptniederschlagSlätigkeit war. jedoch im wesentlichen auf das Rhein-Maingebiet be­schränkt. Zunächst kommen wir wieder mehr unter den Ein­fluß des z. Zt. mit seinem Kern über England liegenden Hochdruckgebietes. Witterungsaussichten für Dienstag: Viel­fach Frühnebel, sonst vielfach heiter, trocken, tagsüber warm.

Land- und Forstwirtschaft zur Förderung des Ar- beiksdienstes. Beim Reichsausschuß der deutschen Landwirt­schaft, dem die Spitz envetticmde der Landwirtschaft angehö­ren, ist ein Unterausschuß zur Förderung des Freiwilligen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitsdienstes ins Leben ge­rufen worden. Der Ausschuß, dessen Vorsitz in drn Händen des Direktors der preußischen Hauptlandwirtschaftskammer, Regierungspräsident Dr. Graf von Baudisstn liegt, hat die Aufgabe, innerhalb der Land- und Forstwirtschaft den Frei­willigen Arbeitsdienst in jeder Weise zu fördern, Anregun­gen zu vermitteln und eine gemeinsame Stellungnahme in­nerhalb der landwirtschaftlichen Organisationen und ihrer Unterverbände gegenüber den zuständigen Stellen herbeizu- führen. Dem Ausschuß hat sich auch der Reichsverband der deutschen Waldbefitzeroerbände angeschlossen.

Me zeigt sich eine Wurstvergiftung? D e Folgen der Wurstvergiftung zeigen sich meist 4 bis 8 Stunden nach dem Genuß der Wurst. Der Erreger der Wurstvergiftung ist ein sehr heftig wirkendes Gift; es wirkt am stärksten, wenn die mit ihm behafteten Lebensmittel roh oder nicht genügend gekocht genossen werden. Es treten Uebelkeit, Mattigkeit, Leibschmerzen, Erbrechen und Durchfall ein, oft gefellt sich dazu Fieber und Kopfschmerzen. Es können auch ernste Nervenstörungen eintreten, die sich durch Schielen, Versagen der Augenlider, Störungen der Atmung, Lähmungserschei- nungen im Darm usw. zeigen. Jedenfalls sollte man bei einer Wurst- oder Fleischvergiftung den Arzt sofort zu Rate ziehen.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 29.8. 1932. Der Auftrieb des heutigen Hauptmarktes bestand aus 1250 Rindern, darunter 224 Ochsen, 135 Bullen, 503 Kühen, 338 Färsen, ferner 658 Kälbern, 31 Schafen und 5227 Schweinen. Bezahlt wurde:

Ochsen a 1 3235, 2831, 2427,

Bullen a 2730, 2226,

Kühe a 2427, 2023, 1419,

Färsen a 3336, 2932, 2528,

Kälber b 3740, 3236, 27-31, Schafe

Schweine b 4649, b 4548, 4347, 3845.

Marktverkauf: Rinder ruhig. Kälber und Schafe mittel- mäßig. Schweine ruhig.

vollmerz. (Freitod). Freitag vormittag gegen 7Va Uhr ließ sich auf der Bahnstrecke zwischen Lterbfritz und voll- merz der Gärtnerlehrling Walter Richter aus Mittelsinn von einem Personenzug überfahren. Dein Lebensmüden wurde der Kopf vorn Rumpfe getrennt. Ueber die Ursache des Freitodes ist nichts Näheres bekannt.

F u l d a. Zum Schweinemarkt waren 178 Ferkel auf- getrieben. Die Preise betrugen für Ferkel bis zu 6 Wochen 7 RM., bis zu 8 Wochen u RM. und für solche bis zu 13 Wecken 16 RM. Aeltere Tiere wurden über Notiz be­zahlt. Der Handel war schleppend, es verblieb Ueberstand. Am Buttermarkt bezahlte man für das Pfund Landbut- tcr 1.101.20 RM. Die Eier kosteten 7,58 Pfg. pro Stück.

Schotten. (Abtretung von städtischen Forderungen an Gläubiger der Stabs?) Der Gemeinderat unserer Stabs beschloß, angesichts des fortdauernden Rückganges der Ein­nahmen und des starken Ansteigens der Außenstände, we­gen der Abtretung von städtischen Außenständen an die Gläubiger der Stabt heranzutreten. Das Bürgermeister^ amt soll in Gemeinschaft mit dem Kreisamt die erforder­lichen Verhandlungen führen. Der hier gezeigte weg, um aus der Finanznot der Stabt einigermaßen herauszukom- men, die Abtretung von städtischen Forderungen an die städtischen Gläubiger durchzuführen, ist neuartig. (Es wird sich wohl bald zeigen, ob die Gläubigerkreise gewillt sein werden, diesen weg mitzugehen.

Kassel. (Ein Kinderwagen rollt in die Fulda). Von einem schrecklichen Unglücksfall ist eine hiesige Familie betroffen worden. Die Frau war mit ihrem Dienstmäd­chen an der Waschbleiche an der Zchützenstraße mit Wäsche- aufhängen beschäftigt, wobei der 1 ^jährige Knabe im Kinderwagen in der Nähe der Fulda stand. Beim Bus- sehen von der Arbeit bemerkte man plötzlich, daß der Kinderwagen nicht mehr an seinem platze stand, sondern mit der roten Decke auf der Fulda schwamm. Das Kind war aber inzwischen aus dem Kinderwagen Herausgesal- len und ertrunken. Die sofort auf genommene Luche nach dem Kleinen hatte keinen Erfolg. Die Bergungsabteilung des Karlshospitals bemüht sich weiter um die Bergung der Leiche des Kindes.

Sexkon stieß neuen Weltrekord mit 16,167 Metern! In Free- port (Lang Island) stieß der Olympiasieger Sexton unter offiziel­ler Kontrolle einen neuen Weltrekord mit 53 Fuß !4 Zoll gleich 16,167 Metern.

Deutsche Tennissiege in Luzern. Die Schlußrunden im Herren- einzel des internationalen Turniers in ungern sind eine rein deutsche Angelegenheit, nachdem Lorenz den Franzosen Brugnon 7 : 5, 6 : 3 und Haenfch den Italiener bei Vono 6 : 4, 6 : 4 schlugen. Im Vorfinale stehen von Cramm, Werner Wenzel, Haensch und Lorenz. Der Präger Roderich Wenzel erlitt eine überrafchende Niederlage bei den polnischen Tennismeisterschaften durch den Warschauer Hebda.

Ehmer gewinnt. In Kopenhagen gewann Ehmer ein Drei- meilenrennen vor dem Dänen Knudsen und dem Deutschen Fran­kenstein. Reisiger und Frankenstein belegten den 2. und 3. Platz in einem Ausscheidungsfahren hinter Knudsen, der sich auch das Punktefahrei« gegen Resiger holte. Noch einen dritten Sieg brächte dem Dänen ein Vorgabefahren, in dem Frankenstein geschlagen blieb. Die Amateure Kohlhardt und Kleintjes-Deutschland konnten sich überhaupt nicht plazieren.

Caracciola trifft wieder auf Ruvolari, den großen italienischen Rennfahrer, im Preis von Monza am 11. September. Im glei­chen Rennen starten auch Borzacchini, Campari (beide Alfa Romeo) Varzi (Bugatti), Chiron (Bugatti) und Carl Home (Delage). Ein Mercedes-Benz wird wahrscheinlich von dem Deutschen Broschek gesteuert werden.

Statt jeder besonderen Anzeige.

Montag vormittag 8 Uhr entschlief nach langem, schweren Leiden unser lieber Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel der

Kaufmann

Jacob Hirsch Rothschild im 72. Lebensjahre.

Die tieftrauernden Hinterbliebenen.

Schlüchtern, den 29. August 1932.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 30. August nachmittags 4/t Uhr statt.

BekanntmaMung.

Donnerstag, den 1. September 1932 15 Uhr sollen zu Schlüchtern in der Gastwirt, schüft Adler, Brückenauerstraße: 3 Kühe, 1 Kal- bin, 1 Büffet, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 1 Klei­derschrank, 1 Eckschrank, 1 Spiegelschrank, 1 Schreibtisch, 1 Vertikow, 1 Sofa, I Divan, 1 Standuhr, 1 Vitrine, 1 neuer Sessel, 1 Chaise­longue, 1 Kontrollkasse, 1 Radioapparat mit Lautsprecher, 1 Flurgarderobe, 2 Ausstellungs- schränke, 1 komplett Bein 1 großer Eisschrank, 1 neue Waschmaschine, 1 Scheibenbüchse, 45 Wa­genachsen, 1 4-sitzer Personenwagen, 1 Lastkraft­wagen, verschiedene neue Ackereggen und Acker­pfluge, Oefen und Herde, 1 Partie Schuhwaren u. n. a. B. öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzahlung zwangsweise versteigert werden.

Schlüchtern, den 29. August 1932.

Kirschner, O. G. D., Fuldaerstraße 64.

Möbliertes Zimmer zum 1. September ZU vermieten. Lotichiusstraße 14.

hat abzugeben

Bahnhofstrabe 22.

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Das Berz der Wirtschaft

wird erst wieder alle Adern unseres Volkskörpers kraftvoll durch­pulsen können, wenn das Problem der Arbeitsbeschaffung gelöst ist. Nicht einzelne können dieses große Problem lösen, jeder mul mithelfen am großen sozialen Aufbauwerk. Und jeder kann einen Baustein herbeitragen. Der Kaufmann durch verstärkte Bedarfs- weckung, der Verbraucher durch Unterstützung der Geschäfts­leute, die sich durch absatzfördernde Werbemaßnahmen ein Ver­dienst um die Belebung der Wirtschaft erwerben. Darum sagen wir immer wieder unseren Lesern: Unterstützt die in der Schlürft ferner Zeitung werbenden Kaufleute bei allen Einkäufen 1 Wa inseriert, ist fortschrittlicher, leistungsfähiger 1 Anzeigen in da Schlüchterner Zeitung sind ein Bollwerk gegen die Wirtschaftskriji

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Heute Montag abend 8 Uhr findet in Hess. Hof" eine wichtige Zusammenkunft all« aktiven Kameraden statt. Pünktliches und voll zählicheö Erscheinen ist Pflicht. Der Vorstand.

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ArbeitergesangvereinVorwärts" Schlüchtern.

Mittwoch, den 31. August abends S*/8 Ud Gesangstunde für den gemischten Chor.

Der Vorstand.

verantwortlich für den Inhalt: $r. Steinfeld.

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Danksagung.

Allen Verwandten und Bekannten, dem Musik-Verein Schlüchtern, für erwiesene Aufmerksamkeiten in Kranz- und Blumenspenden, sowie Herrn Pfarrer Burhenne für die trostreichen Worte am Grabe u. Allen die unserer lieben Mutter und Großmutter das letzte Geleit nach dem Friedhof erwie­sen haben, spreche ich meinen innig­sten Dank aus.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Familie Ph. Aug Bey.

Schlüchtern, den 29. August 1932.

Ihre am 21. August stattgefundene VERMÄHLUNG zeigen hiermit an

Hans Blum und Frau

Eily, geb. Seiler.

Schlüchtern __ , . r l ----<29. August 1932. Altenkirchen (Westerw.) a

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Frührwetschen _______gibt ab Kaiserstrabe 8.

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