Schutz der -euischen Lan-wirischafi
Neue Sätze für die Vermahlung von Jnlandsweizen.
Berlin, 31. Juli.
Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat eine weitere Verordnung über die Aenderung der Sätze für die Vermahlung von Inlandsweizen erlassen, durch die der Weizenvermahlungszwang für die Dauer des neuen Wirtschaftsjahres geregelt wird.
Wie bereits angekündigt, werden im Hinblick auf den voraussichtlichen Ausfall der deutschen Weizenernte die Wühlen durch die Uerorbnung verpflichtet, mindestens 97 v. h. Jnlandsweizen zu vermahlen.
Sofern eine Mühle Austauschweizen vermahlt — also Auslandsweizen, der als Ersatz für eine im Rahmen des Austauschverfahrens vorher ausgeführte Menge Inlandsweizen eingeführt wird, — ermäßigt sich der Vermahlungs- fatz auf mindestens 70 v. h.; diese Ermäßigung ist weiterhin an die Voraussetzung gebunden, daß die Mühle Mitglied des „Konsortiums Deutscher Weizenmühlen 1932" ist und damit im Interesse der Entlastung des Inlandsmarktes die bereits in der Oeffentlichkeit mitgeteilte Verpflichtung übernommen hat, über ihren laufenden Bedarf hinaus eine zusätzliche Menge an Jnlandsweizen für die Dauer von i Monaten auf Lager zu halten.
Beachtenswerte Zahlen
Rückgang des akademischen Studiums.
Berlin, 31. Juli.
Die Gesamtzahl der an den wissenschaftlichen Hochschulen im Deutschen Reich immatrikulierten Studierenden, die Vorlesungen belegt hatten, betrug im Wintersemester 1931 32 129 274 gegenüber 138 010 im Sommersemester 1931 und 130 072 im Wintersemester 1930 31. Die Gesamtzahl der zum Besuch der Vorlesungen berechtigten Personen betrug im Wintersemester 1931/32 152 936.
Im Wintersemester-1931/32 ist nicht nur ein Rückgang in der Gesamzahl der Studierenden gegenüber dem Sommer 1931, und zwa/ um 6,3 v. H. erfolgt, sondern zuin ersten Male, wenn auch in geringem Umfange von 0,6 v. H. gegenüber dem — vergleichbaren — Wintersemester 1930 31
Die Zahl der Studierenden im 1. Semester, die von Jahr zu Jahr die Veränderung im Andrang zum Studium zum Ausdruck bringt, betrug für die reichsdeutschen Studierenden allein im Winter 1931/32 5 359 oder 4,4 v. h der Gesamtzahl der reichsdeutschen Studierenden gegen 6 646 ober 5,4 v. H. im Winter 1930/31. Es haben demnach 1 287 oder 19,3 -v. H. Studierende weniger die Hochschule bezogen als vor einem Jahre. Die Zahl der reichsdeut- fchen Studierenden im 1. Semester im Winter 1931/32 ist weitaus die niedrigste, die seit Jahren festgestellt worden ist.
Der Rückgang in der Gesamtzahl der Studierenden ist nicht allein auf die Verringerung des Andrangs zurückzu- führen, sondern er wird entscheidend durch den verstärkten Abgang von den Hockichulen bestimmt, besonders durch die zunehmenden Beurlaubungen vom Studium.
Der kubanische Präsident Machado foute
Die kubanische Geheimpolizei hat entert großen revolutionären Anschlag aufgedeckt, der mit der Ermordung des Präsidenten Machado eröffnet werden sollte. Hunderte von Verdächtigen sind verhaftet worden.
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ORIGINAL - ROMAN VON LOLA S r B ! N
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Tor s Nun- 30)
Aranka seufzte tief auf. Dann drückte sie die Hand der Schwester. „Du meinst es gut, Etelka, aber so leicht, wie dir die Dinge scheinen, find sie nicht."
„Ich schicke dir Marinka, damit sie dir beim Ankleiden hilft, Kleine, ja?"
Die junge Frau nickte müde. Ließ sich von Marinkas geschickten Händen bedienen und starrte dabei in grübelndem Schweigen vor sich hin.
Die Eltern . . . Wie würde sie vor ihnen stehen? Was sollte sie ihnen sagen? Was bei Schwester und Schwager möglich gewesen war, daß sie sich in Schweigen hüllte, schien vor den forschenden, fragenden Blicken, den dringenden Worten des Vaters, den weinenden Augen der Mutter nicht denkbar. Irgend etwas mußte sie sagen, irgendeinen gewichtigen Grund ihnen nennen, damit sie sie schützten vor dem Zusammentreffen mit ihrem Mann.
Die Wahrheit konnte und durfte es nicht sein — nein, nein, um keinen Preis die Wahrheit! Was aber dann? Was aber sonst? Sie fühlte wohl, daß es nichts gab, nichts auf der Welt, das ihnen so glaubhaft erscheinen würde, daß sie ihr^ reckt gaben, daß sie sie schweigend und zustimmend bei sich behielten und sie vor Michael verbargen.
Ihn aber durfte sie nicht sehen. Bei seinem Anblick würde sie schwach werden, würde das Ungeheure verraten, das sie von ihm getrieben hatte, und würde zu der Verzweiflung der Trennung von ihm auch noch seine Ver- • achtung, seinen Haß zu tragen haben.
„Fahren wir zu den gnädigen Eltern?" fragte leise der Dienerin Stimme. Ihre Augen sahen in Furcht und Hoffnung in Arankas Gesicht. „Fahren wir mit ihnen dann —. nach Hause?"
„Ja, ja", flüsterte Aranka und wandte sich ab von den forschenden, unglücklichen Augen. „Wir fahren heute noch."
Sie ließ Marinka allein, nachdem sie ihr geboten hatte, das Wenige, was sie in diesen Tagen ausgepackt hatte, wieder in die Koffer zu packen. Sie blickte auf die Uhr. Es war noch zwei Stunden bis eins. Etelka erwartete sie in ihrem Wohnzimmer, aber sie mochte nicht zu ihr gehen. Sie mochte keinen Menschen sehen. Sie wußte nicht, was sie beginnen sollte.
Plötzlich zuckte ein neuer Plan durch ihr armes, gemartertes Hirn. Sie klammerte sich an diesen Gedanken.
Sie ging ins Zimmer der Schwester. „Ich habe furchtbare Kopfschmerzen, Etelka. So kann ich gar nicht fahren. Ich schicke Marinka in die Apotheke, laß mir ein Pulver holen und lege mich noch eine Stunde hin."
Ihrem leidenden Aussehen glaubte man die Schmerzen. Und wirklich dröhnte und brannte ihr der Kops schon seit Tagen.
„Soll ich Imre zu dir schicken, Kleine, damit er sieht, was dir ist?" fragte die Schwester,
Afrika bei Berlin.
Robert Preußner, ein früherer Angehöriger der deutschen Schutztruppe in Südwestafrika, hat in Ahrensdorf bei Berlin in siebenjähriger Arbeit ein Negerdorf errichtet, in dem eine große Anzahl von Berlinern ihre Ferien verbringen. Jede Familie hat ihren eigenen kleinen Kral. -Fünfmal am Tage versammeln sich die Neger zu den Mahlzeiten, die übrige Zeit wird am wunderschönen Lübbesee verbracht. Nachmittags schmücken sie sich mit Lendenschärpen, Ketten, Ohrringen und Federputz als „Neger" aus. Unser Bild zeigt einen Negerkral mit fröhlichen, als Neger ausstaffierten Sommerfrischlern.
Wieder Word an einem Kraftwagenführer. Vor einigen Tagen wurde in der Bärwaldstraße im Südwester! Berlins eine herrenlose Autodroschke von der Polizei sichergestellt. Der Kraftwagenführer Stadie war spurlos verschwunden. Blutspuren im Innern des Wagens deuteten auf ein Verbrechen hin. Jetzt ist die Leiche Stadies von Zivilpersonen im Chausseegraben an der Chaussee Berlin—Zossen aufgefunden worden. Stadie ist durch einen Rücken- und einen Kopfschuß ermordet worden. Allem Anschein nach liegt Raubmord vor.
Wädchenmörder stellt sich der Polizei. Der Optiker Wilhelm Wied, der ein 18jähriges Mädchen im Walde bei Frankfurt a. M. ermordete, stellte sich der Frankfurter Polizei. Er gibt an, in der kurzen Zeit der Bekanntschaft großen Gefallen an dem Mädchen gefunden zu haben. Während des Zusammenseins habe das Mädchen ihn wiederholt gebeten, mit ihr aus dem Leben zu scheiden. Er sei dann mit ihr in den Wald gegangen. Dort habe das Mädchen von ihm wieder verlangt, es zu töten. Nach der Tat habe er in einem Brief an das Polizeipräsidium die Mordstelle mitgeteilt.
Stapellauf eines neuen französischen U-Booles. In den ersten Tagen des Monats August wird in Le Havre wiederum ein französisches Unterseeboot, die „Psyche", vom Stapel gelassen. Es handelt sich diesmal um eine Einheit der 600-Tonnen-Klasse, von der bereits einige in den Dienst gestellt sind.
„Nein, laß nur deinen Mann, er hat jetzt seine Sprechstunde. Mir wird das Pulver schon helfen."
Sie nickte ihr zu, ging zurück in das kleine Zimmer, in dem Marinka jetzt packte, und bat sie, ihr sofort ein Kopfschmerzenpulver aus der Apotheke zu holen. Die Dienerin ging sogleich.
Die Apotheke lag am Ende der Straße. Eine Viertelstunde würde es dauern, bis Marinka zurückkam. Diese Zeit mußte Aranka nutzen. Sie griff nach ihrer kleinen Handtasche, stopfte in Hast einige Toilettensachen, etwas Wäsche und ein Kleid hinein. Kleidete sich in höchster Eile fertig an. Stand dann lauschend an der Tür. Im Hause rührte sich nichts. Der Schwager empfing vorn in den abgeteilten zwei Räumen der Wohnung seine Patienten. Etelka war in ihrem Zimmer, das Mädchen in der Küche.
Mit hastigen, lautlosen Schritten schlich Aranka über den Flur. Ihr Herz klopfte in einem rasenden Tempo. An der Haustür machte sie halt, horchte nach allen Seiten, öffnete sie dann behutsam und zog sie leise hinter sich ins Schloß.
Ebenso vorsichtig eilte sie die Treppe hinab. Stand auf der im Sonnenglanz flimmernden Straße, spähte angstvoll umher, ob sie Marinka sah. Atmete aus, als sie sie noch nicht erblickte.
Dann ging sie mit schnellen Schritten, ohne nach rechts und links zu sehen, in der Richtung zum Dorf. Dort konnte sie sich am leichtesten verbergen. Dort würde man sie am wenigsten suchen.
Wie sie vor wenigen Tagen aus dem Haus ihres Mannes geflohen war, so verließ sie jetzt das Heim ihrer Schwester in heimlicher Flucht.
2 2. Kapitel.
Als Michael nach seiner kurzen Reise wieder sein Haus betrat, von den Mädchen aus seine Frage nach Aranka, die er nicht in ihrem Zimmer antras, erfuhr, daß sie verreist sei und auf seinem Schreibtisch ihren Brief fand, hatte er lange »ie in Betäubung vor ihren Zeilen gesessen. Wieder und wieder hatte er sie dann gelesen, und immer unverständlicher wurde ihm ihre Flucht, immer verworrener seine Gedanken, immer erstickender die Angst in seinem Herzen.
Was war hier in seiner Abwesenheit geschehen, das er nicht wußte? Was hatte man Aranka getan? Warum war sie gegangen?
An die leeren, bedeutungslosen Worte, die sie ihm schrieb, glaubte er keinen Augenblick. Hätte sie wirklich so sehr unter Heimweh gelitten, so hätte er es gemerkt. Das war kein Grund, um ihn zu verlassen. Er dachte an seine kurze Ehe vom ersten Tage an. Immer hatte er Arankas Liebe gefühlt, ihre Zärtlichkeit, ihre Leidenschaft. Sollte das alles Maske, Verstellung, Betrug gewesen sein? In ihrem Briefe stand kein Wort von Liebe. Wie aber konnte Liebe so schnell sterben? Das war unmöglich. Das konnte nicht sein.
Hier war mehr geschehen, als er wußte.
In seiner Angst, in seiner Ratlosigkeit ging er in die
Sport des Sonntags
Vrandenburgische Sommersplelmeisterschaften. Bei ben Brandenburgischen Sommerspielmeisterschaften in Zehlendorf gab es zwei große Ueberroschungen. Erstens die Niederlage des vor, , jährigen Kreismeisteas im Trommelball der Turnerinnen VfL, Charlottenburg 58 durch den TV. Cottbus 61 mit 61 :71 (31 :39), und ferner im Faustball der Männer durch den Sieg des TV, Forst 61 mit 36:28 (21 :10) über den Favoriten Turngemeinke Berlin. In der Turnerklasse A über 32 I. siegte der TuSV. Schöneberg mit 46 :29 über TV. Steglitz 78. In der Turnerklasse 3 über 40 I. siegte der vorjährige Kreismeister TVg. Ber. liner Lehrer mit 8 :0 P. vor Borussia Rathenow 6 :2 P. Bei den Frauen setzte sich wiederum der Titelverteidiger Berliner Turner chaft V. Frauen-Abtlg. mit 6:0 P. vor der TG. Steglitz 4:2 P.
Westdeutschland schlägt Holland. Zwischen Westdeutschland und Holland wurde zum 10. Male ein Leichtathletik-Länden kampf in Hartem ausgetragen, den Westdeutschland dank der guten Leistungen in den Laufwettbewerben mit 58% : 52% Punkten ge. winnen konnte. Von den bisher ausgetragenen Kämpfen ha! Westdeutschland 7 Treffen gewonnen, Holland nur eins.
Bei den Olympischen Spielen eröffneten am Sonnabendabend r die Gewichtheber die Kämpfe. Ueberraschungssieger im Seidige.; wicht wurde der Franzose Duverger vor dem Oesterreichs Haas. Der Franzose Hostin siegte im Halbschwergewicht. Deutsch land war an den Kämpfen nicht beteiligt.
Deutsche Gols-Meisterln wurde Frau Haag-Benzlnger. Si, gewann die Entscheidung, die über 2 Runden und 36 Löcher führst in Frankfurt a. M. gegen die zur Weltklasse gehörende Engländerin f Rudgard mit 5 und 3.
Frankreich behält den Daviscup. Bei dem Schlußkampf im Davispokalspiel in Paris verloren am Sonnabend die Franzosen; Chochet—Brugnan das Doppelspiel gegen die Amerikaner Allison- van Ryn in fünf schweren Sätzen mit 5 :3, 11 :13, 7 :5, 4:6, 6 :4. Durch biefen Sieg hatten die Amerikaner den ersten Punli gewonnen. Frankreich führte nur noch 2 : 1, so daß am Sonntag die Entscheidung fallen müßte. Vor „12 000 Zuschauern würd« das Schlußspiel um den Davis-Pokal zwischen Frankreich uni Amerika beendet. Schon im ersten Treffen gelang es Boroir«, ben Amerikaner Allison 1 : 6, 3 : 6, 6 : 4, 6 : 2, 7 : 5 zu schlagen und damit den wertvollen dritten Punkt zu gewinnen. Der Kamps steht 3:1, womit Frankreich den Davis-Pokal behält. Der Aus- L gang des noch ausstehenden Spieles Cochet gegen Vines ist ohm Auswirkung auf das Ergebnis.
Viktoria 89 besiegle Vienna-Wien! Das Gastspiel der Wienei eröffnete in Berlin die neue Fußballsaison. Die Berliner kamen nach einem wenig schönen und zum Schluß sehr harten Spiel 31 einem überraschenden 2 :0 (0 :0)-Siege gegen die ziemlich uninteressiert spielenden Wiener.
Fieseler siegte in Zürich bei dem großen internationalen Flug, Meeting im Wettbewerb der Kunstflieger überlegen vor dem Leipzi- - ger Dr. Guttmann, Achgelis und Liesel Bach.
Sieger im Berner Schachturnier wurde Aljechin, der feine letzte Partie gegen Colin gewinnen konnte und seinen schärfste« Gegner, den Tschechen Flohr los wurde, da Flohr gegen Bern, stein nur remitierte. Aljechin wurde Erster mit 12 P., Euwe und Flohr wurden Zweite mit je 11%, Sultan Khan Vierter, in ’ den 5. Preis teilten sich Bernstein und Bogoljubow.
Leducq Sieger in der Tour de France, Stoepel Zweiter.
40 000 Zuschauer waren am Sonntag nach der Pariser Prinzen- s parkbahn hinausgepilgert, um die Tour de France-Fahrer 3a empfangen. Gegen 3.30 Uhr erschien der Erste aus der Bahn. Das Feld setzte zum letzten Spurt ein; an der Spitze lag Speicher, dicht hinter ihm Leducq. Kurz vor der Ziellinie überließ Speicher seinem Landsmann die Spitze und den Sieg. Leducq hat also die Etappe gewonnen. Durch ein glänzendes Fahren auf der letzten Etappe und einen kraftvollen Spürt hat sich Stoepel den 2. Platz gesichert. Camusso wurde Dritter, Pesenti Vierter.
Nebenvilla. Die Schwiegereltern saßen mit Käte Balke beim Abendessen, als er plötzlich zu ihnen ins Zimmer stürzte. Bleich, mit verzerrtem Gesicht.
„Was habt ihr Aranka getan?" fragte er.
Die drei Menschen sahen ihn erstaunt an. Dann sagte Frau Friederike kühl: „Du scheinst zu vergessen, zu wem dv sprichst, Michael! Wir haben deine Frau überhaupt nicht gesehen."
„Richt? Ihr habt nicht mit ihr gesprochen? Ihr wiß nicht, daß sie fort ist?"
„Gesprochen haben wir sie nicht", entgegnete die alte Dame eisig. „Denn sie hielt es nicht der Mühe wert, sich von uns zu verabschieden. Käte stand zufällig am Fenster, als sie abfuhr. Wir konnten natürlich nicht ahnen, daß sie ohne deine Zustimmung reiste."
Michael sank in einen Sessel: ein müder, gebrochener Mann.
„Ihr habt sie aus meinem Hause getrieben", sagte er dumpf.
„Michael!" Empört, zornig klang sein Name aus brei Kehlen. Er blickte gleichgültig in diese wuterfüllten Augen die sich auf ihn richteten. Er murmelte:
„Alles, alles habt ihr getan, damit sie sich unglücklich fühlen mußte in meinem Heim. Kein freundliches Wort habt ihr ihr gegeben, nie habt ihr versucht, es ihr hier heimatlich zu machen. Nur Vorwürfe hat sie gehört über ihren Leichtsinn, der nichts weiter als ihre große Jugend war."
Die drei Menschen waren starr. Michael, der zurürk- haltende, rücksichtsvolle Michael brauchte solche Worte, schleuderte solche Worte, schleuderte ihnen solche Anklage« ins Gesicht!
„Du weißt ja nicht, was du sprichst", sagte dü Schwiegermutter. „Du redest wie ein Irrer. Wie sollte« wir denn dazu kommen, der Frau, die du als Nachfolger!« unserer Tochter nahmst, voller Liebe entgegenzutreten' Für uns war und blieb sie der Eindringling. Und ab wir ihr Vorwürfe machten, hatten wir recht. Sie hat Rita« erste Krankheit im letzten Herbst durch ihren Leichtsinn heb beigeführt."
Michael stand auf. .
„Ihr wißt, daß Rita auch vor dieser Erkältung kra« war. Eigentlich immer krank. Was Aranka tat, kann nicht Schuld nennen. Ihr aber habt sie damals behande« wie eine Verbrecherin, ihr habt mein Kind systematv gegen sie aufgehetzt, ihr habt alle Keime der Liebe in b» kleinen Seele, die Aranka entgegenblühten, gewaltsam stickt. Ja, sagt kein Wort dagegen, es ist so! Das Ki« habt ihr ihr entsremdet, das Heim habt ihr ihr verdorbe durch die Atmosphäre von Kälte und Haß, die ihr breitet und die sie immer und immer spürte. Und no« dem Tode des Kindes, das sie behütet hatte und umsE und das ohne unsre Schuld krank geworden ist, da ihr sie wiederum wie eine Verbrecherin behandelt und 0 mieden.
Fortsetzung folgt)