Kas««S des Hessen-Matdecktschen Stadtetases.
Sad Drb. Ruf der hier abgehaltenen Mitgliederveg- Sammlung des Hessen-Waldeckischen Städtetages wies der Vorsitzende, Oberbürgermeister Dr. Stadler-Rassel, in seiner Begrüßungsansprache auf die große Rotgemeinschaft von Reich, Ländern und Gemeinden hin. Letztere seien am Ende ihrer Kraft und nur durch ihren eisernen Lebenswillen überhaupt noch erhalten. Die Stäbte. wollen den alten, guten Grundsatz: „Keine Ausgaben ohne Deckung" (von dem man aber in den letzten Jahren durch das System der Realsteuer- Zuschläge abgewichen war) durchführen, verlangten aber eine Dotierung aus dem preußischen Rusgleichrfonds, die ihre Steuerkraft und wohlfahrtsbelastung berücksichtigt. Regierungspräsident Dr. Friedensburg dankte den Behördon- leitern für die unmenschliche Verwaltungsarbeit unter Bewahrung finanzieller Sauberkeit der Haushaltsführung. Er forderte Festigung des kommunalen Selbstverwaltungs- gedankens, Brechung der Uebermacht der rein parteilichen Einstellung der Verwaltungsleiter und sicherte gerechte Verteilung der Staatsbeihilfen zu .Bürgermeister Wagner« Hersfeld erstattete dann den Geschäftsbericht. Anstelle von Wagner, der aus dem Vorstand ausscheidet, wurde Bürgermeister Schafft-Hersfeld zum Mitglied des Vorstandes und zum Schriftführer gewählt. Der geschäftsführende Präsident des Reichsstädtebundes, Dr. Haeckel-Berlin, hielt dann einen Vortrag über „Die Finanznot der Gemeinden und Haushaltsplan 1932". Weiter sprach Stadtoberbaurat Jobst-Ras- sel über „Aktuelle Fragen der Siedlung und des Rleinwoh- nungsbaues". In der Diskussion sprachen Beigeordneter Dr. Hettlage vom Deutschen Städtetag, Regierungsrat Heinrich-Kassel und Dr. Hortmann-Rassel. Auf Vorschlag des letzteren wurde dann folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die im Hessen-Waldeckischen Städtetag vereinigten Städte ohne Rücksicht auf ihre Größe und darauf, ob kreisfrei oder kreisangehörig, fühlen sich in ihrer jetzigen ttot von Reich und Staat verlassen. Die durch die gewaltige Arbeitslosigkeit allein verursachten, zum Teil durch falsche Maßnahmen vermehrten Fürsorgelasten sind von den Kommunen nicht verschuldet. Für sie müßte das Deutsche Reich als die Einheit des deutschen Volkes aufkommen und einstehen. Sie werden immer mehr bis zum Weißbluten den Kommunen aufgebürdet, damit Reich und Staat sich finanziell entlasten. Diese Schwierigkeiten müssen dazu führen, daß das vertrauen zum Staat immer mehr ins Wanken gerät und große Gefahren für die gesamte Volksgemeinschaft heraufbeschworen werden. Der Hessen-Waldeckische Städtetag sieht eine Besserung und Hilfe nur in einer einheitlichen Zusammenfassung der gesamten Arbeits- losenfürsorge, durch hie die Kommunen ganz wesentlich entlastet werden .Er warnt vor irgendwelchen reelleren finanziellen Belastungen der Kommunen durch Reich und Staat und fordert nachdrücklich und unverzüglich durchgreifende
wirksame Maßnahmen, die den in vielen Städten bereits ein getretenen finanziellen verfall beseitigen und , wieder geordnete Gemeindefinanzen herbeiführen.. Der bisherige Weg muß zum Zufaminenbruch führen. Für die fieb daraus ergebenden Folgen tragen Reich und Staat allein die Verantwortung." Als nächster Tagungsort wurde Witzen hausen bestimmt.
Atzen. (Blitzschlag in die Kirche.) Bei einem heftigen Gewitter traf ein Blitz den Kirchturm in Gau-Odernheim. Die Hälfte wurde glatt abgerissen, wobei die Steine bis in die Nachbargebiete fielen. Einzelne Stücke wurden sogar bis zum Friedhof geschleudert. Es besteht die Befürchtung, daß der Turm gänzlich abgerissen werden muß, weil er einen großen Riß aufweist. Der Schaden ist bedeutend.
H a n a u. (Massen - Räumungsklagen.) Infolge der Aenderung der Mietbeihilfen für die WohlfahrtSunterstützungS- empfänger haben in der Stadt Hanau die Hausbesitzer außerordentlich starke Rückstände für Mieten zu buchen, was zur Folge hat, daß Räumungsklagen angestrengt werden. So stehen z. B. in dieser Woche an einem Tage nicht weniger als nahezu 70 Räumungsklagen zur gerichtlichen Entscheidung. Wird den Anträgen auf Räumung entsprochen, so ist nach Lage der Dinge die Stadtverwaltung genötigt, Mittel und Wege ausfindig zu machen, wie die ausgeklagten Mieter unterzubringen sind. Diesen Massen - Räumungsklagen werden noch weitere folgen.
Wasserkuppe. (Groenhoff wieder in der Luft.) Der bekannte Segelflieger Günther Groenhoff aus Frankfurt a. M. hat sich von seinem Unfall vor einigen Wochen so weit erholt, baß er wieder fliegen kann. Er lebt seit einigen Wochen wieder auf der Wafferkuppe unter seinen Kameraden, nachdem er sich in der Schweiz etwas erholt hatte. Dieser Tage flog er mit seinem Segelflugzeug „gafnir* bis an den Thüringer Wald. Man nimmt allgemein an, daß Groenhoff an dem Rhön-Segelflugwett- bewerb, der in etwa zwei Monaten stattfindet, teilnimmt.
Hanau. (Gefängnis für einen tödlichen Verkehrsunfall.) Der Gärtner Geist aus Rückingen hatte am 27. Februar d. I. in früher Morgenstunde den auf dem Heimweg von der Nachtarbeit begriffenen Hilfsarbeiter Klein aus Groß-Steinheim in der Hainstraße zu Hanau mit seinem Motorrad umgefahren, sodaß dieser einen Schädelbruch erlitt und kurz darauf verstarb. Vom Amtsgericht wurde der Motorradfahrer jetzt mit drei Monaten Gefängnis bedacht.
Kleinkaliberschützenverein Schlüchtern.
Am Mittwoch, den 1. 6. 1932 findet abends um 8*/2 Uhr im Gasthaus «Zum Löwen" eine Versammlung statt. Da wichtige Beschlüsse gefaßt werden, bitten wir um vollzähliges Erscheinen. Paßbild mitbringen. Der Vorstand.
Amtliche Bekanntmachung
Stadt Schlüchtern.
Bekanntmachung.
I
Zu der am 5. Juni d. 3s. stattsindenden Elternbrik^ wähl für die Stadtschule (Volksschule) in Schlüchtern folgende 2 Wahlvorschläge eingegangen und für gültig klärt worden.
a) Wahlvorschlag I: 1. Größer, Martin, Schreie 2. Denker, Philipp, Arbeiter, 3. Förster, Anton, Hilfsschr^ ' kenwärter, 4. Lauscher, Elisabeth, Hausfrau, 5. U)^ I Eduard, Schuhmachermeister, 6. Rohn, Alexander, foul 1 mann, 7. Gutermuth, Hermann, Arbeiter, 8. Bernges, org, Arbeiter, 9. Mühlhause, Ab am, Arbeiter.
b) Wahlvorschlag II: l. Dr. Element, Trust, M, Rrzt, 2. Jmmel, Anna, Hausfrau, 3. Gerbig, will^ Prokurist, 4. Dorn, Wilhelmine, Hausfrau, 5. Rover, tharina, Hausfrau, 6. Rehn, Emma, Hausfrau, 7. theis, Wilhelm, Landwirt, 8. Baumann, Fritz, schmied, 9. Urbach, Christian, Briefträger, 10. Leck, ft^ Landwirt, 11. Lotz, August, Maschinenschlosser.
Die Wahl findet am Sonntag, den 5. Juni 1932, vormittags 11 Uhr bis nachmittags 4 Uhr in der Tu» Halle der Stadtschule statt. Die Stimmzettel sind amtlich gestellt und werden im Wahllokal den Stimmberechtigt ausgehändigt. Die Stimmzettel enthalten die zugelach»». Wahlvorschläge und die Hamen der ersten 4 Bewerber des Vorschlages.
Die Stimmabgabe Hat in der Weise zu erfolgen, daßd« Wähler durch ein Rreuz oder Unterstreichen, oder in sonst erkennbarer Weise, den Wahlvorschlag bezeichnet, dem« seine Stimme geben will. Stimmzettel, die dieser Be|tim< mung nicht entsprechen, sind ungültig.
Größer, Vorsitzender des Wahlvorstandes,
Futzballverein Schlüchtm 1910 e. D. Mittwoch, den 1. Juni 1932, abends 9 Uhr im Vereinelokal UM Sptelersttzttttg sämtlicher Mw schaffen. Tagesordnung: 1. Spielt vom vergangenen Sonntag betr. 2. Gesellschaftsspiele 11 Sonntag, den 5. Juni 1932. 3. Verschiedenes.
__________________________Der Spielausschuß.
Arbeiter Turn- und Tportverei« Schlüchtern.
Dienstag, den 31. Mai abends S1^ L Spielersitzung im Hessischen Hof.
Der Vorstand.
verantwortlich für den Jnbalt: Fr. Steinfeld.
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Breitenbach.
Ein Sonntagsjunge angekommen.
Hans von Räumer u. Frau Hilde, geb. Schäfer.
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Post: Bindjei bei Medan, Sumatra O. K., den 29. Mai 1932.
Nach siebenjähriger Tätigkeit als Assistent an Universitätsinstituten und Kliniken, zuletzt bei Herrn Professor Dr. Bessert an der städtischen Kinderklinik in Essen, habe ich mich in FULDA als Kinderarzt niedergelassen.
Dr. med. Paul Gunkel
Facharzt für Säuglings- und Kinderkrankheiten am Landeskrankenhaus in Fulda.
Sprechstunden:
vorläufig im Landeskrankenhaus werktäglich von 10—12 Uhr, 15—17 Uhr.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute treusorgende Mutter, Schwiegertochter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante
FruAuzustt Eckhardt, geb. Hartmann nach langem mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 61 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Eckhardt und Familie.
Schlüchtern, den 29. Mai 1932.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 1. Juni nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause, Lotichiusstr. 18, aus statt.
Todes - Anzeige.
Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante
Au Margarethe Hafner Mio. geb. Krug
unerwartet im 87. Lebensjahre heimzurufen.
Im Damen der trauernden Hinterbliebenen: Kaspar Hafner.
Schhüchtern, den 30. Mai 1932.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr vom Trausrhause aus statt.
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Dienstag, den 31. Mai nachm. 13 Uhr sollen zu Schlüchtern in der Gastwirtschaft Adler Brückenauerstraße: 1 Partie Anzug- und Mantelstoffe öffentlich meistbletend gegen sofortige Barzahlung zwangsweise versteigert werden. Donnerstag, den 2. Juni, 15 Uhr nachm. sollen in der gleichen Gastwirtschaft 1 Kuh, 1 Piano, 1 Büffet, 1 Kredenz, 1 Spiegelschrank, 1 1 Kleiderschrank, 1 Kassenschrank, 1 Wäscheschrank, 1 Ausziehtisch, 1 Bertikow, 1 Kommode, 1 Sofa, 1 Divan, 1 vollst. Bett, 1 Schreibsekretär, 1 Ra- dioapparat, 1 Kesselgestell, 1 neuer Eisschrank, 1 Scheibenbüchse, 1 neuer Polstersessel, 2 neue elektr. Bügeleisen, verschiedene neue Lampen, 1 neuer Besteckkasten, 1 Partie Damen- und Herrenmäntel, Herrenanzüge, Strumpswaren, 1 ö-sitzer Personenwagen, 35 schwere Wagenachsen, 1 Par- tie Ketten, verschiedene neue Oefen und Herde, Ackereggen und Pflüge, 1 Partie Schuhwaren und noch andere Gegenstände öffentlich meist- öffentlich meistbietend gegen sofortige Barzah- lung zwangsweise versteigert werden.
Schlüchtern, den 30. Mai 1932.
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