Finanzminister a. O. von Schrieben t
Halle (Saale), 23. Juli.
Der ehemalige ReichsfinanzminIster von Schlichen ist in her Chirurgischen Klinik In Halle, wo er sich einer Blasen- operation unterzogen hatte, an den Folgen einer Lmbolie gestorben.
Die Veriagungsenischließung
Gegen Deutschland und Sowjekruhland angenommen.
Genf, 24. Juli.
Die große Verkagungsentschließung der Abrüstungskonferenz ist vom Hauptausschuß mit 41 Ja-Stimmen gegen Zwei Nein-Stimmen bei acht Stimmenthaltungen anaenom- men worden. 14 Stalen nahmen an der Sitzung nicht teil. Die Abstimmung erfolgte namentlich. Gegen die Entschließung stimmten nur Deutschland und Sowjetrußland. Der Stimme enthielten sich Afghanistan, Albanien, Oesterreich, China, Bulgarien, Ungarn, Italien und die Türkei.
Beim Aufruf Deutschlands gab Botschafter Nadolny eine kurze Erklärung ab: „Die deutsche Abordnung stimmt gegen die Einschließung aus den entscheidenden Gründen, die in der Erklärung der Reichsregierung dargelegt worden lind.
Die deutsche Abordnung stimmt aber keinesfalls gegen den Grundsatz der entscheidenden Herabsetzung aller Rüstungen und keineswegs gegen die großen Richtlinien des Vorschlages des Präsidenten Hoover. Die deutsche Regierung ist nach wie vor entschlossen, die große Idee der Abrüstung mit allen Kräften zu vertreten.
Botschafter Nadolny und die übrigen Mitglieder der deutschen Abordnung sind bereits abgereist. Der Botschafter hatte noch auf einem großen Essen der französischen Abordnung eingehende Unterredungen mit Herriot geführt und eine längere Unterhaltung mit Simon gehabt.
Bombenanschlag in Limbach
Limbach, 24. Juli
In Limbach ertönte in der Nacht eine furchtbare Detonation. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß vor einem Grundstück in der Unteren Helenenstraße, in dem sich eine Schuhmacherwerkstatt befindet, ein Sprengstoffanschlag verübt worden war. Auf beiden Seiten des Grundstücks wurden in einer Entfernung bis zu 70 Metern die Fensterscheiben bis zum dritten Stockwerk von dem ungeheuren Luftdruck eingedrückt.
Auch sonst zeigen die Gebäude mehr oder weniger große Schäden. Der Sprengkörper ist vermutlich eine behelfsmäßig angefertigte Bombe. Wäre die Bombe in das Haus gelegt worden, so hätte sie unübersehbares Unheil angerichtet. Die Täter sind bisher unbekannt. Personen sind nicht verletzt worden.
Ein Toter bei einem Motorradunglück
Ein Motorradfahrer aus Jdar fuhr auf der Landstraße zwischen Kirn (Nahe) und Kirnsulzbach auf einen auf der
sckädel tot liegen blieb. Der Beifahrer wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen dem Krankenhaus zugeführt.
Fortsetzung 27)
renn je mehr sie dachte und überlegte, desto mehr klagre Aranka sich an. Sie war wie ein leidenschaftliches Kind gewesen, das seine Worte nicht wägte und überlegte, das Heraussprudelte, was das Herz gerade bewegte und auälte. Marinka hatte ihre Worte mißverstanden, hatte gehandelt, um die junge Herrin glücklich zu machen. O, so verwerflich, so unausdenkbar gehandelt! Aranka fühlte sich innerlich weit und fern von dieser Tat.
Nie war ihr der schmerzliche Gedanke an Ritas natürlichen Tod als Befreiung und Glück erschienen, nie! Und wie hätte sie je durch diesen unnatürlich herbeigeführten Tod glücklich werden können, durch ein Verbrechen glücklich! Das gab es nicht. Aber in Marinkas kleinem, dummem Hirn, das nur das eine kannte und wußte, die Liebe zu ihrer jungen Herrin, hatte es solche Ueberlegungen und Vorstellungen nicht gegeben. Dumpf, triebhaft, wie ein treues Tier, das seine bedroht geglaubte Herrin schützen will, dem alle Mittel dazu recht sind, hatte sie gehandelt. Nur ihrem unklaren Instinkt war sie gefolgt, der ihr zu- raunte, daß dieses Kind ihrer Aranka im Wege, daß es ihrem Glücke hinderlich sei. Diese entsetzliche Tat stieß Marinka aus der Reihe der denkenden, der natürlich empfindenden Menschen. Denn was sie verbrochen hatte, das war tierisches, triebhaftes, das war kein menschliches Tun.
Und auch heute schien sie noch nicht zu begreifen, daß sie ein ^grauenvolles Verbrechen auf ihre Seele geladen hatte. Sie war ohne jede Reue durch ihre Tage gegangen, und nur das Empfinden, daß Aranka auch jetzt noch nicht wirklich glücklich schien, hatte sie zum Sprechen veranlaßt.
Unbegreiflich, ein furchtbares, unlösliches Rätsel schien Aranka plötzlich diese alte Frau zu sein, die immer in ihrem Leben, die immer gut zu ihr gewesen war. Und die sie auch jetzt nicht von sich stoßen, nicht verlassen durfte.
Ihr graute vor Marinka, sie fühlte nur Abscheu und Haß für sie. Und durfte sie dennoch nicht von sich jagen, mußte sie weiter um sich dulden. Denn für sie hatte Marinka ja das Verbrechen begangen. Innerlich fühlte Aranka sich ^mitschuldig an der unfaßlichen Tat.
Sie konnte nicht weiterdenken, nicht mehr überlegen. O, wie sie sich nach Ruhe sehnte, nach Schlaf, nach ewigem Vergessen!
Aber sie wußte, der Schlaf würde sie fliehen, die Gedanken würden sie nicht zur Ruhe kommen lassen, würden sie peinigen. Und sie durfte ja auch nicht rasten und ruhen. Sie mußte handeln.
Morgen schon konnte Michael heimkehren. Er hatte versprochen, die Nächte durchzufahren, um früher zurück Sein zu können. Und er durfte sie hier nicht mehr finden.
Wieder brach ein wimmerndes Aechzen aus des jungen Weibes Brust. Er durfte sie hier nicht mehr finden. Er
Sport des Sonntags
Amerika siegt 3:2
Das Doppel in drei Sätzen verloren. — Dramatischer Kamps vines—Cramm. — Prenn siegt über Shields.
Nachdem prenn und von Cramm im Davis-Pokal-Spiel Deutschland—Amerika das Doppelspiel bereits nach 45 Minuten in drei Sätzen 3 :6, 4 :6, 1 i 6 gegen Allison und van Ryn verloren hatten, besiegelte die 6:3, 3:6, 7 : 9, 3 : K-Niederlage Gottfried von Cramms durch den amerikanischen Meister und Wimbledonsieger Cllsworlh vines Deutschlands Schicksal im Davispokal 1932. Amerika war damit der Herausforderer Frankreichs. Das le^e Spiel in der Jnterzonenrunde, in dem sich prenn und Shields gegenüberstanden, und in dem prenn 6 :1, 6 :0, 6 :8, 6:2 überlegen über Shields siegte, konnte an dem Ergebnis nichts mehr ändern.
Wenn Amerika auch die Jnterzonenrunde mit 3 :2 Punkten gewonnen hat, so hat doch Deutschland andererseits hervorragend gekämpst. Berücksichtigen muß man ferner, daß die deutschen Vertreter an jedem Tage zu spielen hatten, während sich die amerikanischen Vertreter der Einzelspiele wenigstens zwischendurch einen vollen Tag ausruhen konnten.
Dramatisch gestaltete sich vor allem der dritte Satz im Kamps Vines—Cramm. Jedesmal menh sich Vines nach erbittertem Ballwechsel die Führung im Satz erkämpft hatte, holte Freiherr von Cramm wieder auf: so kam es zum 5:6, 6:6, 6:7, 7:7. Die große Chance, den Satz und evtl. das Match zu gewinnen, war aber vorbei. Als Vines die Daviscup-Begegnung Deutschland- Amerika entschieden hatte, und die beiden Spieler den Platz verließen, setzte ein beispielloser Beifall für den Sieger und in noch stärkerem Maße für den Besiegten ein.
Frankreichs Davispokalmannschaft ist für das Finale gegen Amerika vom Freitag bis Sonnabend wie folgt zusammengestellt: Cochet, Brugnon, Borotra und Boussus. Nach dem Ausgang des Davispokalspieles Deutschland—Amerika erwartet man, daß der Davispokal von Frankreich mit Erfolg verteidigt wird.
Caracciola erwies sich wieder einmal als schnellster Fahrer im Gaisberg-Rennen. Mit einem Stundendurchschnitt von 89,8 Kilometer erzielte er auf seinem Alfa Romeo die beste Zeit des Tages und stellte damit einen neuen Streckenrekord auf. Nächst ihm war der Mercedes-Benz-Fahrer Stuck mit 86,1 Km.-Std. bester Wagenfahrer, den gleichen Durchschnitt erreichte bei den Motorrädern der Münchener Gschwilm auf Rudge.
Das Wettschwimmen „Quer durch Berlin" über 5500 Meter gewann der deutsche Meeres- und Strommeister Reglin-Spandau 04 vor dem Hildesheimer Bode und Haberer-Spandau in 1:01:50. Bei den Damen siegte wie im Vorjahr die Magdeburgerin Frl. Stegemann in 1:07:07 vor der Strommeisterin Fischer-Weißensee und Frl. Wunder-Leipzig. Die Große Staffel gewann Poseidon- Berlin vor Poseidon-Leipzig und Magdeburg 96, in der Kleinen Staffel siegten SSC. 89-Berlin und Nixe-Charlottenburg.
wasserball-Städkekampf Berlin—Leipzig 2 :0 (0 :0). Im Seebad Mariendorf bei Berlin wurde bei mäßigem Besuch ein Wasser- ball-Städtespiel Berlin—Leipzig ausgetragen, das die Berliner mit 2:0 (0:0) gewinnen konnten.
Mainzer Ruderregatta. Am Haupttag der Mainzer Ruderregatta gab es harte Kämpfe. Im Zweier o. St. siegte RK. am Wannsee (Berlin) vor RV. Baier-Leverkusen, den Großherzogs- Vierer holte sich Gießen 77, und im Jubiläums-Achter konnte Mainz-Castel nur einen Luftkastensieg vor Seeclub Luzern herausholen.
Brandenburgische Mehrkamps-Meisterschaften. Im Rahmen des vom Turnklub Bernau bei guter Beteiligung veranstalteten Sport« festes beachtender Turnkreis Brandenburg der DT. seine Mehr- kampf-Meisterschaften zur Durchführung. Bei den Turnern verteidigte der Spandauer Stüttgens den Zehnkampf-Titel erfolgreich, während im Sechskampf der Lichtenberger Schmiedendorf, der Vorjahrsmeister, nur Vierter wurde und den Titel an den Eberswalder
durfte sie nie, nie Wiedersehen. Denn sie konnte sich nicht verstellen, konnte nicht immer und immer lügen. Ihn betrügen, den sie so heiß liebte. Und weil er nie die Wahrheit erfahren durfte, so mußte sie aus seinem Leben verschwinden.
Aranka erhob sich. Sie schleppte sich zur Klingel und schellte.
Marinka kam. Mit überwachtem, verstörtem Gesicht, mit verweinten, rotgeränderten Augen auch sie.
Sie kniete vor ihrer jungen Herrin, wie sie es so oft schon im Leben getan, mit dieser sklavischen Demut, die Aranka an ihr kannte und über die sie nie nachgedacht. Sie küßte den Saum des Schlafrockes, den die junge Frau trug. Sie griff nach ihren Händen und führte sie an die Lippen. Aber Aranka entzog sie ihr. Sie konnte die Berührungen dieser Frau nicht mehr dulden. Grauen empfand sie bei dem sonst so vertrauten Anblick dieses alten Gesichtes.
„Mein Täubchen will meine Küsse nicht", flüsterte Marinka. „Mein Liebling sieht mich mit Haß in den Augen an! Das ertrage ich nicht."
Wimmernd brach sie zu Arankas Füßen zusammen. Die junge Frau sah in unermeßlichem Jammer aus die Wei» nende herab. Sie zwang sich, mit äußerer Ruhe zu jagen:
„Stehe auf, Marinka, meine nicht. Packe meine und deine Koffer. Wir wollen fort.“
Der Kopf in der weißen Haube schnellte vom Boden empor. Nicht begreifend starrten die Augen ihre Herrin an.
„Fort? Wohin?"
Aranka rang nach Worten. „In die — Heimat", sagte sie leise.
„Warum, meine Taube, warum?"
„Weil . . . weil ich meinen Mann nicht Wiedersehen kann, ohne ihm verraten zu müssen, was ich jetzt weiß. Weil ich mich nicht verstellen, nicht lügen kann. Und weil er die Wahrheit nie erfahren darf. Frage nicht weiter, Marinka. geh. packe die Sachen."
Von jeher an bedingungslosen Gehorsam gewöhnt, erhob sich die Dienerin, um zu tun, was Aranka ihr gebot. Sie verstand den Entschluß ihrer Herrin nicht, das sah Aranka ihren Augen an, die groß, vorwurfsvoll, fragend auf ihr ruhten, aber sie fühlte sich außerstande, Marinka, deren Anblick ihr namenlose Pein, unerhörtes Grauen verursachte, nähere Erklärungen zu geben. Und dann — die unkomplizierte Seele dieser triebhaften Frau würde ja doch nicht fassen, was in ihr oorging.
Als die Herrin schwieg und sich abwandte, schlich Marinka wie ein geprügelter Hund zum Zimmer hinaus. Die junge Frau schleppte sich in ihr Boudoir, setzte sich an ihren Sekretär, nahm einen Bogen und starrte dann lange auf das weiße, unbeschriebene Blatt.
Was tollte sie Michael schreiben? Wie sollte sie Worte finden, um ihr Tun glaubhaft zu erklären? Es gab ja keine Erklärung für ihre Flucht. Nie, nie, das fühlte sie wohl, würde er ihr glauben. Er würde sie nicht verstehen, aber er würde Gewißheit haben wollen. Er würde ihr
Köppen abtreten mußte. Im Vierkampf der Turnerinnen fehl, sich erwartungsgemäß Frl. Wunder-Schöneberg erfolgreich durch. Die Einzelkämpfe brachten vielfach sehr knappe Ergebnisse.
Hubinski gewinnt den Brockenlauf. An der 5. Wiederholung s des Brockenlaufes nahmen 71 Läufer teil. 20 Kilometer: 1. Sju. binffi (Osram-Berlin) 1 : 35 : 24; 2. Hubinski (SVg. Ullstein-Berlinsi 1 :36 :19; 3. Schultze (Ilsenburg) 1: 37 : 35. Mannschaftssieg« wurde die SVg. Osram-Berlin.
Cronjäger gewann den Großen Straßenpreis von Nordwest.: deutschland von Wilhelmshaven nach Bremen und zurück (210 KmZ in 5 : 41 gegen Twiehaus-Hannover.
Der deutsche 100-kilomeker-Mannschaflsmeister Grün-Weiß.: Berlin konnte bei der Brandenburgischen Meisterschaft nur Dritter hinter Defekt und Post-Berlin werden, da er unterwegs zwei Fahr«: verlor.
Der Große Wanderer-Preis von Breslau, für den der M Wanderer-Breslau und der Gau Breslau im BDR. verantwortlich zeichneten, endete mit einem Siege des Görlitzers Trinks, der die 190 Kilometer in 6:09:00 durchfuhr. Zweiter wurde Thorenz. Breslau vor seinem Landsmann Schultze.
Das Straßenrennen „Rund um Stuttgart" (141 Kilometech endete trotz Beteiligung bekannter Bundesamateure aus Bayern, Baden und dem Rheinland mit einem Stuttgarter Siege. Im End- spurt schlug E. Weischedel 25 Konkurrenten. <
13. und 14. Etappe der Radrundfahrt durch Frankreich. Dir ' 13. Etappe der Tour de France gewann der Franzose Leducq. Er * legte die 230 Kilometer lange Strecke Grenoble—Aix les Baim in 8 :11 :35 zurück, d. h. mit einem Durchschnitt von 32 St.-Klm, . trotz des zu bewältigenden 2658 Meter hohen Gallibier-Berges. • von den Deutschen erreichten Altenburger, Thierbach und Stoepei f in 8 :13 :25 das Ziel. — Die 14. Etappe, die von Aix l« s Bains nach Evinn (204 Kilometer) führte, stellte als schwierig, t topenetappe an die Fahrer große Anforderungen. Etappensieger wurde der Italiener di Pacco vor den Franzosen Speicher uni) Leducq. Im Gesamtklassement führt Leducq vor dem Deutsche« ' Stoepel mit rund 14 Minuten.
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In Los Angeles begannen die Deutschen bereits am ersten - i Tage, den sie in der Stadt der Olympischen Spiele verbrachten, mit einem leichten Training. Es gibt offenbar nichts, was bieL amerikanische Presse in Los Angeles mehr interessiert, als die Deut- scheu, über die in seitenlangen Artikeln und Interviews berichtet wird. Unsere Mannschaft befindet sich wohlauf. Schon die erstens Trainingsstunden haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen.
Wieder ein deutscher Reitersieg in Aachen. Im wertvollen Preis der Westmark siegte Oblt. von Nagel auf dem Schimmel Wotan, der im entscheidenden Gang 1,90 Meter sprang und damit ‘ drei der berühmtesten Italiener, Valforesien, Nasello und Scoiattoloj schlug.
Leducqs Vorsprung immer größer. Nach der 12. Etappe beth Tour d e France, von Gap nach Grenoble über 101 Kilometer, auf der der Außenseiter Lapebie-Frankreich Sieger, Stöpel Vierter,B Leducq-Frankreich in einer Gruppe Achter wurde, liegt im Gesamt-s klassement der favorisierte Franzose mit der Zeit 91:23:48 an bei । , Spitze vor Stöpel mit 91:31:01. Im Nationen-Klassement ist Deutschland Vorletzter, denn fast alle Fahrer der deutschen Mann- s schaft opfern ihre Chancen, um Stöpel zu unterstützen und ihm s den Sieg zu ermöglichen.
Für den „Europa-Flug 1932" stiftete Frankreich jetzt Son-s) derprämien in Höhe von 68 000 Franken (— 11000 Mark),: die allerdings für die französischen Teilnehmer reserviert sind. Der große Rundflug beginnt und endet bekanntlich in Berlin. Die bis») herigen Sieger stellte stets Deutschland. —10 d e u t s ch e F l i e g er> nehmen an der internationalen Flugwoche in Zürich teil. Dirk Veranstaltung begann mit einem Sternflug über 600 Kilometer.» Der deutsche Flieger Sönning konnte den Flug pr*«M«—mlFü^.h enden und hat Aussichten auf einen guten Platz.
folgen. Also mußte sie sich vor ihm verbergen. Denn sie' durfte ihn nicht wiedersehen.
Viele Male setzte sie zum Schreiben an und brach nach s wenigen Worten ab. Viele Male zerriß sie das Geschrie-1 bene wieder. Endlich beendete sie einen Brief. Ueberlas f ihn mit flimmernden Augen:
Michael!
Ich bin nie heimisch in Deutschland und in deinem j Hause geworden. Ich habe unendlich unter Heimweh ge- : litten, viel mehr als du ahntest. So sehr, daß ich es nicht ) länger ertrage, fern von der Heimat zu leben. Ich würde zugrunde gehen, wenn ich nicht zurück könnte, das fühle: ich sehr genau. Darum bitte ich dich, laß mich ziehen. - Versuche nicht, mich zurückzuholen, folge mir nicht, ich £ bitte dich inständigst darum. Ich flehe dich an, laß mich meinen Weg allein weitergehen.
Ich habe mich geirrt in meinem Gefühl, als ich die * Ehe mit dir schloß. Laß mich für diesen Irrtum nicht f Zeit meines Lebens büßen. Sei großmütig. Gib mich: frei! Aranka.
Sie empfand wohl, daß diese Sätze leer und gesucht : klangen, daß keine überzeugende Kraft in ihnen lag, daß | Michael sie ihr nie und nimmer glauben würde.
Aber ihr standen in ihrer wirren Verzweiflung keine x anderen Worte zur Verfügung.
Was sie auch schreiben konnte, allen ihren Zeilen ent«) gegen klang ja die Liebe in seinem Herzen, an dem das; ihre so oft geschlagen. Er konnte ihr, die ihn immer ihrek | Liebe versichert, die so zärtlichen Abschied noch am gestrigen l Tage von ihm genommen hatte, nicht plötzlich glauben, ba§: das Heimweh, von dem sie ihm selten, gesprochen, größer in I ihr war als jedes andere Gefühl.
Aber das war nun gleich. Mochte er auch glauben, was: er wollte Wenn er sie nur gehen ließ, wenn er ihr nur nicht folgte. Und wenn er es doch tat, so mußte sie sich vor ; ihm verbergen, mußte weiter und weiter vor ihm fliehen.
Sie ging in ihr Schlafzimmer zurück. Dort standen ) schon die fertig gepackten Koffer. Lange hatte sie über dein ; Briefe gesessen. Marinka hatte ihr Reisekostüm zurechb. gelegt. Sie selbst kauerte aus einem Hocker. Wartete in demutsvollem Schweigen, was geschehen würde.
Die junge Frau warf einen Blick auf die Uhr. Sie ) würden den Mittagszug nach Berlin noch erreichen. Sie - wußte zufällig, wann er ging. Wie sie dann weiterfahren mußte, wußte sie nicht. Aber das konnte sie in Berlin er« ? fahren. Nur erst fort von hier, wo der Boden ihr unter ; den Füßen brannte, wo sie ständig an dem Zimmer vor> j über mußte, in dem Rita gestorben war. Wo jeder Rauin, jeder Gegenstand an das kleine Mädchen gemghnte, wa aus allen Ecken das leidende Kinderantlitz zu blicken schien.
Stumm ließ sie sich ankleiden. East Marinka dann mit schwerer Zunge die notwendigen Weisungen. KliN' gelte nach dem Stubenmädchen und bat, ein Auto zu be> stellen und mit Marinka die Koffer hinunterzuschaffen.
(Fortsetzung folgt)