Einzelbild herunterladen
 

Dchlüchtemer Zeitung

Krrts-Kmtsbtatt * Myerneiner amtlich erKrHelyev für 6m Kreis Schtüchtew

SmAuaö v«tog: tZ. Striofetü Söhne* S«stt>üst^-'»ahlchofstk.0 * srcnjp^.Nr.1^9 * psftpherbchu^e«ekstwdrL».rr»«»

i Nr. 104 (1. Blatt)

Dienstag, den 30. August 1932

84. Jahr«.

; Amtliche Bekanntmachungen.

KreisaussUuß.

i Dullen fammelllörung.

L-Nr. 3656 K. R. Auf Grund der Regierungspolnewer- 1 gr-nung vom 28. Kugust 1930, veröffentlicht im Kreisblatt 1 ttr. 107 von 1930, über die Körung der Zuchtbullen werden ' hiermit die Termine für die diesjährige Nachkörung der ' Gemeindebullen wie folgt festgesetzt:

Donnerstag, den 15. September 1 932:

in Breiten bad) vorm 8 Uhr (vor dem Bullenstall), in Wallroth vorm. 8^2 Uhr (vor dem Bürgermeister« amt),

in Hinter sie in au vor. 9 Uhr (vor dem Krieger« 1 denkmal) für Hintersteinau und Reinhards,

1 * in Uetzell vorm. 9(4 Uhr (vor der Gastwirtschaft * Zahn) für Uerzell, Kressenbach und Reustall,

1 inUlmbach vorm. 10 Uhr (vor dem Bullenstall) für i Ulmbach, Rebsdors-Rabenstein,

in Sarrob vorm. 10Vs Uhr (vor dem Bullenstall),

in Marborü vorm. 11 Uhr (vor dem Bürgermeister- Ihamt),

; in Romsthal vorm. 11(4 Uhr (vor dem Bullenstall) für Romsthal, Wahlert und Kerbersborf,

in Bad Soden vorm. 12 Uhr (vor dem Bullenstall), " s in S a l m ü n st e r nachm. 13/4 Uhr (vor dem Bullenstall), U in Uh l nachm. 2*/4 Uhr (vor dem Bullenstall), U in Steinaul nachm.2'/?Uhr (vor dem Bullenstall) für ] [Steinau und Seidenroth,

f in Riederzell nachm. 3 Uhr (vor dem Bullenstall), in Breunings nachm. 314 Uhr (vor dem Bullenstall),

8 in K e u e n g r o n a u nachm. 4 Uhr (an der Brücke),

N in Bltengr 0 nau nqchm. 4^/2 Uhr (vor d. Bullenstall), i in 3off a nachm. 5 Uhr (vor dem Bullenstall),

H in Marjoß nachm. 51/2 Uhr (vor dem Bullenstall), di in Bei I i n g s nachm. 6 Uhr (vor dem Bullenstall), [ in Hohenz ell nachm. 6(4 Uhr (vor dem Bullenstall).

Freitag, den 16. September 1932:

in Schlüchtern vorm. 8 Uhr (vor dem Bullenstall),

in Herolz vorm. 8(4 Uhr (vor dem Backhaus),

in Bhlersbach vorm. 9 Uhr (im Gutshof),

in Vollmerz vorm. 9(4 Uhr (im Gutshof) für Voll­merz und Ramholz,

in Sannerz vorm. 10 Uhr (a. d. Straße n. Weiperz), in Veiperz vorm. 10(4 Uhr (vor dem Bullenstall), in Sterbfritz vorm. 10V2 Uhr (vor d. Bullenstall), in M 0 ttgers vorm. 11 Uhr (vor der Gastwirtschaft Günther),

in Weichersbach vorm. 11(4 Uhr (vor der Gast­wirtschaft Schlott),

in Schwarzenfels vorm. 12 Uhr (a. d. Hauptstraße), in Füntersbach nachm. 3/41 Uhr (an d. Hauptstraße), in Gberzell nachm. 3 Uhr (vor dem Bullenstall),

; in Heuba ch nachm. 3(4 Uhr (vor der Gastwirtschaft Schröder),

in U t t r i ch § ha u se n nachm. 4 Uhr (vor dem Bullenst.) in Gberkalbach nachm. 41/2 Uhr (vor d. Bullenstall), in Gundhelm nachm. 5 Uhr (vor dem Bullenstall), in Hütten nachm. 5(4 Uhr (vor dem Bullenstall), in L l m nachm. 6 Uhr (vor dem Bullenstall).

Borzuführen sind sämtliche Gemeindebullen, die zum Decken fremder Tiere, sei es unentgeltlich ober gegen Be­zahlung Ewandt werden sollen. Die Bullen müssen mit einem Kafenring versehen sein und mit einer Vorführungs- aange mit kurzer Kette vorgeführt werden. Bösartige ®ere sind außerdem mit einer Blende zu versehen. Ich wache die Herren Bürgermeister dafür verantwortlich, daß s^se Anordnungen strengstens befolgt werden und daß die Dullen pünktlich zur Stelle sind. Ich weise ausdrücklich Maus hin, daß Zuwiderhandlungen bestraft werden und M die nicht vorgeführten Tiere später auf Kosten der ^treffenden Gemeinden in einem besonders sestzusetzen- oea Rachkörungstermin von der Kommission begutachtet werden. Den Gemeinden bleibt es dann überlassen, die hier- durch entstehenden Kosten auf diejenigen Personen abzu- wiilzen, die die Schuld für das Richtvorführen der Tiere trifft. 1 s

Die Herren Bürgermeister oder deren Stellvertreter wol- ch bei der Vorführung der Gemeindebullen anwesend e>a und das Deck-- (Sprung«) Register mitbringen

$ür alle nach der vorjährigen Bullensammelkönurg (am unb 18. September 1931) erworbenen Bullen ist der (fttammungsnachweis mit Körbescheinigung des Fleckvieh- Züchterverbandes versehen, vorzulegen.

Schlüchtern, den 26. August 1932.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

ch-Nr. 3295 K. A. Die Herren Bürgermeister der Stabs- Landgemeinden des Kreises werden hiermit an die Erledigung- meiner Verfügung vom 5. d. Mts. I-.-llr.

Zwei - Milliarden - Programm

Kanzlerrebe über die'geplanten WirtschaftSmastnahmen Etwa zwei Millionen Erwerbslose sollen Arbeit erhalten

Münster, 29. August.

Nachdem nunmehr die Kabinettsberatungen über das Wirtschaftsprogramm abgeschlossen sind, entwickelte Reichs­kanzler von Papen in Münster anläßlich der Tagung der Westfälischen Bauernvereine die Grundlinien des Regie- rungsprogramms für die Belebung der deutschen Wirtschaft. Einleitend bekannte sich der Reichskanzler in dieser Rede, die auf alle deutschen Sender übertragen wurde, zur Staats- führung in christlich-konservativem Sinn und dementsprechend zur Pflege christlicher Erziehung in Familie und Schule.

Die Grundsätze christlich-konservativer Gesinnung", so fuhr der Kanzler dann fort,müssen klarer herausgestellt werden, weil sie heute aufs schärfste befehdet sind. Den Urteilen in

Ohlau und Beuchen

ist von rechts und von links ein Sturm gegen die gleich­mäßige Handhabung des Rechts gefolgt. Beide Seiten ver­langen, den politischen Gegner außerhalb der Volksgemein­schaft und außerhalb des Rechts zu stellen. Im politischen Kampf soll Totschlag und Rache erlaubt, der Gegner vogel- frei sein, Objektivität gilt als Schimpf. Solcher Verwilderung der politischen Moral entgegenzutreten, ist die Pflicht der Staatsgewalt.

Es ist die Tradition Preußens von seinen großen Köni­gen her, daß nur der zur Führung der Ration zugelassen werden kann, der sich freiwillig in ihre Gesetze einordnet

Diese Regierung hat vom ersten Tage an das Ziel ver- jolgt, der großen vaterländischen Freiheitsbewegung, deren i historisches Verdienst um Deutschland jedermann anerkennen muß, den Weg zur positiven Mitarbeit am Neubau des Reiches frei zu machen. Ich kann nicht glauben, daß diese große deutsche Freiheitsbewegung sich aus die Dauer in be­wußt schroffem Gegensatz zu den Zielen einer Regierung stellen wird, deren Gedanken nur und ausschließlich aus Deutschlands Zukunft gerichtet sind

Ich greife der Entscheidung über das Schicksal der fünf zum Tode Verurteilten nicht vor. Die preußische Staats­regierung wird sie, unbeirrt von politischen Anwürsen, nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit treffen. Aber ich sage zugleich, die Anerkennung des gleichen Rechts, das für alle deutschen Staatsbürger gilt, werde ich nötigenfalls erzwin­gen. Ich bin fest entschlossen, die schwelende Glut des Bür­gerkriegs auszukreten und den Zustand politischer Unruhen und politischer Gewalttaten zu beenden, der heute noch ein so großes Hindernis für die positive ?' ' ^ 'ü. in der die eigentliche Aufgabe der Reichsregieri"- ' "

Zu den praktischen Tagesfragen übeigü.nv, führte der Kanzler dann weiter aus:Selbstverständlich wird die Re­gierung der Landwirtschaft, die der Born ist, aus dem die Nation immer erneut sich moralisch und wirtschaft­lich verjüngen muß, mit allen Kräften helfen. Aber die Er­fahrungen langer Jahre haben uns gezeigt, daß einseitige Hilfe wenig nützt. Die Landwirtschaft läßt sich nicht allein pon der Zollseite her beleben. Ihr Schicksal ist vielmehr mit

3295 K. A. (Kreisblatt Nr. 95) betr. beth,fähige Sie« gen und sprungfähige Ziegenböcke mit einer Frist von 8 Tagen erinnert.

Schlächtern, den 26. August 1932.

Der Landrat. Dr. Müller.

LandratSamt.

Der Herr Kreismedizinalvat wird am Dienstag, den 30. August d. 3s. von vormittags 9 Uhr ab im hiesigen Kreishaufe Sprechstunde halten.

Schlächtern, den 27. August 1932.

Der Landrat. Dr. Müller.

Stadt Schlüchtern.

Rückständige Wassergelder detr.

In unserer Bekanntmachung vom 17. August d. 3s. be­findet sich insofern ein Fehler, als zur Zahlung derbis Ende März 1931" fällig gewordenen Wassergelder auf« gefordert worden ist. Es mußte in der Bekanntmachung richtig heißen:Bei einer Nachprüfung der Außenstände der Stadtkasse ist festgestellt worden, daß von den bis Ende des Rechnungsjahres 1931, also bis Ende März 1 9 3 2 fällig gewordenen Wassergeldern eine erhebliche Summe im Rückstand ist."

Wir verlängern daher die Frist zur Einzahlung der tii.tr ständigen Wassergelder bei der Stadtkasse bis längstens 1. September d. 3s. Nach Ablauf dieser Frist wird un« nachsichtlich zwangsweise vorgegangen werden. Buch haben die dann noch Säumigen zu gewärtigen, daß ihnen der Wasserleitungsanschluß abgeschnitten bezw. abgesperrt wrrd.

Schlächtern, den 27. August 1932.

Der Magistrat: Gaenßlen.

dem der deutschen Gesamtwirtschaft untrennbar verbunden, und nur von einer Belebung unserer gesamten Wirtschaft her kann eine dauernde und wirkungsvolle Belebung der Landwirtschaft kommen.

Einfuhrregelung

Die Reichsregierung hat es schon so oft ausgesprochen, daß die verständnisvolle Förderung des Binnenmarktes die erste Voraussetzung für die Gesundung der Wirtschaft be­deutet. Sie lehnt den Gedanken einer grundsätzlichen Autarkie deshalb ab, weil Deutschland nicht auf feine Weltwirtschasts- beziehungen verzichten kann, und weil es jede Arbeits­gelegenheit ausnutzen muß, die ihm der Auslandsmarkt auch heute noch bietet. Aber die Grundlagen ' er Ernährung müssen im Binnenlands sichergestellt werden, und sie beruhen eben nur auf der Herstellung der Rentabilität. Ich kann versichern, daß sich die Reichsregierung grundsätzlich zu der Notwendigkeit einer weiteren maßvollen Regelung der Ein­fuhr bekennt, und daß sie dahingehende Beschlüsse gefaßt hat.

Diese Not, die bei uns aus der Schrumpfung der Wirt­schaft, aus der bisher unaufhaltsam fortschreitenden D e - f l a t i 0 n , d. h. dem Absinken der Preise, hervorgegangen ist, findet ihren furchtbaren Ausdruck in der Arbeits­losigkeit. Wir müssen deshalb das Steuer herumwerfen und nach folgenden Grundsätzen an den Wiederaufbau Her­angehen:

Unsere Währung darf nicht gefährdet werden, wir wollen auch keine Abwertung der deutschen Mark.

Wir wollen keine ausgeklügelten Experimente machen, son­dern durch ein organisches Programm die im Wirtschafts­leben, noch lebendigen Kräfte neu stärken. Die wesentlichste diese? Kräfte ist die persönliche private I n i t i a - Md e. Aus dieser Ueberzeugung heraus lehnt die Reichs­regierung alle Eingriffe in die Sphäre der Privatwirtschaft ab. Der privaten Initiative gilt es wieder Vertrauen zur Zukunft einzuflößen. Es ist an der Zeit, daß auch wir uns daran erinnern, daß seit Lausanne wieder die Früchte unse­rer Arbeit uns selber zufallen. Damit ist die erste Voraus­setzung für die Belebung der wirtschaftlichen Instiative gegeben.

Das Schicksal der subventionierten Betriebe.

Die Regierung wird darüber wachen, daß die Verant­wortung der freien Wirtschaft nicht durch die Vermischung mit staatlichen Wirtschaftsformen verwischt wird. Wo der Staat Anteile an bisher privaten Betrieben übernommen hat, wird er dafür sorgen, daß klare Verhältnisse geschaffen werden, und daß der Allgemeinheit hier nicht nur die Lasten, sondern auch die Früchte der Arbeit zufallen.

Für diese Unternehmungen wird daher eine besondere staatliche Ueberwachung und Beaufsichtigung zur Wahrung der staatlichen Interessen eingesetzt. Ich habe bereits an- gekündigt, daß die Gehälter in diesen Betrieben auf das Matz dessen herabgesetzt werden, das einem staatlichen Unter­nehmen entspricht.

Nun zu dem Plan selbst, der den Maßnahmen zugrunde liegt, welche die Regierung dem Reichspräsidenten in weni­gen Tagen vorschlagen wird.

Das Zentralproblem: die Arbeitslosigkeit

Die intensive Bearbeitung dieser Frage im Laufe der letzten Jahre hat gezeigt, daß Notstandsarbeiten und unmit­telbare Arbeitsbeschaffung aus Steuermitteln sie bisher nicht beseitigen konnten. Die Reichsregierung läßt selbstverständ­lich die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Arbeitsbeschaf­fung nicht aus den Augen. Sie hat beschlossen, weitere Ar­beitsgebiete mit N 0 t st a n d s a r b e i t e n zu versorgen. Der freiwillige Arbeitsdienst, dem bald etwa 200 000 Jugendliche angehören, wächst von selbst. Außerdem sind Notstandsmaßnahmen auf dem Gebiete der landwirt­schaftlichen Siedlung, der Vorstadt-Kleinsiedlung, des Woh­nungsbaues und der Hausreparaturen in Aussicht genom­men. Hier ist besonders daran gedacht, den Bau von Eigenheimen mit den noch vorhandenen Kreditmöglich­keiten zu fördern.

Dennoch sind wir uns klar darüber, daß es niemals gelingen wird, auf diesem Wege allein das wünschenswerte Ausmaß der Arbeitslosenverminderung zu erreichen. Die Regierung ist daher entschlossen, im großen Rahmen den Versuch zu machen, durch eine Belebung der Privatwirt­schaft zur vreueinstellung von Arbeitskräften und zur Ver­minderung der Zahl der Arbeitslosen zu gelangen. In dem gegenwärtigen sehr fortgeschrittenen und voraussichtlich nicht allzu weit vom Ende entfernten Stadium der Krise kann man erwarten, daß jeder Einfluß zur Belebung der Wirt­schaft mit einiger Wahrscheinlichkeit dazu beitragen wird, die natürliche Fortsetzung in einem tatsächlichen Auf­schwung der W i r - s ch a f t zu finden. Deutschlands gesamter Produktionsapparat muß zunächst einmal instand- gesetzt werden. Es hat sich ein ungeheurer Bedarf an Er- haltungs- und Notstandsmaßnahmen aufgestaut, der in die Milliarden acht. Es muß der erste Schritt sein, daß die gesamte Wirtschaft die Mittel erhält, um dieses Versäumnis nachzuholen. Das ist dann gleichzeitig der erste Schritt der neuen Belebung. Dadurch wird eine