machen von einigen Wochen, um dann mit zugeführtem Regenwasser der Dächer, (Regen- füllen lohnen sich hier wie in der Waschküche!) oder durch Leitungswasser entsprechend verdünnt zu werden zur glatten Ausfuhr auf die Wiesen, Weiden oder Felder. Ursprünglich, das beachte man wohl, hat man nur die Jauche so eingesperrt und behandelt. Der Kot dagegen wurde mit der Einstreu vermengt und auf den bekannten Misthaufen gebracht als Stallmist. Später aber lieh man die Einstreu fortfallen und vereinigte Kot und Jauche. Als man die reine, verdünnte Jauche zum Verglieichs- verfuche in der Düngung mit der Kotjauche probierte, da stellte es sich sofort heraus, daß die K o t j a u ch e weitaus bessere Resultate erzielte. Letztere wirkte gleich rasch wie erstere, aber viel nachhaltiger. Warum doch? Richt in erster Linie wegen des erhöhten Stickstoff- und Kaligehaltes, sondern weil damit noch o r ga - nische Stoffe, Phosphorsäure, Kalk und Magnesia- usw. Salze mit in den Boden gelangten.
Die Maumensägewefpen
Von Dr. $<utde
In manchen Jahren fallen von Pflaumen- und Zwetschenbäumen junge, etwa % cm lange Früchte in größerer Anzahl ab, denen später größere Früchte folgen. Sieht man sich die heruntergefallenen Früchte näher an, erweisen sie sich als zum großen Teil ausgefressen. Besonders der Kern ist meist bis auf geringe Reste verschwunden. An Stelle dessen füllt die Frucht eine braune, bröcklige Masse.
Es handelt sich hierbei um Früchte, die von den Larven der schwarzen (Hoplocampa minuta) oder gelben (Hoplocampa flava) Pslaumensäge- wespe befallen waren. Die Wespen schlüpfen Ende April bis Anfang Mai. Die Weibchen bohren mit Hilfe eines fägeartigen Legebohrers einen Schlitz in den Kelch oder das Kelchzipselgelvebe der jungen Blüten und legen dahinein ein Ei. Im ganzen legt ein Weibchen bis 30 Eier ab. Die nach vier bis fünf Tagen schlüpfenden weißlichen Larven besitzen nur drei Paar Brustfüße und bohren sich entweder direkt durch die Kelchwandung in den Fruchtknoten oder befressen zunächst den Kelch oberflächlich von außen, bevor sie in den Frucht
Hauswittfchastllche Ratschläge für die Seit der Vilze
Wenn der Nährwert der Pilze auch kein sehr großer ist, so sind sie doch beliebt. Von den etwa zweihundert Pikzarten in Deutschland sind hundert Sorten eßbar und nur einige wenige als unbedingt giftig festgestellt. Trotzdem aber hören wir jedes Jahr von gefährlichen, ja tödlichen Pilzvergiftungen, die leicht vermieden werden können, wenn man sich ein paar Punkte gut merkt.
Zuerst muß man zwei Arten von Schwämmen unterscheiden: Lamellen- und Röhrenpilze. Erstere haben unter dem Hut fächerförmig aufgerechte Blätter, letztere eine Art Pelzchen oder Polster. Nimmt man nun niemals einen Röhrenpilz mit rotem Pelz oder rotem Stiel und niemals einen Lamellen- schwamm mit weißen Blättern, dann ist man vor einem Giftschwamm sicher. Allerdings entgehen dabei dem vorsichtigen Sucher ein paar gute Eßpilze, wie Brällinge und Täublinge mit ihren weißen Lamellen, aber diese können ruhig dem sicheren Kenner bleiben. Neulinge sollen nie Pilze nehmen, die sie nicht ganz genau kennen, und sich beim Suchen erfahrenen Kennern anschließen. Gerade unsere beliebtesten Schwämme, wie Steinpilz und Champignons, haben äußerst giftige Doppelgänger, den Satans- und den Knollenblätterpilz. Man soll Champignons nie im Walde suchen, sondern y.ur aus Wiesen, Weiden, Pferdekoppeln uff. Die Lamellen des echten Champignons find in der Jugend ganz zart rosa, später werden sie rötlich- bis schwarzbraun, während sie beim Knollenblätterpilz immer weiß bleiben, auch ist fein Strunk im Gegensatze zum echten Cham
Als dann fortschrittliche, denkende Beobachter feinen, besten Torfmull leicht in den Stall ern- streuten und diesen auch der Kotjauch« als Decke in die Grube streuten, wurde diese so behandelte Jauche zu einem Idealdünger. Das wert-> volle, slüchtige, in die Augen stechende Ammoniak wurde so geknebelt. Aber dieser qualitative Jdealdünger entbehrte in seiner quantitativen Zusammenfügung die erforderlichen Mengen an Phosphorsäure und Kalk; auch die Menge an organischen oder Humus- stosfen — das stellten exakte Versuche fest — war zu gering. Darum brauchte man trotz bester Kotjauche an Stelle ihrer einseitigen Anwendung die W e ch s e l d u n g w i r t s ch a f t; die mineralische Phosphorsäure- und Kalkdüngung und die eigentliche Stallmist- oder Kompostdüngung mußte planmäßig einsetzen.
Aber trotz dieser Tatsache muß der Jauche-, bereitung, ihrer Aufbewahrung und Konservierung doch alle Aufmerksamkeit geschenkt werden, Würde man das nicht tun, so senkt
knoten eindringen. Nachdem die erste Frucht leer gefressen ist, wandert die Larve in eine neue Frucht über und kann im weiteren Verlauf ihrer Entwicklung noch ein bis zwei Früchte vernichten. Nach vier Häutungen verläßt sie ihre letzte Wohnfrucht und bohrt sich in die Erde, wo
2 mm
Larve der Pflaumensägewespe
sie sich dicht unter der Oberfläche einen Kokon spinnt, in dem sie sich im nächsten Frühjahr verpuppt, um vierzehn Tage danach als fertige Wefpe zu schlüpfen. Die Schäden, welche die Wespenlarven anrichten, sind in manchen Jahren ganz außerordentlich groß.
pignon unten knollig verdickt. Verhältnismäßig leicht zu erkennen ist der Stein- oder Herrenpilz, denn sein giftiger Bruder, der Satanspilz, mit dem blutroten, dickbauchigen Stiel, und dem auf dem Bruch rötlich, dann blau anlaufenden Fleische kann nur von Kindern oder Neulingen damit verwechselt werden. Dem Steinpilz etwas ähnlich ist der Galsen- röhrling, der zwar nicht giftig, aber wegen seines bitteren Geschmacks ungenießbar ist. Ein einziges Exemplar davon verdirbt ein ganzes Pilzgericht. Ein echter Steinpilz wechselt die Hutfarbe vom hellsten Reh- bis zum dunkelsten Kaffeebraun. Die Röhrchen (das Polster) sind beim ganz jungen Schwamm weiß, werden dann hell- und später dunkelgrün. Beim Gallenröhrling quellen sie in weißlich-rosa Farbe beinahe schaumig unterm Hut hervor. Der Steinpilz hat aber ein gutes, untrügliches Erkennungszeichen, das keinem anderen'Pilze sonst zu eigen ist, aber selbst in großen Pilz, büchern fehlt, es ist dies eine weiße, schleier- artige Netzzeichnung über den Strunk hin, manchmal stärker, manchmal schwächer ausgeprägt. Haben auch andere Schwämme dieses Netz, nie ist es weiß wie beim Steinpilz; so hat z. B. der eßbare, aber nicht so wertvolle Kapuzinerpilz ein fast schwärzliches Geflecht am Strunke.
Das beste Pilzrezept ist: Frisch gepflückt, sauber geputzt, frisch gekocht und schnell ge- gessenl Ueber Nacht müssen die Schwämme einzeln ausgebreitet werden, falls man sie nicht besser gleich herrichtet, aufblättert und auf einem Brette oder Tuch« weit aus»
sich ihr Wert so tief, daß «r den Ausfuhrlohn i usw. noch nicht einmal deckt. Darum muß diesen Punkten tunlichst volle Rechnung ges r tragen werden. Das Haus der Jauche muß unbedingt so völlig dicht sein, daß kein Grundoder Tagwasser eindringen kann. Zementgruben mit Glattstrich oder Wände aus grobgehauenem Holz mit dichtem Lehmkalkstampf sorgen dafür. Auch anfallendes Regemvasser ■ i dart die so gehütete Kotjauche mit Torfmull- einstreu nicht zum „Dünnbier" machen. Bringt man über diese Jauche als Deck« runde, entrindete imprägnierte Stangen und setzt darauf den Stallmisthaufen, so fördert diese wärmende Ueberdecko die Jauchegärung und gibt an die Jauche das Misttropfwasser ab. Jeder, T dein Jauche anfällt, im kleinen wie im großen ■ Maßstabe, muß diesem „Braunbier des Bodens"' nach jeder Seite die geschilderte Beachtung schenken. An ihren Früchten wird man sie und ihren Meister erkennen.
Bekämpfungsmaßnahmen: Da die fertige- Wespe sich nicht mit hinreichendem Erfolg bekämpfen läßt und auch Mittel gegen die Puppe- nicht gesunden wurden, muß sich die Abwehr gegen die Larven richten, und zwar sind bie schwachen Stellen in ihrer Entwicklung das oberflächliche Fressen eines Teils der Junglarven an der Kelchoberfläche und weiter das Überwandern der späteren Stadien von einer Frucht in die andere. Man spritzt die befallenen Bäume deshalb zum ersten Male kurz nach der Blüte, bevor ein Teil der geschlüpften Junglarven sich durch die Kelchwandung bohrt, mit einer einprozentigen Arsenbrühe, die man zweckmäßig mit einer Kupferkalk- oder Schwefelkalkbrühe kombiniert. Diese Spritzung ergänzt man nach acht bis zehm Tagen durch eine zweite Arsenspritzung, wclche die Oberfläche der Früchte mit einer Giftschicht, versehen soll, um die in neue Früchte ein-- wandernden Larven zu vergiften. Man verwendet: bei dieser letzten Spritzung kein Bleiarsen. Manchmal ist noch eine weitere Arsenspritzung acht biL zehn Tage darauf nötig.
einanderlegt. Nasse Schwämme dürfen niemals- über Nacht liegen bleiben. Mit größter Sorgsam»- kcit verfahre man beim Einputzen. Die Haut vom. Hute wird bei gesunden Pilzen nur abgeschabt, nicht abgezogen, da sie viel Aroma besitzt. Das „Polster" unterm Hute ist mit Ausnahme der ganz jungen Schwämme 'immer zu entfernen, denn hier sitzt Ungeziefer u. dgl.; auch ist diese schwammige Substanz ungesund. Aber gerade in diesem Punkte wird viel gefehlt; ja. bei Steinpilzen schätzt sogar mancher'Liebhaberdas Schlickerige am Gericht, das vom „Polster" kommt. Eine derartige Speise verdirbt aber viel leichter, und zersetzte Schwämme wirken ebenso gefährlich als giftige. Man bereite deshalb auch nur so viel zu, als bei einer Mahlzeit verzehrt werden. 3m Notfalle kann man Reste erhalten, wenn man sie sehr kalt stellt oder zwischendurch einmal auskocht. Uebri» gens gehören Pilze, besonders wenn sie nicht weich gekocht sind, ober in zu großen Mengen genossen werden, zu den schwer verdaulichen Gerichten und können namentlich bei Kindern oder Personen mit schwachem Magen schlimme Krankheitserscheinungen hervorrufen.
Treten nach Pilzgenuß Uebelkeit, Schwindel, Kopf- und Magcnschmerzen auf, so muß d«r Arzt sofort gerufen werden. Der Patient lege sieg zu Beit, man gebe ihm viel Milch, heißen schwarzen Kaffee mit einem Löffel Rhizinusöl, auch mache man heiße Wickel, um womöglich einen Schweißausbruch herbcizufllhren. Bei Knollenblütterpilzvcrgiftungen tritt oft erst nach zwölf Stunden das erste Unbehagen auf, was besonders zu beachten ist. W.
Neues aus Feld, ©arten, Stall und Hof, Haus, Küche und Blumenzimmer
Arbritskalender für den Gartenfreund.
Im Juli können auf leergewordene Gemüsebeete noch Rosen- und Grünkohl gepflanzt, auch Karotten und Bohnen noch ge= sät werden. Bildet der Blumenkohl seine meisten Knospen aus, dann schützt man biefe vor Licht durch Einknicken einiger Blätteh. Von Tomaten sind die Seitentriebe stets frühzeitig auszubrechen, Blätter dürfen aber nicht abgeschnitten werden. Schwarzwurzeln, Zwiebeln und ebenso den Rhabarber lasse matt nicht zur Blüte kommen, sondern schneide die Knospen beizeiten ab, damit sie nicht unnötig Nahrung verbrauchen. Johann! wurde die Spargelernte beendet, die Dämme wurden heruntergezogen; jetzt ist noch Zeit, durch Gaben schnellwirkender Dünger den zur Nährstoffbildung nötigen Blatttrieb zu kräftigen. Allgemein ist nun Ernte- und Einkochzeit, man bringe nur frisches Gemüse in die Einkochglüscr. 3m Obstgarten sind die Triebe der Spalierbäume bis auf den Leittrieb zu cnt- spitzen, soweit das nicht schon im vorigen Monat geschah. Bei starkem Fruchtansatz entferne man jetzt einzelne Früchte. Außerdem ist besonders da, wo viel Früchte reifen wollen, auch gut zu wässern. Wurmstichiges Fallobst lese man auf und werfe es nicht auf den Kompost, sondern sorge für Vernichtung der Maden. Blattläuse bekämpft man durch lästigen Wasserstrahl oder Spritzen mit Niko- linseifenbrühe. Beim Wein sind jetzt die Geize, das sind die Seitentriebe der tragenden Reben, auf zwei Augen einzukürzen. Nun wird es auch Zeit, an die Pflanzung junger Erdbeeren zu denken. 3 m übrigen vergesse man nicht, Beereuobst, besonders zur Gelee- bereitung, rechtzeitig zu ernten. Auch im Ziergarten treten in diesem Monat die Blattläuse oft zahlreich auf und müssen entfernt werden; Meltau an Rosen wird mit Schwefelputver bekämpft. Abgeblühte vslanzenteile sind abzuschneiden, der Rasen ist zu mähen und zu wässern. Die Pflege der Topfpflanzen beschränkt sich jetzt auf richtiges Gießen und Düngen mit mäßigen Duntzgüssen bei feuchtem Wetter. Eine zu stark« Belichtung durch die Mittagssonne ist für empfindliche Pflanzen schädlich; durch einen Stänbort mit Schatten zur Mittagszeit oder besonderen Lichtschutz ist hier Abhilfe zu schaffen. Schfd.
Der größte und der älteste Baum der Erde. Der amerikanische Sequoia - Nationalpark bc» herbergt den größten Baum der Erde. Er führt den Namen „General Sherman-Sequoia-Baum". 81,61 m Höhe bei einem Umfang am Boden von 26,84 m sind seine gewaltigen Ausmaße. In Kalifornien steht ein zweiter Methusalem unter den Bäumen, der „General Grant- Baum", der unten zwar noch breiter ist, aber an Rauminhalt um 10 o/o hinter dem ersten zurücksteht. Dafür darf er die Ehre für sich in Anspruch nehmen, der Wahrscheinlichkeit nach älter zu sein als fein Kollege, dessen Alter auf mindestens 4000 Jahre geschätzt wird. Einige Forscher geben ihm sogar 5000 Jahre.
Was habe ich bei blühenden Lathyrus odorato (Edelwicken) zu beachten? Welcher Gartcnliebhaber kennt sie nicht, die so reich buftenben und in vielen Farben prangenden Edelwicken. Diese herrliche Blume findet man wohl schon in jedem Gärtchen, denn sie verdient wirklich angebaut zu werden. Wir wissen nun aber auch, daß bie Lathyrus reichlich Samen bringen, und daher möchte ich aufmerksam machen, daß, wenn man recht lange Schnittblumen haben will, man alle albg'e- blühten Blumen abschneiden muß, damit sich keine Samenschalen bilden, da sonst bie Blüh- willigkeit der Edelwicken sehr nachläßt und die Blüte sogar in einer kurzen Zeit ganz aushört. Doch jeder Gartcnliebhaber will nach Möglich, kcit recht lange duftende Blumen im Garten und auch in den Basen haben und will nicht nur Samenzüchter sein. Derenthalben schneidet man alle vorkuminenden Samenschoten ab und
es bilden sich aus den Blattachsen immer wieder neue Blütentrieb«, welche mit ihren herrlichen Farben Herz und Auge erfreuen. Geht allerdings dann zum Herbst doch die Blüte bald zu Ende, so kann man auch für das nächste Jahr einige Samenschoten auswachsen lassen, um selber Samen zu haben. Allerdings muß ich aber erwähnen, daß es für jeden Gartenliebhaber weit besser ist, sich den benötigten Samen alljährlich aus einer größeren, als reell bekannten Samenhandlung schicken zu lassen, da selbstgezogener Samen zu leicht ausartet und erstens in der Farbe nicht mehr die Erwartungen erfüllt und auch die Größe der Blumen weit zurllckbleibt. Sa.
Reinigung des Hühnerfialles. Die frühzeitig erbrüteten Jungtiere sind herangewachsen und müssen bald den Legestall beziehen. Bevor sie zu den alten, die nun zum Teil aussoitiert sein müssen, hinzukommen, ist der Stall grünte lieh zu reinigen. Sitzstangen, Nester, Futter- gesäße usw., die alle beweglich fein sollen, werden herausgenoimnen, mit heißer Sodalauge abgebürstet und hinterher mit einem Desinfektionsmittel, wie Kreolin oder Chloramin. abgespritzt. Auch die Wände sind damit zu reinigen. Sofern der Fußboden fest ist, wird auch 'dieser mit Sodalauge behandelt, die immer möglichst heiß Verwendung findet. Zum Schluß wird alles gekalkt, Sitzstangenenden und Nester mit Karbolineum gestrichen. Die Nester müssen dann rasch getrocknet werden, damit die Tiere sich nicht an dem Karbolineum beschmieren. Als Einstreu auf dem Fußboden kann man im Sommer Sand verwenden, der sich gut rein halten läßt. Der Landwirt wird des wertvolleren Dunges wegen jedoch gern zum Stroh- häcksel greifen, das sich dann besonders gut auf Wiesen und Weiden ausbreiten läßt und «inen ausgezeichneten Grasstand hervorruft. Im Herbst verwendet man wieder besser, der Feuchtigkeit wegen, etwas Torfmull als Unterlage, mit Häckselauflage ein besonders wertvoll er Dünger für schwere Böden und auf dem Gartenland. Alb.
Treibriemengeräusche. Das oft lästig empfundene Schwingen und Knattern breiter Treibriemen ist eine Wirkung der durch den Riemen- lauf verursachten Lustverdichtung. Da ein Lederriemen, besonders bei genähter Ausführung und bei plumpen Verbindungen, keine absolut gleichmäßige Stärke und Biegsamkeit besitzt so werden durch die hieraus entstehenden verschiedenen Belastungen der Luftpolster und durch die Abweichung der unteren Lauffläche von der Geraden bzw. Kettenlinie Stöße erzeugt, welche den Riemen in Schwingungen versetzen, wenn nicht für ein Ausweichen der Luft Sorge getragen wird. Diese Erscheinung tritt um so mehr hervor, je breiter der Riemen, je größer der Achscuabstand und je größer die Riemengeschwindigkeit ist. Besonders schädlich ist die Luftverdichtung, die sich an der Stelle bildet, wo der Riemen auf die Scheibe aufläuft. Hierdurch wird ein rechtzeitiges Auschmiegen des Riemens verhindert und der umspannte Bogen verkleinert. Die Folge davon sind nicht unwesentliche Kraftverluste. Man hat früher versucht, diesem Uebclstande zu begegnen, indem man den Lederriemen mit versetzten Löchern versah, wodurch man gleichzeitig ein säurefreies Abkommen des Riemens von der Scheibe erreichen wollte. Die Nachteile dieses Verfahrens zeigten sich aber sehr bald in ber Zerstörung der Eebcrfafer und erheblicher Quer» schniltschwnchung und man kam deshalb von diesem Verfahren bald wieder ab. Will man das oben genannte Uebel vermeiden oder ab« schwachen, so hat man Sorge zu tragen, daß die Riemen immer recht geschmeidig und weich sind; man erreicht das am besten durch das einzig richtige Mittel einer guten Riemm- schmiere, die man sich aus einer ■ Mischung von warmgemachtem Rindertalg und Fischtrai'i zu gleichen Teilen herstellt unb mit den Riemen öfter entfettet. Harzhattige Riemen- fette sind streng zu vermeiden. W.
Mittel zur L«bensvrrlängrrung der Schnittblumen. Der Wunsch, ein solches Mittel zu besitzen, herrscht schon seit Jahren bei allen Blumenfreunden vor. Neuerdings ist es der 3. G. Farbenindustrie A.-G. gelungen, ein derartiges Mittel in den Handel zu bringen, das mit Ausnahme von Narzissen, Veilchen, Maiglöckchen, Schwertlilien und einigen Wicken- arten bei allen Schnittblumen die Lebensdauer in der Mse wesentlich verlängert. Ntwelka ist ein geruchloses Salz, durch das die Zellen (Gefäße) der Schnittblumen längere Zeit straff' gehalten werden. Auch der natürliche Duft und die Farbe der Blumen werden erhalten. Die Anwendung des Niwelka-Mittels ist äußerst bequem. Man rechnet 13 bis 16 g auf -in Liter Wasser. Durch Umrühren löst sich das Salz sehr schnell im Wasser auf und kann sofort verwendet werden. Eine Erneuerung des Wassers erst nach acht bis zehn Tagen steigert die Wirkung, ist aber nicht unbedingt notwendig. Frische Blumen bringt man wieder in eine neue Lösung. Natürlich ist bei halb verwelkten und bei stark im Verblühen begriffenen Blumen der Erfolg unsicher. Ntwelka wird in jeder Drogerie und jedenfalls auch in Blumengeschäften zu haben sein. R.
Gemischte Gemüsespeise. Gericht für vier Personen. Zutaten: 500 g Schotenkerne, 300 g Karottenwürfel, 500 g Spargelstücke, 1 kg rohe Kartoffelwürfel, 50 g Butter, 4 Löffel dicke saure Sahne, 15 Tropfen Magqi's Würze, gewiegte Petersilie, Rinder- markfchciben, 50 g gekochter, feingewiegter Schinken. Zubereitung: Die verschiedenen vorgerichteten Gemüse kocht man zusammen knapp mit leicht gesalzenem Wasser bedeckt weich, während die Kartoffelwürfel gesondert gekocht werden. Die abgetropften Gemüse schwenkt man in der Butter mit der dicken sauren Sahne heiß, gibt mit Maggi's Würze die letzte Pollendung und bestreut die Gemüse beim Aufträgen leicht mit gewiegter Petersilie. Die Kartoffelwürfel werden sorg- faltig abgegossen, trocken geschwenkt und im Kranz um das Gemüse gelegt. Die Rinder- markscheiben macht man in etwas kochendem Wasser gar, legt sie danach auf die Kartoffelstücke und bestreut sie zuletzt mit dem gewiegten Schinken. L. tz.
Gefüllt« Gurken. Man schält die Gurken und schneidet der Länge nach ein fingerbreites Stück heraus, schabt vorsichttg die Kerne heraus und füllt die Gurken mit einer guten Fleischfüllung (zwei Drittel Rind-, ein Dritte! Schweinefleisch), «ingeweichtem Weiß- brot, Eiern, Salz, Pfeffer und einer gehackten, in Butter gedämpften Zwiebel. Dann bindet man vermittels eines Fadens das heraus- gefchnittens Stück Gurke wieder fest. Nun läßt man in einem Tiegel Butter braun wertem, legt die Gurken nebeneinander hinein, läßt stire erst in der braunen Butter ein wenig schmoren und gibt dann gute Fleischbrühe, etwas Pfeffer, ein Lorbeerblatt, Salz, Essig und zuletzt Schwiß- mehl daran. In dieser Soße läßt man die Gurken liegen, bis sie weich sind; bann nimmt man sie vorsichtig heraus, legt sie nebeneinander auf eine Schüssel, nachdem man sie von den Fäden befreit hat; die Soße gießt man durch ein Sieb und setzt sie nochmals aufs Feuer. Man läßt sie einmal auskochen, fügt einige Kapern hinzu und richtet sie an. Auf jede Person wirb eine große Gurke gerechnet. Die Gurken dürfen nicht zu reif sein, weil sie sonst bitter sind. Fr. Ad. in K.
Käsc-Morlctteu. Hierzu gehören: 300 g Mehl, 60 g Butter, fünf Eigelb, Salz und so viel Sahne, daß man einen mittelfesten Teig erhält. Von diesem rollt man zwei gleichgroße Platten aus, deren eine man mit Ei be» streicht und dick mit geriebenem Emmentaler Käse bestreut; dann druckt man beide Platten zusammen, schneidet lange, schmale Streifen da- von, dreht sie korkeuzicherartig zusammen und bäckt sie auf gut gefetteten Blechen im heißen Ofen. Frau E. S.