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Nr. T0

Gchlüchterner Zeitung

3. Blatt

leiter

jjitltr als Zeuge im Weiaeidsprszeß Adel.

Gelegentlich eines vor dem Münchener Landgericht als Berufungsinstanz wegen der Behauptung, Hitler habe für seine Partei Gelder aus Italien empfangen, stattgefundenen Beleidigungsprozefses Adolf Hitlers gegen den deutfchvölki- schen Führer von Gräfe-Goldebee, hatte der Schristlr.... Werner Abel unter Eid ausgesagt, daß er persönlich züge­ln gewesen sei, wie Hitler in München mit einem italie­nischen Attache zusammengekommen sei, und daß er wisse, daß Hitler von diesem Manne Geld erhalten habe. Auf Grund dieser Aussage wurde gegen Abel, der vielfach vorbestraft ist, ein Meineidsverfahren eingeleitet, mit dem sich das Münchener Schwurgericht beschäftigt. Der Angeklagte hielt in der Verhandlung seine Behauptung aufrecht.

Nachdem der bayrische Generalstaatsanwalt Dr. Roth, die Mutter des Angeklagten, der Sachverständige Professor Sronenseld, der Reichslagsabgeordnete Heines und der Ita­liener Mario Albini vernommen worden waren, wurde in der Donnerstag-Verhandlung Adolf Hitler als Zeuge ge- hSrt. Er erklärte, daß er Werner Abel niemals persönlich kennengelernt habe.

Den Namen des angeblichen Italieners Migliorati habe er bis zu diesem Prozeß nicht gekannt. Er habe überhaupt noch niemals eine Unterredung mit einem Italiener in dem von Abel behaupteten Sinne geführt, daß die NSDAP. eine bestimmte Südtirol-Politik machen wolle und dafür eine Un­terstützung von Italien erwarte oder annehme. Er habe in Gesprächen mit Italienern immer gesagt, es würde seinen Kampf für eine deutsch-italienische Verständigung erleichtern, wenn man in Südtirol gewisse Erleichterungen eintreten lassen würde.

Hitler versicherte unter ausdrücklicher Bezugnahme auf seinen Eid, daß er es persönlich als eine unerhörte Belastung seiner politischen Unabhängigkeit auffassen würde, wenn er überhaupt für eine bestimmte politische Tätigkeit von irgend- jemanden eine Bezahlung entgegennehmen würde. Er würde darin eine Fesselung seiner Politik sehen. Er könne gerade seine Italien-Politik der Verständigung und der Versöhnung zwischen Italien und Deutschland verantworten, weil er fi- nanziell überhaupt nicht mit dem Auslande zu tun habe.

Auf die Bemerkung des Vorsitzenden, daß behauptet werde, daß die nationalsozialistische Bewegung aus dem Auslande, auch aus dem früher feindlichen Auslande, Geld­unterstützungen erhalten habe, erwiderte Hitler, daß die na­tionalsozialistische Bewegung eine großdeutsche Organisation sei, die nicht nur in Deutschland und Oesterreich, sondern überall verbreitet sei, wo Deutsche in der Welt leben.

Die eingegangenen Unterstützungen seien selbstverständ­lich auch nur von diesen auslandsdeutschen Gruppen der NSDAP. hereingekommen.

Adolf Hitler bezeichnete die Behauptungen Abels, die NSDAP. habe von Italien Gelder erhalten, weshalb die Partei ihre bekannte Stellung zur Südtiroler Frage einge­nommen habe, als eine glatte Lüge.

Auf die Frage des Rechtsanwalts Erhardt, ob Hitler bekanntgeworden sei, daß Vertreter seiner Partei Verhand- lunWWmnt Italien geführt hätten, erklärte Hitler:Was heißt Vertreter der Partei? Das könnten nur Leute fein, die mich persönlich vertreten, denn die Partei bin ich." Auf die weitere Frage, ob Hitler jemand beauftragt habe, mit Mussolini oder der italienischen Regierung zu verhandeln, antwortete Hitler mit einem entschiedenenNein".

Schließlich kam es im Verlauf der Fragestellungen zu einem schweren Zusammeifftoß zwischen Adolf Hitler und den beiden Verteidigern, Rechtsanwalt Ehrhardt und Dr. Rofenfeld. Als diese Hitler fragten, ob es richtig fei, daß die Hitlerbewegung Gelder von den Skodawerken und dem Schneider-Creuzot-Konzern bezogen hätte, fuhr Hitler in höchster Erregung auf und schrie den Verteidigern zu:

Ich lasse mich nicht beleidigen. Was fällt Ihnen ein? Ich kann es vor den Millionen meiner Anhänger nicht verantworten, mich hier insultieren zu lassen. Ich gebe diesen jüdischen Rechtsanwälten keine Antwort mehr.

Auch wiederholte Versuche des Vorsitzenden, Hitler zu be­wegen, den Anwälten Antwort zu geben, blieben erfolglos. Darauf zog sich das Gericht 31« Beratung zurück.

Nach längerer Beratung des Gerichtshofes wurde die Verhandlung wieder ausgenommen. Der Vorsitzende teilte mit, daß der Angeklagte und seine Verteidiger auf dem Gerichtsgang vor dem Schwurgerichtssaal angerempelt wor­den seien, und daß er, der Vorsitzende, deshalb die polizei­liche Räumung des Ganges veranlaßt habe.

Sodann verkündete der Vorsitzende, daß das Gericht den Zeugen Hitler wegen Verweigerung des Zeugnisses zu einer Ordnungsstrafe von 800 Mk., im Nichteinbringungsfall zu 16 Tagen Haft, sowie zur Tragung der durch die Verweige­rung verursachten Kosten verurteilt habe. Ferner wird der Zeuge wegen Ungebühr in der Sitzung zu Aner Ordnungs­strafe von 200 Mark, im Nichteinbringungsfall zu drei Ta­gen Haft, verurteilt. In der Begründung des Urteils wurde angeführt, daß der Zeuge sich laut schreiend gegen Ver­teidiger gewandt und in verletzendem Ton vonjüdischen Rechtsanwälten" gesprochen habe.

Rechtsanwalt Dr. Rofenfeld gab hierauf eine Erklärung ab, wonach es der Verteidigung infolge des Verhaltens des Zeugen Hitler unmöglich fei, die Wahrheit zu ermitteln. Auf Einwirken des Vorsitzenden erklärte sich Hitler bereit, ^ra­gen zu beantworten, die das Gericht an ihn stelle, dagegen aber werde er Fragen der Verteidigung nicht mehr beant­worten. Der Vorsitzende stellte fest, daß er keine Fragen an Hitler mehr habe. Er richtete an die Verteidigung die Aufforderung, ob sie ihre Fragen durch das Ancht dem Zeugen Hitler vorlegen lassen wolle. Diesen Vorschlag lehnte die Verteidigung ab. Damit war der Zeuge Hitler ent fassen.

Der Vorsitzende verlas dann das Protokoll "ber die kommissarische Vernehmung des in New dort lebenden Italieners Migliorati. Dieser stellt in diesen! Protokoll fest, daß er Kaufmann sei und niemals Hauptmann gewesen sei. Er sei seit 1917 schweizerischer Staatsangehöriger und sei weder am Faschismus noch am Nationalsozialismus inter­essiert. 3m Oktober 1923 habe er sich 30 Stunden lang zum Besuch seiner Schwester in München aufgehalten und habe dabei den Abel als Prinz Ysenburg kennengelernt.

Dagegen habe er Hitler niemals gesehen und besonder» niemals Gelder der italienischen Faschisten den National sozialisten ungebeten oder vermittelt.

Ein Antrag der SPD.

Einberufung des Auswärtigen Ausschusses gefordert.

Berlin, 10. Juni.

Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Reichstags­fraktion, Dr. Breitscheid, hat an den Vorsitzenden des Aus­wärtigen Ausschusses des Reichstages Dr. Frick ein Schrei­ben gerichtet mit dem Ersuchen, diesen Ausschuß in der aller­nächsten Zeit zu einer Sitzung einzuberufen.

Zur Begründung dieses Antrages wird darauf hin- gewiesen, daß die Ausführungen, die die Reichsregierung in ihrer durch die Presse veröffentlichten Erklärung über ihre außenpolitischen Ideen und Absichten gemacht habe, außerordentlich dürftig seien.

Der Auswärtige Ausschuß des Reichstages besteht eben­so wie der Ausschuß zur Wahrung der Rechte der Volksver­tretung auch nach der Auflösung des Reichstages weiter, bis Ausschüsse an ihre Stelle gesetzt

der neue Reichstag neue hat.

In parlamentarischen Kreisen bezweifelt man, daß die­sem Anträge Breitscheids Folge gegeben werden kann, da die Zeit bis zur Abreise der deutschen Delegation nach Lau­sanne außerordentlich knapp ist. Die Entscheidung hierüber hat jedoch selbstverständlich der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, der Abgeordnete Frick.

Der neue Ministerpräsident von Mecklenburg- Schwerin. Die Nationalsozialisten haben zum mecklenburgischen Mini­sterpräsidenten den Gutsbesitzer Granzow-Severin vorge­schlagen. Die Wahl Granzows, der im 46. Lebensjahr steht und ein Schwager von Dr. Goebbels ist, gilt als gesichert.

Eine ungeklärte Bluttat

Gastwirt erschlagen, Frau und Vater schwer verletzt.

Bielefeld, 10. Juni.

In der Sennegemeinde Schloß Holte wurde eine schwere Bluttat verübt. Gegen 3.30 Uhr morgens drang ein noch unbekannter Mann in das Schlafzimmer des 34 Iahre alten Gastwirts Johann Desselhaus, gen. Brockmann, ein, überfiel den Schlafenden und tötete ihn durch zehn wuchtige Ham­merschläge auf die Schädeldecke. Desgleichen wurde die Ehe- frau des Gastwirts durch drei Hammerschläge schwer verletzt. Auch der auf die Hilferufe der Frau herbeigeeilte 70jährige Vater des Getöteten wurde von dem Mann niedergeschlagen.

Das Dienstmädchen, das auf den Lärm hin ebenfalls herbeieilte, verletzte der Mörder nur leicht. Es hatte die Geistesgegenwart, dem Täter das Mordwerkzeug zu ent­reißen. Als der Mörder sich feiner Waffe beraubt sah: er­griff er die Flucht. -Die Ermittlungen der Landeskriminal­polizei in Bielefeld führten zu einem eingehenden Verhör eines Mannes, der in einer Wirtschaft übernachtet hatte und gegen 4 Uhr morgens angeblich von einem Spaziergang in die nähere Umgebung heimkehrte. Ob er als Täter in Frage kommt, muß abgewartet werden. Ungeklärt ist zur Stunde auch noch die Frage, ob ein größerer Geldbetrag, den der Ermordete von der Bank abgeholt hatt«, von dem Täter geraubt worden ist.

Hörsings Absage an die SPD.

In dem von Otto Hörsing herausgegebenen Organ der von ihm gegründetenSozialrepublikansschen Partei Deutsch­lands",Neue Kampffront", verbreitet sich Hörsing über die Gründe seines Austrittes aus der SPD. Er wendet sich direktan den Parteivorstand der Sozialdemokratischen Par­tei Deut chlands". Im einzelnen macht er der SPD. den Vorwurf, daß ste unter dem Vorgeben der Demokratie je« den zügellos treiben lasse, was er will, den Feinden der Republik dasselbe Recht einräume wie den Repullikanern und sich damit ihr eigenes Grab grabe. Der Hauptvorwurs betrifft die völlige Tatenlosigkeit der SPD angesichts der ungeheuer wachsenden Erwerbslosigkeit. Die SPD. habe ihre hohe Mission vollständig verkannt. Sie habe sich in lauter Bedenken und Erwägungen, in Theorien und Dog- men verstrickt und dadurch genau wie alle übrigen Parteien vollständig versagt. Die SPD. müsse sich darüber klar sein daß sie mit ihrer Tatenlosigkeit weite deutsche Kreise, Nicht zuletzt ungeheure Massen der Kopf- und Handarbeiter und der Jugend, den Nazis in die Arme getrieben habe.

Ein hessischer Minister von einer Krau verprügelt

Darmstadt, 10. Juni.

Vor dem Darmstädter Schnellrichter hatten sich Zwei junge Leute wegen gröblicher Beleidigung des hessischen Innenministers Leuschner zu verantworten. Sie wurden zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Während der Ver­handlung kam es zu einem erregten Zwischenfall, als eine rabiate Zuhörerin dem Minister, der auf der Zeugenbank saß, mit dem Schirm so auf den Kopf schlug, daß dieser hef­tig blutete. Die Frau wurde festgenommen.

Bunter Wochenspiegel.

Das Spiel mit dem Abenteuer. Die Fahrten Theodor Helms. Die Reichsbahn wird romantisch. Schüler­examen vor dem Richter. Erster Schritt gegen Doppel­verdienst.

Was treibt eigentlich die Menschen immer wieder dazu, das Spiel mit dem Abenteuer zu beginnen, Wagnisse auf sich zu nehmen, die praktisch keinen Wert haben und dennoch ein Spiel mit dem Tode bedeuten. So las man jetzt von dem 36jährigen Wiener Bankbeamten Theodor Helm, dessen Leiche vor kurzem in der Nähe der Kapverdischen Inseln in dem kleinen Segelboot aufgefunden wurde, mit dem er den Ozean überqueren wollte.

Dieser kühne Bankbeamte ist uns längst bekannt, hatte er doch 1930 in einem kleinen Boot den Kanal zweimal über­quert, also in einer Nußschale den Meereswogen getrotzt. Dies war aber erst der Anfang seiner tollkühnen Fahrten, denn ein Jahr später überquerte er zum ersten Male allein in einem kleinen Segelboot das Mittelmeer. Es war eine gefährliche Fahrt gewesen, denn in der Straße von Otranto kenterte sein Boot, und dem wagemutigen Segler gelang es durch seine große Schwimmkunst das Boot wieder aufzu- richten. Freilich in Tunis kam er wie ein Schiffbrüchiger an, denn fein Boot war nur noch das sofortige Versenken wert. Ein echter Abenteurer, baute er sich ein Floß, aus dem er nach Sizilien zurückkehrte und sogar vier flüchtige Fremdenlegionäre mit nach Italien nahm.

Seine diesjährige Fahrt, die der Ueberquerung des At­lantik galt, endete mit fernem Tod. Er hatte die Todes­fahrt am 10. Mai angetreten und seit jenem Tage bis zur Auffindung feiner Leiche hatte man nichts von ihm gehört. Seltsam ist das Treiben der Menschen, zur gleichen Zeit, wo wir mit 1000pferdigen Motoren in der Luft den Atlantik überqueren, will einer in einem primitiven Fahrzeug das gleiche wagen, den sicheren Tod vor den Augen. Was treibt die Menschen dazu? Auch dieser Bankbeamte wird Nach­folger finden, vielleicht sogar einen, dem es gelingt. Ist es aber" nur Abenteuerlust? Jener Wiener Bankbeamte war arbeitslos. Vielleicht wollte er seine Kräfte an einer großen Aufgabe messen. Eine Stellung, in der er großes und nütz­liches hätte leisten können, wurde ihm nicht geboten, so blieb nur die Flucht ins Abenteuer.

Das Geheimnisvolle lockt immer. So hat die deutsche Reichsbahn eine ganz romantische Neuerung in ihr, man kann schon sagen Vergnügungsprogramm, ausgenommen: D i e Fahrt ins Blaue". Die Versuche mit den aus England stammenden Fahrten ins Blaue werden zunächst an der Spree in Berlin begonnen. Es ist eine Wochenendreise vom Sonnabend bis zum Montagmorgen einschließlich Un­terkunft und Verpflegung, aber ohne Angabe des Zie­les. Selbst das Zugpersonal erhält keine Auskunft. Erst auf der dritten Station außerhalb Berlins erhält der Loko­motivführer in einem versiegelten Brief genaue Fahrtanwei­sungen. Für den Reisenden aber bleibt dauernd das an­regende Moment der Ueberraschung: Wo wird es nun hin­gehen. Man kann sich schon vorstellen, daß dieFahrt ins Blaue", eben weil sie einen Schuß Romantik und Aben­teuerlichkeit besitzt, Anklang und regen Zuspruch finden wird. Ja, ja, selbst unsere Reichsbahn wird in der Kunden­werbung erfinderisch.

Die Welt ist an romantischen Geschichten gar nicht so arm, wie man schlechthin immer glaubt. So hat jetzt in London ein elfjähriger Junge den Freispruch seines Va­ters erwirkt, obgleich der Junge selbst im Mittelpunkt der Anklage stand. Es war aufgefallen, daß dieser Junge gar keine Schule besuchte. So wurde der Vater des Knaben vor den Richter geladen, um sich zu verantworten. Der Vater hatte nicht im geringsten ein schlechtes Gewissen, sondern behauptete, daß er seinen Jungen zu Hause unterrichtete, wobei er bestimmt mehr lerne als auf der Schulbank. Für diese Behauptung sollte aber der Wahrheitsbeweis ange­treten werden. Der Junge wurde herbeigerufen und vor dem Richter einem schwierigen Examen unterworfen. Alles, was man von einem elfjährigen Schüler erwarten darf, mußte er leisten. Ob er aber schreiben, lesen oder rech­nen sollte, der Junge erwies sich als erstklassig. Ja, im Lösen schwieriger Kopfrechnungen setzte er die Richter ge­radezu in Erstaunen. Der Vater wurde daraufhin freige­sprochen und stolz ging er mit seinem Jungen heim, der sein bester Verteidiger geworden war.

Sehen wir uns aber wieder in Deutschland um, so können wenigstens die stellungslosen Schauspieler und 2lr- Listen einen Erfolg verbuchen, denn für das ganze Reich verbindlich wurde dasPendeln derSchauspieler und Artisten im Varietö- und Kabarettgewerbe endgültig verboten. Es darf also kein Schauspieler, der an einem Theater tätig ist, gleichzeitig in einem Variete oder Kabarett auftreten. Durch diese Beseitigung des Doppelverdienens der Prominenten wird manches Engagement für hungernde Künstler frei, vielleicht geht man noch anderem unberech­tigten Doppelverdienertum an den Kragen, damit neue Ar­beitsplätze geschaffen werden. Das Beispiel sollte wirken!

Einführung des freiwilligen Arbeitsdienstes in Oesterreich.

In einem Ministerrat berichtete der Sozialminister über einen Gesetzentwurf zur Einführung des freiwilligen Arbeitsdienstes in Oesterreich. Der österreichische Entwurf schließt sich eng an das deutsche Vorbild an und sieht vor, daß alle Arbeitswilligen, die von einer Körperschaft, welche Arbeiten gemeinnütziger Natur ver­gibt, ausgenommen werden, eine Tagesentschädigung von zwei Schilling bekommen. Damit die Gemeinden und sonstigen gemein­nützigen Körperschaften eine derartige Entschädigung auszahlen können, will die Regierung einen Betrag von drei Millionen Schilling zur Verfügung stellen.

Eurlius' Rußlandreise beendet.

Der ehemalige Reichsaußenminister Dr. Curtiue kehrte nach Moskau zurück, von wo er nach zweitägigem Aufenthalt nach Deutschland abreisen wird. Damit ist die Rußlandfahrt des ehe­maligen Reichsaußenministers beendet. Von russischen amtlichen Kreisen wird besonders betont, daß während der Anwesenheit Dr. Curtius' in Moskau verschiedene wirtschaftliche und politische Fru- gen besprochen wurden, die einer weiteren Annäherung zwischen der Sowjetunion und Deutschland dienen können.