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Bayern, Baden und Preußen

Die bayrische Regierung teilt amtlich mit, daß ihr Ver­bot von politischen Versammlungen unter freiem Himmel in Bayern einschließlich der Aufzüge und Propagandafahrten, gleichwie, ob uniformiert oder nicht uniformiert, durch die Notverordnung des Reichspräsidenten unberührt bleibe.

Politische Versammlungen unter freiem Himmel und politische Aufzüge jeder Art sind also nach wie vor im Ge­biet des Freistaates Bayern verboten. Ueber das Tragen von Uniformen bei bestimmten Anlässen werden für Bayern noch besondere polizeiliche Vorschriften ergehen.

Der badische Innenminister hak mit Rücksicht auf die in Baden gegebenen Verhältnisse, entsprechend einer früheren badischen Regelung ein allgemeines Uniformverbot ausge­sprochen.

Auch das in Baden bestehende Demonftrationsverbot bleibt durch die Reichsverordnung unberührt. Das Verbot von Geländeübungen ist bis auf weiteres verlängert worden.

Das preußische Demonftrationsverbot wird durch die neue Notverordnung gegen politische Ausschreitungen nicht berührt, da das Demonftrationsverbot auf Grund einer Vor­schrift der Reichsverfassung erlassen worden ist.

Anders liegen die Dinge dagegen bei dem Uniformoer- bot in Bayern, das sich auf die Ermächtigung einer früheren Notverordnung stützte, die mit der neuen Notverordnung forställt.

Reichsminister und Presse

Reichsinnenminister von Gayl äußerte sich vor Presse­vertretern in sehr interessanter Weise über seine persönliche Einstellung zur Presse. Er halte es für selbstverständlich, daß die deutsche Presse, von geringen Ausnahmen abgesehen, alles unterlasse, was dem deutschen Volke irgendwie scha­den könne. Die öffentliche Meinung, vertreten durch die Presse, müsse erkennen, daß kein Nutzen zu erwarten sei von der leidenschaftlichen Auseinandersetzung über Pläne, über die man in den amtlichen Stellen selbst noch keine Klar­heit gewonnen hätte. Die Reichsregierung werde keine Ge­heimniskrämerei treiben, sondern möglichst offen bleiben.

Wenn die Oeffenilichkeit nicht immer gleich über Pläne, die noch nicht reif seien, unterrichtet werden könne, so dürfe das nicht als ein Mangel an Zielklarheit ausgelegt werden. Als verantwortlicher Minister werde er die Freiheit der Presse so wenig wie möglich antasten, und er vertraue dar­auf, daß auch in der Wahlzeit kein Anlaß zum Einschreiten gegeben werde. Sollte sich aber trotzdem die Notwendig­keit hierzu erweisen, so werde er mit den schärfsten Mitteln durchgreifen.

Gestohlene Luxusautos nach Hottand

Eine Autohehlerbande in Düsseldorf festgenommen.

Düsseldorf, 17. Juni

Ueberaus zahlreich waren in den letzten Wochen die Fälle, in denen in vielen Städten Westdeutschlands, aber auch darüber hinaus im ganzen Reich, wertvolle Luxus- automobile gestohlen wurden.

Es handelte sich u. a. um Wagen im Werte von etwa 30 bis M OOP RM Es lag auf her-^an^, daß biete Dieb^ stähle von einer organisierten Bande durchgeführt wurden. Der Düsseldorfer Kriminalpolizei ist es nun gelungen, den Autohehlern auf die Spur zu kommen. Alle von der Auto­diebesbande gestohlenen Wagen wurden der Hehlerbande in Düsseldorf zugeführt, die für den Absatz im In- und Aus­lande. vor allem in Holland, sorgte, Die teuersten Wagen wurden oft zu einem Preise von 2 bis 3000 RM abgesetzt. Um die Polizeien täuschen und vor allem, um beim Grenz- Übertritt keine Paß- oder Zollschwierigkeiten zu haben, wur- den durchweg die Original-Fabrikerkennungszeichen sowie die Papiere in raffinierter Weise gefälscht.

Die Führer der Bande, die sämtlich aus Berlin stam­men, konnten festgenommen werden. Ihre Festnahme er- solgte zum Teil in Düsseldorf und zum anderen Teil an der Grenze, wo sie mit gestohlenen Wagen, die sie gerade über die Grenze schaffen wollten, gestellt wurden.

Raubüberfatt auf eine 2Jarf

6000 Mark erbeutet.

Hamburg, 16 3uni.

Ein überaus frecher Raubüberfall fand aus eine in Hamburg gelegene Zweigstelle der in dem

der Grindelallee 182 in Dresdner Bank statt.

Der Schalterraum wurde

als der

Augenblick von drei maskierten Männern betreten, letzte Kunde die Bank verlassen hatte.

Die in der Bank anwesenden vier Angestellten

wurden von den Eindringlingen mit Revolvern bedroht und in den Bodenraum getrieben, wo sie von einem der Täter mit dem Revolver in der Hand in Schach gehalten wurden. Wäh­renddessen raubten die beiden anderen etwa 5000 bis 6000 Mark in bar und flüchteten, nachdem sie vorher die Masken in ihre Taschen gesteckt hatten.

Der Raub spielte sich sekundenschnell ab, noch bevor die Angestellten sich von ihrem Schreck erholt n, waren die Räuber mit ihrer Beute verschwunden.

Weitere Schrumpfung des Außenhandels.

Nach einer Steigerung der Einfuhr im April ist sie im Mai erneut erheblich gesunken und hat mit 351,1 Millionen RM einen Rekordtiesstand erreicht, der noch um 12,5 Millionen geringer ist als die März-Einfuhr und um 76,1 Millionen unter der April- Einsuhr liegt. Die Rohsloffeinsuhr hat mit 44 Millionen den größ­ten Anteil an diesem Rückgang. Die Lebensmitteleinsuhr ist um 27,1 Millionen und die Fertigwareneinsuhr um 5 Millionen ge­sunken Auch die Ausfuhr weist mit 437,9 Millionen einen Rekord- tiessiand aus. Die Rohstojsaussuhr ging von 87,6 aus 73,6 Mil­lionen zurück und die Lebensmittelaussuhr von 15,4 auf 12 Mil­lionen RM. Hinzu kommen noch 9 Millionen Reparationssach- lieferungen gegen 9,1 Millionen im Vormonat. Ohne Berücksichti­gung der Nachlieferungen beträgt der Ausfuhrüberschuß 87 Mil­lionen RM gegen 45 Millionen im Vormonat.

Tödlicher Absturz in den Bergen. Die Frau des Zoll­beamten Pröll aus Salzburg stürzte am Ostgrad des Unters­bergs tödlich ab Die Frau fiel vor den Augen ihres Man­nes auf bayerischem Gebiet 3p0 Meter in die Tiefe, wo sie zerschmettert liegenblieb Die Leiche wurde geborgen und zu Tal gebracht

Bertrams Flugzeug gefunden.

ch links: Bertram und feine Begleiter auf ifluge, Schonger und Klausmann, auf dem JunkersflugzeugsFreundschaft", das sie auf tzrsm Australienflug benutzten.

Die Suche nach dem deutschen Flieger Bertram. Die Nachforschungen nach dem v.rschollenen Flieger Bertram nnd seinem Begleiter Klausmann sind von der Drysdale-Mission aus, in deren Nähe das FlugzeugAtlantis" aufgefunden wurde, in energischster Weise ausgenommen worden. Flug­zeuge suchen die ganzen umliegenden Buschgebiete ab. wäh­rend Eingeborene den Spuren Bertrams und seines Be­gleiters nachgehen. Es wird auf das bestimmteste damit ge­rechnet, die beiden noch am Leben zu finden, da in der dorti- 21 Gegend reichlich Wald, Fische und frisches Wasser oor= holden sind. Die einzige Besorgnis ist die, daß die Flieger von Eingeborenen überfallen worden sein können, die in die­sem Landstrich als sehr hinterlistig bezeichnet werden.

Der Bericht der australischen Flieger über Bertrams Flugzeug. Einer der von der australischen Regierung mit der Suche nach den verschollenen deutschen Fliegern Hans Bertram und seinem Begleiter Klausmann beauftragten Flieger hat dieAtlantis" etwa 130 Kilometer nordnord- westlich von Wyndham entdeckt und damit die früheren Angaben der Eingeborenen als richtig bestätigt. Von den Fliegern war jedoch bisher keine Spur zu finden. Ein Schwimmer des Flugzeuges war entfernt und^der entspre­chende Flügel mit, Pfählen, gestützt morden. Sonst ist die Maschine, den Mitteilungen der Flieger zufolge, anscheinend unbeschädigt.

Englische Kriegsschiffe in Danzig.

Eine Zerstörerdivision der englischen Kriegsflotte lief zu einem Besuch in den Danziger Hafen ein. Bei dieser Gele­genheit kam es zu einem Danzig-polnischen Zwischenfall, als der Kommandant des ohne Genehmigung in den Hafen eingelaufenen polnischen KriegsschiffesWicher" dem eng­lischen Flottillenkommandeur innerhalb der Danziger Hoheitsgewässer einen Besuch abstattete.

Erste Sitzung des Oldenburgischen Landtags.

Der neue Oldenburgische Landtag trat zu seiner ersten Sitzung zusammen, die von dem Abgeordneten Formers als Alterspräsi­denten eröffnet wurde Zum Landtags Präsidenten wurde der natio­nalsozialistische Abgeordnete Joel mit 26 von 28 abgegebenen Stim­men gewählt. Zum ersten Vizepräsidenten wurde aus Vorschlag der Nationalsozialisten der Abgeordnete Osterloh (Dual) gewählt, der von 28 Stimmen 26 erhielt. Zweiter Vizepräsident wurde mit gleichem Stimmenverhältnis der nationalsozialistische Abgeordnete Behlen.

Auch Rückgang des französischen Außenhandels. Die Einfuhr nach Frankreich ist in den ersten fünf Monaten d. I. im Vergleich zu dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 6,6 Milliarden zurück- gegangen und erreichte einen Wert von 12,7 Milliarden Franken. Die Ausfuhr zeigt einen Rückgang um 5,2 Milliarden aus 8,5 Mil­liarden Franken.

Strenge Brief- und Telegrammzensur in Ehile. Wie von zu­ständiger Stelle in London verlautet, hat die chilenische Junta eine äußerst strenge Zensur aller Privatbriefe und Telegramme von und nach dem Ausland angeordnet.

Auto stürzt in den Fluß. Zwei Tote. Ein schwerer AutomobilunsaU ereignete sich in der Nähe Don St. Etienne. Ein vollbeladener 4 Tonnen-Lastwagen, auf dem außer dem Führer drei Personen Platz genommen hatten, durchbrach ein Brückengeländer und stürzte in einen 12 Meter tiefer ge­legenen Fluß. Obgleich sofortige Hilfe zur Stelle war, gelang es nur. zwef der Insassen lebend zu retten. Die beiden and«, ren waren auf der Stelle getötet worden. Von den beiden Verletzten schwebt einer in Lebensaesabr.

Neues aus aller Welt j

von ihren Schwestern auf offener Straße erstochen I Eine aufsehenerregende Bluttat wurde auf dem Marktp^ 11 Burg bei Magdeburg verübt. Dort gerieten die drei 6^ j stern Pege, von denen zwei verheiratet sind, in einen Streit I' in dessen Verlauf die Ehefrau Anna Hamel, geborene Pegs I von ihren Schwestern durch mehrere Stiche ins Herz geJ tötet wurde. Die beiden Täterinnen kannten verhafte I werden.

Lebensmittelgeschäft in Leipzig Überfällen. Etwa zeh» i unbekannte Männer drangen in die Filiale eines Lebens. I mittelgeschäftes in Leipzig-Schönefeld ein. Sie nahmen von j den ausgelegten Waren Wurst, Eier, Schinken im Gesamt. I werte von etwa 39 RM. und eine verschlossene Weißblech. | kassette mit 83 RM., die unter der Ladentafel in einem I Regal stand, an sich. Darauf verließen sie fluchtartig ba51 Geschäft in Richtung nach dem Schönefelder- Bahnhof. Ein« I Polizeiradfahrstreife gelang es, drei Täter, die sich in einem I Kornfelde am Pfaffenweg versteckt hatten, festzunehme». I Alle drei sind geständig. ' Die in ihrem Besitz befindlich» I Wurstwaren wurden ihnen abgenommen. Ein niert« I Täter konnte von dem inzwischen herbeigerufenen Ueber. | fallkommando in der Breslauer Straße festgenomme« I werden.

Ein ungetreuer Gemeindevorsteher. Bei der Nach. I Prüfung der Gemeindekasse in Kambs bei Röbel durch de» I Amtshauptmann wurden Unregelmäßigkeiten in der Er I

schäftsführung festgestellt. Der Gemeindevorsteher seines Amtes enthoben.

würd«

Devisenschieber entlarvt. Der Zollbehörde in Swi»

münde ist es gelungen, auf der letzten Fahrt des schnellschiffesPreußen" von Swinemünde nach

Motor ZopM

drei Personen aus Hamburg zu fassen, die deutsche Zahlung«- I Mittel in größeren Beträgen nach Zoppot verschieben roolb | ten. Erst bei der eingehenden Revision wurde das Geld gt. I funden, das zum größten Teil auf raffinierte Weise in einem Fahrrad versteckt war. Da die Ausreise in das Ausland nach I . Beschlagnahme des Geldes zwecklos geworden war, traten I die Betreffenden die Rückreise nach Hamburg an.

Ein griechischer Frachtdampfer gesunken. Auf der höh« I von Bahia (Brasilien) sank der griechische Frachtdampf« I Artemis" nach Aussendung von SOS-Rufen aus bisher | unbekannter Ursache. Die ganze Mannschaft von 31 Mann I kannte durch das englische MotorschiffEastern Prince" gp I rettet werden.

15 Jahre Zuchthaus für einen Lindbergh-Lösegeld | schwindler. Das Schwurgericht verurteilte den früheren Er I Heimagenten Gaston Means, der unter falschen Angaben I von Frau Mo Lean, der Verlegerin derWashington-Post" I 100 000 Dollar für die angebliche Rückbringung des Lind I bergb-Babys erschwindelte, zu 15 Jahren Zuchthaus.

Bin spanischer Pilgerzug entgleist. vier Tote, 50 Der- I letzte. Ein schweres Eisenbahnunglück hat sich in Spanien in I der Nähe von San Sebastian ereignet. Ein Pilgerzug, ter I mit außergewöhnlich hoher Geschwindigkeit fuhr, entgleiste I Mischen den Stationen Eibar und Elgoivar in einer Kurve. Vier Tote und 50 Verletzte, darunter 25 Schwerverwundel«, I wurden aus den Trümmern des letzten Wagens geborgen. Die Reifenden der anderen Wagen blieben unverletzt.

vier Falschmünzer verhaftet. In Groß-RudesteK^ Weimar gelang es, vier Ortseinwohner als Falschmünzer ju entlarven und zu verhaften Sie haben sich seit Dezember vo- rigen Jahres mit der Herstellung von falschen 50 Pfennig, und 2 Mark-Stücken befaßt und sie in verschiedenen thüringi- fdjen Städten sowie in Erfurt und Umgebung verbreitet. Ins- gesamt haben sie etwa 800 Fälschungen in den Verkehr gr- bracht.

Hinrichtung in Weimar. Auf dem Hofe des Weimar« Landgenchtsgefängnisses wurde der landwirtschaftliche Ar. bester Paul Daßler durch das Fallbeil hingerichtet. Daßl« hat vor Monaten die 8jährige Isolde Dibrooenka in einem Walde bei Weimar beraubt, vergewaltigt und ermordet.

Ausschreitungen in Hindenburg. Zu größeren Ansamm­lungen kam es in Hindenburg, an denen in der Hauptsache Erwerbslose beteiligt waren. Während es am Mittag und am frühen Nachmittag sich im allgemeinen um harmlosere Zwischenfälle handelte, bei denen die Polizei verhältnismä­ßig schnell die Ruhe wiederherstellen konnte, nahmen die Zu- lammenstöße mit der Polzej später mehrfach ernsteren Cha­rakter an. Dabei wurden mehrere Polizeibeamte durch Stein­würfe und Messerstiche nicht unerheblich verletzt. Es wurden Plakate gefunden, in denen zu Gewalttätigkeit aufgefordert

Großfeuer in der Aktienbrauerei Saarlouis. In dem Dachstuhl des Malzbodens der Aktienbrauerei Saarlouis brach am Dienstagabend ein Feuer aus, das sich bald zu einem Großfeuer auswuchs. Für den gesamten Gebäude­komplex bestand größte Gefahr, da durch die in den hölzer­nen Silos lagernden 5000 Zentner Malz eine Malzstaubex­plosion entstehen konnte. Das Malz wurde bei den Lösch- arbeiten vernichtet. Der Brandschaden belauft sich nach den vorläufigen Schätzungen auf über 750 000 Franken.

Postanweisungen nach dem Auslande. Auf dem Abschnitt der Postanweisungen nach dem Australischen Bund, Britisch Indien, Großbritannien und Nordirland, den bri­tischen Kolonien und Schutzgebieten, den britischen Postan­stalten in fremden Ländern, Guatemala, dem Freistaat Ir­land, Kanada, Neuseeland, Paraguay, Persien (durch Ver­mittlung der britischen indischen Postverwaltung), Peru, der Südafrikanischen Union, Belgisch Kongo, den französischen Kolonien, Mexiko, Syrien, der Republik Libanon und nach den Vereinigten Staaten von Amerika und deren Besitzun­gen, dürfen die Absender außer ihrem Namen, dem Vor­namen, der Firmenbezeichnung und der Wohnung, keiner­lei Mitteilungen für den Empfänger angeben. Die Absen­der von Postanweisungen nach diesen Ländern müssen die Empfänger gleichzeitig mit der Einlieferung der Postanwei­sungen von der Einzahlung durch ein besonderes Schreiben benachrichtigen.

Gremmels'scher Männerchor Schlachte« n.

Heute (Freitag) Abend/29 Uf>r Gesangstunde für den gemischten Chor.