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Nr. SS st. Blatt)Donnerstag, den 15. August 1932 84. Iahrg.

Amtliche Bekanntmachungen.

Landratsamt.

Die Verfasfungsfeier hat auch, in diesem Jahre unter : grober Beteiligung der Kreisbevölkerung einen sehr schön- nen und erhebenden Verlauf genommen. Da ich nicht jedem i Mitwirkenden persönlich danken kann, bitte ich, alle Frauen md Männer, die sich so zahlreich mit besten: Erfolg in ; den Dienst der Sache gestellt haben, insbesondere auch die : Vereine, die durch musikalische und gesangliche Darbietun­gen, zur Verschönerung der Feier beigetragen haben, so- > wie nicht zuletzt die Schülerinnen und Schüler des Volks- s Hachschulheims Habertshof, der staatlichen Aufbauschule, : der städtischen Lateinschule und der Volksschule auf die- > sem Wege meinen herzlichsten Dank für ihre Mitarbeit 1 entgegen zu nehmen.

s Schlächtern, den 17. August 1952.

Der Landrat: Dr. Müller.

, MflvKuV. UH1E Nr. 1443 | Fim Min. I V 3272/30. 6.

s Kritrag der Schulverdiinde ?ur Kandesschirlkasse für das Rechnangsfahr 1932

Der Stellenbeitrag und die Sonderbeiträge, die nach dem f kunderlaß vom 22. März 1932 MfWKuv. U III E | 495; Fin. Min. I B 3272/18. 5. für die Seit vom 1. f April 1932 an vorläufig von den Schulverbänden zur f Landesfchulkasse einzuziehen waren, gelten für die Zeit s bis Ende Juni 1932 als endgültig festgesetzt.

Für die Zeit vom 1. Juli 1952 an haben wir mit 3u= | stimmung des Herrn Kafsenantvalts endgültig festgesetzt:

1) den allgemeinen Stellenbeitrag nach, § 45 Abf. 4 des I Volksschullehrer-Besoldungsgesetze- (in der Fassung der Ver- «rönung vom 14. März 1952 G-S. S. 125 ) uns monatlich 1 1 5 N M., in Worten:Einhündertfünfzehn Reichsmark", für je eine Stelleneinheit (Mehrstellen = 3,5 Einheiten):

2) den Sanderbeitrag für WohnungsgeldZUschüfse (§ 45 Abs. 3) für jede Schulstelle (nicht Einheit) in den Orten der Sonderklasse auf monatlich 16,50 RM., in den Orten der Ortsklasse A auf monatlich 7,90 RM.' .

5) den Sonderbeitrag für Kirchenamtszulagen (§ 45 ; Übs. 2) auf die Höhe der um 24 v. h. gekürzten Kirchen- ; ämtsZUlage und dazu 20 v. h. (Jft z. B. eine Kirchenamts- Alage ursprünglich auf monatlich 60 RM. festgesetzt, so I beträgt der Sonderbeitrag monatlich, 60 weniger 24 v. h. i mal 6/5 = 54,72 RM., abgerundet nach unten auf volle | 10 Rpf. = 54,70 RM.).

Berlin, den 7. Juli 1932.

Zugleich im Namen des preußischen Finanzministers i Der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung.

I , Jm Auftrage: gez. Menzel.

Wird veröffentlicht.

Schlüchtern, den 8. August 1932.

i. Der Landrat. Dr. Müller.

Anordnung über die Einführung des Milch,-pasteurisierungszwanges in Frankfurt a. M.

Auf Grund des § 12 des Milchgesetzes vom 31. Juli 1930 (R. ®. BL S. 421) und des § 14 der Preuß. Verord­nung zur Durchführung des Milchgesetzes vom 16. Dezem- ber 1931 (G. S. S. 259) wird mit Zustimmung des Herrn ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten fol­gendes verordnet:

Meine Verordnung vom 8. Juni 1932 (Reg. Amtsblatt H8 Und Amtsblatt für den Stadtkreis Frankfurt a. M. S- 92) über die Einführung des Milch-Pasteurisierungs- toanges in Frankfurt a. M. tritt am 8. August 1932 in Kraft. Die Anordnung vom 14. Juli 1932. betr. ander­ste Festsetzung dieses Termins wird aufgehoben.

Wiesbaden, den 1. August 1952.

Der Regierungspräsident.

*

®irb veröffentlicht!

ochlüchtern, den 10. August 1932.

Der Landrat. Dr. Müller.

Diejenigen Ortspolizeibehörden, die mit der Beantwor- "ug meiner Verfügung vom 31. Juli 1930 Rr. 6624 lSchlücht. Ztg. Nr. 92), betr. Prüfung der Obstbäume I ach dem Vorhandensein von Blutläusen usw. noch im umstände sind, werden an die alsbaldige Erledigung nochmals erinnert.

bchlüchtern, den 12. August 1932.

Der Landrat: Dr. Müller.

Diejenigen Ortspolizeibehörden, welche mit der Beant­wortung meiner Verfügung Dom 28. Juni 1932 J.=Rr. 2725 Kreisblatt Hr. 80, betr. Güterfernverkehr noch im Rückstände sind, werden an die alsbaldige Er­ledigung erinnert.

Schlüchtern, den 15. August 1932.

Der Landrat: Dr. Müller.

Der Schuhmacher und Landwirt Johannes Glock und der Landwirt Heinrich Möller, beide in Ahlersbach, sind gemäß der Schiedsmannsordnung vom 3. Dez. 1924 (G. S. S. 751/24) als Schiedsmann bezw. Schiedsmannsstell- vertreter wiedergewählt und bestätigt worden.

Schlüchtern, den 12. August'1932.

Der Landrat. Dr. Müller.

Warum HMer ablehuie

Eine nationalsozialistische Parteierklärung über das Schei- lern der Berliner Verhandlungen.

München. 16. August.

Die Pressestelle der Reichsleitung der NSDAP ver­öffentlicht unter der UeberschriftHitlers Rein!" grundjätz- liche Betrachtungen, in denen es heißt:Hitlers Ablehnung der Vizekanzlerschaft unter der Herrschaft von Papens war eine Tat! Der durchsichtige Versuch, die NSDAP durch einen wohlüberlegten Schritt, durch eine Belastung mit der Verantwortung ohne gleichzeitige Führungsmöglichkeit. ge­wissermaßen auf kaltem Wege, zu erledigen, ist an dem kla­ren und weitblickenden Entschluß des Führers restlos ge­scheitert. Die Politik der Regierung von Papen, hinreichend gekennzeichnet durch die die Aermsten der Armen aufs schwerste belastende und für die NSDAP. untragbare Not­verordnung, kann niemals die Politik der NSDAP. sein

Eine Regierung, in der die RSDAp. nicht führt, son­dern nur vertreten ist, wird niemals eine Wende des deutschen Schicksals herbeiführen können.

Wir wollen keine Politik der Zaghaftigkeir und halben Maß­nahmen, wir wollen eine Politik der Kühnheit und Tat, die heute allein das deutsche Volk retten kann! Eine solche natio­nalsozialistische Politik aber, die aufräumt mit dem ganzen verstaubten Plunder des bisherigen Systems und eine grundlegende Neuordnung der Dinge in Angriff nimmt, kann nicht von Leuten geführt werden, die die Zeichen der Zeit auch heute noch nicht verstanden haben, sondern nur von Nationalsozialisten. Das ist der Wille des deutschen Volkes, der bei den Wahlen feinen Ausdruck ge­funden und dem nunmehr auch die Staatspolitik Rechnung zu tragen hat. Demgemäß hat Adolf Hitler die Führung der Reichsregierung gefordert.

Von der alleinigen und ausschließlichen Uebernahme der Regierung ist seitens der NSDAP. nicht die Rede ge­wesen. Aber was über allem politischen Leben eine Selbst­verständlichkeit ist, was man selbst dem Marxismus zuge­billigt, wird der NSDAP. unter den fadenscheinigsten Be­gründungen vorenthalten. Darauf konnte es für den Führer der NSDAP. nur eine Antwort geben, und zwar: Nein!"

Reichsregierung und NSDAP

Stellungnahme zum Scheitern der Verhandlungen.

Berlin, 16. August.

Das Bedauern der Reichsregierung wird nochmals von zuständiger Stelle darüber unterstrichen, daß es, zu keiner Hereinnahme der Nationalsozialisten in die Regierung ge­kommen ist, obwohl doch gerade die jetzige Reichsregierung es gewesen sei, die den Nationalsozialisten den Weg in jeder Beziehung frei gemacht habe.

Die Schuld an dem Scheitern der Verhandlungen treffe jedenfalls keineswegs den Reichspräsidenten oder die Reichsregierung.

Es fei kein Zweifel daran, daß Adolf Hitler in seiner Unter­redung mit dem Reichspräsidenten die Stellung beansprucht habe, die sich Mussolini nach dem Marsch auf Rom errun­gen habe.

was die Tolerierungszusicherungen der Rakionalsozia- listen gegenüber der jetzigen Reichsregierung anbekreffe, so seien solche Zusicherungen nicht nur von Hitler selbst, sondern auch von anderen maßgebenden Führern der Rationalsozialisten in ganz eindeutiger Weise abgegeben worden.

Die Herren hätten versprochen, die vom Vertrauen des Reichspräsidenten getragene Regierung zu tolerieren. Zeit­lich feien diese Zusicherungen niemals begrenzt worden.

Das Gerücht, die Reichsregierung beabsichtige nicht, den Reichstag einzuberufen, wird von zuständiger Stelle demen­tiert. Es wird erklärt, es bestehe kein Zweifel darüber, daß die Reichsregierung vor den Reichstag treten werde.

Das Schnellgericht in Rostock verurteilte zwei Reichs­banner leute wegen eines Ueberfalls auf einen Rational« spzialisten zu zehn bezw. neun Monaten Gefängnis. _

- Das Kuratorium der Hindenburgspende veröffent­licht einen Aufruf, in dein anläßlich des 85. Geburtstages des Reichspräsidenten zur Förderung der Hindenburgspende aufgefordert wird.

Gib nicht nach! Sleibe hart!"

Hitler über die Regierungsverhandlungen.

München, 17. August

Adolf Hitler gewährte einem Vertreter derRheinisch- Westfälischen Zeitung" eine Unterredung, in der er sich zu einigen die Berliner Regierungsverhandlungen betreffenden Fragen äußerte. Er erklärte, er betrachte die Hereinziehung des Reichspräsidenten in den Gang einer Regierungsum­bildung als eine Abwälzung der Verantwortlichkeit von den Schultern des Reichskanzlers auf die Schultern des Reichs­präsidenten. Im übrigen sei er nicht auf seinen Wunsch nach Berlin gefahren, sondern gerufen worden.

Er habe erklärt, daß in seinen Augen die Verantwor- tung für die gescheiterte Regierungsumbildung selbstver­ständlich der Reichskanzler von Papen zu tragen habe, daß infolgedessen ein Besuch bei Hindenburg für ihn nicht in Frage kommen könne und daß er nur dann bereit sei, dem Reichspräsidenten einen Besuch abzuskatten, wenn dieser noch keinen endgültigen Beschluß gefaßt habe, sondern zunächst nur die verschiedenen Auffassungen kennenlernen wolle. Es sei dies aber, wie sich herausstellen sollte, nicht der Fall ge- wesen. Der Beschluß des Reichspräsidenten habe bereits vor- gelegen. Der Reichspräsident selbst erklärte dann ebenfalls, daß sein Entschluß bereits feststehe.

Auf eine Frage des Pressevertreters erklärte Hitler wei­ter: Es ist richtig, daß ich darauf verzichtet habe, dem Reichs­präsidenten gegenüber meinen Standpunkt zu vertreten, da mir die soeben geschilderte merkwürdige Art, mich zu dem Besuch beim Reichspräsidenten zu bewegen, sowie die an sich schon feststehende Entscheidung des Reichspräsidenten keine Veranlassung geben konnte, mich noch einmal der Argu­mente zu bedienen, die ich dem verantwortlichen politischen Leiter bereits vorgetragen hatte. Auf eine weitere Frage des Berichterstatters erklärte Hitler, daß er und seine Bewe­gung weiterkämpfen würden. Die Regierungstätigkeit der heutigen Reichsregierung werde seiner Ueberzeugung nach zum Chaos führen. Auf die Frage des Berichterstatters, ob es richtig fei, daß Hitler die schärfste Opposition der NSDAP gegen die Regierung Papen angekündigt habe, erwiderte Hitler,

die nationalsozialistische Bewegung trete gegenüber der heutigen Reichsregierung in Opposition. Die Schärfe dieser Opposition werde bestimmt durch die Größe des Schadens, der durch das Unterbleiben einer Opposition entstehen würde.

Auf die Frage, ob Hitler nicht glaube, daß es besser gewe­sen wäre für die NSDAP, den Spatz in der Hand zu ha­ben, statt die Taube auf dem Dach, erwiderte Hitler: Nein. Ich werde niemals für ein Linsengericht die Erstgeburt ver­kaufen. In grundsätzlichen Dingen nehme ich lieber jeden Kampf und jede Verfolgung auf, als daß ich mir ober der Bewegung jemals untreu würde.

Der Berichterstatter fragte weiter, wie Hitler glaube, daß seine Entscheidung bei den Mitgliedern der NSDAP ausgenommen wird. In der Antwort Hitlers heißt es: Die Mitglieder der Partei wissen, daß ich niemals unerträgliche Kompromisse für die Bewegung schließen würde. Sie wissen, daß ich jederzeit bereit bin, wenn nötig, mein Leben für die Bewegung einzusetzen. Als ich dann nachts von Berlin wegfuhr, stand eine große Menschenmenge um meinen Wa­gen und schrie mir zu. Ich habe mir nur zwei Sätze gemerkt:

Gib nicht nach! Bleibe hart!

Der Berichterstatter fragte dann weiter, wie groß die Zahl der Terrorakte gegenüber den nationalsozialistischen Parteiangehörigen fei. Hitler antwortete: Die Zahl der Terrorakte der marxistischen Parteien gegen unsere Bewe­gung geht nunmehr in viele Zehntausende.

Die Zahl der Toten beträgt über 300, die Zahl der Verletzten betrug im vergangenen Jahre über 6000, in diesem Jahre aber in 7% Monaten bereits über 8200.

Es gibt ein Recht der Notwehr, das wir uns auf die Dauer nicht abschwatzen lassen durch die dumme Phrase von Ruhe und Ordnung. Durch dieses erbärmliche bürgerliche Geschwätz ist nicht einer meiner toten Kameraden lebendig geworden, nicht ein Krüppel wurde wieder gesund, nicht einem Ver­letzten wird dadurch geholfen. Die nationalsozialistische Be­wegung hat legal bis auf das äußerste gekämpst.

Das Abschlachten aber nimmt bald ein Ende. Ich selbst werde mich gezwungen sehen, den Parteigenossen ein Rot- wehrrecht zu befehlen, das die roten Tscheka-Methoden aber dann wirklich blitzschnell beseitigen wird.

Auf die Frage, wie er sich den weiteren Weg seiner Partei denke, antwortet Hitler: Die Partei sümpft um bie Macht. Ihr Weg wird bestimmt durch bie Mecho-W tzkS Kampfes der Gegner.

; Jm Laufe des Dienstagnachmittag kam es in ver­schiedenen Stadtteilen Berlins zu politischen Zusammenstö­ßen. Jn einem Falle wurde die Polizei aus der Menge be­schossen, worauf sie ebenfalls von der Schußwaffe Ge­brauch mackte. Gin Mann wurde durch einen Dberschenkel- schuß verletzt. 18 Personen wurden festgenommen.