Gibson bei Macdonald
Ueberraschendes Eintreffen der Amerikaner in Lausanne.
Lausanne, 22. Juni.
Der Führer der amerikanischen Abordnung auf der Abrüstungskonferenz, Gibson, traf zusammen mit dem bekannten amerikanischen Finanzsachverständigen Norman Dabis überraschend im Kraftwagen in Lausanne ein. Beide begaben sich sofort in das Hotel Bcau-Ridage, wo sie eine eineinhalbstündige Unterredung mit Macdonald und dem englischen Außenminister Simon hatten. Simon war von Macdonald ans Genf nach Lausanne zurückberusen worden.
DaS völlig unerwartete Eintreffen Gibsons in Lausanne hat in allen Konferenzkreisen größte Ueberraschung bcrvorgcrufen, da die Amerikaner sich bisher nachdrücklich weigerten, aus innenpolitischen Gründen irgendwelche Gespräche in Lausanne zu führen. Gibsons Erscheinen wird allgemein auf einen ausdrücklichen Wunsch des Weißen Hauses zurückgeführt und in Zusammenhang mit der nächtlichen Unterredung mit Herriot in Morges gebracht. In der Besprechung mit Macdonald soll Gib- fon von neuem gegenüber den englischen Ministern den dringenden Wunsch der amerikanischen Regierung nach praktischen Ergebnissen in der Abrüstungsfrage vorge» bracht und mit größtem Nachdruck eine Wiederaufnahme der Abrüstungsverhandlungen gefordert haben.
AIS herriot im Hotel Beau Rivage eintraf, verfehlte er keineswegs seine Ueberraschung, als ihm mit- der Unterredung begab sich Gibson nach Genf zurück, geteilt wurde, daß Gibson bei Macdonald sei. Nach Anschließend fand eine längere Unterredung zwischen Macdonald und herriot statt.
Was wird in preaßen?
Die entscheidende Sitzung im Landtag.
Im Preußischen Landtag soll die endgültige Wahl des preußischen Ministerpräsidenten stattfinden. In der Regel wurde stets der vorläufige Präsident nach vier Wochen endgültig bestätigt. Vermutlich wird es auch trotz der Widerstände gegen"den nationalsozialistischen Präsidenten Kerrl letzten Endes auch diesmal so werden. Zunächst sieht es allerdings noch nicht jo aus. Daran, daß die bisherigen Regierungsparteien, die kommunistischen Forderungen annehmen, um mit den kommunistischen Stimmen eine Mehrhtzjt für einen Kandidaten des Zentrums oder der Sozialdemo- kratie zu gewinnen, ist natürlich nicht zu denken. Wenn die Kommunisten die Wahl Kerrls durch Aufstellung eines eigenen Kandidaten sichern wollen, so könnte es einen einfachen Wahlgang geben. Es gibt jedoch die Möglichkeit, daß das Haus beschlußunfähig wird, d. h. daß alle Parteien links von der Volkspartei sich nicht an der Abstimmung beteiligen. Die parteipolitischen Verhältnisse im Landtag sind so gespannt, daß es unmöglich ist, voraussagen, ob Kerrl wirklich bestätigt wird oder nicht.
Die Wahl des Ministerpräsidenten, die ursprünglich auch vorgenommen werden sollte, wird durch die verworrenen Parleiverhällnisse nicht gefördert. Es ist auch keineswegs anzunehmen, daß der Landtag einen neuen Ministerpräsidenten schon heute wählen wird. Denkbär Mkre, daß Me Verhandlungen über eine Regierungsbildung zwischen Nationalsozialisten und Zentrum, den einzigen Parteien, aus die es dabei antommt, endlich in die Wege geleitet werden.
Anscheinend haben aber die Nationalsozialisten wenig Neigung, die Preußische Regierung zu übernehmen, denn die nationalsozialistischen Blätter rufen bereits seit Tagen nach einem Reichskommissar für Preußen und neuerdings auch für Hessen und Bayern. Die Voraussetzung für die Entsendung eines Reichskommissars ist die Erklärung eines Ausnahmezustandes. Trotz des Druckes der von den Nationalsozialisten in dieser Richtung auf die Regierung ausgeübt wird, ist es schon mit Rücksicht auf das Ausland und die Verhandlungen in Lausanne unwahrscheinlich, daß sie dem Reichspräsidenten empfehlen wird, einen großen Teil des Reiches unter Ausnahmezustand zu stellen.
Auch die Konferenz des Reichsinnenministers mit den Ministerpräsidenten der Länder über die Durchführung der politischen Verordnung, in der Hauptsache der Aufhebung des SA.-Verbots, hat begonnen.
Hitler, Jtief und Göring haben dem Reichsinnenmi- nisler ihre Forderungen unterbreitet.
Goebbels erklärt im „Angriff", die Reichsregierung müsse mehr Mut haben, und der Angriff kündigt auch eindeutig an, wenn die Reichsregierung nicht unverzüglich ihre Autorität für die Durchführung ihrer Notverordnung einsetze, die Nationalsozialisten den „Begriff der Notwehr für sich in Anspruch nehmen und mit ihm sehr wohl werden zu operieren verstehen."
Vermutlich werden die Gegensätze zwischen Reichsregie- rung und Ländern einfacher überbrückt werden, als es heute noch scheint.
Ohne Eingriff in die Polizeihoheit der Länder soll die Möglichkeit zur Verhängung von Demonstrations- und Uniformverboten an reichsgesetzlich festgelegte Voraussetzungen geknüpft werden. Damit wären wohl die alten Verbote hinfällig,^ könnten aber — auch kürzer befristet — unter den neuen Voraussetzungen wieder erlassen werden.
Wegsteuerung der Einkommen über 12 OOO Mark.
Berlin, 22. Juni.
Der Hauptausschuß des Preußischen Landtags hak einen kommunistischen Antraa angenommen, wonach das Slaots- ministerium ersucht wird, alle Einkommen, soweit sie 12 000 Mark im Jahr übersteigen, restlos wegzusteuern.
_ Für den Antrag stimmten außer den Kommunisten die sozialdemokraten, dagegen die Deutschnationaten; Nationalsozialisten und Zentrum enthielten sich der Stimme.
Ein weiterer kommunistischer Antrag, der das Staals- miniffetium ersucht, die durch die letzten Notverordnungen angeordneten Einkommenskürzungen und Massensteuern nicht durchzuführen, wurde mit den Stimmen der Antrag- stellet, der Nationalsozialisten und Deutschnationalen angenommen.
Annahme fand auch ein nationalsozialistischer Antrag, wonach das Staatsministerium ersucht wird, aus die Reichsregierung ein,zuwirken, die östlichen Landgrenzen gegen den Zuzug der polnischen Industrie- und Landarbeiter auch weiterhin zu sperren. Bekannttich ist von der Reichsregie- rung eine Grenzsperre für das Jahr 1932 Dermal worden.
Ministerpräsidentenwahl verschoben.
Berlin, 21. 6. wie in der heutigen Sitzung der Zen- trumsfraktion des preußischen Landtags mitgeteilt wurde, ist ein Schreiben des preußischen Landtagspräsidenten Kerrl eingegangen, in dem er im Auftrag der Reichsparteileitung der NSDRp. den Wunsch äußert, die Wahl des preußischen Ministerpräsidenten bis nach der Reichstagswahl zu vertagen. Die Zentrumspartei hat sich mit diesem Vorschlag einverstanden erklärt.
RGOAP und Arbeitsdienstpflicht Rundfunkvortrag von Oberst a. D. hierl.
Berlin, 22. Juni.
Auf der Deutsä)en Welle sprach Oberst a. D. Hier! über das Thema „Nationalsozialismus und Arbeitsdienstpflicht". Er leitete seinen Vortrag mit der Notwendigkeit der Selbsthilfe Deutschlands zur Ausnutzung des ihm verbliebenen Lebensraumes und seiner Werte und Wiederbelebung seiner freien Wirtschaft mit staatlicher Hilfe ein. Aus diesem Grunde sei es für jeden Deutschen eine Ehrenpflicht, während seiner Jugend seinem Volk eine bestimmte Zeit zu dienen. Die Arbeitsdienstpflicht solle der Staatsleitung ein Arbeiterheer als staatliches Machtmittel zum Einsatz in dem Wirtschaftskampf um Leben und Wiedergewinnung oolks- wirschaftlicher Selbständigkeit schaffen. Erziehung zum nationalen Pflicht- und Ehrgefühl und Wiederherstellung der verlorengegangenen Achtung vor der Hand- und Landarbeit seien Kernpunkte dieser volkserzieherischen Arbeit. Zu der Dienstpflicht müßten alle jungen deutschen Männer und nicht nur die Arbeitslosen herangezogen werden; jede Stellvertretung oder Loskauf müsse ausgeschlossen bleiben.
Der Arbeitsdienstpflichtige würde Unterkunft, Verpflegung, Kleidung und ein tägliches Taschengeld von 30 bis 50 Pfennig erhallen. Seine Einberufung, der eine ärztliche Musterung vorauszugehen hätte, solle in der Regel nach Abschluß der Feldarbeiten im Herbst erfolgen. Man werde ein großes Arbeitsfeld vorfinden; so sei vor allem an die Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung, Entwässerungsanlagen, Urbarmachung von Moor- und Oedland, Hochwasserschutzbauten in Verbindung mit einem großzügigen Ausbau der deutschen Wasserkräfte, Forstarbeiten, Ausbau des Straßennetzes, Erneuerungsbauten bei der Reichsbahn und Schaffung von Luftverkehrsanlagen gedacht, wovon allerdings ein Teil der freien Wirtschaft überwiesen würde. Von größter Bedeutung sei der Einsatz bei einer großzügigen Besiedlung des Ostens.
Kein Reichskommissar für Arbeitsdienstpflicht
Es ist in der Presse behauptet worden, daß der der Na- tionalsozlalisttschen Partei angehörende Oberstleutnant a. D. Hier! mit der Leitung eines zu bildenden Reichskommissa- riats für die Arbeitsdienstpflicht betraut werden würde. Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, entspricht die Meldung insofern nicht den Tatsachen, als die Reichsregierung ein Reichskommissariat für die Arbeitsdienstpflicht nicht einzurichten beabsichtigt.
~4kr Völkische Beobachter warnt
Unter der Ueberschrift „Eine letzte Warnung an den Reichsinnenminister — Wir verlangen sofortige durchgreifende Maßnahmen zum Schutz unserer SA.-Kameraden" erklärt der „Völkische Beobachter": Der letzte Sonntag sei der blutige Beginn des auf Moskauer Befehl vorgetriebenen Bürgerkrieges. Der Reichsinnenminister schweige und sehe den marxistischen Mobilmachungen untätig zu. Am Schluß heißt es: Herr von Gayl, die Zeichen stehen auf Sturm! Erkennen Sie die Stunde, oder die Entwicklung wird unbarm> herzig ihren Lauf nehmen!
Fast unveränderter Arbeitsmarkt
Berlin, 22. Juni.
Nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 1. bis 15. Juni 1932 hat der Arbeitsmarkt in der ersten Iunihälfte nur eine geringfügige Entlastung erfahren. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am 15. Juni rund 5 569 000 und lag somit um rund 14 000 unter dem Stand vom 31. Mai. Dieser Rückgang wäre stärker, wenn nicht der saisonmäßigen Entlastung eine Verschlechterung in den überwiegend von der Konjunktur abhängigen Berufsgruppen entgegengewirkt hätte.
KoMische Zusammenstöße in Uarel.s,
WTL. Datei (Oldenburg), 21. 6. Der Stadtrat hatte beschlossen, ab heute abend 18 Uhr aus Anlaß der Regie- rungsübernahme durch die Nationalsozialisten in Dlden- burg für 14 Tage auf dem Rathaus die.Hakenkreuzfahne zu hissen. Lange vor Beginn der Flaggenhissung hatten sich vor dem Rathaus mehrere hundert Kommunisten und So- gialdemokraten eingefunden. Als gegen 18 Uhr etwa 50 SR-Leute unter Vorantritt eines Trommler- und pseifer- Korps vor dem Rathaus aufmarschierten, wurden sie an der Aufstellung gehindert und belästigt. Die Polizei, die die Kommunisten und Sozialdemokraten zurückdrängen wollte, wurde von der Menge tätlich angegriffen, worauf sie mit dem Gummiknüppel die Straße räumte. Einige Ski-Leute wurden mit Flaschen beworfen und erheblich verletzt. Im Laufe des Abenbs kam es an verschiedenen Stellen der Stadt noch zu Uebersällen auf SR-Leute, wobei etwa zehn ZR-Leute verletzt wurden, darunter vier schwer. Ein Ueber- fallkommando aus Oldenburg sorgte dann für die Rufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung.
— Der Dienstag vormittag in Lausanne von Herriot Macdonald unterbreitete französische Vorschlag sieht eine Streichung der Reparationen um ein Drittel sowie ein fünfjähriges Moratorium für Deutschland vor. Der Vorschlag hält weiter an der Ausgabe von Obligationen für die Reichsbahn fest.
— Rufgrund der gegenwärtigen Marktlage hält es die Reichsregierung nicht für erforderlich, die bis zum 30. 6. d. 3s. geltende Regelung für die zollverbilligte Einfuhr von Weizen zu verlängern. Ruch beim Roggen wird die Einfuhr weiterer zusätzlicher Roggenmengen für nicht notwendig erachtet.
ÄMmendfeier auf dem Hstttodskips.
Die Pressestelle der Ortsgruppe der NSDRP. Schlächtern teilt uns mit:
Die Ortsgruppenleitung forderte zur Teilnahme an (tt Hitlerkundgebung aus und nahezu 200 hiesige kluge hörig« pilgerten mit Rädern, Motorrädern, Personenautos, Poslan- tos und Lastwagen hinaus zum Hoherodskops, um ch^ Führer einmal zu hören und zu sehen. Mehr als 40 OOO deutsche Menschen umlagerten den Gipfel des Berges, aus allen Himmelsrichtungen strömten sie zusammen, die umliegenden Dörfer waren wie ausgestorben, Arbeiter und Unternehmer, Bauern und Beamte, Menschen aus allen Berufen, sie alle eilten hinauf, um ein Bekenntnis abzulegen ^r großen deutschen Volksgemeinschaft. Herrlicher Sonna schein, Begeisterung und der Glaube an die Schicksalswende und bessere Zukunft für das deutsche Volk erleichterten uns den Aufstieg. Und in den Gesichtern all dieser vielen Menschen spiegelte sich überall das gleiche Bild der Freude und des Siegesbewutztseins. Rings um den Berg schließt sich unserem Auge die schöne deutsche Heimat aus, mit ihren Tälern und Höhen, wer verspürte in diesem Augenblick tü^ die brennende, nationale Liebe zur deutschen Heimat? Sturm um Sturm von SR.- und SS.-Männern rücken heran, schließen die Reihen und in ihren Rügen leuchtet der Kampfes: wille. Marschklänge der SR.-Rapelle mischen sich in die Kühle Bergesluft. Die Begrüßungsansprache von Gauleiter Lenz und Gras Solms wird mit Beifall ausgenommen. Klar und deutlich tragen die Lautsprecher Wort um Wort an bas Dhr der 40 000 Menschen. Prinz August Wilhelm und Hauptmann Göhring ergreifen das Wort. Beifallsstürme unterbrechen die Redner. Die inneren und äußeren Feinde des deutschen Volkes werden klar gestellt und demgegenüber die Ziele des Nationalsozialismus ausgerollt. Und allmählich bricht die Nacht herein, die Sonne versinkt in ihrer Glut, Minuten werden zur Ewigkeit. Der Führer kommt! Minutenlanger Begrüßungssturm setzt ein aus 40 OOO stehlen, der über die Täler hinwegklingt und an den Bergen widerhallt. Unbeschreiblich! Fackeln flattern aus, in ihrem Lichtschein spricht der Führer. Lautlos steht die Masse, gebannt. Und er predigt die Volksgemeinschaft, ermähnt M Einigkeit, zeigt die Fehler der Vergangenheit und den Weg in die Zukunft. Schwer und dornenvoll war der Weg zu den 14 Millionen, mit Blut getränkt, jedoch leichter wird er sein zu den 40 Millionen. 3m Zeichen des Unterganges werden die noch vorhandenen Lebenskeime die Grundlage zur Erneuerung der Ration bilden. Der morgige Tag wird uns wieder unermüdlich an der Arbeit finden bis zur endgültigen Befreiung des deutschen Volkes. Und als das Sonnenwendfeuer zum Himmel emporloderte, schloß der Führer mit begeisternden Worten, daß dieses Feuer in allen Herzen weiterbrennen möge, ewig, in heißer Liebr zum Vaterlande!
Tränen rollen, die Begeisterung steigert sich ins Unbeschreibliche, die Menge dankt dem Führer; mir wer er überlebt hat, kann sich eine Vorstellung machen von der mitreißenden Kraft des von Adolf Hitler wiedererweckten Ho- tionalgefühls des deutschen Volkes. 40 OOO Arme streck» sich zum Himmel und das Deutschlandlied schallt über die Berge: Und im Unglück nun erst recht!
Ein unvergeßliches Erlebnis. Und doch nur ein kleiner Russchnitt aus der großen Freiheitsbewegung, die man heute noch mit Terror und Verleumdung bekämpft.
Mühevoll, jedoch gestärkt mit neuem Mut und Glauben bahnen wir uns den weg zum Tal zur Heimfahrt.
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— Reben den am Dienstag stattgefundenen spezifisch» Reparationsverhandlungen sind wirtschaftspolitische einiger« gegangen, die der Reichswirtschaftsminister Dr. Warmbold am Montag mit dem englischen und Dienstag mit dein französischen Handelsminister führte. Diese sind, dem Der nehmen nach, außerordentlich anregend verlaufen und lassen durchaus günstige Erwartungen zu. Diese Erörterungen sollen fortgesetzt werden.
— Die Heuporker politische Polizei ist einem Athm Hatsplan gegen das Weiße Haus auf die Spur gekommen, der von zwei Männern ausgehen soll, die mit einem Auto, in dem sich eine große Ladung Dynamit befindet, von Heugork nach Washington unterwegs find, um das Weihe Haus in die Luft zu sprengen.
— Auf dem Rhein an der Baustelle beim Wehrban Kembs kenterten mit Spundwänden beladene Pontons. Sech- Arbeiter stürzten in die Fluten, vier davon ertranken.
— 3n Kiel kam es zwischen Angehörigen der HSDflp des Reichsbanners und Kommunisten, die in großen, M Teil uniformierten Einzeltrupps die Straßen durchzogen überall zu Schlägereien, bei denen mehrere Personen durch Steinwürse und Messerstiche verletzt wurden. Die Polizei nahm zehn Verhaftungen vor.
Nidda. (Drahtseilanschlag gegen einen Omnibus). 3" der Nacht zum Sonntag wurde zwischen Luchenborn U^ Schotten gegen einen mit über 30 Personen besetzten Rufbus Dön hier ein Rnschlag verübt. Als das Auto mit einer Geschwindigkeit von etwa 35 Klm. eine Straßenkurve an einem Steinbruch passierte, wurde es plötzlich zum Halten gebracht. Beim Nachsehen stellte sich heraus, daß in etwr 1 Meter Höhe quer über die Straße ein Drahtseil gefpann und an Bäumen befestigt war, das sonst zur Abgrengung des Steinbruchs diente. Zum Glück kam bei dem Dorfall niemand zu Schaden.
Die Verschwörung südslawischer Offiziere. Das Belgrader Militärgericht fällte das Urteil im Strafprozeß gegen die Marburger Offiziere, die der kommunistischen Verschwör rung angeklagt toaren. Oberleutnant Atanaskovitsch und Oberleutnant Althorer wurden zum Tode verurteilt, Major Djokitsch zu 17 Jahren schweren Kerkers, fünf Offiziere und ein Zugführer zu je zehn Jahren schiveren Kerkers. Zwei Feldwebel und zwei Offiziere wurden freigesprochen.