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Butiermilch als Nahrungsmittel

Während in Holland die Buttermilch häufig ein ge- bräuchlicher Ersatz für die Brustnahrung der Säuglinge ge- worden ist, findet sie bei deutschen Hausfrauen auch heute viel weniger Beachtung. Bestimmend für den ernährungs­physiologischen und hygienisch-diätetischen Wert ist die Eigenart der chemischen Beschaffenheit. Buttermilch besitzt einen geringen Gehalt an Fett und Milchzucker, jedoch mehr Eiweiß als Muttermilch. Im Vergleich zu der ihr nahe­stehenden Magermilch sind in der Buttermilch zwar Kohle­hydrate, Eiweiß und Trockensubstanz in geringerer Menge vorhanden, wogegen sie sich aber durch einen höheren Fett­gehalt und vor allem durch den so wichtigen Säuregehalt auszeichnet. Hierauf beruht ihre leichte Verdaulichkeit. Die Säure wirkt außerdem anregend auf die Absonderung der Bauchspeicheldrüse, ein weiterer Umstand, der die Butter­milch als verdaungsfördernd empfiehlt. Wie bei einer regu­lären Milchdiät, bleibt es auch hier namentlich in der Säuglingsernährung dem Arzt vorbehalten, bezüglich der Zubereitung und Dosierung der täglichen Gaben ent« sprechende Anordnungen zu treffen.

In jedem Falle erweist sich aber die Säure infolge ihrer anregenden Wirkung auf die Absonderung der Verdauungs- säfte wohltuend; denn erfahrungsgemäß fällt besonders der Milchsäure die Aufgabe zu, die im menschlichen Darm auf­tretenden Fäulnisprodukte zu unterbinden und der Entwick­lung von schädlichen Bakterien hemmend vorzubeugen.

Tritt hier die Buttermilch gewissermaßen an die Stelle eines natürlichen diätetischen Heilmittels, so verdient sie andererseits als vortreffliches Nahrungsmittel eine nicht weniger große Berücksichtigung für gesunde Kinder. Dabei / spielt die individuelle Anpassung an die jeweiligen Bedürf- 1 nisse eine große Rolle, indem die Buttermilch noch mit ent­sprechenden Zusätzen an Fett (in Form von Sahne), Mehl oder Zucker verabreicht werden kann.

Wie bei der Säuglingsmilch im allgemeinen, so muß auch bei der Buttermilch volle Zuverlässigkeit für die ein­wandfreie Gewinnung vorausgesetzt werden. Diese Bedin­gungen dürften aber in jeder Beziehung bei der aus Mölke- reien stammenden Buttermilch erfüllt sein, die bei der täg­lichen Rahmaufbereitung aus dem Verbutterungsprozeh als chemisch und bakteriologisch kontrolliertes Erzeugnis hervor- 1 geht und in der Regel unter besonderem Zusatz von eigens gezüchteten Reinkulturen erhalten wird. Infolge der vor­züglichen Ausnützung des Fettes und der Mineralsalze ist Die Buttermilch auch für Erwachsene ein jleicht verdauliches Nahrungsmittel, ein vorzügliches Diätetikum, und hat sich besonders dann bewährt, wenn ausgesprochene Verdauungs­störungen auftreten oder die Darmfunktion beeinträchtigt ist.

Kirsch.

Koch-Rezepte

k ^Reisauflauf mit Aepfeln. 250 Gramm Reis werden DM1 .. Milch zu einem Brei gekocht, den man noch auf ^dem Feuer schwach mit Butter abrührt und hierauf erkalten Mt. Inzwischen schält und halbiert man 10 bis 12 Aepfel Ond dämpft sie in etwas Apfelwein oder Essig, dem Saft

fsonnte jeden Augenblick kommen. Und sie war nicht an ihrem Platz. Sie vernachlässigte ihre Pflichten. Hatte Michael dann nicht ein Recht, ihr Vorwürfe zu machen?

Aber Rita schlief immer noch ganz ruhig. Nur ihr Atem war etwas hastig. Als Aranka sich über das Kind beugte und in das abgezehrte, elende kleine Eesichtchen blickte, er­wachte wieder das große Mitleid mit Rita in ihrem Herzen. Und plötzlich schämte sie sich ihres zügellosen Aus- bruchs, schämte sie sich aller Worte, die sie zu Marinka gesprochen, schämte sie sich ihres Trotzes, ihrer Verstocktheit ährem Manne gegenüber. In Verstimmung, traurig hatte sie ihn gehen lassen. Das war nicht recht von ihr gewesen. Jetzt tat es ihr bitter leid. Und bitter bereute sie auch, Marinka einen so tiefen Einblick in ihre Seele gewährt zu haben.

Die alte Dienerin war gewiß zu einfach, um die kom­plizierte Natur ihrer jungen Herrin ganz zu begreifen. Sie nahm wahrscheinlich als feststehende Tatsache hin, was doch nur der Ausfluß einer trüben Stimmung gewesen war. Denn Aranka war ja nicht unglücklich. Sie bereute ihre Heirat nicht. Sie liebte ihren Mann heute noch eben so sehr wie am Tage ihrer Verlobung. Aber es lag in ihrem leidenschaftlichen Temperament, sich jeder Stimmungzügel­los hinzugeben. Sie hatte sich heute nach der Szene mit Michael todunglücklich gefühlt, nun war der Sturm ihres Innern langsam zur Ruhe gekommen. Beim Anblick des kranken Kindes empfand sie nur noch Scham und eine weiche Zärtlichkeit für das leidende, gequälte, kleine Ee- ichöpfchen.

Die junge Frau konnte sich ihren Gedanken nicht länger überlasten. Der Arzt erschien. Er blickte in ihr verweintes Gesicht und sagte beruhigend, nachdem er Rita untersucht hatte:

Sie brauchen sich nicht so furchtbar zu ängstigen, gnädige mau. Das erhöhte Fieber hat bei unserer kleinen Patien- un, die so leicht hoch fiebert, nicht allzuviel zu bedeuten, -oas Krankheitsbild ist unverändert. Wenn es nicht schlim­mer wird, können wir einstweilen zufrieden sein. Nur vor ttner neuen Erkältung, nur vor einer neuen Lungenent­zündung müssen wir auf der Hut sein. Die wäre ver­hörend."

Die junge Frau atmete auf.Hast du gehört, Ma- unka?" fragte sie. Und die Dienerin antwortete mit selt- schwerer Stimme:Ich habe es gehört."

, Der Arzt ging. Aranka wollte noch mit Marinka über lhren Ausbruch sprechen, wollte ihr sagen, daß alles nicht ^ schlimm gemeint war, wie in jenen Minuten hingeredet. sie kam nicht mehr dazu.

Denn plötzlich stand Michael aus der Schwelle. Sie sah mne Augen in bittender Zärtlichkeit aus sich gerichtet. Da schwu" d" ®r°H "lltt Zorn aus ihrem jungen Herzen ver-

»Du?"^ staunte sie.Schon jetzt?"

- "Ich hielt es im Büro einfach nicht mehr aus, ich habe heute früh Schluß gemacht. Das Geschäft wird ja nicht

einer Zitrone und Zucker weich, doch dürfen sie nicht zer- fallen. In die erkaltete Reismasse rührt man % Pfund Zucker sowie die abgeriebene Schale einer Zitrone, legt die Aepfel in eine bestrichene Auflaufform und gibt den Reis darüber. Zuletzt mengt man K Pfund feingestoßenen Zucker mit H Pfund gewiegten süßen Mandeln und 2 bis 3 ge­stoßenen Zwiebäcken untereinander, streut dies auf den Reis, läßt ihn langsam backen und gibt ihn in die Form.

Praktische Winke

Um Fleisch mürbe zu machen, klopft man es, denn da­durch werden die Fleischfasern in ihrem Zusammenhänge gelockert, und das Fleisch wird dann viel leichter weich. Bei Roa/veef, Rinderbraten, Beefsteaks und Hammelbraten ist es durchaus erforderlich, wenn diese Gerichte wirklich mürbe und weich werden sollen. Zu diesem Zwecke trocknet man das Fleisch mit einem Tuche ab oder schlägt es in ein reines Tuch und klopft es dann mit einem Klopfholz von allen Seiten so lange, bis es sich weich anfühlt.

Als Tee für Kranke sollte man auf den chinesischen Tee wegen seiner erregenden Wirkung ganz verzichten. Kamil­len- oder Pfefferminztee eignet sich am besten. Bei Husten und Heiserkeit sollte man Tee aus der Eibischwurzel oder Althee als Dauergetränk geben.

Die Flucht aus der Stadt!

Die Quecksilbersäule bleibt seit Tagen und Wochen be­harrlich an jener Stelle stehen, bei der die Skala dreißig Grad und mehr anzeigt. Wie reden bereits von Hunds­tagen, wir fühlen uns langsam ausgebraten, wir verkon- sumieren ungeheure Mengen von Flüssigkeit, und wir ent­ledigen uns unserer Kleidungsstücke, soweit dies im Rahmen des Anstandes zulässig ist. Aber wir wissen auch, daß all diese Hilfsmittel nur beschränkte Linderung bringen, daß wir hier in der Stadt oder in unseren vier Pfählen nicht recht froh werden können, solange uns die Hitze plagt. Jeder Stein, jeder Holzbalken, der Asphalt des Fahrdammes, alles strahlt seine Hitze aus. Aus den Häusern und Kellern steigen dumpfe Gerüche heraus, die unsere Lungen beleidigen, uns den Atem rauben oder Kopfschmerzen verursachen. Wir müssen die Stadt fliehen, müssen irgendwohin, wo wir Linderung vor der quälenden Hitze haben. Wer die Zeit dazu aufbringt, wird sich das nicht zweimal sagen lassen: Dieser sucht den schattigen Buchenwald, jener das kühle Wasser, vielleicht meint der eine das kühle Tal bringt Labung und Erquicken, vielleicht sagt der andere, des Berges luft'ge Höh' ist das einzig Wahre. Und so kommt es wohl auch, daß draußen, überall wo wir auch hinkom­men, die Stadtmenschen sind, daß wir überall Zeitgenossen antreffen, die mit uns und um uns Erholung suchen. Wenn man da draußen ist und sieht, daß jedes Fleckchen Erde, jedes freie Stück Land, das irgendwie Erholung zu bieten geeignet ist, von Menschen, von den aus der Stadt Ge- flüchteten bedeckt ist, dann glaubt man, die Großstadt müsse ausgestorben sein! Und doch, wie weit gefehlt! Trotz der Massenflucht aus der Stadt trotz der Flucht vor quälender Hitze und üblen Gerüchen: In der Großstadt scheint es, als fehle nicht ein einziger, als sei die Zahl der Menschen genau die gleiche geblieben wie zuvor. Wenn wir nicht von dem einen oder änderen persönlichen Bekannten wüßten, daß er verreist ist: Wir vermöchten nicht zu sagen, daß die Zahl der Städter kleiner geworden ist! Und die Flucht aus der Stadt, sei sie nun auf kurze Zeit oder lange Zeit, sei sie

gleich zugrunde gehen", jagte er und trat dicht zu ihr heran.

Was jagt der Arzt, Aranka?"

Sie gab Bericht.

Gott sei Dank! Vielleicht können wir morgen schon aufatmen. Rita schläft wieder. Komm, Liebste, laß uns in dein Zimmer gehen. Marinka wird bei Rita wachen, nicht wahr?"

Küß die Hände, gnädiger Herr", sagte die Dienerin, ich werde wachen."

Michael zog seine junge Frau mit sich fort in ihr kleines Reich. Ein Riesentuff von Veilchen und Maiglöckchen stand auf dem Tisch. Frühlingsblüten. Aranka barg ihr glühen­des Gesicht in den Blumen.

Wieder stiegen ihr die Tränen auf.

Der Mann küßte ihre weinenden Augen.Richt mehr weinen, nicht mehr traurig sein", bat er.Wir lieben uns doch so sehr. Wir wollen versuchen, durch unsere Liebe, trotz aller Widrigkeiten, die das Geschick uns sendet, glück­lich zu sein, Aranka, nicht wahr?"

Ich bin glücklich, wenn ich bei dir bin!" sagte sie.

18. Kapitel.

Aber obgleich es nun wieder hell war in ihrem Herzen, schlief Aranka doch sehr unruhig in dieser Nacht. Sie war ein paarmal wach, setzte sich im Bett auf und horchte an­gestrengt. Aber kein Laut drang in der Dunkelheit zu ihr. Rita schlief also wohl. Und dann war ja auch Marinka da, die bei jeder Bewegung der Kleinen erwachen und nach ihr sehen würde. Ja, auf Marinka war unbedingter Verlaß. Sie schlief so leise, sie vernahm auch das geringste Geräusch. Aranka wußte das aus ihren Kinderkrankheiten. Sie konnte also ganz beruhigt sein.

Aber ihr Schlummer war dennoch voller Unruhe und voll schreckhafter Träume. Sie war früh wieder wach, ohne jede Schläfrigkeit wie sonst, und schlich aus dem Zimmer.

Marinka saß an Ritas Bett und blickte ihrer jungen Herrin erstaunt entgegen.

Küß die Hände, meine Taube, so früh schon?"

Ich wollte nach Rita sehen, Marinka. Wie geht es

Sie hat ganz ruhig geschlafen, hat beinahe gar nicht gehustet. Ich habe die ganze Nacht gewacht."

Du Gute", sagte anerkennend die junge Frau.Aber höre doch nur, Marinka, jetzt röchelt Rita ja. Und wie ihr Eesichtchen glüht! Dabei finde ich es merkwürdig kalt hier im Zimmer. Die Luft ist so frisch wie in einem un­geheizten Raum. Ist die Heizung noch nicht in Betrieb? Sie trat an die Röhren heran, aber sie waren ganz heiß.

Findest du es nicht kalt hier, Marinka?"

Nein, du täuschest dich, es ist ganz warm. Aber meine Herrin fröstelt und sieht müde und übernächtigt aus. Hat sie nicht gut geschlafen?"

Ja, mir ist kalt." Sie hüllte sich fester in ihren Kimono.

Hunderte von Kilometern weit entfernt oder erstreckt sie sich nur auf die Nachbarchaft: Wir bemerken sie nie in der Stadt, sondern stets außerhalb, da nämlich, wo der Wald die blauen Wasser umsäumt, da, wo Hügel und Täler mit­einander wechseln, wo ein prächtiger Garten die Zierde und der Stolz eines Siedlers ist!

Gegen die Beschäftigung von Doppelverdienern

Das Landesarbeitsamt Hannover hat festgestellt, daß trotz der katastrophalen Arbeitsmarktlage auf zahlreichen Arbeitsplätzen noch Personen beschäftigt sind, die auch ohne Neben- oder Doppelverdienst ihren Lebensunterhalt bestrei­ten können. Dieser bedauerliche Zustand wirkte aufreizend auf die beklagenswerten Opfer der Wirtschaftsndt, die zum großen Teil seit Jahren nur noch das nackte Leben fristen können und deren Lebensbedingungen durch die neuesten Kürzungen der Unterstützungssätze weiter verschlechtert wor­den sind. Wenn auch in letzter Zeit beobachtet werden konnte, daß bei größeren Entlassungen die sozialen Verhält­nisse der Beschäftigten gebührend berücksichtigt wurden, so gibt es noch viele Arbeitnehmer, die nicht auf Neben- oder Doppelverdienst angewiesen sind. Die Verwaltungsausschüsse der Arbeitsämter richten deshalb an alle Arbeitgeber die dringende Bitte, für schnellste Abstellung des geschilderten Uebelstandes Sorge zu tragen. Es müssen die Klagen darüber restlos verstummen, daß viele Familien durch Neben- und Doppelverdienst ein mehr als ausreichendes Auskommen haben, während eine Riesenzahl von Arbeits­losen mit ihren Familienangehörigen darben müssen und dadurch der körperlichen, seelischen und sittlichen Verelen­dung preisgegeben sind. Endlich ist noch darauf hinzuwei­sen, daß durch Entlassung von Doppelverdienern auch in erheblichem Umfange Unterstützungsbeträge, die aus öffent­lichen Mitteln auiaebracht werden müssen, eingespart wer­den können.

o Die gefälschte Belrugsanktage. In Paris erhielt ein angesehener Kaufmann dieser Tage eine Ladung vom Ge­richt, demzufolge er sich vor der Pariser Richterkammer wegen Betruges verantworten sollte. Nichtsahnend und mit der Ueberzeugung, daß es sich um einen Irrtum han­deln müsse, begab er sich auf das Gericht. Hier stellte sich sehr bald heraus, daß die Ladung gefälscht war. Man gab ihm den Rat, schnell wieder nach Hause, zu, gehen, da der Unbekannte sicherlich nur beabsichtigt habe den Kaufmann aus der Wohnung zu locken. Die Richter hatten richtig ge­tippt. Als der Kaufmann wieder sein Geschäft betrat, waren Gegenstände im Werte von 95 000 Frank gestohlen.

Geh wieder ins Bett", bat die Dienerin.Ich bin ja bei dem Kind. Schlafe dich noch aus."

Aber die junge Frau fand keinen Schlummer mehr. Bald erwachte auch Michael. Sie erzählte ihm von Marin- kas Bericht über die günstige Nacht. Er atmete auf.

Heute abend kommen die Eroßeltern, hoffentlich finden sie Rita jchon auf dem Wege der Besierung."

Die junge Frau war sehr sorgenvoll.Mir gefiel Ritas Atem so gar nicht", gestand sie.Ich ängstige mich."

Wenige Minuten später beugten die Eltern sich von neuem über das Bett. Das Röcheln war stärker geworden. Die Atmung schien dem Kinde Schwierigkeiten zu ver­ursachen. Rita war jetzt wach, aber merkwürdig teilnahms- los. Das Fieberthermometer zeigte fast vierzig Grad. Das Paar wechselte einen erschrockenen Blick. Sollten sie denn nie zur Ruhe kommen?

Michael ging, um den Arzt Herbeizurufen. Er kam sehr bald, untersuchte mit ernsten Mienen.

Was ich um jeden Preis zu vermeiden suchte, ist nun doch eingetrofsen", sagte er sorgenvoll.Die Lungenent­zündung ist da."

Es wurde ein schrecklicher Tag. Das Fieber stieg. Das Röcheln wurde stärker. Rita lag in halber Bewußtlosigkeit ganz teilnahmslos.

Die junge Mutter jaß an ihrem Bett. Totenblaß. Mit ineinanderverkrampften Händen. Mit großen, starren Augen. Mit einem wehen, wunden Herzen.

Doktor Kühl kam dreimal. Michael fuhr nur ins Büro, um das Allernotwendigste zu erledigen. Dann kehrte er zurück, um nicht mehr fortzugehen. Er wollte Aranka heute nicht allein lasten.

Nun wachten sie zusammen. Zitterten gemeinsam, teilten sich in die Pflege. Marinka war im Nebenzimmer, die Tür blieb geöffnet. Sie war jedes Winkes gewärtig.

Das Fieber stieg. Die Apathie wuchs. Das Röcheln durchbrach immer schrecklicher die furchtbare Stille des Krankenzimmers.

Langsam, langsam schlichen die Stunden. Der Abend kam

Ich muß wohl zum Bahnhof, um die Schwiegereltern und Käte abzuholen, ich muß sie aus das Furchtbare vor­bereiten", sagte Michael mit schwerem Ton.

Aranka klammerte sich an ihn.Geh nicht, laß mich nicht allein, Michael."

Marinka ist bei dir, Liebste. Ich bitte dich inständigst, laß mich gehen. Es ist meine Pflicht."

Wieder dies Wort, das sie so haßte. Aber sie wider­sprach nun nicht mehr. Michael holte Marinka zu seiner jungen Frau, bestellte sich dann telephonisch ein Auto. Er fuhr erst im letzten Augenblick. Auch ihm ward es sehr schwer, zu gehen.

(Fortsetzung folgt.)