Zur Rückzahlung von hauszinssleuerhypokheken.
In der letzten Zeit tritt auf Seiten der Schuldner von sogenannten Hauszinssteuerhypotheken in stärkerem Maße die Absicht hervor, solche Hypotheken abzulösen, um auf diese Weise von den damit übernommenen Bindungen sreizukommen. In einem gemeinsamen Runderlaß des preußischen Wohlfahrt-ministers und des preußischen Finanzministers erklären beide sich damit einverstanden, um die bestehenden Rückzahlungsabsichten zu fintiern, daß in Abweichung von der Bestimmung unter Ziffer 11 Absatz 2 der ministeriellen Richtlinien vom 23. Februar 1931 bei Anträgen auf Rückzahlung der Hauszinssteuerhypotheken von einer Nachzahlung von Zinsen, soweit diese in der Vergangenheit nach einem geringeren Satze als 3 o. H, erhoben worden sind, abgesehen wird.
Sächsischer Landtag hebt Notverordnung aus.
Der Sächsische Landtag stimmte dem Antrag auf Aufhebung der Notverordnung über die Geschäftserweiterung der Sächsischen Staatsbank zu, ebenso dem Antrag auf Erweiterung der Kapitalsbasis dieser Bank und dem Antrag auf Erwerb von 1 Million Adca-Aktien.
Handelsvertragsverhandlungen mit Serbien.
In Berlin hat das Belgrader Handelsministerium den Wunsch geäußert, alsbald Handelsvertragsverhandlungen mit Berlin auf- zunehmen. Jugoslawien wünsche aber nicht nur eine Ergänzung zum bisherigen Handelsvertrag, sondern Aufbau auf neuen Grundlagen. In deutschen Wirtschaftskreisen beurteilt man diesen schritt mit Zurückhaltung. Man vermutet, daß Belgrad im Hinblick auf den Tardieu-Plan die Zeit für günstig halte, seinen Forderungen größeren Nachdruck zu verleihen, und daß es einer sogenannten Gleichgewichtsvertrag anstrebe, der die deutsche Einfuhr mit der jugoslawischen Ausfuhr in Einklang bringen soll.
Schwierige Lage der ostoberschlesischen Industrie.
Wegen weiteren Rückganges des Absatzes ihrer Erzeugnisse hat jetzt wieder eine Anzahl ostoberschlesischer Eisenwerke an den Demobilmachungskommissar in Kattowitz Anträge auf Genehmigung von Arbeiterentlassungen eingereicht. So wollen das Eisenwerk Ferrum und die Andalusiengrube je 500 Arbeiter entlassen. Die Giesche-A.-G. hat die völlige Stillegung der Blei-Charley- Grube in Birkenhain beantragt, die zurzeit wieder 2000 Arbeiter beschäftigt. Verschiedene Werke haben durch Anschlag bekanntgemacht, daß sie nicht in der Lage seien, die Löhne und Gehälter zu zahlen.
Gorgulow für seine Tat verantwortlich.
Die drei Aerzte, die den Auftrag erhalten hatten, den Mörder des französischen Staatspräsidenten Doumer auf feinen Geisteszustand zu untersuchen, haben einstimmig erklärt, daß Gorgulow für seine Tat voll verantwortlich gemacht werden müsse. Das Verbrechen, das er begangen habe, fei nicht unter dem Einfluß einer geistigen Störung, so wie sie das Gesetz vorsehe, geschehen. Gorgulow weise keinerlei Merkmale auf, die feine Verantwortlichkeit abschwächten. Er müsse vielmehr als voll verantwortlich angesehen werden.
Revolveranschlag aus einen Arzt. Auf den praktischen Arzt Dr. Eugen Salomon in Kassel wurde ein Revolver- attentat verübt. Ein anscheinend nervenkranker Patient erschien um die Mittagstunde bei dem Arzt, zog plötzlich einen Revolver und schoß den Arzt nieder, der schwer verletzt wurde. Der Täter, ein Kaufmann namens Simonson, stellt« sich der Polizei. Er litt an einer schweren injxkiiösen Erkrankung, die ein schweres Nervenleiden zur Folge halle. Wahrscheinlich der Glaube, daß Dr. Salomon ihn nicht richtig behandelt habe, ließ in Simonson den Entschluß aufkommen, den Arzt zu töten.
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Fortsetzung 5)
Aranka war es von jeher gewöhnt, so von Marinka bedient zu werden. Sie fand es selbstverständlich.
Sie sah auf die Kniende herab. Marinka hatte die Tracht der slowakischen Bäuerinnen niemals abgelegt, obgleich Frau Zsenka oft versucht hatte, sie modischer und städtischer anzuziehen. Aber sie wollte nichts anderes sein und bleiben als eine Bäuerin, obwohl sie nun schon seit achtzehn Jahren in Budapest lebte. Das weiße, steif abstehende Kopftuch umrahmte ihr Haupt und bedeckte ihr dunkles, mit Silberfäden durchsetztes Haar. Ihr Gesicht, von vielen Furchen und Runzeln durchzogen, wirkte viel älter als sie den Jahren nach war. Sie war damals, als sie ihren Mann verlor und ihr Kind geboren wurde, erst sechsunddreißig Jahre gewesen, aber heute erschien sie mit ihren vierundfünfzig beinahe wie eine alte Frau. Nur die großen, dunklen, leidenschaftlichen Augen waren jung in ihrem Antlitz geblieben.
Mit einem Ausdruck hingebender Treue, abgöttischer Liebe ruhten sie auf dem schönen Mädchengesicht.
„Meine Taube will den fremden Mann heiraten, und nicht den kleinen Arpad?"
„Ich liebe diesen Mann, Marinka. Gefällt er dir nicht?"
„Mir gefällt jeder, den meine kleine Herrin liebt. Und jeden, der ihr mißfällt, hasse ich! Aber ich habe Furcht um mein Täubchen, wenn es in ein fremdes Land und weit von uns geht. Meine Herrin wird dort sehr allein sein!"
„Ich gehe in das Geburtsland meines lieben Vaters, in die Heimat meines Mannes, den ich über alles liebe. Ich habe ihn dort, Marinka."
„Aber er wird im Geschäft sein und mein Liebling den langen Tag allein zu Hause. Er hat eine kleine Tochter, meine Herrin soll ihr Mütterchen werden und ist selbst noch so jung. Es wird nicht gut sein, wenn du dort allein zwischen den vielen fremden Menschen bist. Meine Taube sollte die alte Marinka mit sich nach Deutschland nehmen in ihre neue Heimat."
Aranka lächelte. „Willst du nur meinetwegen mit mir kommen. Marinka, oder willst du dich nicht von mir trennen?"
,Zch glaube, ich könnte nicht leben ohne meine Herrin. Aber ich denke auch, sie kann mich in dem fremden Land brauchen. Es wird gut für meine kleine Aranka sein, einen Menschen zu haben, der ihr dient und für sie sorgt, so wie ich ihr ganzes Leben für sie sorgte."
„Ja, es mag vielleicht gut sein", wiederholte Aranka gedankenvoll. Bisher hatte sie noch nicht daran gedacht, daß es wohl nicht leicht sein würde, sich in die ganz anderen Verhältnisse in einem für sie neuen Lande zu finden. Sie kannte bis jetzt nur Bayern von Deutschland,
Heuer Sprengstoffdiebstahl in Hagen. In das Sprengstofflager der Dolomit-A.-G. tu Hagen wurde eingebrochen. Dabei wurden vier Pakete, etwa 20 Pfund Elorapit III und 50 Sprengkapseln mit Jsolier-Kupferdraht (Momentzündung) gestoßen.
Die Landungssahrt des „Grafen Zeppelin" nach Holland. Nachdem die Verträge über den Landungsflug des „Grafen Zeppelin" nach Holland unterzeichnet worden find, ist als Zeitpunkt für den Flug der 18. Juni bestimmt worden. Das Luftschiff wird um 2 Uhr morgens in Friedrichs- Hafen aufsteigen und um 8 Uhr auf dem neuen Flughafen Twente in Ostholland landen. Nach einstündigem Aufenthalt wird die Fahrt über Osnabrück, Bremen, Hamburg, die westfriesischen Inseln, Groningen, die Zuidersee oder vielmehr jetzt das Lssselmeer nach Rotterdam fortgesetzt, wo die Landung um 18 Uhr erfolgen soll. Nach einstündigem Aufenthalt und Auswechslung der Fahrgüste wird um 19 Uhr die Rückfahrt nach Friedrichshafcn angetreten. Während der Fahrt nach Holland und des Rundflugs wird das Luftschiff 35, für die Rückfahrt nur 24 Personen aufnehmen.
30 000 Telephonanschiäsje infolge von Anschlägen zerstört. Infolge von Anschlägen von entlassenen Telephonangestellten sind in Buenos Aires 30 000 Telephonverbindungen außer Betrieb gesetzt worden. Der Schaden wird auf etwa 8 Millionen Mark beziffert.
dine Million Kikmeier im Lustdienst zurückgelegt. Ein Jubiläum besonderer Art, das zugleich eine Höchstleistung darstellt, hat jetzt der Flugkapitän Karl Noack von der Deutschen Luft Hansa zu verzeichnen. Noack erreichte als elfter Flugzeugführer im planmäßigen Luftverkehr eine Million Kilometer, und zwar auf seinem letzten Flug von Dresden nach Berlin. Noack ist auf sämtlichen großen Flugstrecken der Luft Hansa eingesetzt worden.
Selbstmord einer Familie. In ihrer Wohnung in der Swinemünder Straße in Berlin hat eine dreiköpfige Familie Selbstmord durch Gasvergiftung begangen. Es handelt sich um den 36 Jahre alten Wickler Bruno Bauers dessen 35 Jahre alte Ehefrau und den 12jährigen Sohn Fritz. Wirtschaftliche Notlage dürfte der Grund zur Tat sein.
Unterschlagungen bei einer Schweidnitzer Bank. Gelegentlich der Generalversammlung der Schweidnitzer Mittelstandsbank für Handel, Hausbesitz und Landwirtschaft G. m. b. H. gab der Vorstand bekannt, daß ein Angestellter der Bank seit längerer Zeit Unterschlagungen verübt habe, deren Höhe sich bisher auf 168 000 Mark belaufen. Im Zusammenhang damit wurde bekannt gegeben, daß Vorstand und Aufsichtsrat die fristlose Entlassung des Leiters Der Bank beschlossen haben. Die Schlußabstimmung ergab, daß 118 Genossen dem Leiter der Bank ihr Vertrauen aussprachen, für die sofortige Entlassung stimmten 32 Mitglieder. Gegen den ungetreuen Bankbuchhalter wurde bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet.
Jugendliche Kommunisten plündern ein Lebensmittelgeschäft. Etwa zehn jugendliche Kommunisten plünderten eine Filiale der Butter- und Lebensmittelhandlung „Nordstern" im Stettiner Vorort Züllichow. Sie schlugen kurz vor Ladenschluß die Scheibe ein, räumten den Laden aus und entflohen. Die sofort gerufene Polizei konnte die Täter nicht fassen.
—Bar den einiabrenden Sua aeworien. Elrr mLzmburg wohnender 22jähriger Mann warf sich auf dem Hochbahnhof am Steinthor-Platz vor einen einfahrenden Zug. Er erlitt erhebliche Verletzungen und wurde ins Krankenhaus übergeführt. Der Beweggrund zur Tat ist nicht bekannt.
Die Heimat ihres Vaters. Aber sie hatte ja Michael neben sich, der dann ihr lieber Mann sein würde. Sie brauchte außer ihm keinen Menschen auf Der Welt. Das schien ihr gewiß. Aber doch würde es wohltun, die Verwöhnung, das Umsorgtfein, das sie ihr Leben lang durch Marinka kannte, auch in der Ehe nicht entbehren zu müssen.
„Ich will dich gern mit mir nehmen", jagte sie, „aber wirst du dich in einem fremden Lande wohlfühlen, Marinka? Du kennst dort keinen außer mir. Du bist nicht mehr jung ..." i
„Ich will keinen außer meiner Taube!. Ich will nur ihr dienen. Etelka und Erzsi sind fort, sind selbst junge Frauen geworden, die bie' alte Marinka nicht mehr brauchen. Die gnädige Frau wird sich eine neue, junge Zofe nehmen, die geschickter ist als ich. Für mein Herzenskind aber kann ich von Nutzen sein. Ich habe ja immer nur für dich gelebt, seit du aus der Welt bist. Alle anderen waren mir nicht wichtig, nur du! Ich habe dich mehr geliebt als mein eigenes Kind! Ich liebe dich, als ob ich dich geboren hätte, Aranka!"
Das junge Mädchen sah sinnend aus die Frau, die jetzt wieder vor ihr kniete, um die Falten an dem zartrosa Seidenkreppkleid zu ordnen. Sie hatte Aranka inzwischen das üppige, blauschwarze Haar frisch geordnet und ihr dann das duftige, ärmellose Gewand übergezogen, in dem sie besonders lieblich wirkte.
Aranka wußte, daß jedes Wort, das diese schlichte, ungekünstelte Frau zu ihr sprach, Wahrheit war. Daß dieser herbe Bauernmund nie gelernt hatte zu lügen oder zu schmeicheln. Von Marinka wußte sie sich bis zur Vergötterung, bis zur Selbstentäußerung geliebt. Marinka würde ihr jedes Opfer gebracht haben, um das Aranka sie bitten würde und dessen sie fähig war.
In dem Herzen dieser einfachen Bäuerin, die sie einst genährt und dann aufgezogen hatte, brannte eine andere Liebe zu ihr als in dem Innern der Frau, die sie geboren, die ihre Mutter war. Zsenka Hartlinde konnte nur eins lieben: sich selbst. Vor der Vergötterung, die sie mit ihrer eigenen Person trieb, trat alles, auch die eigenen Kinder, zurück. Die Töchter hatten es früh erfahren. Etelka und Erzs6bät, oberflächlicher und der Mutter innerlich ähnlicher als Aranka, hatten nie wirklich unter diefem Wissen gelitten. Auch sie waren viel zu sehr mit ihren eigenen reizvollen Persönlichkeiten beschäftigt, mit ihren Toiletten, ihrer Schönheit, ihren kleinen Flirts. Beide hatten sehr früh geheiratet, und von diefem Augenblick an war ihnen das Elternhaus nicht mehr wichtig. Der gemütvolle Vater würde ja immer für sie alle da sein, wenn sie ihn brauchten. Das zu wissen war beruhigend und gut.
Aranka wußte auch, daß die Mutter sie lieber in ihrer Nähe behalten hätte, aber daß sie nicht ernstlich unter der Trennung leiden würde. Marinka aber würde sich in Sehnsucht nach ihr verzehren, das war gewiß. Entschlossen sagte das junge Mädchen noch einmal:
„Abgemacht also, du begleitest mich in mein neues Leben, Marinka." Sie reichte ihr die Hand, auf bie die
Die geächtete Nachtigall.
In der ganzen Welt ist man wohl darin einig, M kein Gesang schöner ist als der der Nachtigall. Eine Aufnahme machen allerdings die Bewohner des Dorfes Merrow in der Grafschaft Surrey. Die überall geschätzten Sänger haben sich dort so vermehrt, daß die Bewohner bereits von einer „Nachtigallenpest" sprechen. Ja, Die geplagte« Bauern, die sich in ihrer knappbemessenen Nachtruhe ne. tört sehen, würden selbst nicht davor zurückschrecken, bie ingeniben Störenfriede abzuschießen, wenn sie sie erwische« 'önnten. „In einem Ulmenbaum vor meinem Fenster/ klagte ein Bauer dem Berichterstatter eines Londoner Blat- tes, „haben zwei Nachtigallen Quartier bezogen, die Nacht für Nacht einen solchen Lärm machen, daß ich mich neulich entschloß, mich in ein Hinterzimmer zurückzuziehen, wo ich Ruhe zu finden hoffte. Aber ich kam vom Regen in die Traufe. Denn auch in dem Birnbaum meines Gartens saßen Nachtigallen, die zu singen nicht müde wurden. Die Nachtigallen singen die ganze Nacht hindurch bis zum frühe« Morgen, wenn das Dorf erwacht, und am Nachmittag so«, gen sie schon wieder an, um ihr Konzert die ganze Nacht hindurch fortzusetzen."
Sommerreisen zur See
Ein reichhaltiges Programm
Die Frühlingsreisen ins Mittelmeer stehen dicht vor dem Abschluß. Bald kehren die Dampfer aus dem Mittelmeer zurück und werden dann nach kurzer Pause die Saison der Sommer- reisen zur See eröffnen, die in diesem Jahr ein besonders um- fangreiches Programm hat. So veranstaltet allein die Hamburg. Amerika Linie weit über ein Dutzend Reisen nach verschiedene« interessanten Zielen. Der Erholnngsreisen-Dampfer „Oceana" und die Dreischrauben-Luxusdampfer „Resolute" und „Reliance" unternehmen von Anfang Juli bis Ende August fünf Nordlandreisen — zwei 16 tägige Nordkapfahrteu (16. und 20. Juli), eine 13 tägige Schottland-, Norwegen- und Dä.iemark-Fahrl (7. August), eine 24 tägige Island-, Spitzbergen- und Norwegenreise (16. Juli) und eine 35 tägige ant 2. Juli von New gort ausgehende Spitzbergen-, Norwegen- und Ostseereise. An die Nordlandsahrten schließt sich am 21. August eine 17tägige Skandinavien-, Ostsee- und Rußlandfahrt bet „Oceana" an, der — ebenfalls mit der „Oceana" — zu Ausgang des Sommers (am 10. September) eine 26 tägige Reise nach den Atlantischen Inseln (Kanarien, Azoren) folgen wird.
In den Juli, August und September fallen außerdem vier Wocheuend-Hochseefahrteu (vom 12. bis 14. Juli, vom 13. bis 15. August, vom 27. bis 29. August unb vom 10. bis 12. September), die ihre Teilnehmer über das Wochenende an Bord der Dreischrauben-Luxusdampfer „Resolute" und „Reliance" von Hamburg bis nach Norwegen in den Fjord von Arendal und wieder zurück nach Hamburg bringen.
Außerdem verteilen sich über den ganzen Sommer eine Reihe von Studienreisen nach Nord- und Südamerika, die teils wie die dreiwöchigen Studienreisen nach New Jork jeden Donnerstag mit einem Schnelldampfer der Hamburg-Amerika Linie an- getreten werden können, teils aber auch wie die große Reise nach Kalifornien und den Nationalparks (7. Juni bis 29. Juli), 1 "bie Studienreise ^trtfefteT-^Httbtmifer^ve'm-^k-^^
12. August) oder wie die Schüler- und Jugendfahrt (vom 12. Juli bis 5. August) zu festliegenden Zeiten ausgeführt werben.
Küsse der Dienerin regneten. Dann griff Aranka nach der Depesche, die sie aus die Post bringen wollte, und verließ ihr Zimmer.
Sie fuhr im List die Treppe hinunter. Als sie die Halle betrat, sah sie Michael. Er saß noch immer auf dem Sofa, auf dem er vorhin mit Heinrich Hartlinde gesprochen hatte. Sein Gesicht war erschreckend bleich, seine Augen mit fieberndem, unruhigem Ausdruck auf die Treppe gerichtet, über die Aranka doch endlich einmal kommen mußte.
Als er sie nun vor sich sah, strahlend, lächelnd, dem sonnigen Sommertag vergleichbar, der draußen blaute atmete er aus. Er sprang auf und eilte ihr entgegen. Eriss nach ihrer Hand, führte sie an seinen brennenden Mund.
„Aranka! Endlich! Wie habe ich in dieser Stunde gelitten!"
„Gelitten?" fragte sie verständnislos. „Warum:"
Sie verließen das Hotel und gingen draußen nebeneinander her.
„Dein Vater war so sehr überrascht über meine Werbung, wollte sie zuerst nicht ernst nehmen. Behauptete, eigentlich seiest du schon gebunden. Aranka, ist das wahr?"
Nun schoß eine Blutwelle in ihr schönes Gesicht.
„Das hat Papa dir gesagt? O, es ist abscheulich von ihm, dich so aufzuregen! Vielleicht fühlte er sich gebunden, ich tat es nicht und brauche es nicht zu tun."
„Gott sei Dank! Aranka, warum hast du mir kein Wort von jenem Manne gesagt?"
„Ich hatte überhaupt nicht an ihn gedacht", gestand sie- „Seit ich dich kenne, seit ich dich liebe, ist jeder andere Gedanke wie ausgelöscht in mir/
„Wie glücklich machen mich deine Worte! Du hast - jenem Manne, deinem Kindheitsfreund, kein Versprechen gegeben?!"
„Nein, nie habe ich das getan. Er wollte sich schon vor zwei Jahren mit mir verloben. Ich hatte ihn immer gern, aber mehr wie einen Bruder. Aber ich hatte damals doch auch keinen anderen Mann lieb. Der Gedanke, ihn später zu heiraten, kam mir nicht seltsam vor. Aber ich wollte mich damals noch nicht binden, ich fühlte mich zu iiW Ich habe ihm das gesagt und ihm vorgeschlagen, mich »ach vollendetem Studium, wenn er selbständig sein würde, wieder zu fragen. Aber das war doch keine Bindung von meiner Seite."
„Nein, sicherlich nicht. Aber vielleicht hat er es so aufgefaßt?"
„Erzsi behauptet es. Seit Arpad in Wien ist, kommt er natürlich viel in ihr Haus. Er ist mit meinem Schwager Haffelreder befreundet. Erzsi liebt ihn wie einen Bruder. Sie blieb vor der Post stehen. „Ich will eine Depesche aufgeben."
„An wen?" Und als sie mit der Antwort zögerte, fragte er dringend: „Hast du Geheimnisse vor nur, Aranka?" ,
„Nein, ich will keine haben!" Und sie berichtete, vag Die Schwester den Jugendfreund aufgefordert habe, »am Trentschin-Teplik zu kommen, da Gefahr für ihn im A»'