Mir wollen leben!
Martin Schiele,
SieichSminister für Ernährung und Landwirtschaft.
Je mehr die Not in unserem Lande wächst, um so stärker wird die Erkenntnis, daß das Schicksal aller Schichten, aller Berufsstände auf das engste miteinander verkettet ist. Es gibt nicht mehr eine Not der Landwirtschaft, eine Not von Handel und Industrie und ein Elend der Arbeitslosen, dem begegnet werden muß; es gibt nur noch eine deutsche Not, die es mit geschlossener Kraft zu überwinden gilt.
Ich begrüße es deshalb lebhaft, daß die diesjährige Wanderausstellung der D. L. G. mitten in einem Wirtschaftsgebiet abgehalten wird, das die enge Verbundenheit aller Wirtschaftszweige auf das eindringlichste vor Augen führt. Der Pulsschlag der Ausstellungsstadt Mannheim ist besonders unmittelbar von dem Gedeihen der Landwirtschaft abhängig. Die Betriebe von Heinrich Lanz- Mannheim wissen darüber zu berichten. Auch die nicht fernen Oppaucr Stickstoffwerke lassen klar die schicksalhaften Zusammenhänge zwischen Industrie und Landwirtschaft erkennen. Die Bedeutung der Mannheimer DLG.- Ausftellung (31. Mai bis 5. Juni) als eines starken Bekenntnisses zum Gedanken der Einheit der deutschen Wirtschaft und gleichzeitig als einer kraftvollen Kundgebung des Lebenswillens unserer Wirtschaft wird vor allem aber durch die Wirtschaftsstruktur des Südwestens unseres Reiches unterstrichen. Im Gegensatz zu weiten Teilen unseres Vaterlandes herrscht hier kein Wirtschaftszweig einseitig vor. Das Kräfteverhältnis der einzelnen Berufsstände zueinander ist ausgeglichener als im übrigen Reich. Trotz starker Industrie gehören in Baden 28,2 Prozent, in Württemberg 33 Prozent der Bevölkerung zur Landwirtschaft gegen nur 9,1 Prozent landwirtschaftliche Be- rufszugehörige im Freistaat Sachsen und 13,3 Prozent in Westfalen und der Rheinprovinz. Infolgedessen blieb die Wirtschaftskrise in Südwestdeutschland bisher noch in milderen Formen, als es beispielsweise im Ruhrgebiet oder im Freistaat Sachsen der Fall ist. Die Wirtschaft erwies sich in der ausgeglicheneren Struktur als krisenfester gegenüber dem Zusammenbruch der Weltwirtschaft. Dieser Umstand führte auch dazu, daß, unterstützt durch eine sorgsame Finanzpolitik, die Finanzen des würltem- bergischen Staates z. B. noch heute zu den verhältnismäßig gesündesten aller deutschen Länder gehören. Gerade diese Erfahrungen sollten uns denn auch veranlassen, in Deutschland eine Wirtschaftspolitik zu treiben, zu der uns unsere außen- und währunbspolitische Lage in gleicher Weise zwingt. Wenn jetzt immer wieder Pläne austauchen, die aus dem Ruhrgebiet 500 000 Menschen nach Dem Osten bringen oder 750 000 Arbeitslose zur Entlastung der Großstädte in den landwirtschaftlichen Betrieben verteilen wollen, so liegt dem ebenso ein richtiger Gedanke zugrunde wie dem Entschluß derjenigen, die im Jahre 1931 die Großstädte verließen oder nicht wie sonst üblich vom Lande abwanderten. Zum ersten Male seit Jahrzehnten erfuhren infolgedessen die Großstädte keine Zunahme, sondern einen Verlust von 100 000 Menschen. Der Zwang zur Herausbildung einer ausgeglichenen Wirtschaftsstruktur im ganzen Reich hat damit eingesetzt. Diese muß durch eine zielklare Wirtschaftspolitik bewußt verstärkt werden.
Es müssen mehr rckS not jetzt 23 Prozent unserer Reichsbevölkerung auf dem Lande Arbeit und Brot finden können. Angesichts der wachsenden Zollmauern und des Autarkiestrebens in immer größeren Teilen der Welt bleibt uns dieser Strukturwandel unserer Wirtschaft, diese Rückbildung nicht nur nicht erspart, sondern wird uns zu einem bevölkerungspolitischen Imperativ.
Die Mannheimer D. L. G.-Ausstellung ist aber nicht nur Ausdruck des wirklichen Zusammengehörens aller Berufsstände, sie ist auch eine neue Kundgebung des unerhörten Lebenswillens unserer Landwirtschaft und darüber hinaus unserer gesamten Wirtschaft. Die Ausstellung legt Zeugnis ab von der gewaltigen Produktionstechnischen Leistung unserer Landwirtschaft in den letzten Jahren und Jahrzehnten. Unsere Nahrungsmittelversorgung konnte weitgehend vom Ausland unabhängig gemacht werden. Der Einfuhrüberschuß an Lebensmitteln wird 1932 wahrscheinlich nur noch 25 Prozent des Einfuhrüberschusses von 1927 betragen.
Nicht zuletzt ist die D. L. G.-Schau aber auch ein Be- weis für den starken Willen im Kampf um die Erhaltung der heimatlichen Scholle. Allen Widrigkeiten zum Trotz sollen wir nicht müde und mürbe werden. Der praktische, nüchterne Sinn des Bauern hat nicht übersehen, daß die Verhältnisse bei den Ackerbauerzeugnissen von der Agrarpolitik tragbar gestaltet worden sind. Er weiß auch, daß aus dem Gebiete der Fleischwirtschaft die im Zuge befindliche Verringerung der Schweinebestände Entlastung bringen muß. Aus dem dritten Frontabschnitt, der vor allem die bäuerlichen Veredelungserzeugnisse und das Holz umfaßt, wird trotz der hier vorhandenen besonderen Schwierigkeiten vorwärts zu dringen sein. Vor allem kann uns ein starker Schutz unserer Milchwirtschaft Ersatz schaffen für die Absatzmöglichkeiten, die unserer Industrie infolge desZusammenbruchs des Weltbuttermarktes, den wir allein nicht aufhalten können, und infolge der dadurch bedingten Kaufkraftschwächung verloren gegangen sind und verloren gehen müssen. Hier sollte man allen Versuchen, im Kampf um den Butterzoll einen Keil zwischen Industrie und
Die Königin der Instrumente
Deutschland im Orgelbau an der Spitze. — Jährlich werden
400 Orgeln gebaut.
Es war ein schöner Gedanke, den Gefallenen des Weltkrieges auf der alten Kufsteiner Festung Geroldseck eine Heldenorgel zu widmen. Sie ist die erste Freiorgel der Welt und unterscheidet sich in ihrer Bauart ganz wesentlich von der Orgel im geschlossenen Raum. Sollte sie weithin zu hören sein, mußte sie eine große Klangkraft und schärfste Differenzierung d»r Klangfarben erhalten. Schon lange haben Kirchen und Kon.zertsäle das Vorrecht einge- büßt, Orgeln zu besitzen. Selbst in die Theater und Kinos hat sich die Orgel Eingang verschafft. Kein Wunder, denn die „Königin der Instrumente" stellt heute noch an Kunst- reichtum im inneren und äußeren Aufbau, an Tonumfang und Tonmannigfaltigkeit jedes andere Instrument in den Schatten.
Landwirtschaft zu treiben, mit aller Entschiedenheit entgegentreten. Industrie und Landwirtschaft sind heute wirklich mehr denn je aufeinander angewiesen. Auch der Bauer weiß, daß es hier jetzt nicht mehr um seine Interessen, um die Behebung seiner Not geht, sondern daß hier der Kampf gegen die deutsche Wirtschaftsnot schlechthin geführt wird.
Die Verluste und Entbehrungen der letzten Jahre haben dem Bauern viel von seinem Glauben genommen. Das ist nur allzu verständlich. Ungebrochen aber ist der Wille zur Arbeit, die alte Bauernkraft. In deren Zeichen wird die Mannheimer D. L. G.-Schau auch diesmal wieder für das ganze deutsche Volk verkünden:
Wir »vollen leben!
Die Ziegen auf der Manäer- ausftellung in Mannheim.
Lkonomierat Otto Dettweiler, Wintersheim.
Trotz größter Not in der Landwirtschaft hat es die D. L. G. dennoch unternommen, ihre alljährlich statt- sindende Wanderausstellung auch für dies Jahr durch- zuführen. Nach 30 Jahren ist es wieder das erstemal, daß diese große landwirtschaftliche Ausstellung von der Stadt Mannheim ausgenommen wird. Mag die Gesamtaus- stcllung in diesem Jahre an Größe hinter dem Umfange der letztjährigen Wanderausstellungen ein wenig zurückbleiben, so hat doch diese Ausstellung für den Gau, in dem sie stattfindet, eine besondere Bedeutung. Hier im Südwesten unseres Vaterlandes herrscht in den umliegenden Ländern: Baden, Württemberg, Bayerische Pfalz und Volksstaat Hessen der Klcinbesitz in der Landwirtschaft weit vor. Nahezu vier Fünftel aller Betriebe sind kleiner als fünf Hektar. Größere, dicht beieinander liegende Industrie- stätten haben große Arbeitermassen benötigt, die zum größten Teile in den nahe gelegenen Landgemeinden ihren Wohnsitz haben. Landgemeinden, die vor rund 50 Jahren noch einige Hundert Einwohner hatten, haben heute mehrere Tausend Einwohner, einige gehen sogar über die 10 000 hinaus und geben so diesen Dorfgemeinden heute das typische Bild von Gemeinden mit vorherrschender Arbeiterbevölkerung.
Von den zur Schau kommenden Tieren interssiert uns zumeist die Ziege, „die Kuh des kleinen Mannes". Der Ausstellungsgau ist derselbe Gau der D. L. G., in dem zum ersten Male auf einer D. L. G.-Ausstellung Ziegen zum Wettkampf erschienen. Dies war auf der Ausstellung in Straßburg i. E. im Jahre 1890, allerdings in einer verhältnismäßig kleinen Zahl. Von da ab sind dann auf allen Schauen der D. L. G. Ziegen vertreten gewesen, die jedesmal ein Bild geben konnten von der stets fortschreitenden Entwicklung der deutschen Ziegenzucht. Diesmal sind vertreten: der Badische Landesziegenzucht-Verband in Karlsruhe, der Landesverband der Ziegenzuchtvereine Württembergs in Freudenstadt, der Landesverband der Ziegenzuchtvereine für den Volksstaat Hessen in Darmstadt, der Kreisziegenzuchtverband Bonn-Land, der Kreisziegenzuchtverband Saarlouis, der Landesverband der Ziegenzuchtvereine Thüringens in Weimar mit den Vereinen: Siebleben, Gotha, Hildburghausen, Meiningen und Jena. Mit Ausnahme der Tiere des Landesverbandes der Ziegenzuchtvereine Württembergs, der unter seinen beiden Sammlungen eine solche der Bunten deutschen Edel- ziege zur Schau bringen wird, gehören alle Tiere der Weißen deutschen Edelziege an. Die Ziegenzucht, noch mehr aber die Ziegenhaltung hatte in /den letzten Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren eine große Bedeutung für die Ernährung unseres Volkes gehabt. In unzählig vielen Haushaltungen, nicht nur in ländlichen, sondern auch in einer großen Zahl städtischer Haushaltungen hatte die Ziege als Milchspenderin Eingang gefunden und so mitgeholfen, unser Volk in größter Not zu ernähren. Die Ziege hat nebenbei mit dazu beigetragen, bei dem städtischen Bewohner Verständnis zu erwecken für die Haltung landwirtschaftlicher Haustiere und somit auch für die Landwirtschaft selbst. Aber rasch haben sich die Verhältnisse wieder geändert; die Ziegen verschwanden nicht nur wieder allein aus rein städtischen Haushaltungen, sondern leider auch aus vielen Haushaltungen auf dem Lande und aus vielen ländlichen Arbeiterfamilien. Von welch großer Bedeutung könnte gerade unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen, wo Millionen von Menschen arbeitslos sind, die Haltung von Ziegen wieder sein, wenn versucht würde, die Arbeiterfamilien, die in ländlichen Gemeinden ihren Wohnsitz haben, zu veranlassen, sich durch Halten von Ziegen einen Teil der notwendigen Nahrungsmittel wieder selbst zu erzeugen. Von volkswirtschaftlichem und sozialem Standpunkte aus bewachtet, könnte auf diesem Gebiete viel geleistet und manch Gutes erreicht werden.
Möge denn die diesjährige Ziegenausstellung aus der Wanderschau der D. L. G. in Mannheim dazu beitragen, gerade unter der großen Zahl industrieller Arbeiter, von denn heute leider doch so unendlich viele arbeitslos sind, Verständnis für die Haltung von Ziegen zu erwecken, um die damit verbundene Arbeit wenigstens für einen Teil ihrer arbeitslosen Zeit, Beschäftigung zu haben, zum eigenen Nutzen und Vorteil.
i Deutschland steht im Orgelbau in Europa an der Spitze; daran hat auch der Krieg nichts geändert, der diese alte Industrie fast völlig zum Erliegen gebracht hatte. In den Jahren 1914 bis 1918 war kein Bedarf vorhanden, auch fehlte es an so wichtigen Rohmaterialien, wie russischen und amerikanischen Hölzern und vor allem an Metallen, wie Kupfer, Zink und Zinn. Wie die Kirchenglocken mußten auch viele Orgeln im Kriege verstummen. Ihr Reichtum an kriegswichtigen Metallen wandert« in die Munitionsfabriken. Jetzt werden jährlich wieder 300 bis 400 Orgeln in Deutschland hergestellt. Ein großer Prozentsatz davon geht ins Ausland. Deutsche Orgeln lassen ihre Akkorde in der afrikanischen Missionskirche, in australischen Gotteshäusern, in Bethallen bei den Antipoden erklingen. Der Stolz der deutschen Kirchengemeinden im Ausland ist eine im Mutterland hergestellte Orgel. Den Durchschnittswert einer Orgel schätzt man auf 20 000 Mark. Von Generation zu Generation haben die Orgelbauer ihre Erfahrungen und Geheimnisse weitergegeben. In Württemberg gibt es zwei bedeutende Orgelbauanstalten, die feit über hundert Jahren in Familienbesitz sind. Ihren Aufschwung leiten sie auf die Erfinhpng her Eisenbahnen und Dgmpfschifsahrt zurück, die
Die Bienenzucht auf der (Handel Ausstellung in Mannheim.
Otto Falk, Weinheim.
Auf einer Großschau der Landwirtschaft, wie es d« 38. Deutsche Landwirtschaftliche Wanderausstellung Mannheim ist, darf auch die Bienenzucht, deren Großmeister, Baron von Berlepsch, sie die „Poesie der Landwirtschaft" nannte, nicht fehlen.
Künstlerisches Schaffen zeigt sich in der Arbeit des Bienenvolkes und in der Tätigkeit des Imkers. Wachsgebäude der Immen mit seinen Waben und den regelmäßig sechseckigen Zellen ist ein Kunstwerk, das noch keines Menschen Hand vollkommen nachzubilden verstand. Doch hat der deutsche Schreinermeister Mehring aus Frankental bereits 1858 die in der Wabe liegende Mittelwand künstlich hergestellt. Heute verfügt der Jmlei über Mittelwandpressen, mit denen er diese dünnen Wachsblätter mit Arbeiterzellenvordruck selbst gießt. Die Bienen ziehen darauf die Zellen aus. Im Naturbau errichten sie neben Arbeiter- auch weitere Drohnenzellen für die Männchen im Bienenstaat. Die Arbeiterin ha; den Stachel als Waffe. Der Drohne ist ein starker Brummton eigen. Sie wird im Spätsommer vom Honig abgetrieben und in der Drohnenschlacht beseitigt. Arm Männer im weiblichen Staate der Königin!
Weisel nennt der Imker die Hoheit im Bienenvolle, Weiselzelle die Königinwiege, der sie entschlüpft. Du Königin ist in erster Reihe Volksmutter; sie legt die Eier zu allen drei Arten der Lebewesen und wird durch reichliche Fütterung zu einer Höchstleistung von über 3000 Stück im Tag befähigt. Die Ammei: bilden ihren Hos- staat, der sie ehrfurchtsvoll umkreist, um ihr den Rüssel zu reichen. Nur selten läßt sich die Huldigung vor der Königin beobachten. Die neuzeitliche Königinnenzuchl mit ihren Dröhnerichplätzen ermöglicht die Züchtung von Edelköniginnen bewährten Stammes, die ihrerseits eine Verbesserung des Bienenvolkes bewirken. Dies aber ist der Ausgang zu lohnender Bienenzucht.
In der Abteilung Bienen der 38. Deutschen landwirtschaftlichen Ausstellung in Mannheim (31. Mai bis 5. Juni) kann der Besucher Einblick gewinnen in diese Wunder des Bienenstaates, aber auch die Hilfsmittel kennenlernen, die einen erfolgreichen Betrieb gewährleisten.
Dem Jmmenfleiß verdanken wir Honig und Wachs. Honig ist im Einheitsglas des Deutschen Jmkerbundes mit dem neuen Gewährverschluß, der echt deutschen Honig verbürgt, ausgestellt. Die D. L. G. hat hier ihre Werbekraft für den Absatz eingesetzt. In guten Jahren - 1931 war für Süddeutschland schlecht — bringt die Honigernte etwa 35 Millionen RM. ein, die von den Bienen gewissermaßen aus dem Nichts herausgeholt werden. In der Bienenzucht reichen sich Stadt und Land die Hand. Man hört das Summen der Bienen allüberall, sogar „Unter den Linden" Berlins. Etwa 200 000 Imker besitzen rund 2 000 000 Bienenvölker und teilen sich in den Ertrag. Viel wichtiger als dieser faßbare Gewinn aus der Bienenzucht ist der mittelbare Nutzen, den die Landwirtschaft aus der Befruchtungsarbeit der Bienen zieht. Ohne Bienen wären Samen- und Obstbau unmöglich. Einwandfreie Versuche von Bienensorschern haben diesen Nachweis ergeben. Die Jmkerzuchl leistet gemeinnützige Tätigkeit für Land und Reich. Sie ist im Deutschen Imker- bund organisiert, dem 27 Länder und Provinzialverbände angeschlossen sind. Über 40 000 Imker = 39 Prozent sind Landwirte. In Berlin besteht der Reichsausschuß zur Förderung der Bienenzucht und des Absatzes ihrer Erzeugnisse. Er will ein Diener der gesamten deutschen Jmkerschaft sein.
Der Reichsausschuß ist hervorragend mit einer Son- derausstellung im bienenwirtschaftlichen Zelte beteiligt. Im Dorfkino der Ausstellung wird die stumme Fassung des Bienenfilms „Segen aus Blüten, Segen für euch" lausen. Auch dieser Film weist auf den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Bienenzucht hin und soll das Verständnis hierfür fördern. Das Ziel aller Landwirte und Imker aus nah und fern muß in diesen Tagen die gewaltige Lehrschau, die Zeltstadt der D. L. G. sein.
Kurze ^acbrtcbten.
Sonntagsrückfahrkarten.
Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft hat die Gültigkeit der Sonntagsrückfahrkarten zum Besuch der Mannheimer Wanderausstellung (31. Mai bis 5. Juni) wesentlich erweitert, und zwar:
1. am 31. Mai, 1., 2. und 3. Juni Sonntagsrückfahrkarten mit eintägiger Geltungsdauer von den Bahnhöfen im Umkreise von 150 Kilometer um Mannheim, und zwar nicht nur von Bahnhöfen, auf denen Sonntagsrückfahrkarten nach Mannheim ständig aufliegen, sondern auch von solchen Bahnhöfen, von denen sich nach Lage des Fahrplans eine eintägige Hin- und Rückfahrt lohnt.
2. am 4. Juni Sonntagsrückfahrkarten, gültig von Sonnabend, den 4. Juni, 0Uhr, bis Montag, den 6. Juni, 9 Uhr (Abreise), ohne Beschränkung auf eine Entfernungsgrenze von den Bahnhöfen der Reichsbahndirektionsbezirke Frankfurt (Main), Karlsruhe, Lud- wigshafen (Rhein), Mainz, Nürnberg, Stuttgart.
Dem Verkehr ganz neue Möglichkeiten eröffnete und einen regen Export begründete. Im Mittelalter hatte man deutsche Orgeln auf mühseligen Transporten über die Alpenpasst nach Italien gebracht, wo sie seither in italienschen Domen erklingen. <
Es gibt einen deutschen Orgelrat, der in vier Sektionen — Orgelfpiel, Orgelbau, Orgelgeschichte und Liturgie — an der Weiterentwicklung der Orgel arbeitet. In Göttingen besteht seit einigen Jähren eine Orgelbauschule. Die grM Kirchenorgel der Welt befindet sich im Passauer Dom. Sie besitzt 208 klingende Register mit über 16 000 Pfeifen, von denen 191 Stimmen auf die Jnnenorgel und 17 am die über der Kirchendecke ausgestellte Fernorgel entsallem Die Hauptorgel ist 16 Meter hoch, ihre Pfeifen sind in vier Stockwerken untergebracht. Die erste deutsch« Orgel Karl der Große im Aachener Dom aufstellen. Im 15. Iam' Hundert besaßen alle deutschen Dome Orgeln. Sie Dienten dem freien Spiel des Organisten, dessen Kunst oft Massc" von Zuhörern aus nah und fern in die Kirchen zog. Zu Begleitung des Gmeindegesanges wird die Orgel erst dem Jahre 1619 benutzt.