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Schluchtemer 3 «tung

Areis-Kmtsbtatt * MyemeLner amULcherKazeLgevstr 8m Kreis -Echtem

Rk. 100 (1. Blatt)

Samstag, den 20. August 1932

84. Jahr«.

; Amtliche Bekanntmachungen.

. Landratsamt.

> s I.-Nr. 3440. Mit Rücksicht auf den z. 3t. in mehreren Gemeinden herrschenden Wassermangel ersuche ich die her- ä wn Bürgermeister, unter allen Umständen dafür zu sorgen, 5 daß, die zur Bekämpfung eines Brandes erforderliche Was- . sermenge jederzeit zur Verfügung steht. Wo fließendes Was- i L (Bad} usw.) vorhanden und die zur Bekämpfung eines 'S Brandes nötige Wassermenge nicht anderweit gesichert ist, ' mufe durch die Anbringung kleiner, nötigenfalls leicht wie- -1 der zu entfernender nicht genehmigungspflichtiger Stauvor- 8 i richtungen im Wafserlauf für Ansammlung eines Wasser- [ vorrates gesorgt werden.

4 Schlächtern, den 17. August 1932.

Der Landrat. Dr. Müller.

K | 3. B. 9. hg./hö. (Es mehren sich die Fälle, in denen von den Guittungskartenausgabestellen aufgerechnete chuit- : tungskarten mit nicht oder nicht genügend^ entwerteten Bei= Hagsmarken hier eingehen. Abgesehen davon, daß die rich- - üge Entwertung der Marken für die Prüfung der Anwart- i schaftsfrage vielfach von entscheidender Bedeutung ist, be- - steht die Gefahr, daß solche Karten entwendet, die Mar­ken hieraus entfernt und wieder verwendet werden. Ein solcher Fall ist erst in letzter Seit von einem unserer Kon= Zollbeamten in Kassel festgestellt worden.

Nach 8 1431 der Reichsversichei uiigsordnung ist die rich­tige Entwertung der Marken zwingende Vorschrift. Als Tag der Entwertung soll der letzte Tag desjenigen 3eit= säumes angegeben werden, für welchen die Marken gilt. Hieraus ergibt sich, daß jede einzelne Marke für sich zu entwerten ist. Die Entwertung erfolgt mit Einte, sofern nicht ein Stempel benutzt wird.

Rassel, den 9. August 1932. De^vorstand derLandesversicher ungsanstalt Hesse n-Nassau-s 3m Auftrage: gez. Antoni.

I.-Nr. 592 v. wird den Guittungskartenausgäbestellen ~ zur Kenntnis und Beachtung mitgeteilt. Ich ersuche, keine " Karten zum Umtausch zu bringen, in denen nicht oder nicht ordnungsmäßig entwertete Marken enthalten sind.

5 Schlüchtern, den 16. August 1932.

B Der Vorsitzende des Versicherungsamts. Dr. Müller. (j ----

I .-Nr. 1511 a. Unter Bezugnahme auf meine Verfüg­ung vom 21. April d.. 3s. Nr. 1511 a §chl. 3tg. Nr. 49 erinnere ich die Herren Bürgermeister an die pünktliche Einsendung der Landwirtschaftskammerbeiträge und der Hebelisten an die Landwirtschaftskammer Zu Rassel. ltI s Schlüchtern, den 15. August 1932.

______________ Der Landrat. Dr. Müller. j Kreisausschuß. p Uerstcigeruug v. Flechvießbulle« in Mächtersdach.

" I.-Nr. 3524 K. A. Da auf der letzten Versteigerung in 1 Wächtersbach eine größere Anzahl von Gemeinden ihren BuHenkebarf nicht decken konnten, findet am Mittwoch, den 7. Sept. d. 3s vormittags 11 Uhr, in Wächtersbach nach- ii Mls eine Bullenversteigerung statt, die mit Bullen aus » ^m Kreise Schlüchtern beschickt wird.

s schlüchtern, den 17. August 1932.

* (_ Der Vorsitzende des Rreisausschusses: Dr. Müller.

' Stadt Schlüchtern.

* Bekannt in a ch u n g

Die Feuer-Alarmanlage im Rathaus wird am Sanis- ' tag, den 20. ds. Mts. mittags 12 Uhr zu Probezwecken! ](i auf kurze Seit in Betrieb gesetzt. Schlüchtern, den 17. August 1932.

«i _ Der Magistrat: Gaentzlen.

" Stadt Steinau.

Ü Bekanntmachung

i« Die Verpachtung des Grummetgrases der städtischen Grundstücke findet am Samstag, den 20. ds. Mts. an ©rt « und Stelle statt. Treffpunkt vormittags 8 Uhr an der Gast- Ortschaft Fritz Hildebrand. itl Steinau, den 18. August 1932.

K , Der Magistrat. 3. v.: Merz.

A _ ---'

Samstag, den 20. ds. Mts. vormittags 8 Uhr soll auf dem Rathause Zimmer der Runzlei - der Schaf- Aerdy öffentlich meistbietend verpachtet werden. u ^einau, den 18. August 1932.

tH __ Der Magistrat. 3. V.: Merz.

«I ,^7. ^i Thalons-sur-Marne stürzte ein französisches Mi- Mlftugzeug ab. Von den vier Insassen wurden zwei rutnants getötet, zwei Unteroffiziere schwer verletzt.

Deutschland hinter Hindenburg"

Bedeutsame Erklärungen des Reichskanzlers.

London, 18. August.

Die englische Presse veröffentlicht Ausführungen, die der Reichskanzler von Papen gegenüber einem Vertreter des offiziösen Reuterbüros gemacht hat.

Auf die Frage des Journalisten nach dem Stand seines Kabinetts antwortete der Kanzler, die jetzige Regierung werde noch lange Zeit im Amte fein. Keineswegs werde das Kabinett dem Reichstag aus dem Wege gehen. 3m Falle eines zur Annahme gelangenden Wißtrauensantrages würde die Regierung nach Maßgabe der neuen Situation handeln unser Beachtung der Verfassung.

Zu dem nationalsozialistischen Dementi, daß Hitler in seiner Unterredung mit dem Reichskanzler nicht die volle Staatsgewalt verlangt habe, sagte von Papen auf Befragen, der Führer der NSDAP. Habe erklärt, er könne keinen An­teil an der Regierungsgewalt annehmen, sondern müsse sie in ihrer Gesamtheit verlangen. Er könne nur für eine Regierung kämpfen, die sich ganz und gar mit seiner Bewegung identifiziere.

Auf die Frage, ob Deutschland aus dem Völkerbund austreten würde, wenn feine Ansprüche aus Gleichberechti­gung hinsichtlich der Abrüstung keine Berücksichtigung fän­den, antwortete der Kanzler dahingehend, daß die Frage der Gleichberechtigung auf dem Abrüstungsgebiet für Deutschland eine wichtiae Lebensfrage sei, da Deutschland nicht länger dulden werde, als Wacht zweiter Klasse behan­delt zu werden. Falls Deutschland die Gleichheit auf dem Gebiet der Sicherheit länger länger verweigert werden sollte, werde die Reichsregierung die notwendigen Maßnahmen in oem Sinne ergreifen, wie er bereits von General von Schleicher umrissen worden sei.Deutschland hat weder den Wunsch noch die Absicht, zu rüsten, aber es will, daß die an­deren Rationen ihr Versprechen, abzurüsten, auch halten."

Der Kanzler hob ferner hervor, daß Deutschland seine Bestrebungen, etwas von dem früheren deutschen Kolo­nialbesitz zurückzuerhalten, noch nicht aufge- habe, und unterftrir^ dabei, daß auch hier wieder der . Fall einer nicht zu rechtfertigenden Diskrimination zuungun­sten Deutschlands vorliege, für den früher oder später Ab­hilfe geschaffen werden müsse.

Zum Schluß wird noch einmal betont, daß von Päpen durchaus zuversichtlich hinsichtlich der Zukunft seines Kabi­netts sei. Von der NSDAP. feien nach Meinung des Kanz­lers keinerlei illegale Schritte zu befürchten. Er, von Papen, habe von Adolf Hitler eine Zuficherung in diesem Sinne er­halten. Die Regierung werde nicht zaudern, jede Revolte gegen ihre Autorität auf der Stelle mit Waffengewalt zu unterdrücken. 3m Augenblick stehe das deutsche Volk ge­schlossener denn je hinter seinem Staatsoberhaupt, dem Reichspräsidenten von Hindenburg.

Keine militärischen Absichten der NSOAP

.Der Berliner Berichterstatter desDaily Expreß" gibt Berichte wieder, die, wie er ausdrücklich bemerkt, nicht von nationalsozialistischer, aber angeblich von maßgebender Quelle stammen, wonach die nationalsozialistische Parteileitung einen Befehl an sämtliche körperlich gesunden Nationalsozia­listen erlassen habe, sich innerhalb der nächsten acht Tage den Sturmtruppen anzuschließen. Bei Nichtbefolgung werde mit der Ausweisung aus der Partei gedroht. Als Entschul­digung werde lediglich das Zeugnis eines dem Aerztestab der SA. angehörenden Arztes angenommen. Der Bericht­erstatter meint, daß die Nationalsozialisten bei Durchführung des Befehls bis zum 28. August über eine Armee von mehr als einer Million verfügen würden.

hierzu wird von nationalsozialistischer Seite mitgeteilt, daß die Meldung in dieser Form nicht zutrifft. Die natio­nalsozialistische Bewegung verfolge schon immer den Grund­satz, daß die gesunden, kräftigen Parteimitglieder auch in die SA. oder SA.-Reserve gehen, nur zu dem Zweck, um rein organisatorisch einen engeren Zusammenhalt unter den Par­teimitgliedern zu schaffen. Dieser Grundsatz ist jetzt erneut in Erinnerung gerufen worden. Mit dem Scheitern der. Ver­handlungen über die Regierungsumbildung oder mit irgend­welchen militärstchen Absichten hat das nichts zu tun.

Deutschlands Gleichberechtigung

Eine der größten Sorgen Englands.

London, 19. August.

Anknüpfend an die Unterredung des Reichskanzlers mit einem Vertreter der englischen Presse über die Ziele des deutschen Kabinetts meldet der diplomatische Mitarbeiter desDaily Telegraph", daß zur Zeit der deutsche Anspruch auf Gleichberechtigung und die mandschurische Frage den englischen Regierungskreisen die meisten Sorgen bereiteten. Der Bericht des Mandschurei-Ausschusses des Völkerbundes werde einige Schlußfolgerungen bringen, die von Japan scharf abgelehnt würden und auch die Beziehungen Eng­lands zu Japan, Amerika und den Völkerbund berührten. Dieses Problem finde die ernsteste Aufmerksamkeit des Außenministers und MacDonalds. In Frage komme die Untersuchung des Verfailler Vertrages, des Völkerbunds­statuts, des Briefes der Alliierten an die deutsche Abord­nung in Versailles und eines Briefes im Anhänge zum Locearnovertrag.

Bedauerlicherweise ließen diese Dokumente verschieden-

artige, teils sich widersprechende Auslegungen zu. Anderer­seits fühle man, daß eine Großmacht auf die Dauer nicht in einem Zustand der Minderwertigkeit gehalten werden dürfe.

Daraus ergäben sich praktisch die Möglichkeiten, daß man entweder schrittweise durch ein Abkommen zwischen Deutschland und anderen Mächten die bestehenden Ungleich­heiten beseitige oder aber daß man Zugeständnisse an Deutschland ablehne, dabei aber das Risiko eines einseitigen und nicht geregelten Wiederaufbauprozesses auf sich nehme.

Deutschland fordert Sicherheit

Eindrucksvolle Kundgebung des Aufklärungsausschuffes für nationale Sicherheit.

Berlin, 19. August.

Der Aufklärungsausschuß für nationale Sicherheit oer- austaltete einen Presseempfang, um erneut die Notwendig­keit der Wiederherstellung der deutschen Rüstungsgleichheit zu betonen. General a. D. v o n Horn, der Präsident des ReichskriegerbundesKyffhäuser", betonte, das deutsche Volk werde sich nicht mit Versprechungen abspeisen lassen, sondern es werde die Unterschrift verweigern, wenn uns nicht gleiche Rechte gewährt werden. Das deutsche Volk verlange, das Vaterland in Not und Gefahr ausreichend schützen zu können.

Generalmajor a. D. von Frankenberg und Proschlitz wandte sich mit Schärfe gegen die Vertagungs- entschließung der Abrüstungskonferenz. Scheitere die Ab­rüstung, dann habe Deutschland das Recht, seine Verteidi- gungsmittel zu verstärken.

Der Geschäftsführende Vizepräsident des Arbeitsaus­schusses Deutscher Verbände, Dr. D r a e g e r , bezeichnete die gegenwärtige Scheidung zwischen schwer bewaffneten und waffenlosen Völkern als rechtswidrig. Die neuen diploma­tischen Verhandlungen hätten nur dann einen Sinn, wenn eine vollkommene Gleichberechtigung für Deutschland erreicht werde. Das deutsche Volk würde sich selbst aufgeben, wenn es sich mit dem Zustand der Ungleich­heit und der einseitigen Entwaffnung abfinden wollte. Um das vermeintliche Recht auf Rüstungsgleichheit aufrechtzuer­halten, würde die moralische Rehabilitierung des deutschen Volkes durch Beseitigung der längst widerlegten Kriegs- schuldlüge hingehalten.

Eine Erklärung Dr. Brachis

Das Schicksal der Kreisamksangestellten.

Berlin, 19. August

Verschiedene Berliner Blätter brachten unter Bezug­nahme auf die Meldung eines gewerkschaftlichen Presse­dienstes die Behauptung, die preußische Staatsregierung habe sich entgegen ihrer Versicherung, die bei der Zusam­menlegung der Landkreise etwa freiwerdenden Angestellten in anderen Dienststellen unterzubringen, über die Zusage ohne weiteres hinweggesetzt, und diesen Angestellten auf te­legraphischem Wege jetzt gekündigt. Hierzu erklärt der mit der Wahrnehmung der Geschäfte des preußischen Innen­ministers beauftragte Bevollmächtigte des ReTMkommissars für Preußen, Dr. Bracht, folgendes:

Diese Darstellung ist unrichtig, denn an dem zugesicher- len Entgegenkommen der preußischen Staatsregierung hat sich nichts geändert. Es war im Gegenteil, um Spielraum in der Unterbringung der freiwerdenden Angestellten zu gewin­nen, direkt notwendig, diese vorsorgliche Kündigung auszu- sprechen, und zwar weil nach Paragraph 36 des preußischen Angestellten-Tarifvertrages die Versetzung eines Angestell- ten im Gegensatz zu den beamtenrechtlichen Vorschriften an seine persönliche Zustimmung gebunden ist Die staat- lieben Angestellten bei den Landratsämtern der durch die Verordnung vom 1. August 1932 aufgelösten Kreise werden voraussichtlich alle in der landrätlichen Verwaltung dauernd wieder verwendet werden können. 3n dem Erlaß über die vorsorglich ausgesprochene Kündigung vom 13. August 1932 ist sogar auf diese Wiederverwendung besonders tfingeroie- sen. _____________

Reichstag?nm 30. August rinbernfe«.

04 Reichstagspräsident Lobe hat jetzt den Reichstag im Einverständnis mit dem Reichskanzler auf Dienstag, den 30. August, nachmittags 3 Uhr zu seiner konstituierenden Sitzung berufen. Die Sitzung wird von der Alterspräsidentin Frau Klara Setkin (Komm.) eröffnet werden, worauf das Haus die Präsidentenwahlen durchzüstihren hat.

Beim Reichskonimissar sind zahlreiche Klagen über Fleisch- und Wurstpreiserhöhungen eingegangen, deren Höhe weder mit der Schlachtsteuer noch den leicht angezogenen Schlachtviehpreisen im Einklang stehen. Donseiten der Ue= berwachungsbehörden sollen dagegen Maßnahmen getioffen werden. . t

Der Reichsarbeitsminister hat die Vertreter der Spit- zengewerkschasten für heute zu einer Besprechung geladen, in der vermutlich die Pläne der Regierung für eine Auf­lockerung" des Tarif- und Schlichtungswesens erörtert wer­den sollen. , .. .

Pas Schnellgericht in Trier verurteilte zwei Kom= munisten wegen Plakatanklebens zu je drei Monaten Ge­fängnis.