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Bestimmt in der Drogerie Georg Baader.
Kreuzer „Köln" übermittelt folgende Liste der Geretteten:
Kaxitanleutnant Ruhfus; Oberleutnant Lotl; Oberbootsmaat Sühn: Bernadelli; Bchn: Birr; Obermatrosengefreiter Hildebrand; Twardowski; Jakob; Oberheizergefreiter Fischer: Obermatrose Roß; Signalgefreiter Klein: Oberschelp; Arenhel; Obersignalgast Guil- leaume: Matrose Reyher; dürft; Tanhen; Möller; klimmer; ?ranzte; Busch I und Busch II; Steinbrück; Matz; Vogel; Eichel; asenack; wieling; Pannenburg; Korlh; Jürgen»; Girladoni; Hoffmann, Dietrich; Irahm; Lasse; Schrott; von Mttelstedt; Steward Reich.
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Die Liste der Vermißten
Kapitänleutnant Engel, Siegfried Heinrich, Ausbildungs- offizier: Oberleutnant zur See Schiffer, Wachtoffizier: Marinestabsarzt Dr. Sander, Richard, Schisfsarzt; Marineoberzahlmeister Schirmann, Schiffszahlmeister; Oberbootsmannsmaat lamm, Fritz; Oberbootsmannsmaat Lul, Anlon; Matrosengesreiter krog- mann, Adolf; Obermatrosengefreiter Lammert, Hans; Obermatro- iengefreiter Küster, Karl; Signalstabsgefreiter Bebernisz. Otto; Oberfunkgefreiter Kocher, Rudolf; ZimmSrmannsgefreiter Rusch- kowski, Paul; Obermaat Kretschmer, Paul; Oberverwaltungsgast Engels, Waller; Maschinist Kirchstein, Waller; Oberheizer Gefreiter Sprich August; Obersanitätsgast Stock, Otto; Oberbootsmannsmaat £off; Oberbootsmannsmaat Moritz; Oberbootsmannsmaat will; Oberfignalgefreiter Müller; Signalgefreiter Kresse; Signalgefreiter Krauß; Signalgefreiter van Gemmern; Signal- gerreiter Guerk; Signalgefreiter Rolhe; Obersignalgast Saeckel; Obermatrose Gesreiter Schulz; Signalgefreiter Jentsch; Matrose Gefreiter Saenger; Matrosen, die künftig Seekadetten werden wollten: Andersen, Hans: Guß, Erik; Freygang, Kl«s; Geiger, Helmut; Gerlach, Karl-Helmut; Grüner, Werner; Hosmann, Hans; Hoyer; Krellenberg, Kurt; Leisewitz, Hans-Joachim; Lütge, Karl; Manseck, Günther; Hisenbach, Erich; Otten, Edwin; Pfeffer, Helmut; Pietsch, Georg; Klohky; Rudloss, Harald; Schlangenseldl, Kurt; Schmidt, Hans-Günther; Schmidt, Dimitri; Schrewe, Fritz- Georg; Schulz, Werner; Spetzler, Richard; von Türcke, Dietor; Vogler, Herbert; Weißmüller, Otto; Löing, Hans-Georg; Rinau, Manfred; Freiwillige der Sanitätsoffizierslaufbahn der Marine: von Albedyhll, Brunk; Dr. med. Gelhaar; Gutjahr; Kruse; Renner; Medizinalpraktikant Heilmann; Zivilangestellter hamel.
Die Ursache des Untergangs
Kiel, 28. Juli.
Amtlich wird mitgeteilt: „Die Untersuchung an Ort und Stelle, die Vernehmung des Kommandanten und die Berichte des Kapitäns Müller von dem Dampfer „Therefe Ruft" und des Kapitäns des Feuerschiffes „Fehmarn-Belt" haben ergeben, daß die in Zeitungen ausgesprochene Vermutung. daß das Schiff zu viel Segel geführt habe, nicht zulrifft. Die im amtlichen Bericht gemeldet, waren bereits um 14 Uhr die Oberjegel jesigemacht und vom Kommandanten die der Wetterlage entsprechenden Vorkehrungen getroffen. Das Sinken des Schiffes ist nach den bis jetzt vorliegenden Feststellungen vielmehr darauf zurückzuführen, daß eine plötzlich einfetzende stark räumende Bö, die große Gefahr für jeden Segler, das Schiff in Bruchteilen von Sekunden zu hart auf die Seite legte, so daß es trotz Hart- ruderlage nicht zum Ausrichten gebracht werden konnte."
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Schulschiff „Niobe", das im Fehmarn-Belt im Gewittersturm kenterte. Das Un« glück forderte 69 Todesopfer.
Zum Antergang bes Gegelschulfchiffes Niobe
Erinnerung an eine Nordsee-Slurmfahrt.
„Ich hatt' einen Kameraden ...", so Klangen die voll Inbrunst gespielten Weisen eines Bläserchors in der weihevollen Gedenkstunde am Mittwoch Rbend, die von Ham- burg aus durch alle deutschen Rundfunksender übertragen wurde und den Toten des bei Fehmarn in der Ostsee untergegangenen Segelschulschiffes „Niobe" galten. klndachts- voll lauschte auch ich den Worten des Marine-Inspekteurs, der über den Zweck und den Untergang des Marinslehr- schiffes „Niobe" sprach, in dessen Segel eine plötzlich aufgekommene Gewitterbö von Stärke 10 fuhr und dem Schiff und 69 guten Kameraden in wenigen Minuten zum Der«
Beileidskundgebungen
Während die Reichsregierung mit Hindenburg an der Spitze, die einzelnen Lünderregierungen und Stadtverwaltungen der Reichsmarine ihr Beileid und wärmstes Mitempfinden aussprachen, empfing der Reichspräsident von den auswärtigen Staatsoberhäuptern überaus zahlreiche und herzliche Beileidskundgebungen.
Das schwerste Unglück nach dem Kriege
Zu dem Untergang des Schulschiffes „Niobe" wird von zuständiger Stelle noch mitgeteilt: Der Untergang der „Niobe" ist das schwerste Unglück, das die Reichsmarine nach dem Kriege betroffen hat. Zunächst wird nun das Havarieverfahren eingeleitet werden. Daneben läuft das gerichtliche Todesermittlungsverfahren. Bon der Untersuchung hängt es ab. ob gegen den Kommandanten ein Kriegs'gerichtsverfahren wegen schuldhaften Verhaltens ein» geleitet wird. Die Bergungsfahrzeuge der Marinewerft haben sich bereits an die Unfallstelle begeben, um zu versuchen, das gesunkene Schiff zu heben.
Korvettenkapitän Kümpel,
der bis zum 1. April d. J. Kommandant der „Niobe" war, teilt zu dem Untergang mit, das Schiff sei in jeder Weise voll seetüchtig und in allerbester seemännischer Führung gewesen. Allem Anschein nach habe der Kommandant das getan, was im Falle eines solchen Unglücks notwendig gewesen sei.
Es handele sich bei dem plötzlichen Untergang zweifellos um höhere Gewalt. Bei plötzlich auftretenden Naturgewalten seien Segelschiffe immer in besonderer Gefahr. Daß die Niedergänge des Schiffes bei dem Unglück offen gewesen seien,'sei völlig richtig, damit die im Zwischendeck befindlichen Personen sich hätten retten können.
Von Gronau in Kanada
Er beabsichtigt Weltflug auszuführen.
Montreal, 28. Juli.
Wolfgang von Gronau ging mit seinem Dornier Wal um 20.07 Uhr oslamerikanischer Zeit (1.07 MEZ) bei Lon- gueuil, einem Vorort von Montreal, auf dem Wasser nieder.
Die Besatzung des Dornier-Wal wurde bei ihrem Eintreffen in Montreal von Vertretern des deutschen Konsulats, der Behörden und des Montrealer Fliegervereins begrüßt. Wie bekannt wird, ist in Prince Rupert in Britifh-Columbia für Gronau bestimmter Brennstoff eingetroffen. Man schließt daraus, daß von Gronau die Absicht hat, einen Weltflug auszuführen.
Die Politik der Wirtschaftspartei
Rundfunkansprache des Vorsitzenden Drewitz.
Im Rahmen der Rundfunkansprachen politischer Führer lehnte der Vorsitzende der Wirtschaftspartei, Drewitz, unter Bekenntnis zum sozialen Gedanken jeden Sozialismus ab. Hauptforderung der Partei sei die Verwirklichung des Artikels 164 der Reichsyerfassung, der laute: „Der deutsche Mittelstand m Landwirtschaft, Gewerbe und Handel ist m Gesetzgebung und Verwaltung zu fördern und gegen Ueber- lastung und Aufsaugung zu schützen." Die Partei sei Gegner der Wohnungszwangswirtschaft in jeder Form und kämpfe gegen Warenhäuser und Konsumvereine. Das Ergebnis von Lausanne könne als genügend angesehen werden. Jedes Experiment mit der deutschen Währung lehne die Partei strikt ab, desgleichen auch den Gedanken einer Diktatur.
Hängnis wurde. Ich lauschte umso ehrfurchtsvoller und in Gedanken versunken, als ich vor meinem geistigen kluge mächtige brausende Wellen vorüberziehen sah und dröh- nentus markerschütterndes Sturmgeheul vernahm, das auch das mutige Menschenherz erzittern läßt. Das Unglück. der „Niobe" ist durch höhere Gewalt geschehen, es kam und verging so schnell, daß selbst der Befehl zum Anlegen von Rettungswesten nicht mehr ausgeführt werden konnte. Wie mögen sie sich gebangt und nach einem sicheren Hafen gesehnt haben, oiese braven sturmerprobten Männer, die über Bord geschleudert wurden, mit tosenden wellen kämpsten und noch einmal in Gedanken daheim, ihr junges Leben in treuer Pflichterfüllung für das Vaterland dahingaben? Seemannslos! — — —
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Ruch ich habe es für kurze Zeit, aber desto kräftiger zu spüren bekommen. Es war vor Jahresfrist am 8. Juli 1931. Ueber Helgoland, dem schönen deutschen Nordsee- Eiland hingen dräuende schwarze Wolken, die gleich dem Meere von rasendem Sturm gepeitscht wurden. Dann regnete es in Strömen stundenlang. Aber diese Helgoländer Wassertaufe konnte nicht verhindern, daß ich mich zur Weiterfahrt nach Hörnum (Spit) auf einen seetüchtigen 2200-Tonnen-Dampfer mit noch zahlreichen anderen Fahr- gästen einbooten ließ, wenn auch schon bei Abfahrt des Schiffes, das anstatt 14.50 Uhr erst 15.15 Uhr in See ging, dieses vom Sturm in starke Schwankungen versetzt wurde, sollten wir nicht ahnen, daß auf der Weiterreise das Schiff mit Böen Stärke 10—111/2 zu Kämpfen hatte. Für die Passagiere, die bei voller Besetzung des Schiffes ca. 2000 betragen, aber bei dieser Fahrt kaum zweihundert waren, entstand eine entsetzliche Situation, von der selbst das Schiffspersonal ergriffen wurde. Denn das Schiff wurde vom Sturm und hohen Wellengang hin- und herqe- getrieben, so daß es sich längs- und breitseits stark neigte und zeitweise die Schiffsschraube frei in der Luft schwebte, deren Geratter einen ohrenbetäubenden Lärm verursachte. Die gegen das Schiff heranwälzenden Wellenberge spritzten längsseits am verglasten Promenadendeck, an dessen Aussen« feite ich meinen Platz auf einer langen Bank eingenommen hatte, herauf und über das darüberliegende Bootsdeck hinweg. Es war ein furchtbarer Anblick auf das wütende und schäumende Meer hinaus, das scheinbar bis auf den Grund aufgewühlt war und das Schiff, zum nicht geringen Schrecken aller Passagiere, in allen Zügen erzittern ließ. In dieser bedrängten Lage wurden Sekunden zu Minuten und Minuten zu Stunden. Inzwischen gab es wieder ein
Eisenbahnunglück in Berlin
Bier wagen umgestürzl. — Zwei Tote, zahlreiche Verlehl,
Berlin, 28. Juli.
In der Nähe des Bahnhofs Gesundbrunnen stieß bi, Lokomotive eines Vorzugs gegen den gerade in der Einfah befindlichen Personenzug Stralfund—Berlin. Der Susan menstoß war äußerst heftig. Vier Wagen wurden ineina« dergeschoben und stürzten dann um. Die Unglücksstelle bi ein Bild grauenhafter Verwüstung. Aus den Personen wagen, die gut beseht waren, tönten verzweifelte Hilferuf Während die Polizei die Unglücksstelle abfperrte, ging bi Feuerwehr daran, mit Schweißapparaten die Unglücklichr, aus den Trümmern zu befreien. Es gelang dann, zunöch 20 Verletzte und Schwerverletzte zu bergen. Gleichzeltz wurden zwei Tote geborgen.
Todesurieil gegen Gorgulow
Paris, 28. Juli. °
Der Mörder des französischen Staatspräsidenten Boumti der russische Emigrant Gorgulow, wurde nach länge« Schlußverhandlung entsprechend dem Antrag der Anklag! behörde zum Tode verurteilt
Erregung in Paris über die Schleicher-Rede. Während London die Rundfunkrede des Reichswehrministers ruhig und st; lich besprochen wird, herrscht in Paris größte Erregung über I „Haßrede gegen Frankreich".
Zu der Reichstagswahl.
Die Zusammensetzung des Reichsio - bei feiner Auflösui
Gepalter und Getöse, das irgendwo auf dem Schiff M zuschlagende Türen, umstürzende Stille, fallende Hi schen, Koffer u. bergt m. verursacht war. Denn der Sm dessen Heulen zeitweise einem Löwengebrüll glich, ließ t von seinem Opfer ab, rüttelte und schüttelte nach al Richtungen das Schiff und peitschte weiterhin unzähl Male mächtige Wellen über das Deck. Die Depression l ter den Fahrgästen wurde noch stärker, als der Ruf V Deck schallte: „Alles gut festhalten!" Nach der tung dieser Maßnahme fragend, wurde erklärt, das 5: nehme andern Kurs, wodurch die schon ohnehin gefährll Situation der Passagiere durch N!«ch stärkeres Set)maul des Schiffes erhöht wurde. Konnte man noch bis j ersten Viertel der Fahrt bei den Passagieren einigermei Unterhaltung vernehmen, sollte diese aber für die A ersterben, da 90 Prozent aller Reisenden seekrank und« starkem Erbrechen befallen wurden, in welch' schwin« hasten Zustand die meisten so lange verharrten, bis | Sdjiff aus dem hohen Wellengang kam und sich ] fast dreistündiger Sturmfahrt dem ruhigeren WattenH näherte, was gleichzeitig allseits ein Aufatmen aus 4 schweren Bann hervorries. Aber in der Nähe der an der Südspitze der Insel Sylt sollte uns noch einmal Allgewalt des Meeres vor klugen erstehen: ein gr« Zweimast-Segler, der hier vor Jahren vom Sturm I die kimrum-Bank geworfen und dort im Sand vers« war, ragte als warnendes Zeichen aus der schäumet Meeresbrandung hervor. Als das Schiff glücklich im
Henmeer war, sollten wir aber noch lange an Bord gest» fein; denn der unbezähmbare Nordweststurm machte 1 Landung des Schiffes an der Hörnum-Brücke unwohl Fast zwei Stunden manövrierte das Schiff, von Öem 1 mehrmals Haltetaue zur Brücke geworfen wurden, I aber nach dem Festmachen zerrissen-und das Sdjiff 1 Sturm immer wieder abgetrieben wurde. Als alle W dungsversuche vergeblich waren, entschloß sich der der mir die glückliche überstandene ungeheure WindsW 10—II1/2 noch nachträglich schriftlich bestätigte, das !M verankern und alle Passagiere mit Hilfe eines Wattenmeer-Dampfers, dessen niedriger Bau durch die geschützt und keine so große Angriffsfläche für den Sfl war, dennoch unter nicht geringen Schwierigkeiten M das sichere Land zu bringen, das wir gegen 8 Uhr m’l mit einem „Gott fei Dank" betreten konnten.
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