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Wettwirischafislonserenz im Oktobers

Besprechungen Mellons mit Stimson und Hoover.

Washington, 29. Juli.

Schatzsekretär Mellon hatte eine halbstündige Unter­redung mit dem Staatssekretär Stimson. Die Einzelheiten dieser Besprechung wurden nicht bekanntgegeben. Es wurde lediglich zugegeben, daß alle das Staatsdepartement in­teressierenden Fragen, wie die Lage in Emopa, die Kriegs­schulden usw., durchgesprochen worden seien.

Mellon erklärte, die Einberufung der internationalen Wirtschaftskonferenz sei nicht vor Oktober möglich, da England mit der Otkawaer Reichskonferenz voll be­schäftigt sei.

Die Fragen nach seiner eigenen Meinung über Streichung oder Herabsetzung Der Kriegsschulden lehnte Mellon ab, des­gleichen die Frage, ob dieser Punkt der Weltwirtschafts- konferenz vorgelegt werden würde. Er antwortete nur aus­weichend, daß das Programm dieser Konferenz noch nicht festgelegt worden sei.

Schatzsekretär Mellon [tattete auch Präsident Hoover einen Besuch von 20 Minuten Dauer ab.

Zusammenstoß in der Luft

Siegreiche Zunkersmafchiue verunglückt. Ein Schwer- verletzter.

München, 29. Juli.

Das dreimotorige Junkers-Flugzeug3u. 52 der Deut­schen Luft Hansa, das in dem Schweizer Alpen-Rundslug- Wettbewerb für Verkehrsflugzeuge unter Führung des Flug­kapitäns Polke den ersten Preis errungen hat, wurde auf dem Rückfluge von Zürich nach Berlin kurz nach dem Start in München-Oberwiefenfeld von einem Unfall betroffen. Ein über dem Flughafen Schleißheim fliegendes Flamingo-Spork- flugzeug der Deutschen Verkehrsfliegerschule flog in den lin­ken Propeller und die linke Kabinettfeile derIst. 52 hinein, hierbei wurde das linke Fahrgestell derIu. abgerissen und das Flugzeug zu einer Notlandung in einem Kornfeld in der Nähe des Flughafens Schleißheim gezwungen. Die Maschine wurde zu etwa 30 v. h. beschädigt. Besatzung und Insassen der3u. 52, insgesamt sechs Personen, kamen ohne Schaden davon, während der Pilot des Sportflugzeuges schwere Verletzungen erlitt. _

Acht Millionen Jungwähler seit 1919.

Während Die Zahl der Stimmberechtigten zur Nationalver­sammlung 1919 rund 36,7 Millionen betrug, wird sie voraussicht­lich diesmal auf 44^5 Millionen steigen. Das bedeutet eine Zu­nahme der Jungwähler um rund 8 Millionen. Denn alle deutschen Jungwähler Stimmen abgeben, würde das allein einen Zuwachs von 133 Mandaten seit 1919 bedeuten.

Kein llniformverbol am Wahltag.

Gegenüber anderslautenden Gerüchten beabsichtigt die Reichs­regierung nicht, für den Wahltag ein Unifvrmverbot zu veran­lassen. Der Ueberwachungsausschuß des Reichstages hatte einen Zentrumsantrag angenommen, wonach die Reichsregierung wenig­stens für die Zeit von Sonnabend bis zum Wahltage selbst ein UnfformverbR verfügen EM Die RsWsteWrMW»tM f»h mit dieser Anregung beschäftigt, ist jedoch zu dem Ergebnis gekommen, daß ein derartiges Verbot eher geeignet sein könnte, die ruhige Abwicklung des Wahlaktes zu beeinträchtigen.

Neuer Untersuchungsausschuß gefordert.

Die nationalsozialistische preußische Landtagsfraktion hat be­antragt, zur Prüfung dervom Finanzministerium ohne Wissen 1 und Willen des Landtages über die Zentrale Verlags-Gesellschaft m. b. H. und noch anzugebenden Mittelsleuten verausgabte allge­meine Steuergelder" einen Untersuchungsausschuß einzusetzen. Als verantwortliche Männer für die Verschleuderung von öffentlichen Geldern kämen in Frage Staatsminister a. D. Dr. Höpker-Aschosf, Staatsminister a. D. Dr. Klepper und vor allen Dingen der an den beiden Ministerien tätig gewesene, der Staatspartei ange­hörende Staatssekretär Schleusener.

ZKostau zum Todesurteil gegen Gorgulow.

Die russischen amtlichen Stellen haben das Todesurteil gegen den Präsidentenmörder Gorgulow mit großer Befriedigung ausge­nommen. Es wird erklärt, der Prozeß habe erneut bewiesen, daß die seinerzeit erhobenen Beschuldigungen, Gorgulow sei ein russi­scher Agent und habe die Tat in russischem Auftrag ausgeführt, lediglich das Ziel verfolgten, die Beziehungen zwischen Sowjet- rußland und Frankreich zu stören. Das jetzt in Paris gefällte Urteil fei gerecht.

Das Eisenbahnunglück in Berlin.

Der Schauplatz der Katastrophe auf dem Gelände des Bahn­hofs Gesundbrunnen. Der Zusammenstoß forderte 2 Todes­opfer und eine große Anzahl von Verletzten.

tfi Jetzt oder niel

Zerschlagt das liberalistische System!

Zerschlagt Versailles-Lausanne 1 Schlagt den jüdischen Marxismus !

Schafft mit herbei ; Düw T i of ö 0

Wähler und Kämpfer k Ut LlölU 4.

^X Wir wollen Freiheit!

Wählt Eitle 1

Sozialdemokr. Partei Deutschlands

.......»^»........ j flus Stadt, Kreis und Provinz |

Mitteilungen lokalen Interesses aus dem Kreisgebiet sind für diese Rubrik willkommen.

Gonntagsgedanken

Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, bei kann nicht mein Jünger sein." Wir brauchen das Won Kreuz so schnell und leicht. Wir reden von Kreuz bei allem und jedem, was uns nicht behagt. So sollten wir das ernste, schwere Wort Kreuz nicht seines Inhaltes entleeren Unser Kreuz tragen heißt, die wirklich schweren Dinge unse­res Lebens tapfer tragen, Dinge, unter denen Mut und Kraft zu zerbrechen drohen, doch im Glauben an die Liebe des himmlischen Vaters nehmen, heißt auf Posten, die ver­loren scheinen, doch treu aushalten. Wer das tut, der ist ein Kreuzträger. Wer aber Jesu nachfolgw will, der weiß daß auch fremdes Kreuz getragen werden muß. Man kann es in der Lebensgeschichte manches Mannes und mancher .Frau, die auf dem Gebiete der christlichen Liebestätigkeü in bahnbrechender Weise gearbeitet haben, beobachten, w:e so ein Sichkreuzen ihres Weges mit den Wegen unglück­licher, vergessener Brüder und Schwestern für sie der ent­scheidende Anlaß geworden ist. der sie mit einer bestimmten Not verbunden und ihnen in der Bekämpfung und Linde­rung derselben ihre Lebensaufgabe gewiesen hat. Im klei­nen'wird jeder lebendige Christ auf ähnliche Weise an frem­den Jammer herangeführt werden. Da fordert dann die N a cb f o I g e Jesu: Faß das Kreuz mit an. hilf es tragen' Denk' daran. daß Jesus verheißen hat, es fei ihm getan was einem der Geringsten unter feinen Brüdern auf Erden getan wird. Das freilich wird auch dann für einen Jün­ger Jesu zu einer harten und schmerzlichen Last, daß man Nöte sehen muß ohne ihnen abhelfen zu können, daß man sinkende sehen muß, ohne sie retten zu können, daß man in das alte Elend und in die alte Schuld junges Leben hin­einwachsen sieht, ohne es davor bewahren zu können. Zahl­reiche Menschen finden sich dann damit ab, daß sie sich ein­reden:Es ist nun einmal so; diese Welt ist nun ein­mal keine vollkommene Welt; es gab in ihr immer unüber- * wundenes und unüberwindbares Elend." Ein Jünger Jesu darf nicht so denken. Daß es so ist. muß er mit un­ruhigem Gewissen und mit Schmerzen als etwas Gott- widriges empfinden. Er muß sich nach Erlösung sehnen, er mckß an das Reich Gottes glauben, das sich mit derartigen Dingen nicht verträgt, und um sein Kommen beten und sich zu Taten und Opfern bereit halten, die nötig werden, wenn irgendwo das Reich Gottes wieder einen Schritt vorwärts tun soll. Aber deren gibt es immer noch viel zu wenige. i denen die allgemeine Not und Schuld zu Herzen geht, die 1 für das Ganze denken und empfinden, beten und arbeiten.

Wetterbericht. Von Südwesten her schiebt sich ein j Ausläufer des Azorenhochs unter langsamen aber stetigen Druckanstieg auf den Kontinent vor. Da aber zunächst noch die Westströmung anhält und einige Ausläufer des schotti­schen Tiefdruckwirbels uns berühren werden, kommt es nur zu einer allmählichen Besserung des Wetters. WitterungS- aussichten für Samstag und Sonntag: Wolkig bis heiter, weitere Wärmezunahme, doch noch nicht ganz beständig.

7 o. Geburtstag. Herr Emanuel Rothschild, Neu- gasse kann am heutigen Freitag seinen 70. Geburtstag feiern. Wir gratulieren!

Sonderfahrt nach der Wasserkuppe, 6m Sonntag, den 31. Juli bietet sich Gelegenheit zu einer be­sonders billigen Fahrt mit Postauto nach der Wasserkuppe. Fahrpreis nach Gersfeld und zurück 2 RITT., nach der Was­serkuppe 1,20 RITT. mehr. 6bfahrt 7.30 Uhr vom Post­amt, Rückkehr gegen 21 Uhr. Auf der Wasserkuppe wird ein Wahllokal eingerichtet, so daß die Fahrtteilnehmer mit Reichswahlschein ihrer Wahlpflicht genügen können. 6nmeldungen beim Postamt Schlüchtern am Paketschalter.

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Wallr 0 th. Scharfe Schüsse wurden Mittwochabend gegen 12 Uhr aus einem Wäldchen auf unser Dorf abge­geben. Die Kugeln schlugen auf das Dach des Staaf'schen Anwesens im Mühldorf ein, woselbst eine Kugel gefunden wurde. Die Landjägerei ist mit der Aufklärung dieses Vor­falls betraut worden.

Gersfeld. Bei den Segelflügen am Donnerstag, die dem Gedächtnis Günther Grönhoffs gewidmet waren, hat­ten zahlreiche Piloten gute Trfolge zu verzeichnen. Ge­fordert wurden von den weniger geübten Piloten 15 Klm. und von den leistungsfähigeren beider Klaffen 25 bezw. 40 Klm. Während Hemmer, Wallischeck, Pernthaler, von Dierungshausen, Deutschmann und Dittmar in der näheren I Umgebung blieben, schafften ihre Kameraben zum Teil

recht ansehnliche Leistungen. Peter Riedel aufRhöna ler" schaffte 45 Klm., Rohm ausWürttemberg" land« bei Schmalkalden (45 Klm.) und Kronfelb ausWie ging bei Schleusingen (63 Klm.) nieder. Der Stettin Mayer, der wiederum seinPommernland" flog, hatte auf den Höhenpreis abgesehen, der mit 1500 Mk. ö tiert war und eine Höhe von 2000 Metern verlang Er hatte mit seinem Versuch Glück und kam bis 22( Meter. Mayer sicherte sich damit die Knwartschaft 6 einen der Hauptpreise. Wolf Hirth ging mit feinemist steiler" auf Strecke. Lange blieb man ohne Nachricht, l kurz 7 Uhr die Meldung eintraf, daß er bei Tisenbei 160 Klm. von der Wasserkuppe, gelandet sei. Die 5a der Flüge ist damit aus 430 gestiegen. 3m drei Tagen die13. Rhön" beendet und am 2. und 3. Rugust sin! eine Tagung der Sungslieger in Gersseld statt.

F r a n k s u r t a. M. Der Magistrat hat beschlossen, d er sich nur noch aus zehn besoldeten und zehn unbesoldet Mitgliedern zusammensetzen wird. Bisher bestand der U1 gistrat aus je 13 besoldeten und unbesaldeten Mitgliedei Ferner hat der Magistrat beschlossen, den Beamh Angestellten und Rrbeitern der städtischen Straßenbahn und Omnibusse für ihre Leistungen anläßlich des Säug bundessestes den Dank der Stadtverwaltung auszasp chen und den Fahrern unb Schaffnern eine Sonderverg tung von 3 Mark zu gewähren. Die Beerdigung t verunglückten Segelfliegers Günther Grönhoff fand ( Donnerstag auf dem Frankfurter Hauptfriedhof unter J ßem Trauergefolge statt. Die Stadt Frankfurt hat , Threngrab zur Verfügung gestellt.

Frankfurt a. M. (Bluttat). Der 30jährige Gptii Wilhelm Wied aus Münster bei Stuttgart hat in der Rg von Dienstag auf Mittwoch- ein 18jähriges Ladenmädch aus Hieb im Schwanheimer Wald durch zwei Schnitte den Hals ums Leben gebracht. Wied hatte das Mädck anläßlich des Sängerfeftes kennengelernt. Da er sie ni heiraten konnte, wollte er gemeinsam mit ihr in den U gehen. Nachher fehlte ihm anscheinend der Mut, sich sei das Leben zu nehmen, unb er ging flüchtig. Tr ist 1, Meter groß, schlank, hat dünnes blondes Haar, barti braunes verbranntes Gesicht und spricht schwäbischen D lekt. Nach Vollbringung der Tat verständigte er selbst Polizei und hinterließ eine genaue Zeichnung des Tado sowie seinen Paß.

Kohlen 3. Mit 6 Dampfern trafen nach Beendig» des Frankfurter Sängerfestes viele Tausend Sänger Koblenz ein, wo sie von einer vieltausendköpfigen ; schauermenge begrüßt wurden. 6 m Deutschen Eck fe eine eindrucksvolle Kundgebung statt. Dberbürgermeis RosendahH sagte in seiner Rnsprache, man versammle f zu einer Zeit, in der tiefe Wolken den politischen Himr verdunkeln, stuf die Fahnen der Sänger habe man jed die Pflege des deutschen Liedes geschrieben und damit ihrem Sinne zu sprechen, wenn er sage, daß die- Wo Max von Schenkendorffs, die am Denkmal des Deutsd Ecks eingeschrieben sind,Nimmer wird das Reich zersti wenn ihr einig seid und treu", in dieser Feierstunde H und Sinn erheben.

In einer Unterredung kündigte der Reichskanzler die unei wegte Fortführung des deutschen Kampfes gegen die entehren- Artikel des Verfalller Vertrages und für die Gleichberechtigung (

Eine große Anzahl von Staaten Europas haben bereits ihr Beitritt zumVerkrauensabkommen" von Lausanne angemeldel.

Die österreichische Regierungskrise scheint wieder einmal ( hoben zu sein.

Zwei Bergsteiger tödlich abgestürzt. Wie. aus Dberftbo im Allgäu gemeldet wird, unternahmen drei junge Männ aus Jmmenstadt eine Bergtour vom Oytalhaus zum Schne Beim Abstieg glitten der 19jährige Hans Huber und d 26jährige Hans Lehmann aus und stürzten etwa 50 Me­in die Tiefe. Sie wurden von ihrem Begleiter tot aufgefw den. Die ßeidien konnten geborgen werden.

Ehrung Elli Beinhorns und 2Hatga von Etzdorfs. I dem vom Aero-Club von Deutschland veranstalteten Abec. empfang wurde Fräulein Elli Beinhorn für ihre Leistung auf dem Gebiet des Sportflugwesens durch den Präsident des Aero-Clubs von Deutschland, Major von Kehler, d Ehrenbecher des Clubs der von Tschudi-Becher übt reicht. Das preußische Ministerium für Handel brächte i sehr sinniger Form Fräulein Marga v. Etzdorf ein Gesche- dar dadurch, daß es ihr die Berechtigung zusprach, aus & Preußischen Porzellan-Manufaktur sich ihr Geschenk seit auszusuchen.

Grenzverletzung durch einen polnischen Flieger. In i« Nacht überflog ein polnisches Flugzeug die Sanbesgren und zog über den Ortschaften Friedrichshof und Liebenbü in einer Höhe von etwa 70 Metern mehrere Schleifen. D Flugzeug hatte den Motor abgestellt.

Zur Verhaftung der deutschenSpionin. Zu der Be Haftung der angeblichen deutschen Spionin in Annem«! wird jetzt bekannt, daß es sich um eine 32 Jahre alte HeK Kahn handelt, die der Kriminalpolizei von Annemasse | wohl wegen ihrer häufigen Reisen in die Schweiz als an durch ihre umfangreiche Korrespondenz ausgefallen ^ Bei ihrer Verhaftung war, wie es heißt, die Deutsche » Besitz von zwei Koffern, in denen sich zahlreiche Schrl' stücke befunden haben sollen. Auf der Polizei habe ! über die Herkunft und über den Inhalt der Schriftstücke st Auskunft verweigert. Es werde daher erst Die ganze Koü spondenz übersetzt. Erst dann werde man ein Bild habj wie weit die Beschuldigungen der französischen Polizei" rechtigt seien.

Zwei Tote bei einem Molorradunglück. Bei Köni; lutter ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Ein $ torrad, das von Braunschweig kam, fuhr in voller Fo kurz vor Königslutter in einen Kraftwagen. Der Lein des Motorrades und fein Soziusfahrer waren sofort tot uf bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Der Soziusfahrer über das Auto und prallte in 10 Meter Entfernung auf Straße auf. Die beiden Toten stammten aus Braunschw^ Der aus Köln stammende Kraftwagenführer kam mit teren Verletzungen davon.