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Schlüchtemer Zeitung

Krels-Kmtsblatt * Myemeiner amtlich erKazeitzer für ßm Kreis Schlüchtero

Nr. 91

V. Blatt)

Gamstag, Sen 30. Juli 1932

84. Aahra.

Amtliche Bekanntmachungen.

L a n dr at 's a m t

Der Herr Kreismedizinalrat wird am Dienstag, den 2. August d. 3s. von 9 Uhr ab im hiesigen Kreisläufe Sprechstunde halten.

Schlüchtern, den 27. 3u[i 1932.

-DerLandrat. 3. &: Duwe.

Ur^F745. Hm Dienstag, den 2. August d. 3s., vormit- 'tags 8 Uhr, findet in Schlächtern bei der Firma wälther und Kreß die Gesellenprüfung für Zimmerer statt.

Lehrlinge, die an diesem Termin ihre Prüfung ablegen wollen, müssen sich unter Einreichung des Lehrvertrages, Lehrzeugnisfes und des Zeugnisses der Fortbildungsschule bis zum 1. August d. 3s. bei dem Maurermeister Lorenz Jäkel in Schlächtern anmelden. Das Handwerkszeug ha­ben die Prüflinge mitzubringen.

Schlüchtern, den 27. Juli 1932.

Der Landrat. 3. D.: Duwe.

r KrelsausfHuß«

I.-Rr. 2614 K. A. Die Herren Bürgermeister der Land­gemeinden des Kreises werden hiermit an die Erledigung meiner Verfügung Dom 23. Juni d. 3s. I.-Ur. 2614 K. A. (Kreisblatt Nr. 76) betr. Einsendung eines Exem­plars der Gemeinderechnung für das Rechnungsjahr 1931 zwecks Aufstellung der Finanzstatistik mit einer Frist von 8 Tagen erinnert.

Schlüchtern, den 29. Juli 1932.

Der Vorsitzende des Kreisausschusses: Dr. Müller.

Stadt Schlüchtetn.

Bekan «tmaH « ttK

Die lveißbinder- und Anstreicherarbeiten zur Instand- Wung der^dohMug im Nebengebäude des städtischen Hauses, Fuldaerstraße Nr. 47, sollen vergeben werden.

Angebotsformulare liegen fm Rathaus, Zimmer Nr. 4, während der Dienststunden zur Einsicht offen.

Die Angebote sind bis spätestens Donnerstag, den 4. August 1 9 3 2, vormittags 1 0 Uhr dem Stadt- bauamt öerschlosien einzureichen.

Die Oefsnung der Angebote geschieht zu der vorstehend festgesetzten Zeit in Gegenwart etwa erschienener Beroer« ber. Zuschlagserteilung bleibt vorbehalten.

Schlüchtern, den 28. Juli 1932.

Der Magistrat: Fenner.

Am Samstag, den 30. Juli d. 3s., vormittags 81/2 Uhr, wird auf dem Rathaus Kanzlei der Schafpferch öffentlich verpachtet.

Schlüchtern, den 29. Juli 1932.

Der Magistrat: FenNer.

Gefunden: 2 Geldbörsen mit Inhalt.

Schlüchtern, den 29. Juli 1932.

Der Bürgermeister als Ortspolizeibehörde: Fenner.

Gemäß § 47 der Reichsstimmordnung vorn 14. März 1924 wird hiermit bekannt gegeben, daß zur Vornahme ^r Reichstagswahl am 31. Juli 1932 für die Stadt schlüchtern zwei Stimmbezirke gebildet worden sind.

Hbftimmungsbezirk (Wahlbezirk) Iumfaßt: duldaerstraße, Altestraße, Ludovika von Stumm-Straße, nmtsberg-, Dreibrüder-, Garten-, Graben- und Breitem bacherstraße, Dreispitzenhohle, Schloß- u. Linsengasse, Bahn- Hofstraße, Lotichius- und Klosterstraße, Schmieds- und Reu- Nsse, Weinberg- und Sandgartenstraße. S t i m m l 0 k a l: ^olksschulturnhalle.

^ostimmungsbezirk (Wahlbezirk) llumfaßt: Hanauerstraße, Schlagweg, Hohenzellerstraße, Wassergasse mrchstraße, Sackgasse, Braugasse, Lrückenauer-, Kaiser-, monprinzenstraße, Kurfürstenstraße, Timer- und Ahlers- "acherlandstraße, Hospitalstraße, Llmweg, Bahnhof Bahn- iuecke, Räthe, Alteb ahnhosstraße, Höbäckerweg Acisbrun-

Stimm lokal: Kleinkinderschule.

. Wahl findet am Sonntag, de n 31. Juli 1932 n ber Zeit von vormittags 8 Uhr bis nach- ^Utags 5 Uhr statt.

Die Stimmzettel sind amtlich hergestellt und werden am fsistimmungstag im Abstimmungsraum den Stinnnberech- '3ien ausgehändigt.

Die Stimmabgabe hat in der Weise ZU erfolgen, daß der Zahler durch ein Kreuz oder Unterstreichen, oder in sonst "kennbarer Weise den'Kreiswahlvorschlag bezeichnet, dein seine Stimme geben will. Stimmzettel, die dieser Be- »mnung nicht entsprechen, sind ungültig.

Wüstem, den 25. Juli 1932.

Der Magistrat: Fenner.

Offener Brief an Papen

Anklagen Brauns gegen den Reichskanzler.

Berlin, 28. Juli.

Der frühere preußische Ministerpräsident Braun über- gibt der Oeffentlichkeit einen Brief an den Reichskanzler von Papen, in dem er noch einmal in aller Ausführlichkeit den, auch vor dem Staatsgerichtshof zum Ausdruck gekom­menen Standpunkt der früheren preußischen Staatsregie- rung auseinandersetzt. Braun begründet die Tatsache seines offenen Briefes damit, daß er auf fein letztes Schreiben an den Kanzler ohne Antwort geblieben fei, woraus er ent­nehme, daß der Kanzler ihn nicht habe Gelegenheit geben wollen, ihm im Rundfunk zu erwidern. Im einzelnen er­klärt Braun ü. a., daß die Behauptungen des Reichskanz­lers, mit denen er in seiner Rundfunkrede sein Vorgehen in Preußen begründet habe, ohne den Versuch eines Beweis­antritts geblieben seien. Er, Braun, wünsche nur, daß die unter der Leitung des Kanzlers stehende Regierung ebenso unabhängig von der nationalsozialistschen Partei wäre wie di«verfassungsmäßige preußische Regierung" von der kom­munistischen Partei. Das Verlangen grundsätzlich und von vornherein die Anhänger der KPD. anders als die der na­tionalsozialistischen Partei zu behandeln, widerspreche der Reichsverfassung. Auch jetzt würden täglich und nächtlich nationalsozialistische Ueberfalle auf Leben und Eigentum Andersdenkender, zum Teil mit bewaffneter Hand, verübt. Nur die vorbildliche Disziplin und Besonnenheit der re­publikanischen Parteien haben bei dem von schweren Ein­griffen in. die staatsbürgerliche Freiheit begleiteten verfas­sungswidrigen Borgehen in Preußen vor Blutvergießen und Bürgerkrieg bewahrt.

Einsparungen in Preußen

Engere Zusammenarbeit zwischen Reich und Preußen.

Berlin, 29. Juli.

Der Mit der Wahrung der Geschäft« des preußischen Innenministers beauftragte Bevollmächtigte des Reichskom- Misfars für Preußen Dr. Bracht aM.be kaMtr,,

In Ausführung der zweiten preußischen Svarverord- nung vom 23. Dezember 1931 ist durch Verordnung des preußischen Staatsministeriums vom 27. d. M. eine größere Anzahl von Landkreisen und Amtsgerichten eingesparl wor­den."

Die Einzelheiten dieser Verordnung können zurzeit noch nicht bekanntgegeben werden, da mit Rücksicht auf den Um­fang des Gesetzgebungswerks, das über einen Bogen umfaßt, sich eine Veröffentlichung in so kurzer Frist technisch nicht durchführen läßt, insbesondere aber auch deshalb, weil bis Veröffentlichung einzelner Teile der Verordnung nicht den erforderlichen Gesamtüberblick geben würde und daher zu Mißoerständlichkeiten und falschen Schlüssen führen könnte.

Abgesehen von diesen Einsparungen in der Lokalinstanz stehen weitere Maßnahmen mit dem Ziel einer Konzentra­tion in der Zentralinstanz bevor.

Mit der Reichsregierung sind Verhandlungen über eine engere Zusammenarbeit und zweckmäßigere Aufteilung der Aufgaben zwischen Reich und Preußen eingeleitet.

Bei diesen Verhandlungen wird die Frage im Vorder­grund stehen, ob die unter dem Zwang der Verhältnisse durch die Notverordnung vom 8. Juni 1932 auferlegten drückenden Lasten wieder beseitigt oder wenigstens gemildert werben Sännen."

Die neuen Verabschiedungen in Preußen

In den Ruhestand versetzt werden auf Grund der gestri­gen Beschlüsse im preußischen Kabinett Ministerialdirektor Brecht im preußischen Innenministerium, Regierungs­präsident v. Bahrfeldt, Königsberg (sein kommissarischer Nachfolger wird Landrat Friedrich, Mohrungen), Poli­zeipräsident Bärensprung, Magdeburg (sein kommissa­rischer Nachfolger wird Freiherr 0. Norden flycht beim Oberpräsidium in Magdeburg); beurlaubt werden die Re- gierungsvizepräsidenten von Basse in Oppeln und G r i m p e in Schleswig. In den Ruhestand versetzt wird Landrat Siering in Nauen; in den einstweiligen Ruhe­stand versetzt werden die Landräte Brandt, Peine, C h r i- stians in Blumenthal, Friester in Kalau, Gang l i tz in Goldberg, Glan in Usingen, Luft in Gerdauen, Mid - d e l h a u f e in Jlfeld, Sommer in Perleberg. Der Auf­trag für den Landrat K u r tz e in Clausthal-Zellerfeld zur Wahrnehmung der Geschäfte des Landrats in Goslar wird zurückgezogen.

Adolf Hitler sprach auch auf einer Riesenkundgebung in Frankfurt a. M., daß er sich die fanatische Lebensauf- gabe gestellt habe, für das in viele Parteien zerrissene deutsche Volk eine Verschmelzung herbeizuführen, ohne die das deutsche Volk dem Untergang geweiht sei.

- Oberleutnant Hentschel von der Flugpolizei Kassel hat am Donnerstag den deutschen Dauerrekord im Segel­fliegen mit 16 Stunden und 9 Minuten gebrDen. Der bisherige deutsche Rekord betrug 14 Stunden 7 Minuten.

In der Donnerstag-Sitzung des hessischen Landtags wurde ein nationalsozialistischer Antrag, die Verfassung dahin zu ändern, daß das Gesamtministerium auch aus dem Staatspräsidenten allein bestehen kann, abgelehnt, weil die Zuieidrittelmehrheit nicht erreicht wurde.

Sie innerpreußische Flurbereinigung

Auflösung von Landkreisen und Amtsgerichten.

Berlin, 29. Juli.

Das Preußische Staatsministerium hat sich entschlossen, die Ermächtigungen durchzuführen, die der preußischen Staatsregierung auf Grund der Sparverordnung vom De­zember 1931 erteilt waren. Die jetzt angefinbigte Konzen­tration innerhalb der Zentralinstanz läßt darauf schließen, daß auch die Frage der Beseitigung von Ministerien erörtert worden ist, und daß eine neue Geschäftsverteilung in Aus­sicht steht.

Bei diesen Verhandlungen wird es sich vor allem darum handeln, ob das preußische Wohlsahrtsministerium oder das preußische Handelsministerium aufgelöst werden wird.

Beachtenswert ist die Vornahme einer innerpreußischen Flur­bereinigung, und zwar werden diejenigen Gebiete neuen Ver­waltungsbezirken zugeführt, die bisher als Enklaven in frem­den Verwaltungsbezirken lagen. Es handelt sich da insbeson­dere um den Kreis Jlfeld, der bis jetzt zu Hannover gehörte, und der jetzt der Provinz Sachsen, und zwar dem Regie­rungsbezirk Erfurt, zugeteilt werden soll. Ebenfalls der Provinz Sachsen wird auch der Kreis Schmalkalden angeglie­dert, der bisher zu Hessen-Nassau gehörte, und endlich wird der Kreis Grafschaft Schaumburg, der bisher zu Hessen- Nassau gehörte, der Provinz Hannover zugeteilt.

Von Regierungspräsidien wird nur das Regierungs- präfibium in Stralsund, das von dem Regierungspräsidenten Dr. Hausmann verwaltet wird, aufgehoben und dem Regie­rungsbezirk Stettin zugeteilt.

Nach der preußischen Sparverordnung war beabsichtigt, die Zahl der Kreise zu vermindern. Der Minister des Innern war beauftragt, sofort feftzustellen, welche Landkreise ohne Beeinträchtigung der Interessen der Bevölkerung aufgelöst werden könnten. Die Durchführung der Auflösung sollte bis zum 30. September 1932 beendet sein. 6s sind durch die jetzigen Maßnahmen rund 60 Landkreise ausgehoben bzw. iqawutfM wajben.

Eine sehr große Anzahl der Zusammenlegungen hat in der Provinz Hannover stattgefunden, wo die historische Kreiseinteilung vor 1866 bisher beibehalten worden war. Zusammengelegt sind u. a. Fallingbostel und Soltau mit dem Amtssitz Fallingbostel, Geestemünde und Lehe mit dem Amtssitz in Geestemünde, Alfeld und Gronau mit dem Amts­sitz in Alfeld, Göttingen und Minden mit dem Amtssitz in Göttingen, Syke und Hoya mit dem Amtssitz Syke, Sulingen und Nienburg mit dem Amtssitz Sulingen, Harburg und Winsen mit dem Amtssitz harburg, Osterholz und Blumen- thal mit dem Amtssitz Osterholz, Landkreis Hannover mit dem Landkreis Linden mit dem Amtssitz Hannover.

In Schleswig-Holstein sind zusammengelegt die Kreise Süd- und Nord-Dithmar- schen mit dem Amtssitz in Heide sowie die Kreise Husum und Eiderstedt mit dem Amtssitz Husum. Die Insel Helgoland, die bisher selbständig verwaltet wurde, ist dem Kreis Pinne­berg eingegliedert worden. Weiterhin sind eine Anzahl von Zusammenlegungen in der

Provinz Schlesien verfügt worden, und zwar Glatz und Neurode, Liegnitz unb Sauer mit dem Amtssitz in Liegnitz.

Wie weiter verlautet, sind auch die Kreise Wernigerode und Halberstadt vereinigt worden. Amtssitz bleibt Wernigerode.

In ber erwähnten Notverordnung ist weiter vorgesehen, daß bis zum 1. Oktober 1932 in der Finanzverwaltung die Zahl der Kreiskassen und der Sonderkassen als Verwaltungs- zweige um wenigstens 50 zu vermindern ist.

In der Bergverwaltung sollen bis zum 1. Oktober 1932 vier Pergreviere aufgelöst werden. In der Justizverwaltung sollten mindestens 60 Amtsgerichte aufgehoben werd«». Diese Maßnahme ist inzwischen verfügt worden.

Der Kampf zwischen ben amerikanischen Bundes­truppen und den Veteranen in Washington nimmt immer schärfere Formen an. Die Truppen gehen jetzt mit Trä­nengasbomben vor, nachdem es den Infanterie- und Ka­vallerieabteilungen nicht gelungen ist, mit aufgepflanz- Hem Bajonett die Veteranen aus der Umgebung des Kapi­tals zu vertreiben. ________________________

«Ueber die deutsche Juqend entschei­dest Du am 31. Juli 1932..

Wenn Du ihr Verderben willst, wähle die anderen.

Willst Du ihre Zukunft und ihr Leben, dann wähle:

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